Eine Handreichung der BFIT-Bund AG02 Software Anwendungen
Autoren: Andreas Englisch und Carola Meixner, Deutsche Telekom MMS GmbH (Externer Link) im Auftrag des IT-Systemhauses der Bundesagentur für Arbeit (Externer Link)
Kontaktpersonen IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit: Markus Brand und Michael Zetzsche
Herausgeber: Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik (Externer Link), Arbeitsgruppe AG02 Software Anwendungen
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Version: 0.5
Im Rahmen der Ziele der “Barrierefreie Informationstechnik Verordnung” (BITV 2.0) soll moderne Informations- und Kommunikationstechnik möglichst umfassend und grundsätzlich uneingeschränkt barrierefrei gestaltet werden.
Bei der Umsetzung stößt man schnell auf Unklarheiten, da bestehende Vorgaben viel Interpretationsspielraum lassen.
Diese Unstimmigkeiten führen oft zu unterschiedlichen Auslegungen der bestehenden Vorgaben und spätestens bei der Abnahme von Artefakten oder ganzen IKT-Systemen zu Verdruss bis hin zu juristischen Auseinandersetzungen.
Die Autorinnen und Autoren dieses Dokuments haben sich der Aufgabe angenommen, diese Kluft zwischen den gesetzlichen Anforderungen, Richtlinien, Normen und bestehenden Design Guides oder Styleguides – auch von Software Hersteller – zu schließen.
Die in DIN EN ISO 9241-161 beschriebenen visuellen User-Interface-Elemente wurden dafür betrachtet, um weitere Elemente ergänzt und hinsichtlich der Anforderungen an die Barrierefreiheit gemäß EN 301 549 v3.2.1 erweitert. Für jedes UI-Element wurden Anforderungen in Bezug auf Darstellung, Bedienung sowie Programmierung/Schnittstellen definiert.
Dieses nachschlagewerk dient als Ergänzungshinweis zur DIN EN ISO 9241-161 und als Hilfsmittel zur Umsetzung der EN 301 549 v3.2.1 und soll keinesfalls aktuell gültige gesetzliche Vorgaben oder Richtlinien ersetzen. Im Gegenteil, diese Sammlung basiert darauf und unterliegt einem entsprechenden Aktualisierungsprozess.
Das Dokument versucht folgende Lücken in den Veröffentlichungen zur Barrierefreiheit zu schließen:
Für Web-Dokumente gibt es beim W3C viele konkrete Beispiele, wie barrierefreie Seiten gestaltet sein müssen (siehe z. B. How to Meet WCAG (Quickref Reference) (w3.org) (Externer Link)). Entsprechende Dokumente fehlen für Software.
Die EN 301 549 enthält im Kapitel 11 Anforderungen an Software. Diese Anforderungen sind allgemeiner Natur. Es wird nicht beschrieben, wie UI-Elemente konkret umgesetzt werden müssen, um den Anforderungen zu genügen. Für Desktop-Software fehlt ein Äquivalent zu den WAI-ARIA Authoring Practices ( WAI-ARIA Authoring Practices 1.2 (w3.org) (Externer Link)).
Das W3C hat mit WCAG2ICT ( Guidance on Applying WCAG 2.0 to Non-Web Information and Communications Technologies (WCAG2ICT) (w3.org) (Externer Link)) im Jahr 2013 ein Dokument veröffentlicht, welches beschreibt, in welcher Weise die WCAG-Anforderungen auf Software und Dokumente angewendet werden können. Das Dokument ist veraltet und enthält nicht die Anforderungen der aktuellen WCAG 2.1.
Das Dokument richtet sich vorrangig an Entwickler*innen von Software.
Weitere Rollen in der Software-Entwicklung, für die das Dokument hilfreich sein kann, sind u. a.
Design (insbesondere bezüglich der Anforderungen an Schriften, Farben und Kontraste sowie der Ausführungen in den Abschnitten „Darstellung“ bei jedem UI-Element),
Redaktion für die Textinhalte der Software und Hilfe,
Barrierefreiheitstest,
Beeinträchtigte Menschen, die Software nutzen (um sich z. B. mit gängigen Tastaturkonventionen vertraut zu machen, siehe dazu die Abschnitte „Tastaturbedienung“ bei jedem UI-Element).
In diesem Dokument werden Barrierefreiheitsanforderungen an Web- und Desktop-Software sowie an hybride Anwendungen (die Web- und Desktop-Technologien vereinen) beschrieben, die auf der Plattformsoftware Microsoft Windows laufen und eine offene Funktionalität aufweisen. Die Anforderungen leiten sich vor allem aus der EN 301 549 (Version 3.2.1, Abschnitt 9 und 11) ab.
Das vorliegende Dokument gilt zunächst nicht für folgende Software:
Software mit geschlossener Funktionalität (Abschnitt 5.1 der EN 301 549),
Software für Zweiwege-Sprachkommunikation (Abschnitt 6 der EN 301 549),
Software mit Videofunktionalität (Abschnitt 7 der EN 301 549),
Autorenwerkzeuge (Abschnitt 11.8 der EN 301 549),
Software mit Zugang zu Umsetzungs- oder Notfalldiensten (Abschnitt 13 der EN 301 549),
Software, die auf anderer Plattformsoftware als Microsoft Windows läuft (wie z. B. Unix, Linux, Chrome OS, macOS, iOS, Android),
Plattformsoftware,
Apps für Mobilgeräte (für z. B. Tablets oder Smartphones).
Darüber hinaus gilt das Dokument nicht für:
Hardware (Kapitel 8 der EN 301 549),
Dokumente (Kapitel 10 der EN 301 549), selbst wenn die Dokumente interaktiv sind (z. B. Tabellenkalkulation mit Makros, PDF mit Formular),
Viele der hier beschriebenen Anforderungen können auf Software anderer Plattformen übertragen werden.
Das Dokument gliedert sich in folgende Bereiche:
Anwendungsbezogene Anforderungen, die für die gesamte Software gelten,
Elementübergreifende Anforderungen, die für alle oder mehrere UI-Elemente gelten,
Strukturelle Elemente (die der Strukturierung der Dialogmasken in einzelne Bereiche dienen),
Zusammengesetzte Bedienelemente (komplexe Bedienelemente, die aus mehreren einfachen Bedienelementen bestehen).
Jeder Bereich enthält mehrere Abschnitte, „Bedienelemente“ gliedert sich bspw. in je einen Abschnitt pro konkretem Bedienelement.
Die einzelnen Unterkapitel sind unterteilt in:
Einleitung:
Synonyme: Andere Bezeichnungen für das beschriebene UI-Element, über die das Element auch im Index auffindbar ist,
Verweis auf ähnliche Elemente oder verwandte Themen,
Beschreibung des Elements oder Themas,
Darstellung (Anforderungen an die visuelle Darstellung)
Bedienung (Anforderungen an die Bedienung, insbesondere mit Tastatur und Zeigeinstrumenten)
Programmierung/Schnittstellen (Anforderungen an Informationen, die an die Accessibility API übermittelt werden).
Die Anforderungen werden in Tabellenform dargestellt:
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| Eindeutige Anforderungsnummer | Thematische Einordnung der Anforderung | Einzuhaltende Anforderung, ggf. ergänzt mit erläuternden Hinweisen | Relevanz der Anforderung (siehe Klassifizierung der Anforderungen) | Herkunft der Anforderung (siehe Referenzen) |
Hinweis: Die Gültigkeit der Anforderungen wird wie folgt angegeben:
Web-Anwendungen: „Web:“
Desktop-Anwendungen: „Desktop:“
Hybride Anwendungen: „Desktop:“
Für alle Anwendungen gültig: Keine Angabe
Die Anforderungen sind wie folgt klassifiziert:
| Klassifizierung | Bedeutung | Referenz | Formulierung |
|---|---|---|---|
| Muss | Gesetzliche Vorgabe gemäß BITV 2.0 Mindestanforderungen, die erfüllt sein müssen, um Konformität mit der BITV 2.0 herzustellen | EN 301 549, Version 3.2.1 (Externer Link) Hinweis: Alle Anforderungen aus der EN 301 549, Kapitel 11.1 bis 11.4, beziehen sich auf die WCAG 2.1. Die Nummerierung der entsprechenden Anforderungen aus der EN 301 549 entspricht der Nummerierung in der WCAG 2.1. |
|
| Soll | Wichtige Anforderungen, die erfüllt werden sollen Gemäß BITV 2.0, §3 Abs. 4 soll es angestrebt werden, die Anforderungen für bestimmte Anwendungsbereiche einzuhalten: „Für zentrale Navigations- und Einstiegsangebote sowie Angebote, die eine Nutzerinteraktion ermöglichen, beispielsweise Formulare und die Durchführung von Authentifizierungs-, Identifizierungs- und Zahlungsprozessen, soll ein höchstmögliches Maß an Barrierefreiheit angestrebt werden“. |
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| Umsetzungsempfehlungen, Hinweise |
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Die konkreten Anforderungen an die Tastaturbedienung, d. h. welche Tasten zur Bedienung zu verwenden sind, werden wie folgt klassifiziert:
| Klassifizierung | Bedeutung |
|---|---|
| Erforderlich | Mindestanforderungen Wenn diese Anforderungen nicht eingehalten werden können, soll die abweichende Tastaturbedienung dokumentiert werden. |
| Empfohlen | Empfohlene Anforderungen Die Einhaltung dieser Anforderungen dient der erleichterten und effizienteren Bedienung mit der Tastatur. |
Hinweis: Die Anforderungen an die Tastaturbedienung können nicht mit „Muss“ oder „Soll“ klassifiziert werden, da die EN 301 549 lediglich die Möglichkeit der Tastaturbedienung verlangt, nicht jedoch konkrete Tasten festgelegt, da diese z. B. von der jeweiligen Plattform abhängen.
Der Elementleitfaden enthält darüber hinaus Hinweise, Empfehlungen und Praxistipps. Diese sind nicht-normativ. Allerdings wird auch in den Hinweisen, Empfehlungen und Praxistipps „muss“, „darf nicht“, „soll“ und „soll nicht“ verwendet, sofern sich auf eine Anforderung bezogen wird.
In den Abschitten zu allgemeinen Themen („Anwendungsbezogene Anforderungen“ und „Elementübergreifende Anforderungen“) wird auf dialogbezogene Anforderungen der EN 301 549 (insbesondere Abschitt 9 zu Web und 11 zu Software) eingegangen. Die Anforderungen werden hier allgemein (d. h. nicht in Bezug auf konkrete UI-Elemente) und weitgehend allumfassend erläutert (d. h. mit möglichen Sonderfällen, Ausnahmen etc.).
In den Abschitten zu einzelnen UI-Elementen (Text, Grafik, Struktur, Bedienelemente) werden lediglich die relevanten Anforderungen für das jeweilige UI-Element aufgeführt. Hier wird darauf eingegangen, was eine allgemeine Anforderung für ein konkretes Element bedeutet. Die Anforderungen werden dabei jedoch nicht unbedingt allumfassend erläutert, d. h. für Sonderfälle und Ausnahmen wird auf den jeweiligen allgemeinen Abschitt verwiesen
Beispiel:
Im Abschnitt zum UI-Element Checkbox wird nicht auf die Anforderung der visuellen Vergrößerung der Checkbox eingegangen, weil keine Checkbox-spezifischen Probleme oder Anforderungen in Bezug auf das Zoomen existieren. Die Anforderungen an die Vergrößerung sind jedoch im Abschitt „Vergrößerung“ zu finden und gelten somit auch für Checkboxen.
Im Abschnitt zum UI-Element Checkbox werden spezifische Kontrastanforderungen beschrieben, um genauer zu erläutern, inwieweit die allgemeinen Kontrastanforderungen aus dem Abschitt „Farben und Kontraste“, auf die Checkbox anzuwenden sind. Es wird hier jedoch nicht auf den Sonderfall der deaktivierten Checkbox eingegangen, weil Ausnahmen für deaktivierte Elemente im Abschitt „Farben und Kontraste“ beschrieben sind.
Folgende Elemente werden im vorliegenden Dokument aufgrund ihrer geringen Relevanz für Software nicht beschrieben:
Rich Text Editor,
Video,
Audio,
Image map,
Landkarten.
Es ist jedoch vorgesehen, diese Anforderungen und Elemente in einer zukünftigen Version des Dokuments aufzunehmen.
Einige Programmiersprachen oder Frameworks ermöglichen es aufgrund von Beschränkungen der jeweiligen Technologie nicht, alle Anforderungen zu erfüllen. In diesem Fall soll geprüft werden, ob eine andere Programmiersprache oder anderes Framework verwendet werden kann. Alternativ sollen die Anforderungen so gut wie möglich erfüllt werden. Alle Abweichungen sollen in der Hilfe sowie in der Erklärung zur Barrierefreiheit dokumentiert werden.
Das vorliegende Dokument behandelt keine technologiespezifischen Besonderheiten, sondern konzentriert sich auf das erwartete Verhalten von UI-Elementen.
Sofern die Anwendung nicht alle Anforderungen an die Barrierefreiheit erfüllt, kann eine konforme Alternativversion zur Verfügung gestellt werden. Dabei müssen jedoch folgende Anforderungen eingehalten werden:
Die konforme Alternativversion erfüllt alle Anforderungen, d. h. ist vollständig barrierefrei. Werden mehrere Alternativversionen angeboten, ist mindestens eine Alternativversion vollständig konform. Es ist somit nicht zulässig, für einzelne Benutzergruppen spezifische Alternativversionen anzubieten, die jeweils nur die Anforderungen der jeweiligen Gruppe erfüllen, solange es keine Alternativversion gibt, die alle Anforderungen aller Benutzergruppen erfüllt.
Die konforme Alternativversion ist bezüglich aller Inhalte und Funktionen äquivalent mit der Version, die nicht barrierefrei ist. So darf die Alternativversion z. B. nicht veraltete Informationen erhalten. Sofern die Standardversion in verschiedenen Sprachen angeboten wird, muss auch die Alternativversion in den Sprachen angeboten werden.
Die konforme Alternativversion kann auf barrierefreie Weise erreicht werden. Dies bedeutet:
Die Funktion zum Wechsel zur konformen Alternativversion muss barrierefrei sein.
Die Standardversion darf keine Tastaturfallen oder blitzende Inhalte enthalten. Darüber hinaus darf die Standardversion keine sich bewegende, blinkende, automatisch aktualisierende oder akustische Inhalte enthalten, die nicht gestoppt werden können (https://www.w3.org/TR/WCAG21/#cc5).
Alternativ kann über eine barrierefreie Maske (z. B. die Login-Maske) sowohl die konforme als auch die Standardversion erreicht werden oder die konforme Alternativversion ist die Standardversion.
In der Dokumentation wird der Zweck und das Erreichen der konformen Alternativversion erläutert.
Der Support-Service kann den Zweck und das Erreichen der konformen Alternativversion erläutern (um EN 301 549, Abschitt 12.2.2, zu erfüllen). Es wird empfohlen, immer nur eine Version der Anwendung anzubieten und diese barrierefrei zu gestalten.
Hinweis 1: Ein typischer Anwendungsfall für eine konforme alternative Version ist, wenn die Standardversion der Web-Anwendung aufgrund des Corporate Design die Kontrastanforderungen für Text oder grafische Inhalte nicht erfüllt. In diesem Fall kann die konforme alternative Version eine CSS-Auszeichnung verwenden, die für ausreichende Kontraste sorgt.
Hinweis 2: Bei ausgewählten Web-Anwendungen, die bereits weitgehend barrierefrei sind, kann ein Overlaytool dazu in der Lage sein, eine konforme Alternativversion zu generieren, die die oben formulierten Anforderungen vollständig erfüllt. In der Regel ist dies allerdings nicht der Fall, insbesondere wenn die Web-Anwendung Probleme aufweist, die nicht automatisiert gefunden und behoben werden können. Ein Overlaytool kann somit nicht pauschal verwendet werden, um eine konforme alternative Version zur Verfügung zu stellen ( Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik - Publikationen - Gemeinsame Einschätzung der Überwachungsstellen des Bundes und der Länder für die Barrierefreiheit von Informationstechnik zur Verwendung von Overlay-Tools (bfit-bund.de) (Externer Link))
Hinweis 3: Für Desktop-Anwendungen trifft die EN 301 549 keine Aussagen zu alternativen Versionen. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass für Desktop-Anwendungen die gleichen Anforderungen gelten.
Synonyme: Language
Siehe auch: Beschriftung, Beschreibung, Text, Schrift
Fremdsprachige Inhalte können für beeinträchtigte Menschen schwer verständlich sein. Dies gilt insbesondere, wenn diese von der Sprachausgabe mit der falschen Aussprache ausgegeben werden.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Fremdsprachige Inhalte | Die Inhalte sollten in der Sprache der Nutzenden angezeigt werden. Hinweis 1: Davon ausgenommen sind fremdsprachige Fachbegriffe, sofern davon ausgegangen werden kann, dass die Nutzenden diese verstehen werden. Hinweis 2: Wird die Anwendung von Nutzenden aus verschiedenen Sprachräumen genutzt, sollte die Anwendung die Möglichkeit zum Sprachwechsel anbieten. Alle Inhalte sollten dann in der gewählten Sprache angezeigt werden. | Soll | EN 301 549: 11.2.4.6 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 2 | Anwendungssprache | Die Anwendungssprache muss an die Accessibility API übermittelt werden. Hinweis 1: Bei Desktop-Software kann die Anwendungssprache auch durch die Plattform an die Accessibility API übermittelt werden. Hinweis 2: Bei Web-Anwendung muss die Sprache über das | Muss | EN 301 549: 11.3.1.1.1 |
| 3 | Web: Fremdsprachige Inhalte | Der Sprachwechsel innerhalb der Anwendung muss an die Accessibility API übermittelt werden. Hinweis 1: Davon ausgenommen sind
Hinweis 2: In HTML erfolgt die Auszeichnung des Sprachwechsels mit dem | Soll | WCAG 2.1: 3.1.2 (AA) |
| 4 | Desktop: Fremdsprachige Inhalte | Sofern die Sprache fremdsprachiger Inhalte programmatisch übermittelt werden kann, so soll dies erfolgen. Hinweis: Dies ist z. B. in hybriden Anwendungen, die Web-Technologien verwenden, möglich. Sofern die Sprache fremdsprachiger Inhalte nicht programmatisch übermittelt werden kann, sollen diese Inhalte soweit möglich vermieden werden, d. h. die Inhalte sollen in die Anwendungssprache übersetzt werden. | Soll | WCAG 2.1: 3.1.2 (AA) |
Synonyme: Error message, Fehlermeldungen, Eingabehinweise, kontextspezifische Hilfe
Siehe auch: Pflichtfeldkennzeichnung, Beschreibung, Hilfe und Support, Authentifizierung, Formular
Fehlermeldungen informieren Benutzende über Fehleingaben oder Fehlbedienungen. Fehlermeldungen unterstützen bei der Fehlerkorrektur. Fehlermeldungen können
nach dem Absenden eines Formulars,
beim Ausfüllen eines Formulars oder
bei der Bedienung der Software
angezeigt werden.
Eingabehinweise helfen Benutzenden beim Vermeiden von Fehlern. Sie können
beim Formular,
beim jeweiligen Formularfeld oder
bei der Bedienung der Software
angezeigt werden.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 5 | Fehlermeldung | Wenn ein Fehler auftritt, müssen das fehlerhafte Formularelement identifiziert und die Fehlerursache in Textform beschrieben | Muss | EN 301 549: 9.3.3.1, 11.3.3.1.1 |
| 6 | Fehlermeldung | Der Absenden-Schalter darf nicht deaktiviert werden, solange das Formular unvollständig oder fehlerhaft ausgefüllt ist. Hinweis: Das gilt nicht, sofern eine alternative Methode zum Anzeigen der Fehlermeldungen existiert. | Muss | EN 301 549: 9.3.3.1, 11.3.3.1.1 |
| 7 | Fehlermeldung | Die Fehlermeldung muss dauerhaft angezeigt werden. Hinweis: Das gilt nicht, wenn der Fehler behoben wurde. Für weitere Ausnahmen siehe Zeitbegrenzungen. | Muss | EN 301 549: 9.2.2.1, 11.2.2.1 |
| 8 | Fehlervermeidung | Formularelemente müssen eine aussagekräftige Beschriftung besitzen, damit deren Zweck erkennbar ist. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.3.3.2, 11.3.3.2 |
| 9 | Fehlervermeidung | Wenn die erwarteten Formularfeldeingaben nicht eindeutig aus der Beschriftung der Formularfelder abgeleitet werden können, dann müssen zusätzliche Eingabehinweise zur Verfügung gestellt werden (siehe auch Beschreibungen). Hinweis: Beispiele für Eingabehinweise sind:
| Muss | EN 301 549: 9.3.3.2, 11.3.3.2 |
| 10 | Fehlervermeidung | Wenn mit dem Absenden eines Formulars
| Muss | EN 301 549: 9.3.3.4, 11.3.3.4 |
| 11 | Fehlervermeidung | Beim Absenden von Informationen soll eine der folgenden Optionen zur Fehlervermeidung angeboten werden:
| Soll | WCAG 2.1: 3.3.6 (AAA) |
| 12 | Fehlervermeidung | Eine kontextsensitive Hilfe soll angeboten werden. | Soll | WCAG 2.1: 3.3.5 (AAA) |
| 13 | Fehlervermeidung | Wenn beim Login Informationen (wie Username und Passwort) eingeben werden müssen, dann soll es eine Variante geben, bei der sich Benutzende diese Informationen nicht merken müssen. Hinweis: Die Software kann die Login-Daten speichern, das Einfügen der Informationen aus der Zwischenablage oder durch einen Passwort-Manager erlauben. | Soll | WCAG 2.2 |
| 14 | Fehlervermeidung | Wenn in einem Prozess Daten mehrfach eingegeben werden müssen, dann sollen diese Daten nach der ersten Eingabe automatisch vorausgefüllt oder zur Auswahl angeboten werden. Hinweis 1: Das gilt auch für Informationen, die potenziell unterschiedlich sein können, wie die Liefer- und die Rechnungsadresse. Nach der Eingabe der Lieferadresse können Benutzende die Möglichkeit erhalten, die Angaben für die Rechnungsadresse automatisch zu übernehmen, anstatt sie erneut eingeben zu müssen. Hinweis 2: Das gilt nicht, wenn die erneute Eingabe der Daten unverzichtbar ist, aus Sicherheitsgründen notwendig ist oder die Daten nicht mehr gültig sind. | Soll | WCAG 2.2 |
| 15 | Fehlerkorrektur | Wenn die Anwendung Korrekturvorschläge zu einer fehlerhaften Eingabe ermitteln kann, dann müssen diese Vorschläge angezeigt werden. Hinweis: Dies gilt nicht, wenn damit die Sicherheit oder der Zweck der Anwendung gefährdet wird, bspw. in Authentifizierungsprozessen. | Muss | EN 301 549: 9.3.3.3, 11.3.3.3 |
| 16 | Fehlerkorrektur | Wenn eine automatische Fehlerkorrektur erfolgt, muss eine Fehlermeldung in Textform angezeigt werden. | Muss | EN 301 549: 9.3.3.1, 11.3.3.1.1 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 17 | Aktualisierung | Wenn die Fehlermeldung als Statusmeldung angezeigt wird, muss sie so ausgezeichnet werden, dass sie von der Assistenztechnologie automatisch ausgegeben werden kann. Hinweis: Wenn die Fehlermeldung automatisch fokussiert wird, gilt sie nicht als Statusmeldung. | Muss | EN 301 549: 9.4.3.1, 11.4.1.3.1 |
| 18 | Fehlermeldung | Fehlermeldungen am Formularfeld müssen so mit dem Formularfeld verknüpft werden, dass sie an die Accessibility API übermittelt werden. Hinweis: Wenn die verwendete Accessibility API die Übermittlung von Fehlermeldungen bei einem Formularfeld nicht ermöglicht, müssen die Fehlermeldungen als Teil des Accessible Name oder der Accessible Description übermittelt werden. Bevorzugt solldann die Accessible Description verwendet werden, damit der Accessible Name nicht zu lang wird. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 19 | Fehlervermeidung | Eingabehinweise, die visuell einem Formularfeld zugeordnet sind, müssen programmatisch als Eingabehinweis mit dem Formularfeld verknüpft werden. Hinweis: Wenn die verwendete Accessibility API die Übermittlung von Eingabehinweisen nicht ermöglicht, müssen die Fehlermeldungen als Teil des Accessible Name oder der Accessible Description übermittelt werden. Bevorzugt soll dann die Accessible Description verwendet werden, damit der Accessible Name nicht zu lang wird. | Muss | EN 301 549: 11.1.3.1 |
| 20 | Fehlervermeidung | Wenn die verwendete Technologie den Eingabezweck von Formularfeldern identifizieren kann, dann muss der Zweck der Formularfelder für Daten der jeweiligen Benutzenden (z. B. Nachname, Geburtstag, Wohnort) gemäß https://www.w3.org/TR/WCAG21/#input-purposes ausgezeichnet werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.5, 11.1.3.5.1 |
| 21 | Status | Wenn am fehlerhaften Feld lediglich ein visueller, nicht-textlicher Fehlerindikator angezeigt wird, dann muss der Fehlerstatus an die Accessibility API übermittelt werden. Hinweis: Der Fehlerstatus kann je nach Technologie lediglich „fehlerhaft“ bedeuten oder differenzierter übermittelt werden (bezüglich der Kritikalität z. B. als „Hinweis“, „Warnung“, „Fehler“ oder bezüglich des Fehlertyp bei einer Rechtschreibkontrolle z. B. als „Rechtschreibung“, „Grammatik“ und „Ausdruck“). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2 |
Synonyme: Handbuch, Dokumentation, Support, Help
Siehe auch: Beschreibung, Fehlermeldungen
Beispiele:
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 22 | Barrierefreiheitsfunktionen | Die Hilfe muss alle Barrierefreiheitsfunktionen der Anwendung benennen und deren Verwendung erläutern. Hinweis: In der Hilfe soll beschrieben werden, welche Barrierefreiheitsfunktionen vorhanden sind, welchem Zweck sie dienen, was sie bewirken und wie sie aktiviert werden können | Muss | EN 301 549: 12.1.1 |
| 23 | Barrierefreiheitsfunktionen | Der Support muss die in der Hilfe dokumentierten Barrierefreiheitsfunktionen benennen und deren Verwendung erläutern können. | Muss | EN 301 549: 12.2.2 |
| 24 | Hilfedokumente | Die Hilfedokumente müssen in mindestens einem digitalen, barrierefreien Format angeboten werden. Hinweis 1: Wird die Hilfe als barrierefreies Web-Dokument angeboten, müssen alle Anforderungen im Kapitel 9 der EN 301 549 berücksichtigt werden. Wird die Hilfe als barrierefreies Nicht-Web-Dokument angeboten, müssen alle Anforderungen im Kapitel 10 der EN 301 549 berücksichtigt werden. Hinweis 2: Das gilt auch für Hilfedokumente, die nicht aus der Anwendung heraus aufgerufen werden können, sondern z. B. vom Support zur Verfügung gestellt werden. | Muss | EN 301 549: 12.1.2, 12.2.4 |
| 25 | Support | Der Support muss den Kommunikationsbedürfnissen von Menschen mit Behinderungen entweder direkt oder über eine Vermittlungsstelle Rechnung tragen. Hinweis: So darf z. B. nicht nur ein Telefonsupport angeboten werden, weil dies für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen nicht zugänglich ist (2-Sinne-Prinzip). | Muss | EN 301 549: 12.2.3 |
| 26 | Verweis auf sensorische Merkmale | Informationen in der Hilfe, die sich auf die Anwendung beziehen, dürfen nicht ausschließlich auf sensorische Merkmale Bezug nehmen. Hinweis: So soll z. B. ein Schalter der Anwendung nicht über sein Aussehen oder seine Position beschrieben werden, sondern über seine Beschriftung. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.3, 10.1.3.3, 11.1.3.3 |
| 27 | Fehlervermeidung | Eine kontextsensitive Hilfe soll angeboten werden. | Soll | WCAG 2.1: 3.3.5 (AAA) |
| 28 | Konsistenz | Wenn die Anwendung eine Hilfe oder einen Support besitzt, dann kann diese bzw. dieser in der gesamten Anwendung an der gleichen Position gefunden werden. Hinweis: Wenn für die Anwendung mehrere Hilfe- oder Supportmöglichkeiten existieren, ist es ausreichend, wenn eine davon die Anforderung erfüllt. | Soll | WCAG 2.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Desktop: Aufrufen der Hilfe | F1 | Erforderlich |
| Aufruf der kontextspezifischen Hilfe | UMSCHALT+F1 | Empfohlen |
Synonyme: Skalierung, Schriftgrößenanpassung, Zoom
Die folgenden Anforderungen sollen die Anpassung der Schriftgröße an die Nutzungspräferenzen ohne Assistenztechnologie gewährleisten.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 29 | Vergrößerung | Der Text der Anwendung muss ohne Assistenztechnologie auf bis zu 200% vergrößert werden können. Die Vergrößerung darf nicht zu Inhalts- und Funktionsverlust führen. Hinweis 1: Um das bei Desktop-Anwendungen zu erreichen, kann die Anwendung eine eigene Zoomfunktion anbieten oder die Schriftgrößenanpassung des Betriebssystems unterstützen (Einstellungen > System > Anzeige > Skalierung und Anordnung: Erweiterte Skalierungseinstellungen). Hinweis 2: Für Web-Anwendungen soll die Zoom-Funktion des Browsers unterstützt werden. Hinweis 3: Für bessere Wahrnehmbarkeit sollen auch Nicht-Text-Inhalte vergrößert werden können. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.4, 11.1.4.4.1 |
| 30 | Vergrößerung | Bei einer Bildschirmgröße von 320 px Breite und 256 px Höhe darf kein Inhalts- oder Funktionsverlust erfolgen. Es darf nur erforderlich sein, Inhalte entweder vertikal oder horizontal zu scrollen, nicht aber in beide Richtungen. Zweidimensionales Scrollen ist nur bei Elementen erlaubt, die notwendigerweise zweidimensional sind (wie Grafiken, Landkarten, Videos oder Tabellen). Hinweis 1: Diese Anforderung soll sicherstellen, dass die Inhalte auf bis zu 400% vergrößert werden können. Hinweis 2: Bei Verwendung von 400% Zoom müssen alle Inhalte entsprechend skaliert werden. Davon ausgenommen sind Inhalte, die bereits ausreichend groß sind, wie z. B. Überschriften. Diese müssen bis mindestens auf 200% vergrößert werden können. Hinweis 3: Wenn sich Text innerhalb von zweidimensionalen Inhalten, wie z. B. Tabellen befindet, muss ein einzelner Textblock (z. B. in einer Tabellenzelle) ohne zweidimensionales Scrollen lesbar sein. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.10, 11.1.4.10 |
Synonyme: Barrierefreiheits-Schnittstelle, Interoperabilität mit Assistenztechnologie, Kompatibilität mit Assistenztechnologie, Plattformunterstützung von Barrierefreiheitsdiensten für Assistenztechnologien, Programmierschnittstelle für Assistenztechnologien
Siehe auch: Elementstatus, Kontextänderungen, Kontrastanpassung
Assistenztechnologien, wie Screenreader, Bildschirmlupen, Windows-Kontrastanpassung oder Spracheingabe-Software, interagieren in der Regel nicht direkt mit der Software oder dem Browser, sondern mittels einer Schnittstelle für die Barrierefreiheit, die z. B. vom Betriebssystem zur Verfügung gestellt wird: die Accessibility API (Application Programming Interface). Die Software bzw. der Browser übermittelt alle relevanten Informationen in standardisierter Form an die Accessibility API und die Assistenztechnologie greift auf die in der Accessibility API zur Verfügung gestellten Informationen zu. Die Assistenztechnologie nutzt jedoch nur die Informationen aus der Accessibility API, die entsprechend den Bedürfnissen der Benutzenden relevant sind. Wenn Anwendungen mittels Assistenztechnologie bedient werden, erfolgt die Bedienung teilweise nicht direkt, sondern auch vermittelt über die Accessibility API.
Die bekanntesten Accessibility APIs unter Microsoft Windows sind:
IAccessible2,
MSAA (Microsoft Active Accessibility, Standard 1997-2005),
UIA (Microsoft UI Automation, Standard seit 2005).
Windows-Anwendungen sollen die aktuelle Accessibility API UIA verwenden.
Software, die nicht die Accessibility API des Betriebssystems nutzt, kann eigene Schnittstellen für die Übermittlung von Informationen an die Assistenztechnologie implementieren. So nutzen Java-Anwendungen die Java Accessibility API (JAAPI).
Die folgenden Informationen werden bspw. von der Software bzw. dem Browser an die Accessibility API übermittelt und bei Bedarf durch die Assistenztechnologie ausgelesen:
Rolle eines Objekts (z. B. Überschrift, Checkbox, Tabellenzelle),
Status eines Objekts (z. B. fokussiert, fokussierbar, deaktiviert, geöffnet),
Beschriftung eines Objekts,
Beschreibung eines Objekts,
Wert eines Objekts (z. B. bei Formularfeldern),
mögliche Werte (z. B. Maximal- und Minimalwert bei bestimmten Formularfeldern),
Position in der Objekthierarchie (z. B. Eltern- und Kindobjekte, Anzahl der Geschwisterobjekte, Position in Bezug auf die Geschwisterobjekte),
räumliche Größe und Lage in Bezug auf den aktuellen Bildschirmausschnitt,
Ereignisse (z. B. Änderung von Objekteigenschaften).
Hinweise:
Die meisten Programmiersprachen, die für die Entwicklung von Software genutzt werden können, unterstützen eine Accessibility API. Dies gilt analog für Browser.
Die Unterstützung der Accessibility API erfolgt dabei meist automatisch, solange die Standardelemente der Programmiersprache oder Auszeichnungssprache (z. B. HTML) verwendet werden. Wenn die Sprache z. B. Eingabefelder als Bedienelement anbietet, dann werden Rolle, Wert, Status, Position in der Objekthierarchie, Größe und Lage des Eingabefeldes korrekt an die Accessibility API übermittelt. Meist muss die sichtbare Beschriftung korrekt mit dem Eingabefeld verknüpft werden, damit sie ebenfalls als Beschriftung des Eingabefeldes an die API übermittelt wird.
Dies gilt analog für Standardeigenschaften der Programmiersprache oder Auszeichnungssprache, die automatisch an die Accessibility API übermittelt werden. Wird z. B. ein Eingabefeld mit der Eigenschaft „deaktiviert“ versehen, so werden automatisch die Eigenschaften „deaktiviert“ und „nicht tastaturfokussierbar“ an die API übermittelt.
Je nach verwendeter Programmiersprache oder Auszeichnungssprache kann es sein, dass bestimmte Eigenschaften des Objekts, die an die Accessibility API übermittelt werden sollen, explizit (d. h. in Textform) angegeben werden müssen, weil sie anders nicht übermittelt werden können.
Sofern kein Standardelement der Programmiersprache oder Auszeichnungssprache verwendet wird, muss entwicklungsseitig sichergestellt werden, dass alle relevanten Objektinformationen korrekt an die Accessibility API übermittelt werden. Wenn die Sprache keine Möglichkeit bietet, um diese Informationen explizit zu definieren, sollen nur Standardelemente verwendet werden.
Wenn eine Programmiersprache weder eine Accessibility API unterstützt noch einen alternativen Zugriff der verschiedenen Assistenztechnologien auf die benötigten Informationen anbietet, soll sie nicht verwendet werden oder die Software muss dann die Anforderungen aus Abschnitt 5.1 (geschlossene Funktionalität) der EN 301 549 erfüllen.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 31 | Desktop: Allgemein | Anwendungen müssen die vorhandenen Accessibility APIs des Betriebssystems verwenden, sofern damit die Anforderungen in dieser Tabelle erfüllt werden können. Wenn die Accessibility API nicht ausreichend ist, um die folgenden Anforderungen zu erfüllen, müssen andere Methoden verwendet werden. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.3 |
| 32 | Syntax | Anwendungen, die eine Auszeichnungssprache verwenden und bei denen die Accessibility API oder die Assistenztechnologien Zugriff auf die Auszeichnungssprache haben, müssen folgende Regeln bei der Auszeichnung einhalten:
Hinweis: Das gilt nicht, wenn die Auszeichnungssprache Abweichungen von diesen Regeln erlaubt. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.1, 11.4.1.1.1 |
| 33 | Rolle | Die Rolle der Elemente muss an die Accessibility API übermittelt werden. Hinweis: Die Rolle der Elemente darf nicht während der Bedienung geändert werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 34 | Status | Der Status der Elemente muss korrekt an die Accessibility API übermittelt werden (siehe auch Elementstatus und Status bzgl. der Bedienbarkeit). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 35 | Wert | Der Wert der Elemente muss an die Accessibility API übermittelt werden. Bei Elementen mit einem definierten Wertebereich müssen darüber hinaus der Minimal- und Maximalwert an die Accessbility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7 |
| 36 | Ausrichtung | Wenn die Ausrichtung des Elements Einfluss auf die Bedienung hat, muss die Ausrichtung an die Accessibility API übermittelt werden. Hinweis: Horizontal ausgerichtete Elemente können z. B. mit den PFEIL RECHTS/LINKS bedient werden, vertikal ausgerichtete hingegen mit PFEIL AUF/AB. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2 |
| 37 | Name | Name und Beschreibung der Elemente müssen als Accessible Name und Accessible Description an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8 |
| 38 | Tastaturkürzel, Schnelltaste | Besitzt das Element ein visuell sichtbares Tastaturkürzel oder eine visuell sichtbare Schnelltaste, so muss dies an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 39 | Desktop: Elementhierarchie | Die Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente müssen an die Accessibility API übermittelt werden. Hinweis: Dies ermöglicht der Assistenztechnologie, u. a. folgende Informationen korrekt auszugeben:
| Muss | EN 301 549: 11.5.2.9 |
| 40 | Web: Elementhierarchie | Die Elemente müssen so ausgezeichnet werden, dass der Browser die Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente korrekt an die Accessibility API übermittelt kann. Hinweis: Dies kann mit folgenden Methoden erreicht werden:
| Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 41 | Desktop: Bedienung | Alle Bedienmöglichkeiten des Elements müssen an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.11 |
| 42 | Web: Bedienung | Die Bedienmöglichkeiten des Elements müssen der verwendeten Rolle entsprechen. Hinweis: Abweichende oder zusätzliche Bedienmöglichkeiten sollen in der Anwendung und Hilfe dokumentiert werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2 |
| 43 | Bedienung | Alle Bedienmöglichkeiten des Elements müssen mit Assistenztechnologie ausführbar sein. Hinweis 1: Dies gilt z. B. für die Aktivierung von Elementen, Wert- und Statusänderungen sowie Positionsänderungen für Fokus und Textcursor. Hinweis 2: Ausgenommen davon sind sicherheitsrelevante Anwendungen für Geheimdienste und Militär sowie Verschlüsselungs-Software im Dienst der nationalen Sicherheit. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.14, 11.5.2.16, 11.5.2.17 |
| 44 | Aktualisierung | Wird eine Element-Eigenschaft, die an die Accessibility API übermittelt wurde, aktualisiert, so muss diese Aktualisierung ebenfalls an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 45 | Aktualisierung | In Anwendungen müssen Statusmeldungen so ausgezeichnet werden, dass sie von Assistenztechnologie ausgegeben werden, ohne dass sie den Fokus erhalten. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.3, 11.4.1.3.1 |
| 46 | Desktop: Position | Die räumliche Größe und Position der Elemente müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.10 |
| 47 | Position | Das fokussierte Element, die Position des Textcursors sowie der gewählte Eintrag innerhalb eines Elements müssen an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.13 |
Die Standardelemente der Plattformsoftware oder des verwendeten Frameworks übermitteln in der Regel automatisch die korrekten Informationen an die Accessibility API. Diese sollen somit bevorzugt verwendet werden.
Beispiel 1:
In der folgenden Abbildung wird der Dialog „Speichern unter“ der Anwendung „Windows-Fax und -Scan“ gezeigt.
Abgebildet ist außerdem eine vollständige Liste der Informationen, die für das Eingabefeld „Dateiname“, welches sich in diesem Dialog befindet, an die Accessibility API übermittelt werden (ausgelesen mit Accessbility Insights for Windows).
Daneben wird die Sprachausgabe des Screenreaders JAWS bei Fokussierung des Eingabefeldes „Dateiname“ gezeigt. JAWS nutzt für die akustische Ausgabe nur die im aktuellen Kontext relevanten Informationen der Accessibility API (z. B. Beschriftung, Rolle, Wert, Tastaturkürzel), übersetzt diese Informationen teilweise in die Anwendungssprache (z. B. die Rolle „Edit(50004)“ in „Eingabefeld“) und ergänzt diese Informationen mit einem eigenen Bedienhinweis („Geben Sie Text ein“), der aus der übermittelten Rolle abgeleitet wird.
Werden benutzerdefinierte Elemente verwendet, so soll insbesondere auf Folgendes geachtet werden:
die übermittelte Rolle entspricht der visuellen Darstellung und Bedienweise (insbesondere der Tastaturbedienung),
der Wert und Status sollen an die Accessibility API übermittelt werden,
die Beschriftung wird als Accessible Name an die Accessibility API übermittelt,
sofern vorhanden, werden auch Tastaturkürzel, Beschreibungen (als Accessible Description) und Beschriftungen der Gruppen an die Accessibility API übermittelt,
Aktualisierungen hinsichtlich Wert, Status, Beschriftung etc. werden an die Accessibility API übermittelt (Hinweis: Die Rolle eines Elements soll nicht verändert werden).
Wird ein benutzerdefiniertes Element implementiert, empfiehlt es sich häufig, ein verwandtes Standardelement zu verwenden und entsprechend anzupassen, weil dann die Grundfunktionalität des Standardelements genutzt werden kann.
Für die Übermittlung der Informationen sollen die entsprechenden Eigenschaften der Accessibility API verwendet werden. Wenn es für eine Information keine entsprechende Eigenschaft in der Accessibility API gibt oder das verwendete Framework diese Eigenschaft nicht unterstützt, muss die Information in Textform (d. h. als Teil des Accessible Names oder der Accessible Description) übermittelt werden.
Beispiel: Deaktivierte Elemente
Deaktivierte Elemente können meist mit einem Attribut als disabled ausgezeichnet werden. In der Accessibility API UIA entspricht dies der Eigenschaft IsEnabled:false. Assistenztechnologie erkennt aufgrund dieser Eigenschaft, dass das Element deaktiviert ist.
Wenn eine programmatische Auszeichnung als deaktiviert nicht möglich ist, können alternativ folgende Möglichkeiten angewendet werden:
Das Element wird entfernt.
Das Element wird nicht fokussierbar gestaltet (sofern es keine Informationen übermittelt und sich nicht innerhalb eines Bereichs befindet, der mit dem virtuellen Cursor gelesen werden kann).
Das Element wird im Accessible Name oder in der Accessible Description als „deaktiviert“ benannt.
Beispiel: Schalter mit Wert
Ein Schalter kann standardmäßig keinen Wert besitzen. Unter Windows ist es jedoch möglich, basierend auf dem Standardelement Schalter ein benutzerdefiniertes Element „Schalter mit Wert“ zu erstellen. Der Wert wird dann als Wert der Eigenschaft Value an die Accessibility API UIA übermittelt.
In HTML und ARIA ist es nicht möglich, einem Schalter einen Wert zuzuweisen. Soll der „Schalter mit Wert“ in einer hybriden Anwendung, die auf Web-Technologien basiert, eingesetzt werden, dann muss der Wert in Textform als Teil des Accessible Names oder der Accessible Description übermittelt werden.
Die Übermittlung von Informationen über die entsprechenden Eigenschaften der Accessibility API ist gegenüber der Übermittlung dieser Informationen in Textform (als Teil von Accessible Name oder Accessible Description) aus folgenden Gründen immer zu bevorzugen:
die Assistenztechnologie kann die Eigenschaften, die über die API übermittelt werden, auf eine durch die Anwendung oder von den Benutzenden definierte Art und Weise ausgeben,
die Assistenztechnologie kann die Eigenschaften, die über die API übermittelt werden, in die korrekte Sprache übersetzen,
die Assistenztechnologie kann passend zu den Eigenschaften, die über die API übermittelt werden, Bedienhinweise ausgeben oder Bedienmodalitäten anbieten,
die Assistenztechnologie kann basierend auf den Eigenschaften, die über die API übermittelt werden, eine bestimmte Darstellungsweise anbieten (z. B. eine bestimmte Farbe bei der Kontrastanpassung),
die Assistenztechnologie kann die Eigenschaften (wie Rolle, Status, Wert) in einer bestimmten Reihenfolge ausgeben, die sicherstellt, dass relevante Informationen zuerst ausgegeben werden und dass die Benutzenden erkennen können, welche Informationen zu welchem Eigenschaftstyp gehören,
die Benutzenden können in ihrer Assistenztechnologie ggf. konfigurieren, dass sie bestimmte Eigenschaften nicht ausgegeben bekommen möchten.
Dies ist alles nicht möglich, wenn die Information lediglich in Textform übermittelt wird.
Beispiel 2: In der folgenden Abbildung sind drei Schalter mit den Beschriftungen „Absenden“, „Prüfen“ und „Löschen“ zu sehen.
Der „Absenden“-Schalter ist visuell als bedienbar zu erkennen (schwarze Textfarbe).
Der „Prüfen“-Schalter ist visuell als deaktiviert zu erkennen (graue Schriftfarbe). Der Schalter ist programmatisch als deaktiviert ausgezeichnet. Diese Umsetzung ist für deaktivierte Schalter zu bevorzugen.
Der „Löschen“-Schalter ist visuell ebenfalls als deaktiviert zu erkennen (graue Schriftfarbe). Der Schalter ist aber programmatisch nicht als deaktiviert ausgezeichnet, sondern besitzt nur einen Tooltip mit dem Wort „disabled“. Diese Umsetzung darf für deaktivierte Schalter nur gewählt werden, wenn in der verwendeten Technologie keine programmatische Auszeichnung als deaktiviert möglich ist.

In der folgenden Abbildung sind die selben Schalter aus der vorhergehenden Abbildung dargestellt, nun allerdings bei Verwendung der Windows-Kontrastanpassung (Kontrast Nr. 1).
Der „Absenden“-Schalter ist visuell korrekt als bedienbar zu erkennen (weiße Textfarbe).
Der „Prüfen“-Schalter ist visuell korrekt als deaktiviert zu erkennen (grüne Schriftfarbe).
Der „Löschen“-Schalter wird als bedienbar dargestellt (weiße Textfarbe), obwohl er deaktiviert ist. Die Ursache für die Fehldarstellung ist, dass er nicht programmatisch als deaktiviert ausgezeichnet wurde, sondern nur farblich als deaktiviert. Die Farbinformation geht jedoch bei Nutzung der Windows-Kontrastanpassung verloren, so dass hier eine andere visuelle Darstellung verwendet werden müsste, um den Status „deaktiviert“ zu erkennen (z. B. eine Durchstreichung).

In der folgenden Abbildung wird die akustische Screenreader-Ausgabe der drei Schalter aus der vorhergehenden Abbildung dargestellt (am Beispiel der Elementübersicht von JAWS).
Der „Absenden“-Schalter wird korrekt als bedienbar ausgegeben (Rolle „Schalter“).
Der „Prüfen“-Schalter wird korrekt als deaktiviert ausgegeben (Status „nicht verfügbar“).
Der „Löschen“-Schalter wird inkorrekt als bedienbar ausgegeben (Rolle „Schalter“), weil der Status „deaktiviert“ nur per Tooltip übermittelt wird und der Tooltip-Inhalt vom Screenreader nur bei bestimmten Navigationsmethoden ausgegeben wird.

In den drei folgenden Abbildungen wird die Ausgabe der drei Schalter aus den vorhergehenden Abbildungen auf der Braillezeile dargestellt (am Beispiel von JAWS).
Der „Absenden“-Schalter wird korrekt als bedienbar ausgegeben (Rolle „Schalter“, die mit der Kurzform „sltr“ angezeigt wird).
Der „Prüfen“-Schalter wird korrekt als deaktiviert ausgegeben (Status „nicht verfügbar“, die mit der Kurzform „xx“ angezeigt wird).
Der „Löschen“-Schalter wird zwar als deaktiviert ausgegeben (Beschreibung „disabled“), allerdings erfolgt die Ausgabe nicht in Kurzform, nicht an der erwarteten Position und nicht übersetzt in die Sprache des Benutzenden.

Synonyme: Anmelden, Abmelden, Login, Logout
Siehe auch: Kontextänderungen, Zeitbegrenzungen, Kennwort-Eingabefeld
Die Authentifizierung umfasst die Vorgänge des Anmeldens und Abmeldens bei einer Anwendung oder innerhalb einer Anwendung. Die Anmeldung kann erforderlich sein, um eine Anwendung oder bestimmte Teile der Anwendung nutzen zu können.
Hinweis: Anforderungen an Bedienelemente zur Authentifizierung (z. B. Eingabefelder, Kennwort-Eingabefelder und Schalter) werden bei dem jeweiligen Element beschrieben.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 48 | Captcha | Wenn bei der Authentifizierung ein Captcha verwendet wird, dann müssen für unterschiedliche Beeinträchtigungen jeweils passende Captchas mit mindestens zwei unterschiedlichen Sinnessystemen angeboten werden. Hinweis 1: Für hörbeeinträchtigte Menschen kann ein visuelles Captcha und für blinde Menschen ein Audio-Captcha angeboten werden. Hinweis 2: Auf Captchas, die von Nutzenden verlangen, eine Aufgabe zu lösen, soll soweit möglich verzichtet werden. Hinweis 3: Sofern auf ein Captcha nicht verzichtet werden kann, soll zusätzlich ein von allen Sinnesmodalitäten unabhängiges Captcha (wie eine Wissensfrage oder Matheaufgabe) angeboten werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.1.1, 11.1.1.1 |
| 49 | Logout | Sofern in der Anwendung nach einer bestimmen Zeit ein automatisches Logout erfolgt, so muss diese Zeitbegrenzung
| Muss | EN 301 549: 9.2.2.1, 11.2.2.1 |
| 50 | Logout | In der Anwendung soll kein automatisches Logout erfolgen. | Soll | WCAG 2.1: 2.2.3 (AAA) |
| 51 | Logout | Wenn ein automatisches Logout erfolgt, sollte nach einem erneuten Login die Arbeit ohne Datenverlust fortgesetzt werden können. | Soll | WCAG 2.1: 2.2.5 (AAA) |
| 52 | Logout | Die Benutzenden sollen vorab auf die Zeit hingewiesen werden, nach der ein automatisches Logout erfolgt, sofern das Logout zum Datenverlust führen kann. Hinweis: Davon ausgenommen ist ein Logout nach mehr als 20 Stunden. | Soll | WCAG 2.1: 2.2.6 (AAA) |
| 53 | Login | Wenn beim Login eine bestimmte Form biometrischer Daten verlangt wird (z. B. Fingerabdruck, Gesichtserkennung), dann muss eine alternative Login-Methode zur Verfügung gestellt werden. Hinweis: Die alternative Login-Methode kann ebenfalls auf biometrischen Daten beruhen, sofern dafür eine andere Form biometrischer Daten verwendet wird. | Muss | EN 301 549: 5.3 |
| 54 | Login | Wenn das Login über die Bewegung des Geräts oder der Benutzenden erfolgt, dann muss eine alternative Login-Methode zur Verfügung gestellt werden. Hinweis: Die Bewegung des Geräts oder der Benutzenden kann z. B. notwendig sein, um biometrische Daten einzugeben (z. B. Fingerabdruck, Gesichtserkennung). | Muss | EN 301 549: 9.2.5.4, 11.2.5.4 |
| 55 | Login | Wenn beim Login Informationen (wie Username und Passwort) eingeben werden müssen, dann soll es eine Variante geben, bei der sich die Benutzenden diese Informationen nicht merken müssen. Hinweis: Die Anwendung kann die Login-Daten speichern bzw. das Einfügen der Informationen aus der Zwischenablage oder durch einen Passwort-Manager erlauben. | Soll | WCAG 2.2: 3.3.7 (A) |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 56 | Status | Wenn die verwendete Technologie den Eingabezweck von Formularfeldern identifizieren kann, dann muss der Zweck der Formularfelder für Daten der jeweiligen Benutzenden (wie z. B. Name, E-Mail-Adresse, Passwort) gemäß Input Purposes for User Interface Components - Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1 (w3.org) (Externer Link) ausgezeichnet werden. Hinweis: Damit ist weder die Rolle (z. B. „Eingabefeld“) noch die konkrete Beschriftung (z. B. „Nutzername“) gemeint, sondern ein definierter Eingabezweck (z. B. „Vorname“, „Username“, „neues Passwort“ oder „aktuelles Passwort“). | Muss | EN 301 549: 9.1.3.5, 11.1.3.5.1 |
Synonyme: Blitzen, Blinken, Aktualisierungen, Flash
Siehe auch: Zeitbegrenzungen, Karussell, Video, Fortschrittsanzeige
Animationen sind:
automatische visuelle Veränderungen oder
unerwartete visuelle Veränderungen bei Bedienung der Anwendung.
Beispiele für automatische visuelle Veränderungen:
Laufschrift,
automatisch gestartetes Video,
automatisch scrollende Inhalte,
blinkende oder blitzende Inhalte,
Inhalte, die automatisch nach einer bestimmten Zeit aktualisiert werden.
Beispiele für unerwartete visuelle Veränderungen bei Bedienung der Anwendung sind:
beim Scrollen der Maske werden Inhalte zusätzlich animiert,
beim Scrollen der Maske werden die Inhalte mit unterschiedlicher Geschwindigkeit gescrollt,
manuell gestartetes Video enthält blitzenden Inhalte,
blinkende Fehlermeldung, die nach Absenden eines Formulars eingeblendet wird,
beim Einblenden von Inhalten werden diese nicht unmittelbar angezeigt, sondern animiert eingeblendet (z. B. skaliert, verschoben, gedreht oder in ihrer Transparenz verändert).
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 57 | Status | Inhalte, die mehr als 3-mal in der Sekunde blitzen und einen bestimmen Grenzwert für Blitze überschreiten (siehe General flash and red flash thresholds - Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1 (w3.org) (Externer Link)), müssen vermieden werden. | Muss | EN 301 549: 9.2.3.1, 11.2.3.1 |
| 58 | Blitzen | Inhalte, die mehr als 3-mal in der Sekunde blitzen, sollen vermieden werden. | Soll | WCAG 2.1.: 2.3.2 (AAA) |
| 59 | Animation | Wenn die Anwendung Inhalte enthält, die sich automatisch bewegen, scrollen oder blinken, und wenn diese Animation länger als 5 Sekunden andauert sowie zusammen mit anderen Inhalten angezeigt wird, dann muss die Animation pausiert, gestoppt oder ausgeblendet werden können. Hinweis: Es wird empfohlen, sich automatisch bewegende, scrollende oder blinkende Inhalte zu vermeiden. | Muss | EN 301 549: 9.2.2.2, 11.2.2.2 |
| 60 | Animation | Wenn bei der Bedienung der Anwendung Bewegungsanimationen angezeigt werden, dann soll es einen Mechanismus geben, um diese zu deaktivieren. Hinweis: Der Mechanismus zur Deaktivierung von Bewegungsanimationen kann in der Anwendung implementiert werden. Alternativ soll die Nutzungspräferenz im Betriebssystem (Systemsteuerung > Center für erleichterte Bedienung > Erkennen von Bildschirmobjekten erleichtern > Alle nicht erforderlichen Animationen deaktivieren) berücksichtigt werden. | Muss | EN 301 549: 9.2.2.2, 11.2.2.2 |
| 61 | Aktualisierung | Wenn die Anwendung Inhalte enthält, die automatisch aktualisiert werden und zusammen mit anderen Inhalten angezeigt werden, dann muss die Aktualisierung pausiert bzw. gestoppt werden können oder es muss möglich sein, die Frequenz der Aktualisierung zu bestimmen bzw. den Bereich mit den automatisch aktualisierten Inhalten auszublenden. Hinweis: Es wird empfohlen, sich automatisch aktualisierende Inhalte zu vermeiden. | Muss | EN 301 549: 9.2.2.2, 11.2.2.2 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 62 | Alternativtext | Wenn über die Animation Informationen übermittelt werden, dann müssen diese Informationen auch in Textform übermittelt werden. Hinweis: Für Videos gelten zusätzliche Anforderungen. | Muss | EN 301 549: 9.1.1.1, 11.1.1.1 |
| 63 | Verweis auf sensorische Merkmale | Informationen, die dem Verständnis oder der Bedienung der Anwendung dienen, dürfen nicht ausschließlich auf die Animation der beschriebenen Elemente Bezug nehmen. | Muss | EN 301 549: 9.1.1.3, 11.1.3.3 |
Synonyme: Tab-Reihenfolge, Focus order
Siehe auch: Tastaturbedienung, Kontextänderungen, Zeitbegrenzungen
Die Navigationsreihenfolge bestimmt, in welcher Reihenfolge mit der Tastatur fokussierbare Elemente und Bereiche den Fokus erhalten. Typischerweise betrifft dies die folgenden Navigationsmethoden:
Navigation zwischen den Elementen mit der Tabulatortaste,
Navigation innerhalb der Elemente mit den Pfeiltasten,
Navigation zwischen den Bereichen (z. B. mit der F6-Taste),
Schnellnavigation (z. B. mit BILD AB, ENDE).
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 64 | Navigationsreihenfolge | Die Navigationsreihenfolge muss so erfolgen, dass die Inhalte in einer sinnvollen Reihenfolge wahrgenommen werden können und die Bedienelemente gemäß ihrer aufgabenangemessenen Abarbeitungsreihenfolge erreicht werden. Hinweis: Dies wird z. B. erreicht, indem
| Muss | EN 301 549: 11.2.4.3 |
| 65 | Navigationsreihenfolge | Bei Elementen, die mit den Pfeiltasten bedient werden, muss bei Pfeiltastenbedienung die Navigation auf das Element beschränkt bleiben. Hinweis: Das betrifft z. B. Radiobuttongruppen, Auswahllisten, Registerkarten, Menüs, Werkzeugleisten. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3 |
| 66 | Navigationsreihenfolge | Nach Seitenaktualisierungen, die einen Fokuswechsel erforderlich machen, muss der Fokus so gesetzt werden, dass die Arbeit schlüssig fortgesetzt werden kann. Beispiel: Nach dem Löschen eines Elements soll der Fokus auf das vorhergehende oder folgende Element gesetzt werden. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3 |
| 67 | Navigationsreihenfolge | Bei modalen Dialogen muss die Navigation auf den Dialog beschränkt bleiben. Hinweis: Die restliche Anwendung kann erst fokussiert und bedient werden, wenn der modale Dialog geschlossen wird. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3 |
| 68 | Navigationsreihenfolge | Die Navigationsreihenfolge soll für die Arbeitsaufgabe angemessen sein. Hinweis 1: Für deutschsprachige Anwendungen bedeutet dies meist, dass die Navigation der Lesereihenfolge entsprechen und von links oben nach rechts unten erfolgen soll. Hinweis 2: Die Navigationsreihenfolge soll in beide Navigationsrichtungen (vorwärts und rückwärts) übereinstimmen. Hinweis 3: Ggf. muss die visuelle Reihenfolge angepasst werden, um dies Anforderung zu erfüllen. | Soll | DIN EN ISO 9241-171: 9.3.18 |
| 69 | Web: Anzahl der Navigationsschritte | Inhaltsbereiche, die auf mehreren Seiten vorkommen, müssen übersprungen werden können (siehe Praxistipp Effiziente Tastaturnavigation). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.1 |
| 70 | Kontextänderung | Bei der Tastaturnavigation darf kein Fokusverlust erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1 |
| 71 | Kontextänderung | Bei der Wertänderung von Formularelementen darf kein unerwarteter Fokusverlust erfolgen (siehe Kontextänderung). | Muss | EN 301 549: 9.3.2.2, 11.3.2.2 |
| 72 | Kontextänderung | Bei der Bedienung mit der Tastatur muss der Fokus korrekt gesetzt werden, wenn eine erwartete Kontextänderung erfolgt, die bedient werden muss. Alternativ muss die Kontextänderung nach der aktuellen Fokusposition den Tastaturfokus erhalten (siehe Kontextänderung). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3 |
| 73 | Web: Konsistenz | Navigationselemente müssen innerhalb der Anwendung auf jeder Seite in der gleichen relativen Reihenfolge dargestellt werden und den Tastaturfokus erhalten (siehe Konsistenz). | Muss | EN 301 549: 9.3.2.3 |
| 74 | Desktop: Konsistenz | Navigationselemente sollen innerhalb der Anwendung auf jeder Maske in der gleichen relativen Reihenfolge dargestellt werden und den Tastaturfokus erhalten (siehe Konsistenz). | Soll | WCAG 2.1: 3.2.3 (AA) |
Die korrekte Navigationsreihenfolge sollte über die Reihenfolge der Elemente im Quellcode gesteuert werden. Das Attribut tabindex sollte nicht verwendet werden.
Das Attribut autofocus sollte nur mit Bedacht verwendet werden, weil dadurch ggf. für sehbeeinträchtigte und blinde Menschen die Inhalte vor dem automatisch fokussierten Element schwer wahrnehmbar sind. Es gibt jedoch Anwendungsfälle, bei denen autofocus sinnvoll eingesetzt werden kann, z. B. auf einer Login-Seite, um das erste Eingabefeld zu fokussieren.
Weitere Informationen: 6.6.3 The tabindex attribute - HTML Standard (whatwg.org), 6.6.7 The autofocus attribute - HTML Standard (whatwg.org)
Die korrekte Navigationsreihenfolge sollte über die Reihenfolge der Elemente im Quellcode gesteuert werden. Das Attribut tabindex=0 muss für Bedienelemente verwendet werden, die andernfalls nicht den Tastaturfokus erhalten würden.
Elemente, die per JavaScript fokussierbar sein sollen, sich jedoch nicht automatisch im TAB-Kreislauf befinden, werden mit tabindex=-1 ausgezeichnet. Dies gilt z. B. für Schalter in Werkzeugleisten, Einträge in Auswahllisten oder Radiobuttons innerhalb einer Radiobuttongruppe. In diesen Fällen wird lediglich jeweils ein Schalter, ein Listeneintrag bzw. ein Radiobutton mit tabindex=0 ausgezeichnet und alle anderen mit tabindex=-1.
Weitere Informationen: Developing a Keyboard Interface | APG | WAI | W3C
Enthält das aktuelle Fenster der Anwendung viele fokussierbare Elemente, können Nutzende, die auf Tastaturbenutzung angewiesen sind, nicht effizient durch das Fenster navigieren, da sie mit der TAB-Taste diese Elemente durchlaufen müssen. Um eine effiziente Navigation mit der Tastatur zu ermöglichen, wird empfohlen, eine oder mehrere der folgenden Methoden zu implementieren und in der Hilfe zu dokumentieren:
Bereichsnavigation (z. B. mit F6),
Sprunglinks am Anfang des Fensters bzw. vor Bereichen mit vielen Navigationsschritten,
Tastaturkürzel für häufig benötigte Funktionen bzw. Bedienelemente,
Bereiche mit vielen Navigationsschritten ein- und ausblendbar gestalten (z. B. Menü mit Untermenü, Registerkarten, Akkordeon),
Auslagern von Inhalten mit vielen Navigationsschritten auf sekundäre Masken (z. B. in Dialogfenster, die separat aufgerufen werden können),
Verwenden von gruppierenden Elementen, innerhalb derer mit den Pfeiltasten anstelle der TAB-Taste navigiert wird (z. B. Werkzeugleiste, Menü),
bei Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen: Modus bei dem nur Bedienelemente den Fokus erhalten.
Synonyme: Aktualisierungen, change of context
Siehe auch: Animationen, Zeitbegrenzungen, Navigationsreihenfolge, Modaler Dialog
Kontextänderungen sind:
Wechsel zu einem anderen Programm,
Änderung des Viewports (z. B. Wechsel zu einem anderen Anwendungsfenster),
Änderungen des Tastaturfokus,
Änderung des Inhalts, der die Bedeutung der Seite ändert.
Bei Bedienung erwartete und erforderliche Kontextänderungen sind z. B.:
Aktivierung eines Links: Öffnen einer neuen Maske,
Aktivierung eines Hilfe-Links: Öffnen der Hilfe, ggf. in einer anderen Anwendung (z. B. im Browser oder PDF-Reader),
Aktivierung eines seiteninternen Links: Scrollen zur verlinkten Position und Änderung des Tastaturfokus,
Aktivierung eines Absenden-Schalters: Öffnen einer neuen Maske,
Aktivierung eines Löschen-Schalters: Entfernen des zu löschenden Elements, ggf. Änderung des Tastaturfokus (weil der Löschen-Schalter deaktiviert oder entfernt wurde),
Aktivierung des Logout-Schalters: Logout aus der Anwendung,
Aktivierung eines Menü-Schalters: Öffnen des Menüs und Fokussierung des ersten Menüeintrags,
Aktivierung eines Schalters zum Öffnen eines modalen Dialogs: Öffnen des Dialogs und Fokussierung des ersten Elements im Dialog,
Scrollen der Seite: Änderung des sichtbaren Bereichs,
Navigation mit der Tastatur (z. B. mit der Tabulatortaste): Änderung des Tastaturfokus, ggf. Änderung des sichtbaren Bereichs (sofern sich das fokussierte Element nicht im sichtbaren Bereich befindet),
Navigation durch eine Radiobuttongruppe, bei der sich hinter jedem Radiobutton zugehörige Formularfelder befinden, die nur in Abhängigkeit vom Radiobutton sinnvoll bedient werden können: Die Formularelemente beim ausgewählten Radiobutton werden aktiviert, die jeweils anderen Formularelemente werden deaktiviert.
Navigation durch eine Gruppe von Karteireitern: Die zugehörige Registerkarte wird eingeblendet (alternativ erst nach Aktivierung des Karteireiters).
Beispiele für unerwartete Kontextänderungen, die vermieden oder angekündigt werden müssen:
Aktivierung einer Checkbox innerhalb eines Formulars: Einblenden von weiteren Formularfeldern, die sich visuell und in der Navigationsreihenfolge vor der Checkbox befinden,
Texteingabe in ein Eingabefeld: Löschen von bereits getätigten Eingaben in anderen Feldern, weil sich die Eingaben in diesem Feld und den anderen Feldern gegenseitig ausschließen,
Texteingabe in ein Eingabefeld: Nach Erreichen der maximalen Zeichenzahl wird der Fokus ins folgende Eingabefeld gesetzt,
Beispiele für unerwartete Kontextänderung, die vermieden oder angekündigt werden sollen:
Aktivierung eines Links: Öffnen einer neuen Maske in einer anderen Anwendung,
Aktivierung eines Karteireiters: Die eingeblendete Registerkarte oder ein Element in dieser erhält den Fokus.
Beispiele für unerwartete Kontextänderungen, die vermieden werden müssen:
Navigation durch eine Radiobuttongruppe: Öffnen einer neuen Maske,
Navigation durch eine Tabelle: Öffnen eines modalen Dialogs,
Vollständig ausgefülltes Formular: Absenden des Formulars,
Fokussieren eines Absenden-Schalters: Absenden des Formulars,
Fokussieren des Löschen-Schalters: Entfernen des zu löschenden Elements.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 75 | Tastaturbedienung, Zeigeinstrumentbedienung | Bei Fokussierung eines Elements darf keine Kontextänderung erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1 |
| 76 | Tastaturbedienung, Zeigeinstrumentbedienung | Bei der Wertänderung eines Formularelements darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen. Hinweis 1: Unerwartete Kontextänderungen sind Kontextänderungen, die nicht dem Standardverhalten des Elements entsprechen und nicht vorab angekündigt wurden. Hinweis 2: Sofern unerwartete Kontextänderungen die Tastaturbedienung verhindern (z. B. durch einen Fokusverlust bei Bedienung), dann sind diese nicht zulässig, selbst wenn sie vorab angekündigt werden. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.2, 11.3.2.2 |
| 77 | Tastaturbedienung, Zeigeinstrumentbedienung | Kontextänderungen sollen nur erfolgen, wenn die Benutzenden diese initiiert haben. Alternativ sollen die Benutzenden Kontextänderungen deaktivieren können. | Soll | WCAG 2.1: 3.2.5 (AAA) |
| 78 | Aktualisierungen | Automatische Kontextänderungen, die nicht erst nach 20 Stunden erfolgen, müssen abschaltbar oder anpassbar sein (siehe Zeitbegrenzungen und Animationen). | Muss | EN 301 549: 9.2.2.1, 11.2.2.1, 9.2.2.2, 11.2.2.2 |
| 79 | Aktualisierungen | Automatische Kontextänderungen sollen vermieden werden oder deaktiviert werden können. Hinweis: Ausgenommen sind Notfall-Meldungen. | Soll | WCAG 2.1: 2.2.3 (AAA), 2.2.4 (AAA) |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 80 | Aktualisierung | Statusmeldungen müssen so ausgezeichnet werden, dass sie von Assistenztechnologie ausgegeben werden, ohne dass sie den Fokus erhalten. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.3, 11.4.1.3.1 |
Synonyme: Timeout, Time limit
Siehe auch: Animationen, Kontextänderungen, Authentifizierung, Karussell
Zeitbegrenzungen sind zeitliche Vorgaben, um Inhalte wahrzunehmen, Elemente zu bedienen oder Aufgaben abzuschließen. Zeitbegrenzungen können z. B. auftreten, wenn
nach einer bestimmten Zeit der Inaktivität ein automatisches Logout erfolgt,
ein für die Authentifizierung notwendiger PIN nur eine bestimmte Zeit gültig ist,
Meldungen nach einer bestimmten Zeit ausgeblendet werden,
Inhalte automatisch aktualisiert werden (z. B. in einem Karussell),
Laufschrift angezeigt wird.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 81 | Tastaturbedienung | Die Tastaturbedienung muss ohne zeitliche Vorgaben möglich sein. Hinweis: Nicht zulässig ist z. B., dass
| Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1.1 |
| 82 | Anpassbarkeit | Zeitbegrenzungen müssen
Hinweis: Davon ausgenommen sind Zeitbegrenzungen,
| Muss | EN 301 549: 9.2.2.1, 11.2.2.1 |
| 83 | Vermeiden | Zeitbegrenzungen sollen vermieden werden. Hinweis: Davon ausgenommen sind z. B. Echtzeitereignisse und Videos. | Soll | WCAG 2.1: 2.2.3 (AAA) |
| 84 | Informieren | Die Benutzenden sollen vorab auf Zeitbegrenzungen, die zum Datenverlust führen können, hingewiesen werden. Hinweis: Davon ausgenommen sind Zeitbegrenzungen, die länger als 20 Stunden dauern. | Soll | WCAG 2.1: 2.2.6 (AAA) |
Siehe auch: Status bzgl. der Bedienbarkeit, Fokusindikator
Viele Bedienelemente können einen Status besitzen, z. B.
markiert oder nicht markiert,
gewählt oder nicht gewählt,
geöffnet oder geschlossen,
gedrückt oder nicht gedrückt,
korrekt oder fehlerhaft (siehe auch Fehlervermeidung und -korrektur),
fokussiert oder nicht fokussiert (siehe auch Fokusindikator),
bedienbar oder deaktiviert (siehe auch Status bzgl. der Bedienbarkeit).
Hinweis: Welcher Status bei welchem Bedienelement möglich ist, gibt die verwendete Programmiersprache vor.
Hinweis: Konkrete Empfehlungen zu spezifischen Statusänderungen bei einzelnen Elementen werden beim jeweiligen Element beschrieben.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 85 | Kontrast | Wird der Statusunterschied visuell ausschließlich per Farbe vermittelt, muss das Kontrastverhältnis zwischen diesen Farben jeweils mindestens 3:1 betragen. Hinweis 1: Der Statusunterschied kann alternativ z. B. wie folgt vermittelt werden:
Hinweis 2: Werden unterschiedliche Rahmen oder Icons zur Vermittlung des Statusunterschieds verwendet, so müssen diese zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1, 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 86 | Kontrast | Unabhängig vom Status muss ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 für Text und 3:1 für grafische Inhalte eingehalten werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3, 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 87 | Tastaturbedienung | Statusänderungen, die mit einem Zeigeinstrument vorgenommen werden können, müssen auch mit der Tastatur vorgenommen werden können (siehe Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 88 | Status | Der Status des Bedienelements muss an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.13 |
| 89 | Statusänderung | Die Statusänderung muss über die Accessibility API möglich sein. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.14, 11.5.2.16 |
| 90 | Aktualisierung | Aktualisierungen hinsichtlich des Status müssen an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 91 | Kontrastanpassung | Damit der Status der Elemente auch bei der Kontrastanpassung sichtbar ist, soll der Status nicht ausschließlich farblich übermittelt werden. | Soll | EN 301 549: 11.7 |
Synonyme: deaktiviert, inaktiv, nur lesend, nur Anzeige, Anzeigemodus, schreibgeschützt, disabled, read-only, display-only
Siehe auch: Elementstatus
Bedienelemente können bedienbar (Standard) oder deaktiviert sein. Formularfelder können darüber hinaus schreibgeschützt sein oder sich im Anzeigemodus befinden.
Hinweis: Welcher Status bei welchem Bedienelement möglich ist, gibt die verwendete Programmiersprache vor.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 92 | Kontrast | Wird der Statusunterschied visuell ausschließlich per Farbe vermittelt, muss zwischen den verschiedenen Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 eingehalten werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1 |
| 93 | Kontrast | Unabhängig vom Status muss ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 für Text und 3:1 für grafische Inhalte eingehalten werden. Hinweis: Keine Kontrastanforderungen gelten für deaktivierte Elemente, sofern diese keine Informationen vermitteln. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3, 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 94 | Tastaturbedienung | In Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen, müssen alle bedienbaren und schreibgeschützten Elemente sowie Elemente im Anzeigemodus den Tastaturfokus erhalten. Deaktivierte Elemente müssen den Fokus erhalten, sofern sie eine Information vermitteln. Hinweis: Wenn die Anwendung viele deaktivierte Elemente oder Elemente im Anzeigemodus enthält, soll es einen Bedienmodus geben, bei dem nur bedienbare Elemente den Fokus erhalten, um unnötige Navigationsschritte für sehende Tastaturnutzende zu vermeiden. | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 95 | Status | Der Status des Bedienelements muss an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 96 | Aktualisierung | Aktualisierungen hinsichtlich des Status müssen an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 97 | Kontrastanpassung | Damit der Status der Elemente auch bei der Kontrastanpassung sichtbar ist, sollen deaktivierte Elemente als disabled ausgezeichnet werden. Schreibgeschützte Elemente sollen sich nicht nur farblich von bedienbaren Elementen unterscheiden, damit ihr Status bei der Kontrastanpassung zu erkennen ist. Elemente im Anzeigemodus sollen als Text ausgezeichnet werden. | Soll | EN 301 549: 11.7 |
Synonyme: Erwartungskonformität, consistency
Konsistente Gestaltung und Bedienung hilft den Benutzenden, die Anwendung zu verstehen und effizient zu bedienen. Konsistenz soll angestrebt werden:
innerhalb der Anwendung und
mit anderen Anwendungen.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 98 | Web: Konsistente Darstellung | Bedienelemente und Inhalte mit der gleichen Funktion müssen innerhalb der Anwendung konsistent beschriftet und gestaltet werden. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.4 |
| 99 | Web: Konsistente Darstellung | Navigationselemente müssen innerhalb der Anwendung auf jeder Seite in der gleichen relativen Reihenfolge dargestellt werden und den Tastaturfokus erhalten. Hinweis 1: Gleiche relative Reihenfolge bedeutet, dass z. B. die Elemente A und B immer in der Reihenfolge „A B“ und nicht als „B A“ auf den Seiten vorkommen, wobei jedoch je nach Seite sich weitere Elemente zwischen A und B befinden dürfen (z. B. „A X B“ und „A Y B“). Hinweis 2: Dies gilt nicht, wenn die Reihenfolge der Navigationselemente durch die Benutzenden geändert wurde. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.3 |
| 100 | Desktop: Konsistente Darstellung | Bedienelemente und Inhalte mit der gleichen Funktion sollen innerhalb der Anwendung konsistent beschriftet und gestaltet werden. | Soll | WCAG 2.1: 3.2.4 (AA) |
| 101 | Desktop: Konsistente Darstellung | Navigationselemente sollen innerhalb der Anwendung auf jeder Maske in der gleichen relativen Reihenfolge dargestellt werden und den Tastaturfokus erhalten. | Soll | WCAG 2.1: 3.2.3 (AA) |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 102 | Name | Die visuelle Beschriftung muss mit dem Accessible Name übereinstimmen oder in diesem enthalten sein. | Muss | EN 301 549: 9.2.5.3, 11.2.5.3.1 |
| 103 | Web: Name | Bedienelemente mit der gleichen Funktion müssen innerhalb der Anwendung über den Accessible Name konsistent beschriftet werden. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.4 |
| 104 | Desktop: Name | Bedienelemente mit der gleichen Funktion sollen innerhalb der Anwendung über den Accessible Name konsistent beschriftet werden. | Soll | WCAG 2.1: 3.2.4 (AA) |
Synonyme für Tastaturkürzel: Tastenkombination, Tastaturkombination, Tastaturbefehl, Tastaturäquivalente, Tastensequenz, Accesskey, Hotkey, Shortcut
Synonyme für Schnelltasten: Merkhilfe, Beschleunigungstaste, Abkürztasten, Mnemonic, Menu accelerator
Tastaturkürzel sind Tasten oder Tastenkombinationen, mit denen aus der Anwendung heraus effizient Funktionen aufgerufen oder Elemente fokussiert werden können. Die Tastaturkürzel können unabhängig von der aktuellen Fokusposition aufgerufen werden. Tastaturkürzel bestehen häufig aus einer Kombination eines druckbaren Zeichens (Buchstabe, Zahl, Sonderzeichen) mit einer oder mehrerer Modifikationstaste(n) (z. B. STRG oder ALT). Tastaturkürzel müssen eindeutig sein.
Schnelltasten sind Tasten, die nur innerhalb eines Elements zur effizienten Navigation genutzt werden können. Sie kommen meist in Menüs zum Einsatz. Als Schnelltaste wird in der Regel der erste Buchstabe des entsprechenden Elements (z. B. Menüeintrages) verwendet. Schnelltasten müssen nicht eindeutig sein: Besitzen z. B. innerhalb eines Menüs verschiedene Einträge die gleiche Schnelltaste, so können die Einträge durch Drücken der Taste nacheinander fokussiert werden. Schnelltasten werden ohne Modifikationstasten verwendet.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 105 | Dokumentation | Tastaturkürzel, die notwendig sind, um eine Tastaturfalle zu verlassen, müssen in der Anwendung so dokumentiert werden, dass sie vor oder beim Erreichen der Tastaturfalle wahrnehmbar sind. | Muss | EN 301 549: 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 106 | Dokumentation | Tastaturkürzel, die notwendig sind, um die Anwendung zu bedienen, müssen in der Hilfe dokumentiert werden. | Muss | EN 301 549: 12.1.1 |
| 107 | Dokumentation | Alle Tastaturkürzel und Schnelltasten sollen in der Anwendung dokumentiert werden. | Soll | WCAG 2.1: 3.3.5 (AAA) |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 108 | Tastaturkürzel | Wenn druckbare Zeichen als Tastaturkürzel ohne Modifikationstaste verwendet werden, muss es möglich sein,
| Muss | EN 301 549: 9.2.1.4, 11.2.1.4.1 |
| 109 | Tastaturkürzel | Tastaturkürzel sollen nicht als einziges Mittel zur Tastaturbedienung verwendet werden, sondern eine zusätzliche Methode darstellen. Hinweis: d. h. alle Bedienelemente sollen mit TAB oder Pfeiltasten den Fokus erhalten. | Soll | DIN EN ISO 9241-171: 9.3.10 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 110 | Dokumentation | Tastaturkürzel, die notwendig sind, um eine Tastaturfalle zu verlassen, müssen in der Anwendung so an die Accessibility API übermittelt werden, dass sie vor oder beim Erreichen der Tastaturfalle wahrnehmbar sind. | Muss | EN 301 549: 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 111 | Dokumentation | Tastaturkürzel und Schnelltasten, die in der Anwendung visuell wahrnehmbar sind, müssen auch an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
Die Tastaturkürzel der Plattform (z. B. des Betriebssystems Windows) sollten in der Anwendung nicht überschrieben oder deaktiviert werden. d. h. die Tastaturkürzel der Plattform sollten auch in der jeweiligen Anwendung funktionieren (z. B. STRG+X und STRG+V zum Ausschneiden und Einfügen von Text).
Die Assistenztechnologien verwenden viele Tastaturkürzel. Diese Tastaturkürzel sollten nicht in der Anwendung genutzt werden, weil andernfalls die Assistenztechnologie oder die Anwendung nicht mit diesen Tastaturkürzeln bedient werden kann.
So verwenden die Screenreader die EINF-Taste als Modifikationstaste für viele ihrer Tastaturkürzel. Die EINF-Taste sollte somit nicht als Modifikationstaste für die Tastaturkürzel der Anwendung genutzt werden.
Weil Assistenztechnologien darüber hinaus weitere Modifikationstasten und Tastaturkürzel ohne Modifikationstasten verwenden, sollte es möglich sein, die anwendungsspezifischen Tastaturkürzel neu zu definieren oder zu deaktivieren.
Unabhängig von den verwendeten Assistenztechnologien sind Tastaturkürzel wichtig für Menschen, die auf die Tastaturbedienung angewiesen sind. Deswegen sollte die Anwendung es ermöglichen, für alle Funktionen eigene Tastaturkürzel zu definieren, selbst wenn standardmäßig für diese keine Tastaturkürzel vorgesehen sind. Sofern eine solche Möglichkeit besteht, sollte in der Hilfe darauf hingewiesen werden.
Die Tastaturkürzel sollten in der Anwendung explizit dokumentiert werden, d. h. in Textform beim jeweiligen Element (dauerhaft sichtbar oder in einem Tooltip), z. B. „Drucken (STRG+D)“.
Die Schnelltasten sollten in der Anwendung implizit dokumentiert werden, z. B. durch Unterstreichen des jeweiligen Buchstabens, z. B. „Drucken“.
Die Schnelltasten innerhalb von Auswahllisten und Ausklapplisten werden in der Regel nicht dokumentiert – dort fungiert der Anfangsbuchstabe des jeweiligen Listeneintrages als Schnelltaste.
In der Hilfe sollten die Tastaturkürzel wie folgt dokumentiert werden:
Dokumentation der jeweiligen Tastaturkürzel innerhalb der themenspezifischen Kapitel (Beschreibung einer Maske, Funktion, Elements etc.) sowie
Dokumentation aller Tastaturkürzel auf einer separaten Seite mit Hinweisen zur Tastaturbedienung.
Synonyme: Mausbedienung, Touchbedienung, Stiftbedienung, Pointing device operation, Pointer operation,
Siehe auch: Tastaturbedienung
Die Zeigeinstrumentbedienung umfasst alle Bedienmodalitäten mit einem Zeigeinstrument, z. B.
Maus,
Grafiktablett,
Touchpad,
Touchdisplay,
Trackpoint,
Trackball,
Joystick,
Stift.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 112 | Web: Konsistenz | Bedienelemente gleicher Funktionalität müssen innerhalb der Anwendung konsistent gestaltet werden. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.4 |
| 113 | Desktop: Konsistenz | Bedienelemente gleicher Funktionalität sollen innerhalb der Anwendung konsistent gestaltet werden. | Soll | WCAG 2.1: 3.2.4 (AA) |
Aus Sicht der Barrierefreiheit existiert keine zwingende Anforderung, dass eine Anwendung mit einem Zeigeinstrument bedienbar sein muss. Erforderlich ist lediglich die Bedienung mit der Tastatur. Sofern jedoch eine Anwendung mit Zeigeinstrument bedient werden kann, sind bestimmte Anforderungen einzuhalten.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 114 | Tastaturbedienung | Die gesamte Anwendung muss über die Tastatur bedient werden können. d. h. alle Funktionen, die mit einem Zeigeinstrument aufgerufen werden können, müssen auch per Tastatur bedienbar sein. Hinweis: Davon ausgenommen sind notwendig pfadgebundene Eingaben, wie z. B. eine Freihandmaske in einem Bildbearbeitungsprogramm. | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1 |
| 115 | Biometrie | Wenn bei der Bedienung biometrische Daten verlangt werden (z. B. Fingerabdruck, Gesichtserkennung), dann muss eine alternative Bedienmethode zur Verfügung gestellt werden. Hinweis: Die alternative Methode kann ebenfalls auf biometrischen Daten beruhen, sofern dafür eine andere Form biometrischer Daten verwendet wird. | Muss | EN 301 549: 5.3 |
| 116 | Komplexität | Komplexe Zeigeinstrumentbedienung muss vermieden werden, außer
Hinweise: Komplexe Zeigeinstrumentbedienung ist
| Muss | EN 301 549: 9.2.5.1, 11.2.5.1 |
| 117 | Komplexität | Ziehende Zeigeinstrumentbedienung soll vermieden werden, außer
Hinweis 1: Dies gilt z. B. für Schieberegler und Drag- und Drop-Funktionen. Hinweis 2: Eine alternative Tastaturbedienung für ziehende Zeigeinstrumentbedienung (z. B. per Tastaturkürzel) ist nicht ausreichend. Es soll eine alternative Zeigeinstrumentbedienung angeboten werden, die jedoch auch die Texteingabe beinhalten kann. | Soll | WCAG 2.2 |
| 118 | Eingeblendeter Inhalt | Wenn beim Hovern mit einem Zeigeinstrument zusätzlicher Inhalt eingeblendet wird, muss dieser Inhalt wieder ausgeblendet werden können, ohne das Zeigeinstrument wegzubewegen, außer
Hinweis 1: Davon ausgenommen sind unveränderte Inhalte, deren Einblenden standardmäßig durch die Plattform-Software erfolgt, wie z. B. Standard-Tooltips der jeweiligen Programmiersprache. Hinweis 2: Das Ausblenden des automatisch eingeblendeten Inhalts kann z. B. mit ESC oder Klick auf das auslösende Element erfolgen, sofern dabei keine weiteren Aktionen ausgelöst werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.13, 11.1.4.13 |
| 119 | Eingeblendeter Inhalt | Wenn beim Hovern mit einem Zeigeinstrument zusätzlicher Inhalt eingeblendet wird, muss dieser Inhalt so lange angezeigt werden, bis das Zeigeinstrument vom auslösenden Element bzw. dem eingeblendeten Inhalt wegbewegt wird, außer
Hinweis: Davon ausgenommen sind unveränderte Inhalte, deren Einblenden standardmäßig durch die Plattform-Software erfolgt, wie z. B. Standard-Tooltips der jeweiligen Programmiersprache. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.13, 11.1.4.13 |
| 120 | Eingeblendeter Inhalt | Wenn beim Hovern mit einem Zeigeinstrument zusätzlicher Inhalt eingeblendet wird, muss dieser Inhalt mit dem Zeigeinstrument überfahren werden können, d. h. der Inhalt darf nicht ausgeblendet werden, sobald sich das Zeigeinstrument nicht mehr über dem auslösenden Element befindet. Hinweis 1: Davon ausgenommen sind unveränderte Inhalte, deren Einblenden standardmäßig durch die Plattform-Software erfolgt, wie z. B. Standard-Tooltips der jeweiligen Programmiersprache. Hinweis 2: Um das Überfahren des eingeblendeten Inhalts zu ermöglichen, muss der Inhalt beim auslösenden Element angezeigt werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.13, 11.1.4.13 |
| 121 | Abbruch der Zeigerbedienung | Bei der Zeigeinstrumentbedienung darf die Funktion des Bedienelements nicht beim Drücken (Down-Event), sondern erst beim Loslassen (Up-Event) ausgeführt werden, außer:
| Muss | EN 301 549: 9.2.5.2, 11.2.5.2 |
| 122 | Klickbereich | Der Klickbereich des Bedienelements soll mindestens 24 x 24 px betragen. Hinweis 1: Davon ausgenommen sind:
Hinweis 2: Der Versatz der Klickbereiche ist der Abstand zwischen dem entferntesten Punkt des einen Elements zum nächstgelegenen Punkt des anderen Elements definiert. Der Versatz wird in beide Richtungen bestimmt und muss jeweils mindestens 24 px betragen. | Soll | WCAG 2.2 |
| 123 | Klickbereich | Der Klickbereich des Bedienelements soll mindestens 44 x 44 px betragen. Hinweis: Davon ausgenommen sind:
| Soll | WCAG 2.1: 2.5.5 (AAA) |
| 124 | Verschiedene Bedienmethoden | Die Benutzenden sollen jederzeit und beliebig zwischen verschiedenen Bedienmethoden (z. B. Bedienung mit der Tastatur und Bedienung mit der Maus) wechseln können. | Soll | WCAG 2.1: 2.5.6 (AAA) |
Synonyme: keyboard operation, keyboard interface
Siehe auch: Zeigeinstrumentbedienung, Fokusindikator, Navigationsreihenfolge
Alle Funktionen, die z. B. mit einem Zeigeinstrument, per Bewegungssteuerung oder per Spracheingabe aufrufbar sind, müssen auch mit der Tastatur aufrufbar sein, weil beeinträchtigte Benutzende ggf. kein Zeigeinstrument nutzen bzw. den Zeiger nicht sehen, die Bewegung nicht ausführen oder nicht sprechen können. Beeinträchtigte Benutzende können ggf. auch keine Tastatur nutzen, aber deren Assistenztechnologie simuliert die Tastatur und interagiert mit der Tastaturschnittstelle des Betriebssystems bzw. der Accessibility API.
Die Simulation eines Zeigeinstruments über die Tastatur (z. B. Tastaturmaus über den Ziffernblock) gilt in diesem Zusammenhang nicht als zulässige Bedienalternative zur Zeigeinstrumentbedienung.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 125 | Kontrast | Die Kontrastanforderungen müssen auch bei der Tastaturbedienung, z. B. bei Erhalten des Fokus, eingehalten werden (siehe Farben und Kontraste). | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3, 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 126 | Fokussichtbarkeit | Erhält ein Bedienelement den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| 127 | Fokussichtbarkeit | Der Fokusindikator muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 128 | Web: Konsistenz | Bedienelemente gleicher Funktionalität müssen innerhalb der Anwendung konsistent gestaltet werden. (siehe Konsistenz) | Muss | EN 301 549: 9.3.2.4 |
| 129 | Web: Konsistenz | Navigationselemente müssen innerhalb der Anwendung auf jeder Seite in der gleichen relativen Reihenfolge dargestellt werden und den Tastaturfokus erhalten. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.3 |
| 130 | Desktop: Konsistenz | Bedienelemente gleicher Funktionalität sollen innerhalb der Anwendung konsistent gestaltet werden. | Soll | WCAG 2.1: 3.2.4 (AA) |
| 131 | Desktop: Konsistenz | Navigationselemente, die sich auf mehreren Masken wiederholen, sollen immer in der gleichen Reihenfolge dargestellt werden und den Fokus erhalten. | Soll | WCAG 2.1: 3.2.3 (AA) |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 132 | Tastaturbedienung | Die gesamte Anwendung muss über die Tastatur bedient werden können. Davon ausgenommen sind notwendig pfadgebundene Eingaben, wie z. B. eine Unterschrift oder eine Freihandmaske in einem Bildbearbeitungsprogramm. Hinweis 1: Eine Anwendung ist über Tastatur bedienbar, wenn alle interaktiven Elemente mit der Tastatur sowohl erreicht als auch bedient werden können. Hinweis 2: Erhalten Bedienelemente nicht den Tastaturfokus, dann muss eine alternative Tastaturbedienung für die entsprechenden Funktionen angeboten werden. | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1 |
| 133 | Tastaturbedienung | Auch pfadgebundene Eingaben sollen mit der Tastatur bedienbar sein. | Soll | WCAG 2.1: 2.1.3 (AAA) |
| 134 | Konsistenz | Die Tastaturbedienung soll gemäß den bekannten Konventionen der Plattformsoftware möglich sein. Weicht die Tastaturbedienung von diesen Konventionen ab, sollen Benutzende darüber informiert werden. Hinweis: Die Tastaturbedienung für einzelne Elemente ist in diesem Dokument jeweils im Abschnitt „Tastaturbedienung“ erläutert. | Soll | ISO 9241-171: 9.3.15 |
| 135 | Zeitbegrenzungen | Die Tastaturbedienung muss ohne zeitliche Vorgaben möglich sein. Hinweis: So ist es z. B. nicht zulässig,
| Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1 |
| 136 | Tastaturfalle | Die Anwendung darf keine Tastaturfallen enthalten. Hinweis: Eine Tastaturfalle besteht darin, dass ein Element der Seite mit der Tastatur erreicht, aber nicht wieder mit der Tastatur verlassen werden kann. | Muss | EN 301 549: 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 137 | Tastaturkürzel | Tasturkürzel für druckbare Zeichen ohne Modifikationstaste dürfen nicht eingesetzt werden, außer:
Hinweis: Modifikationstasten sind z. B. die Alt- und Strg-Taste. Druckbare Zeichen sind u. a. Klein- und Großbuchstaben, Zahlen, Satzzeichen, Sonderzeichen. U. a. die folgenden Tasten können ohne Modifikationstaste verwendet werden: ESC, Entf, Funktionstasten, Tabulatortaste, Eingabetaste, Leertaste, Pfeiltasten. | Muss | EN 301 549: 9.2.1.4, 11.2.1.4 |
| 138 | Navigationsreihenfolge | Bei der Navigation mit der Tastatur muss die Navigationsreihenfolge aufgabenangemessen sein (siehe Navigationsreihenfolge). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3 |
| 139 | Navigationsreihenfolge | Bei der Navigation mit der Tastatur soll die Fokusreihenfolge der Arbeitsaufgabe angemessen sein. | Soll | EN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3 |
| 140 | Bewegungssteuerung | Kann die Anwendung per Bewegung gesteuert werden, dann muss die Bewegungssteuerung deaktiviert werden können und eine Tastaturalternative für die Bewegungssteuerung vorhanden sein. Hinweis 1: Bewegungssteuerung umfasst sowohl die Bewegung der Hardware als auch Bewegungen der Benutzenden, die z. B. per Kamera von der Software registriert werden. Hinweis 2: Ausgenommen sind notwendige Bewegungssteuerungen wie bei einem Schrittzähler oder einem GPS-Gerät. | Muss | EN 301 549: 9.2.5.4, 11.2.5.4 |
| 141 | Biometrie | Wenn bei der Bedienung biometrische Daten verlangt werden (z. B. Fingerabdruck, Gesichtserkennung), dann muss eine alternative Bedienmethode zur Verfügung gestellt werden. Hinweis: Die alternative Methode kann ebenfalls auf biometrischen Daten beruhen, sofern dafür eine andere Form biometrischer Daten verwendet wird. | Muss | EN 301 549: 5.3 |
| 142 | Kontextänderung | Bei der Navigation mit der Tastatur darf keine Kontextänderung erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1 |
| 143 | Kontextänderung | Bei der Wertänderung von Formularelementen mit der Tastatur darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.2, 11.3.2.2 |
| 144 | Eingeblendeter Inhalt | Wenn bei Erhalten des Tastaturfokus zusätzlicher Inhalt eingeblendet wird, muss dieser mit der Tastatur wieder ausgeblendet werden können, ohne den Tastaturfokus wegzubewegen, außer
Hinweis 1: Davon ausgenommen sind unveränderte Inhalte, deren Einblenden standardmäßig durch die Plattform-Software erfolgt, wie z. B. Standard-Tooltips der jeweiligen Programmiersprache. Hinweis 2: Das Ausblenden des automatisch eingeblendeten Inhalts kann z. B. mit ESC erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.13, 11.1.4.13 |
| 145 | Eingeblendeter Inhalt | Wenn bei Fokuserhalt mit der Tastatur zusätzlicher Inhalt eingeblendet wird, muss dieser so lange angezeigt werden, bis der Tastaturfokus wegbewegt wird, außer
Hinweis: Davon ausgenommen sind unveränderte Inhalte, deren Einblenden standardmäßig durch die Plattform-Software erfolgt, wie z. B. Standard-Tooltips der jeweiligen Programmiersprache. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.13, 11.1.4.13 |
| 146 | Verschiedene Bedienmethoden | Benutzende sollen jederzeit und beliebig zwischen verschiedenen Bedienmethoden (z. B. Bedienung mit der Tastatur und Bedienung mit der Maus) wechseln können. | Soll | WCAG 2.1: 2.5.6 (AAA) |
| 147 | Web: Effizienz | Inhaltsbereiche, die auf mehreren Seiten vorkommen, müssen mit der Tastatur übersprungen werden können (siehe Praxistipp Effiziente Tastaturnavigation). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.1 |
| 148 | Effizienz | Häufig benötigte Funktionen sollen effizient mit der Tastatur aufgerufen werden können. Hinweis: Um das zu erreichen, können z. B. Tastaturkürzel und Kontextmenüs implementiert werden. Die Tastaturkürzel sollen in der Anwendung und Hilfe dokumentiert werden. | Soll | DIN EN ISO 9241-171: 9.3.10 |
Hinweis: Die Bedienung einzelner Elemente wird beim jeweiligen Element beschrieben.
Hinweis: Die Tastaturbedienung muss in der Regel nicht separat implementiert werden, weil die Plattformsoftware oder das verwendete Framework diese bereits zur Verfügung stellt. Es soll jedoch darauf geachtet werden, die Tastaturkürzel nicht für eigene Funktionen zu überschreiben.
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Navigation zu einem interaktiven Element, Verlassen eines interaktiven Elements | TAB | Erforderlich |
| Umkehr der Navigationsrichtung | UMSCHALT + [Navigationstaste] z. B. UMSCHALT+TAB oder UMSCHALT+F6 | Erforderlich |
| Markieren, Auswählen | UMSCHALT + [Navigationstaste] z. B. UMSCHALT+PFEIL AB oder UMSCHALT+POS1 | Erforderlich |
| Navigation innerhalb interaktiver Elemente (z. B. einer Tabelle, Baumstruktur, Auswahlliste, Radiobuttongruppe etc.) | Pfeiltasten | Erforderlich |
| Aktivierung interaktiver Elemente |
| Erforderlich |
| Öffnen des Kontextmenüs |
| Erforderlich |
| Desktop: Systemmenü des Anwendungsfensters | ALT+LEER | Erforderlich |
| Schnellnavigation zu Beginn und Ende |
| Empfohlen |
| Schnellnavigation (Überspringen mehrerer Elemente) |
| Empfohlen |
| Desktop: Fokussieren und Verlassen des Hauptmenüs |
| Empfohlen |
| Desktop: Navigation zwischen Anwendungsbereichen |
| Empfohlen |
| Schließen von eingeblendeten Inhalten (wie Tooltips, Pop-ups, Untermenüs) | ESC | Empfohlen |
| Alles auswählen | STRG+A | Empfohlen |
| Kopieren der Auswahl in die Zwischenablage | STRG+C | Empfohlen |
| Ausschneiden der Auswahl in die Zwischenablage | STRG+X | Empfohlen |
| Einfügen der Zwischenablage | STRG+V | Empfohlen |
| Rückgängigmachen der letzten Aktion | STRG+Z | Empfohlen |
| Wiederholen der letzten Aktion bzw. Wiederherstellen des Rückgängigmachens | STRG+Y | Empfohlen |
| Löschen von Elementen | ENTF | Empfohlen |
| Desktop: Aufruf der Hilfe | F1 | Empfohlen |
| Desktop: Aufruf der kontextsensitiven Hilfe | UMSCHALT+F1 | Empfohlen |
| Desktop: Schließen der Anwendung | ALT+F4 | Empfohlen |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 149 | Desktop: Bedienung | Alle Bedienmöglichkeiten des Elements müssen an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.11 |
| 150 | Bedienung | Alle Bedienmöglichkeiten des Elements müssen mit Assistenztechnologie ausführbar sein (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.14, 11.5.2.16, 11.5.2.17 |
| 151 | Tastenkürzel, Schnelltaste | Tastaturkürzel und Schnelltasten, die in der Anwendung visuell wahrnehmbar sind, müssen auch an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 152 | Position | Das fokussierte Element, sowie der gewählte Eintrag innerhalb eines Elements müssen an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.13 |
| 153 | Desktop: Position | Die Position des Textcursors muss an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.13 |
| 154 | Desktop: Position | Die räumliche Größe und Position der Elemente müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.10 |
Die Standardelemente der Auszeichnungs- bzw. Programmiersprache oder des verwendeten Frameworks sind in der Regel vollständig tastaturbedienbar. Diese sollen somit bevorzugt verwendet werden.
Werden benutzerdefinierte Elemente verwendet, so soll bezüglich der Tastaturbedienbarkeit insbesondere auf Folgendes geachtet werden:
Erreichbarkeit mit der Tastatur (z. B. mittels tabindex),
Bedienbarkeit mit der Tastatur (Eventhandler für die Tastatur bzw. geräteunabhängige Eventhandler),
Bedienbarkeit ist erwartungskonform oder dokumentiert (erwartungskonform hinsichtlich der visuellen Darstellung und der Rolle, die an die Accessibility API übermittelt wird).
Fokushandling (z. B. kein Fokusverlust bei Bedienung; Navigationsreihenfolge),
ggf. definierte Tastaturkürzel sind konsistent mit denen der Plattformsoftware bzw. überschreiben die der Plattformsoftware nicht.
Wird ein benutzerdefiniertes Element implementiert, empfiehlt es sich häufig, ein verwandtes Standardelement zu verwenden und entsprechend anzupassen, weil dann die Grundfunktionalität des Standardelements genutzt werden kann.
Das Ziehen und Ablegen von Elementen (Drag & Drop) kann nur mit einem Zeigegerät ausgeführt werden. Es wird empfohlen, die Bedienalternative mit der Tastatur so zu gestalten, dass sie effizient und erwartungskonform genutzt werden kann. Mögliche Varianten sind u. a.
Kontextmenü (z. B. zum Verschieben von Elementen in andere Bereiche),
mehrere Schalter, gruppiert in einer Werkzeugleiste (z. B. zur Änderung der Reihenfolge von Elementen innerhalb eines Bereichs),
ein Schalter (z. B. zum Datei-Upload),
eigene Tastaturkürzel (z. B. Anpassung der Größe von Elementen),
Tastaturkürzel der Plattform (z. B. Ausschneiden und Einfügen von Elementen mit STRG+X und STRG+V),
Pfeiltastenbedienung (z. B. bei einem Schieberegler),
Start und Ende mit der EINGABE-Taste, Bewegung mit den Pfeiltasten (z. B. Zeichnen einer Freihandmaske).
Häufig ist eine Kombination der Varianten sinnvoll (z. B. Schalter und Tastaturkürzel).
Da die Bedienalternative mit der Tastatur in der Regel nicht ersichtlich ist, sollte sie in der Anwendung und Hilfe beschrieben werden.
Bedienelemente, die bei der Bedienung der Anwendung ein- und ausgeblendet werden, z. B.
weil sie sich in Tooltips befinden oder
weil sie nur angezeigt werden, wenn sich der Tastaturfokus an einer bestimmten Position befindet,
sind mit der Tastatur in der Regel nicht zu bedienen.
Es wird empfohlen, Bedienelemente dauerhaft anzuzeigen und z. B. Bedienelemente in Tooltips zu vermeiden.
Alternativ muss eine Bedienalternative mit der Tastatur implementiert und in der Hilfe und Anwendung beschrieben werden. Darüber hinaus muss die Anwendung so gestaltet werden, dass mit Assistenztechnologie wahrnehmbar ist, wann nicht dauerhaft sichtbare Elemente eingeblendet werden. So müssen z. B. blinde Nutzende mit dem Screenreader erkennen können, dass ein Tooltip Bedienelemente enthält, damit sie die dokumentierte Bedienalternative mit der Tastatur nutzen können.
Synonyme: Benutzereinstellungen, Individualisierung, individuelle Anpassung, Anpassung an Präferenzen, User preferences
Siehe auch: Farben und Kontraste, Schrift, Fokusindikator
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 155 | Nutzungspräferenzen | Die Anwendung muss die Plattformeinstellungen für Maßeinheiten, Farbe, Kontrast, Schriftart, Schriftgröße und Fokuszeiger (Maus- und Textcursor sowie Fokusindikator) einhalten, sofern sie nicht von den Benutzenden überschrieben wurden. Hinweis 1: Davon ausgenommen sind Anwendungen, die von der Plattform isoliert sind und keinen Zugriff auf die Plattformeinstellungen haben. Hinweis 2: Die Anwendung kann zusätzlich einen alternativen Modus anbieten, bei dem die Plattformeinstellungen nicht übernommen werden. Hinweis 3: Bei Web-Anwendungen ist der Browser die Plattform, deren Einstellungen zu übernehmen sind. Der Browser kann wiederum Einstellungen vom Betriebssystem übernehmen. | Muss | EN 301 549: 11.7 |
| 156 | Nutzungspräferenzen | Wenn die Benutzenden die Plattformeinstellungen für Farbe, Kontrast, Schriftart und Schriftgröße ändern, müssen alle Inhalte korrekt angezeigt werden und alle Funktionen bedient werden können. Hinweis 1: Dies bedeutet z. B., dass nach Anpassung von Schriftart oder Schriftgröße die Textinhalte vollständig und ohne Überlagerung angezeigt werden. Hinweis 2: Sofern die Benutzenden die Farben oder Kontraste angepasst haben und die gewählten Farben von der Anwendung korrekt übernommen wurden, ist die Anwendung nicht für die Einhaltung der Kontrastverhältnisse verantwortlich (siehe Praxistipp Kontrastanpassung). | Muss | EN 301 549: 11.7, 9.1.4.3, 11.1.4.3, 9.1.4.4, 11.1.4.4.1, 9.1.4.5, 11.1.4.5.1, 9.1.4.10, 11.1.4.10, 9.1.4.11, 11.1.4.11, 9.1.4.12, 11.1.4.12 |
| 157 | Nutzungspräferenzen | Für Textblöcke sollen die folgenden Einstellungen vorgenommen werden können:
| Soll | WCAG 2.1: 1.4.8 (AAA) |
Unter Windows können Benutzende die Darstellung der Farben an ihre Bedürfnisse anpassen (Einstellungen > Erleichterte Bedienung > Hoher Kontrast). Im Gegensatz zu anderen Betriebssystemen, die lediglich bestimmte Farbänderungen erlauben (wie Einfärben, Abdunkeln oder Invertieren der Farben), kann unter Windows die Vorder- und Hintergrundfarbe frei gewählt werden. Darüber hinaus können für verschiedene Elementtypen bzw. deren Status eigene Farben definiert werden.
Mit der Windows-Kontrastanpassung können die Farben für folgende Elemente und Zustände angepasst werden:
Text (SystemColorWindowTextColor)
Hintergrund (SystemColorWindowColor)
Links (SystemColorHotlightColor)
Markierter Text, gewähltes Element (SystemColorHighlightTextColor)
Hintergrund von markiertem Text oder gewählten Elementen (SystemColorHighlightColor)
Text von Bedienelementen (außer Links) (SystemColorButtonTextColor)
Hintergrund von Bedienelementen (außer Links) (SystemColorButtonFaceColor)
Deaktivierte Elemente (SystemColorGrayTextColor)
Damit die Windows-Kontrastanpassung in einer Anwendung korrekt funktioniert, muss Folgendes beachtet werden:
Die Definition von Vorder- und Hintergrundfarben muss so erfolgen, dass sie durch die Windows-Kontrastanpassung überschrieben werden kann. Davon ausgenommen sind Grafiken und Videos.
Inhalte, deren Vordergrundfarbe angepasst wird, darf keinen Hintergrund besitzen, dessen Farbe nicht angepasst wird. Dies gilt z. B. für Text, dessen Hintergrund eine Grafik ist, die nicht angepasst wird. Dies gilt nicht, wenn die Schrift eine Kontur in der Hintergrundfarbe besitzt, weil dann über die Kontur die Sichtbarkeit gewährleistet wird.
Grafiken mit transparentem Hintergrund müssen vermieden werden. Dies gilt nicht, wenn entweder die Vordergrundfarbe der Grafik angepasst werden kann (z. B. durch Verwendung von SystemColorWindowTextColor) oder die grafischen Inhalte eine Kontur besitzen.
Für die Elementtypen Text, Links und Formularelemente sowie die Zustände deaktiviert, markiert und gewählt müssen die entsprechenden Informationen an die Accessibility API bezüglich Rolle und Status übermittelt werden. Alternativ müssen die entsprechenden Farben für die Elemente und Zustände verwendet werden (z. B. SystemColorGrayTextColor für deaktivierte Elemente).
Schriftgrafiken müssen vermieden werden. Alternativ muss sich die Vorder- und Hintergrundfarbe der Schriftgrafiken gemäß den Windows-Einstellungen anpassen lassen.
Ausschließlich farbkodierte Inhalte müssen vermieden werden, unabhängig vom Kontrast zwischen den Farben.
Seitenbereiche, Tooltips, Pop-ups sowie Bedienelemente, die durch unterschiedliche Hintergrundfarben gekennzeichnet sind, sollen einen Rahmen erhalten, damit sie sich auch bei der Windows-Kontrastanpassung vom Hintergrund abheben.
Unterstützt die Anwendung nicht die Windows-Kontrastanpassung, so muss die Anwendung eine eigene Möglichkeit zur Anpassung der Farben mit analogem Funktionsumfang anbieten. Diese Option muss in der Anwendung und Hilfe beschrieben werden.
Wenn die Windows-Kontrastanpassung durch die Anwendung nur bei einer bestimmten Konfiguration unterstützt wird (z. B. Auswahl eines bestimmten Farbschemas), so muss dies in der Anwendung und Hilfe beschrieben werden.
Beispiel 1: In den zwei folgenden Abbildungen sind in zwei Zeilen je zwei Textinhalte, zwei Schalter und zwei Links dargestellt – einmal in der Standarddarstellung (linke Abbildung) und einmal bei Verwendung der Windows-Kontrastanpassung (Kontrast Nr. 1).
In der linken Abbildung sind Text, Schalter und Link in beiden Zeilen aufgrund der verwendeten Farben zu erkennen:
Text: schwarze Schrift auf weißem Hintergrund,
Schalter: schwarze Schrift auf grauem Hintergrund,
Link: blaue Schrift auf weißem Hintergrund.
In der rechten Abbildung sind Text, Schalter und Link nur in der oberen Zeile korrekt zu erkennen, weil sie programmatisch als Text, Schalter und Link ausgezeichnet wurden:
Text: gelbe Schrift auf schwarzem Hintergrund,
Schalter: weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund,
Link: blaue Schrift auf schwarzem Hintergrund.
In der rechten Abbildung sind Text, Schalter und Link in der unteren Zeile nicht voneinander zu unterscheiden, da sie alle in der Textfarbe angezeigt werden (gelbe Schrift auf schwarzem Hintergrund). Ursache für die Fehldarstellung ist, dass Schalter und Link nicht programmatisch als solche ausgezeichnet wurden.

Beispiel 2: In den zwei folgenden Abbildungen sind ein bedienbarer Schalter („Absenden“) und zwei deaktivierte Schalter („Prüfen“ und „Löschen“) dargestellt – einmal in der Standarddarstellung (linke Abbildung) und einmal bei Verwendung der Windows-Kontrastanpassung (Kontrast Nr. 1).
In der Standarddarstellung sind die beiden deaktivierten Schalter aufgrund der ausgegrauten Farben als deaktiviert zu erkennen.
Bei der Windows-Kontrastanpassung ist lediglich der „Prüfen“-Schalter korrekt als deaktiviert zu erkennen (grüne Schrift auf schwarzem Hintergrund).
Der „Löschen“-Schalter ist bei der Windows-Kontrastanpassung nicht als deaktiviert zu erkennen, sondern wird als bedienbar angezeigt (weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund). Die Ursache für die Fehldarstellung ist, dass er nicht programmatisch als deaktiviert ausgezeichnet wurde.

Beispiel 3: In den zwei folgenden Abbildungen sind vier Schalter dargestellt, die mit einem schwarzen Icon beschriftet sind – einmal in der Standarddarstellung (linke Abbildung) und einmal bei Verwendung der Windows-Kontrastanpassung (Kontrast Nr. 1).
In der Standarddarstellung sehen alle vier Schalter gleich aus (schwarzes Icon auf weißem Hintergrund).
Bei der Windows-Kontrastanpassung sehen die vier Schalter aufgrund der unterschiedlichen Technologie zur Darstellung des Icons unterschiedlich aus:
Das erste Icon wird korrekt angezeigt, weil ein Font-Icon verwendet wurde, bei dem Vorder- und Hintergrundfarbe angepasst werden (weißes Icon auf schwarzem Hintergrund). Diese Variante ist zu bevorzugen.
Das zweite Icon wird nicht angepasst (schwarzes Icon auf weißem Hintergrund), weil es sich um eine Grafik ohne transparenten Hintergrund handelt. Diese Variante ist akzeptabel.
Das dritte Icon ist nicht so gut zu erkennen, weil es sich um eine Grafik mit transparentem Hintergrund handelt (schwarzes Icon auf schwarzem Hintergrund). Das Icon ist jedoch aufgrund seiner weißen Kontur wahrnehmbar. Diese Variante ist akzeptabel.
Das vierte Icon ist nicht zu erkennen, weil es sich um eine Grafik mit transparentem Hintergrund handelt (schwarzes Icon auf schwarzem Hintergrund). Diese Variante sollte nicht verwendet werden.

Synonyme: Farbkodierung, colour, contrast
Siehe auch: Text, Schrift, Grafiken, Kontrastanpassung
Farben sind ein wichtiges visuelles Gestaltungsmittel. Sehbeeinträchtigte Menschen können jedoch Farben oder Farbunterschiede (Kontraste) möglicherweise nicht wahrnehmen.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 158 | Kontrast von Text | Alle Textinhalte müssen zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen. Hinweis 1: Bei großer Schrift (ab 24 px bzw. ab 18,7 px bei fettem Schriftschnitt) ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 ausreichend. Hinweis 2: Die Kontrastanforderungen gelten nicht für
Hinweis 3: Es wird empfohlen, für Text immer einen einfarbigen Hintergrund und keine Grafiken oder Farbverläufe zu verwerden. | Muss | EN 301 549: 11.1.4.3 |
| 159 | Kontrast von Text | Alle Textinhalte sollen zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 7:1 aufweisen. Hinweis: Bei großer Schrift (ab 24 px bzw. ab 18,7 px bei fettem Schriftschnitt) ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 ausreichend. | Soll | WCAG 2.1: 1.4.6 (AAA) |
| 160 | Kontrast von Grafiken | Alle grafischen Inhalte müssen ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Dies gilt für den Kontrast der Grafik zum Hintergrund sowie für die Kontraste innerhalb der Grafik (zwischen benachbarten Flächen), sofern diese für das Verständnis der Grafik relevant sind. Hinweis 1: Die Kontrastanforderungen gelten nicht für
Hinweis 2: Wenn innerhalb einer Grafik der Kontrast zwischen benachbarten Farben nicht ausreichend ist, kann zur visuellen Unterscheidung z. B.
sofern Kontur bzw. Schraffur ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 11.1.4.1, 11.1.4.11 |
| 161 | Kontrast von Informationen zu Status und Typ | Alle Informationen, die notwendig sind, um den Typ oder den Status eines Bedienelements zu erkennen, müssen zum Hintergrund bzw. zu benachbarten Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Hinweis 1: Dies bezieht sich z. B. auf den Rahmen von Formularfeldern, den Fokusindikator und auf ein grafisches Element zu Kennzeichnung einer gewählten Option (innerhalb einer Auswahlliste, einem Menü, einer Tabelle usw.) Hinweis 2: Die Kontrastanforderungen gelten nicht für
| Muss | EN 301 549: 11.1.4.11 |
| 162 | Kontrast | Die Kontrastverhältnisse müssen in jedem Status des Elements eingehalten werden, z. B. bei Fokuserhalt mit der Tastatur, beim Hovern mit einem Zeigeinstrument sowie bei Bedienung bzw. Aktivierung mit Tastatur oder Zeigeinstrument. Hinweis: Bei Hover oder Bedienung mit einem Zeigeinstrument können aber müssen die Elemente ihr Aussehen (z. B. Text- oder Hintergrundfarbe) nicht ändern. Lediglich bei der Tastaturnavigation ist ein gut sichtbarer Fokusindikator erforderlich. | Muss | EN 301 549: 11.1.4.3, 11.1.4.11 |
| 163 | Kantenglättung | Da die Kantenglättung die Darstellung der definierten Farben beeinflusst, soll auf ausreichende Strichstärken bzw. Kontrastverhältnisse geachtet werden (siehe Praxistipp Kantenglättung) | Soll | |
| 164 | Farbkodierung | Wenn über die Verwendung unterschiedlicher Farbe eine Information übermittelt wird, dann müssen alle Farben (jeweils untereinander) ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Hinweis: Dies gilt, wenn die Farben an sich keine Bedeutung besitzen, sondern nur der Farbunterschied. | Muss | EN 301 549: 11.1.4.1 |
| 165 | Farbkodierung | Wenn über die Verwendung einer bestimmten Farbe eine Information übermittelt wird, muss diese Information zusätzlich auf andere Weise übermittelt werden. Hinweis: Dies gilt, wenn die Farbe an sich eine Bedeutung besitzt, wie „grün“ für korrekt und „rot“ für falsch oder „schwarz“ für positive Zahl und „rot“ für negative Zahl. | Muss | EN 301 549: 11.1.4.1 |
| 166 | Farbkodierung | Farbkodierung soll vermieden werden. Hinweis: Auch bei Einhaltung eines Kontrastverhältnisses von mindestens 3:1 ist die farbkodierte Information bei Verwendung der Windows-Kontrastanpassung ggf. nicht mehr sichtbar. | Soll | EN 301 549: 11.1.3.1 |
| 167 | Nutzungspräferenzen | Für Textblöcke sollen die Vorder- und Hintergrundfarbe an die Nutzungsbedürfnisse angepasst werden können, ohne die sonstigen Farben der Anwendung anzupassen. | Soll | WCAG 2.1: 1.4.8 (AAA) |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 168 | Farbkodierung | Informationen, die über Farbe oder Farbunterschiede vermittelt werden, müssen in Textform oder programmatisch an die Accessibility API übermittelt werden. Hinweis: Farbinformationen können z. B. den Status eines Bedienelements darstellen (deaktiviert, fehlerhaft, ausgewählt, siehe Elementstatus und Status bzgl. der Bedienbarkeit) und programmatisch übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 11.1.3.1, 11.1.4.1 |
Um EN 301 549: 9.1.4.1 bzw. 11.1.4.1 zu erfüllen, muss zwischen zwei verschiedenen Formen von Farbkodierung unterschieden werden:
der Farbunterschied vermittelt eine Information,
die Farbe selbst vermittelt eine Information.
Beispiele:
Der aktive Menüpunkt besitzt eine graue Hintergrundfarbe, alle anderen Menüpunkte besitzen eine weiße Hintergrundfarbe.
Die Textfarbe ist Schwarz und die Linkfarbe Blau.
Sofern die Farben an sich keine Bedeutung besitzen, sondern nur der Unterschied zwischen den Farben, ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 zwischen den Farben ausreichend.
Allerdings ist es empfehlenswert, ein weiteres visuelles Mittel (z. B. Icon, Schriftschnitt, Größe, Lage, Form, Rahmen, Unterstreichung, Text) zu verwenden, um die per Farbunterschied vermittelte Information abzubilden, z. B.
Der aktive Menüpunkt besitzt einen fetten Schriftschnitt, alle anderen Menüpunkte einen normalen Schriftschnitt.
Der Text besitzt keine Unterstreichungen, alle Links sind unterstrichen.
Hinweis: EN 301 549: 9.1.4.1 und 11.1.4.1 formuliert Anforderungen für sehbeeinträchtigte Menschen, welche die Anwendung ohne Assistenztechnologie verwenden. Zusätzliche Anforderungen gelten gemäß EN 301 549: 9.1.3.1 und 11.1.3.1.1 für Nutzende von Assistenztechnologie hinsichtlich von Farbkodierungen, z. B.
Damit blinde Menschen die per Farbunterschied vermittelten Informationen wahrnehmen können, müssen diese Informationen programmatisch oder in Textform an die Accessibility API übermittelt werden.
Damit Nutzende der Windows-Kontrastanpassung die per Farbunterschied vermittelten Informationen wahrnehmen können, müssen diese Informationen programmatisch (siehe Praxistipp Kontrastanpassung), über ein weiteres visuelles Mittel (siehe oben) oder in Textform vermittelt werden.
Beispiele:
Fehlerhaft ausgefüllte Formularfelder besitzen einen roten Rahmen, korrekt ausgefüllte Formularfelder besitzen einen grünen Rahmen.
Für Meldungen werden unterschiedliche Hintergrundfarben verwendet: Rot für Warnmeldungen, Grün für Erfolgsmeldungen und Gelb für Hinweise.
In einer Finanzübersicht werden Verluste mit roter Textfarbe und Gewinne mit schwarzer Textfarbe dargestellt.
In diesen Fällen vermittelt die Farbe an sich eine Information und nicht nur der Unterschied zwischen den Farben. Deswegen ist hier ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 zwischen den Farben nicht ausreichend. In jedem Fall muss ein weiteres visuelles Mittel verwendet werden, um die Information zu vermitteln, z. B.
Die fehlerhaft ausgefüllten Formularfelder besitzen ein Fehler-Icon (z. B. ein Ausrufezeichen in einem roten Kreis) und die korrekt ausgefüllten Formularfelder besitzen ein Erfolgs-Icons (z. B. ein Häkchen in einem grünen Kreis). Darüber hinaus wird eine aussagekräftige Fehlermeldung in Textform angezeigt, um EN 301 549, 9.3.3.1 bzw. 11.3.3.1 zu erfüllen.
Die Meldungen besitzen jeweils eine Überschrift, die den Status vermittelt (z. B. „Warnung“, „Erfolg“ und „Hinweis“).
In der Finanzübersicht werden die Verluste mit einem Minuszeichen vor der Zahl gekennzeichnet.
Hinweis: EN 301 549: 11.1.4.1 formuliert Anforderungen für sehbeeinträchtigte Menschen, welche die Anwendung ohne Assistenztechnologie verwenden. Zusätzliche Anforderungen gelten gemäß EN 301 549: 11.1.3.1.1 für Nutzende von Assistenztechnologie hinsichtlich von Farbkodierungen (siehe oben).
Die WCAG geht bei den Kontrastanforderungen davon aus, dass die Kantenglättung deaktiviert wurde. Dies ist jedoch nicht realistisch, da die meisten Benutzenden mit aktiver Kantenglättung arbeiten. Durch die Kantenglättung können bei dünnen Strichstärken die tatsächlichen Kontraste deutlich unter den aus den Farbwerten errechneten Kontrasten liegen. Deswegen sollen entweder die Strichstärke oder die Farben so angepasst werden, dass das Kontrastverhältnis (von mindestens 4,5:1 für Text und 3:1 für grafische Inhalte) auch bei aktivierter Kantenglättung eingehalten werden kann. Da die Kantenglättung unterschiedlich konfiguriert sein kann, ist es nicht möglich, exakte Werte anzugeben. Folgende Richtwerte werden jedoch in den meisten Fällen dazu beitragen, dass die Kontrastverhältnisse eingehalten werden können:
Mindeststrichstärke von 2 px oder
doppeltes Kontrastverhältnis bei geringeren Strichstärken (z. B. mindestens 9:1 statt 4,5:1).
Dabei soll beachtet werden, dass eine Strichstärke von 2 px bei Buchstaben erst ab einer bestimmten Schriftgröße erreicht wird, bei Arial z. B. ab 25 px und bei Times New Roman ab 75 px.
Beispiel: In den folgenden beiden Abbildungen sind drei Mal jeweils der Buchstabe „x“ und ein Schrägstrich („/“) dargestellt, jeweils in der Schriftart „Times New Roman“ und mit der Schriftgröße 16px. Der Kontrast der im CSS definierten grauen bzw. schwarzen Textfarbe zum weißen Hintergrund beträgt rein rechnerisch:
Links: 4,5:1,
Mitte: 7:1,
Rechts: 21:1.
Damit werden für den gesamten Text die erforderlichen Mindestkontraste eingehalten. In der stark vergrößerten Darstellung ist jedoch zu erkennen, dass die errechneten Kontraste beim „x“ aufgrund der Kantenglättung nur teilweise beim dickeren Abstrich (diagonaler Strich von links oben nach rechts unten) und den horizontalen Serifen erreicht werden. Für den dünneren Aufstrich (diagonaler Strich von links unten nach rechts oben) liegt der Kontrast deutlich darunter, z. B. im unteren Bereich maximal bei:
Links: 2,9:1,
Mitte: 2,9:1,
Rechts: 5,2:1.
Für den Schrägstrich werden die errechneten Kontraste an keiner Stelle erreicht.
Links: maximal 2,4:1, Mittelwert ca. 2,0:1,
Mitte: maximal 2,5:1, Mittelwert ca. 2,1:1,
Rechts: maximal 3,5:1, Mittelwert ca. 2,3:1.


Synonyme: Buchstaben, Zeichen, Zahlen, font
Siehe auch: Text, Kontrast, Beschriftung, Überschrift
Schrift dient der Darstellung von Textinformationen.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 169 | Nutzungspräferenzen | Die Anwendung muss die Einstellungen hinsichtlich Schriftart, -größe und -farbe von der Plattformsoftware übernehmen bzw. einen Modus anbieten, in dem die Einstellungen übernommen werden. Hinweis 1: Werden die Einstellungen der Plattformsoftware nicht automatisch übernommen, muss der entsprechende Modus in den Hinweisen zur Barrierefreiheit erläutert werden. Hinweis 2: Die Anwendung kann zusätzlich einen Modus anbieten, bei dem die Benutzenden ihre Präferenzen für Schriftart, -größe und -farbe und ggf. weitere Schriftattribute direkt in der Anwendung auswählen können. Hinweis 3: Die Anforderungen an Kontraste gelten nur, solange die Benutzenden die Farben nicht an ihre Bedürfnisse angepasst haben. | Muss | EN 301 549: 11.7 und 12.1.1 |
| 170 | Nutzungspräferenzen | Für Textblöcke sollen die folgenden Einstellungen vorgenommen werden können:
| Soll | WCAG 2.1: 1.4.8 (AAA) |
| 171 | Kontrast | Alle Textinhalte müssen zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen. Hinweis: Bei großer Schrift (ab 24px bzw. ab 18,7px bei fettem Schriftschnitt) ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 ausreichend. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3 |
| 172 | Farbe | Wenn über die Verwendung unterschiedlicher Schriftfarben eine Information übermittelt wird, dann muss der Kontrastabstand zwischen den Farben jeweils mindestens 3:1 betragen (siehe Praxistipp Farbkodierung). Hinweis: Dies gilt, wenn die Farben an sich keine Bedeutung besitzen, sondern nur der Farbunterschied. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1 |
| 173 | Farbe | Wenn über die Verwendung einer bestimmten Schriftfarbe eine Information vermittelt wird, muss die Information zusätzlich auf andere Weise vermittelt werden (siehe Praxistipp Farbkodierung). Hinweis: Dies gilt, wenn die Farbe an sich eine Bedeutung besitzt, wie „grün“ für korrekt und „rot“ für falsch oder „schwarz“ für positive Zahl und „rot“ für negative Zahl. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1 |
| 174 | Abstand | Falls Benutzende die Abstände zwischen den Zeilen, Absätzen, Buchstaben und Wörtern anpassen können, dürfen dabei keine Inhalte und Funktionen verloren gehen. Hinweis: Dies gilt für folgende Abstände:
| Muss | EN 301 549: 9.1.4.12, 11.1.4.12 |
| 175 | Abstand | Der Zeilenabstand von Fließtext soll 1,5-mal so groß sein wie die Schriftgröße. | Soll | WCAG 2.1: 1.4.8 (AAA) |
| 176 | Abstand | Der Absatzabstand von Fließtext soll 1,5-mal so groß sein wie der Zeilenabstand, d. h. 2,25-mal so groß wie die Schriftgröße. | Soll | WCAG 2.1: 1.4.8 (AAA) |
| 177 | Verweis auf sensorische Merkmale | Informationen, die dem Verständnis oder der Bedienung der Anwendung dienen, dürfen nicht ausschließlich auf die Schriftformatierung der beschriebenen Elemente Bezug nehmen. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.3, 11.1.3.3 |
| 178 | Zeilenlänge | Eine Textzeile im Fließtext soll nicht länger als 80 Zeichen sein. | Soll | WCAG 2.1: 1.4.8 (AAA) |
| 179 | Ausrichtung | Im Fließtext soll Blocksatz vermieden werden. Hinweis: Blocksatz ist die Ausrichtung des Texts am linken und rechten Rand. | Soll | WCAG 2.1: 1.4.8 (AAA) |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 180 | Zeichensatz | Für die Codierung der Schriftzeichen muss ein Zeichensatz verwendet werden, dessen Zeichen von der Assistenztechnologie für die Sprachausgabe korrekt ausgegeben werden kann. Hinweis: Derzeit sollen nur Buchstaben verwendet werden, die in der Anwendungssprache vorkommen, weil andere Buchstaben in der Regel nicht unterstützt werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 181 | Sonderzeichen | Sonderzeichen dürfen nur verwendet werden, wenn diese von der Assistenztechnologie korrekt ausgegeben werden. Hinweis: Dies gilt z. B. für Font-Icons und Ligaturen. Alternativ müssen diese Sonderzeichen so ausgezeichnet werden, dass sie von der Assistenztechnologie ignoriert werden. Die über die Zeichen vermittelten Informationen müssen dann in Textform oder programmatisch übermittelt werden (siehe Praxistipp Sonderzeichen). | Muss | EN 301 549: 9.1.1.1, 11.1.1.1, 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 182 | Silbentrennung | Für die Silbentrennung muss ein Zeichen verwendet werden, welches von der Assistenztechnologie nicht ausgegeben wird. Alternativ muss auf die Silbentrennung verzichtet werden. Hinweis: Dies gilt nicht, wenn die Silbentrennung wahrnehmbar sein muss, z. B. in einem Wörterbuch, in dem die möglichen Silbentrennungen angegeben sind. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.2, 11.1.3.2 |
| 183 | Leerzeichen, Satzzeichen | Die Wortgrenze muss wahrnehmbar sein, z. B. durch Verwendung eines Leerzeichens, Bindestrich oder Satzzeichens. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.2, 11.1.3.2 |
| 184 | Leerzeichen | Ein Wort darf keine Leerzeichen oder Zeilenumbrüche enthalten. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.2, 11.1.3.2 |
| 185 | Formatierung | Wird Schriftformatierung zur Übermittlung von Informationen verwendet, dann muss diese Information auch in Textform oder programmatisch an die Accessibility API übermittelt werden. Hinweis: Ein wichtiger Textabsatz, der fett markiert ist, kann z. B. zusätzlich mit „Achtung: “ eingeleitet werden oder eine separate Überschrift erhalten. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 9.1.4.1, 11.1.4.1, 11.5.2.10 |
Bei der Verwendung von Sonderzeichen sind hinsichtlich der Übermittlung der Zeichen an die Accessibility API verschiedene Anwendungsfälle zu unterscheiden:
Rein dekorative Sonderzeichen sind so auszeichnen, dass sie nicht an die Accessibility API übermittelt werden. Für sie gelten die gleichen Regeln wie für Layoutgrafiken.
Beispiele:
Schalter mit der Beschriftung „Weiter »“: Die beiden Größerzeichen sind rein dekorativ. Der Schalter sollte den Accessible Name „Weiter“ besitzen.
Formularfeldbeschriftung „- - Ort - -“: Die Bindestriche sind rein dekorativ. Das Formularfeld sollte den Accessible Name „Ort“ besitzen.
Sonderzeichen, die nicht ihrer Bedeutung entsprechend verwendet werden, sind mit einem aussagekräftigen Alternativtext zu versehen. Für sie gelten die gleichen Regeln wie für Grafiken.
Beispiele:
Schalter mit der Beschriftung »: Die beiden Größerzeichen vermitteln visuell die Information „Weiter“. Der Schalter sollte den Accessible Name „Weiter“ besitzen.
Schalter mit der Beschriftung x: Das Multiplikationszeichen vermittelt visuell die Information „Schließen“. Der Schalter sollte den Accessible Name „Schließen“ besitzen (ggf. mit einem Hinweis, was geschlossen wird, z. B. „Fenster schließen“).
Hinweis: Der Stern („*“) gilt bei Verwendung als Pflichtfeldkennzeichnung nicht als zweckentfremdet.
Sonderzeichen, die entsprechend ihrer Bedeutung verwendet werden, können verwendet werden, sofern das Zeichen durch Assistenztechnologie korrekt ausgegeben wird. Andernfalls soll es mit einem aussagekräftigen Alternativtext versehen werden.
Beispiele:
Mathematische Formel „3+5 > 5-3“: Die beiden Rechenzeichen sowie das Größerzeichen werden von der Assistenztechnologie korrekt ausgegeben und können somit verwendet werden.
Text mit den Ordinalzeichen „ª“ und „º“: Die beiden Zeichen werden von der Assistenztechnologie nicht bzw. nicht korrekt ausgegeben und benötigen somit einen Alternativtext.
Das Wort „Gast“ mit einer Ligatur von s und t. Die meisten Screenreader kennen die Ligatur nicht und geben statt „Gast“ nur „Ga“ und ein Leerzeichen aus.

Die zweckbezogenen Sonderzeichen sollten sparsam verwendet werden. Es wird empfohlen, ein Zeichen zu verwenden, welches von der Assistenztechnologie knapp ausgegeben wird.
Beispiele:
Ein Zitat kann mit verschiedenen Anführungszeichen versehen werden. Das Zeichen “ wird von der Assistenztechnologie z. B. als „Typographisches Anführungszeichen oben“ oder als „Typographisches Anführungszeichen rechts“ ausgegeben. Das Zeichen " wird hingegen als „Anführungsstriche“ oder „Anführungszeichen“ ausgegeben und ist somit zu bevorzugen.
Der Satz „Das Zeichen »❖« gefällt mir besser als „➢““ (siehe folgende Abbildung) wird vom Screenreader z. B. als „Das Zeichen doppelt gewinkelte Klammer zu schwarze Raute mit weißem X doppelt gewinkelte Klammer auf gefällt mir besser als typografisches Anführungszeichen unten 3D schmaler rechtsweisender Pfeilkopf Anführungsstriche“ ausgegeben.

Damit Texte gut lesbar sind, soll eine gut lesbare Schriftart und Textformatierung gewählt werden. Dabei soll Folgendes beachtet werden:
Am besten sind Schriften aus der Familie der humanistischen Serifenlosen zu lesen.
Ligaturen sollen vermieden werden.
Die Mindestschriftgröße für Textblöcke soll 22px betragen.
Die Mindestschriftgröße für nebensächlichen Text (z. B. Fußnoten) soll 17px betragen.
Schmale und breite Schriftweiten sollen vermieden werden.
Kleine und große Zeichenabstände sollen vermieden werden.
Dünne und dicke Schriftschnitte sollen vermieden werden.
Der Zeilenabstand soll mindestens 120 % der Schriftgröße betragen.
Die Groß- und Kleinschreibung soll gemäß der Rechtschreibregeln verwendet werden. Die ausschließliche Verwendung von Groß- oder Kleinschreibung soll vermieden werden.
Die Groß- und Kleinschreibung soll gemäß der Rechtschreibregeln verwendet werden. Die ausschließliche Verwendung von Groß- oder Kleinschreibung soll vermieden werden.
Kapitälchen sollen vermieden werden.
Hervorhebungen sollen sparsam verwendet werden. Für Hervorhebungen soll ein fetter Schriftschnitt verwendet werden.
Kursive Schriftschnitte oder Unterstreichungen sollen vermieden werden. Hinweis: Links sollen unterstrichen werden.
Die Textausrichtung soll linksbündig sein. Blocksatz soll vermieden werden.
Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.leserlich.info (Externer Link).
Synonyme: Fokus, Fokusrahmen, Focus Indicator, Focus Appearance
Siehe auch: Tastaturbedienung, Textcursor
Der Fokusindikator zeigt an, welches Element derzeit den Tastaturfokus besitzt (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.37).
Der Fokusindikator wird üblicherweise durch einen Rahmen um das fokussierte Element angezeigt. Andere Fokusindikatoren wären ebenfalls zulässig, sofern sie die Anforderungen erfüllen, z. B.
Invertieren von Vorder- und Hintergrundfarbe,
Veränderte Hintergrundfarbe,
Änderung der Größe des Elements,
Einblenden eines grafischen Elements, wie z. B. eines seitlichen Balkens.
In bestimmten Fällen können mehrere Fokusindikatoren angezeigt werden:
Beispiel 1: Wenn eine Auswahlliste den Fokus erhält, kann ein Fokusindikator um die gesamte Liste angezeigt werden. Darüber hinaus muss ein Fokusindikator beim aktuellen Listeneintrag angezeigt werden.
Beispiel 2: Bei einem kombinierten Eingabefeld kann sich der Fokus sowohl im Eingabefeld als auch in der Auswahlliste befinden.
Beispiel 3: Wenn ein interaktives Element innerhalb eines Seitenbereichs den Fokus erhält, dann kann auch der Seitenbereich als fokussiert gekennzeichnet werden.
Beispiel 4: Die Titelzeilen aller Anwendungsfenster, die nicht den Fokus besitzen, werden ausgegraut dargestellt.
In einigen Fällen kann der Fokusindikator mit der Selektionsmarke (d. h. der Kennzeichnung der ausgewählten Option, siehe Elementstatus) identisch sein, wenn das fokussierte Element mit dem ausgewählten Element identisch ist:
Beispiel 1: Eine Auswahlliste ohne Mehrfachauswahl besitzt einen Fokusindikator beim fokussierten Listeneintrag. Dieser Indikator kann gleichzeitig als Selektionsmarke dienen, weil der fokussierte Listeneintrag mit dem gewählten Listeneintrag identisch ist. Wenn diese Auswahlliste nicht zusätzlich einen Fokusindikator für die gesamte Liste besitzt, ist jedoch darauf zu achten, dass die Selektionsmarke im fokussierten Status der Auswahlliste sich deutlich von der Selektionsmarke im nicht-fokussierten Status der Auswahlliste unterscheidet (z. B. Kontrastverhältnis mindestens 3:1), um erkennen zu können, ob die Auswahlliste fokussiert ist.
Beispiel 2: Eine Auswahlliste ohne Mehrfachauswahl besitzt einen Fokusindikator beim fokussierten Listeneintrag, z. B. einen Rahmen. Dieser Fokusindikator wird nicht gleichzeitig als Selektionsmarke verwendet. Als Selektionsmarke wird z. B. eine abweichende Hintergrundfarbe genutzt. Bei der Navigation durch die Listeneinträge wird sowohl der Fokusindikator als auch die Selektionsmarke verschoben. Ein zusätzlicher Fokusindikator für die gesamte Liste bzw. eine Unterscheidung der Selektionsmarke im fokussierten und nicht fokussierten Zustand ist in diesem Fall nicht notwendig, da Fokussierung und Selektion unabhängig voneinander zu erkennen sind.
Beispiel 3: Eine Mehrfach-Auswahlliste besitzt einen Fokusindikator um die gesamte Liste. Da jedoch bei der Mehrfach-Auswahlliste der fokussierte Listeneintrag nicht mit den gewählten Listeneinträgen übereinstimmt, muss Fokusindikator und Selektionsmarke bei den Listeneinträgen separat gekennzeichnet werden (z. B. wie in Beispiel 2 mit einem Rahmen und einer abweichenden Hintergrundfarbe).
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 186 | Allgemein | Bei jedem Navigationsschritt muss der Fokusindikator sichtbar sein. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| 187 | Kontrast | Der Fokusindikator muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 11.1.4.11 |
| 188 | Kontrast | Auch im fokussierten Status müssen die Elemente ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 für Text und mindestens 3:1 für grafische Inhalte aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3, 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 189 | Konsistenz | Der Fokusindikator soll dem fokussierten Element eindeutig zuordenbar sein. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| 190 | Sichtbarkeit | Das Element muss bei Erhalten des Fokus in den sichtbaren Bereich gescrollt werden, so dass sowohl das Element als auch dessen Fokusindikator sichtbar sind. Hinweis: Dies gilt z. B. auch bei der Pfeiltastennavigation durch die Listeneinträge einer Auswahlliste. | Muss | EN 301 549: 11.2.4.7 |
| 191 | Größe | Die Fläche des Fokusindikators soll mindestens so groß sein wie
| Soll | WCAG 2.2 |
Die Änderung des Fokusindikators zwischen den Elementen wird in den Abschnitten Tastaturbedienung und Navigationsreihenfolge beschrieben. Standardmäßig erfolgt die Navigation mit der TAB-Taste.
Die Änderung des Fokusindikators innerhalb eines Elements wird bei den jeweiligen Elementen beschrieben. Häufig erfolgt die Navigation innerhalb von Elementen mit den Pfeiltasten.
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokus setzen | Linksklick | Erforderlich |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 192 | Position | Das fokussierte Element muss an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.13, 11.5.2.15 |
| 193 | Desktop: Position | Größe und Position des fokussierten Elements müssen an die Accessibility API übermittelt werden. Hinweis: Dies ist wichtig, damit z. B. Bildschirmlupen das fokussierte Element im sichtbaren Bereich anzeigen und eine Fokushervorhebung anzeigen können. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13 |
| 194 | Bedienung | Der Fokus muss mit Assistenztechnologie gesetzt werden können (siehe Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.14, 11.5.2.16 |
Der Fokusindikator muss ausreichende Kontraste aufweisen und sollte gleichzeitig konsistent gestaltet werden. Bei Anwendungen mit unterschiedlichen Hintergrundfarben ist dies zu erreichen, indem ein zweifarbiger Rahmen (z. B. schwarz und weiß) verwendet wird, der vor jedem Hintergrund ausreichende Kontraste besitzt. Ein zweifarbiger Fokusindikator empfiehlt sich auch bei Bedienelementen auf Farbverläufen oder Grafiken.
Beispiel: Zwei Schalter auf einem Farbverlauf von weiß nach schwarz. Der obere Schalter ist aktuell fokussiert. Der Fokusindikator besteht aus einem schwarzen Rahmen (innen) und einen weißen Rahmen (außen) und ist somit unabhängig von der Hintergrundfarbe immer gut zu erkennen. Es handelt sich dabei um den Standard-Fokusrahmen von Google Chrome.

Synonyme: Cursor
Siehe auch: Tastaturbedienung, Fokusindikator
Der Textcursor zeigt die Position in einem Eingabefeld an (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.8). Der Textcursor wird üblicherweise durch einen senkrechten Strich an der Stelle, an der Text eingegeben, bearbeitet oder gelöscht wird, angezeigt.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 195 | Nutzungspräferenzen | Die Anwendung muss die Einstellung hinsichtlich des Textcursors von der Plattformsoftware übernehmen bzw. einen Modus anbieten, in dem diese Einstellung übernommen wird. Hinweis: Wird die Einstellung der Plattformsoftware nicht automatisch übernommen, muss der entsprechende Modus in den Hinweisen zur Barrierefreiheit erläutert werden. | Muss | EN 301 549: 11.7, 12.1.1 |
Die Änderung des Fokusindikators zwischen den Elementen wird bei den Elementen Eingabefeld und Mehrzeiliges Eingabefeld beschrieben. Standardmäßig erfolgt die Navigation innerhalb von Eingabefeldern mit den Pfeiltasten.
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokus setzen | Linksklick | Erforderlich |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 196 | Desktop: Position | Die Position des Textcursors muss an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.13 |
| 197 | Desktop: Bedienung | Der Textcursor muss mit Assistenztechnologie gesetzt werden können (siehe Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.14 |
Synonyme: Erforderliche Formularfelder, Pflichteingabe, Required
Siehe auch: Fehlermeldung, Beschriftung, Elementstatus
Eine Pflichtfeldkennzeichnung ist ein visueller Indikator für Formularfelder, die ausgefüllt werden müssen. So kann z. B. mit einem Stern (*) beim Formularfeld darauf hingewiesen werden, dass ein Feld ausgefüllt werden muss.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 198 | Darstellung | Pflichtfelder müssen visuell wahrnehmbar sein. Hinweis 1: Anstelle der Pflichtfelder können auch die optionalen Felder gekennzeichnet werden. Hinweis 2: Wenn aus dem Kontext die Pflichtfelder auch ohne Kennzeichnung erkennbar sind (z. B. auf einer Loginseite mit zwei Eingabefeldern für Username und Passwort), dann kann die Pflichtfeldkennzeichnung unterbleiben. Hinweis 3: Pflichtfelder sollen in der Anwendung konsistent gekennzeichnet sein. Hinweis 4: Bei Gruppen von Radiobuttons und Checkboxen soll die Pflichtfeldkennzeichnung bei der Beschriftung der Gruppe stehen, sofern ein beliebiges Element der Gruppe ausgewählt werden muss. | Muss | EN 301 549: 9.3.3.2, 11.3.3.2 |
| 199 | Kontrast | Eine Pflichtfeldkennzeichnung in grafischer Form muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Eine Pflichtfeldkennzeichnung in Textform muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3, 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 200 | Farbe | Pflichtfelder dürfen nicht ausschließlich über Farbe (z. B. eine abweichende Rahmenfarbe) gekennzeichnet sein. Hinweis: Farbe kann als zusätzliches Mittel der Pflichtfeldkennzeichnung verwendet werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 201 | Status | Der Status Pflichtfeld muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). Hinweis 1: Die programmatische Pflichtfeldkennzeichnung soll über ein dafür vorgesehenes Attribut der Programmiersprache oder über den textlichen Zusatz im Accessible Name des Formularfeldes (z. B. den Stern) erfolgen. Die redundante programmatische Auszeichnung der Pflichtfelder per Attribut und Zusatz im Accessible Name Beschriftung soll vermieden werden. Hinweis 2: Ist das Ausfüllen einer Formularfeldgruppe als verpflichtend gekennzeichnet, ohne dass jedes Feld der Gruppe ausgefüllt werden muss, soll die programmatische Pflichtfeldkennzeichnung nur bei der Gruppe und nicht bei jedem Feld erfolgen. In diesem Fall ist darauf zu achten, dass die Pflichtfeldkennzeichnung der Gruppe korrekt an die Accessibility API übermittelt. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 9.3.3.2, 11.3.3.2, 9.4.1.2, 11.4.1.2 |
Pflichtfelder können mit einem entsprechenden textlichen Zusatz, wie z. B. „Pflichtfeld“ oder „erforderlich“ gekennzeichnet werden. Wenn die Mehrzahl der Felder Pflichtfelder sind, können alternativ auch die Felder, die nicht ausgefüllt werden müssen, gekennzeichnet werden, z. B. mit „optional“.
Die Pflichtfelder können auch mit einem Symbol gekennzeichnet werden. Etabliert hat sich dafür der Stern („*“), bei dem zumindest bei Fachanwendungen davon ausgegangen werden kann, dass er allen Nutzenden bekannt ist. Wird ein anderes Zeichen verwendet, so sollte dessen Bedeutung am Formularbeginn erläutert werden.
JAWS: erforderlich ungültiger Eintrag | erforderlich [nach der Rolle und vor dem Wert]
NVDA: erforderlich ungültiger Eintrag | erforderlich [nach der Rolle und vor dem Wert]
Windows Sprachausgabe: erforderlich ungültig | erforderlich [nach dem Wert]
Hinweis: Ein nicht-ausgefülltes Pflichtfeld, welches mit required ausgezeichnet wurde, befindet sich aufgrund der HTML-Spezifikation im Status fehlerhaft und wird deshalb von den Screenreadern als „ungültiger Eintrag“ bzw. „ungültig“ ausgegeben. Das Problem tritt bei Verwendung von aria-required nicht auf.
Pflichtfelder können mit dem required-Attribut ausgezeichnet werden.
Formularfelder, die mit required ausgezeichnet wurden, werden automatisch durch den Browser validiert und befinden sich im fehlerhaften Zustand, wenn sie nicht ausgefüllt wurden.
Formularfelder, die mit required ausgezeichnet wurden, sind visuell nicht automatisch als Pflichtfelder erkennbar. Sie besitzen allerdings einen Tooltip (z. B. „Bitte füllen Sie dieses Feld aus“), der jedoch für Tastaturnutzende und mit dem Screenreader nicht wahrnehmbar ist, da er nur beim Mouseover eingeblendet wird.
Ein Formular mit nicht ausgefüllten Pflichtfeldern kann standardmäßig nicht abgesendet werden. Stattdessen wird der Fokus in das erste fehlerhafte Feld gesetzt und der Tooltip als Fehlermeldung eingeblendet und vom Screenreader als Warnmeldung ausgegeben (analog zu role=alert). Diese Fehlermeldungen sind aus folgenden Gründen nicht barrierefrei:
Beim Verlassen des Feldes wird die Fehlermeldung automatisch ausgeblendet und kann nicht erneut eingeblendet werden.
Bei vielen Browsern werden die Fehlermeldungen nach wenigen Sekunden automatisch ausgeblendet, selbst wenn der Fokus im Feld verbleibt (z. B. bei Chrome und Edge).
Die Fehlermeldung wird nur beim ersten fehlerhaften Feld angezeigt. Weitere nicht ausgefüllte Pflichtfelder sind nicht als fehlerhaft zu erkennen.
Deshalb sollte bei Verwendung von required Folgendes beachtet werden:
Die Pflichtfelder müssen auch visuell als solche gekennzeichnet werden.
Die visuelle Pflichtfeldkennzeichnung sollte so ausgezeichnet werden, dass sie nicht vom Screenreader ausgegeben wird, um die redundante Ausgabe zu vermeiden.
Die Anwendung sollte eigene Fehlermeldungen bei allen nicht ausgefüllten Pflichtfeldern dauerhaft anzeigen.
Hinweis: Im Praxistipp zu Radiobuttons und Checkboxen sind Besonderheiten bezüglich deren Auszeichnung als Pflichtfelder erläutert.
Weitere Informationen 4.10.5.3.4 The required attribute - HTML Standard (whatwg.org)
Pflichtfelder können mit dem Attribut aria-required=true ausgezeichnet werden.
Formularfelder, die mit aria-required=true ausgezeichnet wurden, werden nicht automatisch durch den Browser validiert und befinden sich nicht im fehlerhaften Zustand, wenn sie nicht ausgefüllt wurden. Der fehlerhafte Zustand kann mit aria-invalid=true übermittelt werden.
Formularfelder, die mit aria-required=true ausgezeichnet wurden, sind visuell nicht automatisch als Pflichtfelder erkennbar.
Weitere Informationen: aria-required property - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link)
Synonyme: Abschnittsüberschrift, Hauptüberschrift, Heading
Siehe auch: Schrift, Text, Beschriftung, Titel, Gruppe
Überschriften dienen der Gliederung von Textabschnitten. Sie beschreiben den Inhalt des jeweiligen Textabschnitts.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 202 | Kontrast | Überschriften müssen ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 bzw. 3:1 aufweisen. Hinweis: Ab einer Schriftgröße von 24 px (bzw. 18,5 px bei fettem Schriftschnitt) ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 ausreichend. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3 |
| 204 | Beschriftung | Die Überschrift muss aussagekräftig sein. Hinweis: Um das zu erreichen, soll die Überschrift den folgenden Abschnitt knapp und eindeutig beschreiben. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6 |
| 205 | Beschriftung | Für die Überschrift darf keine Schriftgrafik verwendet werden, außer deren Textinhalt ist an Nutzungsbedürfnisse anpassbar (Schriftart, Schriftgröße, Schriftfarbe, Hintergrundfarbe). | Muss | EN 301 549: 9.1.4.5, 11.1.4.5.1 |
| 206 | Gliederung | Textabschnitte sollen mit Überschriften gegliedert werden. | Soll | WCAG 2.1: 2.4.10 (AAA) |
| 207 | Hierarchie | Die Hierarchie der Überschriften muss der logischen Gliederung der Seite entsprechen. Hinweis: In der Regel sollte die Seite eine Hauptüberschrift mit der höchsten Hierarchie besitzen. Abschnittsüberschriften sollten hierarchisch korrekt gegliedert werden; dabei sollte keine Hierarchie-Ebene übersprungen werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1.1 |
| 208 | Fokussichtbarkeit | Erhält die Überschrift den Fokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 209 | Tastaturbedienung | In Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen, muss die Überschrift mit Tastatur erreicht und verlassen werden können (siehe Tabelle Tastaturbedienung). Hinweis: Wenn die Anwendung viele Überschriften enthält, die den Tastaturfokus erhalten, soll es einen Bedienmodus geben, bei dem nur interaktive Elemente den Fokus erhalten, um unnötige Navigationsschritte für sehende Tastaturnutzende zu vermeiden. | Muss | EN 301 549: 9.1.1.1, 11.1.1.1 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Überschrift fokussieren | TAB | Erforderlich |
| Überschrift verlassen | TAB | Erforderlich |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 210 | Rolle | Die Rolle „Überschrift“ und deren Hierarchie-Ebene müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 11.5.2.5 |
| 211 | Hierarchie | Die Hierarchie der Überschriften muss der logischen Gliederung der Seite entsprechen. Hinweis: Dabei sollte die maximale Zahl der Hierarchie-Ebenen beachtet werden (Desktop-Anwendungen: in der Regel 9, Web-Anwendungen: 6). | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 212 | Desktop: Position | Größe und Position der Überschrift müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13 |
JAWS: Überschrift Ebene [Zahl] [Beschriftung]
NVDA: Überschrift Ebene [Zahl] [Beschriftung]
Windows Sprachausgabe: Überschriftenebene [Zahl] [Beschriftung]
Überschriften werden mit den HTML-Elementen <h1>, <h2>, <h3>, <h4>, <h5> und <h6> ausgezeichnet. Dabei sollte Folgendes beachtet werden:
Überschriften sollten knapp, eindeutig und aussagekräftig sein, weil sie die primäre Methode zur Navigation und dem Wahrnehmen der Seitenstruktur für Screenreader-Nutzende darstellen.
Die Überschriften sollten hierarchisch korrekt verschachtelt werden, d. h. auf eine <h1> sollten <h2>-Überschriften folgen, deren Abschnitte wiederum <h3>-Überschriften enthalten können. Gemäß HTML-Spezifikation dürfen keine Überschriften-Ebenen übersprungen werden, so darf z. B. auf eine <h2> keine <h4>, <h5> oder <h6> folgen.
Die Hauptüberschrift (<h1>) sollte den Zweck der jeweiligen Seite beschreiben (und z. B. nicht lediglich den Anwendungsnamen enthalten).
Überschriften können innerhalb des <hgroup>-Elements zusammen mit Absätzen (<p>-Element) gruppiert werden, um z. B. einen Untertitel oder eine alternative Überschrift anzugeben. Mit keinem der Screenreader für Windows ist diese Gruppierung wahrnehmbar, d. h. der Inhalt des <p>-Elements wird als normaler Text ausgegeben, weil das <hgroup>-Element gemäß den „HTML Accessibility API Mappings“ keine Semantik besitzt.
Weitere Informationen: 4.3.6 The h1, h2, h3, h4, h5, and h6 elements - HTML Standard (whatwg.org) , 4.3.11 Headings and outlines - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link), Headings | Web Accessibility Initiative (WAI) | W3C
Wird die Überschrift nicht mit den HTML-Elementen umgesetzt, sollte u. a. Folgendes beachtet werden:
Die Rolle wird mit role=heading übermittelt.
Die Überschriften-Ebene wird mit aria-level übermittelt. Dabei sollten nur die Zahlen von 1 bis 6 verwendet werden.
Bei Zahlen größer als 6 gibt JAWS die Überschrift mit der Ebene 2 aus.
Bei Zahlen größer als 9 geben NVDA und Windows Sprachausgabe die Überschrift mit der Ebene 2 aus.
Die Beschriftung sollte per Textinhalt erfolgen.
Weitere Informationen: heading role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link)
Synonyme: Bezeichnung, Formularfeldbeschriftung, Label, Name, Accessible Name
Siehe auch: Schrift, Text, Grafik, Formular, Gruppe, Beschreibung, Fehlermeldung, Pflichtfeldkennzeichnung
Beschriftungen dienen der Identifikation von Bedienelementen (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.21).
Eine Beschriftung besteht aus einem kurzen, beschreibenden Text oder einer aussagekräftigen Grafik bzw. aus einer Kombination von Text und Grafik. Die Beschriftung kann sich innerhalb des Elements oder neben dem Element befinden, welches beschriftet wird.


| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 213 | Kontrast | Textbeschriftungen müssen zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen. Hinweis 1: Bei großer Schrift (ab 24 px bzw. ab 18,7 px bei fettem Schriftschnitt) ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 ausreichend. Hinweis 2: Die Kontrastanforderungen gelten auch bei Erhalten des Tasturfokus (Tastaturfokusindikator) oder beim Hovern mit einem Zeigeinstrument. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3 |
| 214 | Kontrast | Textbeschriftungen sollen zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 7:1 aufweisen. Hinweis: Bei großer Schrift (ab 24 px bzw. ab 18,7 px bei fettem Schriftschnitt) ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 ausreichend. | Soll | WCAG 2.1: 1.4.6 (AAA) |
| 215 | Kontrast | Grafische Beschriftungen müssen ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Dies gilt für den Kontrast zum Hintergrund sowie für alle inhaltstragenden Bereiche innerhalb der Grafik. Dies gilt auch, wenn das Formularfeld den Fokus besitzt sowie beim Hovern mit einem Zeigeinstrument. Hinweis: Das gilt nicht für Layoutgrafiken, d. h. wenn zusätzlich zur Grafik eine äquivalente Textbeschriftung vorhanden | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 216 | Farbkodierung | Wird über die Farbe der Beschriftung eine Information vermittelt (z. B. Formularfeld ist ein Pflichtfeld oder fehlerhaft ausgefüllt), so muss diese Information auch auf andere Weise vermittelt werden, z. B. in Textform. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1, 9.3.3.1, 11.3.3.1 |
| 217 | Vergrößerung | Die Beschriftung muss bis auf 200% skaliert werden können. Bei der Skalierung muss die Beschriftung vollständig sichtbar bleiben und darf nicht andere Seitenbereiche verdecken oder von diesen verdeckt werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.4, 11.1.4.4.1 |
| 218 | Vergrößerung | Die Beschriftung muss bei 320px Bildschirmbreite vollständig und ohne horizontales Scrollen angezeigt werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.10, 11.1.4.10 |
| 219 | Grafik | Die Beschriftung darf keine (Schriftgrafiken) enthalten, außer diese sind an die Nutzungsbedürfnisse anpassbar (Schriftart, Schriftgröße, Schriftfarbe, Hintergrundfarbe). | Muss | EN 301 549: 9.1.4.5, 11.1.4.5.1 |
| 220 | Grafik | Die Beschriftung soll keine Schriftgrafiken enthalten. | Soll | WCAG 2.1: 1.4.9 (AAA) |
| 221 | Verständlichkeit | Die Beschriftung muss aussagekräftig sein (siehe Praxistipp Sonderzeichen). Hinweis 1: Um das zu erreichen, soll die Beschriftung knapp und eindeutig sein. Hinweis 2: Zusätzlich zur knappen Beschriftung können ausführlichere Beschreibungen eingesetzt werden. Hinweis 3: Besitzt ein Element ausschließlich eine grafische Beschriftung, soll ein Tooltip mit der Textalternative implementiert werden. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.3.3.2, 11.3.3.2 |
| 222 | Verständlichkeit | Abkürzungen in Beschriftungen sollen vermieden werden. Alternativ soll ein Mechanismus verfügbar sein, um die nicht abgekürzte Form bzw. die Bedeutung der Abkürzung anzeigen zu lassen. | Soll | WCAG 2.1: 3.1.4 (AAA) |
| 223 | Verständlichkeit | Die Beschriftungen sollen in der Anwendungssprache erfolgen. | Soll | WCAG 2.1: 3.1.3 (AAA), 3.1.5 (AAA) |
| 224 | Kontext | Bei jedem Formularfeld muss eine visuelle Beschriftung vorhanden sein. Alternativ muss sich der Zweck des Formularfeldes eindeutig aus dem Kontext ergeben (z. B. unbeschriftetes Suchfeld mit Schalter „Suche“; unbeschriftete Formularfelder in einer Tabelle mit aussagekräftigen Spalten- und Zeilenüberschriften). | Muss | EN 301 549: 9.3.3.2, 11.3.3.2 |
| 225 | Position | Die Formularfeldbeschriftung soll sich außer bei Radiobuttons und Checkboxen links oder oberhalb vom Formularfeld befinden. Hinweis: Die Beschriftung kann das Formularfeld in Ausnahmefällen auch umschließen (z. B. „Erinnerung in [Eingabefeld] Tagen“). Empfohlen wird jedoch, die Beschriftung so zu formulieren, dass sie sich ausschließlich vor dem Formularfeld befinden kann. | Soll | DIN EN ISO 9241-143: 5.3.4, 5.3.8 DIN EN ISO 9241-125: 5.1.14 |
| 226 | Position | Die Formularfeldbeschriftung von Radiobuttons und Checkboxen soll sich rechts vom Formularfeld befinden. | Soll | DIN EN ISO 9241-143: 5.3.8 DIN EN ISO 9241-125: 5.1.14 |
| 227 | Web: Konsistenz | Beschriftungen müssen innerhalb der Anwendung konsistent verwendet werden. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.4 |
| 228 | Desktop: Konsistenz | Beschriftungen sollen innerhalb der Anwendung konsistent verwendet werden. | Soll | WCAG 2.1: 3.2.4 (AA) |
| 229 | Animation | Die Beschriftung darf nicht blitzen, blinken oder auf eine andere Art und Weise visuell verändert werden (siehe Animation). | Muss | EN 301 549: 9.2.3.1, 11.2.3.1, 9.2.2.2, 11.2.2.2 |
| 230 | Animation | Die Beschriftung soll dauerhaft angezeigt werden und bei Bedienung nicht animiert werden. Hinweis: So soll die Beschriftung nicht innerhalb eines Formularfeldes angezeigt werden, um bei Eingabe unsichtbar oder neben dem Feld positioniert zu werden. | Soll | WCAG 2.1: 2.3.3 (AAA) |
| 231 | Tastaturkürzel, Schnelltasten | Besitzt ein Bedienelement ein Tastaturkürzel oder eine Schnelltaste, dann soll diese visuell bei der Beschriftung sichtbar sein. Hinweis: Zur Kennzeichnung einer Schnelltaste kann der entsprechende Buchstabe unterstrichen werden. Tastaturkürzel können hinter der Beschriftung oder in einem Tooltip angezeigt werden. | Soll | DIN EN ISO 9241-171: 9.3.11 |
| 232 | Fokussichtbarkeit | Erhält die Beschriftung den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Aktivieren des Elements, wenn sich die Beschriftung im Element befindet | Linksklick auf die Beschriftung | Erforderlich |
| Aktivieren des Elements, wenn sich die Beschriftung neben dem Element befindet | Linksklick auf die Beschriftung Hinweis: Dies gilt insbesondere bei Formularfeldern mit kleinem Klickbereich, wie z. B. bei Radiobuttons und Checkboxen. | Empfohlen |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 233 | Beschriftung | Jedes Bedienelement muss einen Accessible Name besitzen, der an die Accessibility API übermittelt wird. Hinweis 1: Dies kann erreicht werden, indem das Bedienelement eine
Hinweis 2: Dies gilt auch, wenn das Element keine visuelle Beschriftung besitzt, weil sich dessen Zweck aus dem Kontext ergibt. Hinweis 3: Der Accessible Name soll sich nicht während der Bedienung ändern. Ausnahme: Wenn der Wert oder Status eines Bedienelements als Teil des Accessible Name übermittelt wird, weil Wert oder Status nicht programmatisch übermittelt werden können, dann darf sich der Accessible Name ändern. So kann ein Schalter die Beschriftung „Textfarbe Rot“ oder „Textfarbe Grün“ bzw. „Informationen einblenden“ oder „Informationen ausblenden“ besitzen (siehe Praxistipp Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.1.4.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 234 | Desktop: Beschriftung | Wenn sich die visuelle Beschriftung nicht im Bedienelement befindet, so muss die Beschriftung mit dem Bedienelement programmatisch verknüpft werden. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.8 |
| 235 | Desktop: Beschriftung | Wenn sich die visuelle Beschriftung nicht im Bedienelement befindet, so soll die Beschriftung mit dem Bedienelement programmatisch verknüpft werden. | Soll | DIN EN ISO 9241-143: 5.3.2 |
| 236 | Beschriftung | Ist der Zweck eines Formularelements nicht eindeutig aus seinem Accessible Name erkennbar, ergibt sich jedoch für sehende Benutzende aus dem visuellen Kontext, dann muss die visuelle Information
| Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 237 | Beschriftung | Wird über die visuelle Gestaltung der Beschriftung (wie Farbe, Schriftschnitt, Schriftgröße) eine Information vermittelt (z. B. Formularfeld ist ein Pflichtfeld oder fehlerhaft ausgefüllt), so muss diese Information programmatisch oder in Textform an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 9.3.3.1, 11.3.3.1 |
| 238 | Grafik | Für eine ausschließlich grafische Beschriftung muss der Accessible Name eine äquivalente Textalternative enthalten, die die Funktion beschreibt. Hinweis: Als grafische Beschriftung gelten auch Zeichen und Buchstaben mit einer grafischen Bedeutung wie „x“ (für Schließen), „?“ (für Hilfe) oder „>“ (für Weiter). | Muss | EN 301 549: 9.1.1.1, 11.1.1.1 |
| 239 | Grafik | Enthält eine visuelle Beschriftung sowohl Text als auch Grafik, wobei die Grafik keine zusätzlichen Informationen vermittelt, so muss die Grafik als Layoutgrafik ausgezeichnet werden, damit sie von Assistenztechnologie ignoriert wird. | Muss | EN 301 549: 9.1.1.1, 11.1.1.1 |
| 240 | Verständlichkeit | Der Accessible Name muss aussagekräftig sein. Hinweis 1: Um das zu erreichen, soll der Accessible Name knapp und eindeutig sein. Hinweis 2: Zusätzlich zum knappen Accessible Name können ausführlichere Accessible Descriptions eingesetzt werden. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.3.3.2, 11.3.3.2 |
| 241 | Verständlichkeit | Abkürzungen im Accessible Name sollen vermieden werden. Alternativ soll ein Mechanismus verfügbar sein, um die nicht abgekürzte Form bzw. die Bedeutung der Abkürzung von Assistenztechnologie ausgeben zu lassen. | Soll | WCAG 2.1: 3.1.4 (AAA) |
| 242 | Web: Sprachwechsel | Wenn der Accessible Name fremdsprachige Begriffe enthält, so muss der Sprachwechsel ausgezeichnet werden. Hinweis: Der Accessible Name soll nur Wörter der Anwendungssprache enthalten. Selbst wenn der Sprachwechsel ausgezeichnet wird, wird dies häufig von Assistenztechnologie bei Accessible Names von interaktiven Elementen nicht korrekt ausgegeben. | Soll | WCAG 2.1: 3.1.4 (AAA) |
| 243 | Desktop: Verständlichkeit | Der Accessible Name soll nur Wörter in der Anwendungssprache enthalten. Hinweis: In den Anwendungen, in denen die Auszeichnung des Sprachwechsels möglich ist, sollen die Sprache fremdsprachiger Accessible Names entsprechend ausgezeichnet werden. | Soll | WCAG 2.1: 3.1.2 (AA) |
| 244 | Konsistenz | Die visuelle Beschriftung muss mit dem Accessible Name übereinstimmen oder in diesem enthalten sein. Hinweis 1: Das gilt nur, wenn es sich bei der sichtbaren Beschriftung um eine textliche Beschriftung oder eine Schriftgrafik handelt. Hinweis 2: Besitzt ein Element mit einer rein grafischen Beschriftung einen Tooltip, der eine Beschriftung in Textform enthält, dann soll der Tooltip-Text mit dem Accessible Name übereinstimmen oder in diesem enthalten sein. | Muss | EN 301 549: 11.2.5.3 |
| 245 | Tastaturkürzel, Schnelltasten | Besitzt ein Bedienelement ein visuell sichtbares Tastaturkürzel oder eine Schnelltaste, dann muss diese an die Accessibility API übermittelt werden. Hinweis: Dies soll über die entsprechende Eigenschaft der API erfolgen. Sofern dies nicht möglich ist, kann das Tastaturkürzel oder die Schnelltaste als Teil des Accessible Names oder der Accessible Description übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 11.1.3.1 |
JAWS: [Beschriftung] [Rolle] [Pflichtfeldhinweis] [Validierungshinweis] [Wert] [Beschreibung] [Fehlermeldung] [Bedienhinweis des Screenreaders] [Hinweis auf Tastaturkürzel]
NVDA: [Beschriftung] [Rolle] [Pflichtfeldhinweis] [Validierungshinweis] [Beschreibung] [Hinweis auf Tastaturkürzel] [Wert]
Windows Sprachausgabe: [Beschriftung] [Rolle] [Wert] [Pflichtfeldhinweis] [Validierungshinweis] [Hinweis auf Tastaturkürzel]
Hinweise:
Die Beschriftung wird von den Screenreadern an erster Stelle, unmittelbar vor der Rolle, ausgegeben.
Vor der Beschriftung wird lediglich eine Gruppenbeschriftung ausgegeben, sofern vorhanden.
Beim Lesen mit dem virtuellen Cursor wird die Beschriftung je nach Bedienelement beim Element selbst ausgegeben oder an der Stelle, an der sie sich im Quellcode befindet. Damit auch beim Lesen mit dem virtuellen Cursor die Beschriftungen korrekt den Bedienelementen zugeordnet werden können, sollte sich die Beschriftung im Quellcode im Element (z. B. bei Links und Schaltern), direkt vor dem Element (bei Formularfeldern außer Radiobuttons und Checkboxen) oder direkt nach dem Element (bei Radiobuttons und Checkboxen) befinden.
In HTML hängt die Beschriftungsmethode vom Elementtyp ab:
Links, Schalter (die mit dem <button>-Element ausgezeichnet sind), werden über ihren Textinhalt oder den Alternativtext der Grafik beschriftet,
Schalter (die mit dem <input>-Element ausgezeichnet sind), werden über das value-Attribut beschriftet.
Formularelemente werden mit dem <label>-Element beschriftet.
Formularfeldgruppen (<fieldset>) werden mit dem <legend>-Element beschriftet.
Grafiken (<img>) werden mit dem alt-Attribut beschriftet.
Abbildungen (<figure>) werden mit dem <figcaption>-Element beschriftet.
Tabellen werden mit dem <caption>-Element beschriftet.
iFrames und Regionen (z. B. <nav> und <section>) werden mit dem title-Attribut beschriftet.
Einige Elemente dürfen nicht beschriftet werden (z. B. <div> oder <span>).
Weitere Informationen: 4.10.4 The label element - HTML Standard (whatwg.org), Providing Accessible Names and Descriptions | APG | WAI | W3C, Labeling Controls | Web Accessibility Initiative (WAI) | W3C, 4. Accessible Name and Description Computation - HTML Accessibility API Mappings 1.0 (w3.org)
In ARIA können Beschriftungen mit den Attributen aria-labelledby und aria-label übermittelt werden.
Per aria-labelledby kann auf die IDs von sichtbaren oder unsichtbaren Beschriftungen verwiesen werden.
Mit aria-label kann die Beschriftung direkt in Textform angegeben werden.
Einige Elemente, die mit ARIA-Rollen ausgezeichnet sind, können außerdem über ihren Textinhalt beschriftet werden. Dies gilt u. a. für die Rollen button, link, checkbox, radio, option und tab. In der ARIA-Spezifikation sind diese Elemente mit „Name From: content“ gekennzeichnet.
Einige Elemente, die mit ARIA-Rollen ausgezeichnet sind, müssen explizit (d. h. in der Regel mit aria-label oder aria-labelledby) beschriftet werden. Eine Beschriftung über den Textinhalt ist nicht möglich. Dies gilt u. a. für die Rollen: listbox, combobox, dialog, form, application, grid. In der ARIA-Spezifikation sind Elemente, die beschriftet werden müssen, mit „Accessible Name Required: True“ gekennzeichnet. Ob ein Element explizit beschriftet werden kann, ist in der ARIA-Spezifikation am „Name From: author“ ersichtlich.
Darüber hinaus kann eine Beschriftung mit role=caption ausgezeichnet werden und dient dann als Beschriftung von Tabellen (role=grid, role=table, role=treegrid) und Abbildungen (role=figure), sofern die Beschriftung das erste (oder bei role=figure auch letzte) Kindelement des zu beschriftenden Elements ist. Unabhängig von der Auszeichnung mit role=caption soll per aria-labelledby auf die Beschriftung verwiesen werden.
Einige ARIA-Rollen dürfen nicht beschriftet werden, z. B. generic, paragraph, presentation, code, insertion, deletion, emphasis, strong, subscript und superscript. In der ARIA-Spezifikation sind diese Elemente mit „Name From: prohibited“ gekennzeichnet. Elemente mit diesen Rollen dürfen allerdings Text enthalten.
Es ist zulässig, per aria-labelledby auf ausgeblendete Elemente, die z. B. mit display:none oder hidden ausgezeichnet wurden, zu verweisen. Die Inhalte der ausgeblendeten Elemente dienen als Beschriftung des Elements mit aria-labelledby. Es empfiehlt sich in solchen Fällen jedoch, aria-label zu verwenden.
Weitere Informationen: aria-label property - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), aria-labelledby property - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), caption role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link)
Jedes Bedienelement muss eine Beschriftung besitzen, die als Accessible Name an die Accessibility API übermittelt wird. Dies gilt auch, wenn das Element keine visuell sichtbare Beschriftung besitzt.
Die Beschriftung sollte knapp und aussagekräftig sein.
Der Accessible Name sollte keinen Sprachwechsel und keine strukturierten Inhalte enthalten, weil dies mit der Assistenztechnologie nicht wahrnehmbar ist.
Für jedes Element kann nur mit einer Methode eine Beschriftung an die Accessibility API übermittelt werden. Werden mehrere Methoden verwendet, wird lediglich die Beschriftung als Accessible Name verwendet, deren Methode die höchste Priorität besitzt. Die Priorität der Methoden ist wie folgt definiert:
aria-labelledby,
aria-label,
HTML-Beschriftungsmethoden (wie <label>, <caption>, value, alt, sofern für das Element zutreffend),
Textinhalt (sofern für das Element zulässig),
title,
placeholder (nur bei Eingabefeldern).
Elemente sollten nicht per title- oder placeholder-Attribut beschriftet werden, weil diese beiden Attribute, die eigentlich für die Übermittlung einer Beschreibung bzw. eines Eingabehinweises gedacht sind, nur als Beschriftung verwendet werden, wenn es keine richtige Beschriftung gibt. Es handelt sich dabei um einen Reparaturmechanismus, der sicherstellen soll, dass ein Element nicht ohne Beschriftung ausgegeben wird.
Wenn die Beschriftung eines Bedienelements explizit über ein Attribut erfolgt (z. B. aria-label, aria-labelledby, id, auf die per <label for> verwiesen wird), dann muss sich das Attribut an dem Element befinden, welches den Tastaturfokus erhält und die Rolle des zu beschriftenden Elements besitzt. Das Bedienelement kann nicht per Attribut beschriftet werden, wenn sich das Attribut an einem übergeordneten oder untergeordneten Element befindet.
Textinhalte, die über die CSS-Selektoren before oder after als Pseudoelemente dargestellt werden, werden bei der Ermittlung der Beschriftung berücksichtigt. Soll dies vermieden werden, sollten sie mit aria-hidden=true ausgezeichnet werden.
Wird per aria-labelledby auf ein Formularfeld verwiesen, so wird der Wert des Formularfeldes (nicht jedoch dessen Beschriftung) bei der Ermittlung der Beschriftung des Elements mit aria-labelledby berücksichtigt.
ARIA-Elemente müssen in der Regel mit einer ARIA-Methode (z. B. aria-label oder aria-labelledby) oder über ihren Textinhalt (sofern für die entsprechende Rolle zulässig) beschriftet werden. So kann z. B. eine ARIA-Checkbox nicht mit dem <label>-Element und eine ARIA-Grafik nicht mit dem alt-Attribut beschriftet werden. Eine Ausnahme stellen ARIA-Elemente dar, deren zugrundeliegenden HTML-Elemente die entsprechende HTML-Beschriftungsmethode erlauben. So kann ein kombiniertes Eingabefeld (<input role=combobox>) mit dem <label>-Element beschriftet werden, weil das HTML-Element <input> mit dem <label>-Element beschriftet werden kann.
Die sichtbare Beschriftung sollte nicht mit aria-hidden=true ausgezeichnet werden, selbst wenn ein Accessible Name vorhanden ist, damit die Sprachausgabe auch bei Mausbedienung funktioniert.
Die sichtbare Beschriftung sollte als Accessible Name verwendet werden, um eine mehrfache Ausgabe der Beschriftung mit der Sprachausgabe zu vermeiden.
Bei Formularfeldern sollte sich der Accessible Name im Quellcode unmittelbar vor dem Element befinden, außer bei Radiobuttons und Checkboxen, bei denen sich der Accessible Name im Quellcode unmittelbar dahinter befinden sollte. Das ist wichtig, damit auch beim Lesen mit dem virtuellen Cursor des Screenreaders die Beschriftung korrekt den Formularfeldern zugeordnet werden kann.
Je nach Elementtyp ist der Textinhalt von Elementen auch mit dem virtuellen Cursor des Screenreaders nicht wahrnehmbar, wenn diese explizit beschriftet sind (z. B. mit aria-label oder aria-labelledby).
Bei Bedienelementen (wie z. B. Links und Schalter) sollte der Textinhalt als Beschriftung verwendet werden. Andernfalls muss sichergestellt sein, dass alle Informationen, die im Textinhalt stehen, auch im Accessible Name vorhanden sind.
Bei gruppierenden Elementen (wie Formularfeldgruppen, Regionen, Listen oder Tabellen) ist deren Inhalt mit dem virtuellen Cursor wahrnehmbar, selbst wenn diese explizit beschriftet sind. Diese Elemente sollten somit explizit beschriftet werden, damit deren Zweck erkennbar ist.
Synonyme: Hinweis, Hilfe, Bedienhinweis, Eingabehinweis, Instruktion, Description, Accessible Description
Siehe auch: Schrift, Text, Beschriftung, Fehlermeldung, Pflichtfeldkennzeichnung, Tooltip, Hilfe und Support
Eine Beschreibung enthält zusätzliche Informationen zur Bedienung der Anwendung (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.19).
Beschreibungen können sich auf ein Bedienelement, einen Bereich, eine Maske oder die gesamte Anwendung beziehen. Eine Beschreibung besteht aus einem erläuternden Text, einer Grafik oder aus einer Kombination von Text und Grafik.
Beschreibungen können
dauerhaft sichtbar sein,
bei der Bedienung dynamisch ein- und ausgeblendet werden (z. B. beim Hovern mit einem Zeigeinstrument oder bei Fokuserhalt mit der Tastatur bzw. nach Aktivierung eines Bedienelements).
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 246 | Kontrast | Textliche Beschreibungen müssen zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen. Hinweis: Bei großer Schrift (ab 24 px bzw. ab 18,7 px bei fettem Schriftschnitt) ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 ausreichend. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3 |
| 247 | Kontrast | Textliche Beschreibungen sollen ein Kontrastverhältnis von mindestens 7:1 aufweisen. Hinweis: Bei großer Schrift (ab 24 px bzw. ab 18,7 px bei fettem Schriftschnitt) ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 ausreichend. | Soll | WCAG 2.1: 1.4.6 (AAA) |
| 248 | Kontrast | Grafische Beschreibungen müssen ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Dies gilt für den Kontrast zum Hintergrund sowie für alle inhaltstragenden Bereiche innerhalb der Grafik. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 249 | Vergrößerung | Die Beschreibung muss bis auf 200% skaliert werden können. Bei der Skalierung muss die Beschreibung vollständig sichtbar bleiben und darf nicht andere Seitenbereiche verdecken oder von diesen verdeckt werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.4, 11.1.4.4 |
| 250 | Vergrößerung | Die Beschreibung muss bei 320px Bildschirmbreite vollständig und ohne horizontales Scrollen angezeigt werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.10, 11.1.4.10 |
| 251 | Verständlichkeit | Wenn für das Verständnis der Bedienung zusätzliche Hinweise notwendig sind, dann müssen Beschreibungen mit Bedienhinweisen angezeigt werden. Hinweis: Beschreibungen sind nicht notwendig, wenn die Beschriftungen der Bedienelemente ausreichend sind. Beschreibungen können notwendig sein, wenn z. B. bei einem Eingabefeld ein bestimmtes Eingabeformat erforderlich ist. | Muss | EN 301 549: 9.3.3.2, 11.3.3.2 |
| 252 | Verständlichkeit | Die Beschreibung soll in der Anwendungssprache formuliert sein. | Soll | EN 301 549: 9.3.1.2 |
| 253 | Verweis auf sensorische Merkmale | Informationen in der Beschreibung, die sich auf Elemente der Anwendung beziehen, dürfen nicht ausschließlich auf deren sensorische Merkmale Bezug nehmen. Hinweis: So soll z. B. ein Schalter nicht über sein Aussehen oder seine Position beschrieben werden, sondern über seine Beschriftung. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.3, 11.1.3.3 |
| 254 | Position | Die Beschreibungen sollen so positioniert sein, dass sie den Elementen oder Bereichen, auf die sie sich beziehen, eindeutig zuordenbar sind. Hinweis: Beschreibungen zu einem Formularfeld können z. B. rechts oder unterhalb des Feldes angezeigt werden. | Soll | DIN EN ISO 9241-125: 5.1.1, 5.1.14 |
| 255 | Animation | Die Beschreibung darf nicht blitzen, blinken oder auf eine andere Art und Weise visuell verändert werden (siehe Animation). | Muss | EN 301 549: EN 301 549: 9.2.3.1, 11.2.3.1, 9.2.2.2, 11.2.2.2 |
| 256 | Fokussichtbarkeit | Erhält die Beschreibung den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 257 | Tastaturbedienung | In Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen, müssen die Beschreibungen den Tastaturfokus erhalten, sofern die Beschreibung nicht mit einem tastaturfokussierbaren Element verknüpft ist. Hinweis: Wenn die Anwendung viele Beschreibungen enthält, die den Tastaturfokus erhalten, soll es einen Bedienmodus geben, bei dem nur interaktive Elemente den Fokus erhalten, um unnötige Navigationsschritte für sehende Tastaturnutzende zu vermeiden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 258 | Tastaturbedienung | Sofern die Beschreibung nicht dauerhaft sichtbar ist, muss sie auch mit der Tastatur eingeblendet werden können. Hinweis: Das gilt unabhängig davon, wie die Beschreibung eingeblendet wird. Häufige Varianten sind:
| Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1 |
| 259 | Tastaturbedienung | Enthält die Beschreibung Bedienelemente, so müssen diese mit der Tastatur bedienbar sein. Hinweis: Dies gilt auch, wenn die Beschreibung in einem Tooltip angezeigt wird. | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1 |
| 260 | Tastaturbedienung | Wird eine Beschreibung in einem automatisch eingeblendeten Tooltip angezeigt, so muss Folgendes erfüllt sein:
Hinweis: Davon ausgenommen sind Tooltips, deren Einblenden standardmäßig durch die Plattform-Software erfolgt. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.13, 11.1.4.13 |
| 261 | Zeigeinstrumentbedienung | Wird eine Beschreibung in einem automatisch eingeblendeten Tooltip angezeigt, so muss Folgendes erfüllt sein:
Hinweis: Davon ausgenommen sind Tooltips, deren Einblenden standardmäßig durch die Plattform-Software erfolgt. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.13, 11.1.4.13 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 262 | Rolle | Sofern die Beschreibung den Tastaturfokus erhält, muss eine entsprechende Rolle (z. B. „Text“) an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 263 | Desktop: Beschreibung | Jede visuell vorhandene Beschreibung, die sich auf ein tastaturfokussierbares Bedienelement bezieht, muss als Accessible Description dieses Elements an die Accessibility API übermittelt werden. Hinweis: Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Beschreibung dauerhaft sichtbar ist oder lediglich beim Hovern mit einem Zeigeinstrument oder bei Erhalten des Tasturfokuseingeblendet wird. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 11.5.2.5 |
| 263 | Desktop: Beschreibung | Sofern die Beschreibung lang ist oder strukturierten Inhalt enthält, soll die Beschreibung den Tastaturfokus erhalten und deren Inhalt mit dem virtuellen Cursor gelesen werden können. | Soll | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 264 | Grafik | Enthält die Beschreibung eine inhaltstragende Grafik, so muss deren äquivalente Textalternative an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.1.1, 11.1.1.1 |
JAWS: [Beschriftung] [Rolle] [Pflichtfeldhinweis] [Validierungshinweis] [Wert] [Beschreibung] [Fehlermeldung] [Bedienhinweis des Screenreaders] [Hinweis auf Tastaturkürzel]
NVDA: [Beschriftung] [Rolle] [Pflichtfeldhinweis] [Validierungshinweis] [Beschreibung] [Hinweis auf Tastaturkürzel] [Wert]
Windows Sprachausgabe: [Beschriftung] [Rolle] [Wert] [Pflichtfeldhinweis] [Validierungshinweis] [Hinweis auf Tastaturkürzel]
Hinweise:
Die Beschreibung wird von JAWS und NVDA eher am Ende, in jedem Fall nach der Beschriftung und Rolle ausgegeben.
Die Beschreibung wird von der Windows Sprachausgabe nicht ausgegeben.
JAWS und NVDA können so konfiguriert werden, dass keine Ausgabe der Beschreibung erfolgt. Diese Funktion wird von erfahrenen Screenreadernutzenden verwendet, um die Inhalte effizienter wahrnehmen zu können. Deshalb sollten nur zusätzliche Informationen in der Beschreibung enthalten sein.
Beim Lesen mit dem virtuellen Cursor werden Beschreibungen vom Screenreader in der Regel nicht ausgegeben. Die Ausgabe der Beschreibungen erfolgt nur bei TAB-Navigation. Deshalb sollten nur zusätzliche Informationen in der Beschreibung enthalten sein und die Beschreibung nur bei Bedienelementen, die den Tastaturfokus erhalten können, verwendet werden.
In HTML können die meisten Bedienelemente nur über das title-Attribut mit einer Beschreibung versehen werden. Das title-Attribut ist jedoch aus folgenden Gründen nicht barrierefrei:
Bei Verwendung des Browserzooms wird der Tooltip, der durch das title-Attribut angezeigt wird, nicht skaliert.
Bei Tastaturnavigation wird der Tooltip (außer im Browser Edge) nicht eingeblendet und ist somit für sehende Tastaturnutzende nicht wahrnehmbar.
Die Tooltips können nicht mit der Maus überfahren werden.
Die Tooltips können in einigen Browsern (z. B. Firefox) nicht ausgeblendet werden, ohne den Fokus wegzubewegen.
Auf Mobilgeräten können die Tooltips nicht oder nur schwer angezeigt werden.
Aus diesen Gründen sollte das title-Attribut vermieden werden.
In HTML können wenige Elemente zusätzlich zum title-Attribut mit einer weiteren Methode mit einer Beschreibung versehen werden:
Schalter, die mit dem <input type=button|reset|submit>-Element ausgezeichnet sind, über das value-Attribut, sofern dieses nicht bereits für den Accessible Name verwendet wird,
Schalter, die mit dem <summary>-Element ausgezeichnet sind, über ihren Textinhalt, sofern dieser nicht bereits für den Accessible Name verwendet wird,
Tabellen über das <caption>-Element, sofern dieses nicht bereits für den Accessible Name verwendet wird.
Damit soll allerdings lediglich sichergestellt werden, dass die sichtbare Beschriftung mit der assistiven Technologie zumindest als Beschreibung wahrnehmbar ist, wenn diese nicht als Beschriftung (Accessible Name) ausgegeben wird. Da jedoch die sichtbare Beschriftung mit dem Accessible Name übereinstimmen oder zumindest in diesem enthalten sein muss (EN 301 549: 9.2.5.3), sollte keine der drei Methoden zur Auszeichnung einer Beschreibung verwendet werden.
Weitere Informationen: 3.2.6.1 The title attribute - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link), Providing Accessible Names and Descriptions | APG | WAI | W3C, 4. Accessible Name and Description Computation - HTML Accessibility API Mappings 1.0 (w3.org)
In ARIA können Beschreibungen mit den Attributen aria-describedby und aria-description übermittelt werden.
Per aria-describedby kann auf die IDs von sichtbaren oder unsichtbaren Beschreibungen verwiesen werden.
Mit aria-description kann die Beschreibung direkt in Textform angegeben werden. Das Attribut wird erst mit ARIA 1.3 definiert und wird somit von älterer Assistenztechnologie noch nicht unterstützt.
Es ist zulässig, per aria-describedby auf ausgeblendete Elemente, die z. B. mit display:none oder hidden ausgezeichnet wurden, zu verweisen. Die Inhalte der ausgeblendeten Elemente dienen als Beschreibung des Elements mit aria-describedby. Es empfiehlt sich in solchen Fällen jedoch, aria-description zu verwenden.
Mit weiteren ARIA-Attributen können Informationen an die Accessibility API übermittelt werden, die beschreibenden Charakter haben, aber keine Beschreibung (Accessible Description) darstellen:
Fehlermeldungen mit aria-errormessage,
Platzhalter mit aria-placeholder,
Informationen zu Tastaturkürzel mit aria-keyshortcuts,
Hinweis auf eine ausführliche Beschreibung mit aria-details.
Achtung: Obwohl das ARIA-Attribut aria-roledescription so bezeichnet ist, als ob mit ihm die Rolle des Elements beschrieben werden könnte, ist dies nicht der Fall. Mit aria-roledescription wird die Rolle des Elements überschrieben, weshalb das Attribut mit Vorsicht zu verwenden ist.
Weitere Informationen: aria-describedby property - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), aria-description property - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.3 (w3c.github.io) (Externer Link)
Eine Beschreibung, die programmatisch als Accessible Description übermittelt wird, kann zwar ausführlicher sein als die Beschriftung, sollte jedoch ebenfalls knapp und aussagekräftig sein. Die Beschreibung sollte nicht redundant zur Beschriftung sein.
Außerdem sollte die Accessible Description keine Sprachwechsel und keine strukturierten Inhalte enthalten, weil dies mit der Assistenztechnologie nicht wahrnehmbar ist.
Längere Beschreibungen oder Beschreibungen mit Sprachwechsel oder strukturierten Inhalten sollten so umgesetzt werden, dass sie mit dem virtuellen Cursor des Screenreaders gelesen werden können, d. h. in Textform vorhanden sein. Vom jeweiligen Bedienelement kann per aria-details verwiesen oder in einer kurzen Accessible Description auf die ausführliche Beschreibung hingewiesen werden.
Für jedes Element kann nur mit einer Methode eine Beschreibung an die Accessibility API übermittelt werden. Werden mehrere Methoden verwendet, wird lediglich die Beschreibung als Accessible Description verwendet, deren Methode die höchste Priorität besitzt. Die Priorität der Methoden ist wie folgt definiert:
aria-describedby,
aria-description,
sichtbare Beschriftung bei Schaltern und Tabellen, sofern nicht für den Accessible Name verwendet (siehe oben),
title.
Wenn die Beschreibung eines Bedienelements explizit über ein Attribut erfolgt (z. B. aria-description, aria-describedby, title), dann muss sich das Attribut an dem Element befinden, welches den Tastaturfokus erhält und die Rolle des zu beschreibenden Elements besitzt. Das Bedienelement kann nicht per Attribut beschrieben werden, wenn sich das Attribut an einem übergeordneten oder untergeordneten Element befindet.
Textinhalte, die über die CSS-Selektoren before oder after als Pseudoelemente dargestellt werden, werden bei der Ermittlung der Beschreibung berücksichtigt. Soll dies vermieden werden, sollten sie mit aria-hidden=true ausgezeichnet werden.
Wird per aria-describedby auf ein Formularfeld verwiesen, so wird der Wert des Formularfeldes (nicht jedoch dessen Beschriftung) bei der Ermittlung der Beschreibung des Elements mit aria-describedby berücksichtigt.
Die sichtbare Beschreibung sollte nicht mit aria-hidden=true ausgezeichnet werden, selbst wenn eine Accessible Description vorhanden ist, damit die Sprachausgabe auch bei Mausbedienung funktioniert.
Die sichtbare Beschriftung sollte als Accessible Description verwendet werden, um eine mehrfache Ausgabe der Beschreibung mit der Sprachausgabe zu vermeiden.
Um eine sinnvolle Lesereihenfolge mit dem virtuellen Cursor des Screenreaders zu gewährleisten, sollten sich Beschreibungen im Quellcode beim oder in dem Element befinden, welches beschrieben wird, z. B.
Eingabehinweise in einem Formular als Kindelement am Anfang des <form>-Elements,
Eingabehinweise eines Formularfelds unmittelbar vor oder nach dem Formularfeld, jedoch in jedem Fall nach der Beschriftung des Feldes.
Die Attribute title, aria-describedby und aria-description sind globale Attribute. d. h. sie können bei jedem HTML-Element bzw. bei jeder ARIA-Rolle verwendet werden. Es ist jedoch zu beachten, dass die Accessible Description von den meisten Screenreadern nicht beim Lesen mit dem virtuellen Cursor ausgegeben wird, so dass diese drei Attribute nur bei Bedienelementen, die den Tastaturfokus erhalten, verwendet werden sollten. Unproblematisch ist die Verwendung von aria-describedby bei weiteren Elementen, sofern der Beschreibungstext, auf den das Attribut verweist, auch mit dem virtuellen Cursor lesbar ist, d. h. nicht ausgeblendet wurde (z. B. mit hidden oder aria-hidden=true).
Synonyme: Fließtext
Siehe auch: Schrift, Beschriftung, Beschreibung, Fehlermeldung, Grafik
Text dient der Vermittlung von Informationen in Schriftform. Text kann u. a. Überschriften, Links, Listen und Grafiken enthalten.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 265 | Kontrast | Text muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen. Hinweis: Bei großer Schrift (ab 24 px bzw. ab 18,7 px bei fettem Schriftschnitt) ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 ausreichend. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3 |
| 266 | Kontrast | Text soll zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 7:1 aufweisen. Hinweis: Bei großer Schrift (ab 24 px bzw. ab 18,7 px bei fettem Schriftschnitt) ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 ausreichend. | Soll | WCAG 2.1: 1.4.6 (AAA) |
| 267 | Farbkodierung | Wird über Farbe im Text Information vermittelt, so muss diese Information auch auf andere Weise vermittelt werden, z. B. in Textform. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1 |
| 268 | Vergrößerung | Der Text muss bis auf 200% skaliert werden können. Bei der Skalierung muss der Text vollständig sichtbar bleiben und darf nicht andere Seitenbereiche verdecken oder von diesen verdeckt werden. Hinweis 1: Es ist zulässig, dass Textbereiche nach der Skalierung vertikal gescrollt werden müssen, damit sie vollständig angezeigt werden. Hinweis 2: Die Anwendung kann eine eigene Zoomfunktion anbieten. Alternativ können die Einstellungen der Plattformsoftware übernommen werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.4, 11.1.4.4 |
| 269 | Vergrößerung | Der Text muss bei 320px Bildschirmbreite vollständig und ohne horizontales Scrollen angezeigt werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.10, 11.1.4.10 |
| 270 | Grafik | Der Text darf keine Schriftgrafiken enthalten, außer diese sind an die Nutzungsbedürfnisse anpassbar (Schriftart, Schriftgröße, Schriftfarbe, Hintergrundfarbe). | Muss | EN 313 549: 9.1.4.5, 11.1.4.5.1 |
| 271 | Grafik | Der Text soll keine Schriftgrafiken enthalten. | Soll | WCAG 2.1: 1.4.9 (AAA) |
| 272 | Nutzungspräferenzen | Können innerhalb der Anwendung die Textabstände angepasst werden, bleibt die Bedienung und Wahrnehmbarkeit der Anwendung erhalten. Hinweis: Dies gilt für folgende Abstände:
| Muss | EN 301 549: 9.1.4.12. 11.1.4.12 |
| 273 | Nutzungspräferenzen | Die Anwendung muss die Einstellungen hinsichtlich Schriftart, -größe und -farbe von der Plattformsoftware übernehmen bzw. einen Modus anbieten, in dem die Einstellungen übernommen werden. Hinweis 1: Werden die Einstellungen der Plattformsoftware nicht automatisch übernommen, muss der entsprechende Modus in den Hinweisen zur Barrierefreiheit erläutert werden. Hinweis 2: Die Anwendung kann zusätzlich einen Modus anbieten, bei dem die Benutzenden ihre Präferenzen für Schriftart, -größe und -farbe und ggf. weitere Schriftattribute direkt in der Anwendung auswählen können. | Muss | EN 301 549: 11.7, 12.1.1 |
| 274 | Verständlichkeit | Ungebräuchliche oder nicht eindeutig verständliche Wörter sollen vermieden oder erklärt werden. | Soll | WCAG 2.1: 3.1.3 (AAA) |
| 275 | Verständlichkeit | Wörter, deren Bedeutung von der Aussprache abhängt, sollen vermieden werden, wenn die Bedeutung nicht aus dem Kontext ersichtlich ist. Alternativ soll deren Bedeutung oder Aussprache erläutert werden. | Soll | WCAG 2.1: 3.1.6 (AAA) |
| 276 | Verständlichkeit | Textinhalte sollen so einfach formuliert sein, dass sie für Benutzende mit einem Abschluss der Sekundarstufe I verständlich sind. Ist dies nicht möglich, soll zusätzliche eine verständliche Alternative angeboten werden (Sprachversion, Abbildung, Zusammenfassung, Text in einfacher Sprache). | Soll | WCAG 2.1: 3.1.5 (AAA) |
| 277 | Verständlichkeit | Abkürzungen im Text sollen vermieden werden. Alternativ soll ein Mechanismus verfügbar sein, um die nicht abgekürzte Form bzw. die Bedeutung der Abkürzung anzeigen zu lassen. Hinweis: Dies gilt nicht für allgemein bekannte Abkürzungen, wie „USA“ oder „z. B.“. | Soll | WCAG 2.1: 3.1.4 (AAA) |
| 278 | Verständlichkeit | Der Text soll in der Anwendungssprache formuliert sein. | Soll | WCAG 2.1: 3.1.3 (AAA), 3.1.5 (AAA) |
| 279 | Lesbarkeit | Textblöcke sollen nicht breiter als 80 Zeichen sein oder die Breite kann angepasst werden. | Soll | WCAG 2.1: 1.4.8 (AAA) |
| 279 | Lesbarkeit | Textblöcke sollen nicht im Blocksatz ausgerichtet sein oder die Ausrichtung kann angepasst werden. | Soll | WCAG 2.1: 1.4.8 (AAA) |
| 280 | Lesbarkeit | Die Abstände zwischen Textzeilen sollen mindestens 1,5-mal größer als die Schriftgröße sein und die Abstände zwischen Textabsätzen sollen mindestens 1,5-mal größer als der Zeilenabstand sein oder die Textabstände können angepasst werden. | Soll | WCAG 2.1: 1.4.8 (AAA) |
| 281 | Animation | Der Text darf nicht blitzen, blinken oder auf eine andere Art und Weise visuell verändert werden (siehe Animation). | Muss | EN 301 549: 9.2.3.1, 11.2.3.1, 9.2.2.2, 11.2.2.2 |
| 282 | Animation | Der Text soll dauerhaft angezeigt werden und bei Bedienung nicht animiert werden. | Soll | WCAG 2.1: 2.3.3 (AAA) |
| 283 | Fokussichtbarkeit | Erhält der Text den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 284 | Tastaturbedienung | In Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen, muss der Text den Tastaturfokus erhalten (siehe Praxistipp Text). Hinweis 1: Das gilt nicht, wenn der Text mit einem tastaturfokussierbaren Element verknüpft ist und somit als Beschriftung oder Beschreibung des Elements dient. Hinweis 2: Soll in der verwendeten Technologie das Fokussieren von Text nicht möglich sein, müssen für die Darstellung von Text andere Elemente verwendet werden, die den Fokus erhalten können, wie z. B. schreibgeschützte Eingabefelder. | Muss | EN 301 549: 11.1.3.1 |
| 285 | Tastaturbedienung | Enthält der Text Bedienelemente, so müssen diese mit der Tastatur bedienbar sein. | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Text fokussieren | TAB | Erforderlich |
| Text verlassen | TAB | Erforderlich |
| Navigation innerhalb des Texts | PFEILTASTEN | Empfohlen |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 286 | Rolle | Eine Rolle für „Text“ muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 11.5.2.6 |
| 287 | Text | Der Textinhalt muss an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 11.5.2.10 |
| 288 | Text | Enthält der Text strukturierte Inhalte (wie z. B. Überschriften, Listen oder Tabellen), so müssen diese in strukturierter Form an die Accessibility API übermittelt werden. Hinweis: Die konkreten Anforderungen an Überschriften, Listen und Tabellen sind im jeweiligen Abschnitt zu finden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 11.5.2.6 |
| 289 | Text | Wird über die visuelle Gestaltung des Texts (wie Farbe, Schriftschnitt, Schriftgröße) eine Information vermittelt, so muss diese Information programmatisch oder in Textform an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 11.5.2.10 |
| 290 | Web: Sprachwechsel | Wenn der Text fremdsprachige Begriffe enthält, so muss der Sprachwechsel ausgezeichnet werden. | Muss | EN 301 549: 9.3.1.2 |
| 291 | Desktop: Verständlichkeit | Der Text soll nur Wörter der Anwendungssprache enthalten. Hinweis: In den Anwendungen, in denen die Auszeichnung des Sprachwechsels möglich ist, sollen die Sprache fremdsprachiger Textabschnitte entsprechend ausgezeichnet werden. | Muss | EN 301 549: 11.1.1.1 |
| 292 | Grafik | Inhaltstragende Grafiken im Text müssen einen äquivalenten Alternativtext besitzen. | Muss | EN 301 549: 9.1.1.1, 11.1.1.1 |
| 293 | Grafik | Enthält ein Text eine dekorative Grafik, so muss die Grafik als Layoutgrafik ausgezeichnet werden, damit sie von Assistenztechnologie ignoriert wird. | Muss | EN 301 549: 9.1.1.1, 11.1.1.1 |
| 294 | Desktop: Größe und Position | Größe und Position des Texts müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.10, 11.5.2.13 |
Längere Texte (Richtwert: 80 bis 400 Zeichen) ohne Textstruktur (d. h. nur Fließtext ohne Listen, Tabellen, Überschriften etc.) sollen Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen,
in mehreren TAB-Schritten den Fokus erhalten (je TAB-Schritt rund 80 Zeichen) oder
so ausgezeichnet werden, dass sie mit dem virtuellen Cursor gelesen werden können, oder
in einem verlinkten Dokument angeboten werden, welches mit dem virtuellen Cursor gelesen werden kann (z. B. HTML, PDF, RTF).
Lange Texte (ab ca. 400 Zeichen) oder Texte mit Struktur (z. B. Listen, Tabellen, Überschriften) sollen
so ausgezeichnet werden, dass sie mit dem virtuellen Cursor gelesen werden können, oder
in einem verlinkten Dokument angeboten werden, welches mit dem virtuellen Cursor gelesen werden kann (z. B. HTML, PDF, RTF).
Anwendungen mit vielen TAB-Schritten auf Texten und sonstigen nicht bedienbaren Elementen sollen einen Modus zum Deaktivieren dieser unnötigen Navigationsschritte für sehende Tastaturnutzende enthalten. Dieser Modus und dessen Aktivierung soll in den Hinweisen zur Barrierefreiheit beschrieben werden.
Wenn das Kopieren von einzelnen Textinhalten im Anwendungskontext relevant sein kann, dann soll dies auch mit der Tastatur möglich sein. Folgende Anforderungen sind dann für die Textinhalte zu erfüllen:
die Textinhalte sind mit der Tastatur fokussierbar,
innerhalb des Texts ist der Textcursor sichtbar,
innerhalb des Texts kann mit den Pfeiltasten navigiert werden, um den Startpunkt der Markierung zu bestimmen,
der Text kann mit UMSCHALT+Pfeiltasten markiert werden,
der markierte Text kann mit STRG+C kopiert (ggf. auch über das Kontextmenü) und befindet sich nach dem Kopieren in der Windows-Zwischenablage.
Um das zu erreichen, können schreibgeschützte Eingabefelder verwendet werden.
Sofern lediglich der gesamte Inhalt eines Textabschnitts kopierbar sein muss, kann alternativ auch ein Schalter zum Kopieren des Textinhalts implementiert werden. Die Aktivierung des Schalters soll bewirken, dass der zugehörige Text in die Zwischenablage kopiert wird.
Anwendungen mit vielen TAB-Schritten auf kopierbaren Texten sollen einen Modus zum Deaktivieren dieser Navigationsschritte enthalten. Dieser Modus und dessen Aktivierung soll in den Hinweisen zur Barrierefreiheit beschrieben werden.
Synonyme: Grafisches Element, Icon, Bild, Abbildung, inhaltstragende Grafik, Pixelgrafik, Vektorgrafik, Graphic, Image
Siehe auch: Layoutgrafik
Grafiken dienen der visuellen, nicht-textlichen Vermittlung von Informationen.
Hinweis: Zusätzliche Anforderungen an Grafiken, die den Status, den Wert, die Rolle oder Beschriftung eines Elements übermitteln, werden beim jeweiligen Element bzw. in den entsprechenden Abschnitten (z. B. Elementstatus, Beschriftung) beschrieben.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 295 | Kontrast | Alle grafischen Inhalte müssen ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Dies gilt für den Kontrast der Grafik zum Hintergrund sowie für die Kontraste innerhalb der Grafik (zwischen benachbarten Flächen), sofern diese für die Vermittlung der Information relevant sind. Ausnahmen:
Hinweis: Wenn Grafiken keine ausreichenden Kontraste besitzen und unter eine der Ausnahmen fallen, dürfen sie nicht als Beschriftung von Bedienelementen verwendet werden oder keine relevanten Informationen vermitteln. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 296 | Farbkodierung | Wenn über die Verwendung unterschiedlicher Farben innerhalb einer Grafik oder zwischen verschiedenen Grafiken eine Information vermittelt wird, dann müssen alle Farben (jeweils untereinander) ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen (siehe Praxistipp Farbkodierung). Hinweis: Dies gilt, wenn die Farben an sich keine Bedeutung besitzen, sondern nur der Farbunterschied. | Soll | EN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1 |
| 297 | Farbkodierung | Wenn über die Verwendung einer bestimmten Farbe innerhalb einer Grafik eine Information vermittelt wird, muss diese Information zusätzlich auf andere Weise vermittelt werden (siehe Praxistipp Farbkodierung). Hinweis: Dies gilt, wenn die Farbe an sich eine Bedeutung besitzt, wie „grün“ für korrekt und „rot“ für falsch. | Soll | EN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1 |
| 298 | Kontrast | Grafiken sollen bei Verwendung der Windows-Kontrastanpassung gut sichtbar sein (siehe Praxistipp Kontrastanpassung). | Soll | EN 301 549: 11.7 |
| 299 | Kontrast | Grafiken sollen nicht als Hintergrundgrafiken für Text verwendet werden, weil dies die Lesbarkeit beeinträchtigt. Hinweis: Dies kann besonders dann zu nicht ausreichenden Kontrasten führen, wenn Benutzende die Textfarbe oder Schriftgröße an ihre Bedürfnisse anpassen. | Soll | EN 301 549: 11.7 |
| 300 | Text | Schriftgrafiken dürfen nicht verwendet werden, außer deren Textinhalt ist an Nutzungsbedürfnisse anpassbar (Schriftart, Schriftgröße, Schriftfarbe, Hintergrundfarbe). Ausnahme: Logos | Muss | EN 301 549: 9.1.4.5, 11.1.4.5.1.1 |
| 301 | Alternativtext | Komplexe Grafiken müssen eine ausführliche Beschreibung in Textform besitzen. Hinweis 1. Die ausführliche Beschreibung soll bei der Grafik angezeigt werden oder über ein Bedienelement bei der Grafik eingeblendet oder aufgerufen werden können. Hinweis 2: Die komplexe Grafik selbst müss einen knappen Alternativtext besitzen. Es wird empfohlen, dass dieser auf die ausführliche Beschreibung verweist. | Muss | EN 301 549: 9.1.1.1, 11.1.1.1 |
| 302 | Animation | Die Grafik darf nicht blitzen, blinken oder auf eine andere Art und Weise visuell verändert werden (siehe Animation). | Muss | EN 301 549: 11.2.3.1, 9.2.2.2, 11.2.2.2 |
| 303 | Fokussichtbarkeit | Erhält die Grafik den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 304 | Tastaturbedienung | In Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen, muss die Grafik mit Tastatur erreicht und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). Ausnahme: Sofern die Grafik als Beschriftung eines Bedienelements dient oder dessen Rolle, Status oder Wert vermittelt, soll das Bedienelement und nicht die Grafik den Tastaturfokus erhalten. Hinweis: Wenn die Anwendung viele Grafiken enthält, soll es einen Bedienmodus geben, bei dem nur interaktive Elemente den Fokus erhalten, um unnötige Navigationsschritte für sehende Tastaturnutzende zu vermeiden. | Muss | EN 301 549: 11.1.1.1 |
Hinweis: Die folgenden Anforderungen gelten nur, wenn die Grafik mit der Tastatur erreichbar sein muss (siehe oben).
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Grafik fokussieren | TAB | Erforderlich |
| Grafik verlassen | TAB | Erforderlich |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Einblenden des Tooltips | Hover | Empfohlen |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 305 | Rolle | Die Rolle „Grafik“ muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5 |
| 306 | Name | Die Grafik muss einen knappen und aussagekräftigen Alternativtext besitzen, der als Accessible Name an die Accessibility API übermittelt wird. | Muss | EN 301 549: 9.1.1.1, 11.1.1.1 |
| 307 | Beschreibung | Komplexe Grafiken müssen mit einer ausführlichen Textalternative versehen werden, die alle relevanten grafischen Inhalte vollständig beschreibt. | Muss | EN 301 549: 9.1.1.1, 11.1.1.1 |
| 308 | Bedienung | In Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen, muss die Grafik mit Assistenztechnologie erreicht und verlassen werden können. | Muss | EN 301 549: 9.1.1.1, 11.1.1.1 |
| 309 | Desktop: Position | Größe und Position der Grafik müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokussichtbarkeit). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13 |
Bei den HTML-Standardelementen muss bezüglich der Grafiken, die Informationen zu Rolle, Status oder Wert übermitteln, nichts beachtet werden, weil die entsprechenden Informationen automatisch vom Browser korrekt an die Accessibility API übermittelt werden.
Bei benutzerdefinierten Elementen, die mit ARIA-Rollen und ARIA-Attributen umgesetzt werden, sollten die Grafiken, die Informationen zu Rolle, Status oder Wert übermitteln, als Layoutgrafiken ausgezeichnet werden. Die Informationen sollten stattdessen programmatisch übermittelt werden, z. B. mit folgenden Attributen:
role für die Rolle,
aria-valuenow und aria-valuetext für den Wert,
aria-required für Pflichtfelder,
aria-invalid für fehlerhafte Formularfelder,
aria-checked bzw. aria-selected für den Status „ausgewählt“,
aria-disabled für deaktivierte Bedienelemente,
aria-pressed für den Status „gedrückt“ bzw. „nicht gedrückt“,
aria-expanded für den Status „reduziert“/“ausgeblendet“ bzw. „erweitert“/„eingeblendet“
aria-haspopup für Elemente, bei deren Aktivierung ein Menü, eine Auswahlliste, eine Baumstruktur, eine Tabelle oder ein Dialog eingeblendet wird,
aria-sort für die Sortierrichtung,
aria-current für die Kennzeichnung des aktuellen Elements.
Sofern für die entsprechende Information kein ARIA-Attribut existiert, sollte die Information in Textform als Teil der Beschriftung oder Beschreibung des Elements übermittelt werden.
Weitere Informationen: Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link)
JAWS: [Alternativtext] Grafik
NVDA: Grafik [Alternativtext]
Windows Sprachausgabe: [Alternativtext] Bild
Die Auszeichnung und Beschriftung der Grafiken hängt von der verwendeten Methode zur Darstellung der Grafik ab:
Grafiken, die mit dem <img>-Element ausgezeichnet sind, werden mit dem alt-Attribut beschriftet.
Schalter mit grafischer Beschriftung, die mit dem <input type=image>-Element ausgezeichnet sind, werden ebenfalls mit dem alt-Attribut beschriftet.
Alle anderen Grafiken sollten mit role=img ausgezeichnet und explizit mit aria-label oder aria-labelledby beschriftet werden. Dies gilt z. B. für die Elemente <svg> und <canvas>., CSS-Hintergrundgrafiken, Font-Icons und Buchstaben, die in einem grafischen Kontext verwendet werden (z. B. „x“ für „gelöscht“).
Grafiken für Listenzeichen (list-style-image) können weder mit einem Alternativtext versehen noch als Layoutgrafik ausgezeichnet werden und sollten deshalb nicht verwendet werden.
Dabei gelten folgende Ausnahmen:
Grafiken, die zur Beschriftung von Bedienelementen dienen, können als Layoutgrafik ausgezeichnet werden. Stattdessen wird das Bedienelement aussagekräftig beschriftet (z. B. <button title=Löschen><img src=… alt></button>, <button aria-label=Löschen><img src=…></button>). Sofern das Bedienelement per aria-label oder aria-labelledby beschriftet wird, wird die enthaltene Grafik automatisch zur Layoutgrafik und muss nicht separat als solche ausgezeichnet werden.
Die Screenreader geben die relevanten Informationen der Elemente (Beschriftung, Rolle, Status, Wert), die sich innerhalb von <svg> und <canvas> befinden, aus, wenn das jeweilige <svg>- bzw. <canvas>-Element nicht als Grafik ausgezeichnet ist. So kann z. B. das <svg>- bzw. <canvas>-Element mit role=group als Gruppe ausgezeichnet und mit aria-label oder aria-labelledby beschriftet werden. Mit dem Screenreader ist dann nicht direkt wahrnehmbar, dass es sich um eine Grafik handelt (diese Information kann jedoch indirekt über die Beschriftung der Gruppe übermittelt werden), aber es besteht die Möglichkeit, ausführliche und strukturierte Textalternativen innerhalb der grafischen Elemente zu übermitteln, z. B. bei Diagrammen.
Font-Icons oder Grafiken, die über die CSS-Selektoren before oder after als Pseudoelemente dargestellt werden, können zukünftig auch direkt im CSS mit einem Alternativtext versehen werden (
1.2. Alternative Text for Accessibility - CSS Generated Content Module Level 3 (w3.org) (Externer Link)). Dies wird derzeit aber noch nicht zuverlässig von den Assistenztechnologien unterstützt.
Weitere Informationen: 4.8.3 The img element - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link), Images Tutorial | Web Accessibility Initiative (WAI) | W3C
Synonyme: Schmuckgrafik, dekorative Grafik, nicht-inhaltstragende Grafik, ggf. auch Hintergrundgrafik, Decorative Graphic
Siehe auch: Grafik
Layoutgrafiken dienen der visuellen Gestaltung der Anwendung, ohne jedoch Informationen zu übermitteln. Layoutgrafiken können z. B. rein dekorativ sein oder parallel zu einer Information in Textform angezeigt werden, ohne jedoch zusätzlich zum Text eine Information zu übermitteln.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 310 | Kontrast | Layoutgrafiken sollen nicht als Hintergrundgrafiken für Text verwendet werden, weil dies die Lesbarkeit beeinträchtigt. Hinweis: Dies kann besonders dann zu nicht ausreichenden Kontrasten führen, wenn Benutzende die Textfarbe oder Schriftgröße an ihre Bedürfnisse anpassen. | Soll | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3, 11.7 |
| 311 | Animation | Die Layoutgrafik darf nicht blitzen, blinken oder auf eine andere Art und Weise visuell verändert werden (siehe Animation). | Muss | EN 301 549: 9.2.3.1, 11.2.3.1, 9.2.2.2, 11.2.2.2 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 312 | Rolle | Layoutgrafiken dürfen nicht den Fokus erhalten. | Muss | EN 301 549: 9.1.1.1, 11.1.1.1 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 313 | Rolle | Die Rolle Layoutgrafik muss an die Accessibility API übermittelt werden. Alternativ soll die Layoutgrafik nicht an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5 |
Keine
Die Auszeichnung der Layoutgrafiken hängt von der verwendeten Methode zur Darstellung der Grafik ab:
Grafiken, die mit dem <img>-Element ausgezeichnet sind, sollten mit einem leeren Alternativtext als Layoutgrafik ausgezeichnet werden (<img src=… alt="">).
Grafiken, die mit dem <svg>-Element ausgezeichnet sind, sollten mit aria-hidden als Layoutgrafik ausgezeichnet werden (<svg aria-hidden=true>).
Grafiken, die mit dem <canvas>-Element ausgezeichnet sind, sollten mit aria-hidden als Layoutgrafik ausgezeichnet werden (<canvas aria-hidden=true>).
Schriftzeichen, die rein dekorativ verwendet werden, sollten mit aria-hidden als Layoutgrafik ausgezeichnet werden (<span aria-hidden=true>~~~</span>).
Font-Icons oder Grafiken, die über die CSS-Selektoren before oder after als Pseudoelemente dargestellt werden, sollten mit aria-hidden als Layoutgrafik ausgezeichnet werden (<span class=… aria-hidden=true></span>). Zukünftig können diese Pseudoelemente auch direkt im CSS als Layoutgrafiken ausgezeichnet werden (
1.2. Alternative Text for Accessibility - CSS Generated Content Module Level 3 (w3.org) (Externer Link)). Dies wird derzeit aber noch nicht zuverlässig von den Assistenztechnologien unterstützt.
Font-Icons sollten mit aria-hidden als Layoutgrafik ausgezeichnet werden (<span aria-hidden=true>i</span>).
Grafiken für Listenzeichen (list-style-image) können weder mit einem Alternativtext versehen noch als Layoutgrafik ausgezeichnet werden und sollten deshalb nicht verwendet werden.
CSS-Hintergrundgrafiken (background-image) sind automatisch Layoutgrafiken.
Sonstige CSS-Grafiken (die z. B. mit border erstellt werden) sind automatisch Layoutgrafiken.
Layoutgrafiken dürften nicht den Tastaturfokus erhalten, d. h. die Grafik selbst oder deren Nachfahrenelemente dürfen nicht mit tabindex bzw. als Bedienelemente (z. B. <button>) ausgezeichnet sein.
Weitere Informationen: Decorative Images | Web Accessibility Initiative (WAI) | W3C
Synonyme: Verlaufsanzeige, Fortschrittsbalken, Progressbar
Siehe auch: Schieberegler, Grafik
Eine Fortschrittsanzeige dient der Anzeige, wie weit ein Prozess fortgeschritten ist (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.30). Der Fortschritt kann in Textform, grafisch (z. B. Fortschrittsbalken) oder aus einer Kombination von Grafik und Text angezeigt werden. Die Darstellung der Fortschrittsanzeige ändert sich automatisch, bis der Prozess abgeschlossen ist.

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 314 | Kontrast | Die Fortschrittsanzeige muss ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Dies gilt für den Kontrast der Fortschrittsanzeige zum Hintergrund sowie für die Kontraste innerhalb der Fortschrittsanzeige (zwischen dem gefüllten und nicht gefüllten Balken). | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 315 | Kontrast | Text in und bei der Fortschrittsanzeige muss ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3 |
| 316 | Fokussichtbarkeit | Erhält die Fortschrittsanzeige den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 317 | Tastaturbedienung | In Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen, muss die Fortschrittsanzeige mit Tastatur erreicht und verlassen werden können (siehe Tabelle Tastaturbedienung). Ausnahme: Die Fortschrittsanzeige wird so ausgezeichnet, dass deren Aktualisierungen ohne Fokussierung mit Assistenztechnologie wahrnehmbar sind. | Muss | EN 301 549: 9.1.1.1, 11.1.1.1 |
| 318 | Tastaturbedienung | In Anwendungen, die den virtuellen Cursor unterstützen, soll die Fortschrittsanzeige nicht den Fokus erhalten. | Soll | EN 301 549: 9.4.1.4, 11.2.4.3 |
Hinweis: Die folgende Tabelle gilt nur, wenn die Fortschrittsanzeige mit der Tastatur erreichbar sein muss (siehe oben).
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fortschrittsanzeige fokussieren | TAB | Erforderlich |
| Fortschrittsanzeige verlassen | TAB | Erforderlich |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 319 | Rolle | Die Rolle „Fortschrittsanzeige“ muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5 |
| 320 | Name | Die Fortschrittsanzeige muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. Hinweis 1: Der Accessible Name muss visuell nicht sichtbar sein. Hinweis 2: Text, der den aktuellen Prozessschritt bezeichnet, ist nicht der Accessible Name, sondern der Wert der Fortschrittsanzeige. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8 |
| 321 | Wert | Der Wert der Fortschrittsanzeige muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). Hinweis: Der Wert der Fortschrittsanzeige wird meist in Prozent angegeben. Zusätzlich kann der aktuelle Prozessschritt in Textform angegeben werden (z. B. Name der Datei, die aktuell kopiert wird). | Muss | EN 301 549: 11.4.1.2, 11.5.2.7 |
| 322 | Desktop: Wertebereich | Minimal- und Maximalwert der Fortschrittsanzeige müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.7 |
| 323 | Bedienung | In Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen, muss die Fortschrittsanzeige mit Assistenztechnologie erreicht und verlassen werden können (siehe Accessibility API). Ausnahme: Die Fortschrittsanzeige wird so ausgezeichnet, dass deren Aktualisierungen ohne Fokussierung mit Assistenztechnologie wahrnehmbar sind. | Muss | EN 301 549: 9.1.1.1, 11.1.1.1 |
| 324 | Desktop: Position | Größe und Position der Fortschrittsanzeige müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13 |
Fortschrittsanzeige mit Wert:
JAWS: [Beschriftung] Fortschrittsanzeige [Wert] Prozent
NVDA: [Beschriftung] Fortschrittsbalken [Wert]
Windows Sprachausgabe: [Beschriftung] [Wert in %] Prozent Statusleiste Aktueller Wert [Wert] Mindestwert [minimaler Wert] Höchstwert [maximaler Wert]
Fortschrittsanzeige ohne Wert:
JAWS: [Beschriftung] Fortschrittsanzeige 0 Prozent
NVDA: [Beschriftung] Beschäftigt-Status
Windows Sprachausgabe: [Beschriftung] 0 Prozent Statusleiste Aktueller Wert 0 Mindestwert [minimaler Wert] Höchstwert [maximaler Wert]
Hinweise:
JAWS gibt den Wert irreführend mit dem Zusatz „Prozent“ aus, ohne diesen in einen Prozentwert umzurechnen.
Die Aktualisierung der Fortschrittsanzeige ist mit JAWS und der Windows Sprachausgabe nicht automatisch wahrnehmbar.
NVDA gibt die Aktualisierung der Fortschrittsanzeige unabhängig von der Fokusposition automatisch mit kurzen Pieptönen aus, deren Tonhöhe die Höhe des Werts repräsentiert.
Die Fortschrittsanzeige sollte mit dem HTML-Element <progress> umgesetzt werden.
Der aktuelle Wert wird mit dem value-Attribut gesetzt. Wird kein value-Attribut angegeben, handelt es sich um eine unbestimmte Fortschrittsanzeige, die lediglich anzeigt, dass ein Fortschritt passiert, ohne angeben zu können, wie weit dieser vorangeschritten ist.
Der maximale Wert wird mit dem max-Attribut gesetzt. Es sollte beachtet werden, dass dieser Wert mit vielen Assistenztechnologien nicht wahrnehmbar ist. Der minimale Wert ist immer 0.
Die Beschriftung sollte mit dem Element <label for=ID> mit der Fortschrittsanzeige verknüpft werden.
Das <progress>-Element kann gemäß HTML-Spezifikation unterschiedliche Kindelemente enthalten. Diese sind jedoch weder visuell wahrnehmbar noch werden sie von den Assistenztechnologien ausgegeben.
Weitere Informationen: 4.10.13 The progress element - HTML Standard (whatwg.org)
Wird die Fortschrittsanzeige nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte u. a. Folgendes beachtet werden:
Die Rolle wird mit role=progressbar übermittelt.
Der aktuelle Wert kann mit aria-valuenow angegeben werden. Wird der Wert nicht angegeben, handelt es sich um eine unbestimmte Fortschrittsanzeige.
Mit aria-valuetext kann zusätzlich ein Wert in Textform angegeben werden, der dann von der Assistenztechnologie anstelle des Werts im aria-valuenow ausgegeben werden soll.
Der minimale und der maximale Wert können mit aria-valuemin und aria-valuemax angegeben werden.
Die Beschriftung kann per aria-label oder aria-labelledby erfolgen.
Die Darstellung der Fortschrittsanzeige sollte im Hochkontrast-Modus von Windows überprüft werden.
Weitere Informationen: progressbar role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link)
Synonyme: Anwendungsfenster, Window
Siehe auch: Titelzeile, Statuszeile, Modaler Dialog
Ein Fenster enthält alle aktuell sichtbaren Elemente der Anwendung (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.51). Ein Fenster kann folgende Elemente enthalten:
Titel
Arbeitsbereich (ggf. mit Menü),
Statuszeile.
Hinweis: Alle Anforderungen an Fenster beziehen sich ausschließlich auf Desktop-Anwendungen. Bei Web-Anwendungen stellt der Browser das Fenster dar. Die Web-Anwendung selbst enthält keine Fenster.
Beispiele:

Im Folgenden werden nur die Anforderungen beschrieben, die sich direkt auf das Fenster beziehen. Anforderungen an die Elemente innerhalb des Fensters sind beim jeweiligen Element beschrieben.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 323 | Vergrößerung | Alle Elemente des Fensters müssen bei einer Schriftgrößenanpassung bis 400% (und einer resultierenden Anzeigebreite von 320 px) wahrnehmbar und bedienbar sein,
| Muss | EN 301 549: 9.1.4.10, 11.1.4.10 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 324 | Tastaturbedienung | Das Fenster muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). Hinweis: Dies bezieht sich sowohl auf die Bedienelemente im Fenster als auch auf das Fenster selbst (z. B. Skalieren und Verschieben des Fensters). | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren des Fensters (erstes oder zuletzt fokussiertes Element) | ALT+TAB | Erforderlich |
| Verlassen des Fensters | ALT+TAB | Erforderlich |
| Navigation innerhalb des Fensters | TAB | Erforderlich |
| Öffnen des Systemmenüs (mit Funktionen zum Schließen, Verschieben und Skalieren des Fensters) | ALT+LEER | Erforderlich |
| Schließen des Anwendungsfensters | ALT+F4 | Erforderlich |
| Vergrößern des Fensters (Minimiert → Normalgröße → Vollbild (sofern vorhanden)) | WIN+PFEIL AUF | Erforderlich |
| Verkleinern des Fensters (Vollbild (sofern vorhanden) → Normalgröße → Minimiert) | WIN+PFEIL AB | Erforderlich |
| Schnellnavigation zwischen den Seitenbereichen | F6 | Empfohlen |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren des Fensters | Klick in das Fenster | Erforderlich |
| Verlassen des Fensters | Klick außerhalb des Fensters | Erforderlich |
| Skalieren des Fensters (sofern möglich) | Drag & Drop am Fensterrand | Erforderlich |
| Aktivierung der Schalter im Titel | Linksklick | Erforderlich |
| Verschieben des Anwendungsfensters | Drag & Drop bei der Titelzeile Hinweis: Sofern sich die Anwendung im Vollbildmodus befindet, erfolgt ein automatischer Wechsel in die Normalgröße | Erforderlich |
| Wechsel zwischen Normalgröße und Vollbild (sofern vorhanden) | Doppelklick bei der Titelzeile | Erforderlich |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 325 | Das Fenster muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. | Muss | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
Synonyme: Quickinfo, Infotip, Mouse over
Siehe auch: Beschreibung, Tooltip, modaler Dialog
Ein Tooltip dient der dynamischen Anzeige einer zusätzlichen Information, z. B. der Beschriftung (insbesondere bei grafischen Bedienelementen), einer Beschreibung, einem Tastaturkürzel, einer kontextspezifischen Hilfe. (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.50). Tooltips werden bei Fokussierung des zugehörigen UI-Elements eingeblendet. Tooltips enthalten keine interaktiven Elemente.

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 326 | Sichtbarkeit | Der Tooltip soll beim zugehörigen Element angezeigt werden. | Soll | DIN EN ISO 9241-161: 8.50 |
| 327 | Kontrast | Der Text im Tooltip muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen. Bei großer Schrift (ab 24 px bzw. ab 18,7 px bei fettem Schriftschnitt) ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 ausreichend. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3 |
| 328 | Vergrößerung | Alle Inhalte des Tooltips müssen bei einer Schriftgrößenanpassung bis auf 400% (und einer resultierenden Anzeigebreite von 320px) wahrnehmbar und bedienbar sein, indem sie umbrechen und ggf. vertikal gescrollt werden können. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.10, 11.1.4.10 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 329 | Tastaturbedienung | Der Tooltip muss mit der Tastatur geöffnet und geschlossen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1 |
| 330 | Tastaturbedienung | Der Tooltip darf keine Bedienelemente enthalten, weil diese nicht tastaturbedienbar wären, außer in der Hilfe und Anwendung ist eine Bedienalternative (z. B. per Tastaturkürzel) dokumentiert. | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1 |
| 331 | Tastaturbedienung | Wenn der Tooltip bei der Navigation mit der Tastatur eingeblendet wird, muss der Tooltip wieder mit der Tastatur geschlossen werden können, ohne den Tastaturfokus wegzubewegen (z. B. mit ESC), außer
Hinweis: Davon ausgenommen sind Tooltips, deren Einblenden standardmäßig durch die Plattform-Software erfolgt. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.13, 11.1.4.13 |
| 332 | Tastaturbedienung | Wenn der Tooltip bei der Navigation mit der Tastatur eingeblendet wird, muss der Tooltip so lange angezeigt werden, bis der Tastaturfokus vom auslösenden Element bzw. dem Tooltip wegbewegt wird, außer
Hinweis: Davon ausgenommen sind Tooltips, deren Einblenden standardmäßig durch die Plattform-Software erfolgt. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.13, 11.1.4.13 |
| 333 | Zeigeinstrumentbedienung | Wenn der Tooltip beim Hovern mit einem Zeigeinstrument eingeblendet wird, muss der Tooltip wieder ausgeblendet werden können, ohne das Zeigeinstrument wegzubewegen, außer
Hinweis 1: Davon ausgenommen sind Tooltips, deren Einblenden standardmäßig durch die Plattform-Software erfolgt. Hinweis 2: Das Ausblenden des automatisch eingeblendeten Inhalts kann z. B. mit ESC oder Klick auf das auslösende Element erfolgen, sofern dabei keine weiteren Aktionen ausgelöst werden. | Muss | EN 301 549: 11.1.4.13 |
| 334 | Zeigeinstrumentbedienung | Wenn der Tooltip beim Hovern mit einem Zeigeinstrument eingeblendet wird, muss der Tooltip so lange angezeigt werden, bis das Zeigeinstrument vom auslösenden Element bzw. dem Tooltip wegbewegt wird, außer
Hinweis: Davon ausgenommen sind Tooltips, deren Einblenden standardmäßig durch die Plattform-Software erfolgt. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.13, 11.1.4.13 |
| 335 | Zeigeinstrumentbedienung | Wenn ein Tooltip beim Hovern mit einem Zeigeinstrument eingeblendet wird, muss der Tooltip mit dem Zeigeinstrument überfahren werden können, d. h. der Tooltip darf nicht ausgeblendet werden, sobald sich das Zeigeinstrument nicht mehr über dem auslösenden Element befindet. Hinweis: Davon ausgenommen sind Tooltips, deren Einblenden standardmäßig durch die Plattform-Software erfolgt. | Muss | EN 301 549: 11.1.4.13 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Öffnen des Tooltips | Navigation zum Element | Erforderlich |
| Schließen des Tooltips | ESC | Erforderlich |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Öffnen des Tooltips | Hovern | Erforderlich |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 336 | Name | Wenn der Tooltip eine Beschreibung enthält, muss diese als Accessible Description an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Beschreibung). | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 11.5.2.5 |
| 337 | Name | Wenn der Tooltip eine Beschriftung eines grafischen Elements enthält, dann soll diese mit dem Accessible Name übereinstimmen oder in diesem enthalten sein. | Soll | EN 301 549: 9.2.5.3, 11.2.5.3 |
| 338 | Name | Der Tooltip soll keine strukturierten oder langen Textinhalte enthalten. Hinweis: Für strukturierte oder lange Textinhalte sollte ein Anzeigeformat gewählt werden, bei dem der Text mit dem virtuellen Cursor des Screenreaders gelesen werden kann. | Soll | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 339 | Tastaturkürzel | Wenn der Tooltip ein Tastaturkürzel für das jeweilige Bedienelement enthält, dann muss dieses an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
Synonyme: Formularbereich, Form
Siehe auch: Gruppe, Fehlervermeidung und -korrektur, Pflichtfeldkennzeichnung, Authentifizierung, Bedienelemente
Formulare dienen der Eingabe von Daten. Ein Formular enthält ein oder mehrere Formularelemente.

Im Folgenden werden nur die Anforderungen beschrieben, die sich direkt auf das Formular beziehen. Anforderungen an die interaktiven Elemente innerhalb des Formulars sind beim jeweiligen Element beschrieben.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 340 | Vergrößerung | Alle Elemente des Formulars müssen bei einer Schriftgrößenanpassung bis 400% (und einer resultierenden Anzeigebreite von 320px) wahrnehmbar und bedienbar sein, indem sie umbrechen und nicht horizontal gescrollt werden müssen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.10, 11.1.4.10 |
| 341 | Fehlervermeidung | Das Formular muss so gestaltet werden, dass Fehler vermieden und korrigiert werden können (siehe auch Fehlervermeidung und -korrektur und Pflichtfeldkennzeichnung). | Muss | EN 301 549: 9.3.3.1 bis 9.3.3.4, 11.3.3.1 bis 11.3.3.4 |
| 342 | Komplexität | Das Formular soll übersichtlich gestaltet werden. Inhalte komplexer Formulare sollen programmatisch und visuell gruppiert oder auf verschiedene Masken aufgeteilt werden. | Soll | DIN EN ISO 9241-125: 5.1.8 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 343 | Tastaturbedienung | Die interaktiven Elemente im Formular müssen mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Tabelle Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 344 | Tastaturbedienung | Häufig benötigte Schalter des Formulars (z. B. der Absenden-Schalter) sollen per Tastaturkürzel erreichbar sein. Die Tastaturkürzel sollen in der Hilfe und Anwendung dokumentiert werden. | Soll | DIN EN ISO 9241-171: 9.3.10 |
| 345 | Navigationsreihenfolge | Die Navigationsreihenfolge im Formular muss so gestaltet sein, dass die Inhalte in einer sinnvollen Reihenfolge wahrgenommen werden können und die Bedienelemente gemäß ihrer aufgabenangemessenen Abarbeitungsreihenfolge erreicht werden. Hinweis: Dies gilt z. B. für den Absenden-Schalter, der am Formularende den Fokus erhalten muss. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3 |
| 346 | Aktualisierungen | Bei Fokussierung und Bedienung der interaktiven Elemente innerhalb des Formulars darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1, 9.3.2.2, 11.3.2.2 |
| 347 | Klickbereich | Der Klickbereich der interaktiven Elemente im Formular soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren des Formulars (erstes Element) | TAB | Erforderlich |
| Desktop: Schnellnavigation zwischen Formularbereichen | F6 | Empfohlen |
| Absenden des Formulars | EINGABE | Empfohlen |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 348 | Name | Wenn das Formular eine visuelle Beschriftung besitzt, so muss diese als Accessible Name übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 349 | Desktop: Elementhierarchie | Die Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb des Formulars müssen an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.9 |
Synonyme: Symbolleiste, Toolbar, Toolbox, Command Bar Tab
Siehe auch: Menü, Gruppe, Menü-Schalter
Werkzeugleisten dienen der Gruppierung von interaktiven Elementen zur Bearbeitung von Inhalten oder Daten (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.49).
Eine Werkzeugleiste enthält interaktive Elemente (meist Schalter oder Umschalter), die visuell gruppiert sind, z. B. mit einem Rahmen. Die Inhalte der Werkzeugleiste sind meist horizontal oberhalb oder unterhalb des Bereichs, dessen Inhalt mit den Elementen der Werkzeugleiste bearbeitet wird, angeordnet. Die Elemente der Werkzeugleiste können mehrzeilig angeordnet sein. Bei Werkzeugleisten mit vielen Schaltern werden aus Platzgründen häufig Icons als Beschriftung der Schalter verwendet.

Im Folgenden werden nur die Anforderungen beschrieben, die sich direkt auf die Werkzeugleiste beziehen. Anforderungen an die interaktiven Elemente innerhalb der Werkzeugleiste sind beim jeweiligen Element beschrieben.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 350 | Vergrößerung | Alle Elemente der Werkzeugleiste müssen bei einer Schriftgrößenanpassung bis 400% (und einer resultierenden Anzeigebreite von 320px) wahrnehmbar und bedienbar sein,
| Muss | EN 301 549: 9.1.4.10, 11.1.4.10 |
| 351 | Gruppierung | Damit die Tastaturbedienung visuell ersichtlich ist, soll die Werkzeugleiste so gestaltet werden, dass deren Elemente als zusammengehörig identifiziert werden können. Hinweis: Dies kann z. B. durch einen Rahmen oder Position und Anordnung erfolgen. | Soll | DIN EN ISO 9241-125: 5.1.8 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 352 | Tastaturbedienung | Die interaktiven Elemente in der Werkzeugleiste müssen mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 353 | Tastaturbedienung | Die Werkzeugleiste darf keine Bedienelemente enthalten, die mit den Tasten bedient werden, die zur Navigation durch die Werkzeugleiste dienen. Hinweis 1: Dies kann z. B. Eingabefelder und Ausklapplisten betreffen, da diese mit den Pfeiltasten bedient werden. Hinweis 2: Alternativ müssen Tastaturkürzel implementiert und dokumentiert werden, mit denen die Bedienelemente verlassen werden können. | Muss | EN 301 549: 11.2.1.1 |
| 354 | Tastaturbedienung | Ist die Werkzeugleiste nur per Tastaturkürzel erreichbar, muss dieses Tastaturkürzel in der Anwendung und Hilfe dokumentiert sein. | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1 |
| 355 | Tastaturbedienung | Die Werkzeugleiste soll per Tastaturkürzel erreichbar sein. Zusätzlich sollen häufig benötigte interaktive Elemente innerhalb der Werkzeugleiste ein Tastaturkürzel erhalten. Die Tastaturkürzel sollen in der Hilfe und Anwendung dokumentiert werden. | Soll | DIN EN ISO 9241-171: 9.3.10 |
| 356 | Aktualisierungen | Bei Fokussierung und Bedienung der interaktiven Elemente innerhalb der Werkzeugleiste darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1 |
| 357 | Aktualisierungen | Bei Wertänderung der Formularelemente innerhalb der Werkzeugleiste darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.2, 11.3.2.2 |
| 358 | Aktualisierungen | Bei Aktivierung der Bedienelemente innerhalb der Werkzeugleiste darf kein Fokusverlust erfolgen. Hinweis: So muss nach Bedienung eines Schalters der Fokus auf diesem verbleiben oder auf das Element gesetzt werden, welches über den Schalter gesteuert wird (z. B. Eingabefeld eines Rich Text Editors oder modaler Dialog, der geöffnet wird). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3 |
| 359 | Klickbereich | Der Klickbereich der interaktiven Elemente der Werkzeugleiste soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren der Werkzeugleiste (erstes oder zuletzt fokussiertes Element) | TAB Hinweis: Alternativ können Werkzeugleisten über die Bereichsnavigation oder per Tastaturkürzel erreichbar sein. | Erforderlich |
| Verlassen der Werkzeugleiste | TAB Hinweis: Alternativ können Werkzeugleisten über die Bereichsnavigation oder eine erwartbare Kontextänderung nach Bedienung eines Elements in der Werkzeugleiste verlassen werden. | Erforderlich |
| Navigation innerhalb der Werkzeugleiste |
| Erforderlich |
| Schnellnavigation zum ersten bzw. letzten Element innerhalb der Werkzeugleiste | POS1, ENDE | Empfohlen |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 360 | Rolle | Die Rolle Werkzeugleiste muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 361 | Desktop: Elementhierarchie | Die Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb der Werkzeugleiste müssen an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.9 |
| 362 | Ausrichtung | Die Ausrichtung der Werkzeugleiste (vertikal oder horizontal) muss an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8 |
| 363 | Name | Sofern die Werkzeugleiste eine Beschriftung oder Beschreibung besitzt, müssen diese als Accessible Name bzw. Accessible Description übermittelt werden (siehe Beschriftung und Beschreibung). Hinweis: Wenn die Seite mehrere Werkzeugleisten enthält, müssen diese einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. | Muss | EN 301 549: 11.2.4.6, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8 |
| 364 | Tastaturkürzel | Besitzen die Werkzeugleiste oder Bedienelemente innerhalb der Werkzeugleiste visuell sichtbare Tastaturkürzel, so müssen diese an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 365 | Bedienung | Die Elemente der Werkzeugleiste müssen mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
Bei TAB-Navigation:
JAWS: [Beschriftung] Symbolleiste
NVDA: [Beschriftung] Werkzeugleiste
Windows Sprachausgabe: [Beschriftung] Symbolleiste
Mit dem virtuellen Cursor:
JAWS: Werkzeugleiste mit [Anzahl] Schaltern … Werkzeugleiste Ende
NVDA: Werkzeugleiste … außerhalb von Werkzeugleiste
Windows Sprachausgabe: -
In HTML existiert kein Element für Werkzeugleisten. Stattdessen können Schalter und weitere Bedienelemente in einer Liste (<menu> und <li>), beschrifteten Region (z. B. <section>) oder einer Formularfeldgruppe (<fieldset>, beschriftet mit <legend>) gruppiert werden. Die Navigation zwischen den Elementen erfolgt dann allerdings mit der TAB-Taste und nicht mit den Pfeiltasten. Um die effiziente Tastaturnavigation zu unterstützen, sollte die Region bzw. Formularfeldgruppe übersprungen werden können (siehe Praxistipp Effiziente Navigation).
Weitere Informationen: 4.4.7 The menu element - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link), 4.3.3 The section element - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link) 4.10.15 The fieldset element - HTML Standard (whatwg.org)
Bei der Umsetzung von Werkzeugleisten sollte Folgendes beachtet werden:
Die Rolle wird mit role=toolbar übermittelt.
Die Werkzeugleiste sollte mit aria-label oder aria-labelledby beschriftet werden.
Eine vom Standard abweichende vertikale Ausrichtung der Werkzeugleiste kann mit aria-orientation=vertical angegeben werden. Die Ausrichtung wird von Assistenztechnologie häufig nicht ausgegeben, so dass bei einer vertikal ausgerichteten Werkzeugleiste die Bedienung mit allen Pfeiltasten möglich sein sollte.
Die Werkzeugleiste sollte auch visuell als solche erkennbar sein, damit sehende Tastaturnutzende die Bedienung mit den Pfeiltasten erkennen können.
Die Werkzeugleiste sollte mindestens drei Bedienelemente enthalten.
Die sichtbaren Elemente innerhalb der Werkzeugleiste und das programmatisch fokussierte Element sollten die gleiche Position und Größe besitzen.
Weitere Informationen: toolbar role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Toolbar Pattern | APG | WAI | W3C
Synonyme: Formularfeldgruppe, Gruppenfeld, Gruppierung, Groupbox
Siehe auch: Überschriften, Formular, Werkzeugleiste
Gruppen dienen der Zusammenfassung von inhaltlich zusammengehörigen Elementen (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.15). Die Gruppe besitzt eine Beschriftung, die als Gruppenbeschriftung für die enthaltenen Elemente dient.

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 366 | Kontrast | Der visuelle Indikator für die Gruppe (z. B. der Rahmen um die Gruppe) muss zum Hintergrund oder benachbarten Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Ausnahmen:
| Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 367 | Kontrast | Die Beschriftung der Gruppe muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen. Hinweis: Bei großer Schrift (ab 24 px bzw. ab 18,7 px bei fettem Schriftschnitt) ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 ausreichend. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3 |
| 368 | Beschriftung | Die Beschriftung der Gruppe muss aussagekräftig sein. Hinweis: Um das zu erreichen, soll die Beschriftung der Gruppe knapp und eindeutig sein. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6 |
| 369 | Beschriftung | Die Beschriftung der Gruppe soll eindeutig und innerhalb des Kontexts verständlich sein. | Soll | DIN EN ISO 9241-171: 8.1.2, 8.1.3 |
| 370 | Beschriftung | Inhaltlich zusammengehörige Formularelemente sollen gruppiert und mit einer Beschriftung versehen werden. Hinweis: Dies gilt insbesondere für Gruppen von [](Radiobuttons) und Checkboxen. | Soll | DIN EN ISO 9241-125: 5.1.8 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 370 | Rolle | Die Rollen „Gruppe“ oder ggf. eine spezifische Rolle für den jeweiligen Gruppentyp muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 11.5.2.5 |
| 371 | Web: Gliederung | Alle visuell wahrnehmbaren Seitenbereiche müssen auch programmatisch wahrnehmbar sein, z. B. über
| Muss | EN 301 549: 9.1.3.1 |
| 372 | Name | Die Gruppe muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 373 | Desktop: Elementhierarchie | Die Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb der Gruppe müssen an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.9 |
JAWS: [Beschriftung] Gruppe … Gruppe Ende
NVDA: [Beschriftung] Gruppierung … außerhalb von Gruppierung
Windows Sprachausgabe: -
Hinweise:
Formularfeldgruppen werden von der Windows Sprachausgabe nicht ausgegeben.
Bei JAWS und NVDA ist das Ende der Formularfeldgruppe nur beim Lesen mit dem virtuellen Cursor wahrnehmbar. Bei der TAB-Navigation wird die Rolle „Gruppe“ bzw. „Gruppierung“ lediglich beim ersten (bzw. bei UMSCHALT+TAB beim letzten) Formularelement in der Gruppe, d. h. beim Betreten der Gruppe ausgegeben. Das Verlassen der Gruppe ist bei TAB-Navigation nicht wahrnehmbar. In den Elementübersichten der Screenreader wird die Beschriftung der Formularfeldgruppe bei jedem Formularelement innerhalb der Gruppe angezeigt.
Damit JAWS und NVDA die Formularfeldgruppen erkennen können, müssen sie beschriftet werden, unabhängig davon, ob sie mit dem HTML-Element <fieldset> oder mit den ARIA-Rollen group bzw. radiogroup ausgezeichnet sind.
Befindet sich innerhalb des <fieldset>- und außerhalb des <legend>-Elements eine Überschrift, wird von JAWS die Gruppenbeschriftung nicht korrekt ausgegeben. Somit sollten Überschriften im <fieldset> vermieden werden.
Formularfeldgruppen werden mit dem <fieldset>-Element ausgezeichnet und dienen der Gruppierung von zusammengehörenden Formularfeldern, insbesondere bei Radiobuttons.
Die Formularelemente, die zur Gruppe gehören, sind im Quellcode innerhalb des <fieldsets> verschachtelt.
Die Beschriftung der Formularfeldgruppe erfolgt mit dem <legend>-Element, welches sich als erstes Kindelement im <fieldset> befinden sollte. Weil die Beschriftung der Gruppe vor der Beschriftung der enthaltenen Formularelemente ausgegeben wird, sollte Folgendes beachtet werden:
Die Beschriftung der Gruppe sollte möglichst knapp sein, ohne dabei an Aussagekraft zu verlieren.
Formularfeldgruppen sollten nicht ineinander verschachtelt werden.
Gemäß HTML-Spezifikation kann das <legend>-Element Bedienelemente enthalten. Dies wird jedoch von den Assistenztechnologien teilweise nicht unterstützt, so dass empfohlen wird, im <legend>-Element lediglich die Beschriftung der Formularfeldgruppe in Textform aufzunehmen.
Das <fieldset>-Element kann mit disabled als deaktiviert ausgezeichnet werden. Dies bewirkt, dass alle enthaltenen Formularelemente deaktiviert sind (mit Ausnahme von Formularelementen, die sich im <legend>-Element befinden).
Weitere Informationen: 4.10.15 The fieldset element - HTML Standard (whatwg.org), [4].10.16 The legend element - HTML Standard (whatwg.org)](https://html.spec.whatwg.org/multipage/form-elements.html#the-legend-element)
Wird die Formularfeldgruppe nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte zusätzlich Folgendes beachtet werden:
Die Rolle der Liste wird mit role=group bzw. role=radiogroup (nur bei Radiobuttons) übermittelt. Bei der Ausgabe durch die Screenreader erfolgt keine Unterscheidung zwischen group und radiogroup.
Die Beschriftung der Gruppe kann per aria-label oder aria-labelledby erfolgen.
Die ARIA-Rolle radiogroup kann (im Gegensatz zur Rolle group) mit den Attributen aria-readonly als schreibgeschützt, aria-required als Pflichtfeld und aria-invalid als fehlerhaft ausgezeichnet werden. Darüber hinaus kann mit aria-errormessage der ARIA-Radiobuttongruppe eine Fehlermeldung zugewiesen werden.
Sowohl die ARIA-Rolle radiogroup als auch die ARIA-Rolle group können mit aria-disabled als deaktiviert ausgezeichnet werden. Dies bewirkt, dass alle enthaltenen Formularelemente von der Assistenztechnologie als deaktiviert ausgegeben werden (d. h. sie sollten auch tatsächlich deaktiviert sein).
Weitere Informationen: group role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), radiogroup role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link)
Synonyme: List
Siehe auch: Auswahlliste, Baumstruktur, Tabelle
Eine Liste dient der strukturierten Anzeige von Daten. Eine Liste enthält mehrere Listeneinträge. Listen können sortiert oder unsortiert sein. Listen können ineinander verschachtelt sein. Häufig besitzen Listen einen visuellen Indikator am Beginn jedes Listeneintrags, ein sogenanntes Aufzählungszeichen, z. B.
einen Anstrich oder ein Icon für eine unsortierte Liste
einen Buchstaben oder eine Zahl für eine sortierte Liste.
Listeneinträge können Bedienelemente enthalten.

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 374 | Kontrast | Der Textinhalt der Listeneinträge muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen. Hinweis: Dies gilt bei sortierten Listen auch für die Aufzählungszeichen, sofern diese eine Information vermitteln (z. B. eine Zahl oder einen Buchstaben enthalten). | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.11 |
| 375 | Kontrast | Sind die Listeneinträge ausschließlich aufgrund ihrer farblichen Gestaltung als solche zu erkennen, muss diese Farbe zu benachbarten Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Hinweis 1: Ein Listeneintrag kann z. B. aufgrund seines Aufzählungszeichens oder seiner Hintergrundfarbe als solcher erkennbar sein. Hinweis 2: Die Anforderung gilt nicht, wenn die Listeneinträge z. B. aufgrund der Abstände untereinander eindeutig als solche zu erkennen sind. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 376 | Kontrast | Die grafischen Inhalte der Listeneinträge müssen muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Hinweis: Dies gilt bei sortierten Listen auch für die grafischen Aufzählungszeichen, sofern diese eine Information vermitteln. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 377 | Vergrößerung | Kein Listeneintrag darf bei 400% Zoom breiter als 320 px sein, damit deren Inhalte ohne horizontales Scrollen wahrnehmbar sind. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.10, 11.1.4.10 |
| 378 | Hierarchie | Wenn die Liste verschachtelte Listen enthält, soll die Hierarchie deutlich sichtbar sein. Hinweis: Verschachtelte Listen werden meist durch Einrückung dargestellt. Darüber hinaus können je nach Hierarchie-Ebene unterschiedliche Aufzählungszeichen verwendet werden. | Soll | DIN EN ISO 9241-125: 6.1.2 |
| 379 | Fokussichtbarkeit | Erhält ein Listeneintrag oder ein Element in diesem den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 380 | Tastaturbedienung | Alle Bedienelemente innerhalb der Liste müssen mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 381 | Klickbereich | Der Klickbereich der Bedienelemente innerhalb der Liste soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2 |
Bei Anwendungen, die den virtuellen Cursor unterstützen, erhalten die Liste und deren Listeneinträge nicht den Tastaturfokus. Lediglich interaktive Elemente innerhalb der Listeneinträge sollen mit der Tastatur erreicht und bedient werden können.
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren interaktiver Elemente in der Liste | TAB | Erforderlich |
| Verlassen interaktiver Elemente in der Liste | TAB | Erforderlich |
| Bedienung interaktiver Elemente in der Liste | Entsprechend des jeweiligen Elements | Erforderlich |
Bei Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen, muss jeder Listeneintrag den Fokus erhalten können, damit deren Inhalte mit Assistenztechnologie (z. B. Screenreader) wahrnehmbar sind.
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren der Liste (erster bzw. zuletzt fokussierter Listeneintrag) | TAB | Erforderlich |
| Verlassen der Liste | TAB | Erforderlich |
| Zellenweise Navigation innerhalb der Tabelle im Navigationsmodus | PFEIL AUF/AB | Erforderlich |
| Schnellnavigation (zum ersten bzw. letzten Listeneintrag) | POS 1, ENDE | Empfohlen |
| Schnellnavigation (mit einer fest definierten Schrittweite) | BILD AUF/AB Hinweis: Die Schrittweite soll mit der Anzahl der sichtbaren Listeneinträge übereinstimmen. | Empfohlen |
Hinweis: In den Programmiersprachen für Software gibt es häufig kein Element für Listen. Stattdessen werden für unverschachtelte Listen Auswahllisten und für verschachtelte Listen Baumstrukturen verwendet. In diesem Fall soll die Auswahlliste bzw. Baumstruktur in der Beschriftung oder Beschreibung einen Hinweis enthalten, dass sie nur der Darstellung von Inhalten und nicht der Auswahl dient.
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Bedienung interaktiver Elemente | Entsprechend des jeweiligen Elements | Erforderlich |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 382 | Rolle | Die Rollen (sortierte bzw. unsortierte) Liste und Listeneintrag müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 383 | Rolle | Die Rollen Liste und Listeneintrag dürfen nur für Listen verwendet werden. Layoutlisten, die lediglich der visuellen Gestaltung und nicht der Anzeige strukturierter Daten dienen, dürfen nicht mit diesen Rollen ausgezeichnet werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 384 | Name | Sofern die Liste eine Beschriftung oder Beschreibung besitzt, müssen diese als Accessible Name bzw. Accessible Description übermittelt werden (siehe Beschriftung und Beschreibung). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8 |
| 385 | Bedienung | Die Liste bzw. die darin enthaltenen interaktiven Elemente müssen mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
| 386 | Aktualisierung | Aktualisierungen hinsichtlich der Listeninhalte müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 387 | Desktop: Position | Größe und Position der Listeneinträge und der darin befindlichen interaktiven Elemente müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13 |
| 388 | Elementhierarchie | Die Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb der Liste müssen an die Accessibility API übermittelt werden. Hinweis 1: Die Assistenztechnologie benötigt diese Informationen, um u. a. die Anzahl der Listeneinträge, deren Position innerhalb der Liste und die Hierarchie verschachtelter Listen ermitteln zu können. Hinweis 2: So ist es nicht zulässig, dass eine Liste programmatisch in verschiedene Listen aufgeteilt wird. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 11.5.2.9 |
| 389 | Aufzählungszeichen | Das Aufzählungszeichen muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
Mit dem virtuellen Cursor:
JAWS:
Liste mit [Anzahl] Einträgen (Verschachtelung [Ebene])
[Aufzählungszeichen] [Listeneintrag]
Listenende (Verschachtelung [Ebene])
NVDA:
Liste mit [Anzahl] Einträgen
[Aufzählungszeichen] [Listeneintrag]
außerhalb von Liste
Windows Sprachausgabe:
Liste öffnen
[Position] von [Anzahl] Ebene [Ebene] [Aufzählungszeichen] [Listeneintrag]
Liste schließen
Hinweis: Die Windows-Sprachausgabe gibt aufgrund des impliziten bzw. expliziten aria-level bei jedem Listeneintrag fälschlicherweise „Überschriftenebene [Zahl]“ aus.
Unsortierte Listen werden mit <ul> und <li> ausgezeichnet. Für Bedienelemente, die sich in einer Liste befinden, kann anstelle von<ul> auch <menu> verwendet werden. Das <menu>-Element wird mit der Semantik des <ul>-Elements an die Accessibility API übermittelt.
Sortierte Listen werden mit <ol> und <li> ausgezeichnet. Bei sortierten Listen kann der Startwert mit start angegeben, die Richtung mit reversed geändert und der Typ des Aufzählungszeichens mit type festgelegt werden.
Verschachtelte Listen werden umgesetzt, indem eine Liste (<ol> oder <ul>) sich innerhalb eines <li>-Elements der übergeordneten Liste befindet.
Der Unterschied zwischen einer sortierten und unsortierten Liste, d. h. zwischen <ol> und <ul>, ist visuell und mit Assistenztechnologie nur anhand der Aufzählungszeichen zu erkennen. Somit sollten die Aufzählungszeichen mit dem Listentyp übereinstimmen.
Es sollten einfache Aufzählungszeichen wie disc für unsortierte Listen oder decimal bzw. lower-latin für sortierte Listen gewählt werden, um die korrekte Ausgabe zu gewährleisten und nicht unnötig zu verlängern. Die folgenden beispielhaften Werte der CSS-Eigenschaft list-style-type werden von den Screenreadern JAWS (erster Eintrag), NVDA (zweiter Eintrag, sofern abweichend) und der Windows Sprachausgabe (dritter Eintrag, sofern abweichend) wie folgt ausgegeben:
none: [keine Ausgabe]
disc: Aufzählungszeichen
circle: rundes hohles Aufzählungszeichen / weißes Aufzählungszeichen / leeres Aufzählungszeichen
square: schwarzes Quadrat / großes gefülltes schwarzes Quadrat / [keine Ausgabe]
disclosure-open: schwarzes nach unten zeigendes kleines Dreieck / schwarzes nach unten weisendes kleines Dreieck / [keine Ausgabe]
disclosure-closed: gefülltes kleines Dreieck nach rechts / schwarzes nach rechts weisendes kleines Dreieck / [keine Ausgabe]
decimal: [Zahl]
lower-roman: [Zahl; bei Zahlen, die aus einem Buchstaben bestehen, nur der Buchstabe; bei Zahlen, die aus vielen Buchstaben bestehen, die Buchstaben einzeln oder als Wort] / [Zahl; bei Zahlen, die aus vielen Buchstaben bestehen, die einzelnen Buchstaben] / [Zahl; bei Zahlen, die aus vielen Buchstaben bestehen, die Buchstaben als Wort]
lower-latin: [Buchstabe]
lower-greek: [Buchstabe mit Zusatz „griechischer Kleinbuchstabe“] / [keine Ausgabe] / [keine Ausgabe]
georgian: [keine Ausgabe]
Listenzeichen mit list-style-image werden von JAWS und NVDA nicht und von der Windows Sprachausgabe als „Bild“ (ohne Alternativtext) ausgegeben.
Weitere Informationen: 4.4.5 The ol element - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link), 4.4.6 The ul element - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link), 4.4.7 The menu element - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link), 4.4.8 The li element - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link)
Wird die Liste nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte u. a. Folgendes beachtet werden:
Die Rolle der Liste wird mit role=list übermittelt.
Die Rolle der Listeneinträge wird mit role=listitem übermittelt.
Verschachtelte Listen können gemäß ARIA-Spezifikation mit aria-level umgesetzt werden. Dies wird allerdings nur von der Windows Sprachausgabe korrekt ausgegeben. Damit die Ausgabe von verschachtelten Listen auch durch JAWS und NVDA korrekt erfolgen kann, sollten verschachtelte Listen im Quellcode korrekt verschachtelt werden (Beispiel: <div role=list><div role=listitem>Eintrag 1<div role=list><div role=listitem>Eintrag 1.1 …).
Weitere Informationen: list role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link)
Synonyme: Table
Siehe auch: Liste, Hierarchische Tabelle
Eine Tabelle dient der strukturierten Anzeige von Daten (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.44).
Eine Tabelle besteht aus Zellen, die in Spalten und Zeilen angeordnet sind. Meist befinden sich in der ersten Zeile die Spaltenüberschriften und häufig in der ersten Spalte die Zeilenüberschriften. Darüber hinaus können Tabellen verschiedene Funktionalitäten enthalten, z. B.
Sortieren und Filtern der Zellinhalte (z. B. über die Spaltenüberschriften),
Skalieren der Spalten- und Zeilengröße,
Ein- und Ausblenden von Spalten bzw. Änderung der Reihenfolge der Spalten,
Ein- und Ausblenden untergeordneter Tabellenzeilen (siehe: Hierarchische Tabelle),
Anzeige von Summenzeilen am Tabellenende,
Inline-Bearbeiten der Zellinhalte (im Folgenden als Bearbeitungsmodus bezeichnet),
externes Bearbeiten der Zellinhalte, z. B. über eine Werkzeugleiste oberhalb der Tabelle oder Schalter innerhalb der Tabellenzellen,
Auswählen von Tabellenzeilen, z. B. per Checkboxen (Mehrfach-Auswahl) oder Radiobutton (Einfach-Auswahl),
Auswählen von Tabellenzellen, z. B. per Markieren mit der Maus oder Tastatur,
Blättern oder Scrollen durch die Datensätze, ggf. mit einer Paginierung.
Die Anforderungen an die einzelnen Bedienelemente innerhalb der Tabelle werden beim jeweiligen Bedienelement beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen für das gesamte Element beschrieben.

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 390 | Kontrast | Die Textinhalte der Tabellenzellen müssen zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3 |
| 391 | Kontrast | Die grafischen Inhalte der Tabellenzellen müssen zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 392 | Kontrast | Grafisch übermittelte Statusunterschiede zwischen den Tabellenzellen müssen zum Hintergrund bzw. zu den Zellen mit einem anderen Status ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Hinweis: Das gilt z. B. für den Status „gewählt“, „sortiert“ oder „bearbeitbar“. | Soll | EN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1, 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 393 | Kontrast | Sind die Tabellenzellen ausschließlich aufgrund ihrer farblichen Gestaltung als solche zu erkennen, muss diese Farbe zu benachbarten Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Hinweis 1: Eine Zelle kann z. B. aufgrund ihres Rahmens oder ihrer Hintergrundfarbe als solche erkennbar sein. Hinweis 2: Die Anforderung gilt nicht, wenn die Zellen z. B. aufgrund der Abstände untereinander eindeutig als solche zu erkennen sind. | Soll | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 394 | Beschriftung | Die Spalten und Zeilen müssen über Spalten- und Zeilenüberschriften beschriftet werden. Hinweis: Die gesamte Tabelle kann ebenfalls beschriftet werden. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.6 |
| 395 | Wert | Tabellen sollen keine Zeilen oder Spalten besitzen, die nur leere Zellen besitzen. | Soll | EN 301 549: 11.5.2.7 |
| 396 | Vergrößerung | Keine Tabellenzelle darf bei 400% Zoom breiter als 320 px sein, damit deren Inhalte ohne horizontales Scrollen wahrnehmbar sind. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.10, 11.1.4.10 |
| 397 | Fokussichtbarkeit | Erhält eine Tabellenzelle oder ein Element in dieser den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 398 | Tastaturbedienung | Alle Bedienelemente innerhalb der Tabelle müssen mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). Hinweis 1: Dies gilt auch für Funktionen, die über die Spaltenüberschriften aufgerufen werden können, wie z. B. das Sortieren der Zellinhalte oder das Anpassen der Spaltenbreite über die Bereichstrenner zwischen den Spaltenüberschriften. Hinweis 2: Alternativ können Bedienelemente außerhalb der Tabelle verwendet werden, um Tabellenfunktionalitäten zu ermöglichen. Hinweis 3: Werden Tastaturkürzel eingesetzt, um die Tastaturbedienung zu ermöglichen, müssen diese in der Anwendung und Hilfe beschrieben werden. Hinweis 4: Die Bedienung der Elemente darf nicht in den Konflikt mit der Navigation durch die Tabelle geraten. Wenn z. B. mit den Pfeiltasten durch die Tabelle navigiert werden kann, darf die Tabelle keine Bedienelemente enthalten, die mit den Pfeiltasten bedient werden, außer es kann in den Bearbeitungsmodus gewechselt werden. | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 399 | Klickbereich | Der Klickbereich der Bedienelemente innerhalb der Tabelle soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2 |
Bei Anwendungen, die den virtuellen Cursor unterstützen, erhalten die Tabellen und deren Zellen nicht den Tastaturfokus. Lediglich interaktive Elemente innerhalb der Tabellenzellen sollen mit der Tastatur erreicht und bedient werden können. Dies gilt nur, sofern die Tabelle nicht mit role=grid ausgezeichnet ist. Tabellen mit role=grid werden wie Tabellen in Anwendungen ohne virtuellen Cursor bedient (siehe folgenden Abschnitt).
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren interaktiver Elemente in der Tabelle | TAB | Erforderlich |
| Verlassen interaktiver Elemente in der Tabelle | TAB | Erforderlich |
| Bedienung interaktiver Elemente in der Tabelle | Entsprechend des jeweiligen Elements | Erforderlich |
Bei Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen, sowie bei Tabellen, die mit role=grid ausgezeichnet wurden, muss jede Tabellenzelle den Fokus erhalten können, damit deren Inhalte mit Assistenztechnologie (z. B. Screenreader) wahrnehmbar sind. Es ist nicht ausreichend, wenn z. B. nur zeilenweise durch die Tabelle navigiert werden kann.
Bei Tabellen in Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen, wird zwischen dem Navigations- und Bearbeitungsmodus unterschieden:
In Navigationsmodus kann mit den Pfeiltasten zwischen den Zellen navigiert werden.
Im Bearbeitungsmodus können die interaktiven Elemente innerhalb einer Zelle bedient werden. Sofern die Zelle mehrere interaktiven Elemente enthält, so kann im Bearbeitungsmodus zwischen den Elementen navigiert werden.
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren der Tabelle | TAB | Erforderlich |
| Verlassen der Tabelle | TAB | Erforderlich |
| Zellenweise Navigation innerhalb der Tabelle im Navigationsmodus | PFEIL AUF/AB/LINKS/RECHTS | Erforderlich |
| Horizontale Schnellnavigation im Navigationsmodus (Navigation zur ersten bzw. letzten Zelle in der aktuellen Zeile) | POS 1, ENDE | Erforderlich bei vielen Spalten |
| Vertikale Schnellnavigation im Navigationsmodus (mit einer fest definierten Schrittweite) | BILD AUF/AB Hinweis: Die Schrittweite soll mit der Anzahl der sichtbaren Zeilen übereinstimmen. | Erforderlich bei vielen Zeilen |
| Schnellnavigation im Navigationsmodus (Navigation zur ersten bzw. letzten Zelle in der aktuellen Zeile) | STRG+POS 1, STRG+ENDE | Erforderlich bei vielen Zeilen und Spalten |
| Schnellnavigation im Navigationsmodus (Navigation zur ersten bzw. letzten Zelle in der Tabelle) | STRG+POS 1, STRG+ENDE | Empfohlen |
| Wechsel in den Bearbeitungsmodus | F2, EINGABE, [Texteingabe bei Eingabefeldern] | Erforderlich, wenn Bearbeitungsmodus vorhanden |
| Wechsel in den Navigationsmodus | F2, EINGABE, ESC Hinweis: Bei ESC sollen die vorgenommenen Änderungen in der Tabellenzelle verworfen werden. | Erforderlich, wenn Bearbeitungsmodus vorhanden |
| Navigation innerhalb der Zelle im Bearbeitungsmodus | Tab | Erforderlich, wenn Bearbeitungsmodus vorhanden |
| Bedienung interaktiver Elemente im Bearbeitungsmodus | Entsprechend des jeweiligen Elements | Erforderlich, wenn Bearbeitungsmodus vorhanden |
| Bedienung eines interaktiven Elements im Navigationsmodus (sofern die Zelle nur dieses Element enthält und das Element nicht mit den Pfeiltasten bedient wird) | Entsprechend des jeweiligen Elements (z. B. EINGABE für Links und LEER für Schalter oder Checkboxen) Hinweis: Elemente, die mit den Pfeiltasten bedient werden, dürfen sich nicht in Tabellen ohne Bearbeitungsmodus befinden, da die Pfeiltasten zur Navigation durch die Tabelle genutzt werden. | Erforderlich, wenn kein Bearbeitungsmodus vorhanden |
| Bedienung eines interaktiven Elements im Navigationsmodus (sofern die Zelle nur dieses Element enthält und das Element nicht mit den Pfeiltasten bedient wird) | Entsprechend des jeweiligen Elements (z. B. EINGABE für Links und LEER für Schalter oder Checkboxen) | Empfohlen, wenn Bearbeitungsmodus vorhanden |
| Auswählen von Tabellenzellen, -zeilen, -spalten |
Hinweis: Die Auswahl benachbarter und nicht-benachbarter Zellen, Zeilen oder Spalten erfolgt wie beim Element Mehrfach-Auswahlliste beschrieben. | Erforderlich, wenn Auswählen möglich ist |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Bedienung interaktiver Elemente | Entsprechend des jeweiligen Elements | Erforderlich |
| Auswählen von Tabellenzellen, -zeilen, -spalten |
Hinweis: Die Auswahl benachbarter und nicht-benachbarter Zellen, Zeilen oder Spalten erfolgt wie beim Element Mehrfach-Auswahlliste beschrieben. | Erforderlich wenn Auswählen möglich ist |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 400 | Rolle | Die Rollen Tabelle, Tabellenbeschriftung, Tabellenzeile, Spaltenüberschrift, Zeilenüberschrift und Tabellenzelle müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 401 | Rolle | Die einzelnen Rollen für Tabellen dürfen nur für Datentabellen verwendet werden. Layouttabellen, die lediglich der visuellen Gestaltung und nicht der Anzeige tabellarischer Daten dienen, dürfen nicht mit diesen Rollen ausgezeichnet werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 402 | Rolle | Inhalte, die mit der Tabelle assoziiert sind, aber keine tabellarischen Daten enthalten (wie z. B. die Paginierung), dürfen sich nicht innerhalb der Tabelle befinden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 403 | Name | Die Tabelle muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 404 | Name | Sofern die Tabelle eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 405 | Status | Der Status der Tabelle muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). Hinweis: Das gilt z. B. für den Status „bearbeitbar“, „sortierbar“ oder „auswählbar“, sofern diese Funktionen nicht explizit über fokussierbare Bedienelemente wahrnehmbar ist. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 406 | Status | Der Status der Tabellenzellen muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). Hinweis: Das gilt z. B. für den Status „gewählt“, „sortiert“ oder „deaktiviert“. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 407 | Wert | Der Inhalt der Tabellenzellen muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7 |
| 408 | Spalten- und Zeilenüberschriften | Wenn die Tabelle Spalten- und Zeilenüberschriften besitzt, so müssen diese für jede Zelle an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 11.5.2.6 |
| 409 | Desktop: Elementhierarchie | Die Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb der Tabelle müssen an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.9 |
| 410 | Bedienung | Die Tabelle bzw. die darin enthaltenen interaktiven Elemente müssen mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
| 411 | Aktualisierung | Aktualisierungen hinsichtlich der Tabelleninhalte und dem Status der Tabellenzellen müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 412 | Desktop: Position | Größe und Position der Tabellenzellen und der darin befindlichen interaktiven Elemente müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5 |
Einige Programmiersprachen für Desktop-Anwendungen ermöglichen nicht die Erstellung von Tabellen, welche die Anforderungen an die Navigation innerhalb der Tabelle (mit den Pfeiltasten) erfüllen. Stattdessen kann durch die Tabelle nur zeilenweise navigiert werden. Somit kann z. B. mit einem Screenreader die Tabelle nicht strukturiert wahrgenommen werden (weil die gesamte Zeile, ggf. ohne die dazugehörigen Spaltenüberschriften) ausgegeben werden. Darüber hinaus können dann meist auch die Bedienelemente in der Tabelle nicht mit der Tastatur bedient werden.
In folgenden Ausnahmefällen ist die Verwendung dieser Tabellen akzeptabel, sofern die verwendete Technologie keine Alternative anbietet:
Die Tabelle enthält nur zwei Spalten oder
die Tabelle enthält maximal fünf Spalten und die Spaltenüberschriften und Zellinhalte sind kurz (maximal ein bis zwei Worte oder Zahlen) und
die Spaltenüberschriften werden bei der Navigation durch die Zeilen mit ausgegeben oder die Ausgabe ist nicht notwendig, weil sich der Zweck der Spalten aus dem Kontext (z. B. dem Zellinhalt) ergibt und
die Zeilen und Spaltenüberschriften enthalten keine Bedienelemente bzw. alle Bedienelemente sind mit Assistenztechnologie wahrnehmbar (Rolle, Zweck, Status) sowie mit der Tastatur bzw. Assistenztechnologie bedienbar.
Sofern diese Anforderungen nicht erfüllt werden können, muss eine andere Darstellungsform für die Daten gewählt werden.
Einige Programmiersprachen für Software ermöglichen nicht die Erstellung von Tabellen, welche die hier genannten Anforderungen an die Bedienung interaktiver Elemente innerhalb von Tabellen erfüllen. In diesem Fall sollen interaktive Elemente innerhalb der Tabellen vermieden werden. Stattdessen sollen die Tabellen dann nur zur Anzeige von Daten verwendet werden und die zugehörigen interaktiven Elemente sollen sich außerhalb der Tabelle befinden. Beispiele:
So können vor der Tabelle ein oder mehrere Bedienelemente eingefügt werden, mit denen die Sortierung der Tabelleninhalte gesteuert wird.
Oberhalb der Tabelle kann ein Formular zum Filtern der Tabelleninhalte eingefügt werden.
Oberhalb der Tabelle kann ein Schalter eingefügt werden, über den sich ein modaler Dialog öffnen lässt. Im modalen Dialog kann die Tabelle vollständig mit der Tastatur konfiguriert werden (z. B. Anpassen der Spaltenbreiten).
Oberhalb der Tabelle befindet sich eine Werkzeugleiste, mit der ausgewählte Tabellenzeilen bearbeitet oder gelöscht werden können.
Alternativ können Tastaturkürzel oder Kontextmenüs verwendet werden, um die Tastaturbedienung zu ermöglichen. In diesem Fall muss auf diese Bedienalternative in der Anwendung und Hilfe hingewiesen werden.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, zusätzlich zu den ggf. nicht barrierefreien Bedienelementen in der Tabelle die barrierefreie Bedienung über Bedienelemente außerhalb der Tabelle zu gewährleisten.
Synonyme: Tabelle mit Baumstruktur, Treegrid, Tree table
Siehe auch: Tabelle, Baumstruktur, Akkordeon
Eine hierarchische Tabelle dient der strukturierten Anzeige von hierarchischen Daten in Spalten und Zeilen, wobei untergeordnete Daten zeilenweise ein- und ausgeblendet werden können. Ein Indikator bei den Zeilen zeigt an, ob die untergeordneten Zeilen ein- oder ausgeblendet sind.
Meist befinden sich in der ersten Zeile die Spaltenüberschriften und häufig in der ersten Spalte die Zeilenüberschriften. Hierarchische Tabellen können interaktive Elemente enthalten, z. B. Schalter zum Ausführen einer Aktion oder Checkboxen zur Auswahl einer Tabellenzeile.

Die Anforderungen an die Tabelle werden im Kapitel „Tabelle“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass in der Tabelle untergeordnete Zeilen ein- und ausgeblendet werden können.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 454 | Kontrast | Die Icons, die den Status der Tabellenzeilen anzeigen (ein- oder ausgeblendet), müssen zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
Die Anforderungen an die Tabelle werden im Kapitel „Tabelle“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass in der Tabelle untergeordnete Zeilen ein- und ausgeblendet werden können.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 455 | Klickbereich | Der Klickbereich der Elemente zum Ein- und Ausblenden untergeordneter Zeilen soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Untergeordnete Zeilen ein- und ausblenden | Nicht standardisiert, d. h. die Bedienung sollte in der Anwendung und Hilfe beschrieben werden | Erforderlich |
| Untergeordnete Zeilen ein- und ausblenden | Doppelklick auf übergeordnete Zeile | Empfohlen |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Untergeordnete Zeilen ein- und ausblenden | Linksklick auf Icon zum Ein- und Ausblenden | Erforderlich |
| Untergeordnete Zeilen ein- und ausblenden | Doppelklick auf übergeordnete Zeile | Empfohlen |
Die Anforderungen an die Tabelle werden im Kapitel „Tabelle“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass in der Tabelle untergeordnete Zeilen ein- und ausgeblendet werden können.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 413 | Rolle | Die Rolle hierarchische Tabelle muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 414 | Status | Der Status der Tabellenzellen muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). Hinweis: Dies bezieht sich auch auf den Status „geöffnet“ oder „geschlossen“ (in Bezug auf die untergeordneten Zeilen). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 415 | Desktop: Elementhierarchie | Die Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb der hierarchischen Tabelle müssen an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.9 |
| 416 | Desktop: Elementhierarchie | Die Hierarchie-Ebene der Tabellenzeilen muss an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.9 |
Synonyme: Titel, Title
Siehe auch: Überschrift, Statuszeile
Die Titelzeile ist das oberste Element im Anwendungsfensters und enthält den Titel (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.47).
Der Text in der Titelzeile ist in der Regel einzeilig. Die Titelzeile kann ein Anwendungs-Icon enthalten. Der Titel des Fensters wird auch bei den Icons in der Taskleiste oder beim Wechsel zwischen den Anwendungen mit ALT+TAB angezeigt. Die Titelzeile enthält häufig interaktive Elemente (zum Schließen, Skalieren und Minimieren der Anwendung), die sich nicht im Tab-Kreislauf befinden.
Im Folgenden werden nur die Anforderungen beschrieben, die sich direkt auf die Titelzeile beziehen. Anforderungen an die Elemente innerhalb der Titelzeile sind beim jeweiligen Element beschrieben.
Hinweis: Die meisten Anforderungen an die Titelzeile beziehen sich ausschließlich auf Desktop-Anwendungen. Bei Web-Anwendungen stellt der Browser das Fenster mit der Titelzeile dar. Die Web-Anwendung selbst enthält keine Titelzeile. Allerdings wird über das <title>-Element die Beschriftung der Titelzeile des Browsers definiert.

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 417 | Beschriftung | Die Beschriftung der Titelzeile muss aussagekräftig sein. Hinweis: Die Titelzeile soll den Anwendungsnamen und ggf. den Dokumenttitel/ Dateinamen oder den Zweck/die Funktion des Fensters enthalten. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.2 11.2.4.6 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 418 | Desktop: Tastaturbedienung | Die Bedienelemente zum Schließen, Skalieren und Minimieren des Anwendungsfensters müssen mit der Tastatur bedient werden können (siehe Fenster). | Muss | EN 301 549: 11.2.1.1 |
| 419 | Desktop: Tastaturbedienung | Alle sonstigen Bedienelemente innerhalb der Titelzeile müssen mit der Tastatur bedienbar sein. Die Bedienung dieser Elemente wird beim jeweiligen Element beschrieben. | Muss | EN 301 549: 11.2.1.1 |
| 420 | Klickbereich | Der Klickbereich der Bedienelemente innerhalb der Titelzeile soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 421 | Desktop: Bedienung | Die Schalter in der Titelzeile müssen mit Assistenztechnologie bedient werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
Synonyme: Fußzeile, Statusinformation, Footer, Status bar
Siehe auch: Titelzeile
Die Statuszeile dient der Anzeige von Statusinformationen (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.40). Die Statuszeile kann darüber hinaus Bedienelemente enthalten. Die Statuszeile befindet sich in der Regel am unteren Rand des Fensters. Die Verwendung einer Statuszeile innerhalb des Anwendungsfensters ist optional.
Im Folgenden werden nur die Anforderungen beschrieben, die sich direkt auf die Statuszeile beziehen. Anforderungen an die Elemente innerhalb der Statuszeile sind beim jeweiligen Element beschrieben.

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 422 | Tastaturbedienung | Die Bedienelemente der Statuszeile müssen mit der Tastatur bedient werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 11.2.1.1 |
| 423 | Klickbereich | Der Klickbereich der Bedienelemente innerhalb der Statuszeile soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Navigation zur Statuszeile |
| Erforderlich |
| Navigation aus der Statuszeile |
| Erforderlich |
| Navigation innerhalb der Statuszeile | TAB | Erforderlich |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 424 | Rolle | Die Rolle Statuszeile muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 425 | Aktualisierung | Wichtige Statusmeldungen müssen so ausgezeichnet werden, dass sie von Assistenztechnologien ausgegeben werden, ohne dass sie den Tastaturfokus erhalten. Hinweis: Wichtige Statusmeldungen wären z. B. Fehlermeldungen. Unwichtig wäre in einer Textverarbeitung die Statusmeldung über die Anzahl der eingegebenen Zeichen, zumal sich diese nach bei der Eingabe ständig ändern würde. | Muss | EN 301 549: 11.4.1.3.1 |
Synonyme: Dialogfenster, Message, Pop-up, Dialog, Dialogbox
Siehe auch: Fenster, Tooltip, Fehlermeldung
Ein modaler Dialog dient der Anzeige wichtiger Informationen und Bedienelemente in einem separaten Bereich. Ein modaler Dialog blockiert die Bedienung des Anwendungsfensters im Hintergrund (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.10).
Ein modaler Dialog enthält immer einen Text und einen oder mehrere Schalter, mit denen der Dialog geschlossen werden kann. Darüber hinaus kann der modale Dialog eine Titelzeile und Statusleiste sowie weitere Bedienelemente, Grafiken etc. enthalten.
Die Anforderungen an die Inhalte des modalen Dialogs werden beim jeweiligen Element beschrieben. Hier werden nur spezifische Anforderungen für den modalen Dialog beschrieben.
Beispiele:

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 426 | Vergrößerung | Der modale Dialog muss bis auf 200% skaliert werden können. Bei der Skalierung darf kein Inhalts- oder Funktionsverlust erfolgen (siehe Vergrößerung). Hinweis: Fixierte Kopf- und Fußzeilen im modalen Dialog sollen vermieden werden, weil diese dazu führen, dass der vertikal scrollbare Hauptbereich zu klein wird. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.4, 11.1.4.4.1 |
| 427 | Vergrößerung | Der modale Dialog muss bei 320px Bildschirmbreite vollständig und ohne horizontales Scrollen angezeigt werden. Wenn der modale Dialog notwendig zweidimensionale Inhalte, wie Tabellen, enthält, dürfen diese horizontal scrollbar sein (siehe Vergrößerung). | Muss | EN 301 549: 9.1.4.10, 11.1.4.10 |
| 428 | Sichtbarkeit | Der Dialog muss sich deutlich vom Hintergrund abheben. Hinweis 1: Dies kann z. B. durch einen Rahmen beim Dialog oder Ausgrauen des Hintergrunds erfolgen. Hinweis 2: Das gilt auch bei Verwendung der Windows-Kontrastanpassung. | Muss | EN 301 549: 11.1.4.11; 9.1.4.11 |
| 429 | Web: Beschriftung | Wenn der modale Dialog in einem separaten Browser-Fenster angezeigt wird, muss er eine aussagekräftige Beschriftung besitzen. Hinweis: Für die Beschriftung wird das | Muss | EN 301 549: 9.2.4.2 |
| 430 | Beschriftung | Der modale Dialog muss eine aussagekräftige Beschriftung besitzen. Hinweis: Die Beschriftung kann sich in der Titelzeile befinden. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.5, 11.2.4.6 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 431 | Tastaturbedienung | Der modale Dialog muss mit der Tastatur geöffnet, bedient und geschlossen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1 |
| 432 | Tastaturbedienung | Wenn der modale Dialog geöffnet wird, muss der Tastaturfokus in den Dialog gesetzt werden. Hinweis: In der Regel soll der Tastaturfokus an den Beginn des modalen Dialogs gesetzt werden. Bei einfachen modalen Dialogen kann der Fokus auch auf einen Schalter am Ende (z. B. „Ok“ oder „Abbrechen“) gesetzt werden, sofern sichergestellt wird, dass der Dialogtitel und -text vom Screenreader beim Öffnen des Dialogs automatisch ausgegeben wird. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3 |
| 433 | Tastaturbedienung | Solange der modale Dialog geöffnet ist, muss der Tastaturfokus innerhalb des Dialogs verbleiben. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3 |
| 434 | Tastaturbedienung | Wenn der modale Dialog geschlossen wird, muss der Tastaturfokus auf das auslösende Element oder auf ein Element, mit dem die Arbeit schlüssig fortgesetzt werden kann, zurückgesetzt werden. Hinweis: Das Zurücksetzen auf das auslösende Element ist z. B. nicht möglich, wenn dieses durch die Bedienung des Dialogs entfernt wurde. In diesem Fall empfiehlt es sich meist, den Tastaturfokus auf ein Element vor oder nach dem auslösenden Element zu setzen. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Navigation innerhalb des modalen Dialogs | TAB | Erforderlich |
| Schließen des modalen Dialogs |
| Erforderlich |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Schließen des modalen Dialogs | Linksklick auf entsprechenden Schalter | Erforderlich |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 435 | Rolle | Die Rolle modaler Dialog muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 436 | Name | Sofern der modale Dialog eine Beschriftung oder Beschreibung besitzt, müssen diese als Accessible Name bzw. Accessible Description übermittelt werden (siehe Beschriftung und Beschreibung). Hinweis 1: Die Teilzeile oder Hauptüberschrift des Dialogs sollen als Accessible Name verwendet werden. Hinweis 2: Enthält der modale Dialog nur wenig Textinhalte, so können diese als Accessible Description übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8 |
| 437 | Desktop: Elementhierarchie | Die Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb des Dialogs müssen an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.9 |
| 438 | Position | Größe und Position des modalen Dialogs müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokussichtbarkeit). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5 |
Synonyme: Trenner, Separator, Window Splitter, Splitter
Siehe auch: Griff, Schieberegler, Scrollbalken
Ein Bereichstrenner dient dem Skalieren eines Seitenbereichs oder von zwei benachbarten Seitenbereichen. Bereichstrenner werden auch zum Skalieren von Tabellenspalten und -zeilen verwendet.
Ein Bereichstrenner befindet sich zwischen zwei Seitenbereichen und besteht aus einem Balken und ggf. einem Griff. Bereichstrenner können verschiedene Ausprägungen besitzen:
horizontal oder vertikal angeordnet,
kontinuierliche oder schrittweise Skalierung,
Skalierung im Bereich von 0 bis 100% (d. h. zwischen ausgeblendet und Vollbild) oder mit einem beschränkten Bereich,
Skalierung beider Bereiche oder nur eines der beiden Bereiche (der andere Bereich wird dann lediglich verschoben, bleibt jedoch in seiner Größe unverändert).

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 438 | Kontrast | Der Balken oder Griff des Bereichstrenners muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 439 | Fokussichtbarkeit | Erhält der Bereichstrenner den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 440 | Tastaturbedienung | Der Bereichstrenner muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). Alternativ muss der Bereich per Tastatur skaliert werden können, wenn sich der Fokus im skalierbaren Bereich befindet. In diesem Fall muss die Tastaturbedienung des Bereichstrenners in der Anwendung bzw. Hilfe erläutert werden. Darüber hinaus muss dann sichergestellt werden, dass ein per Bedienung des Bereichstrenners ausgeblendeter Bereich auch wieder eingeblendet werden kann. Ausnahme: Wenn der Bereichstrenner keine relevante Funktion besitzt, muss er nicht tastaturbedienbar sein. Dies gilt z. B., wenn der Bereichstrenner der Skalierung von Seitenbereichen dient, in der Standarddarstellung alle Inhalte vollständig wahrnehmbar sind und die Skalierung keinen Mehrwert bringt. | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 441 | Zeigeinstrument-Bedienung | Die Zeigeinstrumentbedienung des Bereichstrenners darf nicht komplex sein. Hinweise: Komplexe Zeigeinstrumentbedienung ist
| Muss | EN 301 549: 9.2.5.1, 11.2.5.1 |
| 442 | Zeigeinstrument-Bedienung | Der Bereichstrenner soll auch ohne ziehende Zeigeinstrumentbedienung bedient werden können. Hinweis: Das kann z. B. erreicht werden, indem mit Klick der Bereichstrenner aktiviert und anschließend die Zielposition angeklickt wird. | Soll | WCAG 2.2 |
| 443 | Aktualisierungen | Bei Fokussierung und Bedienung des Bereichstrenners darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1, 9.3.2.2, 11.3.2.2 |
| 444 | Klickbereich | Der Klickbereich des Bereichstrenners soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2: 2.5.8 (AA) |
Hinweis: Die folgenden Anforderungen gelten nur, wenn der Bereichstrenner mit der Tastatur den Fokus erhält.
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren des Bereichstrenners | TAB | Erforderlich |
| Verlassen des Bereichstrenners | TAB | Erforderlich |
| Bedienung der Bereichstrenners | PFEIL AUF/AB, PFEIL LINKS/RECHTS (je nach Ausrichtung des Bereichstrenners) | Erforderlich |
| Bedienung der Bereichstrenners (minimale und maximale Skalierung) | POS1, ENDE | Empfohlen |
| Wechsel zwischen aktueller, minimaler und maximaler Skalierung | EINGABE LEER | Empfohlen |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Bedienung der Bereichstrenners | Linksklick und Ziehen des Balkens oder Griffs (Drag & Drop) | Erforderlich |
| Bedienung der Bereichstrenners | Linksklick zur Aktivierung, Bewegen des Zeigegeräts, Linksklick an der Zielposition | Empfohlen |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 445 | Rolle | Die Rolle des Bereichstrenners muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 446 | Wert | Der Wert des Bereichstrenners muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). Hinweis: Der Wert des Bereichstrenners wird häufig im Bereich von 0% bis 100% angegeben. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7 |
| 447 | Desktop: Wertebereich | Minimal- und Maximalwert des Bereichstrenners müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.7 |
| 448 | Status | Der Status des Bereichstrenners muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 449 | Ausrichtung | Die Ausrichtung des Bereichstrenners (vertikal oder horizontal) muss an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2 |
| 450 | Name | Der Bereichstrenner muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. Hinweis: Ein Bereichstrenner besitzt in der Regel keine sichtbare Beschriftung. Der Name des Bereichstrenners kann den Accessible Name der skalierbaren Bereiche enthalten. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
| 451 | Bedienung | Wenn der Bereichstrenner den Tastaturfokus erhält, muss er mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können. Andernfalls muss die Bedienalternative auch mit Assistenztechnologie bedienbar sein (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
| 452 | Aktualisierung | Aktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names, Werts oder Status des Bereichstrenners müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 453 | Desktop: Position | Größe und Position des Griffs (sofern vorhanden) bzw. des Bereichstrenners (sofern ohne Griff) müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5 |
Synonyme: Querverweis, Verweis, Verknüpfung, Hypertext-Link, Hyperlink
Siehe auch: Schalter, Menü, Image Map
Links ermöglichen die Navigation zu einer festgelegten Stelle (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.23).
Ein Link besitzt eine textliche oder grafische Beschriftung (z. B. ein Icon). Links besitzen meist einen visuellen Indikator, um den Link als solchen kenntlich zu machen, dies gilt insbesondere für Textlinks. Als visueller Indikator für Textlinks wird in der Regel eine Unterstreichung und eine abweichende Farbe verwendet.

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 454 | Kontrast | Wenn der Link eine Textbeschriftung besitzt, muss diese zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3 |
| 455 | Kontrast | Wenn der Link eine grafische Beschriftung besitzt, muss diese zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 456 | Kontrast | Wenn der Link ausschließlich aufgrund seiner Textfarbe als Link zu erkennen ist, muss das Kontrastverhältnis zwischen der Farbe benachbarter Textinhalte und der Textfarbe des Links mindestens 3:1 betragen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1 |
| 457 | Kontrast | Wenn der Link ausschließlich aufgrund eines grafischen Elements (z. B. Unterstreichung oder Icon) als Link zu erkennen ist, muss das Kontrastverhältnis zwischen grafischem Element und Hintergrundfarbe mindestens 3:1 betragen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 458 | Kontrast | Wenn der Status des Links grafisch übermittelt wird, so muss das Kontrastverhältnis zwischen grafischem Element und Hintergrundfarbe mindestens 3:1 betragen. Hinweis: Mit Status sind u. a. auch die folgenden Informationen gemeint:
| Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 459 | Beschriftung | Die sichtbare Beschriftung des Links muss mit dem Link-Namen, der an die Accessibility API übermittelt wird, übereinstimmen oder in diesem enthalten sein (siehe Beschriftung). | Muss | EN 301 549 9.2.5.3, 11.2.5.3 |
| 460 | Beschriftung | Der Linkzweck muss aus der Linkbeschriftung oder dem programmatisch verknüpften Linkkontext ermittelbar sein. Hinweis 1: Bei Desktop-Anwendungen gilt z. B. ein Tooltip, eine Beschriftung einer Gruppe oder eine Beschreibung als Linkkontext, sofern sie programmatisch mit dem Link verknüpft sind. Hinweis 2: Bei Web-Anwendungen gilt z. B. Text im gleichen Absatz oder Satz, im gleichen oder einem übergeordneten Listeneintrag, in der Abschnittsüberschrift, in der gleichen Tabellenzelle oder einer zugeordneten Spalten- oder Zeilenüberschrift als programmatisch ermittelbarer Linkkontext. | Muss | EN 301 549: 11.2.4.4 |
| 461 | Beschriftung | Der Linkzweck soll aus der Linkbeschriftung ermittelbar sein. Hinweis: Dies ist wichtig, weil der programmatisch ermittelbare Linkkontext mit dem Screenreader häufig nicht oder nur schwer ermittelt werden kann. Dies gilt insbesondere für die Linkübersicht, die der Screenreader anzeigen kann. | Soll | WCAG 2.1: 2.4.9 (AAA) |
| 462 | Beschriftung | Wenn der Link eine grafische Beschriftung besitzt, so soll der Link einen Tooltip mit einer Textbeschriftung besitzen. | Soll | WCAG 2.1: 3.3.5 (AAA); DIN EN ISO 9241-143: 9.6.11 |
| 463 | Beschriftung | Wenn der Link auf ein Ziel in einem anderen Programm oder Dokumentenformat verweist, soll beim Link darauf hingewiesen werden. | Soll | WCAG 2.1: 3.2.5 (AAA) |
| 464 | Web: Konsistenz | Dient eine Liste von Links der Navigation, dann sollen die Links auf jeder Maske in der gleichen relativen Reihenfolge dargestellt werden und den Tastaturfokus erhalten (siehe Konsistenz). | Muss | EN 301 549: 9.3.2.3 |
| 465 | Desktop: Konsistenz | Dient eine Liste von Links der Navigation, dann sollen die Links auf jeder Maske in der gleichen relativen Reihenfolge dargestellt werden und den Tastaturfokus erhalten (siehe Konsistenz). | Soll | WCAG 2.1: 3.2.3 (AA) |
| 466 | Position | Dient eine Liste von Links der Navigation, dann soll der Link, der auf die aktuelle Seite bzw. auf den Bereich, in dem sich die aktuelle Seite befindet, gekennzeichnet sein. | Soll | WCAG 2.1: 2.4.8 (AAA) |
| 467 | Fokussichtbarkeit | Erhält der Link den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 468 | Tastaturbedienung | Der Link muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 469 | Tastaturbedienung | Bei Aktivierung seiteninterner Links muss das verlinkte Element fokussiert werden. Es ist nicht ausreichend, wenn das verlinkte Element lediglich in den sichtbaren Bereich gescrollt wird. | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.4.3, 11.2.4.3 |
| 470 | Web: Tastaturbedienung | Inhaltsbereiche mit Links, die auf mehreren Seiten vorkommen, müssen mit der Tastatur übersprungen werden können (siehe Praxistipp Effiziente Tastaturnavigation). Hinweis: Dies betrifft insbesondere die Navigationslinks am Seitenanfang. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.1 |
| 471 | Tastaturbedienung | Enthält ein Fenster Bereiche mit vielen Links, so soll ein Mechanismus implementiert werden, um diese Seitenbereiche mit der Tastatur zu überspringen (siehe Praxistipp Effiziente Navigation). | Soll | DIN EN ISO 9241-171: 9.3.16, 9.3.17 |
| 472 | Tastaturbedienung | Aufeinanderfolgende Links mit gleichem Linkziel sollen vermieden werden. Hinweis: Das gilt u. a. für Kacheln, bei denen häufig sowohl die Überschrift und ein Text am Ende (z. B. „Mehr lesen“) verlinkt sind, sowie für Links, die eine Text- und grafische Beschriftung besitzen. | Soll | WCAG 2.1: 2.4.9 (AAA) |
| 473 | Aktualisierungen | Bei Fokussierung des Links darf keine Kontextänderung erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1 |
| 474 | Klickbereich | Wenn sich der Link nicht innerhalb von Fließtext befindet, soll der Klickbereich des Links mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2: 2.5.8 (AA) |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren des Links | TAB | Erforderlich |
| Verlassen des Links | TAB | Erforderlich |
| Aktivieren des Links | EINGABE | Erforderlich |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Aktivieren des Links | Linksklick | Erforderlich |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 475 | Rolle | Die Rolle Link muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 476 | Status | Der Status des Links muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). Hinweis: Dies bezieht sich auch auf Informationen
sofern diese Information in visueller Form übermittelt wird. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 477 | Name | Der Link muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. Hinweis: Ist der Accessible Name nicht aussagekräftig, kann auch der programmatisch wahrnehmbare Linkkontext zur Übermittlung des Linkzwecks dienen. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.4, 11.2.4.4, 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 478 | Name | Sofern der Link eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.4, 11.2.4.4, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 479 | Bedienung | Der Link muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
| 480 | Aktualisierung | Aktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names oder Status des Links müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 481 | Desktop: Position | Größe und Position des Links müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13 |
JAWS: [Beschriftung] Link | Link diese Seite | besuchter Link | Mail senden Link | FTP Link
NVDA: [Beschriftung] Link | besucht Link
Windows Sprachausgabe: Link [Beschriftung] Wert [URL]
Hinweis:
JAWS und NVDA unterscheiden zwischen besuchten und nicht-besuchten Links.
Mit JAWS ist der Link-Typ einiger Links wahrnehmbar (Link zu Email- und FTP-Adressen, seiteninterne Links).
Mit der Windows Sprachausgabe ist der Link-Typ bei den meisten Links wahrnehmbar, weil die URL als Wert des Links ausgegeben wird. Die Ausgabe der URL erfolgt jedoch nicht korrekt, so wird z. B. „http://“ als „http skeptischer Smiley“ ausgegeben.
Der Link sollte mit dem HTML-Element <a href=URL> umgesetzt werden. Das href-Attribut ist verpflichtend.
Beschriftung:
Die Beschriftung des Links sollte über den Textinhalt erfolgen.
Bei grafischen Links erfolgt die Beschriftung über den Alternativtext der Grafik oder per aria-label. Dabei sollte beachtet werden, dass die Linkbeschriftung nicht die Grafik beschreibt, sondern den Linkzweck. Wenn der Inhalt der Grafik ebenfalls relevant ist, sollten die Grafik nicht verlinkt werden, sondern sich der Link vor oder nach der Grafik befinden.
Die Beschriftung der Links sollte knapp sein. Beispiel: Bei einer Kachel mit Überschrift, Grafik, Teaser-Text, Schlagworten etc. sollte nicht die gesamte Kachel verlinkt werden, sondern lediglich die Überschrift.
Die Beschriftung der Links sollte eindeutig und aussagekräftig sein. Links, die mit „Hier klicken“ oder „Weitere Informationen“ beschriftet sind, sind nicht aussagekräftig. Die Beschriftung sollte entweder aussagekräftig formuliert werden (z. B. „Weitere Informationen zur Barrierefreiheit“) oder die Beschreibung sollte den Linkzweck erläutern (z. B. indem per aria-describedby auf den relevanten Linkkontext verwiesen wird).
Status und Typ:
Links können nicht als deaktiviert (disabled) ausgezeichnet werden. Links, die nicht bedienbar sind, können mit dem <a>-Element ohne das href-Attribut ausgezeichnet werden.
Bei Links, die der Seitennavigation dienen, kann mit aria-current=page der Link ausgezeichnet werden, der auf die aktuelle Seite verweist.
Links, die zum Ein- und Ausblenden von Bereichen dienen, sollten mit aria-expanded ausgezeichnet werden, um den Status der Bereiche (ein- oder ausgeblendet) zu übermitteln.
Links, über die ein Pop-up geöffnet wird, sollten mit aria-haspopup ausgezeichnet werden.
Sofern der Link nicht eine neue Webseite im aktuellen Browserfenster öffnet, sollte auf das abweichende Linkziel visuell hingewiesen werden (z. B. Link öffnet Seite im neuen Browserfenster, Link verweist auf ein PDF-Dokument).
Besitzen die Links einen grafischen Hinweis, der auf den Linktyp hinweist (z. B. Link zu einer externen Seite, Link öffnet Seite im neuen Browserfenster, Link verweist auf ein PDF-Dokument, verlinkte E-Mail-Adresse), sollte diese Information auch mit Assistenztechnologien wahrnehmbar sein. In der Regel handelt es sich bei dem Linktyp um eine sekundäre Information, so dass sie dementsprechend nicht als Teil der Beschriftung, sondern als Beschreibung (z. B. per title- oder aria-describedby-Attribut) oder zumindest erst am Ende der Beschriftung ausgegeben werden sollte.
Weitere Informationen: 4.6 Links - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link)
Wird der Link nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte zusätzlich zu den Hinweisen zu HTML-Links Folgendes beachtet werden:
Die Rolle wird mit role=link übermittelt.
Deaktivierte Links können mit aria-disabled ausgezeichnet werden.
Die Übermittlung der Information, dass ein Link bereits besucht wurde oder dass es sich um einen seiteninternen Link handelt, ist mit ARIA-Links nicht möglich.
Die Links sollten visuell so gekennzeichnet werden (z. B. mit einem Icon oder einer Unterstreichung), damit deren Rolle auch bei Verwendung der Windows-Kontrastanpassung wahrnehmbar ist.
Weitere Informationen: link role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org), Link Pattern | APG | WAI | W3C
Synonyme: Schaltfläche, Befehlsschaltfläche, Button, Push Button
Siehe auch: Menüschaltfläche, Link, Umschalter, Wechselschalter, Registerkarte, Akkordeon
Schalter dienen der Ausführung eines Befehls (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.32).
Ein Schalter besitzt eine textliche oder grafische Beschriftung sowie einen visuellen Indikator, um den Schalter als solchen kenntlich zu machen. Als visueller Indikator für Schalter wird meist ein Rahmen verwendet.
Schalter können innerhalb anderer Elemente verwendet werden, z. B. in Tabellen, Baumstrukturen, Werkzeugleisten, Scrollbalken, Karteireitern von Registerkarten, Akkordeons, Eingabefeldern, Drehfeldern, Ausklapplisten und kombinierten Eingabefeldern. Abweichende Anforderungen an die Schalter werden in den Abschitten zu diesen Elementen beschrieben.

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 482 | Kontrast | Besitzt der Schalter eine Textbeschriftung, so muss diese zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3 |
| 483 | Kontrast | Besitzt der Schalter eine grafische Beschriftung, so muss diese zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 484 | Kontrast | Ist der Schalter ausschließlich aufgrund seiner farblichen Gestaltung als solcher zu erkennen, muss diese Farbe zu benachbarten Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Hinweis 1: Ein Schalter kann z. B. aufgrund seines Rahmens oder seiner Hintergrundfarbe als interaktives Element erkennbar sein. Hinweis 2: Die Anforderung gilt nicht, wenn der Schalter z. B. aufgrund seiner Position oder Beschriftung eindeutig als Schalter zu erkennen ist. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 485 | Beschriftung | Die sichtbare Beschriftung des Schalters muss mit dem Schalter-Namen, der an die Accessibility API übermittelt wird, übereinstimmen oder in diesem enthalten sein (siehe Beschriftung). | Muss | EN 301 549 9.2.5.3, 11.2.5.3 |
| 486 | Beschriftung | Besitzt der Schalter eine grafische Beschriftung, so soll der Schalter einen Tooltip mit einer Textbeschriftung besitzen. | Soll | WCAG 2.1: 3.3.5 (AAA); DIN EN ISO 9241-143: 9.6.11 |
| 487 | Fokussichtbarkeit | Erhält die Schalter den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 488 | Tastaturbedienung | Der Schalter muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Tabelle Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 489 | Tastaturbedienung | Häufig benötigte Schalter sollen ein Tastaturkürzel besitzen, das in der Anwendung und Hilfe dokumentiert wird. | Soll | DIN EN ISO 9241-171: 9.3.10 |
| 490 | Web: Tastaturbedienung | Inhaltsbereiche mit Schaltern, die auf mehreren Seiten vorkommen, müssen mit der Tastatur übersprungen werden können (siehe Praxistipp Effiziente Navigation). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.1 |
| 491 | Tastaturbedienung | Enthält ein Fenster Bereiche mit vielen Schaltern, so soll ein Mechanismus implementiert werden, um diese Seitenbereiche mit der Tastatur zu überspringen (siehe Praxistipp Effiziente Navigation). | Soll | DIN EN ISO 9241-171: 9.3.16, 9.3.17 |
| 492 | Zeigeinstrumentbedienung | Die versehentliche Aktivierung des Schalters muss rückgängig gemacht oder abgebrochen werden können. Um das zu erreichen, darf der Schalter erst beim Loslassen aktiviert werden, d. h. erst beim Up-Event und nicht bereits beim Down-Event (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Muss | EN 301 549: 9.2.5.2, 11.2.5.2 |
| 493 | Aktualisierungen | Bei Fokussierung des Schalters darf keine Kontextänderung erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1 |
| 494 | Aktualisierungen | Wird durch Aktivierung des Schalters ein neues Fenster oder ein modales Pop-up geöffnet, muss der Fokus in das Fenster bzw. Pop-up gesetzt werden (siehe Navigationsreihenfolge). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3 |
| 495 | Aktualisierungen | Wird durch Aktivierung des Schalters innerhalb der aktuellen Programmoberfläche eine nicht angekündigte Kontextänderung durchgeführt, so muss diese nach der aktuellen Position des Tastaturfokus erfolgen oder der Fokus muss an den Beginn des aktualisierten Bereichs gesetzt werden. | Muss | EN 301 549: 11.2.4.3 |
| 496 | Aktualisierungen | Wird durch Aktivierung des Schalters innerhalb der aktuellen Programmoberfläche eine Aktualisierung durchgeführt, die eine Interaktion der Benutzenden erfordert, so soll diese nach der aktuellen Position des Tastaturfokus erfolgen. Der Tastaturfokus soll auf dem Schalter verbleiben oder an den Beginn des aktualisierten Bereichs gesetzt werden (siehe Kontextänderung). Hinweis: Nutzerinteraktion kann das Lesen einer Information oder das Bedienen von interaktiven Elementen bedeuten. | Soll | WCAG 2.1: 3.2.5 (AAA) |
| 497 | Aktualisierungen | Wird durch Aktivierung des Schalters dieser aus der Programmoberfläche entfernt, soll der Fokus auf ein benachbartes Bedienelement oder auf ein Bedienelement gesetzt werden, mit dem die Arbeit schlüssig fortgesetzt werden kann. Hinweis: Dies betrifft z. B. Löschen-Schalter, die sich auf ein einzelnes Element beziehen. | Soll | WCAG 2.1: 3.2.5 (AAA) |
| 498 | Klickbereich | Der Klickbereich des Schalters soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren des Schalters | TAB | Erforderlich |
| Verlassen des Schalters | TAB | Erforderlich |
| Aktivieren des Schalters | LEER, EINGABE | Erforderlich |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Aktivieren des Schalters | Linksklick | Erforderlich |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 499 | Rolle | Die Rolle Schalter muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 1.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 500 | Status | Der Status des Schalters muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 501 | Name | Der Schalter muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2. |
| 502 | Name | Sofern der Schalter eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 503 | Name | Sofern sich der Zweck des Schalters aus dem visuellen Kontext ergibt, muss dieser Kontext als Teil des Accessible Names oder der Accessible Description übermittelt werden. Hinweis: So darf der Accessible Name eines Schalters nicht nur „Schließen“ oder „Löschen“ lauten, wenn sich nur aus dem visuellen Kontext ergibt, welches Element geschlossen oder gelöscht wird. Stattdessen muss der Accessible Name z. B. „Schließe Pop-up“ oder „Lösche Datei [Dateiname]“ lauten. Alternativ muss die Accessible Description einen Verweis auf das zu schließende oder löschende Element enthalten. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.3.3.2, 11.3.3.2 |
| 504 | Tastaturkürzel | Besitzt der Schalter ein visuell sichtbares Tastaturkürzel, so muss dies an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 505 | Bedienung | Der Schalter muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
| 506 | Aktualisierung | Aktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names oder Status des Schalters müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 507 | Desktop: Position | Größe und Position des Schalters müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: EN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13 |
JAWS: [Beschriftung] Schalter [Hinweis zur Bedienung mit der Eingabetaste]
NVDA: [Beschriftung] Schalter | Grafik Schalter
Windows Sprachausgabe: [Beschriftung] Schaltfläche
Hinweise:
Der Schaltertyp (type=reset, type=submit, type=button) ist mit den Screenreadern nicht wahrnehmbar.
Lediglich NVDA gibt das Element <input type=image> als „Grafik Schalter“ aus.
Der Schalter sollte mit den HTML-Elementen <button> oder <input type=button> umgesetzt werden. Für grafische Schalter kann <input type=image> verwendet werden. In Formularen können für die Schalter zum Absenden und Zurücksetzen der Eingaben außerdem <input type=submit> bzw. <input type=reset> verwendet werden.
Beschriftung:
Die Beschriftung der Schalter, die mit <button> ausgezeichnet sind, sollte über den Textinhalt erfolgen.
Die Beschriftung der Schalter, die mit <input> ausgezeichnet sind, sollte über das value-Attribut erfolgen.
Schalter, die mit <input type=submit> oder <input type=reset> ausgezeichnet sind, müssen nicht explizit beschriftet werden, weil sie automatisch durch den Browser beschriftet werden (z. B. mit „Senden“ und „Zurücksetzen“). Die Standard-Beschriftung der Browser kann jedoch mit dem value-Attribut überschrieben werden. Dies wird empfohlen, wenn in der Anwendung oder Hilfe auf diese Schalter Bezug genommen wird, weil je nach Browser die Schalterbeschriftung sonst unterschiedlich ist.
Bei grafischen Schaltern erfolgt die Beschriftung über den Alternativtext der Grafik (z. B. <input type=image alt=…> bzw. <button><img alt=…></button>) oder per aria-label. Dabei sollte beachtet werden, dass die Schalter-Beschriftung nicht die Grafik beschreibt, sondern den Zweck des Schalters.
Die Beschriftung der Schalter sollte knapp, eindeutig und aussagekräftig sein. Schalter, die mit „Hier klicken“ oder „Detailansicht“ beschriftet sind, sind nicht aussagekräftig. Die Beschriftung sollte entweder aussagekräftig formuliert werden (z. B. „Detailansicht zu Erika Mustermann“) oder die Beschreibung sollte den Zweck des Schalters erläutern (z. B. per aria-describedby oder title).
Status und Typ:
Schalter können als deaktiviert (disabled) ausgezeichnet werden.
Bei Schaltern, die der Navigation oder Paginierung dienen, kann mit aria-current der Schalter ausgezeichnet werden, der auf das aktuelle Element verweist.
Schalter, die zum Ein- und Ausblenden von Bereichen dienen, sollten mit aria-expanded ausgezeichnet werden, um den Status der Bereiche (ein- oder ausgeblendet) zu übermitteln.
Schalter, die ein Pop-up öffnen, sollten nicht mit aria-haspopup ausgezeichnet werden, auch wenn das Attribut dafür gedacht ist. Der Grund dafür ist, dass aria-haspopup in Verbindung mit einem Schalter dazu führt, dass das Element als Menü-Schalter ausgegeben wird. Stattdessen sollten Links mit aria-haspopup verwendet werden oder Schalter mit einem textlichen Hinweis in der Beschreibung.
Weitere Informationen: 4.10.6 The button element - HTML Standard (whatwg.org), 4.10.5.1.21 Button state (type=button) - HTML Standard (whatwg.org), 4.10.5.1.19 Image Button state (type=image) - HTML Standard (whatwg.org), 4.10.5.1.18 Submit Button state (type=submit) - HTML Standard (whatwg.org), 4.10.5.1.20 Reset Button state (type=reset) - HTML Standard (whatwg.org)
Wird der Schalter nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte zusätzlich zu den Hinweisen zu HTML-Schaltern Folgendes beachtet werden:
Die Rolle wird mit role=button übermittelt.
Deaktivierte Schalter können mit aria-disabled ausgezeichnet werden.
Die Schalter sollten visuell so gekennzeichnet werden (z. B. mit einem Rahmen), damit deren Rolle auch bei Verwendung der Windows-Kontrastanpassung wahrnehmbar ist.
Weitere Informationen: button role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org), Button Pattern | APG | WAI | W3C
Synonyme: Kippschalter, Umschalter, Switch, Switch Button, Toggle Switch
Siehe auch: Schalter, Checkbox, Menüschalter, Umschalter
Ein Wechselschalter dient der Auswahl der Werte „An“ oder „Aus“. Der Wechselschalter kann auch für andere Werte-Paare verwendet werden, sofern diese Werte in Textform vermittelt werden.
Ein Wechselschalter besitzt einen Rahmen, in dem sich ein visueller Indikator befindet, der aufgrund seiner Position den gewählten Wert anzeigt. Der Indikator ist meist ein Kreis, der sich links (Wert „Aus“) oder rechts (Wert „An“) im Rahmen befindet.

Die Anforderungen an Schalter werden im Abschitt „Schalter“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um einen Schalter handelt, der zwei Zustände besitzen kann.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 508 | Kontrast | Der visuelle Indikator für den Wert muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 509 | Kontrast | Wird der Wert des Wechselschalters zusätzlich in Textform übermittelt, muss dieser zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3 |
| 510 | Wert | Der Wert des Wechselschalters soll zusätzlich in Textform übermittelt werden. Hinweis: Obwohl „An“ mit der rechten Position und „Aus“ mit der linken Position assoziiert ist, kann nicht davon ausgegangen werden, dass dies allen Benutzenden bekannt ist. Darüber hinaus wird der Wert häufig farblich gekennzeichnet („An“ mit grüner oder dunkler Farbe, „Aus“ mit rot oder heller Farbe). Die Farben können jedoch von beeinträchtigten Menschen ggf. nicht wahrgenommen werden. | Soll | DIN EN ISO 9241-143: 9.6.11 |
Die Anforderungen an Schalter werden im Abschitt „Schalter“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um einen Schalter handelt, der zwei Zustände besitzen kann.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 511 | Aktualisierungen | Bei Fokussierung und Bedienung des Wechselschalters darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.2, 11.3.2.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Bedienung des Wechselschalters | LEER | Erforderlich |
| Bedienung des Wechselschalters | EINGABE | Empfohlen |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Bedienung des Wechselschalters | Linksklick | Erforderlich |
Die Anforderungen an Schalter werden im Abschitt „Schalter“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um einen Schalter handelt, der zwei Zustände besitzen kann.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 512 | Rolle | Die Rolle Wechselschalter muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 513 | Wert | Der Wert des Wechselschalters muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7 |
| 514 | Wert | Wenn die Werte des Wechselschalters nicht „An“ und „Aus“ repräsentieren, sondern für andere Zustände verwendet werden, die in Textform beim Wechselschalter sichtbar sind, dann müssen diese Werte an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7 |
JAWS: [Beschriftung] Umschalter [aus | gedrückt an]
NVDA: [Beschriftung] Kontrollfeld [nicht aktiviert | aktiviert]
Windows Sprachausgabe: [Beschriftung] Schaltfläche [aus | ein]
Hinweis:
Obwohl mit role=switch eine eigene Rolle für Wechselschalter existiert, wird diese von den Screenreadern nicht ausgegeben. Stattdessen werden die Wechselschalter als Umschalter bzw. Checkboxen ausgegeben. Dies ist nicht problematisch, da die Funktionalität analog ist.
Problematisch ist lediglich, dass der Wert in Textform (sofern vorhanden) mit dem Screenreader nicht wahrnehmbar ist.
In HTML existiert kein Element für Wechselschalter. Stattdessen können Umschalter oder Checkboxen verwendet werden.
Bei Wechselschaltern sollte Folgendes beachtet werden:
Die Rolle wird mit role=switch übermittelt.
Der Status wird mit aria-checked=true|false übermittelt und muss bei Bedienung aktualisiert werden.
Die Beschriftung kann per Textinhalt oder aria-labelledby erfolgen.
Der Wechselschalter kann mit aria-readonly als schreibgeschützt und mit aria-disabled als deaktiviert ausgezeichnet werden.
Ein Wechselschalter kann mit aria-required als Pflichtfeld ausgezeichnet werden. Dies ist nur in Fällen sinnvoll, in denen der Wechselschalter im Status „An“ (aria-checked=true) abgesendet werden muss. Wenn hingegen in einer Gruppe von Wechselschaltern mindestens einer ausgewählt werden muss, sollte die Pflichtfeldkennzeichnung bei der Gruppe vorgenommen werden (z. B. Stern innerhalb der Gruppenbeschriftung).
Der Status des Wechselschalters sollte in Textform angezeigt werden, weil Farbinformationen (wie z. B. grün = an und rot = aus) für sehbeeinträchtigte Menschen ggf. nicht wahrnehmbar sind.
Der Wechselschalter sollte nur für den Status „an“ und „aus“ verwendet werden, weil andere Status-Informationen vom Screenreader nicht übermittelt werden. Alternativ sollten andere Statusinformationen als Teil der Beschriftung oder Beschreibung übermittelt werden. In diesem Fall sollte jedoch beachtet werden, dass zusätzlich der programmatische Status ausgegeben wird, was zu einer redundanten Ausgabe führt.
Die Darstellung des Wechselschalters sollte im Hochkontrast-Modus von Windows überprüft werden. So sollte der Wechselschalter selbst und der visuelle Indikator für den Status einen Rahmen besitzen und nicht nur per Hintergrundfarbe gekennzeichnet sein.
Der sichtbare Wechselschalter und das programmatisch fokussierte Element sollten die gleiche Position und Größe besitzen.
Weitere Informationen: switch role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Switch Pattern | APG | WAI | W3C
Synonyme: Toggle-Schalter, Toggle Button
Siehe auch: Schalter, Checkbox, Menüschalter, Wechselschalter
Umschalter dienen der Auswahl der Zustände „gedrückt“ oder „nicht gedrückt“ (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.48).
Ein Umschalter besitzt eine textliche oder grafische Beschriftung sowie einen visuellen Indikator, um den Umschalter als solchen kenntlich zu machen. Als visueller Indikator für Umschalter wird meist ein Rahmen verwendet. Darüber hinaus besitzt der Umschalter einen visuellen Indikator für den Status, z. B. eine abweichende Hintergrundfarbe.

Die Anforderungen an Schalter werden im Abschitt „Schalter“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um einen Schalter handelt, der zwei Zustände besitzen kann.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 515 | Kontrast | Wird der Status des Umschalters (gedrückt, nicht gedrückt) nur über eine abweichende Farbe übermittelt, muss das Kontrastverhältnis der Farben mindestens 3:1 betragen. Hinweis: Damit der Status des Umschalters auch bei der Windows-Kontrastanpassung sichtbar ist, soll dieser nicht ausschließlich per Farbe übermittelt werden. Stattdessen kann ein Icon oder ein Rahmeneffekt verwendet werden, um den Status zu übermitteln. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1 |
Die Anforderungen an Schalter werden im Abschitt „Schalter“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um einen Schalter handelt, der zwei Zustände besitzen kann.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 516 | Aktualisierungen | Bei Fokussierung und Bedienung des Umschalters darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.2, 11.3.2.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Bedienung des Umschalters (Statuswechsel zwischen „gedrückt“ und „nicht gedrückt“) | LEER | Erforderlich |
| Bedienung des Umschalters (Statuswechsel zwischen „gedrückt“ und „nicht gedrückt“) | EINGABE | Empfohlen |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Bedienung des Umschalters (Statuswechsel zwischen „gedrückt“ und „nicht gedrückt“) | Linksklick | Erforderlich |
Die Anforderungen an Schalter werden im Abschitt „Schalter“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um einen Schalter handelt, der zwei Zustände besitzen kann.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 517 | Rolle | Die Rolle Umschalter muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 518 | Status | Der Status des Umschalters muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). Hinweis: Dies bezieht sich auch auf den Status „gedrückt“ oder „nicht gedrückt“. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
JAWS: [Beschriftung] Umschalter [ | gedrückt] [Hinweis zur Bedienung mit der Leertaste]
NVDA: [Beschriftung] Umschalter [ Nicht gedrückt | gedrückt]
Windows Sprachausgabe: [Beschriftung] Schaltfläche [aus | ein]
JAWS: [Beschriftung] Schalter [reduziert | erweitert] [Hinweis zur Bedienung mit der Eingabetaste]
NVDA: [Beschriftung] Schalter [reduziert | erweitert]
Windows Sprachausgabe: [Beschriftung] Schaltfläche [ausgeblendet | erweitert]
In HTML existiert kein Element für Umschalter. Stattdessen können Schalter mit alternierender Beschriftung (z. B. „Auswählen“ bzw. „Auswahl aufheben“), Checkboxen oder ARIA-Umschalter verwendet werden.
Umschalter, die dem Ein- und Ausblenden von Bereichen dienen, sollten mit <details> und <summary> ausgezeichnet werden (
4.11.1 The details element - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link),
4.11.2 The summary element - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link)). Gemäß HTML-Spezifikation darf das <summary>-Element z. B. Links, Überschriften, Eingabefelder und viele andere Elemente enthalten – es sollte jedoch beachtet werden, dass alle Elemente, die sich innerhalb von <summary> befinden, mit dem Screenreader nicht wahrnehmbar und bedienbar sind, weil das <summary>-Element an die Accessibility API als Schalter übermittelt wird. Somit sollte das <summary>-Element ausschließlich eine knappe und aussagekräftige Beschriftung in Textform enthalten.
Bei Umschaltern sollte Folgendes beachtet werden:
Die Rolle wird bei einem Schalter (z. B. <button> oder role=button) mit dem Attribut aria-pressed übermittelt.
Umschalter, die dem Ein- und Ausblenden von Bereichen dienen, können stattdessen mit dem Attribut aria-expanded ausgezeichnet werden. In diesem Fall kann per aria-controls auf die ID des Bereichs, der ein- oder ausgeblendet wird, verwiesen werden.
Der Status (aria-pressed=true|false bzw. aria-expanded=true|false) muss bei Bedienung aktualisiert werden.
Die Beschriftung kann per Textinhalt oder aria-labelledby erfolgen.
Der Umschalter kann mit aria-disabled als deaktiviert ausgezeichnet werden.
Ein Umschalter kann nicht mit aria-readonly als schreibgeschützt oder mit aria-required als Pflichtfeld ausgezeichnet werden, weil er im Gegensatz zum Wechselschalter nicht als Formularelement gilt.
Die Darstellung des Umschalters sollte im Hochkontrast-Modus von Windows überprüft werden. So sollte der Umschalter selbst einen Rahmen besitzen und der visuelle Indikator für den Status nicht nur per Farbe vermittelt werden.
Der sichtbare Umschalter und das programmatisch fokussierte Element sollten die gleiche Position und Größe besitzen.
Weitere Informationen: aria-pressed state - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), aria-expanded state - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Button Examples | APG | WAI | W3C, Disclosure (Show/Hide) Pattern | APG | WAI | W3C
Synonyme: Zweigeteilter Schalter, Splitbutton
Siehe auch: Ausklappliste, Menü-Schalter, Kontextmenü, Schalter
Aufteilungsschalter dienen der Ausführung eines Befehls, der über ein Menü, eine Auswahlliste oder ein Dialogfenster konfiguriert werden kann.
Alternativ dienen Aufteilungsschalter zum Gruppieren von verwandten Funktionen, wobei die Primärfunktion direkt über den Schalter und die Sekundärfunktionen über das Menü beim Schalter aufgerufen werden können.
Ein Aufteilungsschalter besitzt eine textliche oder grafische Beschriftung sowie einen visuellen Indikator, um den Schalter als solchen kenntlich zu machen (meist ein Rahmen). Darüber hinaus besitzt der Aufteilungsschalter weiteren Schalter (mit Pfeil-Icon), über den die Sekundärfunktionen ein- und ausgeblendet werden können.

Die Anforderungen an Schalter werden im Abschitt „Schalter“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um einen Schalter mit Primär- und Sekundärfunktionen handelt. Die Anforderungen an die einblendbaren Elemente werden beim jeweiligen Element beschrieben.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 519 | Kontrast | Das Pfeil-Icon zum Öffnen und Schließen des Menüs o.ä. muss zur benachbarten Farbe ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 520 | Kontrast | Sofern sich der gewählte vom nicht gewählten Eintrag im geöffneten Status lediglich durch Farbe unterscheidet (z. B. Vordergrund- oder Hintergrundfarbe), so müssen die Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Hinweis: Der gewählte Eintrag muss nicht farblich oder ausschließlich farblich gekennzeichnet werden. Er kann z. B. mit einer Checkbox gekennzeichnet sein. In diesem Fall entfallen die Kontrastanforderungen für Farbkennzeichnung, solange die Checkbox ausreichende Kontraste besitzt. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
Die Anforderungen an Schalter werden im Abschitt „Schalter“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um einen Schalter mit Primär- und Sekundärfunktionen handelt. Die Anforderungen an die einblendbaren Elemente werden beim jeweiligen Element beschrieben
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 521 | Tastaturbedienung | Der Aufteilungsschalter muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). Hinweis: Der Schalter zum Ein- und Ausblenden der Sekundärfunktionen soll nicht separat den Tastaturfokus erhalten. | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 522 | Aktualisierungen | Wenn die Funktion des Aufteilungsschalters konfiguriert werden kann, darf bei oder nach der Konfiguration keine unerwartete Kontextänderung erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.2, 11.3.2.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Aktivieren des Aufteilungsschalters |
| Erforderlich |
| Öffnen des Menüs o.ä. | ALT+PFEIL AB | Erforderlich |
| Schließen des Menüs o.ä. |
| Erforderlich |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Aktivieren des Aufteilungsschalters | Linksklick auf die Schalter-Beschriftung | Erforderlich |
| Öffnen des Menüs o.ä. | Linksklick auf das Pfeil-Icon | Erforderlich |
| Schließen des Menüs o.ä. |
| Erforderlich |
Die Anforderungen an Schalter werden im Abschitt „Schalter“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um einen Schalter mit Primär- und Sekundärfunktionen handelt. Die Anforderungen an die einblendbaren Elemente werden beim jeweiligen Element beschrieben.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 522 | Rolle | Die Rolle Aufteilungsschalter muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 523 | Wert | Ist im geschlossenen Status die aktuelle Konfiguration des Aufteilungsschalters visuell sichtbar, muss diese als Wert an die Accessibility API übermittelt werden. Hinweis: Sofern das nicht möglich ist, muss der Wert als Teil der Beschriftung oder Beschreibung übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
In HTML existiert kein Element für Aufteilungsschalter. Stattdessen können zwei Schalter mit aussagekräftiger Beschriftung (z. B. „Textfarbe zuweisen“ bzw. „Textfarbe auswählen“) verwendet werden, die jeweils mit TAB den Fokus erhalten.
In ARIA existiert keine Rolle für Aufteilungsschalter. Stattdessen können wie oben beschrieben zwei separate Schalter verwendet werden.
Synonyme: Pop-up-Menü, Tortenmenü, Context menu
Siehe auch: Menü-Schalter, Menü
Kontextmenüs dienen dem Einblenden eines kontextspezifischen Menüs mit Funktion für das aktuell mit der Tastatur fokussierte oder mit dem Zeigeinstrument überfahrene Element (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.29).
Ein Kontextmenü besitzt ein oder mehrere Menüeinträge, die meist vertikal sind. Ein Menüeintrag kann ein Untermenü besitzen. Die Menüeinträge eines Untermenüs sind ebenfalls vertikal angeordnet. Untermenüs können wiederum mehrfach verschachtelt sein, d. h. ein Menüeintrag in einem Untermenü kann ebenfalls ein Untermenü besitzen.

Die Anforderungen an das Menü werden im Abschitt „Menü“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um ein Kontextmenü handelt.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 524 | Kontrast | Besitzt das Bedienelement mit Kontextmenü einen visuellen Hinweis auf das Kontextmenü, so muss dieser zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 (Text) bzw. 3:1 (Grafik) aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3, 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
Die Anforderungen an das Menü werden im Kapitel „Menü“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um ein Kontextmenü handelt.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 525 | Tastaturbedienung | Das Bedienelement mit Kontextmenü muss mit der Tastatur erreichbar sein und das Kontextmenü muss mit der Tastatur geöffnet werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Öffnen des Kontextmenüs | KONTEXTMENÜ, UMSCHALT+F10 | Erforderlich |
| Schließen des Kontextmenüs | ESC, UMSCHALT+F10, [Auswahl eines Menüeintrags] | Erforderlich |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Öffnen des Kontextmenüs | Rechtsklick | Erforderlich |
| Schließen des Kontextmenüs | Linksklick auf einen Menüeintrag, Klick außerhalb des Kontextmenüs | Erforderlich |
Die Anforderungen an das Menü werden im Kapitel „Menü“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um ein Kontextmenü handelt.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 526 | Rolle | Die Rolle Kontextmenü muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 527 | Status | Besitzt das Bedienelement mit Kontextmenü einen visuellen Hinweis auf das Kontextmenü, so muss dieser Hinweis an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 528 | Bedienung | Das Bedienelement mit Kontextmenü muss mit Assistenztechnologie erreichbar sein und das Kontextmenü muss mit Assistenztechnologie geöffnet werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
Synonyme: Menüleiste, Menu, Menu bar
Siehe auch: Kontextmenü, Menü-Schalter, Werkzeugleiste, Baumstruktur, Registerkartengruppe
Menüs dienen der Auswahl von Funktionen oder der Navigation (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.26).
Ein Menü besitzt mehrere Menüeinträge, die meist horizontal nebeneinander angeordnet sind. Ein Menüeintrag kann ein Untermenü besitzen. Die Menüeinträge eines Untermenüs sind vertikal angeordnet. Untermenüs können mehrfach verschachtelt sein, d. h. ein Menüeintrag in einem Untermenü kann ebenfalls ein Untermenü besitzen. Pro Hierarchieebene kann jeweils nur ein Untermenü angezeigt werden. Ein Menü kann Menüeinträge enthalten, die sich wie Checkboxen oder Radiobuttons auswählen lassen. Die Menüeinträge können gruppiert werden. Die Beschriftung der Gruppen kann nicht ausgewählt werden

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 529 | Kontrast | Besitzt der Menüeintrag eine Textbeschriftung, so muss diese zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3 |
| 530 | Kontrast | Besitzt der Menüeintrag eine grafische Beschriftung, so muss diese zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 531 | Kontrast | Das Pfeil-Icon, welches auf ein Untermenü hinweist, muss zur benachbarten Farbe ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 532 | Kontrast | Sofern sich der gewählte vom nicht gewählten Menüeintrag lediglich durch Farbe unterscheiden (z. B. Vordergrund- oder Hintergrundfarbe), so müssen die Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Hinweis: Der gewählte Menüeintrag muss nicht farblich oder ausschließlich farblich gekennzeichnet werden. Er kann z. B. mit einer Checkbox oder einem Radiobutton gekennzeichnet sein. In diesem Fall entfallen die Kontrastanforderungen für Farbkennzeichnung, solange die Checkbox oder der Radiobutton ausreichende Kontraste besitzen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 533 | Beschriftung | Besitzt der Menüeintrag eine grafische Beschriftung, so soll er einen Tooltip mit einer Textbeschriftung besitzen. | Soll | WCAG 2.1: 3.3.5 (AAA);DIN EN ISO 9241-143: 9.6.11 |
| 534 | Web: Konsistenz | Dient das Menü der Navigation, dann müssen die Menüeinträge auf jeder Maske in der gleichen relativen Reihenfolge dargestellt werden und den Tastaturfokus erhalten (siehe Konsistenz). | Muss | EN 301 549: 9.3.2.3 |
| 535 | Desktop: Konsistenz | Dient das Menü der Navigation, dann sollen die Menüeinträge auf jeder Maske in der gleichen relativen Reihenfolge dargestellt werden und den Tastaturfokus erhalten (siehe Konsistenz). | Soll | WCAG 2.1: 3.2.3 (AA) |
| 536 | Fokussichtbarkeit | Erhält ein Menüeintrag den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| 537 | Vergrößerung | Das Menü muss bei einer Schriftgrößenanpassung bis 400% (und einer resultierenden Anzeigebreite von 320px) wahrnehmbar und bedienbar sein (siehe Zoom). Hinweis: Die Menüeinträge können z. B.
| Muss | EN 301 549: 9.1.4.10, 11.1.4.10 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 538 | Tastaturbedienung | Das Menü muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Tabelle Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 539 | Tastaturbedienung | Häufig benötigte Funktionen sollen ein Tastaturkürzel besitzen. Hinweis 1: Das Tastaturkürzel soll am entsprechenden Menüeintrag angezeigt werden. Hinweis 2: Die Tastaturkürzel sollen in der Hilfe dokumentiert werden. | Soll | DIN EN ISO 9241-171: 9.3.10; DIN EN ISO 9241-171: 9.3.11 |
| 540 | Tastaturbedienung | Alle Menüeinträge sollen eine Schnelltaste besitzen. Hinweis: Die Schnelltaste soll durch Unterstreichung des entsprechenden Buchstabens in der Beschriftung gekennzeichnet werden. | Soll | DIN EN ISO 9241-171: 9.3.10; DIN EN ISO 9241-171: 9.3.11 |
| 541 | Aktualisierungen | Bei Fokussierung und Bedienung des Menüs darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1 |
| 542 | Klickbereich | Der Klickbereich der Menüeinträge soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren des Menüs | Desktop:
| Erforderlich |
| Verlassen des Menüs | Desktop:
| Erforderlich |
| Öffnen eines Untermenüs des Menüs |
| Erforderlich |
| Öffnen eines Untermenüs eines Untermenüs |
| Erforderlich |
| Schließen eines Untermenüs des Menüs | ESC | Erforderlich |
| Schließen eines Untermenüs eines Untermenüs |
| Erforderlich |
| Navigation durch das Menü | PFEIL RECHTS/LINKS Hinweis: Dies muss auch funktionieren, wenn sich der Fokus in einem Untermenü befindet und die Pfeiltastenbedienung aufgrund der aktuellen Fokusposition nicht zum Öffnen oder Schließen eines Untermenüs benötigt wird. In diesem Fall wird automatisch das geöffnete Untermenü geschlossen und das nächste Untermenü geöffnet und der Fokus auf den ersten Untermenüeintrag gesetzt. | Erforderlich |
| Navigation durch ein Untermenü | PFEIL AUF/AB | Erforderlich |
| Navigation durch das Menü oder Untermenü | [Schnelltaste] | Empfohlen |
| Navigation durch das Menü (zu einem Menüeintrag davor oder danach mit fest definierter Schrittweite) | BILD AUF, BILD AB Hinweis: Die Schrittweite soll mit der Anzahl der sichtbaren Menüeinträge übereinstimmen. | Empfohlen |
| Auswahl eines Menüeintrags | EINGABE, [Schnelltaste] | Erforderlich |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Öffnen eines Untermenüs des Menüs, sofern noch kein Untermenü angezeigt wird | Linksklick auf den übergeordneten Menüeintrag | Erforderlich |
| Öffnen eines Untermenüs des Menüs, sofern bereits ein Untermenü angezeigt wird | Hovern über den übergeordneten Menüeintrag | Erforderlich |
| Schließen eines Untermenüs des Menüs | Linksklick auf den übergeordneten Menüeintrag, Linksklick auf einen Menüeintrag im Untermenü (der kein weiteres Untermenü enthält), Klick außerhalb des Menüs | Erforderlich |
| Öffnen eines Untermenüs eines Untermenüs | Hovern über den übergeordneten Menüeintrag | Erforderlich |
| Schließen eines Untermenüs eines Untermenüs | Hovern über einen anderen übergeordneten Menüeintrag, Linksklick auf einen Menüeintrag im Untermenü (der kein weiteres Untermenü enthält), Klick außerhalb des Menüs | Erforderlich |
| Auswahl eines Menüeintrags | Linksklick auf den Menüeintrag | Erforderlich |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 543 | Rolle | Die Rolle Menü muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549:9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 544 | Rolle | Die Rollen Menüeintrag, Menü-Radiobutton oder Menü-Checkbox müssen für die Menüeinträge an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 545 | Status | Der Status der Menüeinträge muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). Hinweis: Dies bezieht sich z. B.
| Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 546 | Ausrichtung | Die Ausrichtung des Menüs (vertikal oder horizontal) muss an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2 |
| 547 | Name | Sofern das Menü eine Beschriftung oder Beschreibung besitzt, müssen diese als Accessible Name bzw. Accessible Description übermittelt werden (siehe Beschriftung und Beschreibung). Hinweis 1: Wenn die Seite mehrere Menüs enthält, müssen diese einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. Hinweis 2: Ein Untermenü kann die Beschriftung des übergeordneten Menüeintrags als Accessible Name erhalten. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8 |
| 548 | Name | Jeder Menüeintrag muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 549 | Name | Sofern ein Menüeintrag eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 550 | Name | Die Gruppenbeschriftung der Menüeinträge muss (sofern vorhanden) an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 551 | Bedienung | Das Menü muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
| 552 | Aktualisierung | Aktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names oder Status der Menüeinträge müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 553 | Tastaturkürzel, Schnelltaste | Besitzt der Menüeintrag ein Tastaturkürzel oder eine Schnelltaste, so muss dies an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 554 | Desktop: Position | Größe und Position des Menüs und der Menüeinträge müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator) | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13 |
| 555 | Desktop: Elementhierarchie | Die Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb des Menüs müssen an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.9 |
Synonyme: Menü-Button, Schalter mit Menü, Listenschaltfläche, Menüschaltfläche, Menu button
Siehe auch: Aufteilungsschalter, Ausklappliste, Menü, Kontextmenü, Schalter
Menü-Schalter dienen dem Einblenden eines Menüs (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.25).
Ein Menü-Schalter besitzt eine textliche oder grafische Beschriftung sowie einen visuellen Indikator, um den Menü-Schalter als solchen kenntlich zu machen (meist ein Rahmen). Darüber hinaus besitzt der Menü-Schalter einen visuellen Indikator, der auf die Möglichkeit, ein Menü einzublenden hinweist (Pfeil-Icon).

Die Anforderungen an den Schalter und das Menü werden im Abschitt „Schalter“ bzw. „Menü“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass über den Schalter ein Menü geöffnet werden kann. Die Anforderungen an das Menü und die darin enthaltenen Menüeinträge gelten nur, wenn das Menü geöffnet ist.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 556 | Kontrast | Das Pfeil-Icon zum Öffnen und Schließen des Menüs muss zur benachbarten Farbe ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 557 | Kontrast | Sofern sich der gewählte vom nicht gewählten Menüeintrag im geöffneten Status lediglich durch Farbe unterscheiden (z. B. Vordergrund- oder Hintergrundfarbe), müssen die Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Hinweis: Der gewählte Menüeintrag muss nicht farblich oder ausschließlich farblich gekennzeichnet werden. Er kann z. B. mit einer Checkbox gekennzeichnet sein. In diesem Fall entfallen die Kontrastanforderungen für Farbkennzeichnung, solange die Checkbox ausreichende Kontraste besitzt. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
Die Anforderungen an den Schalter und das Menü werden im Abschitt „Schalter“ bzw. „Menü“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass über den Schalter ein Menü geöffnet werden kann. Die Anforderungen an das Menü und die darin enthaltenen Menüeinträge gelten nur, wenn das Menü geöffnet ist.
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Öffnen des Menüs | LEER EINGABE ALT+PFEIL AB | Erforderlich |
| Öffnen des Menüs | PFEIL AB PFEIL AUF | Empfohlen |
| Schließen des Menüs | ESC LEER EINGABE | Erforderlich |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Öffnen des Menüs | Linksklick auf den Menü-Schalter (Beschriftung oder Pfeil) | Erforderlich |
| Schließen des Menüs | Linksklick auf den Menü-Schalter (Beschriftung oder Pfeil) | Erforderlich |
| Schließen des Menüs | Linksklick auf einen Menüeintrag innerhalb des geöffneten Menüs | Erforderlich |
| Schließen des Menüs | Linksklick außerhalb des Menü-Schalter und des Menüs | Erforderlich |
Die Anforderungen an den Schalter und das Menü werden im Abschitt „Schalter“ bzw. „Menü“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass über den Schalter ein Menü geöffnet werden kann. Die Anforderungen an das Menü und die darin enthaltenen Menüeinträge gelten nur, wenn das Menü geöffnet ist.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 558 | Rolle | Die Rolle Menü-Schalter muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe (Accessibility API)). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 559 | Status | Der Status des Menü-Schalters muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). Hinweis: Dies bezieht sich auch auf den Status „geöffnet“ oder „geschlossen“. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
Synonyme: Registerkarte, Reiter, Karteireiter, Tab
Siehe auch: Akkordeon, Karussell
Registerkartengruppen dienen der Gruppierung und alternierenden Anzeige von Seitenbereichen (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.43).
Eine Registerkartengruppe besteht aus mehreren Registerkarten, deren Inhalt alternierend angezeigt werden. Jede Registerkarte besitzt einen Karteireiter mit Beschriftung, welcher dauerhaft angezeigt wird. Die Auswahl der einzelnen Registerkarten erfolgt über die Karteireiter. Die Karteireiter sind meist horizontal oberhalb der Registerkarten angeordnet. Karteireiter können interaktive Elemente enthalten, z. B. Schalter zum Entfernen des Karteireiters und der zugehörigen Registerkarte.

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 560 | Kontrast | Die Beschriftung des Karteireiters muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3 |
| 561 | Kontrast | Die Kennzeichnung des ausgewählten Karteireiters muss zum Hintergrund bzw. zur Darstellung der nicht ausgewählten Karteireiter ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1, 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 562 | Kontrast | Sind die Karteireiter und die Registerkarten ausschließlich aufgrund ihrer farblichen Gestaltung als solche zu erkennen, müssen diese Farben zu benachbarten Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Hinweis 1: Eine Registerkarte kann z. B. aufgrund ihres Rahmens oder ihrer Hintergrundfarbe als interaktives Element erkennbar sein. Hinweis 2: Die Anforderung gilt nicht, wenn die Registerkarte oder der Karteireiter z. B. aufgrund ihrer Position eindeutig als solche zu erkennen sind. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 563 | Beschriftung | Jeder Karteireiter muss eine sichtbare Beschriftung besitzen (siehe Beschriftung). | Muss | EN 301 549 9.3.3.2, 11.3.3.2 |
| 564 | Fokussichtbarkeit | Erhält ein Karteireiter den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| 565 | Vergrößerung | Alle Karteireiter müssen bei einer Schriftgrößenanpassung bis 400% (und einer resultierenden Anzeigebreite von 320px) wahrnehmbar und bedienbar sein (siehe Zoom). Hinweis: Die Karteireiter können z. B.
| Muss | EN 301 549: 9.1.4.10, 11.1.4.10 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 566 | Tastaturbedienung | Die Karteireiter müssen mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 567 | Tastaturbedienung | Enthalten die Karteireiter weitere interaktive Elemente, müssen diese mit der Tastatur bedient werden können. | Muss | EN 301 549: 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 568 | Tastaturbedienung | Die ausgeblendeten Registerkarten und deren Inhalte dürfen nicht den Tastaturfokus erhalten. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 9.2.4.3, 11.2.4.3 |
| 569 | Aktualisierungen | Bei Fokussierung der Karteireiter und Navigation durch diese darf keine Kontextänderung erfolgen. Hinweis: So darf bei Fokussierung des Karteireiters der Fokus nicht automatisch in die Registerkarte gesetzt werden. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1 |
| 570 | Klickbereich | Der Klickbereich der Karteireiter soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2 |
| 571 | Klickbereich | Enthalten die Karteireiter weitere interaktive Elemente, soll deren Klickbereich mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren des gewählten Karteireiters | TAB | Erforderlich |
| Verlassen des Karteireiters und Navigation zum ersten Element der ausgewählten Registerkarte | TAB | Erforderlich |
| Navigation innerhalb der Liste der Karteireiter | Desktop:
Web: PFEIL AUF/AB/RECHTS/LINKS | Erforderlich |
| Schnellnavigation zum ersten bzw. letzten Karteireiter | POS1, ENDE | Empfohlen |
| Wechsel zwischen den Registerkarten (wenn sich der Fokus in einer Registerkarte befindet) | STRG+TAB | Empfohlen |
| Einblenden der gewählten Registerkarte | EINGABE, LEER oder automatisch bei Navigation durch die Liste der Karteireiter | Erforderlich |
| Bedienung interaktiver Elemente innerhalb des Karteireiters | Die interaktiven Elemente innerhalb Karteireiter erhalten nicht separat den Tastaturfokus. Die Bedienung erfolgt
| Erforderlich |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Einblenden einer Registerkarte | Linksklick auf den entsprechenden Karteireiter | Erforderlich |
| Aktivierung interaktiver Elemente innerhalb der Karteireiter | Linksklick auf das Element | Erforderlich |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 572 | Rolle | Die Rolle Karteireiter und Registerkarte muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 573 | Rolle | Enthalten die Karteireiter weitere interaktive Elemente, muss ein Hinweis bezüglich deren Bedienbarkeit (z. B. per Kontextmenü oder Tastaturkürzel) an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 575 | Desktop: Elementhierarchie | Die Eltern-Kind-Beziehungen der Karteireiter innerhalb der Registerkartengruppe müssen an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.9 |
| 576 | Status | Der Status der Karteireiter und Registerkarten muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). Hinweis: Dies bezieht sich auch auf den Karteireiter-Status „gewählt“ oder „nicht gewählt“, sofern bei Navigation zu einem Karteireiter nicht automatisch die entsprechender Registerkarte eingeblendet wird. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 577 | Name | Die Karteireiter müssen einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. Hinweis 1: Es wird empfohlen, die Registerkarte mit dem gleichen Accessible Name zu versehen wie den zugehörigen Karteireiter. Hinweis 2: Sofern die Karteireiter und Registerkarten eine übergeordnete Beschriftung besitzen, muss dies ebenfalls an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 578 | Name | Sofern der Karteireiter eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 579 | Bedienung | Die Karteireiter müssen mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
| 580 | Bedienung | Enthalten die Karteireiter weitere interaktive Elemente, müssen diese mit Assistenztechnologie bedient werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
| 581 | Aktualisierung | Aktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names oder Status der Karteireiter müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 582 | Desktop: Position | Größe und Position der Karteireiter und Registerkarten müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13 |
JAWS: [Beschriftung der Registerkartenleiste] Registerkarte [Beschriftung des Karteireiters] Registerkarte [ | gewählt] [Position] von [Anzahl]
NVDA: [Beschriftung der Registerkartenleiste] Registerkarte [Beschriftung des Karteireiters] Registerkarte [ | ausgewählt] [Position] von [Anzahl]
Windows Sprachausgabe: [Beschriftung der Registerkartenleiste] Registerkarte [Beschriftung des Karteireiters] Registerkartenelement [Position] von [Anzahl] [ | ausgewählt]
Hinweis: Durch JAWS und NVDA erfolgt zwei Mal die Ausgabe „Registerkarte“, zuerst für die Rolle tablist und dann für die Rolle tab. Lediglich die Windows-Sprachausgabe unterscheidet zwischen den beiden Rollen. Die Ausgabe für die Rolle tab wäre ausreichend.
JAWS: -
NVDA: -
Windows Sprachausgabe: [Beschriftung] Registerkartenpanel … Beende [Beschriftung] Registerkartenpanel
Hinweis: Mit JAWS und NVDA ist Beginn und Ende der Registerkarte nicht wahrnehmbar. Die Registerkarten oder Inhalte nach dieser sollten als Regionen ausgezeichnet werden, damit mit dem Screenreader wahrnehmbar ist, welche Inhalte sich innerhalb und außerhalb der Registerkarten befinden.
In HTML existiert kein Element für Registerkartengruppen. Stattdessen kann Folgendes verwendet werden:
Aufteilung der Informationen auf verschiedene Seiten, die untereinander verlinkt werden,
Nutzung der entsprechenden ARIA-Rollen.
Bei Registerkartengruppen sollte Folgendes beachtet werden:
Die Leiste der Karteireiter wird mit role=tablist ausgezeichnet, die einzelnen Karteireiter, die sich als Kindelemente innerhalb der Leiste befinden, mit role=tab.
Die Leiste der Karteireiter darf außer den Karteireitern keine anderen Elemente enthalten.
Enthalten die Karteireiter außer ihrer Beschriftung weitere Bedienelemente, so sollte beachtet werden, dass diese mit Assistenztechnologie nicht wahrnehmbar und bedienbar sind. Diese Elemente sollten nicht den Tastaturfokus erhalten können. Stattdessen sollte eine Bedienalternative implementiert und dokumentiert werden. Wenn die Karteireiter z. B. einen Schalter zum Entfernen einer Registerkarte enthalten, so kann z. B. das Entfernen über die ENTF-Taste ermöglicht werden.
Die Registerkarten werden mit role=tabpanel ausgezeichnet. Die Registerkarten befinden sich im Quellcode unmittelbar nach dem Bereich, der mit role=tablist ausgezeichnet ist. Aus diesem und dem vorhergehenden Grund darf eine Registerkartengruppe nicht für Akkordeons verwendet werden.
Der aktive Karteireiter, dessen Registerkarte sichtbar ist und der mit TAB den Fokus erhält, wird mit aria-selected=true ausgezeichnet. Alle anderen Karteireiter werden mit aria-selected=false ausgezeichnet. Per aria-controls kann vom Karteireiter auf die ID der Registerkarte verwiesen werden.
Die Beschriftung der Karteireiter sollte per Textinhalt erfolgen. Die Leiste der Karteireiter und die Registerkarten können mit aria-label oder aria-labelledby beschriftet werden.
Eine vom Standard abweichende vertikale Ausrichtung der Registerkartenleiste kann mit aria-orientation=vertical angegeben werden. Die Ausrichtung wird von Assistenztechnologie häufig nicht ausgegeben, so dass bei einer vertikal ausgerichteten Registerkartenleiste die Bedienung mit allen Pfeiltasten möglich sein sollte.
Die Registerkartenleiste sollte auch visuell als solche erkennbar sein, damit sehende Tastaturnutzende die Bedienung mit den Pfeiltasten erkennen können.
Die Registerkartengruppe sollte mindestens zwei Registerkarten enthalten.
Karteireiter können mit aria-disabled als deaktiviert ausgezeichnet werden. Es wird empfohlen, deaktivierte Karteireiter in der Tastaturerreichbarkeit mit den Pfeiltasten zu belassen.
Die gewählte Registerkarte (role=tabpanel) kann mit tabindex=0 ausgezeichnet werden, damit sie nach dem aktiven Karteireiter den Fokus erhält, selbst wenn es sich bei einer Registerkarte nicht um ein Bedienelement handelt.
Die Darstellung der Registerkartengruppe sollte im Hochkontrast-Modus von Windows überprüft werden. So sollten die Karteireiter und die Registerkarten einen Rahmen besitzen und der visuelle Indikator für den aktiven Karteireiter nicht nur per Farbe vermittelt werden.
Die sichtbaren Karteireiter und die programmatisch fokussierten Elemente sollten die gleiche Position und Größe besitzen.
Weitere Informationen: tab role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), tablist role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), tabpanel role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Tabs Pattern | APG | WAI | W3C
Synonyme: Textfeld, Edit, Input, Inputfield, Textbox, one line plain text edit control
Siehe auch: Eingabefeld (mehrzeilig), Kennwort-Eingabefeld, Drehfeld, Eingabefeld mit Autocomplete-Funktion, kombiniertes Eingabefeld
Eingabefelder ermöglichen die Eingabe und Bearbeitung von Zeichen (Zahlen, Buchstaben, Sonderzeichen) (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.12).
Ein Eingabefeld ist ein meist rechteckiger Bereich der Seite, der sich z. B. durch einen Rahmen, eine Linie oder eine abweichender Hintergrundfarbe von der Umgebung abhebt. Im Eingabefeld können sich weitere Bedienelemente befinden, die im Bezug zur Werteingabe stehen.

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 583 | Kontrast | Der Text im Eingabefeld muss einen Kontrast von mindestens 4,5:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3 |
| 584 | Kontrast | Der Rahmen oder die Linie des Eingabefeldes muss zum Hintergrund der Seite oder des Eingabefeldes ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Alternativ muss das Kontrastverhältnis zwischen der Hintergrundfarbe der Seite und des Eingabefeldes mindestens 3:1 betragen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 585 | Beschriftung | Das Eingabefeld muss eine sichtbare Beschriftung besitzen (siehe Beschriftung) Hinweis: Die Beschriftung kann auch implizit erfolgen, z. B.
| Muss | EN 301 549 9.3.3.2, 11.3.3.2 |
| 586 | Beschriftung | Die Beschriftung soll sich nicht im Eingabefeld befinden, damit sie dauerhaft sichtbar ist und nicht mit einem Wert verwechselt werden kann. | Soll | DIN EN ISO 9241-125: 5.1.14 |
| 587 | Fokussichtbarkeit | Erhält das Eingabefeld den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| 588 | Fokussichtbarkeit | Im Eingabefeld muss der Standard-Textcursor angezeigt werden (siehe Textcursor). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7, 11.5.2.13 |
| 589 | Wert | Wenn in das Eingabefeld nur bestimmte Zeichen eingegeben werden dürfen oder ein besonderes Eingabeformat erforderlich ist und dies nicht aus der Beschriftung des Feldes ersichtlich ist, so muss ein Eingabehinweis in der Beschreibung oder Beschriftung die zulässigen Zeichen oder erforderlichen Eingabeformate erläutern. | Muss | EN 301 549: 9.3.3.2, 11.3.3.2 |
| 590 | Wert | Das Eingabefeld soll so lang sein, dass die maximale Zeichenzahl ohne Scrollen angezeigt werden kann. Hinweis 1: Für lange Texteingaben soll ein mehrzeiliges Eingabefeld verwendet werden. Hinweis 2: Das gilt nicht bei der Schriftgrößenanpassung bis 400%. | Soll | DIN EN ISO 9241-143: 6.2.8 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 591 | Tastaturbedienung | Das Eingabefeld muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). | Muss | 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 592 | Tastaturbedienung | Enthält das Eingabefeld weitere interaktive Elemente, wie z. B. Schalter, so müssen diese mit der Tabulatortaste nach dem Eingabefeld den Fokus erhalten. Hinweis: Davon ausgenommen sind interaktive Elemente, für die eine allgemein bekannte Tastaturbedienung implementiert ist, wie z. B. ein Schalter zum Löschen der Eingaben im Eingabefeld. Davon ausgenommen sind ebenfalls Elemente, für die ein Tastaturkürzel implementiert wurde, sofern dieses Tastaturkürzel beim Eingabefeld visuell und mit Assistenztechnologie wahrnehmbar ist. | Muss | EN 301 549: 9.2.2.1, 11.2.1.1 |
| 593 | Aktualisierungen | Bei Fokussierung und Bedienung des Eingabefeldes darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1, 9.3.2.2, 11.3.2.2 |
| 594 | Klickbereich | Der Klickbereich des Eingabefeldes soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2 |
| 595 | Klickbereich | Sowohl über Klick auf das Eingabefeld als auch über Klick auf die Beschriftung soll der Fokus in das Eingabefeld gesetzt werden können. | Soll |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren des Eingabefeldes | TAB | Erforderlich |
| Verlassen des Eingabefeldes | TAB | Erforderlich |
| Eingabe eines Werts | [Eingabe druckbarer Zeichen] Hinweis: Können bestimmte Zeichen nicht eingegeben werden, muss ein entsprechender impliziter oder expliziter Eingabehinweis beim Eingabefeld vorhanden sein. Ein impliziter Eingabehinweis wäre z. B. die Beschriftung „Telefonnummer“, die anzeigt, dass keine Buchstaben eingegeben werden können. | Erforderlich |
| Navigation im Eingabefeld | PFEIL RECHTS/LINKS POS1, ENDE | Erforderlich |
| Löschen von Text im Eingabefeld | ENTF, RÜCKSCHRITT | Erforderlich |
| Markieren von Text im Eingabefeld | UMSCHALT+[beliebige Navigationstaste], STRG+A | Erforderlich |
| Aufheben der Markierung | [beliebige Navigationstaste] | Erforderlich |
| Einfügen von Text aus der Zwischenablage | STRG+V | Erforderlich |
| Kopieren oder Ausschneiden von markiertem Text | STRG+C, STRG+X | Erforderlich |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokus an eine bestimmte Position ins Eingabefeld setzen | Linksklick in das Eingabefeld | Erforderlich |
| Fokus ins Eingabefeld setzen | Linksklick auf die Beschriftung | Empfohlen |
| Text im Eingabefeld markieren | Ziehen mit gedrückter linker Maustaste | Erforderlich |
| Wort im Eingabefeld markieren | Doppelklick | Empfohlen |
| Gesamten Inhalt im Eingabefeld markieren | Dreifachklick | Empfohlen |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 596 | Rolle | Die Rolle Eingabefeld muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 597 | Rolle | Wenn die verwendete Technologie den Eingabezweck von Formularfeldern identifizieren kann, dann muss der Zweck der Formularfelder für Daten der jeweiligen Benutzenden (wie z. B. Nachname, Geburtstag, Wohnort) gemäß https://www.w3.org/TR/WCAG21/#input-purposes" ausgezeichnet werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.5, 11.1.3.5.1 |
| 598 | Wert | Der Wert des Eingabefeldes muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7 |
| 599 | Status | Der Status des Eingabefeldes muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 600 | Name | Das Eingabefeld muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8 |
| 601 | Name | Sofern das Eingabefeld eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 602 | Bedienung | Das Eingabefeld muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
| 603 | Aktualisierung | Aktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names, Werts oder Status des Eingabefeldes müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 604 | Desktop: Position | Größe und Position des Eingabefeldes müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13 |
| 605 | Desktop: Position | Die Position des Textcursors im Eingabefeld muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator) | Muss | EN 301 549: 11.5.2.13 |
JAWS: [Beschriftung] Eingabefeld [Wert] [Hinweis zur Texteingabe]
NVDA: [Beschriftung] Eingabefeld [Wert]
Windows Sprachausgabe: [Beschriftung] Bearbeiten [Wert]
Das Eingabefeld sollte mit dem HTML-Element <input type=text> umgesetzt werden.
Für ein Eingabefeld, welches zur Eingabe von Suchbegriffen dient, kann <input type=search> verwendet werden. Die Screenreader geben das Suchfeld als normales Eingabefeld aus, d. h. die Beschriftung muss auf den Zweck, die Suche, hinweisen.
Der initiale Wert wird über das value-Attribut übermittelt.
Die Beschriftung des Eingabefeldes sollte mit dem Element <label for=ID> mit dem Eingabefeld verknüpft werden.
Die maximal erlaubte und minimal erforderliche Länge des Werts kann mit maxlength und minlength festgelegt werden. Beide Werte sind weder visuell noch mit Assistenztechnologien wahrnehmbar. Werden sie verwendet, sollte beim Eingabefeld ein entsprechender Hinweis erfolgen.
Wird ein besonderes Eingabeformat verlangt, können anstelle von <input type=text> u. a. die folgenden Elemente verwendet werden:
<input type=tel> für Telefonnummern,
<input type=email> für Email-Adressen,
<input type=url> für Internet-Adressen,
<input type=text pattern=…> für Eingaben, die dem regulären Ausdruck im pattern-Attribut entsprechen müssen,
<input type=number> für Zahlen (siehe Drehfeld),
<input type=date>, <input type=time> usw. für Datums- und Zeitangaben (siehe Datumswähler).
Diese Eingabefelder mit einem vordefinierten Format werden vom Browser automatisch validiert. Die Fehlermeldungen der Browser sind jedoch nicht barrierefrei und sollten somit durch eigene Fehlermeldungen der Anwendung ersetzt oder ergänzt werden (siehe auch: Browser-Validierung des required-Attributs im Praxistipp programmatische Kennzeichnung von Pflichtfeldern in Web-Anwendungen.
Die Eingabefelder für Telefonnummern, Email- und Internet-Adressen sowie Eingabefelder mit dem pattern-Attribut sind weder visuell noch mit Assistenztechnologie als solche zu erkennen – sie werden als normale Eingabefelder angezeigt bzw. vom Screenreader ausgegeben. Deshalb müssen sie aussagekräftig beschriftet werden und sollten zusätzlich Bedienhinweise zum erforderlichen Eingabeformat erhalten.
Mit dem Attribut inputmode kann festgelegt werden, welche virtuelle Tastatur auf Mobilgeräten angezeigt werden soll, weil entsprechende Eingaben erwartet werden (z. B. Eingabe von Zahlen, Text, URLs, Email-Adressen). Die Verwendung von inputmode bewirkt keine automatische Browser-Validierung. Sofern sich die zu verwendende Tastatur nicht bereits aus dem type-Attribut des Eingabefeldes ergibt, wird die Verwendung von inputmode empfohlen, da auch Assistenztechnologien diese Information sinnvoll nutzen können, um z. B. entsprechende virtuelle Tastaturen anzuzeigen. Es sollte jedoch beachtet werden, dass das Attribut inputmode nicht notwendige Eingabehinweise ersetzt.
Für einen Platzhalter kann das Attribut placeholder verwendet werden. Es wird allerdings empfohlen, Eingabehinweise neben dem Feld anzuzeigen und per aria-describedby mit dem Eingabefeld zu verknüpfen. Das placeholder-Attribut hat folgende Nachteile:
Die Kontraste sind häufig nicht ausreichend (entweder zum Hintergrund oder zum Text im Eingabefeld, so dass Platzhalter und Wert schlecht zu unterscheiden sind).
Der Platzhalter wird nicht angezeigt, sobald das Feld einen Wert enthält.
Ein Eingabefeld kann als deaktiviert (disabled) und als schreibgeschützt (readonly) ausgezeichnet werden.
Ein Eingabefeld kann mit required als Pflichtfeld ausgezeichnet werden.
Weitere Informationen: 4.10.5 The input element - HTML Standard (whatwg.org)
Wird das Eingabefeld nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte u. a. Folgendes beachtet werden:
Die Rolle wird mit role=textbox übermittelt.
Für ein Eingabefeld, welches zur Eingabe von Suchbegriffen dient, kann role=searchbox verwendet werden. Die Screenreader geben das Suchfeld als normales Eingabefeld aus, d. h. die Beschriftung muss auf den Zweck, die Suche, hinweisen.
Die Beschriftung des Eingabefeldes kann per aria-label oder aria-labelledby erfolgen.
Der Wert des Eingabefeldes ergibt sich aus dem Textinhalt des Elements, welches mit role=textbox ausgezeichnet ist.
Das Eingabefeld kann mit aria-required als Pflichtfeld, mit aria-disabled als deaktiviert und mit aria-readonly als schreibgeschützt ausgezeichnet werden.
Für einen Platzhalter wird aria-placeholder verwendet.
Die Darstellung des Eingabefeldes sollte im Hochkontrast-Modus von Windows überprüft werden.
Das sichtbare Eingabefeld und das programmatisch fokussierte Element sollten die gleiche Position und Größe besitzen.
Weitere Informationen: textbox role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link)
Synonyme: Textfeld, Textarea, multi-line text input, multiline plain text edit control
Siehe auch: Eingabefeld (einzeilig), Rich Text Editor
Mehrzeilige Eingabefelder ermöglichen die Eingabe von langen Textinhalten (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.45).
Ein mehrzeiliges Eingabefeld ist ein meist rechteckiger Bereich der Seite, der sich z. B. durch einen Rahmen vom Hintergrund abhebt. Der Rahmen kann einen Griff zum Skalieren des Eingabefeldes besitzen. Ein mehrzeiliges Eingabefeld kann Scrollbalken besitzen. Die Anforderungen an den Griff und Scrollbalken sind in den entsprechenden Abschnitten beschrieben.

Die Anforderungen an das Eingabefeld werden im Abschitt „Eingabefeld“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um ein Eingabefeld mit mehreren Zeilen handelt.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 606 | Wert | Bei einer Displaybreite ab 320 px muss das mehrzeilige Eingabefeld so angezeigt werden, dass dessen Textinhalt gelesen werden kann, ohne horizontal scrollen zu müssen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.10, 11.1.4.10 |
Die Anforderungen an das Eingabefeld werden im Abschitt „Eingabefeld“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um ein Eingabefeld mit mehreren Zeilen handelt.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 607 | Tastaturbedienung | Wenn das mehrzeilige Eingabefeld nicht mit der TAB-Taste verlassen werden kann (weil mit dieser Tab-Schritte im Text eingefügt werden), dann muss ein Tastaturkürzel zum Verlassen des Feldes implementiert und in der Anwendung dokumentiert werden. | Muss | EN 301 549: 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Verlassen des mehrzeiligen Eingabefeldes | TAB oder ein dokumentiertes Tastaturkürzel | Erforderlich |
| Eingabe eines Werts | [Eingabe druckbarer Zeichen sowie EINGABE und ggf. TAB] Hinweis: Können bestimmte Zeichen nicht eingegeben werden, muss ein entsprechender Eingabehinweis beim Eingabefeld vorhanden sein. | Erforderlich |
| Navigation im mehrzeiligen Eingabefeld | PFEIL AUF/AB/RECHTS/LINKS | Erforderlich |
| Schnellnavigation im mehrzeiligen Eingabefeld | POS1, ENDE, BILD AUF, BILD AB | Erforderlich |
Die Anforderungen an das Eingabefeld werden im Abschitt „Eingabefeld“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um ein Eingabefeld mit mehreren Zeilen handelt.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 608 | Rolle | Die Rolle mehrzeiliges Eingabefeld muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 609 | Bedienung | Das mehrzeilige Eingabefeld muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API). Hinweis: Sofern das mehrzeilige Eingabefeld nicht mit TAB verlassen werden kann, muss das Tastaturkürzel zum Verlassen an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
| 610 | Aktualisierung | Aktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names, Werts oder Status des mehrzeiligen Eingabefeldes müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). Hinweis: Dies betrifft z. B. eine sich aktualisierende Beschreibung über die Anzahl der eingegebenen oder verbleibenden zulässigen Zeichen. | Muss | 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
JAWS: [Beschriftung] Eingabefeld [Hinweis auf enthaltenen Wert] [Hinweis zur Texteingabe]
NVDA: [Beschriftung] Eingabefeld mehrzeilig [Inhalt der aktuellen Zeile]
Windows Sprachausgabe: [Beschriftung] Bearbeiten [Wert]
Hinweise:
Mit JAWS ist der Wert des Eingabefeldes beim Fokussieren mit TAB nicht wahrnehmbar. Erst bei der Navigation durch das Feld wird der Inhalt zeilenweise ausgegeben.
Mit NVDA ist der Wert des Eingabefeldes beim Fokussieren mit TAB nur teilweise wahrnehmbar, weil lediglich die aktuelle Zeile ausgegeben wird. Erst bei der Navigation durch das Feld wird der Inhalt zeilenweise ausgegeben.
Wenn das Eingabefeld leer ist, ist mit JAWS und der Windows Sprachausgabe der Unterschied zwischen einem ein- und mehrzeiligem Eingabefeld nicht wahrnehmbar.
Wenn der Wert des Eingabefeldes Leerzeilen enthält und sich der Textcursor in einer leeren Zeile befindet, ist mit NVDA beim Fokussieren mit TAB nicht wahrnehmbar, dass das Eingabefeld einen Wert enthält, weil lediglich „leer“ ausgegeben wird.
Hinweis: Mehrzeilige Eingabefelder sollten nur verwendet werden, wenn sehr lange Eingaben erwartet werden oder die Eingabe von Absatzumbrüchen (EINGABE-Taste) ermöglicht werden muss. Ansonsten sollte ein einzeiliges Eingabefeld verwendet werden, weil die Zugänglichkeit der mehrzeiligen Eingabefelder für Screenreader-Nutzende schlechter ist.
Das Eingabefeld sollte mit dem HTML-Element <textarea> umgesetzt werden.
Der initiale Wert wird über den Textinhalt des Elements übermittelt.
Die Beschriftung des Eingabefeldes sollte mit dem Element <label for=ID> mit dem Eingabefeld verknüpft werden.
Die maximal erlaubte und minimal erforderliche Länge des Werts kann mit maxlength und minlength festgelegt werden. Beide Werte sind weder visuell noch mit Assistenztechnologien wahrnehmbar. Werden sie verwendet, sollte beim Eingabefeld ein entsprechender Hinweis erfolgen.
Die visuelle Größe des Eingabefeldes kann mit den Attributen cols und rows festgelegt werden. Es wird empfohlen, die Größe stattdessen per CSS zu definieren, damit das mehrzeilige Eingabefeld responsiv gestaltet werden kann, um horizontales Scrollen bei 320 px Bildschirmbreite zu vermeiden. Die initiale Größe des Eingabefeldes sollte ausreichend groß sein, weil Tastaturnutzende die Größe des Feldes nicht ändern können – der vom Browser automatisch angezeigte Griff ist nur mit einem Zeigegerät bedienbar.
Für einen Platzhalter kann das Attribut placeholder verwendet werden. Es wird allerdings empfohlen, Eingabehinweise neben dem Feld anzuzeigen und per aria-describedby mit dem Eingabefeld zu verknüpfen. Das placeholder-Attribut hat folgende Nachteile:
Die Kontraste sind häufig nicht ausreichend (entweder zum Hintergrund oder zum Text im Eingabefeld, so dass Platzhalter und Wert schlecht zu unterscheiden sind).
Der Platzhalter wird nicht angezeigt, sobald das Feld einen Wert enthält.
Ein Eingabefeld kann als deaktiviert (disabled) und als schreibgeschützt (readonly) ausgezeichnet werden. Ein Eingabefeld kann mit required als Pflichtfeld ausgezeichnet werden.
Weitere Informationen: 4.10.11 The textarea element - HTML Standard (whatwg.org)
Wird das Eingabefeld nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte u. a. Folgendes beachtet werden:
Die Rolle wird mit role=textbox und dem ARIA-Attribut aria-multiline=true übermittelt.
Die Beschriftung des Eingabefeldes kann per aria-label oder aria-labelledby erfolgen.
Der Wert des Eingabefeldes ergibt sich aus dem Textinhalt des Elements, welches mit role=textbox ausgezeichnet ist.
Das Eingabefeld kann mit aria-required als Pflichtfeld, mit aria-disabled als deaktiviert und mit aria-readonly als schreibgeschützt ausgezeichnet werden.
Für einen Platzhalter wird aria-placeholder verwendet.
Die Darstellung des Eingabefeldes sollte im Hochkontrast-Modus von Windows überprüft werden.
Das sichtbare Eingabefeld und das programmatisch fokussierte Element sollten die gleiche Position und Größe besitzen.
Weitere Informationen: textbox role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link)
Synonyme: Passwort-Eingabefeld, Passwortfeld, Password input field
Siehe auch: Eingabefeld (einzeilig), Authentifizierung
Kennwort-Eingabefelder ermöglichen die Eingabe eines Passworts.
Ein Kennwort-Eingabefeld ist ein meist rechteckiger Bereich der Seite, der sich z. B. durch einen Rahmen, eine Linie oder eine abweichende Hintergrundfarbe von der Umgebung abhebt. Der eingegebene Wert wird nur maskiert angezeigt. Ein Kennwort-Eingabefeld kann einen Schalter enthalten, um die Maskierung des Werts aufzuheben.

Die Anforderungen an das Eingabefeld werden im Abschitt „Eingabefeld“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um ein Eingabefeld zur Kennwort-Eingabe handelt.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 611 | Kontrast | Der maskierte und unmaskierte Text im Kennwort-Eingabefeld muss einen Kontrast von mindestens 4,5:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3 |
| 612 | Wert | Wenn in das Kennwort-Eingabefeld nur bestimmte Zeichen eingegeben werden dürfen oder ein besonderes Eingabeformat erforderlich ist, so muss dies im Eingabehinweis erläutert werden. Hinweis: Dies gilt nur bei der Vergabe eines neuen Kennworts, nicht bei der Eingabe des Kennworts zur Authentifizierung oder bei der wiederholten Kennworteingabe. | Muss | EN 301 549: 9.3.3.2, 11.3.3.2 |
Die Anforderungen an das Eingabefeld werden im Abschitt „Eingabefeld“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um ein Eingabefeld zur Kennwort-Eingabe handelt.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 613 | Tastaturbedienung | Enthält das Kennwort-Eingabefeld weitere interaktive Elemente, wie z. B. einen Schalter zum Entmaskieren der Eingabe, so müssen diese mit der Tabulatortaste nach dem Eingabefeld den Fokus erhalten. Hinweis: Davon ausgenommen sind Elemente, für die ein Tastaturkürzel implementiert wurde, sofern dieses Tastaturkürzel beim Kennwort-Eingabefeld visuell und mit Assistenztechnologie wahrnehmbar ist. | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1 |
Die Anforderungen an das Eingabefeld werden im Abschitt „Eingabefeld“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um ein Eingabefeld zur Kennwort-Eingabe handelt.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 614 | Rolle | Die Rolle Kennwort-Eingabefeld muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 615 | Wert | Der Wert des Kennwort-Eingabefeldes darf nicht an die Accessibility API übermittelt werden, es sei denn die Maskierung der Eingabe wurde aufgehoben. Stattdessen muss eine maskierte Zeichenkette als Wert an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). Hinweis: Als maskierte Zeichenkette für die Accessibility API wird eine Zeichenkette verwendet, die aus einer der Länge der Eingabe entsprechenden Anzahl von Aufzählungszeichen „schwarzer Kreis“ (•) besteht. | Muss | EN 301 549: 4.2.11, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7 |
| 616 | Status | Der Status des Kennwort-Eingabefeldes muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). Hinweis: Dies bezieht sich auch auf den Status „maskiert“ oder „entmaskiert“. So kann das Kennwort-Eingabefeld ohne Maskierung mit der Rolle Eingabefeld an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.2.1, 11.4.2.1 |
JAWS: [Beschriftung] Eingabefeld für Passwörter [maskierter Wert] [Hinweis zur Texteingabe]
NVDA: [Beschriftung] Eingabefeld geschützt [maskierter Wert]
Windows Sprachausgabe: [Beschriftung] Bearbeiten [Wert]
Hinweise:
Mit der Windows Sprachausgabe ist der Unterschied zwischen einem Eingabefeld und einem Kennwort-Eingabefeld nicht wahrnehmbar.
Der maskierte Wert, der „schwarzer Kreis“ (•), wird bei der Eingabe als „Stern“ (JAWS, NVDA) bzw. „versteckt“ (Windows Sprachausgabe), ausgegeben. Ein bereits eingegebener Wert wird als eine Folge von „Aufzählungszeichen“ ausgegeben, wobei JAWS die Anzahl der Zeichen standardmäßig auf drei verkürzt.
Das Kennwort-Eingabefeld muss mit dem HTML-Element <input type=password> umgesetzt werden, damit das eingegebene Passwort von der Assistenztechnologie nicht ausgegeben wird.
Die Beschriftung des Kennwort-Eingabefeldes sollte mit dem Element <label for=ID> mit dem Kennwort-Eingabefeld verknüpft werden.
Ein Kennwort-Eingabefeld kann als deaktiviert (disabled) und als schreibgeschützt (readonly) ausgezeichnet werden. Ein Kennwort-Eingabefeld kann mit required als Pflichtfeld ausgezeichnet werden.
Wenn bei der Vergabe des Kennworts bestimmte Regeln gelten, sollte Folgendes beachtet werden:
Die Regeln sollten beim Kennwort-Eingabefeld erläutert werden.
Wenn die Regeln kurz und nicht strukturiert sind, sollte das Kennwort-Eingabefeld programmatisch mit den Regeln verknüpft werden (z. B. per aria-describedby).
Wenn die Regeln lang oder strukturiert sind, sollten sich diese im Quellcode vor dem Kennwort-Eingabefeld befinden, damit die Lesereihenfolge korrekt ist. Die Regeln können mit einer Überschrift versehen werden (z. B. „Hinweise zur Kennwort-Eingabe“). Beim Eingabefeld sollte die Accessible Description darauf hinweisen, dass Regeln vorhanden sind (z. B. „Beachten Sie die Eingabehinweise für Kennwörter vor diesem Feld“).
Wenn die Regeln bei der Eingabe automatisch validiert werden, sollte dies auch mit Assistenztechnologie wahrnehmbar sein, z. B. indem das Ergebnis der Validierung als Live-Region ausgezeichnet wird.
Weitere Informationen: 4.10.5.1.6 Password state (type=password) - HTML Standard (whatwg.org)
In ARIA existiert keine Rolle für Kennwort-Eingabefelder. Stattdessen muss das entsprechende HTML-Element für Kennwort-Eingabefelder verwendet werden, damit das eingegebene Passwort von der Assistenztechnologie nicht ausgegeben wird.
Synonyme: Eingabefeld mit Vorschlagsliste, Autovervollständigungssuche, Auto-Suggest Box
Siehe auch: Auswahlliste, Ausklappliste, Menüschaltfläche, Eingabefeld (einzeilig), kombiniertes Eingabefeld
Eingabefelder mit Autocomplete-Funktion ermöglichen die freie Texteingabe und die Auswahl von Optionen aus einer Liste, wobei die Liste erst nach erfolgter Texteingabe geöffnet wird.
Im geschlossenen Status besteht ein Eingabefeld mit Autocomplete-Funktion aus einem Eingabefeld. Im geöffneten Status wird zusätzlich darunter eine Auswahlliste angezeigt (ggf. mit Scrollbalken). Die Optionen der Auswahlliste können gruppiert werden. Die Beschriftung der Gruppen kann nicht ausgewählt werden.
Eingabefelder mit Autocomplete-Funktion können auch automatisch den ersten Treffer in das Eingabefeld eintragen, so dass dieser unmittelbar übernommen werden kann (Inline-Autocomplete). Dabei bleibt der Textcursor jedoch an der Stelle des zuletzt eingegebenen Zeichens.

Die Anforderungen an das Eingabefeld werden im Abschitt „Eingabefeld“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um ein Eingabefeld mit Autocomplete-Funktion handelt.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 617 | Kontrast | Die Beschriftung der Optionen in der Auswahlliste der Autocomplete-Funktion müssen einen Kontrast von mindestens 4,5:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3 |
| 618 | Kontrast | Die gewählte Option in der Auswahlliste der Autocomplete-Funktion muss einen Kontrast von mindestens 3:1 zu benachbarten Optionen aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 619 | Fokussichtbarkeit | Bei der Tastaturnavigation durch die Listeneinträge, muss die aktuelle Option im sichtbaren Bereich angezeigt werden. | Muss | EN 301 549: 11.2.4.7 |
Die Anforderungen an das Eingabefeld werden im Abschitt „Eingabefeld“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um ein Eingabefeld mit Autocomplete-Funktion handelt.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 620 | Tastaturbedienung | Die Optionen in der Auswahlliste der Autocomplete-Funktion müssen mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 621 | Aktualisierungen | Bei Fokussierung und Bedienung des Eingabefeldes mit Autocomplete-Funktion darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen. | Muss | EN 301 549: 11.3.2.1 und 11.3.2.2 |
| 622 | Klickbereich | Der Klickbereich der Listeneinträge der Auswahlliste sollen mindestens 24 x 24 px betragen. | Soll | WCAG 2.2: 2.5.8 (AA) |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Öffnen der Auswahlliste | Texteingabe | Erforderlich |
| Schließen der Auswahlliste | EINGABE ESC TAB Texteingabe, die zu keinen Ergebnissen der Autocomplete-Funktion führt | Erforderlich |
| Bedienung der Auswahlliste (Auswahl des vorhergehenden oder folgenden Werts) | PFEIL AUF, PFEIL AB | Erforderlich |
| Bedienung der Auswahlliste (Auswahl eines Werts davor oder danach mit fest definierter Schrittweite) | BILD AUF, BILD AB Hinweis: Die Schrittweite soll mit der Anzahl der sichtbaren Optionen übereinstimmen. | Empfohlen |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Schließen der Auswahlliste | Linksklick auf einen Wert innerhalb der geöffneten Liste | Erforderlich |
| Schließen der Auswahlliste | Linksklick außerhalb des kombinierten Eingabefeldes (bestehend aus dem Eingabefeld und der Auswahlliste) | Erforderlich |
| Wertauswahl innerhalb der Auswahlliste | Linksklick auf einen Wert | Erforderlich |
Die Anforderungen an das Eingabefeld werden im Abschitt „Eingabefeld“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um ein Eingabefeld mit Autocomplete-Funktion handelt.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 623 | Rolle | Die Rolle Eingabefeld muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API) Hinweis: Sofern die verwendete Technologie die Rolle Eingabefeld mit Autocomplete-Funktion nicht kennt, muss die Rolle Eingabefeld verwendet werden. In diesem Fall soll in der Beschreibung auf die Autocomplete-Funktionalität hingewiesen werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 624 | Desktop: Elementhierarchie | Die Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb der Liste müssen an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 911.5.2.9 |
| 624 | Status | Der Status der Auswahlliste der Autocomplete-Funktion muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). Hinweis: Dies bezieht sich z. B. auf den Status „geöffnet“ oder „geschlossen“. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 1.5.2.9 |
| 625 | Name | Die Gruppenbeschriftung der Listeneinträge muss (sofern vorhanden) an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 626 | Bedienung | Die Auswahlliste der Autocomplete-Funktion muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
| 627 | Aktualisierung | Aktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names, Werts oder Status des kombinierten Eingabefeldes müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). Hinweis: Dies betrifft insbesondere das Einblenden der Auswahlliste der Autocomplete-Funktion, weil andernfalls nicht wahrnehmbar ist, dass Werte zur Auswahl zur Verfügung stehen. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 628 | Desktop: Position | Größe und Position des gewählten Elements in der Auswahlliste müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator)) | Muss | EN 301 549: 11.5.2.13 |
Synonyme: Drehschalter, Schaltfläche für die schrittweise Weiterschaltung, Spinbutton, Spinner, Spin Control
Siehe auch: Eingabefeld, Schieberegler, Ausklappliste, kombiniertes Eingabefeld, Schalter
Drehfelder ermöglichen die Auswahl eines Werts aus einem Wertebereich mit kontinuierlichen Daten (z. B. Wochentage, Jahre). Ein Drehfeld besteht aus zwei Schaltern, mit denen der vorhergehende und der folgende Wert ausgewählt werden kann, sowie einem Eingabefeld zur Anzeige des Werts. Das Eingabefeld zur Anzeige des Werts kann schreibgeschützt sein oder die direkte Texteingabe erlauben. Der Wertebereich des Drehfeldes kann beschränkt oder unbeschränkt sein, d. h. es kann einen Minimalwert, Maximalwert oder beides besitzen (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.41).

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 629 | Kontrast | Der Text im Drehfeld muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3 |
| 630 | Kontrast | Der Rahmen des Drehfeldes muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 631 | Kontrast | Die Pfeil-Icons zur Auswahl des vorhergehenden und des folgenden Werts müssen zur benachbarten Farbe ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 632 | Beschriftung | Das Drehfeld muss eine sichtbare Beschriftung besitzen (siehe Beschriftung). | Muss | EN 301 549 9.3.3.2, 11.3.3.2 |
| 633 | Fokussichtbarkeit | Erhält das Drehfeld den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| 634 | Fokussichtbarkeit | Wenn im Drehfeld die Texteingabe möglich ist, muss der Standard-Textcursor angezeigt werden (siehe Textcursor). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7, 11.5.2.13 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 635 | Tastaturbedienung | Das Drehfeld muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). Hinweis: Die Schalter zur Auswahl des vorhergehenden und des folgenden Werts sollen nicht separat den Tastaturfokus erhalten. | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 636 | Aktualisierungen | Bei Fokussierung und Bedienung des Drehfeldes darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1 und 9.3.2.2, 11.3.2.2 |
| 637 | Klickbereich | Wenn kein Wert eingegeben werden kann, sollen der Klickbereich der Schalter zur Auswahl des vorhergehenden und des folgenden Werts mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren des Drehfeldes | TAB | Erforderlich |
| Verlassen des Drehfeldes | TAB | Erforderlich |
| Eingabe eines Werts im Eingabefeld | Texteingabe | Erforderlich (sofern Texteingabe möglich) |
| Navigation im Eingabefeld | PFEIL RECHTS/LINKS POS1, ENDE | Erforderlich (sofern Texteingabe möglich) |
| Bedienung des Drehfeldes (Auswahl des vorhergehenden oder folgenden Werts) | PFEIL AUF, PFEIL AB | Erforderlich |
| Bedienung des Drehfeldes (Auswahl eines Werts davor oder danach mit fest definierter Schrittweite) | BILD AUF, BILD AB Hinweis: Die Schrittweite hängt von der Anzahl der möglichen Werte ab. Bei 100 Werten wäre z. B. eine Schrittweite von 10 sinnvoll. | Empfohlen |
| Bedienung des Drehfeldes (Auswahl des ersten und letzten Werts) | POS1, ENDE | Empfohlen (sofern keine Texteingabe möglich ist und ein Wertebereich existiert) |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokus an eine bestimmte Position ins Eingabefeld setzen | Linksklick in das Eingabefeld | Erforderlich (sofern Texteingabe möglich) |
| Vorhergehenden oder folgenden Wert auswählen | Linksklick auf den entsprechenden Schalter mit dem Pfeil-Icon | Erforderlich |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 638 | Rolle | Die Rolle Drehfeld muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 639 | Wert | Der Wert des Drehfeldes muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7 |
| 640 | Des: Wertebereich | Wenn das Drehfeld einen Minimal- und Maximalwert besitzt, müssen diese an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.7 |
| 641 | Status | Der Status des Drehfeldes muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). Hinweis: Dies bezieht sich auch auf den Status „Texteingabe möglich“ oder „Texteingabe nicht möglich“. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 642 | Name | Das Drehfeld muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8 |
| 643 | Name | Sofern das Drehfeld eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 644 | Bedienung | Das Drehfeld muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
| 645 | Aktualisierung | Aktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names, Werts oder Status des Drehfeldes müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 646 | Desktop: Position | Größe und Position des Drehfeldes müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5 |
| 647 | Desktop: Position | Wenn das Eingabefeld nicht schreibgeschützt ist, muss die Position des Textcursors im Eingabefeld an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokussichtbarkeit) | Muss | EN 301 549: 11.5.2.13 |
JAWS: [Beschriftung] Drehfeld [Wert] [Hinweis zur Texteingabe und Bedienung mit den Pfeiltasten]
NVDA: [Beschriftung] Drehschalter | Drehschalter bearbeitbar [Wert]
Windows Sprachausgabe: [Beschriftung] Netz | Drehfeld [Wert] Minimum [minimaler Wert] und Maximum [maximaler Wert]
Hinweise:
Die Windows-Sprachausgabe gibt die HTML-Drehfelder als „Netz“ und die ARIA-Drehfelder als „Drehfeld“ aus.
Lediglich mit der Windows-Sprachausgabe ist der Mindest- und Höchstwert wahrnehmbar.
Lediglich mit NVDA ist der Unterschied zwischen Drehfeldern mit und ohne Texteingabe wahrnehmbar.
Das Drehfeld sollte mit dem HTML-Element <input type=number> umgesetzt werden.
Der initiale Wert wird über das value-Attribut übermittelt.
Die Schrittweite sowie der Mindest- und Höchstwert können über die Attribute step, min und max übermittelt werden..
Die Beschriftung des Drehfeldes sollte mit dem Element <label for=ID> mit dem Drehfeld verknüpft werden..
Ein Drehfeld kann als deaktiviert (disabled) und als schreibgeschützt (readonly) ausgezeichnet werden.
Ein Drehfeld kann mit required als Pflichtfeld ausgezeichnet werden. .
Weitere Informationen: 4.10.5.1.12 Number state (type=number) - HTML Standard (whatwg.org)
Achtung: Auf Mobilgeräten kann ein ARIA-Drehfeld ohne Texteingabe mit Assistenztechnologie ggf. nicht bedient werden, weil keine Gesten zur Bedienung nicht-nativer Drehfelder implementiert wurden. Dies gilt insbesondere, wenn die Schalter zum Erhöhen bzw. Verringern des Werts Kindelemente des Drehfeldes sind.
Darüber hinaus sind mit den meisten Screenreadern die Unterschiede zwischen Drehfeldern mit und ohne Texteingabe nicht wahrnehmbar. Es wird deshalb empfohlen, nur Drehfelder mit der Möglichkeit zur Texteingabe zu implementieren.
Wird das Drehfeld nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte u. a. Folgendes beachtet werden:
Die Rolle wird mit role=spinbutton übermittelt.
Wenn sich die Rolle spinbutton an einem Eingabefeld befindet oder an einem Element, welches ein Eingabefeld enthält, handelt es sich um ein Drehfeld mit Texteingabe. Ansonsten handelt es sich um ein Drehfeld ohne Texteingabe.
Die Beschriftung des Drehfeldes kann per aria-label oder aria-labelledby erfolgen. Befindet sich die ARIA-Rolle spinbutton an einem HTML-Eingabefeld, kann dieses auch per <label for=ID> beschriftet werden.
Der aktuelle Wert muss mit aria-valuenow angegeben werden. Befindet sich die ARIA-Rolle spinbutton an einem HTML-Eingabefeld, wird dessen Wert als aktueller Wert des Drehfeldes verwendet.
Mit aria-valuetext kann zusätzlich ein Wert in Textform angegeben werden, der dann von der Assistenztechnologie anstelle des Werts im aria-valuenow ausgegeben werden soll.
Der minimale und der maximale Wert können mit aria-valuemin und aria-valuemax angegeben werden.
Die Angabe einer Schrittweite ist bei ARIA-Drehfeldern nicht möglich.
Das Drehfeld kann mit aria-disabled als deaktiviert und mit aria-readonly als schreibgeschützt ausgezeichnet werden.
Die Schalter zum Erhöhen bzw. Verringern des Werts sollten nicht separat den Tastaturfokus erhalten.
Die Darstellung des Drehfeldes sollte im Hochkontrast-Modus von Windows überprüft werden.
Das sichtbare Drehfeld und das programmatisch fokussierte Element sollten die gleiche Position und Größe besitzen.
Weitere Informationen: spinbutton role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Spinbutton Pattern | APG | WAI | W3C
Synonyme: Listenfeld, Mehrzeilige Auswahlliste, Listbox
Siehe auch: Mehrfach-Auswahlliste, Ausklappliste, Radiobuttongruppe, Baumstruktur
Auswahllisten ermöglichen die Auswahl einer Option aus einer Liste (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.39).
In der Auswahlliste werden alle verfügbaren Optionen angezeigt (ggf. mit Scrollbalken). Der aktuelle Wert ist hervorgehoben. Die Optionen können gruppiert werden. Die Beschriftung der Gruppen kann nicht ausgewählt werden. Die fokussierte Option ist identisch mit der gewählten Option.

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 648 | Kontrast | Die Beschriftung der Optionen der Auswahlliste muss einen Kontrast von mindestens 4,5:1 aufweisen. Hinweis 1: Dies gilt für die gewählte und die nicht gewählten Optionen. Hinweis 2: Sofern die Optionen nicht mit Text, sondern Grafiken beschriftet sind, müssen der Kontrast der Grafiken zum Hintergrund und die inhaltstragenden Bereiche der Grafik untereinander mindestens 3:1 betragen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3, 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 649 | Kontrast | Sofern sich die gewählte von der nicht gewählten Option lediglich durch Farbe unterscheiden (z. B. Vordergrund- oder Hintergrundfarbe), so muss zwischen den Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 eingehalten werden. Hinweis: Der gewählte Listeneintrag muss nicht farblich oder ausschließlich farblich gekennzeichnet werden. Er kann z. B. mit einer Checkbox gekennzeichnet sein. In diesem Fall entfallen die Kontrastanforderungen für Farbkennzeichnung, solange die Checkbox ausreichende Kontraste besitzt. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 650 | Kontrast | Der Rahmen der Auswahlliste muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 651 | Beschriftung | Die Auswahlliste muss eine sichtbare Beschriftung besitzen (siehe Beschriftung). | Muss | EN 301 549 9.3.3.1, 11.3.3.2 |
| 652 | Fokussichtbarkeit | Erhält die Auswahlliste den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| 653 | Fokussichtbarkeit | Bei der Navigation durch die Optionen, muss die aktuelle Option im sichtbaren Bereich und als fokussiert angezeigt werden. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| 654 | Liste der Optionen | Die Liste mit den Optionen soll nicht horizontal gescrollt werden müssen, d. h. mindestens so breit sein, wie der längste Eintrag. | Soll | DIN EN ISO 9241-143: 9.3.4 |
| 655 | Liste der Optionen | Die Optionen sollen so formuliert werden, dass die relevante, zur Unterscheidung dienende Information am Anfang steht. | Soll | DIN EN ISO 9241-143: 9.3.4 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 656 | Tastaturbedienung | Die Auswahlliste muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.25 |
| 657 | Aktualisierungen | Bei Fokussierung und Bedienung der Auswahlliste darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen. Hinweis: Insbesondere darf die Wertänderung nicht zum Fokusverlust oder zum Öffnen einer neuen Maske führen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1, 9.3.2.2, 11.3.2.2 |
| 658 | Klickbereich | Der Klickbereich der Listeneinträge der Auswahlliste sollen mindestens 24 x 24 px betragen. | Soll | WCAG 2.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren der Auswahlliste | TAB | Erforderlich |
| Verlassen der Auswahlliste | TAB | Erforderlich |
| Bedienung der Auswahlliste (Auswahl des vorhergehenden oder folgenden Werts) | PFEIL AUF, PFEIL AB | Erforderlich |
| Bedienung der Auswahlliste (Auswahl des ersten und letzten Werts) | POS1, ENDE | Erforderlich |
| Bedienung der Auswahlliste (Auswahl eines Werts davor oder danach mit fest definierter Schrittweite) | BILD AUF, BILD AB Hinweis: Die Schrittweite soll mit der Anzahl der sichtbaren Optionen übereinstimmen. | Erforderlich bei vielen Listeneinträgen |
| Bedienung der Auswahlliste (Auswahl eines Werts, der mit einer bestimmten Zeichenkette beginnt) | Eingabe eines oder mehrerer Zeichen (innerhalb einer kurzen Zeitspanne) Hinweis: Fangen zwei Einträge mit der gleichen Zeichenkette an, wird nacheinander zu den Einträgen navigiert. | Erforderlich bei vielen Listeneinträgen |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Wertauswahl innerhalb der Auswahlliste | Linksklick auf einen Wert | Erforderlich |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 659 | Rolle | Die Rolle Auswahlliste muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 660 | Wert | Der Wert der Auswahlliste muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7 |
| 661 | Desktop: Elementhierarchie | Die Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb der Auswahlliste müssen an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.9 |
| 662 | Status | Der Status der Auswahlliste muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). | Muss | EN 301 549: 69.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 663 | Name | Die Auswahlliste muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8 |
| 664 | Name | Sofern die Auswahlliste eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 665 | Name | Die Gruppenbeschriftung der Listeneinträge muss (sofern vorhanden) an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 666 | Bedienung | Die Auswahlliste muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
| 667 | Aktualisierung | Aktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names, Werts oder Status der Auswahlliste müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 668 | Position | Größe und Position der Auswahlliste müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 669 | Desktop: Position | Größe und Position des gewählten Elements in der Auswahlliste müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokussichtbarkeit) | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13 |
Beim Fokussieren der Auswahlliste:
JAWS:
Ohne gewählten Listeneintrag: [Beschriftung] Listenfeld [Hinweis zur Bedienung mit den Pfeiltasten]
Mit gewähltem Listeneintrag: [Beschriftung] Listenfeld [Wert] [Position] von [Anzahl] [Hinweis zur Bedienung mit den Pfeiltasten]
NVDA:
Ohne gewählten Listeneintrag: [Beschriftung] Liste
Mit gewähltem Listeneintrag: [Beschriftung] Liste [Wert] [Position] von [Anzahl]
Windows Sprachausgabe:
Ohne gewählten Listeneintrag: [Beschriftung] Erfordert Auswahl [Anzahl]
Mit gewähltem Listeneintrag: [Beschriftung] [Wert] [Position] von [Anzahl] ausgewählt [Wert] [Position] von [Anzahl]
Bei der Pfeiltastennavigation durch die Auswahlliste:
JAWS: [Wert] [Position] von [Anzahl]
NVDA: [Wert] [Position] von [Anzahl]
Windows Sprachausgabe: [Wert] [Position] von [Anzahl] ausgewählt
Beim Lesen mit dem virtuellen Cursor:
JAWS:
Ohne gewählten Listeneintrag: [Beschriftung] Listenfeld
Mit gewähltem Listeneintrag: [Beschriftung] [Wert] Listeneintrag gewählt [Position] von [Anzahl]
NVDA:
Ohne gewählten Listeneintrag: [Beschriftung] Liste anklickbar [erster Listeneintrag]
Mit gewähltem Listeneintrag: [Beschriftung] Liste anklickbar [Wert]
Windows Sprachausgabe: [Beschriftung] [Position] von [Anzahl] [ | ausgewählt] [Listeneintrag]
Hinweise:
JAWS und NVDA geben die Gruppierung einer HTML-Auswahlliste mit <optgroup> nicht aus. Die Windows Sprachausgabe gibt die Gruppierung mit <optgroup> nur beim Lesen mit dem virtuellen Cursor aus.
JAWS und NVDA geben die Gruppierung einer ARIA-Auswahlliste mit role=group korrekt aus. Die Windows Sprachausgabe gibt die Gruppierung mit role=group nur beim Lesen mit dem virtuellen Cursor aus.
Beim Lesen mit dem virtuellen Cursor gibt JAWS nur den gewählten Listeneintrag, NVDA den gewählten oder ersten Listeneintrag und die Windows Sprachausgabe alle Listeneinträge aus.
Die Auswahlliste sollte mit den HTML-Elementen <select> und <option> mit einem Wert größer 1 bei dem size-Attribut und ohne multiple-Attribut umgesetzt werden.
Die Listeneinträge können mit dem <optgroup>-Element gruppiert werden. Die Gruppierung sollte jedoch vermieden werden, weil viele Screenreader die Gruppenbeschriftung (die mit dem label-Attribut angegeben wird) nicht ausgeben.
Der initiale gewählte Listeneintrag kann mit dem selected-Attribut gesetzt werden. In jeder Auswahlliste sollte initial ein Listeneintrag ausgewählt sein, weil Tastaturnutzer bei der Navigation durch die Auswahlliste automatisch eine Auswahl treffen, die anschließend nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Initial sollte der Listeneintrag gewählt werden, dessen Auswahl entweder am wahrscheinlichsten ist oder der eine neutrale Option (z. B. „Keine Angabe“) enthält.
Die Beschriftung sollte mit dem Element <label for=ID> mit der Auswahlliste verknüpft werden.
Eine Auswahlliste, eine Gruppe von Listeneinträgen sowie die einzelnen Listeneinträge können als deaktiviert (disabled), aber nicht als schreibgeschützt (readonly) ausgezeichnet werden.
Eine Auswahlliste kann mit required als Pflichtfeld ausgezeichnet werden.
Weitere Informationen: 4.10.7 The select element - HTML Standard (whatwg.org)
Wird die Auswahlliste nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte u. a. Folgendes beachtet werden:
Die Auswahlliste wird mit role=listbox ausgezeichnet und enthält die Listeneinträge, die mit role=option ausgezeichnet werden.
Die Listeneinträge können innerhalb eines Elements, welches mit role=group ausgezeichnet wird, gruppiert werden. Die Gruppe wird mit aria-label oder aria-labelledby beschriftet.
Der gewählte Listeneintrag wird mit aria-selected=true ausgezeichnet, alle anderen mit aria-selected=false. Der gewählte Listeneintrag kann auch mit aria-checked übermittelt werden – das ist allerdings für Auswahllisten ohne Mehrfach-Auswahl nicht empfehlenswert.
Alternativ wird der gewählte Listeneintrag nicht explizit ausgezeichnet, sondern ergibt sich während der Bedienung automatisch aus dem fokussierten Listeneintrag. Dies ist jedoch nicht zu empfehlen, weil dann die Assistenztechnologie im nicht-fokussierten Zustand den gewählten Listeneintrag nicht zuverlässig ermitteln kann.
Die Beschriftung der Auswahlliste kann per aria-label oder aria-labelledby erfolgen.
Bei der Navigation durch die Listeneinträge der Auswahlliste müssen diese entweder tatsächlich den Fokus erhalten oder es wird per aria-activedescendant auf den gewählten Listeneintrag verwiesen. Die erste Variante ist zu bevorzugen.
Die Auswahlliste kann mit aria-disabled als deaktiviert ausgezeichnet werden.
Die Auswahlliste kann mit aria-readonly als schreibgeschützt ausgezeichnet werden.
Die Auswahlliste kann mit aria-required als Pflichtfeld ausgezeichnet werden.
Eine vom Standard abweichende horizontale Ausrichtung der Auswahlliste kann mit aria-orientation=horizontal angegeben werden. Die Ausrichtung wird von Assistenztechnologie häufig nicht ausgegeben, so dass bei horizontal ausgerichteten Listeneinträgen die Bedienung mit allen Pfeiltasten möglich sein sollte.
Die Darstellung der Auswahlliste sollte im Hochkontrast-Modus von Windows überprüft werden.
Die sichtbare Auswahlliste und das programmatisch fokussierte Element sollten die gleiche Position und Größe besitzen.
Bei der Navigation durch die Listeneinträge sollte der fokussierte Listeneintrag im sichtbaren Bereich angezeigt werden.
Weitere Informationen: listbox role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Listbox Pattern | APG | WAI | W3C
Synonyme: Listenfeld, Mehrzeilige Auswahlliste, Listbox
Siehe auch: Auswahlliste, Ausklappliste, Checkbox-Gruppe, Baumstruktur
Mehrfach-Auswahllisten ermöglichen die Auswahl mehrerer Optionen aus einer Liste (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.39).
In der Mehrfach-Auswahlliste werden alle wählbaren Optionen angezeigt (ggf. mit Scrollbalken). Die gewählten Optionen sind hervorgehoben. Die Optionen können gruppiert werden. Die Beschriftung der Gruppen kann nicht ausgewählt werden. Die fokussierte Option ist nicht automatisch identisch mit der gewählten Option.

Die Anforderungen an die Auswahlliste werden im Abschitt „Auswahlliste“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um eine Auswahlliste mit Mehrfach-Auswahl handelt.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 670 | Beschriftung | Die Mehrfach-Auswahlliste muss eine sichtbare Beschriftung besitzen (siehe Beschriftung). Hinweis: Die Benutzenden sollen auf die Möglichkeit der Mehrfachauswahl hingewiesen werden. | Muss | EN 301 549 9.3.3.2, 11.3.3.2 |
| 671 | Beschreibung | Sofern die Mehrfachauswahl nicht durch einfache Aktivierung der Listeneinträge möglich ist, soll die Bedienung mit Tastatur und Zeigeinstrument erläutert werden (siehe Praxistipp vereinfachte Bedienung der Mehrfach-Auswahl). | Soll | WCAG 2.1: 3.3.5 (AAA), DIN EN ISO 9241-143: 9.6.11 |
Die Anforderungen an die Auswahlliste werden im Abschitt „Auswahlliste“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um eine Auswahlliste mit Mehrfach-Auswahl handelt.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 672 | Tastaturbedienung | Die Mehrfach-Auswahlliste muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). Hinweis: Dies gilt für die Auswahl benachbarter und nicht-benachbarter Listeneinträge. | Muss | EN 301 549: 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
Hinweis: Eine vereinfachte, aber derzeit wenig etablierte Bedienung der Mehrfachauswahl wird im Praxistipp vereinfachte Bedienung der Mehrfach-Auswahl beschrieben. Es wird empfohlen, die implementierte Bedienung für die Mehrfachauswahl unabhängig von der gewählten Methode in der Anwendung oder Hilfe zu beschreiben
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren der Mehrfach-Auswahlliste | TAB | Erforderlich |
| Wertauswahl (alle anderen Werte werden abgewählt) | [Navigationstaste] | Erforderlich |
| Auswahl benachbarter Werte | UMSCHALT+[Navigationstaste] | Erforderlich |
| Auswahl nicht-benachbarter Werte | STRG+[Navigationstaste], gefolgt von STRG+LEER | Erforderlich |
| Abwahl eines gewählten Werts | STRG+LEER | Erforderlich |
| Auswahl aller Werte | STRG+A | Empfohlen |
Hinweis: Eine vereinfachte, aber derzeit wenig etablierte Bedienung der Mehrfachauswahl wird im Praxistipp vereinfachte Bedienung der Mehrfachauswahl beschrieben. Es wird empfohlen, die implementierte Bedienung für die Mehrfachauswahl unabhängig von der gewählten Methode in der Anwendung oder Hilfe zu beschreiben.
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Wertauswahl (alle anderen Werte werden abgewählt) | Linksklick auf einen Wert | Erforderlich |
| Auswahl benachbarter Werte | UMSCHALT+Linksklick | Erforderlich |
| Auswahl nicht-benachbarter Werte | STRG+Linksklick | Erforderlich |
| Abwahl eines gewählten Werts | STRG+Linksklick | Erforderlich |
Die Anforderungen an die Auswahlliste werden im Abschitt „Auswahlliste“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um eine Auswahlliste mit Mehrfach-Auswahl handelt
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 673 | Rolle | Die Rolle Mehrfach-Auswahlliste muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.511.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 674 | Bedienung | Die Mehrfach-Auswahlliste muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17.5.2.17 |
Die Möglichkeit der Mehrfach-Auswahl ist in der Regel nicht zu erkennen, weil sich die Mehrfach-Auswahllisten visuell nicht von Auswahllisten unterscheiden. Darüber ist die Mehrfach-Auswahl (insbesondere die Auswahl nicht-benachbarter Werte) mit der Tastatur und dem Zeigeinstrument erschwert. Mit dem Screenreader sind darüber hinaus häufig die gewählten Elemente nicht wahrnehmbar. Deswegen wird empfohlen, Mehrfach-Auswahllisten durch andere Elemente zu ersetzen, in einer einfachen Form umzusetzen oder deren Funktion und Bedienung zu beschreiben. Alternativen für Mehrfach-Auswahllisten wären u. a.:
Gruppe von Checkboxen oder
zwei Auswahllisten oder Mehrfach-Auswahllisten nebeneinander, wobei die erste Liste die verfügbaren Werte und die zweite Liste die gewählten Werte anzeigt. Mit Schaltern können Werte aus der ersten Liste in die zweite verschoben oder aus diesen entfernt werden (siehe Screenshot).

Eine einfache Bedienung von Mehrfach-Auswahllisten kann wie folgt umgesetzt werden:
mit dem Zeigeinstrument: Klick auf einen Wert ändert den Status (gewählt oder nicht gewählt)
mit der Tastatur: Aktivierung eines Werts mit der LEER-Taste ändert den Status (gewählt oder nicht gewählt).
Eine einfache Bedienung von Mehrfach-Auswahllisten kann wie folgt umgesetzt werden:
mit dem Zeigeinstrument: Klick auf einen Wert ändert den Status (gewählt oder nicht gewählt)
mit der Tastatur: Aktivierung eines Werts mit der LEER-Taste ändert den Status (gewählt oder nicht gewählt).
JAWS:
Ohne gewählten Listeneintrag: [Beschriftung] Erweitertes Listenfeld [Hinweis zur Bedienung mit den Pfeiltasten]
Mit gewählten Listeneinträgen: [Beschriftung] Erweitertes Listenfeld [fokussierter Listeneintrag] [Position und Anzahl] [Hinweis zur Bedienung mit den Pfeiltasten]
NVDA:
Ohne gewählten Listeneintrag: [Beschriftung] Liste
Mit gewählten Listeneinträgen: [Beschriftung] Liste [fokussierter Listeneintrag] [Position und Anzahl]
Windows Sprachausgabe:
Ohne gewählten Listeneintrag: [Beschriftung] Gewählt unterstützt Mehrfachauswahl [Anzahl]
Mit gewählten Listeneinträgen: [Beschriftung] [fokussierter Listeneintrag] [Position und Anzahl] ausgewählt.
Achtung: Mit dem Screenreader sind die gewählten Listeneinträge im Formularmodus nicht wahrnehmbar. Auch die Möglichkeit der Mehrfach-Auswahl ist teilweise nicht wahrnehmbar.
Deswegen wird empfohlen, ein alternatives Element zu verwenden (siehe Praxistipp Alternativen zur Auswahlliste mit Mehrfach-Auswahl).
Achtung: Aus folgenden Gründen ist die Tastaturbedienung erschwert:
Für die Mehrfach-Auswahl sind Modifikationstasten notwendig, die ggf. nicht bekannt sind. Bei alten Browsern ist die Mehrfach-Auswahl mit der Tastatur nicht möglich bzw. müssen abweichende Modifikationstasten verwendet.
Bei der Mehrfach-Auswahl sind zwar die gewählten Listeneinträge sichtbar, aber nicht der aktuell fokussierte Listeneintrag.
Deswegen wird empfohlen, ein alternatives Element zu verwenden (siehe Praxistipp Alternativen zur Auswahlliste mit Mehrfach-Auswahl).
Die Umsetzungshinweise für die HTML-Auswahlliste werden im Abschitt „Auswahlliste“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Hinweise gegeben, die daraus resultieren, dass es sich um eine Auswahlliste mit Mehrfach-Auswahl handelt.
Die Mehrfach-Auswahlliste sollte mit dem multiple-Attribut umgesetzt werden.
Der initial gewählten Listeneinträge werden mit dem selected-Attribut ausgezeichnet.
Die Umsetzungshinweise für die ARIA-Auswahlliste werden im Abschitt „Auswahlliste“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Hinweise gegeben, die daraus resultieren, dass es sich um eine Auswahlliste mit Mehrfach-Auswahl handelt.
Die Möglichkeit der Mehrfach-Auswahl wird mit aria-multiselectable=true übermittelt.
Die gewählten Listeneinträge werden mit aria-selected=true oder aria-checked=true ausgezeichnet, alle anderen mit aria-selected=false bzw. aria-checked=false.
Bei der Navigation durch die Listeneinträge der Auswahlliste müssen diese entweder tatsächlich den Fokus erhalten oder es wird per aria-activedescendant auf den fokussierten Listeneintrag verwiesen. Die erste Variante ist zu bevorzugen. In beiden Fällen ist darauf zu achten, dass die Navigation durch die Mehrfach-Auswahlliste nicht automatisch den Status der Listeneinträge (gewählt oder nicht gewählt) ändert
Synonyme: Hierarchische Liste, Baum, Baumansicht, Strukturansicht, Tree, Treeview
Siehe auch: Auswahlliste, Mehrfach-Auswahlliste, Hierarchische Tabelle, Menü
Baumstrukturen ermöglichen die Darstellung und Bedienung hierarchisch strukturierter Listen (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.17). Die verschachtelten Listen können ein- und ausgeblendet werden. Ein Schalter mit Indikator bei den Listeneinträgen zeigt an, ob die untergeordnete Liste ein- oder ausgeblendet ist. Baumstrukturen können zu unterschiedlichen Zwecken verwendet werden, bspw.:
Auswahl eines oder mehrerer Listeneinträge innerhalb eines Formulars (wie bei einer Auswahlliste oder Mehrfach-Auswahlliste),
Navigation (wie bei einer Linkliste oder einem Menü),
Anzeige von Daten (wie bei einer Liste).

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 675 | Kontrast | Die Beschriftung der Listeneinträge der Baumstruktur muss einen Kontrast von mindestens 4,5:1 aufweisen. Hinweis 1: Dies gilt für die gewählten und die nicht gewählten Einträge. Hinweis 2: Sofern die Listeneinträge nicht mit Text, sondern mit Grafiken beschriftet sind, muss der Kontrast der Grafiken zum Hintergrund und die inhaltstragenden Bereiche der Grafik untereinander mindestens 3:1 betragen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3, 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 676 | Kontrast | Sofern sich der gewählte vom nicht gewählten Listeneintrag lediglich durch Farbe unterscheidet (z. B. Vordergrund- oder Hintergrundfarbe), so müssen die Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Hinweis: Der gewählte Listeneintrag muss nicht farblich oder ausschließlich farblich gekennzeichnet werden. Er kann z. B. mit einer Checkbox gekennzeichnet sein. In diesem Fall entfallen die Kontrastanforderungen für Farbkennzeichnung, solange die Checkbox ausreichende Kontraste besitzt. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1, 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 677 | Kontrast | Die Icons, die den Status der Listeneinträge anzeigen (ein- oder ausgeblendet), müssen zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 678 | Beschriftung | Die Baumstruktur muss eine sichtbare Beschriftung besitzen, sofern sie als Formularelement dient (siehe Beschriftung). | Muss | EN 301 549 9.3.3.2, 11.3.3.2 |
| 679 | Fokussichtbarkeit | Erhält die Baumstruktur den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| 680 | Fokussichtbarkeit | Bei der Navigation durch die Listeneinträge, muss der aktuelle Listeneintrag im sichtbaren Bereich angezeigt werden. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| 681 | Liste der Optionen | Die Baumstruktur darf nicht horizontal gescrollt werden müssen, d. h. mindestens so breit sein, wie der längste Eintrag. | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1 |
| 682 | Liste der Optionen | Die Listeneinträge sollen so formuliert werden, dass die relevante, zur Unterscheidung dienende Information am Anfang steht. | Soll | DIN EN ISO 9241-143: 9.3.4 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 683 | Tastaturbedienung | Die Baumstruktur muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). Hinweis: Die Schalter zum Ein- und Ausblenden untergeordneter Listeneinträge sollen nicht separat den Tastaturfokus erhalten. | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 684 | Aktualisierungen | Bei Fokussierung und Bedienung der Baumstruktur darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1, 9.3.2.2, 11.3.2. |
| 685 | Klickbereich | Die Elemente zum Ein- und Ausblenden untergeordneter Listen sollen mindestens 24 x 24 px groß sein. | Soll | WCAG 2.2 |
| 686 | Klickbereich | Der Klickbereich der Listeneinträge der Baumstruktur sollen mindestens 24 x 24 px betragen. | Soll | WCAG 2.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren der Baumstruktur | TAB | Erforderlich |
| Verlassen der Baumstruktur | TAB | Erforderlich |
| Navigation zum vorhergehenden oder folgenden Wert | PFEIL AUF, PFEIL AB | Erforderlich |
| Schnellnavigation zum ersten und letzten Wert | POS1, ENDE | Erforderlich |
| Schnellnavigation zu einem Wert davor oder danach mit fest definierter Schrittweite | BILD AUF, BILD AB Hinweis: Die Schrittweite soll mit der Anzahl der sichtbaren Listeneinträge übereinstimmen. | Empfohlen |
| Navigation zum ersten Eintrag der verschachtelten Liste | PFEIL RECHTS | Erforderlich |
| Untergeordnete Liste einblenden | PFEIL RECHTS | Erforderlich |
| Untergeordnete Liste ausblenden | PFEIL LINKS | Erforderlich |
| Wertauswahl, Aktivierung des Listeneintrags | LEER, EINGABE | Erforderlich |
Hinweis 1: Bei Baumstrukturen mit der Mehrfachauswahl sollen darüber hinaus die Tastaturbedienung für die Mehrfachauswahl implementiert werden, wie sie bei der Mehrfach-Auswahlliste beschrieben ist.
Hinweis 2: Die Tastaturbedienung der Baumstrukturen kann je nach verwendeter Programmiersprache oder Framework vom hier beschriebenen Standard abweichen (z. B. Ein- und Ausblenden der untergeordneten Listen mit PLUS und MINUS). Die abweichende Tastaturbedienung sollte in der Anwendung und Hilfe beschrieben.
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Wertauswahl, Aktivierung des Listeneintrags | Linksklick | Erforderlich |
| Untergeordnete Liste ein- und ausblenden | Linksklick auf Icon zum Ein- und Ausblenden | Erforderlich |
| Untergeordnete Liste ein- und ausblenden | Doppelklick auf Listeneintrag | Empfohlen |
Hinweis: Bei Baumstrukturen mit der Mehrfachauswahl sollen darüber hinaus die Zeigeinstrumentbedienung für die Mehrfachauswahl implementiert werden, wie sie bei der Mehrfach-Auswahlliste beschrieben ist.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 687 | Rolle | Die Rolle Baumstruktur muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 688 | Wert | Die Werte der Baumstruktur müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7 |
| 689 | Desktop: Elementhierarchie | Die Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb der Baumstruktur müssen an die Accessibility API übermittelt werden. Hinweis: Wenn das nicht möglich ist, muss die Hierarchie der Listeneinträge in anderer Form an die Accessibility API übermittelt werden, z. B. in Textform. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.9 |
| 690 | Status | Der Status der Baumstruktur und der Listeneinträge muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). Hinweis: Dies bezieht sich bei den Listeneinträgen auch auf den Status „geöffnet“ oder „geschlossen“. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 691 | Name | Die Baumstruktur muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2. |
| 692 | Name | Sofern die Baumstruktur eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 693 | Bedienung | Die Baumstruktur muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
| 694 | Aktualisierung | Aktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names, Werts oder Status der Baumstruktur müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 695 | Position | Größe und Position der Baumstruktur und deren Listeneinträge müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13 |
Beim Fokussieren der Baumstruktur:
JAWS: [Beschriftung] Strukturansicht [Listeneintrag] [ | offen | geschlossen] [Position] von [Anzahl] [Hinweis zur Navigation und Bedienung mit den Pfeiltasten]
NVDA: [Beschriftung] Baumansicht [Listeneintrag] [ | erweitert | reduziert] [Position] von [Anzahl] Ebene [Zahl]
Windows Sprachausgabe: [Beschriftung] Struktur [Listeneintrag] [Position] von [Anzahl] Ebene [Zahl] [ | erweitert | ausgeblendet]
Bei der Pfeiltastennavigation durch die Baumstruktur:
JAWS:
Beim Wechseln der Ebene: Ebene [Zahl] [Listeneintrag] [ | offen | geschlossen] [Position] von [Anzahl]
Innerhalb der gleichen Ebene: [Listeneintrag] [ | offen | geschlossen]
NVDA:
Beim Wechseln der Ebene: Ebene [Zahl] [Listeneintrag] [ | erweitert | reduziert] [Position] von [Anzahl]
Innerhalb der gleichen Ebene: [Listeneintrag] [ | erweitert | reduziert] [Position] von [Anzahl] Ebene [Zahl]
Windows Sprachausgabe: [Listeneintrag] [Position] von [Anzahl] Ebene [Zahl] [ | erweitert | ausgeblendet]
Beim Lesen mit dem virtuellen Cursor:
JAWS:
ohne gewähltes Element: [Beschriftung] Strukturansicht
mit gewähltem Element: [Beschriftung] Strukturelement [Listeneintrag] [ | erweitert | reduziert] [Position] von [Anzahl]
NVDA: [Beschriftung] Baumansicht [ | erweitert | reduziert] Ebene [Zahl] [Listeneintrag]
Windows Sprachausgabe: [Beschriftung] Struktur [Position] von [Anzahl] Ebene [Zahl] [ | erweitert | ausgeblendet] [Listeneintrag]
Hinweise:
JAWS gibt beim Lesen mit dem virtuellen Cursor nur die gewählten Elemente aus (d. h. Elemente, die z. B. mit tabindex=0 oder aria-selected=true ausgezeichnet sind).
NVDA gibt beim Lesen mit dem virtuellen Cursor den ersten Listeneintrag sowie alle sichtbaren verschachtelten Listeneinträge des ersten Listeneintrags aus, nicht jedoch den oder die gewählten Listeneinträge.
Die Windows Sprachausgabe gibt beim Lesen mit dem virtuellen Cursor alle sichtbaren Listeneinträge aus.
Die Windows-Sprachausgabe gibt aufgrund des impliziten bzw. expliziten aria-level bei jedem Listeneintrag fälschlicherweise „Überschriftenebene [Zahl]“ aus.
In HTML existiert kein Element für Baumstrukturen. Stattdessen kann Folgendes verwendet werden:
verschachtelte Listen (mit den Elementen <ul>, <li>) mit Schaltern, die zum Ein- und Ausblenden untergeordneter Listeneinträge dienen und die mit der TAB-Taste den Fokus erhalten oder
Nutzung der entsprechenden ARIA-Rollen.
Bei Baumstrukturen sollte Folgendes beachtet werden:
Die Baumstruktur wird mit role=tree ausgezeichnet und enthält die Listeneinträge, die mit role=treeitem ausgezeichnet werden.
Die verschachtelten Listeneinträge werden innerhalb eines Elements, welches mit role=group ausgezeichnet wird, gruppiert. Die Gruppe wiederum befindet sich innerhalb des übergeordneten Listeneintrags, der mit role=treeitem ausgezeichnet ist.
Der Status der Listeneinträge (geöffnet oder geschlossen) wird mit aria-expanded übermittelt.
Der aktuelle Listeneintrag wird mit aria-selected=true, alle anderen mit aria-selected=false ausgezeichnet.
Listeneinträge können zusätzlich mit aria-checked als aktiviert bzw. nicht aktiviert ausgezeichnet werden, sofern die Baumstruktur diese Funktionalität anbietet (z. B. visuell durch Checkboxen bei den Listeneinträgen). Sofern mit aria-checked eine Mehrfach-Auswahl der Listeneinträge möglich ist, wird dies per aria-multiselectable=true übermittelt.
Die Beschriftung der Baumstruktur kann per aria-label oder aria-labelledby erfolgen. Die Beschriftung der Listeneinträge sollte per Textinhalt erfolgen. Die Gruppen werden nicht beschriftet.
Bei der Navigation durch die Listeneinträge der Baumstruktur müssen diese entweder tatsächlich den Fokus erhalten oder es wird per aria-activedescendant auf den gewählten Listeneintrag verwiesen. Die erste Variante ist zu bevorzugen.
Die Baumstruktur darf außer den Gruppen und Listeneinträgen keine anderen Elemente enthalten.
Die Baumstruktur kann mit aria-required als Pflichtfeld und mit aria-disabled als deaktiviert ausgezeichnet werden.
Die Darstellung der Baumstruktur sollte im Hochkontrast-Modus von Windows überprüft werden. So sollten z. B. die Icons, die den Status der Listeneinträge übermitteln, gut erkennbar sein.
Die sichtbaren Listeneinträge und die programmatisch fokussierten Elemente sollten die gleiche Position und Größe besitzen.
Weitere Informationen: tree role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), treeitem role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Tree View Pattern | APG | WAI | W3C
Synonyme: Anfasser, Handle, Control point
Siehe auch: Bereichstrenner
Ein Griff dient dem räumlichen Bearbeiten eines Elements, wie z. B. einer Grafik, eines Textblocks oder eines Anwendungsfensters (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.16). Über den Griff kann das Element z. B. skaliert, gedreht, verzerrt oder verschoben werden.
Ein Griff besteht oft aus einem kleinen Kreis oder Viereck an den Ecken des bearbeitbaren Elements. Zusätzlich können beim Griff die Bearbeitungsmöglichkeiten angezeigt werden. Griffe werden häufig nur angezeigt, wenn das dazugehörige Element den Fokus besitzt. Bei Anwendungsfenstern kann der Griff auch unsichtbar sein. Ein Griff kann ein Kontextmenü für weitere Funktionen besitzen.

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 696 | Kontrast | Der Griff muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 697 | Fokussichtbarkeit | Erhält der Griff den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 698 | Tastaturbedienung | Der Griff muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). Alternativ müssen alle Funktionen des Griffs per Tastatur ausgeführt werden können. In diesem Fall muss die Tastaturbedienung des Griffs in der Anwendung und Hilfe erläutert werden. Dies gilt nicht für die Griffe des Anwendungsfensters, sofern für diese die Standardbedienung implementiert wurde. Ausnahme: Wenn der Griff keine relevante Funktion besitzt, muss er nicht tastaturbedienbar sein. Dies gilt z. B., wenn der Griff der Skalierung eines Anzeigebereichs dient, in der Standarddarstellung alle Inhalte vollständig wahrnehmbar sind und die Skalierung keinen Mehrwert bringt. | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 699 | Zeigeinstrument-Bedienung | Die Zeigeinstrumentbedienung des Griffs darf nicht komplex sein. Hinweise: Komplexe Zeigeinstrumentbedienung ist
| Muss | EN 301 549: 9.2.5.1, 11.2.5.1 |
| 700 | Zeigeinstrument-Bedienung | Der Griff soll auch ohne ziehende Zeigeinstrumentbedienung bedient werden können. Hinweis: Das kann z. B. erreicht werden, indem mit Klick der Griff aktiviert und anschließend die Zielposition angeklickt wird. | Muss | WCAG 2.2 |
| 701 | Klickbereich | Der Klickbereich des Griffs soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2 |
Hinweis: Die folgenden Anforderungen gelten nur, wenn der Griff mit der Tastatur den Fokus erhält.
Mögliche Bedienalternativen für Tastaturnutzende können z. B. sein:
Skalieren und Verschieben der Anwendungsfenster über die Windows-Methoden (ALT+LEER > Verschieben/Größe ändern > PFEIL AUF/AB/LINKS/RECHTS),
Verwendung von Tastaturkürzeln, die in der Anwendung und Hilfe beschrieben sind,
Eingabe expliziter Werte für die Größe, Lage oder Drehung eines Objekts in einem Dialogfenster, welches z. B. per Tastaturkürzel oder Kontextmenü aufgerufen wird (diese Bedienalternative soll in der Anwendung und Hilfe beschrieben werden).
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren des Griffs | TAB | Erforderlich |
| Verlassen des Griffs | TAB | Erforderlich |
| Bedienung des Griffs | PFEIL AUF/AB/LINKS/RECHTS | Erforderlich |
| Bedienung des Griffs mit fest definierter Schrittweite | STRG+PFEIL AUF/AB/LINKS/RECHTS | Empfohlen |
| Proportionale Skalierung | UMSCHALT+PFEIL AUF/AB/LINKS/RECHTS | Empfohlen |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Bedienung des Griffs | Ziehen des Griffs (Drag & Drop) | Erforderlich |
| Bedienung des Griffs | Linksklick zur Aktivierung, Bewegen des Zeigegeräts, Linksklick an der Zielposition | Empfohlen |
| Proportionale Skalierung | UMSCHALT + Ziehen des Griffs | Empfohlen |
Hinweis: Die folgenden Anforderungen gelten nur, wenn der Griff mit der Tastatur den Fokus erhält.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 702 | Rolle | Die Rolle Griff muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 703 | Wert | Der Wert des Griffs (z. B. Drehung in Grad) muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7 |
| 704 | Desktop: Wertebereich | Minimal- und Maximalwert des Griffs müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.7 |
| 705 | Status | Der Status des Griffs muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 706 | Name | Der Griff muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. Hinweis: Ein Griff besitzt in der Regel keine sichtbare Beschriftung. Der Name des Griffs soll die Funktion beschreiben (z. B. „Untere vertikale Skalierung“). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 707 | Name | Sofern der Griff eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 708 | Bedienung | Der Griff muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
| 709 | Aktualisierung | Aktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names, Werts oder Status des Griffs müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 710 | Desktop: Position | Größe und Position des Griffs müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5 |
Synonyme: Kombinationsfeld, Combobox
Siehe auch: Auswahlliste, Ausklappliste, Menüschaltfläche, Eingabefeld mit Autocomplete-Funktion
Kombinierte Eingabefelder ermöglichen die Texteingabe und die Auswahl von Optionen aus einer Liste, wobei die Liste geöffnet und geschlossen werden kann (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.7).
Im geschlossenen Status besteht ein kombiniertes Eingabefeld aus einem Eingabefeld und einem Schalter (mit Pfeil-Icon) zum Öffnen der Liste, der sich rechts vom Eingabefeld befindet. Im geöffneten Status wird zusätzlich darunter eine Auswahlliste angezeigt (ggf. mit Scrollbalken). Die Optionen der Auswahlliste können gruppiert werden. Die Beschriftung der Gruppen kann nicht ausgewählt werden.
Kombinierte Eingabefelder können sehr unterschiedlich umgesetzt werden. Umsetzungsvarianten sind u. a.:
Solange das Eingabefeld leer ist, wird im geöffneten Status unter dem Eingabefeld eine Auswahlliste mit allen Optionen angezeigt. Sofern das Eingabefeld Text enthält, werden in der Auswahlliste unter dem Eingabefeld nur Optionen angezeigt, die den bereits eingegebenen Text enthalten oder mit diesem beginnen. Passen keine Optionen zum eingegebenen Text, wird keine Auswahlliste eingeblendet.
Die Auswahlliste enthält unabhängig von der Texteingabe bestimmte häufig verwendete Werte.
Das kombinierte Eingabefeld besitzt zwei Auswahllisten. Die Listeneinträge der einen Liste sind unabhängig von der Texteingabe, in der zweiten Liste werden erst nach der Texteingabe übereinstimmende Listeneinträge angezeigt.
Die Texteingabe dient nur dem Filtern der Optionen in der Auswahlliste. Die Eingabe von Text, der mit keiner der vorgegebenen Optionen übereinstimmt, ist nicht möglich.

Die Anforderungen an das Eingabefeld und die Auswahlliste werden im Abschitt „Eingabefeld“ bzw. „Auswahlliste“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass über das Eingabefeld eine Auswahlliste geöffnet werden kann.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 711 | Kontrast | Das Pfeil-Icon zum Öffnen und Schließen der Liste muss zur benachbarten Farbe ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
Die Anforderungen an das Eingabefeld und die Auswahlliste werden im Abschitt „Eingabefeld“ bzw. „Auswahlliste“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass über das Eingabefeld eine Auswahlliste geöffnet werden kann.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 712 | Tastaturbedienung | Das kombinierte Eingabefeld muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). Hinweis: Der Schalter zum Ein- und Ausblenden der Auswahlliste soll nicht separat den Tastaturfokus erhalten. | Muss | EN 301 549: 11.2.1.1 und 11.2.1.2; ISO 9241-171: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 713 | Klickbereich | Der Klickbereich des Pfeils zum Öffnen und Schließen der Auswahlliste soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Öffnen der Auswahlliste | Desktop:
| Erforderlich |
| Schließen der Auswahlliste | Desktop:
| Erforderlich |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Öffnen der Auswahlliste | Linksklick auf den Pfeil | Erforderlich |
| Schließen der Auswahlliste | Linksklick auf den Pfeil | Erforderlich |
| Schließen der Auswahlliste | Linksklick auf einen Wert innerhalb der geöffneten Liste | Erforderlich |
| Schließen der Auswahlliste | Linksklick außerhalb des kombinierten Eingabefeldes (bestehend aus dem Eingabefeld und der Auswahlliste) | Erforderlich |
Die Anforderungen an das Eingabefeld und die Auswahlliste werden im Abschitt „Eingabefeld“ bzw. „Auswahlliste“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass über das Eingabefeld eine Auswahlliste geöffnet werden kann.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 714 | Rolle | Die Rolle kombiniertes Eingabefeld muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 715 | Status | Der Status des kombinierten Eingabefeldes muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). Hinweis: Dies bezieht sich auch auf den Status „geöffnet“ oder „geschlossen“. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
JAWS: [Beschriftung] kombiniertes Eingabefeld reduziert | erweitert [Wert] [Hinweis zur Texteingabe und Bedienung mit den Pfeiltasten]
NVDA: [Beschriftung] Kombinationsfeld reduziert | erweitert [mit Autovervollständigung] bearbeitbar [Wert]
Windows Sprachausgabe: [Beschriftung] [Wert] Kombinationsfeld bearbeiten ausgeblendet | erweitert
Das kombinierte Eingabefeld sollte mit den HTML-Elementen <input type=… list=ID> sowie <datalist id=ID> und <option> umgesetzt werden.
Bei folgenden Werten im type-Attribut kann das list-Attribut sinnvoll verwendet werden: text, search, url, tel, email.
Bei folgenden Werten im type-Attribut darf das list-Attribut gemäß der HTML-Spezifikation ebenfalls verwendet werden. Dies wird aber von den meisten Browsern nicht unterschützt und führt teilweise zu irreführender Ausgabe durch die Screenreader: date, month, week, time, datetime-local, number, range, color.
Der initiale Wert wird über das value-Attribut beim <input>-Element übermittelt.
Die Beschriftung sollte mit dem Element <label for=ID> mit dem kombinierten Eingabefeld verknüpft werden.
Das kombinierte Eingabefeld kann als Pflichtfeld (required), deaktiviert (disabled) bzw. schreibgeschützt (readonly) ausgezeichnet werden.
Die Listeneinträge können nicht als deaktiviert oder schreibgeschützt ausgezeichnet werden. Die Listeneinträge können nicht gruppiert werden.
Weitere Informationen: 4.10.8 The datalist element - HTML Standard (whatwg.org), 4.10.5.3.9 The list attribute - HTML Standard (whatwg.org)
Achtung: Da sich die ARIA-Spezifikation hinsichtlich combobox in den letzten Jahren mehrfach grundlegend geändert hat, kann nicht garantiert werden, dass die kombinierten Eingabefelder, die mit ARIA umgesetzt werden, von allen Screenreadern korrekt ausgegeben wird. Es wird empfohlen, stattdessen das native kombinierte Eingabefeld zu verwenden. Alternativ sollte die ARIA-Umsetzung umfassend mit verschiedenen Browsern und Screenreadern getestet werden.
Achtung: Häufig wird für Eingabefelder mit Autocomplete-Funktion oder Ausklapplisten das ARIA-Pattern für kombinierte Eingabefelder verwendet. Diese drei Elemente unterscheiden sich jedoch hinsichtlich ihrer Bedeutung und Bedienung und sollten nicht verwechselt werden.
Wird das kombinierte Eingabefeld nicht mit den HTML-Elementen umgesetzt, sollte u. a. Folgendes beachtet werden:
Die Rolle wird mit role=combobox übermittelt. Die Rolle muss sich an einem Eingabefeld befinden (<input type=text>).
Der Wert des Eingabefeldes (value-Attribut) wird als Wert des kombinierten Eingabefeldes übermittelt.
Die Beschriftung des kombinierten Eingabefeldes kann per aria-label oder aria-labelledby erfolgen.
Der Status der Ausklappliste (geschlossen oder geöffnet = Auswahlliste sichtbar) muss mit aria-expanded übermittelt werden.
Vom Element mit role=combobox wird per aria-controls auf die Auswahlliste verwiesen.
Das Autocomplete-Verhalten des kombinierten Eingabefeldes wird mit aria-autocomplete übermittelt.
Die Auswahlliste wird mit role=listbox und deren Listeneinträge mit role=option ausgezeichnet.
Bei der Navigation durch die Listeneinträge der Auswahlliste müssen diese entweder tatsächlich den Fokus erhalten oder es wird per aria-activedescendant auf den gewählten Listeneintrag verwiesen. Die erste Variante ist zu bevorzugen.
Der Schalter mit dem Pfeil-Icon, über den die Auswahlliste geöffnet werden kann, erhält nicht den Tastaturfokus (tabindex=-1), soll jedoch so ausgezeichnet werden, dass er bei der Navigation mit dem virtuellen Cursor von der Assistenztechnologie ausgegeben wird. Der Schalter soll aussagekräftig beschriftet werden, per aria-controls auf die Auswahlliste verweisen und per aria-expanded den Status der Auswahlliste übermitteln.
Das kombinierte Eingabefeld kann mit aria-disabled als deaktiviert ausgezeichnet werden.
Das kombinierte Eingabefeld kann mit aria-readonly als schreibgeschützt ausgezeichnet werden.
Das kombinierte Eingabefeld kann mit aria-required als Pflichtfeld ausgezeichnet werden.
Die Darstellung des kombinierten Eingabefeldes sollte im Hochkontrast-Modus von Windows überprüft werden.
Das sichtbare kombinierte Eingabefeld und das programmatisch fokussierte Element sollten die gleiche Position und Größe besitzen.
Bei der Navigation durch die Listeneinträge sollte der fokussierte Listeneintrag im sichtbaren Bereich angezeigt werden.
Weitere Informationen: combobox role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Combobox Pattern | APG | WAI | W3C
Synonyme: Klappliste, Dropdown-Listenfeld, Dropdown, Combobox
Siehe auch: Auswahlliste, Kombiniertes Eingabefeld, Menüschaltfläche, Eingabefeld mit Autocomplete-Funktion
Ausklapplisten ermöglichen die Auswahl einer Option aus einer Liste, wobei die Liste geöffnet und geschlossen werden kann (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.11).
Im geschlossenen Status wird der aktuelle Wert (die gewählte Option in der Liste) angezeigt und rechts daneben ein Schalter (mit Pfeil-Icon) zum Öffnen der Liste. Im geöffneten Status wird zusätzlich eine Auswahlliste mit allen Optionen angezeigt (ggf. mit Scrollbalken). Der aktuelle Wert ist hervorgehoben. Die Optionen können gruppiert werden. Die Beschriftung der Gruppen kann nicht ausgewählt werden.

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 716 | Kontrast | Die Beschriftung der Optionen der Ausklappliste muss einen Kontrast von mindestens 4,5:1 aufweisen. Hinweis 1: Dies gilt für den geöffneten und geschlossenen Status der Ausklappliste sowie für die gewählte und die nicht gewählten Optionen. Hinweis 2: Sofern die Optionen nicht mit Text, sondern Grafiken beschriftet sind, muss der Kontrast der Grafiken zum Hintergrund und die inhaltstragenden Bereiche der Grafik untereinander mindestens 3:1 betragen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3, 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 717 | Kontrast | Sofern sich der gewählte vom nicht gewählten Listeneintrag im geöffneten Status lediglich durch Farbe unterscheiden (z. B. Vordergrund- oder Hintergrundfarbe), so müssen die Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Hinweis: Der gewählte Listeneintrag muss nicht farblich oder ausschließlich farblich gekennzeichnet werden. Er kann z. B. mit einer Checkbox gekennzeichnet sein. In diesem Fall entfallen die Kontrastanforderungen für Farbkennzeichnung, solange die Checkbox ausreichende Kontraste besitzt. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 718 | Kontrast | Ist die Ausklappliste ausschließlich aufgrund ihrer farblichen Gestaltung als solche zu erkennen, muss diese Farbe zu benachbarten Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Hinweis 1: Eine Ausklappliste kann z. B. aufgrund ihres Rahmens oder ihrer Hintergrundfarbe als interaktives Element erkennbar sein. Hinweis 2: Die Anforderung gilt nicht, wenn die Ausklappliste z. B. aufgrund ihrer Position oder Beschriftung eindeutig als solche zu erkennen ist. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 719 | Kontrast | Das Pfeil-Icon zum Öffnen und Schließen der Liste muss zur benachbarten Farbe ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 720 | Beschriftung | Die Ausklappliste muss eine sichtbare Beschriftung besitzen (siehe Beschriftung). | Muss | EN 301 549 9.3.3.2, 11.3.3.2 |
| 721 | Fokussichtbarkeit | Erhält die Ausklappliste den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| 722 | Fokussichtbarkeit | Bei der Navigation durch die Listeneinträge, muss die aktuelle Option im sichtbaren Bereich und als fokussiert angezeigt werden. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| 723 | Liste der Optionen | Die Optionen sollen so formuliert werden, dass die relevante, zur Unterscheidung dienende Information am Anfang steht. | Soll | DIN EN ISO 9241-143: 9.3.4 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 724 | Tastaturbedienung | Die Ausklappliste muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 725 | Aktualisierungen | Bei Fokussierung und Bedienung der Ausklappliste darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen. Hinweis: So darf bei oder nach Bedienung der Ausklappliste kein Fokusverlust erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1 und 9.3.2.2, 11.3.2.2 |
| 730 | Klickbereich | Der Klickbereich der Listeneinträge der Auswahlliste sollen mindestens 24 x 24 px betragen. Hinweis: Die geschlossene Ausklappliste soll sowohl über Klick auf den aktuellen Wert als auch über Klick auf den Pfeil geöffnet werden können (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2. |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren der Ausklappliste | TAB | Erforderlich |
| Verlassen der Ausklappliste | TAB | Erforderlich |
| Öffnen der Ausklappliste | Desktop:
| Erforderlich |
| Schließen der Ausklappliste | Desktop:
Hinweis: Es wird auch in Web-Anwendungen empfohlen, dass die Ausklappliste mit F4 geöffnet werden kann. | Erforderlich |
| Bedienung der Ausklappliste (Auswahl des vorhergehenden oder folgenden Werts) | PFEIL AUF, PFEIL AB | Erforderlich |
| Bedienung der Ausklappliste (Auswahl des ersten und letzten Werts) | POS1, ENDE | Erforderlich bei vielen Listeneinträgen |
| Bedienung der Ausklappliste (Auswahl eines Werts davor oder danach mit fest definierter Schrittweite) | BILD AUF, BILD AB Hinweis: Die Schrittweite soll mit der Anzahl der sichtbaren Optionen übereinstimmen. | Erforderlich bei vielen Listeneinträgen |
| Bedienung der Ausklappliste (Auswahl eines Werts, der mit einer bestimmten Zeichenkette beginnt) | Eingabe eines oder mehrerer Zeichen (innerhalb einer kurzen Zeitspanne) Hinweis: Fangen zwei Einträge mit der gleichen Zeichenkette an, wird nacheinander zu den Einträgen navigiert. | Erforderlich bei vielen Listeneinträgen |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Öffnen der Ausklappliste | Linksklick auf die Ausklappliste (Wert oder Pfeil) | Erforderlich |
| Schließen der Ausklappliste | Linksklick auf die Ausklappliste (Wert oder Pfeil) | Erforderlich |
| Schließen der Ausklappliste | Linksklick auf einen Wert innerhalb der geöffneten Liste | Erforderlich |
| Schließen der Ausklappliste | Linksklick außerhalb der Ausklappliste | Erforderlich |
| Wertauswahl innerhalb der geöffneten Ausklappliste | Linksklick auf einen Wert | Erforderlich |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 731 | Rolle | Die Rolle Ausklappliste muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.1.4.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 732 | Wert | Der Wert der Ausklappliste muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.1.4.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7 |
| 733 | Desktop: Elementhierarchie | Die Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb der Liste müssen an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.9 |
| 734 | Status | Der Status der Ausklappliste muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). Hinweis: Dies bezieht sich auch auf den Status „geöffnet“ oder „geschlossen“. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 735 | Name | Die Ausklappliste muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8 |
| 736 | Name | Sofern die Ausklappliste eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 737 | Name | Die Gruppenbeschriftung der Listeneinträge muss (sofern vorhanden) an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 738 | Bedienung | Die Ausklappliste muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
| 739 | Aktualisierung | Aktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names, Werts oder Status der Ausklappliste müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 740 | Desktop: Position | Größe und Position der Ausklappliste sowie – sofern geöffnet - der Auswahlliste und deren Listeneinträge müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13 |
JAWS: [Beschriftung] Ausklappliste [Wert] [Hinweis zur Bedienung mit den Pfeiltasten]
NVDA: [Beschriftung] Kombinationsfeld [Wert] reduziert
Windows Sprachausgabe: [Beschriftung] [Wert] Kombinationsfeld ausgeblendet
Die Ausklappliste sollte mit den HTML-Elementen <select> und <option> (ohne die Attribute multiple und size) umgesetzt werden.
Die Listeneinträge können mit dem <optgroup>-Element gruppiert werden. Die Gruppierung sollte jedoch vermieden werden, weil viele Screenreader die Gruppenbeschriftung (die mit dem label-Attribut angegeben wird) nicht ausgeben.
Der initiale gewählte Listeneintrag kann mit dem selected-Attribut gesetzt werden.
Die Beschriftung sollte mit dem Element <label for=ID> mit der Ausklappliste verknüpft werden.
Eine Ausklappliste, eine Gruppe von Listeneinträgen sowie die einzelnen Listeneinträge können als deaktiviert (disabled), aber nicht als schreibgeschützt (readonly) ausgezeichnet werden.
Eine Ausklappliste kann mit required als Pflichtfeld ausgezeichnet werden. In diesem Fall muss jedoch der erste Listeneintrag leer sein.
Weitere Informationen: 4.10.7 The select element - HTML Standard (whatwg.org)
Achtung: Da sich die ARIA-Spezifikation hinsichtlich combobox in den letzten Jahren mehrfach grundlegend geändert hat, kann nicht garantiert werden, dass die ARIA-Ausklappliste von allen Screenreadern korrekt ausgegeben wird. Es wird empfohlen, stattdessen die HTML-Ausklappliste zu verwenden. Alternativ sollte die ARIA-Umsetzung umfassend mit verschiedenen Browsern und Screenreadern getestet werden.
Achtung: Je nach Betriebssystem wird eine HTML-Ausklappliste unterschiedlich an die Accessibility API übermittelt. Unter MacOS ist eine Ausklappliste ein Menü-Schalter, über den ein Menü geöffnet wird. Wird eine ARIA-Ausklappliste verwendet, ist keine plattformübergreifende Lösung möglich, da entweder für Windows die Rolle combobox verwendet werden müsste oder für MacOS die Rolle button mit aria-haspopup=menu. Es wird deswegen empfohlen, HTML-Ausklapplisten zu verwenden.
Wird die Ausklappliste nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte u. a. Folgendes beachtet werden:
Die Rolle wird mit role=combobox übermittelt. Die Rolle darf sich nicht an einem Eingabefeld befinden. Stattdessen sollte z. B. ein <div>-Element verwenden werden.
Der Textinhalt des Elements mit role=combobox wird als Wert der Ausklappliste übermittelt.
Der Schalter mit dem Pfeil-Icon, über den die Auswahlliste geöffnet werden kann, wird so ausgezeichnet, dass er nicht den Tastaturfokus erhält und von der Assistenztechnologie nicht ausgegeben wird (z. B. mit aria-hidden=true).
Die Beschriftung der Ausklappliste kann per aria-label oder aria-labelledby erfolgen.
Der Status der Ausklappliste (geschlossen oder geöffnet = Auswahlliste sichtbar) muss mit aria-expanded übermittelt werden.
Vom Element mit role=combobox wird per aria-controls auf die Auswahlliste verwiesen.
Die Auswahlliste wird mit role=listbox und deren Listeneinträge mit role=option ausgezeichnet.
Bei der Navigation durch die Listeneinträge der Auswahlliste müssen diese entweder tatsächlich den Fokus erhalten oder es wird per aria-activedescendant auf den gewählten Listeneintrag verwiesen. Die erste Variante ist zu bevorzugen.
Die Ausklappliste kann mit aria-disabled als deaktiviert ausgezeichnet werden.
Die Ausklappliste kann mit aria-readonly als schreibgeschützt ausgezeichnet werden.
Die Ausklappliste kann mit aria-required als Pflichtfeld ausgezeichnet werden.
Die Darstellung der Ausklappliste sollte im Hochkontrast-Modus von Windows überprüft werden.
Die sichtbare Ausklappliste und das programmatisch fokussierte Element sollten die gleiche Position und Größe besitzen.
Bei der Navigation durch die Listeneinträge sollte der fokussierte Listeneintrag im sichtbaren Bereich angezeigt werden.
Weitere Informationen: combobox role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Select-Only Combobox Example | APG | WAI | W3C
Synonyme: Analoges Formularelement, Schieber, Slider, Range slider, Range control
Siehe auch: Drehfeld, Radiobuttons, Ausklappliste, Scrollbalken, Separator, Fortschrittsanzeige
Ein Schieberegler dient der Auswahl eines Wertes aus einem fortlaufenden Wertebereich (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.2). Schieberegler werden vor allem für numerische Werte verwendet.
Ein Schieberegler besteht aus einem Balken, der den gesamten Wertebereich repräsentiert, und einem Anfasser, der den gewählten Wert anzeigt und über den die Wertänderung erfolgt. Schieberegler können zusätzlich beim Balken eine beschriftete oder unbeschriftete Skala mit Werten besitzen. Ein Schieberegler kann vertikal oder horizontal ausgerichtet sein.

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 741 | Kontrast | Der Balken des Schiebereglers muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 742 | Kontrast | Der Anfasser des Schiebereglers muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 743 | Kontrast | Wenn sich der Anfasser nur innerhalb des Balkens befindet, müssen beide zueinander ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Hinweis: Das Kontrastverhältnis von Anfasser und Balken kann auch über einen entsprechenden Rahmen um den Anfasser eingehalten werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 744 | Kontrast | Alle Textelemente beim Schieberegler (z. B. Anzeige des aktuellen und der möglichen Werte) müssen ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3 |
| 745 | Beschriftung | Der Schieberegler muss eine sichtbare Beschriftung besitzen (siehe Beschriftung). Hinweis: Sofern sich der Zweck des Schiebereglers eindeutig aus dem visuellen Kontext ergibt, kann auf die Beschriftung verzichtet werden. Dies gilt z. B. für Schieberegler, die der zeitlichen Steuerung von Videos dienen. | Muss | EN 301 549 9.3.3.2, 11.3.3.2 |
| 746 | Fokussichtbarkeit | Erhält der Schieberegler den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| 747 | Wert | Der aktuelle Wert des Schiebereglers soll visuell in Textform wahrnehmbar sein. | Soll | DIN EN ISO 9241-161: 8.2.2 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 748 | Tastaturbedienung | Der Schieberegler muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 749 | Zeige-Instrumentbedienung | Die Zeigeinstrument-Bedienung des Schiebereglers darf nicht komplex sein. d. h. wenn die Wertänderung des Schiebereglers nur durch Ziehen des Anfassers möglich ist, muss die Wertänderung auch möglich sein, wenn sich das Zeigeinstrument nicht mehr auf dem Balken befindet. Hinweis 1: Komplexe Zeigeinstrumentbedienung ist
Hinweis 2: Der Schieberegler kann mit einem Eingabefeld oder Drehfeld kombiniert werden, um eine alternative Methode zur Wertauswahl anzubieten, die keine komplexe Zeigeinstrument-Bedienung erfordert. In diesem Fall muss der aktuelle Wert bei beiden Formularelementen automatisch synchronisiert werden. | Muss | EN 301 549: 9.2.5.1, 11.2.5.1 |
| 750 | Zeige-Instrumentbedienung | Der Schieberegler soll auch ohne ziehende Zeigeinstrumentbedienung bedient werden können. Hinweis: Das kann z. B. erreicht werden, indem die Wertauswahl über Klick auf den Balken ermöglicht wird. | Soll | WCAG 2.2 |
| 751 | Aktualisierungen | Bei Fokussierung und Bedienung des Schiebereglers darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1, 9.3.2.2, 11.3.2.2 |
| 752 | Klickbereich | Der Klickbereich des Anfassers des Schiebereglers soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2 |
| 753 | Klickbereich | Schieberegler sollen nur verwendet werden, wenn die Eingabe eines exakten Werts nicht erforderlich ist. Alternativ soll der Schieberegler so gestaltet werden, dass die einzelnen auswählbaren Werte einen Abstand von mindestens 24 px besitzen. | Soll | WCAG 2.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren des Schiebereglers | TAB | Erforderlich |
| Verlassen des Schiebereglers | TAB | Erforderlich |
| Bedienung der Schiebereglers (Auswahl des vorhergehenden oder folgenden Werts) | PFEIL AB/LINKS, PFEIL AUF/RECHTS Hinweis: Unabhängig von der Ausrichtung sollen je Richtung jeweils zwei Pfeiltasten funktionieren, weil die Ausrichtung häufig mit AT nicht korrekt wahrnehmbar ist. | Erforderlich |
| Bedienung der Schiebereglers (Auswahl des ersten und letzten Werts) | POS1, ENDE | Erforderlich |
| Bedienung der Schiebereglers (Auswahl eines Werts davor oder danach mit fest definierter Schrittweite) | BILD AUF, BILD AB Hinweis: Die Schrittweite hängt von der Anzahl der möglichen Werte ab. Bei 100 Werten wäre z. B. eine Schrittweite von 10 sinnvoll. | Empfohlen |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Wertänderung | Ziehen des Anfassers (Drag & Drop) | Erforderlich |
| Wertänderung | Linksklick auf einen Bereich des Balkens | Empfohlen |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 754 | Rolle | Die Rolle des Schiebereglers muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 755 | Wert | Der Wert des Schiebereglers muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7 |
| 756 | Desktop: Wertebereich | Minimal- und Maximalwert des Schiebereglers müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.7 |
| 757 | Status | Der Status des Schiebereglers muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 758 | Ausrichtung | Die Ausrichtung des Schiebereglers (vertikal oder horizontal) muss an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2 |
| 759 | Name | Der Schieberegler muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. | Muss | EN 301 549: EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8 |
| 760 | Name | Sofern der Schieberegler eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 761 | Bedienung | Der Schieberegler muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
| 762 | Aktualisierung | Aktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names, Werts oder Status des Schiebereglers müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 763 | Desktop: Position | Größe und Position des Schiebereglers und des Anfassers müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13 |
JAWS: [Beschriftung] Auf ab Schieber | Links Rechts Schieber [Wert] [Hinweis zur Bedienung mit den Pfeiltasten]
NVDA: [Beschriftung] Schieber [Wert]
Windows Sprachausgabe: [Beschriftung] Schieberegler bei [Wert] Aktueller Wert [Wert] Mindestwert [minimaler Wert] Höchstwert [maximaler Wert]
Ein Schieberegler sollte mit dem HTML-Element <input type=range> umgesetzt werden.
Der initiale Wert kann mit dem value-Attribut gesetzt werden.
Minimaler, maximaler Wert und Schrittweite werden mit den Attributen min, max und step gesetzt. Es sollte beachtet werden, dass diese Werte mit vielen Assistenztechnologien nicht wahrnehmbar sind.
Die Beschriftung sollte mit dem Element <label for=ID> mit dem Schieberegler verknüpft werden.
Ein Schieberegler kann als deaktiviert (disabled), aber nicht als schreibgeschützt (readonly) oder als Pflichtfeld (required) ausgezeichnet werden.
Die Ausrichtung des Schiebereglers kann nicht festgelegt werden. Die meisten Browser stellen den Schieberegler horizontal ausgerichtet dar.
Weitere Informationen: 4.10.5.1.13 Range state (type=range) - HTML Standard (whatwg.org)
Achtung: Auf Mobilgeräten kann ein ARIA-Schieberegler mit Assistenztechnologie ggf. nicht bedient werden, weil keine Gesten zur Bedienung nicht-nativer Schieberegler implementiert wurden.
Wird der Schieberegler nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte u. a. Folgendes beachtet werden:
Die Rolle wird mit role=slider übermittelt.
Der aktuelle Wert muss mit aria-valuenow angegeben werden.
Der minimale und der maximale Wert können mit aria-valuemin und aria-valuemax angegeben.
Die Beschriftung kann per aria-label oder aria-labelledby erfolgen.
Die Darstellung des Schiebereglers sollte im Hochkontrast-Modus von Windows überprüft werden.
Der sichtbare Schieberegler und das programmatisch fokussierte Element sollten die gleiche Position und Größe besitzen.
In folgenden Punkten unterscheidet sich der ARIA- vom HTML-Schieberegler:
Eine Schrittweite kann nicht angegeben werden.
Die Ausrichtung kann mit aria-orientation angegeben werden. Die Ausrichtung wird von Assistenztechnologie häufig nicht ausgegeben, so dass die Bedienung mit allen Pfeiltasten möglich sein sollte.
Mit aria-valuetext kann zusätzlich ein Wert in Textform angegeben werden, der dann von der Assistenztechnologie anstelle des Werts im aria-valuenow ausgegeben werden soll.
Es können Schieberegler mit mehreren Anfassern umgesetzt werden, um z. B. einen Wertebereich auszuwählen.
Der Schieberegler kann mit aria-readonly als schreibgeschützt ausgezeichnet werden.
Weitere Informationen: slider role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Slider Pattern | APG | WAI | W3C
Synonyme: Bildlaufleiste, Scrollbar
Siehe auch: Schieberegler, Paginierung, Karussell, Griff
Ein Scrollbalken dient dem Scrollen der gesamten Seite, eines Seitenbereichs oder von Teilen eines Elements (wie z. B. Listeneinträgen einer Ausklappliste) in den sichtbaren Bereich. Darüber hinaus dient der Scrollbalken der Visualisierung der aktuellen Position und der Gesamtgröße der Seite, Seitenbereiche oder Elemente (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.35).
Ein Scrollbalken besteht aus einem Rollbalken und dem Bildlauffeld. Der Rollbalken repräsentiert die Gesamtlänge oder -breite des scrollbaren Bereichs. Das Bildlauffeld zeigt die Position und Größe des sichtbaren Ausschnitts an und dient darüber hinaus dem Verschieben des sichtbaren Ausschnitts.
In der Regel befinden sich am Beginn und Ende des Rollbalkens je ein Schalter mit Pfeil-Icon zum schrittweisen Scrollen.
Vertikale Scrollbalken befinden sich am rechten Rand des scrollbaren Bereichs. Horizontale Scrollbalken befinden sich am unteren Rand des scrollbaren Bereichs.

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 764 | Kontrast | Die Icons der Schalter am Rand des Scrollbalkens müssen zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 765 | Kontrast | Das Bildlauffeld muss zum Rollbalken ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Hinweis: Das Kontrastverhältnis von Bildlauffeld und Rollbalken kann auch über einen entsprechenden Rahmen um den Rollbalken eingehalten werden. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 766 | Kontrast | Ist der Rollbalken ausschließlich aufgrund seiner farblichen Gestaltung als solcher zu erkennen, muss diese Farbe zu benachbarten Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Hinweis 1: Ein Rollbalken kann z. B. aufgrund seines Rahmens oder seiner Hintergrundfarbe als interaktives Element erkennbar sein. Hinweis 2: Die Anforderung gilt nicht, wenn der gesamte Scrollbalken z. B. aufgrund seiner Position in Verbindung mit den Schaltern am Beginn und Ende und dem Bildlauffeld eindeutig als solcher zu erkennen ist. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 767 | Anzahl | Die Seiteninhalte müssen so umbrechen, dass sie bei einer Displaygröße bis minimal 320 x 256 px nur vertikal oder horizontal gescrollt werden müssen. Ausgenommen sind notwendig zweidimensionale Inhalte (siehe Zoom). | Muss | EN 301 549 9.1.4.10, 11.1.4.10 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 768 | Tastaturbedienung | Das Scrollen der Bereiche muss mit der Tastatur möglich sein (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). Hinweis: Die Scollbalken sollen nicht den Tastaturfokus erhalten, sondern die scrollbaren Bereiche bzw. Elemente innerhalb der scrollbaren Bereiche. | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 769 | Zeigeinstrument-Bedienung | Die Zeigeinstrumentbedienung des Scrollbalkens darf nicht komplex sein. Hinweise: Komplexe Zeigeinstrumentbedienung ist
| Muss | EN 301 549: 9.2.5.1, 11.2.5.1 |
| 770 | Tastaturbedienung | Der Scrollbalken soll auch ohne ziehende Zeigeinstrumentbedienung bedient werden können. Hinweis: Das kann z. B. erreicht werden, indem das Scrollen über Klick auf den Rollbalken oder die Schalter ermöglicht wird. | Soll | WCAG 2.2 |
| 771 | Aktualisierungen | Beim Scrollen soll keine unerwartete Kontextänderung erfolgen. | Muss | WCAG 2.1: 3.2.5 (AAA) |
| 772 | Animationen | Beim Scrollen sollen außer dem Verschieben des sichtbaren Bereichs keine visuellen Animationen erfolgen. | Soll | WCAG 2.1: 2.3.3 (AAA) |
| 773 | Klickbereich | Die Scrollbalken sollen mindestens 24px breit sein. | Soll | WCAG 2.2 |
| 774 | Klickbereich | Der Klickbereich der Schalter und das Bildlauffeldes des Scrollbalken sollen mindestens 24 x 24 px betragen. | Soll | WCAG 2.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren des scrollbaren Bereichs oder von Elementen innerhalb des scrollbaren Bereichs | TAB Hinweis 1: Wenn der scrollbare Bereich keine Elemente enthält, die das Scrollen mit den Pfeiltasten ermöglichen, dann muss der Bereich selbst den Fokus erhalten. Hinweis 2: Elemente, die selbst mit den Pfeiltasten bedient werden (wie z. B. Eingabefelder, Auswahllisten und Radiobuttons) ermöglichen nicht das Scrollen des Bereichs, in dem sie sich befinden. | Erforderlich |
| Verlassen des scrollbaren Bereichs | TAB | Erforderlich |
| Scrollen eines fokussierten Elements in den sichtbaren Bereich | Bei Erhalten des Tasturfokus | Erforderlich |
| Vertikales Scrollen | PFEIL AUF/AB | Erforderlich |
| Horizontales Scrollen | PFEIL RECHTS/LINKS | Erforderlich |
| Vertikales Scrollen (Schnellnavigation) | BILD AUF/BILD AB (STRG +) POS1/ENDE | Empfohlen |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Schrittweises Scrollen | Linksklick auf die Schalter am Rand des Scrollbalkens | Erforderlich |
| Scrollen (Schnellnavigation) | Linksklick auf den Rollbalken außerhalb des Bildlauffeldes | Erforderlich |
| Scrollen zu einer bestimmten Position | Ziehen des Bildlauffeldes (Drag & Drop) | Erforderlich |
Hinweis: Darüber hinaus sollte die Scrollfunktionen der Zeigegeräte unterstützt werden (z. B. Scrollrad der Maus, Gesten zum Scrollen auf dem Touchpad).
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 775 | Rolle | Die Rolle des Scrollbalkens muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 776 | Rolle | Wenn der scrollbare Bereich den Tastaturfokus erhält und keine Rolle eines Bedienelements besitzt, muss die Rolle scrollbarer Bereich an die Accessibility API übermittelt werden. Hinweis: Sofern die verwendete Technologie die Rolle scrollbarer Bereich nicht kennt, soll in der Accessible Description darauf hingewiesen werden, dass das Element zum Scrollen den Fokus erhält. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 777 | Wert | Die Werte des Scrollbalkens müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). Hinweis: Der Scrollbalken besitzt folgende Werte:
| Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7 |
| 778 | Desktop: Wertebereich | Minimal- und Maximalwert des Scrollbalkens müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.7 |
| 779 | Status | Der Status des Scrollbalkens muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 780 | Ausrichtung | Die Ausrichtung des Scrollbalkens (vertikal oder horizontal) muss an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2 |
| 781 | Desktop: Position | Die neue Position des fokussierten Elements muss nach dem Scrollen des Bereichs an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13, 11.5.2.15 |
Synonyme: Optionsfelder, Auswahlschalter, Radiobuttongruppe
Siehe auch: Auswahllisten, Ausklapplisten, Checkboxen
Radiobuttons dienen der Auswahl von sich gegenseitig ausschließenden Optionen (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.33).
Ein Radiobutton besteht aus einem Indikator, welcher anzeigt, ob die Option ausgewählt oder nicht ausgewählt wurde. Eine Radiobuttongruppe besteht aus mehreren Radiobuttons mit ihren Beschriftungen und einer Gruppenbeschriftung. Radiobuttons müssen gruppiert werden.

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 782 | Kontrast | Der Rahmen des Radiobuttons muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 783 | Kontrast | Das Symbol, das den Status wiedergibt (Kreis), muss zur benachbarten Farbe ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 784 | Beschriftung | Die Radiobuttons müssen eine sichtbare Beschriftung besitzen (siehe Beschriftung). | Muss | EN 301 549 9.3.3.2, 11.3.3.2 |
| 785 | Beschriftung | Die Beschriftung des Radiobuttons soll sich rechts des Radiobuttons befinden. | Soll | DIN EN ISO 9241-125: 5.1.15 |
| 786 | Beschriftung | Die Beschriftung der Gruppe soll eindeutig und innerhalb des Kontexts verständlich sein (siehe Gruppe). | Soll | DIN EN ISO 9241-171: 8.1.2, 8.1.3 |
| 787 | Fokussichtbarkeit | Erhält der Radiobutton den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 788 | Tastaturbedienung | Die Radiobuttons müssen mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe nachfolgende Tabelle Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.25 |
| 789 | Aktualisierungen | Bei Fokussierung und Bedienung der Radiobuttons darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen. Hinweis: So darf bei oder nach Bedienung der Radiobuttons kein Fokusverlust erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1, 9.3.2.2, 11.3.2.2 |
| 790 | Klickbereich | Der Klickbereich des Radiobuttons soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). Hinweis: Die Radiobuttons sollen sowohl über Klick auf den Radiobutton als auch über Klick auf die jeweilige Beschriftung bedient werden können (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren der Radiobuttongruppe | TAB Hinweis: Der gewählte Radiobutton erhält den Fokus. Ist kein Radiobutton gewählt, erhält der erste Radiobutton den Fokus. | Erforderlich |
| Verlassen der Radiobuttongruppe | TAB | Erforderlich |
| Auswahl eines Radiobuttons | LEER | Erforderlich |
| Bedienung der Radiobuttongruppe (Auswahl eines Radiobuttons) | PFEIL AUF/AB/ RECHTS/LINKS Hinweis: Dabei muss die Navigation auf die Radiobuttongruppe beschränkt bleiben. | Erforderlich |
| Navigation innerhalb der Radiobuttongruppe (ohne die Auswahl zu ändern) | STRG + PFEIL AUF/AB/ RECHTS/LINKS | Empfohlen |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Auswahl eines Radiobuttons | Linksklick | Erforderlich |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 791 | Rolle | Die Rolle Radiobutton muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 792 | Wert | Der Wert des Radiobuttons (gewählt, nicht gewählt) muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7 |
| 793 | Desktop: Elementhierarchie | Die Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb der Radiobuttongruppe müssen an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.9 |
| 794 | Status | Der Status des Radiobuttons muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 795 | Name | Die Radiobuttons müssen einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8 |
| 796 | Name | Sofern die Radiobuttons eine Beschreibung besitzen, muss diese als Accessible Description übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 797 | Name | Wenn die Radiobuttongruppe eine Beschriftung besitzt, muss diese als Accessible Name der Gruppe an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Gruppe). | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 798 | Bedienung | Die Radiobuttongruppe muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
| 799 | Aktualisierung | Aktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names, Werts oder Status der Radiobuttons und der Radiobuttongruppe müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 800 | Desktop: Position | Größe und Position des Radiobuttons müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13 |
JAWS: [Gruppenbeschriftung] [Beschriftung] Auswahlschalter aktiviert | nicht aktiviert [Position und Anzahl] [Hinweis zur Bedienung mit den Pfeiltasten]
NVDA: [Gruppenbeschriftung] Gruppierung [Beschriftung] Auswahlschalter aktiviert | nicht aktiviert [Position und Anzahl]
Windows Sprachausgabe: [Beschriftung] Optionsfeld ausgewählt | nicht ausgewählt [Position und Anzahl]
Die Radiobuttongruppe sollte mit dem HTML-Element <fieldset> ausgezeichnet und mit dem <legend>-Element beschriftet werden.
Die Radiobuttons sollte mit dem HTML-Element <input type=radio> umgesetzt werden. Radiobuttons, die zur gleichen Gruppe gehören, müssen den gleichen Wert im name-Attribut besitzen und dürfen sich nicht in unterschiedlichen <form>-Elementen befinden.
Der initiale ausgewählt-Status wird mit dem checked-Attribut gesetzt. In jeder Radiobuttongruppe sollte initial ein Radiobutton ausgewählt sein, weil Tastaturnutzer bei der Navigation durch die Radiobuttons automatisch eine Auswahl treffen, die anschließend nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Initial sollte der Radiobutton gewählt werden, dessen Auswahl entweder am wahrscheinlichsten ist oder der eine neutrale Option (z. B. „Keine Angabe“) enthält.
Die Beschriftung sollte mit dem Element <label for=ID> mit dem jeweiligen Radiobutton verknüpft werden, um die Klickfläche des Radiobuttons um seine Beschriftung zu erweitern.
Ein Radiobutton sowie die Radiobuttongruppe können als deaktiviert (disabled), aber nicht als schreibgeschützt (readonly) ausgezeichnet werden.
Wenn ein Radiobutton mit required als Pflichtfeld ausgezeichnet wird, dann gilt das für die gesamte Radiobuttongruppe, d. h. zum Absenden des Formulars ist es ausreichend, wenn irgendein Radiobutton ausgewählt wurde. Damit der Pflichtfeldhinweis mit Assistenztechnologie bei allen Radiobuttons wahrnehmbar ist, wird empfohlen, das required-Attribut bei allen Radiobuttons zu verwenden oder alternativ in der Gruppenbeschriftung (<legend>) einen textlichen Pflichtfeld-Hinweis (z. B. einen Stern) einzufügen. Wird initial mit dem checked-Attribut ein Radiobutton vorausgewählt, ist keine Pflichtfeldkennzeichnung notwendig.
Fehlermeldungen sollten nicht mit jedem einzelnen Radiobutton, sondern mit der Gruppe verknüpft werden.
Weitere Informationen: 4.10.5.1.16 Radio Button state (type=radio) - HTML Standard (whatwg.org)
Wird die Radiobuttongruppe nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte u. a. Folgendes beachtet werden:
Die Radiobuttons befinden sich in einem Element, welches mit role=radiogroup ausgezeichnet wird.
Die Radiobuttongruppe kann mit aria-labelledby oder aria-label beschriftet werden.
Die Rolle der Radiobuttons wird mit role=radio übermittelt.
Der Status wird mit aria-checked=true|false übermittelt und muss bei Bedienung aktualisiert werden.
Die Beschriftung der Radiobuttons kann per Textinhalt oder aria-labelledby erfolgen.
Die Radiobuttongruppe kann mit aria-readonly als schreibgeschützt ausgezeichnet werden. Die Radiobuttons können nicht als schreibgeschützt ausgezeichnet werden.
Im Gegensatz zu HTML werden mit aria-required nicht die Radiobuttons, sondern die Radiobuttongruppe (role=radiogroup) als Pflichteingabe ausgezeichnet.
Die Darstellung der Radiobuttons sollte im Hochkontrast-Modus von Windows überprüft werden.
Die sichtbaren Radiobuttons und die programmatisch fokussierten Elemente sollten die gleiche Position und Größe besitzen.
Weitere Informationen: radio role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), radiogroup role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Radio Group Pattern | APG | WAI | W3C, Checkbox Pattern | APG | WAI | W3C
Synonyme: Kontrollkästchen, Kontrollfeld, Auswahlkästchen
Siehe auch: Umschalter, Wechselschalter, Radiobuttons, Auswahlliste mit Mehrfachauswahl
Eine Checkbox dient der Auswahl der Optionen „ausgewählt“ oder „nicht ausgewählt“ (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.4). Zusätzlich kann eine Checkbox den Status einer untergeordneten Checkboxgruppe wiedergeben („alle ausgewählt“, „keine ausgewählt“ oder „einige ausgewählt“).
Eine Checkbox besteht aus einem quadratischen Rahmen und einem Indikator (Checkmark), welcher anzeigt, ob die Checkbox ausgewählt wurde, nicht ausgewählt wurde oder ob von der untergeordneten Gruppe einige ausgewählt wurden.

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 801 | Kontrast | Der Rahmen der Checkbox muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 802 | Kontrast | Das Symbol, das die Zustände „ausgewählt“ und „einige ausgewählt“ wiedergibt (Checkmark), muss zur benachbarten Farbe ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 803 | Beschriftung | Die Checkbox muss eine sichtbare Beschriftung besitzen (siehe Beschriftung). | Muss | EN 301 549 9.3.3.2, 11.3.3.2 |
| 804 | Beschriftung | Die Beschriftung der Checkbox soll sich rechts der Checkbox befinden. | Soll | DIN EN ISO 9241-125: 5.1.15 |
| 805 | Fokussichtbarkeit | Erhält die Checkbox den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 806 | Tastaturbedienung | Die Checkbox muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Tabelle Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.1, 11.2.1.2 |
| 807 | Aktualisierungen | Bei Fokussierung und Bedienung der Checkbox darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen. Hinweis: So darf bei oder nach Bedienung der Checkbox kein Fokusverlust erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.1, 9.3.2.2, 11.3.2.1, 11.3.2.2 |
| 808 | Klickbereich | Der Klickbereich des Checkbox soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). Hinweis: Die Checkbox soll sowohl über Klick auf die Checkbox als auch über Klick auf die Beschriftung bedient werden können (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren der Checkbox | TAB | Erforderlich |
| Verlassen der Checkbox | TAB | Erforderlich |
| Bedienung der Checkbox (Wertänderung) | LEER | Erforderlich |
| Desktop: Navigation innerhalb einer Checkboxgruppe | PFEIL LINKS/AUF, PFEIL RECHTS/AB Hinweis: Die Navigation bewirkt keine Wertänderung. | Empfohlen |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Bedienung der Checkbox (Wertänderung) | Linksklick | Erforderlich |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 809 | Rolle | Die Rolle Checkbox muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2,11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 810 | Wert | Der Wert der Checkbox (gewählt, teilweise gewählt, nicht gewählt) muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7 |
| 811 | Status | Der Status der Checkbox muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 812 | Name | Die Checkbox muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8 |
| 813 | Name | Sofern die Checkbox eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 814 | Bedienung | Die Checkbox muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
| 815 | Aktualisierung | Aktualisierungen hinsichtlich des Namens, Werts oder Status der Checkbox müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 816 | Desktop: Position | Größe und Position der Checkbox müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13 |
JAWS: [Beschriftung] Kontrollfeld aktiviert | nicht aktiviert | teilweise aktiviert [Hinweis zur Bedienung mit der Leertaste]
NVDA: [Beschriftung] Kontrollfeld aktiviert | nicht aktiviert | teilweise aktiviert
Windows Sprachausgabe: [Beschriftung] Kontrollkästchen aktiviert | nicht aktiviert | unbestimmt
Die Checkbox sollte mit dem HTML-Element <input type=checkbox> umgesetzt werden.
Der initiale ausgewählt-Status wird mit dem checked-Attribut gesetzt. Der Zustand „einige ausgewählt“ kann nur per JavaScript mit der Eigenschaft indeterminate=true gesetzt werden.
Die Beschriftung der Checkbox sollte mit dem Element <label for=ID> mit der Checkbox verknüpft werden, um die Klickfläche der Checkbox um ihre Beschriftung zu erweitern.
Eine Checkbox kann als deaktiviert (disabled), aber nicht als schreibgeschützt (readonly) ausgezeichnet werden.
Eine Checkbox kann mit required als Pflichtfeld ausgezeichnet werden. Dies ist nur in Fällen sinnvoll, in denen die Checkbox im Status „ausgewählt“ (checked) abgesendet werden muss. Wenn hingegen in einer Gruppe von Checkboxen mindestens eine Checkbox ausgewählt werden muss, sollte nicht die Checkbox mit required ausgezeichnet werden, sondern die Pflichtfeldkennzeichnung bei der Gruppe vorgenommen werden. Da die Gruppe nicht mit required ausgezeichnet werden kann, sollte die Pflichtfeldkennzeichnung in Textform erfolgen (z. B. Stern innerhalb der Gruppenbeschriftung).
Zusammengehörende Checkboxen sollten innerhalb einer beschrifteten Formularfeldgruppe positioniert werden. Für die Gruppe wird das Element <fieldset> und für die Gruppenbeschriftung das Element <legend> verwendet.
Fehlermeldungen, die sich nicht auf eine einzelne Checkbox beziehen, sondern auf die Checkbox-Gruppe sollten nicht mit jeder einzelnen Checkbox, sondern mit der Gruppe verknüpft werden.
Weitere Informationen: 4.10.5.1.15 Checkbox state (type=checkbox) - HTML Standard (whatwg.org)
Wird die Checkbox nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte u. a. Folgendes beachtet werden:
Die Rolle wird mit role=checkbox übermittelt.
Der Status wird mit aria-checked=true|false|mixed übermittelt und muss bei Bedienung aktualisiert werden.
Die Beschriftung kann per Textinhalt oder aria-labelledby erfolgen.
Die Checkbox kann mit aria-readonly als schreibgeschützt ausgezeichnet werden.
Die Darstellung der Checkbox sollte im Hochkontrast-Modus von Windows überprüft werden.
Die sichtbare Checkbox und das programmatisch fokussierte Element sollten die gleiche Position und Größe besitzen.
Weitere Informationen: checkbox role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Checkbox Pattern | APG | WAI | W3C
Synonyme: Blätter-Navigation, Seiten-Navigation, Page navigation, pagination
Siehe auch: Scrollbalken
Die Paginierung dient der Navigation durch Seiten oder sequenziellen Elementen (z. B. bei Tabellen).
Die Anforderungen an die einzelnen Bedienelemente werden beim jeweiligen Bedienelement beschrieben.

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 817 | Kontrast | Die Markierung für die aktuelle Seite muss zum Hintergrund sowie den sonstigen Seiten ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 818 | Tastaturbedienung | Die Seitennavigation muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 819 | Aktualisierungen | Bei Fokussierung und Bedienung der Bedienelemente der Seitennavigation darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1 |
| 819 | Aktualisierungen | Bei Bedienung der Bedienelemente der Paginierung darf kein Fokusverlust erfolgen. Hinweis: Bei Bedienung muss der Fokus auf den Bedienelementen der Paginierung verbleiben oder an den Anfang des durch die Paginierung gesteuerten Bereichs gesetzt werden. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3 |
| 820 | Klickbereich | Der Klickbereich der Bedienelemente der Seitennavigation soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren des ersten Elements der Seitennavigation | TAB | Erforderlich |
| Verlassen der Seitennavigation | TAB | Erforderlich |
| Navigation innerhalb der Seitennavigation | TAB oder PFEIL-Tasten (je nach verwendeten Elementen) | Erforderlich |
| Bedienung interaktiver Elemente in der Seitennavigation | Entsprechend des jeweiligen Elements | Erforderlich |
| Navigation zur vorhergehenden oder nächsten Seite (wenn sich der Fokus im Element befindet, welches durch die Seitennavigation gesteuert wird) | BILD AUF, BILD AB PFEIL-Tasten | Empfohlen |
| Navigation zur ersten oder letzten Seite (wenn sich der Fokus im Element befindet, welches durch die Seitennavigation gesteuert wird) | POS 1, ENDE | Empfohlen |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 821 | Name | Jedes Bedienelement der Paginierung muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. Hinweis 1: Wenn die Schalter zur Navigation z. B. visuell mit „1“, „2“, „3“ oder „<“ und „>“ beschriftet sind, dann soll der Accessible Name
Hinweis 2: Wenn der Kontext der Paginierung visuell eindeutig, aber programmatisch uneindeutig ist (z. B. weil sich die Paginierung auf eine Seite oder auf der Seite befindlichen Tabelle beziehen könnte), dann soll dieser Kontext an die Accessibility API übermittelt werden (z. B. über den Accessible Name, die Accessible Description oder Beschriftung einer Gruppe). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8 |
| 822 | Desktop: Elementhierarchie | Die Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb der Paginierung müssen an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.9 |
| 823 | Status | Der Status der Bedienelemente der Paginierung muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). Hinweis: Dies bezieht sich insbesondere auf den Status „aktuelle Seite“ sowie auf den Status „deaktiviert“ (z. B. bei den Schaltern zur ersten und vorhergehenden Seite, wenn die Seite 1 die aktuelle Seite ist). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
Zusammengesetzte Formularfelder bestehen aus zwei oder mehr Formularfeldern, die visuell eine Beschriftung besitzen.
Die Anforderungen an die einzelnen Formularfelder werden beim jeweiligen Formularfeldtyp beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass sich eine Beschriftung auf mehrere Felder bezieht.
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 824 | Beschriftung | Jedes Formularfeld soll einen Tooltip besitzen, der die konkrete Beschriftung enthält. Hinweis: Im Adressformular wäre dies z. B. „PLZ“ oder „Ort“. Bei den Formularfeldern für den Zeitraum wäre dies z. B. „Beginn“ und „Ende“. | Soll | DIN EN ISO 9241-143: 9.6.11 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 825 | Name | Jedes Formularfeld muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. Hinweis: Im Adressformular wäre dies z. B. „PLZ“ oder „Ort“. Bei den Formularfeldern für den Zeitraum wäre dies z. B. „Zeitraum: Beginn“ und „Zeitraum: Ende“. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8 |
| 826 | Name | Die sichtbare Beschriftung muss mit dem Accessible Name, übereinstimmen oder in diesem enthalten sein (siehe Praxistipp zusammengesetzte Formularfelder. | Muss | EN 301 549: 9.2.5.3, 11.2.5.3 |
Bei zusammengesetzten Formularfeldern können folgende Probleme auftreten:
Der Abstand zwischen Beschriftung und Formularfeld ist häufig größer, wodurch der Zweck der Formularfelder z. B. bei Verwendung einer Bildschirmlupe oder für kognitiv beeinträchtigte Menschen schwerer zu erkennen ist.
Jedes Feld benötigt einen aussagekräftigen Accessible Name, der an die Accessibility API übermittelt wird, selbst wenn das Feld visuell keine explizite Beschriftung besitzt.
Die sichtbare Beschriftung muss mit dem Accessible Name übereinstimmen oder in diesem enthalten sein, selbst wenn die sichtbare Beschriftung sich auf mehrere Felder bezieht.
In Anwendungen, die den virtuellen Cursor unterstützen, ist ggf. die Lesereihenfolge mit dem Screenreader nicht korrekt, weil z. B. zuerst die Beschriftungen der Felder und anschließend die Formularfelder (ohne erneute Ausgabe der Beschriftung) ausgegeben werden.
Aus diesen Gründen wird empfohlen, zusammengesetzte Formularfelder zu vermeiden und jedem Feld eine Beschriftung visuell und programmatisch zuzuordnen.
Andernfalls sollten zumindest folgende Hinweise beachtet werden:
Wenn die visuelle Beschriftung lediglich eine übergreifende Beschriftung enthält (z. B. „Datum“ für drei Datumsfelder, in denen der Tag, der Monat und das Jahr eingetragen werden), soll diese zusammen mit einer eindeutigen Beschriftung im Accessible Name enthalten sein (z. B. „Datum Tag“, „Datum Monat“, „Datum Jahr“). Alternativ kann ein Feld für die Eingabe z. B. des gesamten Datums verwendet werden.
Wenn die visuelle Beschriftung die Beschriftung der einzelnen Felder enthält (z. B. „PLZ und Ort“), soll der Accessible Name mit den Einzelbeschriftungen übereinstimmen (z. B. „PLZ“ und „Ort“).
Komplexe Formulare sollten grundlegend umgestaltet werden, um die Anforderungen der Barrierefreiheit zu erfüllen. Im folgenden Screenshot befinden sich z. B. zwei Radiobuttons mit der Beschriftung „Am“ in einer unbeschrifteten Gruppe. Aus dem visuellen Kontext ist zu erkennen, dass sich der erste Radiobutton auf einer Wiederholung eines Serientermins zu einem explizit definierten Datum bezieht, der zweite hingegen auf die Wiederholung an einem implizit definierten Wochentag. Die Gruppenbeschriftung der Radiobuttons könnte „Wiederholung an einem“ lauten und die Radiobuttons selbst könnten visuell und programmatisch mit „Datum“ und „Wochentag“ beschriftet sein, wobei das aktuell gewählte Datum oder der aktuell gewählte Wochentag als Accessible Description übermittelt werden kann. Die Formularfelder, die sich hinter den beiden Radiobuttons befinden und die Auswahl des Datums oder Wochentags ermöglichen, sollten explizit beschriftet werden.

Synonyme: Accordion
Siehe auch: Schalter, Registerkarten, Karussell
Ein Akkordeon vereint mehrere, untereinander angeordnete Bereiche, die über Schalter ein- und ausgeblendet werden können. Die Beschriftung der Bereiche ist dabei dauerhaft sichtbar (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.1). Die Beschriftung besitzt meist einen visuellen Indikator, welcher auf den Status des Bereichs (ein- oder ausgeblendet) hinweist.
Für ein Akkordeon sind verschiedene Umsetzungsvarianten bezüglich der minimalen oder maximalen Anzahl der geöffneten Bereiche möglich, z. B.
Initial sind alle Bereiche geschlossen und es kann jeweils nur ein Bereich geöffnet werden. Wird ein Bereich geöffnet, wird der zuvor geöffnete Bereich automatisch geschlossen.
Es ist immer mindestens ein Bereich geöffnet und es können alle Bereiche geöffnet werden.

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 827 | Kontrast | Die Beschriftung der Bereiche muss einen Kontrast von mindestens 4,5:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3 |
| 828 | Kontrast | Der visuelle Indikator in der jeweiligen Beschriftung eines Akkordeons-Bereich, der auf den Status des Bereichs hinweist (geöffnet oder geschlossen) muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 11.1.4.1; EN 301 549: 11.1.4.11 |
| 829 | Kontrast | Sind die Bereiche und die Bereichsbeschriftungen ausschließlich aufgrund ihrer farblichen Gestaltung als solche zu erkennen, müssen diese Farben zu benachbarten Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Hinweis 1: Die Bereiche und Bereichsbeschriftung können z. B. aufgrund ihrer Rahmen oder Hintergrundfarben als solche erkennbar sein. Hinweis 2: Die Anforderung gilt nicht, wenn die Bereiche und Bereichsbeschriftungen z. B. aufgrund ihrer Position und Abstände eindeutig als solche zu erkennen sind. | Soll | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 830 | Beschriftung | Die Beschriftung der Bereiche muss aussagekräftig sein (siehe Beschriftung). | Muss | EN 301 549 9.2.4.6, 11.2.4.6 |
| 831 | Fokussichtbarkeit | Erhält die Bereichs-Beschriftung den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 832 | Tastaturbedienung | Das Akkordeon muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 833 | Tastaturbedienung | Die ausgeblendeten Bereiche und deren Inhalte dürfen nicht den Tastaturfokus erhalten. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 834 | Aktualisierungen | Bei Fokussierung und Bedienung des Akkordeons darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1 |
| 835 | Aktualisierungen | Bei Bedienung der Schalter zum Ein- und Ausblenden der Bereiche darf kein Fokusverlust erfolgen. Hinweis: Der Fokus muss auf dem Schalter verbleiben oder an den Beginn des eingeblendeten Bereichs gesetzt werden. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3 |
| 836 | Fokusreihenfolge | Die Fokusreihenfolge im Akkordeon muss der visuellen Darstellung entsprechen, d. h. die geöffneten Bereiche erhalten unmittelbar nach der Bereichs-Beschriftung den Tastaturfokus. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3 |
| 837 | Klickbereich | Der Klickbereich der Bereichs-Beschriftungen soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren der Bereichs-Beschriftungen | TAB | Erforderlich |
| Verlassen Bereichs-Beschriftungen | TAB Hinweis: Ist der zugehörige Bereich geschlossen, wird mit der TAB-Taste die nächste Bereichs-Beschriftung fokussiert. Ansonsten wird der Fokus in den Bereich gesetzt. | Erforderlich |
| Bedienung der Bereichs-Beschriftungen (Öffnen bzw. Schließen des Bereichs) | EINGABE, LEER | Erforderlich |
| Navigation zwischen den Bereichs-Beschriftungen | PFEIL AUF/AB | Empfohlen |
| Schnellnavigation zwischen Bereichs-Beschriftungen | POS1, ENDE | Empfohlen |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Bedienung der Bereichs-Beschriftungen (Öffnen bzw. Schließen des Bereichs) | Linksklick | Erforderlich |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 838 | Rolle | Die Rolle Schalter muss für die Bereichs-Beschriftungen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 839 | Desktop: Elementhierarchie | Die Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb des Akkordeons müssen an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.9 |
| 840 | Status | Der Status der Bereichs-Beschriftungen muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). Hinweis: Dies bezieht sich auch auf den Status „geöffnet“ oder „geschlossen“. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 841 | Name | Die Schalter mit den Bereichs-Beschriftungen muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 842 | Name | Sofern die Schalter mit den Bereichs-Beschriftungen eine Beschreibung besitzen, muss diese als Accessible Description übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 843 | Bedienung | Die Schalter mit den Bereichs-Beschriftungen müssen mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
| 844 | Aktualisierung | Aktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names, Werts oder Status der Bereichs-Beschriftungen müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 845 | Desktop: Position | Größe und Position der Bereichs-Beschriftungen und der Bereiche müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13 |
JAWS: [Beschriftung] Schalter [reduziert | erweitert] [Hinweis zur Bedienung mit der Eingabetaste]
NVDA: [Beschriftung] Schalter [reduziert | erweitert]
Windows Sprachausgabe: [Beschriftung] Schaltfläche [ausgeblendet | erweitert]
Hinweis: Bei Verwendung des <details>-Element ohne Beschriftung sind der Beginn und das Ende des Seitenbereichs mit Assistenztechnologie nicht wahrnehmbar. Wird das <details>-Element explizit beschriftet (z. B. per aria-label oder aria-labelledby) wird der Bereich als „Gruppe“ (JAWS) oder „Gruppierung“ (NVDA) ausgegeben. Die Windows Sprachausgabe gibt auch beschriftete Gruppen nicht aus.
In HTML existiert kein Element für Akkordeons. Stattdessen können mehrere Bereiche verwendet werden, die über Schalter ein- und ausgeblendet werden. Die Bereiche werden mit <details> und die Schalter mit <summary> ausgezeichnet. Das <summary>-Element befindet sich als erstes Kindelement innerhalb von <details>. Die Beschriftung der Schalter ergibt sich aus dem Textinhalt im <summary>-Element. Der initiale Status des Bereichs (geöffnet oder geschlossen) wird mit dem open-Attribut festgelegt.
Damit die Zusammengehörigkeit der Bereiche und Schalter mit Assistenztechnologie wahrnehmbar ist, können sie in einer beschrifteten Gruppe verschachtelt werden.
Gemäß HTML-Spezifikation darf das <summary>-Element z. B. Links, Überschriften, Eingabefelder und viele andere Elemente enthalten – es sollte jedoch beachtet werden, dass alle Elemente, die sich innerhalb von <summary> befinden, mit dem Screenreader nicht wahrnehmbar und bedienbar sind, weil das <summary>-Element an die Accessibility API als Schalter übermittelt wird. Somit sollte das <summary>-Element ausschließlich eine knappe und aussagekräftige Beschriftung in Textform enthalten.
Weitere Informationen: 4.11.1 The details element - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link), 4.11.2 The summary element - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link)
In ARIA existiert keine Rolle für Akkordeons. Stattdessen können mehrere Bereiche verwendet werden, die über Schalter ein- und ausgeblendet werden. Dabei sollte Folgendes beachtet werden:
Die Schalter, die dem Ein- und Ausblenden von Bereichen dienen, sollten mit dem Attribut aria-expanded ausgezeichnet werden. Per aria-controls kann auf die ID des Bereichs, der ein- oder ausgeblendet wird, verwiesen werden.
Die Beschriftung der Schalter sollte per Textinhalt oder aria-labelledby erfolgen.
Damit die Zusammengehörigkeit der Bereiche und Schalter mit Assistenztechnologie wahrnehmbar ist, können sie in einer beschrifteten Gruppe verschachtelt werden
Die Darstellung des Akkordeons sollte im Hochkontrast-Modus von Windows überprüft werden. So sollten die Bereiche einen Rahmen besitzen.
Der sichtbare Schalter und das programmatisch fokussierte Element sollten die gleiche Position und Größe besitzen.
Alternativ kann anstelle eines Akkordeons eine Registerkartengruppe verwendet werden.
Weitere Informationen: aria-expanded state - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Accordion Pattern (Sections With Show/Hide Functionality) | APG | WAI | W3C
Synonyme: Datepicker, Calendar-Date-Picker, Kalender, Kalenderelement, Kalendersteuerelement, Uhrzeitwähler, Timepicker, Uhr, Datums- und Uhrzeitwähler, Date-Time-Picker
Siehe auch: Kombiniertes Eingabefeld, Farbwähler
Hinweis: Alle folgenden Ausführungen gelten analog für den Uhrzeitwähler oder für Bedienelemente für die Auswahl von Wochen, Monaten oder Jahren.
Ein Datumswähler dient der unterstützten Eingabe eines Datums (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.9 und 8.46).
Datumswähler können unterschiedlich umgesetzt werden, z. B. als
Eingabefeld für ein Datum kombiniert mit einem Schalter, über den sich ein Dialog zur Auswahl eines Datums öffnen lässt,
schreibgeschütztes Eingabefeld für ein Datum kombiniert mit einem Schalter, über den sich ein Dialog zur Auswahl eines Datums öffnen lässt,
kombiniertes Eingabefeld für ein Datum, über das sich ein Dialog zur Auswahl eines Datums öffnen lässt,
Tabelle zur Auswahl eines Datums innerhalb eines bestimmten Zeitraums und Schalter, um den Zeitraum zu wechseln,
getrennte Eingabefelder zur Eingabe von Tag, Monat und Jahr, kombiniert mit einem Schalter, über den sich ein Dialog zur Auswahl eines Datums öffnen lässt,
getrennte Drehfelder zur Eingabe und Auswahl von Tag, Monat und Jahr,
getrennte Auswahllisten zur Auswahl von Tag, Monat und Jahr,
getrennte Ausklapplisten zur Auswahl von Tag, Monat und Jahr.
Der Dialog zur Auswahl eines Datums kann folgende Elemente enthalten:
Tabellen, Schalter, Radiobuttons, Drehfelder, Auswahllisten oder Ausklapplisten zur Auswahl eines Datums innerhalb eines bestimmten Zeitraums (z. B. Tage innerhalb eines Monats, Monate innerhalb eines Jahres, Jahre innerhalb eines Jahrzehnts),
Schalter zur Auswahl eines anderen Zeitraums,
visuelle Markierungen der Tage und Zeiträume (z. B. „heute“, „gewählter Tag“, „Urlaubstag“, „Feiertag“, „Wochenende“, „Tag mit freien Terminen“).
Die Anforderungen an die einzelnen Bedienelemente innerhalb des Datumswählers werden beim jeweiligen Bedienelement beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen für das gesamte Element beschrieben.
Beispiele:

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 846 | Kontrast | Die visuellen Markierungen der Tage und Zeiträume müssen untereinander jeweils ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Hinweis: Wenn das nicht möglich ist, muss ein weiteres visuelles Mittel zur Unterscheidung verwendet werden. | Muss | EN 301 549: 11.1.4.1 |
| 847 | Beschreibung | Eine Legende oder ein Tooltip soll die Bedeutung der visuellen Markierungen erläutern, sofern sie nicht selbsterklärend sind. Hinweis: Selbsterklärend ist z. B. die visuelle Markierung von Wochenend- und Feiertagen. | Soll | DIN EN ISO 9241-143: 9.6.11 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 848 | Tastaturbedienung | Der Datumswähler und die darin enthaltenen Elemente müssen mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 849 | Aktualisierungen | Bei Fokussierung und Bedienung des Datumswählers darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1, 9.3.2.2, 11.3.2.2 |
| 850 | Fehlermeldungen | Ein eingegebenes Datum darf nicht ohne Fehlermeldung, die in Textform zu erfolgen hat, automatisch korrigiert werden. Hinweis: Davon ausgenommen sind Änderungen an der Eingabe, sofern sie nicht das Datum ändern (wie z. B. das automatische Einfügen führender Nullen) | Muss | EN 301 549: 9.3.3.1, 11.3.3.1 |
| 851 | Fokusreihenfolge | Die Fokusreihenfolge im Datumswähler soll der visuellen Darstellung entsprechen. | Soll | DIN EN ISO 9241-171: 9.3.18 |
| 852 | Fokusreihenfolge | Wenn der Datumswähler außerhalb eines Dialogs viele Bedienelemente enthält, die mit TAB den Fokus erhalten, dann soll der Datumswähler mit der Tastatur übersprungen werden können (siehe Navigationsreihenfolge) | Soll | DIN EN ISO 9241-171: 9.3.17 |
| 853 | Klickbereich | Der Klickbereich der Bedienelemente des Datumswählers soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren des Datumswählers | TAB | Erforderlich |
| Verlassen des Datumswählers | TAB Hinweis: Innerhalb des Datumswählers können sich mehrere Bedienelemente befinden, die zuvor mit TAB den Fokus erhalten. | Erforderlich |
| Navigation innerhalb des Datumswähler | TAB oder PFEIL LINKS/RECHTS/AUF/AB (je nach verwendetem Bedienelement) | Erforderlich |
| Schnellnavigation innerhalb der Auswahlelemente für einen Tag, einen Monat oder ein Jahr | POS1, ENDE, BILD AUF/AB | Empfohlen |
| Aktivierung der Bedienelemente im Datumswähler | EINGABE oder LEER (je nach verwendetem Bedienelement) | Erforderlich |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Aktivierung der Bedienelemente im Datumswähler | Linksklick | Erforderlich |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 854 | Rolle | Die Rolle des Datumswählers und seiner Bedienelemente muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 854 | Desktop: Elementhierarchie | Die Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb des Datumswählers müssen an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.9 |
| 855 | Status | Der Status des Datumswählers und seiner Bedienelemente muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). Hinweis 1: Dies bezieht sich z. B. auf den Status „geöffnet“ oder „geschlossen“ in Bezug auf den Dialog und auf den Status „gewählt“ in Bezug auf das gewählte Datum innerhalb eines der Auswahlelemente. Hinweis 2: Sofern sich der Zweck der visuellen Markierungen (wie z. B. Feiertag, Urlaubstag) nicht als Status übermitteln lässt, soll diese Information als Teil der Beschreibung übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 856 | Name | Der Datumswähler und seine Bedienelemente müssen einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8 |
| 857 | Name | Sofern der Datumswähler oder seine Bedienelemente eine Beschreibung besitzen, muss diese als Accessible Description übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 858 | Bedienung | Der Datumswähler und seine Bedienelemente müssen mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
| 859 | Aktualisierung | Aktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names oder Status des Datumswählers und seiner Bedienelemente müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 860 | Position | Größe und Position des Datumswählers und seiner Bedienelemente müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.15 |
Synonyme: Colorpicker
Siehe auch: Schieberegler, Datumswähler
Ein Farbwähler dient der Auswahl einer Farbe (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.6). Farbwähler können unterschiedlich umgesetzt werden, z. B. als
Tabelle, Ausklappliste oder Auswahlliste zur Auswahl einer Farbe,
einzelnes Eingabefeld zur Eingabe eines Farbwertes (z. B. HEX-Wert),
mehrere Eingabefelder oder Drehfelder zur Eingabe einzelner Farbkanäle (z. B. RGB, RGBA, CMYK oder HSB),
zweidimensionales Farbverlaufsfeld zur Auswahl eines Werts,
einzelner Schieberegler zur Auswahl einer Farbe,
mehrere Schieberegler zur Auswahl einzelner Farbkanäle (z. B. RGB, RGBA, CMYK oder HSB)
Schalter, über den sich ein Dialog zur Auswahl einer Farbe öffnen lässt (der Dialog enthält eines der oben genannten Elemente),
eine Kombination aus den oben genannten Elementen.
Die Anforderungen an die einzelnen Bedienelemente innerhalb des Farbwählers werden beim jeweiligen Bedienelement beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen für das gesamte Element beschrieben.

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 861 | Farbkodierung | Der Farbwähler muss mindestens eine Option enthalten, um eine Farbe über ihren Farbnamen, Farbcode (wie HEX) oder die Werte der Farbkanäle (wie RGB) auszuwählen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1 |
| 862 | Farbkodierung | Werden die auswählbaren Werte oder der aktuelle Wert visuell per Farbe angezeigt, sollen die Elemente einen Tooltip mit dem Farbnamen oder Farbwert in Textform besitzen. Hinweis: Die Ausgabe des Farbnamens soll bevorzugt verwendet werden. | Soll | DIN EN ISO 9241-143: 9.6.11 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 863 | Tastaturbedienung | Der Farbwähler und die darin enthaltenen Elemente müssen mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 864 | Aktualisierungen | Bei Fokussierung und Bedienung des Farbwählers darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1 und 9.3.2.2, 11.3.2.2 |
| 865 | Fokusreihenfolge | Die Fokusreihenfolge im Farbwähler soll der visuellen Darstellung entsprechen. | Soll | DIN EN ISO 9241-171: 9.3.18 |
| 866 | Fokusreihenfolge | Wenn der Farbwähler außerhalb eines Dialogs viele Bedienelemente enthält, die mit TAB den Fokus erhalten, dann soll der Farbwähler mit der Tastatur übersprungen werden können (siehe Navigationsreihenfolge) | Soll | DIN EN ISO 9241-171: 9.3.17 |
| 867 | Klickbereich | Der Klickbereich der Bedienelemente des Farbwählers soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren des Farbwählers | TAB | Erforderlich |
| Verlassen des Farbwählers | TAB Hinweis: Innerhalb des Farbwählers können sich mehrere Bedienelemente befinden, die zuvor mit TAB den Fokus erhalten. | Erforderlich |
| Navigation innerhalb des Farbwählers | TAB oder PFEIL LINKS/RECHTS/AUF/AB (je nach verwendetem Bedienelement) | Erforderlich |
| Aktivierung der Bedienelemente im Farbwähler | EINGABE oder LEER (je nach verwendetem Bedienelement) | Erforderlich |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Aktivierung der Bedienelemente im Farbwähler | Linksklick | Erforderlich |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 868 | Rolle | Die Rolle des Farbwählers und seiner Bedienelemente muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 869 | Desktop: Elementhierarchie | Die Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb des Farbwählers müssen an die Accessibility API übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 11.5.2.9 |
| 870 | Status, Wert | Der Wert und Status des Farbwählers und seiner Bedienelemente muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). Hinweis 1: Status bezieht sich z. B. auf den Status „geöffnet“ oder „geschlossen“ in Bezug auf den Dialog und auf den Status „gewählt“ in Bezug auf die gewählte Farbe innerhalb eines der Auswahlelemente. Hinweis 2: Wert bezieht sich z. B. auf die gewählte Farbe oder den Wert eines Farbkanals. Farbnamen sind gegenüber Farbwerten zu bevorzugen. | Muss | EN 301 549: 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 871 | Name | Der Farbwähler und seine Bedienelemente müssen einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8 |
| 872 | Name | Sofern der Farbwähler oder seine Bedienelemente eine Beschreibung besitzen, muss diese als Accessible Description übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 873 | Bedienung | Der Farbwähler und seine Bedienelemente müssen mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
| 874 | Aktualisierung | Aktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names oder Status des Farbwählers und seiner Bedienelemente müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 875 | Desktop: Position | Größe und Position des Farbwählers und seiner Bedienelemente müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13 |
Der Farbwähler kann mit dem HTML-Element <input type=color> umgesetzt werden.
Der initiale Wert wird über das value-Attribut übermittelt. Als Werte sind nur die Hexadezimal-Farbwerte, die mit einer Raute beginnen und von 6 Zeichen gefolgt werden, erlaubt.
Die Beschriftung des Farbwählers sollte mit dem Element <label for=ID> mit dem Farbwähler verknüpft werden.
Der Farbwähler kann als deaktiviert (disabled) ausgezeichnet werden, jedoch nicht als Pflichtfeld (required) oder schreibgeschützt (readonly).
Achtung: Je nach verwendetem Browser und Screenreader ist der HTML-Farbwähler entweder gar nicht (z. B. JAWS mit Chrome und Edge) oder nur eingeschränkt wahrnehmbar und bedienbar (z. B. NVDA mit Chrome, Edge und Firefox). Es wird davon abgeraten, den HTML-Farbwähler zu verwenden, außer die Anwendung soll nur mit einem Browser und bestimmten Assistenztechnologien funktionieren und die Barrierefreiheit in dieser Umgebung kann gewährleistet werden. Ansonsten können je nach Anforderung z. B. ein Schalter, der einen modalen Dialog zur Farbauswahl öffnet, ein oder mehrere Eingabefelder, eine Ausklappliste, Schieberegler oder eine Kombination aus diesen Elementen verwendet werden.
Weitere Informationen: 4.10.5.1.14 Color state (type=color) - HTML Standard (whatwg.org)
In ARIA existiert keine Rolle für Farbwähler. Stattdessen können je nach Anforderung z. B. ein Schalter, der einen modalen Dialog zur Farbauswahl öffnet, ein oder mehrere Eingabefelder, eine Ausklappliste, Schieberegler oder eine Kombination aus diesen Elementen verwendet werden.
Synonyme: Slide Show, Diashow, Image Rotator, Carousel, Cover Flow, Element Flow, Slider
Siehe auch: Akkordeon, Registerkarten
Ein Karussell dient der Gruppierung von Inhaltsblöcken, durch die geblättert werden kann (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.3).
Viele Umsetzungsvarianten sind möglich, u. a. folgende:
Es ist jeweils nur ein Inhaltsblock sichtbar, mehrere Inhaltsblöcke oder alle Inhaltsblöcke sind sichtbar.
Die sichtbaren Inhaltsblöcke sind vollständig sichtbar, verdecken sich gegenseitig oder sind am Maskenrand angeschnitten.
Die Inhaltsblöcke sind vertikal oder horizontal nebeneinander, kreisförmig oder übereinander angeordnet.
Alle sichtbaren Inhaltsblöcke werden gleich dargestellt oder ein zentraler Inhaltsblock wird hervorgehoben, während die Inhaltsblöcke daneben kleiner oder ausgegraut dargestellt werden.
Das Blättern durch die Inhaltsblöcke kann automatisch erfolgen oder durch die Bedienung der Benutzenden.
Das Blättern durch die Inhaltsblöcke erfolgt über einen Scrollbalken, Schalter zum Zurück- und Weiterblättern oder über eine Paginierung.
Die Inhaltsblöcke können grafische Elemente, Text und Bedienelemente enthalten.
Beispiele:

| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 876 | Kontrast | Wenn die Bedienelemente des Karussells mit Text beschriftet sind, dann müssen sie ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3 |
| 877 | Kontrast | Wenn die Bedienelemente des Karussells mit Grafiken beschriftet sind, dann müssen sie ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11 |
| 878 | Kontrast | Wenn sich in der Paginierung die aktuelle Seite nur durch Farbe von den restlichen Seiten unterscheidet, dann müssen die Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. | Muss | EN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1 |
| 879 | Animation | Wenn die Inhaltsblöcke im Karussell automatisch durchgeblättert werden, dann muss ein Mechanismus implementiert werden, um das automatische Durchblättern zu beenden und anschließend muss es möglich sein, manuell durch die Inhaltsblöcke zu blättern. | Muss | EN 301 549: 9.2.2.1, 11.2.2.1, 9.2.2.2, 11.2.2.2 |
| 880 | Animation | Wenn bei der Bedienung des Karussells Bewegungsanimationen angezeigt werden, dann soll es einen Mechanismus geben, um diese zu deaktivieren (siehe Animationen). Hinweis: Die gilt z. B. für das Blättern durch die Inhaltsblöcke. | Soll | WCAG 2.1.: 2.3.3 (AAA) |
| 881 | Fokussichtbarkeit | Erhält ein Element im Karussell den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7 |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 882 | Tastaturbedienung | Das Karussell und die darin enthaltenen Elemente müssen mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung). | Muss | EN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2 |
| 883 | Tastaturbedienung | Die ausgeblendeten Inhaltsblöcke und deren Inhalte dürfen nicht den Tastaturfokus erhalten. | Muss | EN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1 |
| 884 | Aktualisierungen | Bei Fokussierung der Bedienelemente des Karussells darf keine Kontextänderung erfolgen. | Muss | EN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1 |
| 884 | Aktualisierungen | Bei Bedienung des Karussells darf kein Fokusverlust erfolgen. Hinweis: Der Fokus muss auf dem jeweiligen Bedienelement verbleiben oder an den Beginn des eingeblendeten Bereichs gesetzt werden. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3 |
| 885 | Fokusreihenfolge | Die Fokusreihenfolge im Karussell soll der Arbeitsaufgabe angemessen sein. | Soll | DIN EN ISO 9241-171: 9.3.18 |
| 886 | Fokusreihenfolge | Wenn das Karussell viele Bedienelemente enthält, die mit TAB den Fokus erhalten, dann soll das Karussell mit der Tastatur übersprungen werden können (siehe Navigationsreihenfolge) | Soll | DIN EN ISO 9241-171: 9.3.17 |
| 887 | Klickbereich | Der Klickbereich der Bedienelemente des Karussells soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung). | Soll | WCAG 2.2 |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Fokussieren des ersten Elements im Karussells | TAB | Erforderlich |
| Verlassen des Karussells | TAB Hinweis: Innerhalb des Karussells können sich mehrere Bedienelemente befinden, die zuvor mit TAB den Fokus erhalten. | Erforderlich |
| Navigation innerhalb des Karussells | TAB oder PFEIL LINKS/RECHTS/AUF/AB (je nach verwendetem Bedienelement) | Erforderlich |
| Schnellnavigation zwischen den Inhaltsblöcken | POS1, ENDE, BILD AUF/AB | Empfohlen |
| Aktivierung der Bedienelemente im Karussell | EINGABE oder LEER (je nach verwendetem Bedienelement) | Erforderlich |
| Aktion | Taste | Klassifizierung |
|---|---|---|
| Aktivierung der Bedienelemente im Karussell | Linksklick | Erforderlich |
| Nr. | Eigenschaft | Beschreibung | Klassifizierung | Referenz |
|---|---|---|---|---|
| 888 | Rolle | Die Rolle der Bedienelemente im Karussell muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). Hinweis: Wenn in der verwendeten Programmiersprache die Rolle Karussell nicht bekannt ist, soll sich das gesamte Karussell in einer beschrifteten Gruppe befinden. Die Beschriftung oder Beschreibung der Gruppe soll einen Hinweis auf den Elementtyp Karussell enthalten. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 889 | Status | Der Status der Inhaltsblöcke und der Bedienelemente im Karussell muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus). Hinweis: Dies bezieht sich auch auf den Status „aktueller Inhaltsblock“ im Karussell oder der Paginierung. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 890 | Name | Die Bedienelemente im Karussell müssen einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen. | Muss | EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8 |
| 891 | Name | Sofern die Bedienelemente im Karussell eine Beschreibung besitzen, muss diese als Accessible Description übermittelt werden. | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5 |
| 891 | Bedienung | Das Karussell und dessen Bedienelemente müssen mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17 |
| 892 | Aktualisierung | Aktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names oder Status der Inhaltsblöcke und der Bedienelemente im Karussell müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API). | Muss | EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15 |
| 893 | Desktop: Position | Größe und Position der Inhaltsblöcke und der Bedienelemente im Karussell müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator). | Muss | EN 301 549: 11.5.2.5, 11.2.5.13 |
Accessibility - Windows apps | Microsoft Learn (Externer Link)
Accessible Name and Description Computation 1.2 (w3.org) (Externer Link)
Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link)
ARIA Authoring Practices Guide | APG | WAI | W3C (Externer Link)
Authoring Tool Accessibility Guidelines (ATAG) 2.0 (w3.org) (Externer Link)
Core Accessibility API Mappings 1.2 (w3.org) (Externer Link)
DIN EN ISO 9241-125:2018 - Empfehlungen zur visuellen Informationsdarstellung
DIN EN ISO 9241-171:2008 - Leitlinien für die Zugänglichkeit von Software
DIN EN ISO 9241-143:2012 - Formulardialoge
DIN EN ISO 9241-161:2016 - Leitfaden zu visuellen User-Interface-Elementen
IUIAutomation (uiautomationclient.h) - Win32 apps | Microsoft Learn (Externer Link)
Object Roles (Oleacc.h) - Win32 apps | Microsoft Learn (Externer Link)
Object State Constants (Oleacc.h) - Win32 apps | Microsoft Learn (Externer Link)
Revised 508 Standards and 255 Guidelines (access-board.gov) (Externer Link)
User Agent Accessibility Guidelines (UAAG) 2.0 (w3.org) (Externer Link)
Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1 (w3.org) (Externer Link)
Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2 (w3.org) (Externer Link)
Programmatisch interpretierbare Eigenschaft eines UI-Elements, die der weiterführenden Beschreibung des UI-Elements für Assistenztechnologie dient
Name; Programmatisch interpretierbare Eigenschaft eines UI-Elements, die der Beschriftung des UI-Elements für Assistenztechnologie dient
AT, engl.: Assistive Technology
Produkt, System, Hardware oder Software, die genutzt wird, um funktionelle Fertigkeiten von Menschen zu erhöhen, zu erhalten oder zu verbessern (EN 301 549 v3.2.1:2021)
Beispiele: Bildschirmlupe, Screenreader, Text-To-Speach-Software, Spracherkennungssoftware, alternative Tastaturen und Zeigeinstrumente ( assistive technology - Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2 (w3.org) (Externer Link))
Software, die zur Erstellung oder Bearbeitung von Inhalten eingesetzt werden kann (EN 301 549 v3.2.1:2021)
Ausmaß, in dem Produkte, Systeme, Dienstleistungen, Umgebungen und Einrichtungen durch Menschen aus einer Population mit dem weitesten Umfang an Benutzungserfordernissen, Merkmalen und Fertigkeiten genutzt werden können, um identifizierte Ziele in identifizierten Nutzungskontexten zu erreichen (EN 301 549 v3.2.1:2021)
Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Hierbei ist die Nutzung behinderungsbedingt notwendiger Hilfsmittel zulässig (§4 BGG).
Steuerelement, Steuerungselement;
UI-Element, mit dem die Nutzenden interagieren können, z. B. mit der Tastatur oder einem Zeigeinstrument
Beispiele: Links, Schalter, Formularfelder
Software, die Inhalte für die Benutzenden abruft und darstellt (EN 301 549 v3.2.1:2021)
engl. Custom Element;
UI-Element, das abweichend zu definierten UI-Elementen der Programmiersprache (Standardelemente) durch Entwicklungsteams mit vollem Funktionsumfang selbst erstellt werden
engl. user interface, UI
sämtliche Bestandteile eines interaktiven Systems (Software oder Hardware), die den Benutzenden Informationen und Steuerungselemente zur Verfügung stellen, um bestimmte Arbeitsaufgaben mit dem interaktiven System zu erledigen (DIN EN ISO 9241-171:2008)
Fähigkeit, sich mittels Tastaturnutzung von einer UI-Elementgruppe zu einer anderen zu bewegen
Weiterführende Beschriftung für ein UI-Element (Eingabefeld, Anzeigefeld, eine Tabelle, ein Steuerungselement oder ein Objekt)
engl. Label;
kurze, beschreibende Bezeichnung oder Überschrift für ein UI-Element (bspw. Eingabefeld oder Anzeigefeld, eine Tabelle, ein Steuerungselement oder ein Objekt) (siehe auch DIN EN ISO 9241-171:2008)
Assistenztechnologie zur Individualisierung der optischen Anzeige
Häufige Funktionen sind:
Zoom
Farbanpassung
Hervorhebung von Fokusindikator, Textcursor und Mauszeiger
Text vorlesen
Texte linearisiert darstellen mit frei wählbaren Schriftarten/-größen
Ein Paar von entgegengesetzten Änderungen in relativer Luminanz. Wenn die Änderungen groß genug sind und in der richtigen Frequenz auftreten, können sie bei manchen Menschen Anfälle hervorrufen. ( general flash and red flash thresholds - Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1 (w3.org) (Externer Link))
„Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart“
Programm, das Websites vor Bots schützt, indem es Tests generiert und bewertet, die Menschen bestehen können, aktuelle Computerprogramme jedoch nicht ( Die offizielle CAPTCHA-Seite (Externer Link))
Ereignis, das a) zur gleichen Zeit wie das Ansehen desselben stattfindet und b) nicht komplett vom Inhalt generiert wird
Beispiel: „Webcast“ einer Live-Aufführung, Online-Auktion
gemeint sind hier sowohl die RETURN- als auch die ENTER-Taste im Ziffernblock
Code oder Abkürzung für eine Menüoption oder die Beschriftung eines Steuerungselements, (üblicherweise links) neben dem Namen hervorgehoben und bei der Auswahl einzugeben (DIN EN ISO 9241-171:2008)
Beispiel: „Drucken (ALT + D)“
Reihe von Farbzuordnungen zur Darstellung von UI-Elementen (DIN EN ISO 9241-171)
Auch Lauftext oder Textblock;
fortlaufender Text eines Artikels ohne Überschrift, Tabellen o. Ä.;
Text mit mehr als einem Satz (WCAG 2.1, Understanding SC 1.4.8)
Positionscursor;
Anzeige, die zeigt, welches UI-Element den Tastaturfokus hat (DIN EN ISO 9241-171:2008)
Beispiel: Tastaturfokus-Indikator: visuelle Anzeige der Stelle, an der die Benutzerinteraktion mittels Tastatur (oder Tastaturemulator) erfolgen wird (DIN EN ISO 9241-171:2008)
strukturierte Darstellung von Feldern und weiteren UI-Elementen, die Benutzende lesen, ausfüllen, für die sie Einträge auswählen oder verändern (DIN EN ISO 9241-161:2016)
UI-Element, das zur Eingabe oder Auswahl von Werten in Formulardialogen (auch Schalter)
Funktionalität, die durch bestimmte Merkmale beschränkt ist, welche den Anschluss, die Installation oder die Nutzung von Assistenztechnologie verhindern (EN 301 549 v3.2.1:2021)
fest vorgegebene Zeilenende-Markierung, die als Absatz interpretiert wird (Absatzmarke, engl. pilcrow, Symbol: ¶) (Automatischer Zeilenumbruch – Wikipedia)
Bereich der Benutzungsschnittstelle, der auf einen darüberliegenden Zeiger reagiert (DIN EN ISO 9241-161:2016)
Desktop-Anwendung, die Web-Technologien zur Darstellung der Benutzungsoberfläche verwendet
Anteil eines Optionsnamens oder der Beschriftung eines Steuerungselements, der für eine Tastaturauswahl verwendet wird (DIN EN ISO 9241-171:2008)
Beispiel: „Drucken“
Bereich der Benutzungsschnittstelle, der durch ein Zeigegerät (bspw. Maus) aktiviert wird (DIN EN ISO 9241-161:2016)
Hilfetext, der Informationen zu der aktuell ausgeführten Funktion enthält
Anmerkung: Eindeutige Beschriftungen (Labels) können als kontextsensitive Hilfe dienen.
Beispiele:
Link zur Hilfe
Digitaler Eingabe-Assistent
Rechtschreibkontrolle
Wortvorschläge bei Texteingabe
Vorschlag alternativer Wörter bei Fehleingabe
Tooltips
Bewertung des Unterschiedes zweier unmittelbar aneinandergrenzenden oder zeitlich aufeinanderfolgenden Gesichtseindrücke (Leuchtdichtekontrast, Helligkeitskontrast, Farbkontrast usw.)
Hier: Messwert, der zur Darstellung der maximalen relativen Helligkeitsunterschiede zwischen zwei Farben dient
Fähigkeit, sich innerhalb einer Benutzungsschnittstelle von einem UI-Element zu einem anderen zu bewegen und sich innerhalb eines interaktiven Systems zu bewegen (DIN EN ISO 9241-161:2016)
Inhalt, der keine Buchstabenfolge ist, die durch Software bestimmt werden kann, oder bei dem die Abfolge etwas nicht in menschlicher Sprache ausdrückt (EN 301 549 v3.2.1:2021)
Beispiele:
Captcha
Ton
Grafik
Vibration
ASCII-Art
Individualisierung, individuelle Anpassung;
Modifizierung von Interaktion und Informationsdarstellung, um individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen von Benutzenden gerecht zu werden (DIN EN ISO 9241-171:2008)
Funktionalität, die den Zugang durch Assistenztechnologie unterstützt (EN 301 549 v3.2.1:2021)
Sammlung von Softwarekomponenten, die auf einer zugrundeliegenden Software- oder Hardware-Schicht ausgeführt wird und anderen Softwarekomponenten einen Satz von Softwarediensten bereitstellt, durch die diese Anwendungen von der zugrundeliegenden Software- oder Hardware-Schicht isoliert sein können (EN 301 549 v3.2.1)
Beispiele: Ein Betriebssystem, Gerätetreiber, Fenstersysteme und Software-Toolkits (DIN EN ISO 9241-161)
Anmerkung: Ein Browser kann sowohl als eine Anwendung als auch als Plattformsoftware fungieren. (DIN EN ISO 9241-161)
UI-Elementtyp für Benutzungsoberflächen;
Eigenschaft, die als bekannter Bezeichner dient, der die Art des UI-Elements angibt;
Clientanwendungen, insbesondere Assistenztechnologien, verwenden die Eigenschaft, um die Funktionen eines Bedienelements zu identifizieren und zu bestimmen, wie mit ihm interagiert werden soll
Tastaturnavigation, bei der Navigationsschritte übersprungen werden, um eine effiziente Bedienung zu ermöglichen
Merkhilfe, Mnemonic, menu accelerator, Beschleunigungstaste, Abkürztasten
Tasten und Tastenkombinationen, um eine Menüoption aufzurufen, ohne dass das entsprechende Menü mit der Option oder Zwischenmenüs auf dem Bildschirm angezeigt wird
Beispiel: Speichern (ALT + S)
S = Schnelltaste – funktioniert nur, wenn das Menü geöffnet ist und den Fokus hat
ALT + S = Tastaturkürzel – funktioniert immer (sofern die Funktion nicht temporär deaktiviert ist)
Text, der in einer Nicht-Textform (z. B. einem Bild) gerendert wurde, um einen bestimmten visuellen Effekt zu erzielen ( image of text - Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1 (w3.org) (Externer Link))
Assistenztechnologie, die es den Benutzenden ermöglicht, Software zu benutzen, ohne die optische Anzeige sehen zu müssen (DIN EN ISO 9241-171:2008)
Die Ausgabe der UI-Elemente erfolgt akustisch über Lautsprecher oder Kopfhörer sowie taktil über eine Braillezeile.
Die Eingabe und Steuerung erfolgt über die Tastatur oder die Braillezeile. Eingaben werden zunächst durch den Screenreader verarbeitet und danach an die Benutzungsschnittstelle weitergeleitet.
Assistenztechnologie für die Eingabe von Text (Diktieren) oder von Steuerbefehlen zur Ausführung von Steuerelementen
Alternatives Eingabemittel für die Maus- oder Tastaturschnittstelle
engl. Skip-Link;
Seiteninterner Link, um Inhaltsbereiche bei der Tastaturnavigation zu überspringen
UI-Elemente, die durch die Programmiersprache standardmäßig definiert sind
Zustand;
dynamische Eigenschaft, die Merkmale eines UI-Elements ausdrückt, die sich als Reaktion auf Aktionen der Benutzenden oder automatisierte Prozesse ändern kann
Der Status beeinflusst nicht die Art des UI-Elements, sondern stellt Daten dar, die der Komponente oder den Möglichkeiten der Benutzerinteraktion zugeordnet sind
Beispiele: fokussiert, gewählt, gedrückt, markiert, bedienbar/deaktiviert, korrekt/fehlerhaft und geöffnet/geschlossen, schreibgeschützt
Änderung des Inhalts, die keine Änderung des Kontexts darstellt und den Benutzenden Informationen über den Erfolg oder die Ergebnisse einer Aktion, über den Wartezustand einer Anwendung, über den Fortschritt eines Prozesses oder über das Vorhandensein von Fehlern liefern ( status message - Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2 (w3.org) (Externer Link))
hier: Tastaturschnittstelle;
Schnittstelle, die von der Software verwendet wird, um Tastenanschläge zu erhalten ( keyboard interface - Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1 (w3.org) (Externer Link))
aktuelle Zuordnung der an einer Tastatur oder einem Tastaturäquivalent erfolgenden Eingabe zu einem UI-Element (DIN EN ISO 9241-171:2008)
Tastenkürzel, Tastenkombination, Tastaturkombination, Tastaturbefehl, Tastaturäquivalente, Tastensequenz, Accesskey, Hotkey, Shortcut
Tasten und Tastenkombinationen, die Zugang zu Funktionen ermöglichen, die üblicherweise mittels Zeigeinstrument, Spracheingabe oder über sonstige Eingabe- oder Steuerungsmechanismen aktiviert werden
Fähigkeit, sich mittels Tastaturnutzung von einem UI-Element zu einem anderen und innerhalb eines interaktiven Systems zu bewegen
Text-Indikator;
visuelle Anzeige der aktuellen Eingabemarke zur Texteingabe (DIN EN ISO 9241-171:2008)
User Interface Element
Benutzungsschnittstellenelement; elementarer Bestandteil der Benutzungsschnittstelle, der den Benutzenden durch die Software angezeigt oder auf andere Weise präsentiert wird (DIN EN ISO 9241-171:2008)
Zu unterstützenden Diensten gehören unter anderem: Helpdesks, Callcenter, technischer Support, Vermittlungsdienste und Schulungen (siehe auch EN 301 549: 12.2.1)
engl. value;
Formularelemente besitzen einen Wert, der beim Absenden des Formulars übermittelt wird. In einem Eingabefeld ist der Wert der eingetragene Text. In einer Auswahlliste ist der Wert die gewählte Option.
Der virtuelle Cursor ist ein Modus des Screenreaders. Er wird verwendet, um bspw. Webseiten in einem Webbrowser (sofern sie nicht mit role=application ausgezeichnet sind), PDF-Dokumente in einem PDF-Reader oder Inhalte in einer hybriden Desktop-Software zu lesen. Obwohl er nicht wie der Maus-Cursor sichtbar ist, simuliert der virtuelle Cursor eine Einfügemarke und bietet die gleiche Funktionalität wie beim Lesen eines textbasierten Dokuments.
Zeigegerät;
Hilfsmittel, das einen Bedienschritt der Benutzenden in einen am Bildschirm dargestellten Bedienschritt umsetzt;
Anmerkung: In Abhängigkeit von der verwendeten Technologie können nicht nur maschinelle Hilfsmittel, sondern auch Teile des menschlichen Körpers (z. B. Finger, Arme) als Zeigeinstrument verwendet werden. (DIN EN ISO 9241-171:2008)
grafisches Symbol, dessen Position auf dem Bildschirm entsprechend der Bewegung eines Zeigeinstrumentes verändert wird und dessen Form in Abhängigkeit des sich darunter befindlichen Bedienelements angepasst werden kann (DIN EN ISO 9241-171:2008)
Aktualisierungen, siehe:
Auswahlliste, siehe auch:
Combobox, siehe:
Drag & Drop, siehe:
Eingabefeld, siehe:
Eingabehinweise, siehe:
Formular, siehe auch:
Hilfe, siehe auch:
Menü, siehe auch:
Navigation, siehe:
Schalter, siehe auch:
Slider, siehe:
Status, siehe
Struktur, siehe
Tastaturbedienung, siehe auch:
Text, siehe auch:
Tooltip, siehe auch:
Diese Handreichung hat die Version 0.5 und wurde am 28.05.2026 erstellt.
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