Tabellen, Grafiken & Formeln

Tabellen, Grafiken und Formeln gehören zu den häufigsten nicht‑textuellen Inhalten in Dokumenten. Für barrierefreie PDF/UA‑1‑ und PDF/UA‑2‑Dokumente müssen sie korrekt strukturiert, ausgezeichnet und beschrieben sein. Dieses Modul erläutert die Anforderungen und zeigt, wie sie in Typst umgesetzt werden.

Grundprinzipien für Barrierefreiheit

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Für PDF/UA gilt:

  • Jede Grafik benötigt einen Alternativtext.
  • Tabellen müssen Kopfzeilen besitzen und logisch navigierbar sein.
  • Formeln benötigen zugängliche Repräsentationen und bei Bedarf textuelle Erläuterungen.
  • Inhalte müssen in der logischen Lesereihenfolge stehen.
  • Keine rein visuellen Informationen ohne textliche Ergänzung.

Typst unterstützt diese Anforderungen über semantische Strukturen, figure‑Elemente, Tabellenfunktionen und Math‑Syntax.

Tabellen müssen klar strukturiert sein, Kopfzeilen besitzen und nicht für Layoutzwecke missbraucht werden.

Beispiel:

#table(
  columns: 3,
  align: horizon,
  [
    *Parameter* | *Wert* | *Einheit*
    Temperatur  | 23     | °C
    Länge       | 12     | cm
  ]
)

Regeln:

  • Kopfzeilen müssen erkennbar formatiert sein (Typst markiert fett als Header‑Zelle).
  • Keine verschachtelten Tabellen.
  • Tabelleninhalt logisch sortieren.
  • Tabellen nicht als Bild einfügen.

Fehler vermeiden:

  • Leere Tabellenzellen nicht kommentarlos lassen.
  • Kein Zusammenführen von Zellen für rein optische Effekte.
  • Tabellen nicht zweckentfremden, um Layout zu erzeugen.

Grafiken müssen mit Alternativtext (alt) und beschreibender Bildunterschrift (caption) versehen werden.

Beispiel:

#figure(
  image("diagramm.png"),
  caption: "Beispieldiagramm der Messwerte",
  alt: "Liniendiagramm mit drei Messpunkten zu 10, 14 und 18 Einheiten"
)

Regeln für Alternativtexte:

  • Sachlich, kurz, beschreibend.
  • Keine Phrasen wie „Bild von …“.
  • Der Alt‑Text ersetzt die Grafik vollständig.
  • Komplexe Diagramme benötigen zusätzlich eine textliche Auswertung im Fließtext.

Empfohlen:

  • Grafikdateien in hoher Auflösung oder als SVG verwenden.
  • Keine Texte in Grafiken einbetten (nur wenn unvermeidbar, dann zusätzlich beschreiben).

Mathematische Inhalte werden in Typst über die Math‑Syntax gesetzt:

Inline:

$E = m * c^2$

Blockform:

$
a^2 + b^2 = c^2
$

Barrierefreiheit:

  • Typst erzeugt intern MathML‑Strukturen, die für Screenreader zugänglich sind.
  • Bei komplexen Formeln optional zusätzliche Beschreibung im Fließtext ergänzen.
  • Keine Screenshots oder Bilder von Formeln verwenden.

Empfehlung:

  • Bei langen Gleichungssystemen: Schrittweise erklären.
  • Bei wissenschaftlichen Dokumenten: Glossar mit Formelzeichen bereitstellen.

Tabellen, Grafiken und Formeln müssen im Dokumentfluss an der korrekten Stelle stehen. Typische Fehler:

  • Seitliches Platzieren mit absoluter Positionierung.
  • Grafiken mit Umfließen, das die Lesereihenfolge bricht.
  • mehrere Figuren oder Tabellen ohne erklärenden Text hintereinander.

Typst folgt immer dem logischen Ablauf der Eingabe – daher visuelle Experimente vermeiden, die die Struktur beschädigen könnten.

Minimalbeispiel für ein barrierefreies Dokument mit Tabellen, Grafiken und Formeln

Permalink "Minimalbeispiel für ein barrierefreies Dokument mit Tabellen, Grafiken und Formeln"
#set pdf(accessibility: "ua-1")
#set document(
  title: "Beispiel mit Tabellen, Grafiken und Formeln",
  author: "ACCESS@KIT",
  lang: "de-DE"
)

#set text(font: "Noto Sans", lang: "de")

= Tabellen, Grafiken und Formeln

== Tabelle
#table(
  columns: 2,
  [
    *Messgröße* | *Wert*
    Temperatur  | 21°C
    Druck       | 1013 hPa
  ]
)

== Grafik
#figure(
  image("werte.png"),
  caption: "Messverlauf über die Zeit",
  alt: "Liniendiagramm mit steigendem Verlauf über fünf Zeitpunkte"
)

== Formel
Die berühmte Formel lautet:
$E = m * c^2$

#text(lang: "en")[This formula describes the equivalence of mass and energy.]

Dieses Modul zeigt, wie Tabellen, Grafiken und Formeln in Typst barrierefrei gestaltet werden:

  • Tabellen mit klaren Kopfzeilen und logischer Struktur.
  • Grafiken stets mit alt und caption.
  • Formeln semantisch setzen und bei Bedarf erklären.
  • Inhalte nur im normalen Dokumentfluss verwenden.

Damit erfüllen Typst‑Dokumente zentrale Anforderungen der PDF/UA‑Richtlinien für nicht‑textuelle Inhalte.

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