Barrierefreie Gestaltung von User Interface-Elementen


Eine Handreichung der BFIT-Bund AG02 Software Anwendungen

Autoren: Andreas Englisch und Carola Meixner, Deutsche Telekom MMS GmbH (Externer Link) im Auftrag des IT-Systemhauses der Bundesagentur für Arbeit (Externer Link)

Kontaktpersonen IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit: Markus Brand und Michael Zetzsche

Herausgeber: Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik (Externer Link), Arbeitsgruppe AG02 Software Anwendungen

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Version: 0.5

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

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Im Rahmen der Ziele der “Barrierefreie Informationstechnik Verordnung” (BITV 2.0) soll moderne Informations- und Kommunikationstechnik möglichst umfassend und grundsätzlich uneingeschränkt barrierefrei gestaltet werden.

Bei der Umsetzung stößt man schnell auf Unklarheiten, da bestehende Vorgaben viel Interpretationsspielraum lassen.

Diese Unstimmigkeiten führen oft zu unterschiedlichen Auslegungen der bestehenden Vorgaben und spätestens bei der Abnahme von Artefakten oder ganzen IKT-Systemen zu Verdruss bis hin zu juristischen Auseinandersetzungen.

Die Autorinnen und Autoren dieses Dokuments haben sich der Aufgabe angenommen, diese Kluft zwischen den gesetzlichen Anforderungen, Richtlinien, Normen und bestehenden Design Guides oder Styleguides – auch von Software Hersteller – zu schließen.

Die in DIN EN ISO 9241-161 beschriebenen visuellen User-Interface-Elemente wurden dafür betrachtet, um weitere Elemente ergänzt und hinsichtlich der Anforderungen an die Barrierefreiheit gemäß EN 301 549 v3.2.1 erweitert. Für jedes UI-Element wurden Anforderungen in Bezug auf Darstellung, Bedienung sowie Programmierung/Schnittstellen definiert.

Dieses nachschlagewerk dient als Ergänzungshinweis zur DIN EN ISO 9241-161 und als Hilfsmittel zur Umsetzung der EN 301 549 v3.2.1 und soll keinesfalls aktuell gültige gesetzliche Vorgaben oder Richtlinien ersetzen. Im Gegenteil, diese Sammlung basiert darauf und unterliegt einem entsprechenden Aktualisierungsprozess.

Inhaltsverzeichnis

Zielsetzung und Zielgruppe

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Das Dokument versucht folgende Lücken in den Veröffentlichungen zur Barrierefreiheit zu schließen:

Das Dokument richtet sich vorrangig an Entwickler*innen von Software.

Weitere Rollen in der Software-Entwicklung, für die das Dokument hilfreich sein kann, sind u. a.

Geltungsbereich

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Geltungsbereich

In diesem Dokument werden Barrierefreiheitsanforderungen an Web- und Desktop-Software sowie an hybride Anwendungen (die Web- und Desktop-Technologien vereinen) beschrieben, die auf der Plattformsoftware Microsoft Windows laufen und eine offene Funktionalität aufweisen. Die Anforderungen leiten sich vor allem aus der EN 301 549 (Version 3.2.1, Abschnitt 9 und 11) ab.

Das vorliegende Dokument gilt zunächst nicht für folgende Software:

Darüber hinaus gilt das Dokument nicht für:

Viele der hier beschriebenen Anforderungen können auf Software anderer Plattformen übertragen werden.

Lesehinweise

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Aufbau des Dokuments

Das Dokument gliedert sich in folgende Bereiche:

Jeder Bereich enthält mehrere Abschnitte, „Bedienelemente“ gliedert sich bspw. in je einen Abschnitt pro konkretem Bedienelement.

Die einzelnen Unterkapitel sind unterteilt in:

Die Anforderungen werden in Tabellenform dargestellt:

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
Eindeutige AnforderungsnummerThematische Einordnung der AnforderungEinzuhaltende Anforderung, ggf. ergänzt mit erläuternden HinweisenRelevanz der Anforderung (siehe Klassifizierung der Anforderungen)Herkunft der Anforderung (siehe Referenzen)

Hinweis: Die Gültigkeit der Anforderungen wird wie folgt angegeben:

Klassifizierung der Anforderungen

Die Anforderungen sind wie folgt klassifiziert:

KlassifizierungBedeutungReferenzFormulierung
MussGesetzliche Vorgabe gemäß BITV 2.0

Mindestanforderungen, die erfüllt sein müssen, um Konformität mit der BITV 2.0 herzustellen
EN 301 549, Version 3.2.1 (Externer Link)

Hinweis: Alle Anforderungen aus der EN 301 549, Kapitel 11.1 bis 11.4, beziehen sich auf die WCAG 2.1. Die Nummerierung der entsprechenden Anforderungen aus der EN 301 549 entspricht der Nummerierung in der WCAG 2.1.

  • Muss

  • Darf nicht

SollWichtige Anforderungen, die erfüllt werden sollen

Gemäß BITV 2.0, §3 Abs. 4 soll es angestrebt werden, die Anforderungen für bestimmte Anwendungsbereiche einzuhalten: „Für zentrale Navigations- und Einstiegsangebote sowie Angebote, die eine Nutzerinteraktion ermöglichen, beispielsweise Formulare und die Durchführung von Authentifizierungs-, Identifizierungs- und Zahlungsprozessen, soll ein höchstmögliches Maß an Barrierefreiheit angestrebt werden“.
  • WCAG 2.1 (Externer Link), AAA-Kriterien

  • WCAG 2.1, A- und AA-Kriterien, die nicht Bestandteil von Kapitel 11 der EN 301 549 sind

  • WCAG 2.2 (Externer Link)-Kriterien

  • Sonstige W3C-Spezifikationen

  • Sonstige ISO-Normen

  • Weitere Normen der Reihen DIN EN ISO 9241 (Gebrauchstauglichkeite) mit besonderer Relevanz für die Barrierefreiheit

  • soll

  • soll nicht

Umsetzungsempfehlungen, Hinweise
  • Hinweis

  • Kann

  • empfehlenswert

Die konkreten Anforderungen an die Tastaturbedienung, d. h. welche Tasten zur Bedienung zu verwenden sind, werden wie folgt klassifiziert:

KlassifizierungBedeutung
ErforderlichMindestanforderungen
Wenn diese Anforderungen nicht eingehalten werden können, soll die abweichende Tastaturbedienung dokumentiert werden.
EmpfohlenEmpfohlene Anforderungen
Die Einhaltung dieser Anforderungen dient der erleichterten und effizienteren Bedienung mit der Tastatur.

Hinweis: Die Anforderungen an die Tastaturbedienung können nicht mit „Muss“ oder „Soll“ klassifiziert werden, da die EN 301 549 lediglich die Möglichkeit der Tastaturbedienung verlangt, nicht jedoch konkrete Tasten festgelegt, da diese z. B. von der jeweiligen Plattform abhängen.

Der Elementleitfaden enthält darüber hinaus Hinweise, Empfehlungen und Praxistipps. Diese sind nicht-normativ. Allerdings wird auch in den Hinweisen, Empfehlungen und Praxistipps „muss“, „darf nicht“, „soll“ und „soll nicht“ verwendet, sofern sich auf eine Anforderung bezogen wird.

Abdeckung der Anforderungen

In den Abschitten zu allgemeinen Themen („Anwendungsbezogene Anforderungen“ und „Elementübergreifende Anforderungen“) wird auf dialogbezogene Anforderungen der EN 301 549 (insbesondere Abschitt 9 zu Web und 11 zu Software) eingegangen. Die Anforderungen werden hier allgemein (d. h. nicht in Bezug auf konkrete UI-Elemente) und weitgehend allumfassend erläutert (d. h. mit möglichen Sonderfällen, Ausnahmen etc.).

In den Abschitten zu einzelnen UI-Elementen (Text, Grafik, Struktur, Bedienelemente) werden lediglich die relevanten Anforderungen für das jeweilige UI-Element aufgeführt. Hier wird darauf eingegangen, was eine allgemeine Anforderung für ein konkretes Element bedeutet. Die Anforderungen werden dabei jedoch nicht unbedingt allumfassend erläutert, d. h. für Sonderfälle und Ausnahmen wird auf den jeweiligen allgemeinen Abschitt verwiesen

Beispiel:

Abdeckung der Elemente

Folgende Elemente werden im vorliegenden Dokument aufgrund ihrer geringen Relevanz für Software nicht beschrieben:

Es ist jedoch vorgesehen, diese Anforderungen und Elemente in einer zukünftigen Version des Dokuments aufzunehmen.

Technologiespezifische Besonderheiten

Einige Programmiersprachen oder Frameworks ermöglichen es aufgrund von Beschränkungen der jeweiligen Technologie nicht, alle Anforderungen zu erfüllen. In diesem Fall soll geprüft werden, ob eine andere Programmiersprache oder anderes Framework verwendet werden kann. Alternativ sollen die Anforderungen so gut wie möglich erfüllt werden. Alle Abweichungen sollen in der Hilfe sowie in der Erklärung zur Barrierefreiheit dokumentiert werden.

Das vorliegende Dokument behandelt keine technologiespezifischen Besonderheiten, sondern konzentriert sich auf das erwartete Verhalten von UI-Elementen.

Anwendungsbezogene Anforderungen

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Konforme alternative Version

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Sofern die Anwendung nicht alle Anforderungen an die Barrierefreiheit erfüllt, kann eine konforme Alternativversion zur Verfügung gestellt werden. Dabei müssen jedoch folgende Anforderungen eingehalten werden:

Hinweis 1: Ein typischer Anwendungsfall für eine konforme alternative Version ist, wenn die Standardversion der Web-Anwendung aufgrund des Corporate Design die Kontrastanforderungen für Text oder grafische Inhalte nicht erfüllt. In diesem Fall kann die konforme alternative Version eine CSS-Auszeichnung verwenden, die für ausreichende Kontraste sorgt.

Hinweis 2: Bei ausgewählten Web-Anwendungen, die bereits weitgehend barrierefrei sind, kann ein Overlaytool dazu in der Lage sein, eine konforme Alternativversion zu generieren, die die oben formulierten Anforderungen vollständig erfüllt. In der Regel ist dies allerdings nicht der Fall, insbesondere wenn die Web-Anwendung Probleme aufweist, die nicht automatisiert gefunden und behoben werden können. Ein Overlaytool kann somit nicht pauschal verwendet werden, um eine konforme alternative Version zur Verfügung zu stellen ( Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik - Publikationen - Gemeinsame Einschätzung der Überwachungsstellen des Bundes und der Länder für die Barrierefreiheit von Informationstechnik zur Verwendung von Overlay-Tools (bfit-bund.de) (Externer Link))

Hinweis 3: Für Desktop-Anwendungen trifft die EN 301 549 keine Aussagen zu alternativen Versionen. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass für Desktop-Anwendungen die gleichen Anforderungen gelten.

Anwendungssprache und Sprachwechsel

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Synonyme: Language

Siehe auch: Beschriftung, Beschreibung, Text, Schrift

Fremdsprachige Inhalte können für beeinträchtigte Menschen schwer verständlich sein. Dies gilt insbesondere, wenn diese von der Sprachausgabe mit der falschen Aussprache ausgegeben werden.

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
1Fremdsprachige InhalteDie Inhalte sollten in der Sprache der Nutzenden angezeigt werden.

Hinweis 1: Davon ausgenommen sind fremdsprachige Fachbegriffe, sofern davon ausgegangen werden kann, dass die Nutzenden diese verstehen werden.

Hinweis 2: Wird die Anwendung von Nutzenden aus verschiedenen Sprachräumen genutzt, sollte die Anwendung die Möglichkeit zum Sprachwechsel anbieten. Alle Inhalte sollten dann in der gewählten Sprache angezeigt werden.

SollEN 301 549:
11.2.4.6

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
2AnwendungsspracheDie Anwendungssprache muss an die Accessibility API übermittelt werden.

Hinweis 1: Bei Desktop-Software kann die Anwendungssprache auch durch die Plattform an die Accessibility API übermittelt werden.

Hinweis 2: Bei Web-Anwendung muss die Sprache über das lang-Attribut am <html>-Element übermittelt werden.

MussEN 301 549:
11.3.1.1.1
3Web: Fremdsprachige InhalteDer Sprachwechsel innerhalb der Anwendung muss an die Accessibility API übermittelt werden.

Hinweis 1: Davon ausgenommen sind

  • Eigennamen,

  • Fachausdrücke,

  • Wörter, die in den Wortschatz der Anwendungssprache aufgenommen wurden und

  • Wörter, deren Sprache nicht bestimmt werden kann.

Hinweis 2: In HTML erfolgt die Auszeichnung des Sprachwechsels mit dem lang-Attribut.

SollWCAG 2.1: 3.1.2 (AA)
4Desktop: Fremdsprachige InhalteSofern die Sprache fremdsprachiger Inhalte programmatisch übermittelt werden kann, so soll dies erfolgen.

Hinweis: Dies ist z. B. in hybriden Anwendungen, die Web-Technologien verwenden, möglich. Sofern die Sprache fremdsprachiger Inhalte nicht programmatisch übermittelt werden kann, sollen diese Inhalte soweit möglich vermieden werden, d. h. die Inhalte sollen in die Anwendungssprache übersetzt werden.

SollWCAG 2.1: 3.1.2 (AA)

Fehlervermeidung und -korrektur

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Synonyme: Error message, Fehlermeldungen, Eingabehinweise, kontextspezifische Hilfe

Siehe auch: Pflichtfeldkennzeichnung, Beschreibung, Hilfe und Support, Authentifizierung, Formular

Fehlermeldungen informieren Benutzende über Fehleingaben oder Fehlbedienungen. Fehlermeldungen unterstützen bei der Fehlerkorrektur. Fehlermeldungen können

angezeigt werden.

Eingabehinweise helfen Benutzenden beim Vermeiden von Fehlern. Sie können

angezeigt werden.

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
5FehlermeldungWenn ein Fehler auftritt, müssen das fehlerhafte Formularelement identifiziert und die Fehlerursache in Textform beschriebenMussEN 301 549:
9.3.3.1,
11.3.3.1.1
6FehlermeldungDer Absenden-Schalter darf nicht deaktiviert werden, solange das Formular unvollständig oder fehlerhaft ausgefüllt ist.

Hinweis: Das gilt nicht, sofern eine alternative Methode zum Anzeigen der Fehlermeldungen existiert.

MussEN 301 549:
9.3.3.1,
11.3.3.1.1
7FehlermeldungDie Fehlermeldung muss dauerhaft angezeigt werden.

Hinweis: Das gilt nicht, wenn der Fehler behoben wurde. Für weitere Ausnahmen siehe Zeitbegrenzungen.

MussEN 301 549:
9.2.2.1,
11.2.2.1
8FehlervermeidungFormularelemente müssen eine aussagekräftige Beschriftung besitzen, damit deren Zweck erkennbar ist.MussEN 301 549:
9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.3.3.2, 11.3.3.2
9FehlervermeidungWenn die erwarteten Formularfeldeingaben nicht eindeutig aus der Beschriftung der Formularfelder abgeleitet werden können, dann müssen zusätzliche Eingabehinweise zur Verfügung gestellt werden (siehe auch Beschreibungen).

Hinweis: Beispiele für Eingabehinweise sind:

MussEN 301 549:
9.3.3.2, 11.3.3.2
10FehlervermeidungWenn mit dem Absenden eines Formulars
  • eine rechtliche oder finanzielle Verpflichtung eingegangen wird (z. B. bei einem Vertragsabschluss),

  • von Benutzenden verwaltete Daten in einer Datenbank geändert oder gelöscht werden oder

  • im Prüfungskontext Lösungen übermittelt werden,

dann muss eine der folgenden Optionen zur Fehlervermeidung angeboten werden:
  • Das Absenden des Formulars kann rückgängig gemacht werden.

  • Die Daten werden von der Anwendung auf Korrektheit geprüft und anschließend können Benutzende Fehleingaben beheben.

  • Benutzende werden aufgefordert, ihre Daten auf Korrektheit zu prüfen und Fehleingaben zu beheben.

MussEN 301 549:
9.3.3.4, 11.3.3.4
11FehlervermeidungBeim Absenden von Informationen soll eine der folgenden Optionen zur Fehlervermeidung angeboten werden:
  • Das Absenden des Formulars kann rückgängig gemacht werden.

  • Die Daten werden von der Anwendung auf Korrektheit geprüft und anschließend können die Benutzenden Fehleingaben beheben.

  • Die Benutzenden werden aufgefordert, ihre Daten auf Korrektheit zu prüfen und können Fehleingaben beheben.

SollWCAG 2.1: 3.3.6 (AAA)
12FehlervermeidungEine kontextsensitive Hilfe soll angeboten werden.SollWCAG 2.1: 3.3.5 (AAA)
13FehlervermeidungWenn beim Login Informationen (wie Username und Passwort) eingeben werden müssen, dann soll es eine Variante geben, bei der sich Benutzende diese Informationen nicht merken müssen.

Hinweis: Die Software kann die Login-Daten speichern, das Einfügen der Informationen aus der Zwischenablage oder durch einen Passwort-Manager erlauben.

SollWCAG 2.2
14FehlervermeidungWenn in einem Prozess Daten mehrfach eingegeben werden müssen, dann sollen diese Daten nach der ersten Eingabe automatisch vorausgefüllt oder zur Auswahl angeboten werden.

Hinweis 1: Das gilt auch für Informationen, die potenziell unterschiedlich sein können, wie die Liefer- und die Rechnungsadresse. Nach der Eingabe der Lieferadresse können Benutzende die Möglichkeit erhalten, die Angaben für die Rechnungsadresse automatisch zu übernehmen, anstatt sie erneut eingeben zu müssen.

Hinweis 2: Das gilt nicht, wenn die erneute Eingabe der Daten unverzichtbar ist, aus Sicherheitsgründen notwendig ist oder die Daten nicht mehr gültig sind.

SollWCAG 2.2
15FehlerkorrekturWenn die Anwendung Korrekturvorschläge zu einer fehlerhaften Eingabe ermitteln kann, dann müssen diese Vorschläge angezeigt werden.

Hinweis: Dies gilt nicht, wenn damit die Sicherheit oder der Zweck der Anwendung gefährdet wird, bspw. in Authentifizierungsprozessen.

MussEN 301 549:
9.3.3.3, 11.3.3.3
16FehlerkorrekturWenn eine automatische Fehlerkorrektur erfolgt, muss eine Fehlermeldung in Textform angezeigt werden.MussEN 301 549:
9.3.3.1, 11.3.3.1.1

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
17AktualisierungWenn die Fehlermeldung als Statusmeldung angezeigt wird, muss sie so ausgezeichnet werden, dass sie von der Assistenztechnologie automatisch ausgegeben werden kann.

Hinweis: Wenn die Fehlermeldung automatisch fokussiert wird, gilt sie nicht als Statusmeldung.

MussEN 301 549: 9.4.3.1, 11.4.1.3.1
18FehlermeldungFehlermeldungen am Formularfeld müssen so mit dem Formularfeld verknüpft werden, dass sie an die Accessibility API übermittelt werden.

Hinweis: Wenn die verwendete Accessibility API die Übermittlung von Fehlermeldungen bei einem Formularfeld nicht ermöglicht, müssen die Fehlermeldungen als Teil des Accessible Name oder der Accessible Description übermittelt werden. Bevorzugt solldann die Accessible Description verwendet werden, damit der Accessible Name nicht zu lang wird.

MussEN 301 549:
9.1.3.1, 11.1.3.1
19FehlervermeidungEingabehinweise, die visuell einem Formularfeld zugeordnet sind, müssen programmatisch als Eingabehinweis mit dem Formularfeld verknüpft werden.

Hinweis: Wenn die verwendete Accessibility API die Übermittlung von Eingabehinweisen nicht ermöglicht, müssen die Fehlermeldungen als Teil des Accessible Name oder der Accessible Description übermittelt werden. Bevorzugt soll dann die Accessible Description verwendet werden, damit der Accessible Name nicht zu lang wird.

MussEN 301 549: 11.1.3.1
20FehlervermeidungWenn die verwendete Technologie den Eingabezweck von Formularfeldern identifizieren kann, dann muss der Zweck der Formularfelder für Daten der jeweiligen Benutzenden (z. B. Nachname, Geburtstag, Wohnort) gemäß https://www.w3.org/TR/WCAG21/#input-purposes ausgezeichnet werden.MussEN 301 549:
9.1.3.5, 11.1.3.5.1
21StatusWenn am fehlerhaften Feld lediglich ein visueller, nicht-textlicher Fehlerindikator angezeigt wird, dann muss der Fehlerstatus an die Accessibility API übermittelt werden.

Hinweis: Der Fehlerstatus kann je nach Technologie lediglich „fehlerhaft“ bedeuten oder differenzierter übermittelt werden (bezüglich der Kritikalität z. B. als „Hinweis“, „Warnung“, „Fehler“ oder bezüglich des Fehlertyp bei einer Rechtschreibkontrolle z. B. als „Rechtschreibung“, „Grammatik“ und „Ausdruck“).

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2

Hilfe und Support

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Synonyme: Handbuch, Dokumentation, Support, Help

Siehe auch: Beschreibung, Fehlermeldungen

Beispiele:

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
22BarrierefreiheitsfunktionenDie Hilfe muss alle Barrierefreiheitsfunktionen der Anwendung benennen und deren Verwendung erläutern.

Hinweis: In der Hilfe soll beschrieben werden, welche Barrierefreiheitsfunktionen vorhanden sind, welchem Zweck sie dienen, was sie bewirken und wie sie aktiviert werden können

MussEN 301 549:
12.1.1
23BarrierefreiheitsfunktionenDer Support muss die in der Hilfe dokumentierten Barrierefreiheitsfunktionen benennen und deren Verwendung erläutern können.MussEN 301 549:
12.2.2
24HilfedokumenteDie Hilfedokumente müssen in mindestens einem digitalen, barrierefreien Format angeboten werden.

Hinweis 1: Wird die Hilfe als barrierefreies Web-Dokument angeboten, müssen alle Anforderungen im Kapitel 9 der EN 301 549 berücksichtigt werden. Wird die Hilfe als barrierefreies Nicht-Web-Dokument angeboten, müssen alle Anforderungen im Kapitel 10 der EN 301 549 berücksichtigt werden.

Hinweis 2: Das gilt auch für Hilfedokumente, die nicht aus der Anwendung heraus aufgerufen werden können, sondern z. B. vom Support zur Verfügung gestellt werden.

MussEN 301 549:
12.1.2, 12.2.4
25SupportDer Support muss den Kommunikationsbedürfnissen von Menschen mit Behinderungen entweder direkt oder über eine Vermittlungsstelle Rechnung tragen.

Hinweis: So darf z. B. nicht nur ein Telefonsupport angeboten werden, weil dies für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen nicht zugänglich ist (2-Sinne-Prinzip).

MussEN 301 549:
12.2.3
26Verweis auf sensorische MerkmaleInformationen in der Hilfe, die sich auf die Anwendung beziehen, dürfen nicht ausschließlich auf sensorische Merkmale Bezug nehmen.

Hinweis: So soll z. B. ein Schalter der Anwendung nicht über sein Aussehen oder seine Position beschrieben werden, sondern über seine Beschriftung.

MussEN 301 549:
9.1.3.3,
10.1.3.3,
11.1.3.3
27FehlervermeidungEine kontextsensitive Hilfe soll angeboten werden.SollWCAG 2.1: 3.3.5 (AAA)
28KonsistenzWenn die Anwendung eine Hilfe oder einen Support besitzt, dann kann diese bzw. dieser in der gesamten Anwendung an der gleichen Position gefunden werden.

Hinweis: Wenn für die Anwendung mehrere Hilfe- oder Supportmöglichkeiten existieren, ist es ausreichend, wenn eine davon die Anforderung erfüllt.

SollWCAG 2.2

Bedienung

Tastaturbedienung Hilfe

AktionTasteKlassifizierung
Desktop: Aufrufen der HilfeF1Erforderlich
Aufruf der kontextspezifischen HilfeUMSCHALT+F1Empfohlen

Vergrößerung

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Synonyme: Skalierung, Schriftgrößenanpassung, Zoom

Siehe auch: Schrift, Text

Die folgenden Anforderungen sollen die Anpassung der Schriftgröße an die Nutzungspräferenzen ohne Assistenztechnologie gewährleisten.

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
29VergrößerungDer Text der Anwendung muss ohne Assistenztechnologie auf bis zu 200% vergrößert werden können. Die Vergrößerung darf nicht zu Inhalts- und Funktionsverlust führen.

Hinweis 1: Um das bei Desktop-Anwendungen zu erreichen, kann die Anwendung eine eigene Zoomfunktion anbieten oder die Schriftgrößenanpassung des Betriebssystems unterstützen (Einstellungen > System > Anzeige > Skalierung und Anordnung: Erweiterte Skalierungseinstellungen).

Hinweis 2: Für Web-Anwendungen soll die Zoom-Funktion des Browsers unterstützt werden.

Hinweis 3: Für bessere Wahrnehmbarkeit sollen auch Nicht-Text-Inhalte vergrößert werden können.

MussEN 301 549:
9.1.4.4, 11.1.4.4.1
30VergrößerungBei einer Bildschirmgröße von 320 px Breite und 256 px Höhe darf kein Inhalts- oder Funktionsverlust erfolgen. Es darf nur erforderlich sein, Inhalte entweder vertikal oder horizontal zu scrollen, nicht aber in beide Richtungen. Zweidimensionales Scrollen ist nur bei Elementen erlaubt, die notwendigerweise zweidimensional sind (wie Grafiken, Landkarten, Videos oder Tabellen).

Hinweis 1: Diese Anforderung soll sicherstellen, dass die Inhalte auf bis zu 400% vergrößert werden können.

Hinweis 2: Bei Verwendung von 400% Zoom müssen alle Inhalte entsprechend skaliert werden. Davon ausgenommen sind Inhalte, die bereits ausreichend groß sind, wie z. B. Überschriften. Diese müssen bis mindestens auf 200% vergrößert werden können.

Hinweis 3: Wenn sich Text innerhalb von zweidimensionalen Inhalten, wie z. B. Tabellen befindet, muss ein einzelner Textblock (z. B. in einer Tabellenzelle) ohne zweidimensionales Scrollen lesbar sein.

MussEN 301 549:
9.1.4.10, 11.1.4.10

Accessibility API

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Synonyme: Barrierefreiheits-Schnittstelle, Interoperabilität mit Assistenztechnologie, Kompatibilität mit Assistenztechnologie, Plattformunterstützung von Barrierefreiheitsdiensten für Assistenztechnologien, Programmierschnittstelle für Assistenztechnologien

Siehe auch: Elementstatus, Kontextänderungen, Kontrastanpassung

Assistenztechnologien, wie Screenreader, Bildschirmlupen, Windows-Kontrastanpassung oder Spracheingabe-Software, interagieren in der Regel nicht direkt mit der Software oder dem Browser, sondern mittels einer Schnittstelle für die Barrierefreiheit, die z. B. vom Betriebssystem zur Verfügung gestellt wird: die Accessibility API (Application Programming Interface). Die Software bzw. der Browser übermittelt alle relevanten Informationen in standardisierter Form an die Accessibility API und die Assistenztechnologie greift auf die in der Accessibility API zur Verfügung gestellten Informationen zu. Die Assistenztechnologie nutzt jedoch nur die Informationen aus der Accessibility API, die entsprechend den Bedürfnissen der Benutzenden relevant sind. Wenn Anwendungen mittels Assistenztechnologie bedient werden, erfolgt die Bedienung teilweise nicht direkt, sondern auch vermittelt über die Accessibility API.

Die bekanntesten Accessibility APIs unter Microsoft Windows sind:

Windows-Anwendungen sollen die aktuelle Accessibility API UIA verwenden.

Software, die nicht die Accessibility API des Betriebssystems nutzt, kann eigene Schnittstellen für die Übermittlung von Informationen an die Assistenztechnologie implementieren. So nutzen Java-Anwendungen die Java Accessibility API (JAAPI).

Die folgenden Informationen werden bspw. von der Software bzw. dem Browser an die Accessibility API übermittelt und bei Bedarf durch die Assistenztechnologie ausgelesen:

Hinweise:

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
31Desktop: AllgemeinAnwendungen müssen die vorhandenen Accessibility APIs des Betriebssystems verwenden, sofern damit die Anforderungen in dieser Tabelle erfüllt werden können. Wenn die Accessibility API nicht ausreichend ist, um die folgenden Anforderungen zu erfüllen, müssen andere Methoden verwendet werden.MussEN 301 549:
11.5.2.3
32SyntaxAnwendungen, die eine Auszeichnungssprache verwenden und bei denen die Accessibility API oder die Assistenztechnologien Zugriff auf die Auszeichnungssprache haben, müssen folgende Regeln bei der Auszeichnung einhalten:
  • Elemente besitzen vollständige Start- und End-Tags,

  • Elemente sind gemäß ihrer Spezifikation korrekt verschachtelt,

  • Elemente besitzen keine doppelten Attribute,

  • gleiche IDs werden nicht mehrfach verwendet.

Hinweis: Das gilt nicht, wenn die Auszeichnungssprache Abweichungen von diesen Regeln erlaubt.

MussEN 301 549:
9.4.1.1, 11.4.1.1.1
33RolleDie Rolle der Elemente muss an die Accessibility API übermittelt werden.

Hinweis: Die Rolle der Elemente darf nicht während der Bedienung geändert werden.

MussEN 301 549:
9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
34StatusDer Status der Elemente muss korrekt an die Accessibility API übermittelt werden (siehe auch Elementstatus und Status bzgl. der Bedienbarkeit).MussEN 301 549:
9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
35WertDer Wert der Elemente muss an die Accessibility API übermittelt werden. Bei Elementen mit einem definierten Wertebereich müssen darüber hinaus der Minimal- und Maximalwert an die Accessbility API übermittelt werden.MussEN 301 549:
9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7
36AusrichtungWenn die Ausrichtung des Elements Einfluss auf die Bedienung hat, muss die Ausrichtung an die Accessibility API übermittelt werden.

Hinweis: Horizontal ausgerichtete Elemente können z. B. mit den PFEIL RECHTS/LINKS bedient werden, vertikal ausgerichtete hingegen mit PFEIL AUF/AB.

MussEN 301 549:
9.4.1.2, 11.4.1.2
37NameName und Beschreibung der Elemente müssen als Accessible Name und Accessible Description an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549:
9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8
38Tastaturkürzel, SchnelltasteBesitzt das Element ein visuell sichtbares Tastaturkürzel oder eine visuell sichtbare Schnelltaste, so muss dies an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549:
9.1.3.1, 11.1.3.1
39Desktop: ElementhierarchieDie Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente müssen an die Accessibility API übermittelt werden.

Hinweis: Dies ermöglicht der Assistenztechnologie, u. a. folgende Informationen korrekt auszugeben:

  • Anzahl der Geschwisterelemente (z. B. der Listeneinträge in einer Auswahlliste),

  • Position des Elements innerhalb des übergeordneten Elements (z. B. eines Listeneintrags in einer Auswahlliste),

  • übergeordnete Gruppenbeschriftung (z. B. bei einer Radiobuttongruppe),

  • Ebene der Verschachtelung (z. B. bei Baumstrukturen).

MussEN 301 549:
11.5.2.9
40Web: ElementhierarchieDie Elemente müssen so ausgezeichnet werden, dass der Browser die Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente korrekt an die Accessibility API übermittelt kann.

Hinweis: Dies kann mit folgenden Methoden erreicht werden:

  • korrekte Verschachtelung der Elemente gemäß der HTML-Spezifikation,

  • korrekte Verschachtelung der ARIA-Rollen gemäß der ARIA-Spezifikation,

  • Verwendung von entsprechenden ARIA-Attributen (wie z. B. aria-owns).

MussEN 301 549:
9.1.3.1, 11.1.3.1
41Desktop: BedienungAlle Bedienmöglichkeiten des Elements müssen an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549:
11.5.2.11
42Web: BedienungDie Bedienmöglichkeiten des Elements müssen der verwendeten Rolle entsprechen.

Hinweis: Abweichende oder zusätzliche Bedienmöglichkeiten sollen in der Anwendung und Hilfe dokumentiert werden.

MussEN 301 549:
9.4.1.2
43BedienungAlle Bedienmöglichkeiten des Elements müssen mit Assistenztechnologie ausführbar sein.

Hinweis 1: Dies gilt z. B. für die Aktivierung von Elementen, Wert- und Statusänderungen sowie Positionsänderungen für Fokus und Textcursor.

Hinweis 2: Ausgenommen davon sind sicherheitsrelevante Anwendungen für Geheimdienste und Militär sowie Verschlüsselungs-Software im Dienst der nationalen Sicherheit.

MussEN 301 549:
9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.14, 11.5.2.16, 11.5.2.17
44AktualisierungWird eine Element-Eigenschaft, die an die Accessibility API übermittelt wurde, aktualisiert, so muss diese Aktualisierung ebenfalls an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549:
9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
45AktualisierungIn Anwendungen müssen Statusmeldungen so ausgezeichnet werden, dass sie von Assistenztechnologie ausgegeben werden, ohne dass sie den Fokus erhalten.MussEN 301 549:
9.4.1.3, 11.4.1.3.1
46Desktop: PositionDie räumliche Größe und Position der Elemente müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549:
11.5.2.5, 11.5.2.10
47PositionDas fokussierte Element, die Position des Textcursors sowie der gewählte Eintrag innerhalb eines Elements müssen an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549:
9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.13

Praxistipp Accessibility API bei Desktop-Anwendungen

Die Standardelemente der Plattformsoftware oder des verwendeten Frameworks übermitteln in der Regel automatisch die korrekten Informationen an die Accessibility API. Diese sollen somit bevorzugt verwendet werden.

Beispiel 1:

Abbildung: Informationen der Accessibility API und deren Nutzung durch den Screenreader JAWS

Werden benutzerdefinierte Elemente verwendet, so soll insbesondere auf Folgendes geachtet werden:

Wird ein benutzerdefiniertes Element implementiert, empfiehlt es sich häufig, ein verwandtes Standardelement zu verwenden und entsprechend anzupassen, weil dann die Grundfunktionalität des Standardelements genutzt werden kann.

Für die Übermittlung der Informationen sollen die entsprechenden Eigenschaften der Accessibility API verwendet werden. Wenn es für eine Information keine entsprechende Eigenschaft in der Accessibility API gibt oder das verwendete Framework diese Eigenschaft nicht unterstützt, muss die Information in Textform (d. h. als Teil des Accessible Names oder der Accessible Description) übermittelt werden.

Beispiel: Deaktivierte Elemente

Beispiel: Schalter mit Wert

Die Übermittlung von Informationen über die entsprechenden Eigenschaften der Accessibility API ist gegenüber der Übermittlung dieser Informationen in Textform (als Teil von Accessible Name oder Accessible Description) aus folgenden Gründen immer zu bevorzugen:

Dies ist alles nicht möglich, wenn die Information lediglich in Textform übermittelt wird.

Beispiel 2: In der folgenden Abbildung sind drei Schalter mit den Beschriftungen „Absenden“, „Prüfen“ und „Löschen“ zu sehen.

Abbildung: Drei Schalter, von denen zwei deaktiviert dargestellt werden.

In der folgenden Abbildung sind die selben Schalter aus der vorhergehenden Abbildung dargestellt, nun allerdings bei Verwendung der Windows-Kontrastanpassung (Kontrast Nr. 1).

Abbildung: Die drei Schalter aus der vorhergehenden Abbildung bei Verwendung der Windows-Kontrastanpassung.

In der folgenden Abbildung wird die akustische Screenreader-Ausgabe der drei Schalter aus der vorhergehenden Abbildung dargestellt (am Beispiel der Elementübersicht von JAWS).

Abbildung: Screenreader-Ausgabe der drei Schalter aus der vorhergehenden Abbildung.

In den drei folgenden Abbildungen wird die Ausgabe der drei Schalter aus den vorhergehenden Abbildungen auf der Braillezeile dargestellt (am Beispiel von JAWS).

Abbildung: Braille-Ausgabe der drei Schalter aus den vorhergehenden Abbildungen.

Authentifizierung

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Synonyme: Anmelden, Abmelden, Login, Logout

Siehe auch: Kontextänderungen, Zeitbegrenzungen, Kennwort-Eingabefeld

Die Authentifizierung umfasst die Vorgänge des Anmeldens und Abmeldens bei einer Anwendung oder innerhalb einer Anwendung. Die Anmeldung kann erforderlich sein, um eine Anwendung oder bestimmte Teile der Anwendung nutzen zu können.

Hinweis: Anforderungen an Bedienelemente zur Authentifizierung (z. B. Eingabefelder, Kennwort-Eingabefelder und Schalter) werden bei dem jeweiligen Element beschrieben.

Darstellung und Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
48CaptchaWenn bei der Authentifizierung ein Captcha verwendet wird, dann müssen für unterschiedliche Beeinträchtigungen jeweils passende Captchas mit mindestens zwei unterschiedlichen Sinnessystemen angeboten werden.

Hinweis 1: Für hörbeeinträchtigte Menschen kann ein visuelles Captcha und für blinde Menschen ein Audio-Captcha angeboten werden.

Hinweis 2: Auf Captchas, die von Nutzenden verlangen, eine Aufgabe zu lösen, soll soweit möglich verzichtet werden.

Hinweis 3: Sofern auf ein Captcha nicht verzichtet werden kann, soll zusätzlich ein von allen Sinnesmodalitäten unabhängiges Captcha (wie eine Wissensfrage oder Matheaufgabe) angeboten werden.

MussEN 301 549:
9.1.1.1, 11.1.1.1
49LogoutSofern in der Anwendung nach einer bestimmen Zeit ein automatisches Logout erfolgt, so muss diese Zeitbegrenzung
  • im Voraus abschaltbar sein oder

  • im Voraus anpassbar sein (mindestens auf die 10-fache Zeit verlängerbar) oder

  • mindestens 20 Sekunden vor Ablauf mit einer einfachen Aktion mindestens 10-mal verlängerbar sein.

Hinweis: Davon ausgenommen ist ein automatisches Logout, welches erst nach mindestens 20 Stunden erfolgt.
MussEN 301 549:
9.2.2.1, 11.2.2.1
50LogoutIn der Anwendung soll kein automatisches Logout erfolgen.SollWCAG 2.1: 2.2.3 (AAA)
51LogoutWenn ein automatisches Logout erfolgt, sollte nach einem erneuten Login die Arbeit ohne Datenverlust fortgesetzt werden können.SollWCAG 2.1: 2.2.5 (AAA)
52LogoutDie Benutzenden sollen vorab auf die Zeit hingewiesen werden, nach der ein automatisches Logout erfolgt, sofern das Logout zum Datenverlust führen kann.

Hinweis: Davon ausgenommen ist ein Logout nach mehr als 20 Stunden.

SollWCAG 2.1: 2.2.6 (AAA)
53LoginWenn beim Login eine bestimmte Form biometrischer Daten verlangt wird (z. B. Fingerabdruck, Gesichtserkennung), dann muss eine alternative Login-Methode zur Verfügung gestellt werden.

Hinweis: Die alternative Login-Methode kann ebenfalls auf biometrischen Daten beruhen, sofern dafür eine andere Form biometrischer Daten verwendet wird.

MussEN 301 549:
5.3
54LoginWenn das Login über die Bewegung des Geräts oder der Benutzenden erfolgt, dann muss eine alternative Login-Methode zur Verfügung gestellt werden.

Hinweis: Die Bewegung des Geräts oder der Benutzenden kann z. B. notwendig sein, um biometrische Daten einzugeben (z. B. Fingerabdruck, Gesichtserkennung).

MussEN 301 549:
9.2.5.4, 11.2.5.4
55LoginWenn beim Login Informationen (wie Username und Passwort) eingeben werden müssen, dann soll es eine Variante geben, bei der sich die Benutzenden diese Informationen nicht merken müssen.

Hinweis: Die Anwendung kann die Login-Daten speichern bzw. das Einfügen der Informationen aus der Zwischenablage oder durch einen Passwort-Manager erlauben.

SollWCAG 2.2: 3.3.7 (A)

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
56StatusWenn die verwendete Technologie den Eingabezweck von Formularfeldern identifizieren kann, dann muss der Zweck der Formularfelder für Daten der jeweiligen Benutzenden (wie z. B. Name, E-Mail-Adresse, Passwort) gemäß Input Purposes for User Interface Components - Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1 (w3.org) (Externer Link) ausgezeichnet werden.

Hinweis: Damit ist weder die Rolle (z. B. „Eingabefeld“) noch die konkrete Beschriftung (z. B. „Nutzername“) gemeint, sondern ein definierter Eingabezweck (z. B. „Vorname“, „Username“, „neues Passwort“ oder „aktuelles Passwort“).

MussEN 301 549: 9.1.3.5, 11.1.3.5.1

Animationen

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Synonyme: Blitzen, Blinken, Aktualisierungen, Flash

Siehe auch: Zeitbegrenzungen, Karussell, Video, Fortschrittsanzeige

Animationen sind:

Beispiele für automatische visuelle Veränderungen:

Beispiele für unerwartete visuelle Veränderungen bei Bedienung der Anwendung sind:

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
57StatusInhalte, die mehr als 3-mal in der Sekunde blitzen und einen bestimmen Grenzwert für Blitze überschreiten (siehe General flash and red flash thresholds - Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1 (w3.org) (Externer Link)), müssen vermieden werden.MussEN 301 549:
9.2.3.1, 11.2.3.1
58BlitzenInhalte, die mehr als 3-mal in der Sekunde blitzen, sollen vermieden werden.SollWCAG 2.1.: 2.3.2 (AAA)
59AnimationWenn die Anwendung Inhalte enthält, die sich automatisch bewegen, scrollen oder blinken, und wenn diese Animation länger als 5 Sekunden andauert sowie zusammen mit anderen Inhalten angezeigt wird, dann muss die Animation pausiert, gestoppt oder ausgeblendet werden können.

Hinweis: Es wird empfohlen, sich automatisch bewegende, scrollende oder blinkende Inhalte zu vermeiden.

MussEN 301 549: 9.2.2.2, 11.2.2.2
60AnimationWenn bei der Bedienung der Anwendung Bewegungsanimationen angezeigt werden, dann soll es einen Mechanismus geben, um diese zu deaktivieren.

Hinweis: Der Mechanismus zur Deaktivierung von Bewegungsanimationen kann in der Anwendung implementiert werden. Alternativ soll die Nutzungspräferenz im Betriebssystem (Systemsteuerung > Center für erleichterte Bedienung > Erkennen von Bildschirmobjekten erleichtern > Alle nicht erforderlichen Animationen deaktivieren) berücksichtigt werden.

MussEN 301 549: 9.2.2.2, 11.2.2.2
61AktualisierungWenn die Anwendung Inhalte enthält, die automatisch aktualisiert werden und zusammen mit anderen Inhalten angezeigt werden, dann muss die Aktualisierung pausiert bzw. gestoppt werden können oder es muss möglich sein, die Frequenz der Aktualisierung zu bestimmen bzw. den Bereich mit den automatisch aktualisierten Inhalten auszublenden.

Hinweis: Es wird empfohlen, sich automatisch aktualisierende Inhalte zu vermeiden.

MussEN 301 549: 9.2.2.2, 11.2.2.2

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
62AlternativtextWenn über die Animation Informationen übermittelt werden, dann müssen diese Informationen auch in Textform übermittelt werden.

Hinweis: Für Videos gelten zusätzliche Anforderungen.

MussEN 301 549:
9.1.1.1, 11.1.1.1
63Verweis auf sensorische MerkmaleInformationen, die dem Verständnis oder der Bedienung der Anwendung dienen, dürfen nicht ausschließlich auf die Animation der beschriebenen Elemente Bezug nehmen.MussEN 301 549:
9.1.1.3, 11.1.3.3

Online betrachten

Synonyme: Tab-Reihenfolge, Focus order

Siehe auch: Tastaturbedienung, Kontextänderungen, Zeitbegrenzungen

Die Navigationsreihenfolge bestimmt, in welcher Reihenfolge mit der Tastatur fokussierbare Elemente und Bereiche den Fokus erhalten. Typischerweise betrifft dies die folgenden Navigationsmethoden:

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
64NavigationsreihenfolgeDie Navigationsreihenfolge muss so erfolgen, dass die Inhalte in einer sinnvollen Reihenfolge wahrgenommen werden können und die Bedienelemente gemäß ihrer aufgabenangemessenen Abarbeitungsreihenfolge erreicht werden.

Hinweis: Dies wird z. B. erreicht, indem

  • beim Öffnen eines modalen Dialogs dieser den Fokus erhält,

  • beim Schließen eines modalen Dialogs der Fokus auf das auslösende Element zurückgesetzt wird,

  • die Schalter zum Absenden eines Formulars sich am Formularende befinden

MussEN 301 549: 11.2.4.3

65NavigationsreihenfolgeBei Elementen, die mit den Pfeiltasten bedient werden, muss bei Pfeiltastenbedienung die Navigation auf das Element beschränkt bleiben.

Hinweis: Das betrifft z. B. Radiobuttongruppen, Auswahllisten, Registerkarten, Menüs, Werkzeugleisten.

MussEN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3
66NavigationsreihenfolgeNach Seitenaktualisierungen, die einen Fokuswechsel erforderlich machen, muss der Fokus so gesetzt werden, dass die Arbeit schlüssig fortgesetzt werden kann.

Beispiel: Nach dem Löschen eines Elements soll der Fokus auf das vorhergehende oder folgende Element gesetzt werden.

MussEN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3
67NavigationsreihenfolgeBei modalen Dialogen muss die Navigation auf den Dialog beschränkt bleiben.

Hinweis: Die restliche Anwendung kann erst fokussiert und bedient werden, wenn der modale Dialog geschlossen wird.

MussEN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3
68NavigationsreihenfolgeDie Navigationsreihenfolge soll für die Arbeitsaufgabe angemessen sein.

Hinweis 1: Für deutschsprachige Anwendungen bedeutet dies meist, dass die Navigation der Lesereihenfolge entsprechen und von links oben nach rechts unten erfolgen soll.

Hinweis 2: Die Navigationsreihenfolge soll in beide Navigationsrichtungen (vorwärts und rückwärts) übereinstimmen.

Hinweis 3: Ggf. muss die visuelle Reihenfolge angepasst werden, um dies Anforderung zu erfüllen.

SollDIN EN ISO 9241-171: 9.3.18
69Web: Anzahl der NavigationsschritteInhaltsbereiche, die auf mehreren Seiten vorkommen, müssen übersprungen werden können (siehe Praxistipp Effiziente Tastaturnavigation).MussEN 301 549: 9.2.4.1
70KontextänderungBei der Tastaturnavigation darf kein Fokusverlust erfolgen.MussEN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1
71KontextänderungBei der Wertänderung von Formularelementen darf kein unerwarteter Fokusverlust erfolgen (siehe Kontextänderung).MussEN 301 549: 9.3.2.2, 11.3.2.2
72KontextänderungBei der Bedienung mit der Tastatur muss der Fokus korrekt gesetzt werden, wenn eine erwartete Kontextänderung erfolgt, die bedient werden muss. Alternativ muss die Kontextänderung nach der aktuellen Fokusposition den Tastaturfokus erhalten (siehe Kontextänderung).MussEN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3
73Web: KonsistenzNavigationselemente müssen innerhalb der Anwendung auf jeder Seite in der gleichen relativen Reihenfolge dargestellt werden und den Tastaturfokus erhalten (siehe Konsistenz).MussEN 301 549: 9.3.2.3
74Desktop: KonsistenzNavigationselemente sollen innerhalb der Anwendung auf jeder Maske in der gleichen relativen Reihenfolge dargestellt werden und den Tastaturfokus erhalten (siehe Konsistenz).SollWCAG 2.1: 3.2.3 (AA)

Die korrekte Navigationsreihenfolge sollte über die Reihenfolge der Elemente im Quellcode gesteuert werden. Das Attribut tabindex sollte nicht verwendet werden. Das Attribut autofocus sollte nur mit Bedacht verwendet werden, weil dadurch ggf. für sehbeeinträchtigte und blinde Menschen die Inhalte vor dem automatisch fokussierten Element schwer wahrnehmbar sind. Es gibt jedoch Anwendungsfälle, bei denen autofocus sinnvoll eingesetzt werden kann, z. B. auf einer Login-Seite, um das erste Eingabefeld zu fokussieren. Weitere Informationen: 6.6.3 The tabindex attribute - HTML Standard (whatwg.org), 6.6.7 The autofocus attribute - HTML Standard (whatwg.org)

Die korrekte Navigationsreihenfolge sollte über die Reihenfolge der Elemente im Quellcode gesteuert werden. Das Attribut tabindex=0 muss für Bedienelemente verwendet werden, die andernfalls nicht den Tastaturfokus erhalten würden. Elemente, die per JavaScript fokussierbar sein sollen, sich jedoch nicht automatisch im TAB-Kreislauf befinden, werden mit tabindex=-1 ausgezeichnet. Dies gilt z. B. für Schalter in Werkzeugleisten, Einträge in Auswahllisten oder Radiobuttons innerhalb einer Radiobuttongruppe. In diesen Fällen wird lediglich jeweils ein Schalter, ein Listeneintrag bzw. ein Radiobutton mit tabindex=0 ausgezeichnet und alle anderen mit tabindex=-1. Weitere Informationen: Developing a Keyboard Interface | APG | WAI | W3C

Enthält das aktuelle Fenster der Anwendung viele fokussierbare Elemente, können Nutzende, die auf Tastaturbenutzung angewiesen sind, nicht effizient durch das Fenster navigieren, da sie mit der TAB-Taste diese Elemente durchlaufen müssen. Um eine effiziente Navigation mit der Tastatur zu ermöglichen, wird empfohlen, eine oder mehrere der folgenden Methoden zu implementieren und in der Hilfe zu dokumentieren:

Kontextänderungen

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Synonyme: Aktualisierungen, change of context

Siehe auch: Animationen, Zeitbegrenzungen, Navigationsreihenfolge, Modaler Dialog

Kontextänderungen sind:

Bei Bedienung erwartete und erforderliche Kontextänderungen sind z. B.:

Beispiele für unerwartete Kontextänderungen, die vermieden oder angekündigt werden müssen:

Beispiele für unerwartete Kontextänderung, die vermieden oder angekündigt werden sollen:

Beispiele für unerwartete Kontextänderungen, die vermieden werden müssen:

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
75Tastaturbedienung, ZeigeinstrumentbedienungBei Fokussierung eines Elements darf keine Kontextänderung erfolgen.MussEN 301 549:
9.3.2.1, 11.3.2.1
76Tastaturbedienung, ZeigeinstrumentbedienungBei der Wertänderung eines Formularelements darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen.

Hinweis 1: Unerwartete Kontextänderungen sind Kontextänderungen, die nicht dem Standardverhalten des Elements entsprechen und nicht vorab angekündigt wurden.

Hinweis 2: Sofern unerwartete Kontextänderungen die Tastaturbedienung verhindern (z. B. durch einen Fokusverlust bei Bedienung), dann sind diese nicht zulässig, selbst wenn sie vorab angekündigt werden.

MussEN 301 549:
9.3.2.2, 11.3.2.2
77Tastaturbedienung, ZeigeinstrumentbedienungKontextänderungen sollen nur erfolgen, wenn die Benutzenden diese initiiert haben. Alternativ sollen die Benutzenden Kontextänderungen deaktivieren können.SollWCAG 2.1: 3.2.5 (AAA)
78AktualisierungenAutomatische Kontextänderungen, die nicht erst nach 20 Stunden erfolgen, müssen abschaltbar oder anpassbar sein (siehe Zeitbegrenzungen und Animationen).MussEN 301 549:
9.2.2.1, 11.2.2.1, 9.2.2.2, 11.2.2.2
79AktualisierungenAutomatische Kontextänderungen sollen vermieden werden oder deaktiviert werden können.

Hinweis: Ausgenommen sind Notfall-Meldungen.

SollWCAG 2.1:
2.2.3 (AAA),
2.2.4 (AAA)

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
80AktualisierungStatusmeldungen müssen so ausgezeichnet werden, dass sie von Assistenztechnologie ausgegeben werden, ohne dass sie den Fokus erhalten.MussEN 301 549:
9.4.1.3, 11.4.1.3.1

Zeitbegrenzungen

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Synonyme: Timeout, Time limit

Siehe auch: Animationen, Kontextänderungen, Authentifizierung, Karussell

Zeitbegrenzungen sind zeitliche Vorgaben, um Inhalte wahrzunehmen, Elemente zu bedienen oder Aufgaben abzuschließen. Zeitbegrenzungen können z. B. auftreten, wenn

Darstellung und Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
81TastaturbedienungDie Tastaturbedienung muss ohne zeitliche Vorgaben möglich sein.

Hinweis: Nicht zulässig ist z. B., dass

  • eine Taste eine bestimmte Zeit gedrückt werden muss, um die assoziierte Funktion auszulösen,

  • zwei Tasten mit einem bestimmten Abstand nacheinander gedrückt werden müssen.

MussEN 301 549:
9.2.1.1, 11.2.1.1.1
82AnpassbarkeitZeitbegrenzungen müssen
  • im Voraus abschaltbar sein oder

  • im Voraus anpassbar sein (mindestens auf die 10-fache Zeit verlängerbar) oder

  • mindestens 20 Sekunden vor Ablauf mit einer einfachen Aktion mindestens 10-mal verlängerbar sein.

Hinweis: Davon ausgenommen sind Zeitbegrenzungen,

  • die länger als 20 Stunden dauern oder

  • die notwendig sind (z. B. bei einer Prüfung oder bei Echtzeitereignissen, wie eine Auktion).

MussEN 301 549: 9.2.2.1, 11.2.2.1
83VermeidenZeitbegrenzungen sollen vermieden werden.

Hinweis: Davon ausgenommen sind z. B. Echtzeitereignisse und Videos.

SollWCAG 2.1: 2.2.3 (AAA)
84InformierenDie Benutzenden sollen vorab auf Zeitbegrenzungen, die zum Datenverlust führen können, hingewiesen werden.

Hinweis: Davon ausgenommen sind Zeitbegrenzungen, die länger als 20 Stunden dauern.

SollWCAG 2.1: 2.2.6 (AAA)

Elementübergreifende Anforderungen

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Inhaltsverzeichnis

Elementstatus

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Siehe auch: Status bzgl. der Bedienbarkeit, Fokusindikator

Viele Bedienelemente können einen Status besitzen, z. B.

Hinweis: Welcher Status bei welchem Bedienelement möglich ist, gibt die verwendete Programmiersprache vor.

Hinweis: Konkrete Empfehlungen zu spezifischen Statusänderungen bei einzelnen Elementen werden beim jeweiligen Element beschrieben.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
85KontrastWird der Statusunterschied visuell ausschließlich per Farbe vermittelt, muss das Kontrastverhältnis zwischen diesen Farben jeweils mindestens 3:1 betragen.

Hinweis 1: Der Statusunterschied kann alternativ z. B. wie folgt vermittelt werden:

  • unterschiedliche Rahmenform,

  • unterschiedlicher Schriftschnitt,

  • Icons.

Hinweis 2: Werden unterschiedliche Rahmen oder Icons zur Vermittlung des Statusunterschieds verwendet, so müssen diese zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.

MussEN 301 549:
9.1.4.1, 11.1.4.1, 9.1.4.11, 11.1.4.11
86KontrastUnabhängig vom Status muss ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 für Text und 3:1 für grafische Inhalte eingehalten werden.MussEN 301 549:
9.1.4.3, 11.1.4.3, 9.1.4.11, 11.1.4.11

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
87TastaturbedienungStatusänderungen, die mit einem Zeigeinstrument vorgenommen werden können, müssen auch mit der Tastatur vorgenommen werden können (siehe Tastaturbedienung).MussEN 301 549:
9.2.1.1, 11.2.1.1

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
88StatusDer Status des Bedienelements muss an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549:
9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.13
89StatusänderungDie Statusänderung muss über die Accessibility API möglich sein.MussEN 301 549:
9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.14, 11.5.2.16
90AktualisierungAktualisierungen hinsichtlich des Status müssen an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549:
9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
91KontrastanpassungDamit der Status der Elemente auch bei der Kontrastanpassung sichtbar ist, soll der Status nicht ausschließlich farblich übermittelt werden.SollEN 301 549: 11.7

Status bzgl. der Bedienbarkeit

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Synonyme: deaktiviert, inaktiv, nur lesend, nur Anzeige, Anzeigemodus, schreibgeschützt, disabled, read-only, display-only

Siehe auch: Elementstatus

Bedienelemente können bedienbar (Standard) oder deaktiviert sein. Formularfelder können darüber hinaus schreibgeschützt sein oder sich im Anzeigemodus befinden.

Hinweis: Welcher Status bei welchem Bedienelement möglich ist, gibt die verwendete Programmiersprache vor.

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
92KontrastWird der Statusunterschied visuell ausschließlich per Farbe vermittelt, muss zwischen den verschiedenen Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 eingehalten werden.MussEN 301 549:
9.1.4.1, 11.1.4.1
93KontrastUnabhängig vom Status muss ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 für Text und 3:1 für grafische Inhalte eingehalten werden.

Hinweis: Keine Kontrastanforderungen gelten für deaktivierte Elemente, sofern diese keine Informationen vermitteln.

MussEN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3, 9.1.4.11, 11.1.4.11

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
94TastaturbedienungIn Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen, müssen alle bedienbaren und schreibgeschützten Elemente sowie Elemente im Anzeigemodus den Tastaturfokus erhalten. Deaktivierte Elemente müssen den Fokus erhalten, sofern sie eine Information vermitteln.

Hinweis: Wenn die Anwendung viele deaktivierte Elemente oder Elemente im Anzeigemodus enthält, soll es einen Bedienmodus geben, bei dem nur bedienbare Elemente den Fokus erhalten, um unnötige Navigationsschritte für sehende Tastaturnutzende zu vermeiden.

MussEN 301 549:
9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.1.3.1, 11.1.3.1

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
95StatusDer Status des Bedienelements muss an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549:
9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
96AktualisierungAktualisierungen hinsichtlich des Status müssen an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549:
9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
97KontrastanpassungDamit der Status der Elemente auch bei der Kontrastanpassung sichtbar ist, sollen deaktivierte Elemente als disabled ausgezeichnet werden.
Schreibgeschützte Elemente sollen sich nicht nur farblich von bedienbaren Elementen unterscheiden, damit ihr Status bei der Kontrastanpassung zu erkennen ist. Elemente im Anzeigemodus sollen als Text ausgezeichnet werden.
SollEN 301 549: 11.7

Konsistenz

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Synonyme: Erwartungskonformität, consistency

Konsistente Gestaltung und Bedienung hilft den Benutzenden, die Anwendung zu verstehen und effizient zu bedienen. Konsistenz soll angestrebt werden:

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
98Web: Konsistente DarstellungBedienelemente und Inhalte mit der gleichen Funktion müssen innerhalb der Anwendung konsistent beschriftet und gestaltet werden.MussEN 301 549: 9.3.2.4
99Web: Konsistente DarstellungNavigationselemente müssen innerhalb der Anwendung auf jeder Seite in der gleichen relativen Reihenfolge dargestellt werden und den Tastaturfokus erhalten.

Hinweis 1: Gleiche relative Reihenfolge bedeutet, dass z. B. die Elemente A und B immer in der Reihenfolge „A B“ und nicht als „B A“ auf den Seiten vorkommen, wobei jedoch je nach Seite sich weitere Elemente zwischen A und B befinden dürfen (z. B. „A X B“ und „A Y B“).

Hinweis 2: Dies gilt nicht, wenn die Reihenfolge der Navigationselemente durch die Benutzenden geändert wurde.

MussEN 301 549: 9.3.2.3
100Desktop: Konsistente DarstellungBedienelemente und Inhalte mit der gleichen Funktion sollen innerhalb der Anwendung konsistent beschriftet und gestaltet werden.SollWCAG 2.1: 3.2.4 (AA)
101Desktop: Konsistente DarstellungNavigationselemente sollen innerhalb der Anwendung auf jeder Maske in der gleichen relativen Reihenfolge dargestellt werden und den Tastaturfokus erhalten.SollWCAG 2.1: 3.2.3 (AA)

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
102NameDie visuelle Beschriftung muss mit dem Accessible Name übereinstimmen oder in diesem enthalten sein.MussEN 301 549:
9.2.5.3, 11.2.5.3.1
103Web: NameBedienelemente mit der gleichen Funktion müssen innerhalb der Anwendung über den Accessible Name konsistent beschriftet werden.MussEN 301 549: 9.3.2.4
104Desktop: NameBedienelemente mit der gleichen Funktion sollen innerhalb der Anwendung über den Accessible Name konsistent beschriftet werden.SollWCAG 2.1: 3.2.4 (AA)

Tastaturkürzel und Schnelltasten

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Synonyme für Tastaturkürzel: Tastenkombination, Tastaturkombination, Tastaturbefehl, Tastaturäquivalente, Tastensequenz, Accesskey, Hotkey, Shortcut

Synonyme für Schnelltasten: Merkhilfe, Beschleunigungstaste, Abkürztasten, Mnemonic, Menu accelerator

Tastaturkürzel sind Tasten oder Tastenkombinationen, mit denen aus der Anwendung heraus effizient Funktionen aufgerufen oder Elemente fokussiert werden können. Die Tastaturkürzel können unabhängig von der aktuellen Fokusposition aufgerufen werden. Tastaturkürzel bestehen häufig aus einer Kombination eines druckbaren Zeichens (Buchstabe, Zahl, Sonderzeichen) mit einer oder mehrerer Modifikationstaste(n) (z. B. STRG oder ALT). Tastaturkürzel müssen eindeutig sein.

Schnelltasten sind Tasten, die nur innerhalb eines Elements zur effizienten Navigation genutzt werden können. Sie kommen meist in Menüs zum Einsatz. Als Schnelltaste wird in der Regel der erste Buchstabe des entsprechenden Elements (z. B. Menüeintrages) verwendet. Schnelltasten müssen nicht eindeutig sein: Besitzen z. B. innerhalb eines Menüs verschiedene Einträge die gleiche Schnelltaste, so können die Einträge durch Drücken der Taste nacheinander fokussiert werden. Schnelltasten werden ohne Modifikationstasten verwendet.

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
105DokumentationTastaturkürzel, die notwendig sind, um eine Tastaturfalle zu verlassen, müssen in der Anwendung so dokumentiert werden, dass sie vor oder beim Erreichen der Tastaturfalle wahrnehmbar sind.MussEN 301 549:
9.2.1.2, 11.2.1.2
106DokumentationTastaturkürzel, die notwendig sind, um die Anwendung zu bedienen, müssen in der Hilfe dokumentiert werden.MussEN 301 549:
12.1.1
107DokumentationAlle Tastaturkürzel und Schnelltasten sollen in der Anwendung dokumentiert werden.SollWCAG 2.1: 3.3.5 (AAA)

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
108TastaturkürzelWenn druckbare Zeichen als Tastaturkürzel ohne Modifikationstaste verwendet werden, muss es möglich sein,
  • die Tastaturkürzel zu deaktivieren oder

  • die Tastaturkürzel so festzulegen, dass sie mit Modifikationstasten verwendet werden.

MussEN 301 549:
9.2.1.4, 11.2.1.4.1
109TastaturkürzelTastaturkürzel sollen nicht als einziges Mittel zur Tastaturbedienung verwendet werden, sondern eine zusätzliche Methode darstellen.

Hinweis: d. h. alle Bedienelemente sollen mit TAB oder Pfeiltasten den Fokus erhalten.

SollDIN EN ISO 9241-171: 9.3.10

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
110DokumentationTastaturkürzel, die notwendig sind, um eine Tastaturfalle zu verlassen, müssen in der Anwendung so an die Accessibility API übermittelt werden, dass sie vor oder beim Erreichen der Tastaturfalle wahrnehmbar sind.MussEN 301 549:
9.2.1.2, 11.2.1.2
111DokumentationTastaturkürzel und Schnelltasten, die in der Anwendung visuell wahrnehmbar sind, müssen auch an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549:
9.1.3.1, 11.1.3.1

Praxistipp Tastaturkürzel und Schnelltasten

Plattformspezifische Tastaturkürzel

Die Tastaturkürzel der Plattform (z. B. des Betriebssystems Windows) sollten in der Anwendung nicht überschrieben oder deaktiviert werden. d. h. die Tastaturkürzel der Plattform sollten auch in der jeweiligen Anwendung funktionieren (z. B. STRG+X und STRG+V zum Ausschneiden und Einfügen von Text).

Tastaturkürzel der Assistenztechnologien

Die Assistenztechnologien verwenden viele Tastaturkürzel. Diese Tastaturkürzel sollten nicht in der Anwendung genutzt werden, weil andernfalls die Assistenztechnologie oder die Anwendung nicht mit diesen Tastaturkürzeln bedient werden kann.

So verwenden die Screenreader die EINF-Taste als Modifikationstaste für viele ihrer Tastaturkürzel. Die EINF-Taste sollte somit nicht als Modifikationstaste für die Tastaturkürzel der Anwendung genutzt werden.

Weil Assistenztechnologien darüber hinaus weitere Modifikationstasten und Tastaturkürzel ohne Modifikationstasten verwenden, sollte es möglich sein, die anwendungsspezifischen Tastaturkürzel neu zu definieren oder zu deaktivieren.

Konfiguration von Tastaturkürzeln

Unabhängig von den verwendeten Assistenztechnologien sind Tastaturkürzel wichtig für Menschen, die auf die Tastaturbedienung angewiesen sind. Deswegen sollte die Anwendung es ermöglichen, für alle Funktionen eigene Tastaturkürzel zu definieren, selbst wenn standardmäßig für diese keine Tastaturkürzel vorgesehen sind. Sofern eine solche Möglichkeit besteht, sollte in der Hilfe darauf hingewiesen werden.

Dokumentation der Tastaturkürzel und Schnelltasten

Die Tastaturkürzel sollten in der Anwendung explizit dokumentiert werden, d. h. in Textform beim jeweiligen Element (dauerhaft sichtbar oder in einem Tooltip), z. B. „Drucken (STRG+D)“.

Die Schnelltasten sollten in der Anwendung implizit dokumentiert werden, z. B. durch Unterstreichen des jeweiligen Buchstabens, z. B. „Drucken“.

Die Schnelltasten innerhalb von Auswahllisten und Ausklapplisten werden in der Regel nicht dokumentiert – dort fungiert der Anfangsbuchstabe des jeweiligen Listeneintrages als Schnelltaste.

In der Hilfe sollten die Tastaturkürzel wie folgt dokumentiert werden:

Zeigeinstrumentbedienung

Online betrachten

Synonyme: Mausbedienung, Touchbedienung, Stiftbedienung, Pointing device operation, Pointer operation,

Siehe auch: Tastaturbedienung

Die Zeigeinstrumentbedienung umfasst alle Bedienmodalitäten mit einem Zeigeinstrument, z. B.

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
112Web: KonsistenzBedienelemente gleicher Funktionalität müssen innerhalb der Anwendung konsistent gestaltet werden.MussEN 301 549: 9.3.2.4
113Desktop: KonsistenzBedienelemente gleicher Funktionalität sollen innerhalb der Anwendung konsistent gestaltet werden.SollWCAG 2.1: 3.2.4 (AA)

Bedienung

Aus Sicht der Barrierefreiheit existiert keine zwingende Anforderung, dass eine Anwendung mit einem Zeigeinstrument bedienbar sein muss. Erforderlich ist lediglich die Bedienung mit der Tastatur. Sofern jedoch eine Anwendung mit Zeigeinstrument bedient werden kann, sind bestimmte Anforderungen einzuhalten.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
114TastaturbedienungDie gesamte Anwendung muss über die Tastatur bedient werden können. d. h. alle Funktionen, die mit einem Zeigeinstrument aufgerufen werden können, müssen auch per Tastatur bedienbar sein.

Hinweis: Davon ausgenommen sind notwendig pfadgebundene Eingaben, wie z. B. eine Freihandmaske in einem Bildbearbeitungsprogramm.

MussEN 301 549:
9.2.1.1, 11.2.1.1
115BiometrieWenn bei der Bedienung biometrische Daten verlangt werden (z. B. Fingerabdruck, Gesichtserkennung), dann muss eine alternative Bedienmethode zur Verfügung gestellt werden.

Hinweis: Die alternative Methode kann ebenfalls auf biometrischen Daten beruhen, sofern dafür eine andere Form biometrischer Daten verwendet wird.

MussEN 301 549: 5.3
116KomplexitätKomplexe Zeigeinstrumentbedienung muss vermieden werden, außer
  • es wird eine nicht-komplexe Bedienalternative angeboten,

  • die komplexe Bedienung ist unverzichtbar,

  • die komplexe Bedienung dient der Steuerung der Assistenztechnologie.

Hinweise: Komplexe Zeigeinstrumentbedienung ist

  • Mehrpunktbedienung (z. B. Wischen mit mehreren Fingern),

  • pfadbasierte Bedienung (bei der nicht nur Anfangs- und Endpunkt der Zeigeinstrumentbedienung relevant sind, sondern mindestens ein Zwischenpunkt).

MussEN 301 549:
9.2.5.1, 11.2.5.1
117KomplexitätZiehende Zeigeinstrumentbedienung soll vermieden werden, außer
  • es wird eine nicht-komplexe Zeigeinstrumentbedienung ohne Ziehen angeboten,

  • die komplexe Bedienung ist unverzichtbar,

  • die komplexe Bedienung dient der Steuerung der Assistenztechnologie.

Hinweis 1: Dies gilt z. B. für Schieberegler und Drag- und Drop-Funktionen.

Hinweis 2: Eine alternative Tastaturbedienung für ziehende Zeigeinstrumentbedienung (z. B. per Tastaturkürzel) ist nicht ausreichend. Es soll eine alternative Zeigeinstrumentbedienung angeboten werden, die jedoch auch die Texteingabe beinhalten kann.

SollWCAG 2.2
118Eingeblendeter InhaltWenn beim Hovern mit einem Zeigeinstrument zusätzlicher Inhalt eingeblendet wird, muss dieser Inhalt wieder ausgeblendet werden können, ohne das Zeigeinstrument wegzubewegen, außer

Hinweis 1: Davon ausgenommen sind unveränderte Inhalte, deren Einblenden standardmäßig durch die Plattform-Software erfolgt, wie z. B. Standard-Tooltips der jeweiligen Programmiersprache.

Hinweis 2: Das Ausblenden des automatisch eingeblendeten Inhalts kann z. B. mit ESC oder Klick auf das auslösende Element erfolgen, sofern dabei keine weiteren Aktionen ausgelöst werden.

MussEN 301 549:
9.1.4.13, 11.1.4.13
119Eingeblendeter InhaltWenn beim Hovern mit einem Zeigeinstrument zusätzlicher Inhalt eingeblendet wird, muss dieser Inhalt so lange angezeigt werden, bis das Zeigeinstrument vom auslösenden Element bzw. dem eingeblendeten Inhalt wegbewegt wird, außer
  • der Inhalt wurde explizit geschlossen (z. B. mit ESC) oder

  • der Inhalt ist nicht mehr gültig (z. B. eine Fehlermeldung beim Eingabefeld nach Eingabe eines korrekten Werts).

Hinweis: Davon ausgenommen sind unveränderte Inhalte, deren Einblenden standardmäßig durch die Plattform-Software erfolgt, wie z. B. Standard-Tooltips der jeweiligen Programmiersprache.

MussEN 301 549:
9.1.4.13, 11.1.4.13
120Eingeblendeter InhaltWenn beim Hovern mit einem Zeigeinstrument zusätzlicher Inhalt eingeblendet wird, muss dieser Inhalt mit dem Zeigeinstrument überfahren werden können, d. h. der Inhalt darf nicht ausgeblendet werden, sobald sich das Zeigeinstrument nicht mehr über dem auslösenden Element befindet.

Hinweis 1: Davon ausgenommen sind unveränderte Inhalte, deren Einblenden standardmäßig durch die Plattform-Software erfolgt, wie z. B. Standard-Tooltips der jeweiligen Programmiersprache.

Hinweis 2: Um das Überfahren des eingeblendeten Inhalts zu ermöglichen, muss der Inhalt beim auslösenden Element angezeigt werden.

MussEN 301 549:
9.1.4.13, 11.1.4.13
121Abbruch der ZeigerbedienungBei der Zeigeinstrumentbedienung darf die Funktion des Bedienelements nicht beim Drücken (Down-Event), sondern erst beim Loslassen (Up-Event) ausgeführt werden, außer:
  • das Auslösen der Funktion beim Drücken der Taste ist unverzichtbar (z. B. bei einem elektronischen Klavier oder eine Tastaturemulation),

  • die Funktion beim Drücken wird beim Loslassen automatisch rückgängig gemacht oder

  • die Funktion ist Teil einer komplexeren Funktion, die abgebrochen werden kann (z. B. Aufnahme eines Drag & Drop-Objekt mit dem Drücken der Zeigeinstrument-Taste und Abschluss der Aktion erst mit dem Loslassen der Taste).

MussEN 301 549:
9.2.5.2, 11.2.5.2
122KlickbereichDer Klickbereich des Bedienelements soll mindestens 24 x 24 px betragen.

Hinweis 1: Davon ausgenommen sind:

  • Elemente, bei denen der Versatz der Klickbereiche mehr als 24 px beträgt,

  • Elemente, die sich innerhalb von Fließtext befinden (z. B. Links),

  • Elemente, deren Größe unverzichtbar ist.

Hinweis 2: Der Versatz der Klickbereiche ist der Abstand zwischen dem entferntesten Punkt des einen Elements zum nächstgelegenen Punkt des anderen Elements definiert. Der Versatz wird in beide Richtungen bestimmt und muss jeweils mindestens 24 px betragen.

SollWCAG 2.2
123KlickbereichDer Klickbereich des Bedienelements soll mindestens 44 x 44 px betragen.

Hinweis: Davon ausgenommen sind:

  • Elemente, deren Funktion über ein alternatives Element mit ausreichender Größe (44 x 44 px) aufgerufen werden kann,

  • Elemente, die sich innerhalb von Fließtext befinden (z. B. Links),

  • Elemente, deren Größe unverzichtbar ist.

SollWCAG 2.1: 2.5.5 (AAA)
124Verschiedene BedienmethodenDie Benutzenden sollen jederzeit und beliebig zwischen verschiedenen Bedienmethoden (z. B. Bedienung mit der Tastatur und Bedienung mit der Maus) wechseln können.SollWCAG 2.1: 2.5.6 (AAA)

Tastaturbedienung

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Synonyme: keyboard operation, keyboard interface

Siehe auch: Zeigeinstrumentbedienung, Fokusindikator, Navigationsreihenfolge

Alle Funktionen, die z. B. mit einem Zeigeinstrument, per Bewegungssteuerung oder per Spracheingabe aufrufbar sind, müssen auch mit der Tastatur aufrufbar sein, weil beeinträchtigte Benutzende ggf. kein Zeigeinstrument nutzen bzw. den Zeiger nicht sehen, die Bewegung nicht ausführen oder nicht sprechen können. Beeinträchtigte Benutzende können ggf. auch keine Tastatur nutzen, aber deren Assistenztechnologie simuliert die Tastatur und interagiert mit der Tastaturschnittstelle des Betriebssystems bzw. der Accessibility API.

Die Simulation eines Zeigeinstruments über die Tastatur (z. B. Tastaturmaus über den Ziffernblock) gilt in diesem Zusammenhang nicht als zulässige Bedienalternative zur Zeigeinstrumentbedienung.

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
125KontrastDie Kontrastanforderungen müssen auch bei der Tastaturbedienung, z. B. bei Erhalten des Fokus, eingehalten werden (siehe Farben und Kontraste).MussEN 301 549:
9.1.4.3, 11.1.4.3, 9.1.4.11, 11.1.4.11
126FokussichtbarkeitErhält ein Bedienelement den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549:
9.2.4.7, 11.2.4.7
127FokussichtbarkeitDer Fokusindikator muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549:
9.1.4.11, 11.1.4.11
128Web: KonsistenzBedienelemente gleicher Funktionalität müssen innerhalb der Anwendung konsistent gestaltet werden. (siehe Konsistenz)MussEN 301 549: 9.3.2.4
129Web: KonsistenzNavigationselemente müssen innerhalb der Anwendung auf jeder Seite in der gleichen relativen Reihenfolge dargestellt werden und den Tastaturfokus erhalten.MussEN 301 549: 9.3.2.3
130Desktop: KonsistenzBedienelemente gleicher Funktionalität sollen innerhalb der Anwendung konsistent gestaltet werden.SollWCAG 2.1: 3.2.4 (AA)
131Desktop: KonsistenzNavigationselemente, die sich auf mehreren Masken wiederholen, sollen immer in der gleichen Reihenfolge dargestellt werden und den Fokus erhalten.SollWCAG 2.1: 3.2.3 (AA)

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
132TastaturbedienungDie gesamte Anwendung muss über die Tastatur bedient werden können. Davon ausgenommen sind notwendig pfadgebundene Eingaben, wie z. B. eine Unterschrift oder eine Freihandmaske in einem Bildbearbeitungsprogramm.

Hinweis 1: Eine Anwendung ist über Tastatur bedienbar, wenn alle interaktiven Elemente mit der Tastatur sowohl erreicht als auch bedient werden können.

Hinweis 2: Erhalten Bedienelemente nicht den Tastaturfokus, dann muss eine alternative Tastaturbedienung für die entsprechenden Funktionen angeboten werden.

MussEN 301 549:
9.2.1.1, 11.2.1.1
133TastaturbedienungAuch pfadgebundene Eingaben sollen mit der Tastatur bedienbar sein.SollWCAG 2.1: 2.1.3 (AAA)
134KonsistenzDie Tastaturbedienung soll gemäß den bekannten Konventionen der Plattformsoftware möglich sein. Weicht die Tastaturbedienung von diesen Konventionen ab, sollen Benutzende darüber informiert werden.

Hinweis: Die Tastaturbedienung für einzelne Elemente ist in diesem Dokument jeweils im Abschnitt „Tastaturbedienung“ erläutert.

SollISO 9241-171:
9.3.15
135ZeitbegrenzungenDie Tastaturbedienung muss ohne zeitliche Vorgaben möglich sein.

Hinweis: So ist es z. B. nicht zulässig,

  • dass eine Taste eine bestimmte Zeitdauer gedrückt werden muss, um eine Aktion auszulösen.

  • dass innerhalb eines bestimmten Zeitraums zwei Tasten nacheinander gedrückt werden müssen, um eine Aktion auszulösen.

MussEN 301 549:
9.2.1.1, 11.2.1.1
136TastaturfalleDie Anwendung darf keine Tastaturfallen enthalten.

Hinweis: Eine Tastaturfalle besteht darin, dass ein Element der Seite mit der Tastatur erreicht, aber nicht wieder mit der Tastatur verlassen werden kann.
Das Verlassen des Elements muss entweder mit den Standard-Navigationstasten (wie z. B. Tabulatortaste, Pfeiltasten, ESC) möglich sein oder Benutzende müssen über die Tastaturkürzel, die das Verlassen ermöglichen, informiert werden.

MussEN 301 549:
9.2.1.2, 11.2.1.2
137TastaturkürzelTasturkürzel für druckbare Zeichen ohne Modifikationstaste dürfen nicht eingesetzt werden, außer:
  • die Tastaturkürzel können deaktiviert werden,

  • die verwendeten Tastaturkürzel können so neu festgelegt werden, dass keine druckbaren Zeichen verwendet werden müssen,

  • die Tastaturkürzel gelten nur, wenn sich der Tastaturfokus auf einem bestimmten Element befindet.

Hinweis: Modifikationstasten sind z. B. die Alt- und Strg-Taste. Druckbare Zeichen sind u. a. Klein- und Großbuchstaben, Zahlen, Satzzeichen, Sonderzeichen. U. a. die folgenden Tasten können ohne Modifikationstaste verwendet werden: ESC, Entf, Funktionstasten, Tabulatortaste, Eingabetaste, Leertaste, Pfeiltasten.

MussEN 301 549:
9.2.1.4, 11.2.1.4
138NavigationsreihenfolgeBei der Navigation mit der Tastatur muss die Navigationsreihenfolge aufgabenangemessen sein (siehe Navigationsreihenfolge).MussEN 301 549:
9.2.4.3, 11.2.4.3
139NavigationsreihenfolgeBei der Navigation mit der Tastatur soll die Fokusreihenfolge der Arbeitsaufgabe angemessen sein.SollEN 301 549:
9.2.4.3, 11.2.4.3
140BewegungssteuerungKann die Anwendung per Bewegung gesteuert werden, dann muss die Bewegungssteuerung deaktiviert werden können und eine Tastaturalternative für die Bewegungssteuerung vorhanden sein.

Hinweis 1: Bewegungssteuerung umfasst sowohl die Bewegung der Hardware als auch Bewegungen der Benutzenden, die z. B. per Kamera von der Software registriert werden.

Hinweis 2: Ausgenommen sind notwendige Bewegungssteuerungen wie bei einem Schrittzähler oder einem GPS-Gerät.

MussEN 301 549:
9.2.5.4, 11.2.5.4
141BiometrieWenn bei der Bedienung biometrische Daten verlangt werden (z. B. Fingerabdruck, Gesichtserkennung), dann muss eine alternative Bedienmethode zur Verfügung gestellt werden.

Hinweis: Die alternative Methode kann ebenfalls auf biometrischen Daten beruhen, sofern dafür eine andere Form biometrischer Daten verwendet wird.

MussEN 301 549: 5.3
142KontextänderungBei der Navigation mit der Tastatur darf keine Kontextänderung erfolgen.MussEN 301 549:
9.3.2.1, 11.3.2.1
143KontextänderungBei der Wertänderung von Formularelementen mit der Tastatur darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen.MussEN 301 549:
9.3.2.2, 11.3.2.2
144Eingeblendeter InhaltWenn bei Erhalten des Tastaturfokus zusätzlicher Inhalt eingeblendet wird, muss dieser mit der Tastatur wieder ausgeblendet werden können, ohne den Tastaturfokus wegzubewegen, außer

Hinweis 1: Davon ausgenommen sind unveränderte Inhalte, deren Einblenden standardmäßig durch die Plattform-Software erfolgt, wie z. B. Standard-Tooltips der jeweiligen Programmiersprache.

Hinweis 2: Das Ausblenden des automatisch eingeblendeten Inhalts kann z. B. mit ESC erfolgen.

MussEN 301 549:
9.1.4.13, 11.1.4.13
145Eingeblendeter InhaltWenn bei Fokuserhalt mit der Tastatur zusätzlicher Inhalt eingeblendet wird, muss dieser so lange angezeigt werden, bis der Tastaturfokus wegbewegt wird, außer
  • der Inhalt wurde explizit geschlossen (z. B. mit ESC) oder

  • der Inhalt ist nicht mehr gültig (z. B. eine Fehlermeldung beim Eingabefeld nach Eingabe eines korrekten Werts).

Hinweis: Davon ausgenommen sind unveränderte Inhalte, deren Einblenden standardmäßig durch die Plattform-Software erfolgt, wie z. B. Standard-Tooltips der jeweiligen Programmiersprache.

MussEN 301 549:
9.1.4.13, 11.1.4.13
146Verschiedene BedienmethodenBenutzende sollen jederzeit und beliebig zwischen verschiedenen Bedienmethoden (z. B. Bedienung mit der Tastatur und Bedienung mit der Maus) wechseln können.SollWCAG 2.1: 2.5.6 (AAA)
147Web: EffizienzInhaltsbereiche, die auf mehreren Seiten vorkommen, müssen mit der Tastatur übersprungen werden können (siehe Praxistipp Effiziente Tastaturnavigation).MussEN 301 549: 9.2.4.1
148EffizienzHäufig benötigte Funktionen sollen effizient mit der Tastatur aufgerufen werden können.

Hinweis: Um das zu erreichen, können z. B. Tastaturkürzel und Kontextmenüs implementiert werden. Die Tastaturkürzel sollen in der Anwendung und Hilfe dokumentiert werden.

SollDIN EN ISO 9241-171: 9.3.10

Tastaturbedienung (allgemeine Anforderungen)

Hinweis: Die Bedienung einzelner Elemente wird beim jeweiligen Element beschrieben.

Hinweis: Die Tastaturbedienung muss in der Regel nicht separat implementiert werden, weil die Plattformsoftware oder das verwendete Framework diese bereits zur Verfügung stellt. Es soll jedoch darauf geachtet werden, die Tastaturkürzel nicht für eigene Funktionen zu überschreiben.

AktionTasteKlassifizierung
Navigation zu einem interaktiven Element, Verlassen eines interaktiven ElementsTABErforderlich
Umkehr der NavigationsrichtungUMSCHALT + [Navigationstaste]

z. B. UMSCHALT+TAB oder UMSCHALT+F6
Erforderlich
Markieren, AuswählenUMSCHALT + [Navigationstaste]

z. B. UMSCHALT+PFEIL AB oder UMSCHALT+POS1
Erforderlich
Navigation innerhalb interaktiver Elemente (z. B. einer Tabelle, Baumstruktur, Auswahlliste, Radiobuttongruppe etc.)PfeiltastenErforderlich
Aktivierung interaktiver Elemente
  • EINGABE

  • LEER

Erforderlich
Öffnen des Kontextmenüs
  • KONTEXTMENÜ

  • UMSCHALT+F10

Erforderlich
Desktop: Systemmenü des AnwendungsfenstersALT+LEERErforderlich
Schnellnavigation zu Beginn und Ende
  • POS1

  • ENDE

Empfohlen
Schnellnavigation (Überspringen mehrerer Elemente)
  • BILD AUF

  • BILD AB

Empfohlen
Desktop: Fokussieren und Verlassen des Hauptmenüs
  • ALT

  • F10

Empfohlen
Desktop: Navigation zwischen Anwendungsbereichen
  • STRG+TAB

  • F6

Empfohlen
Schließen von eingeblendeten Inhalten (wie Tooltips, Pop-ups, Untermenüs)ESCEmpfohlen
Alles auswählenSTRG+AEmpfohlen
Kopieren der Auswahl in die ZwischenablageSTRG+CEmpfohlen
Ausschneiden der Auswahl in die ZwischenablageSTRG+XEmpfohlen
Einfügen der ZwischenablageSTRG+VEmpfohlen
Rückgängigmachen der letzten AktionSTRG+ZEmpfohlen
Wiederholen der letzten Aktion bzw. Wiederherstellen des RückgängigmachensSTRG+YEmpfohlen
Löschen von ElementenENTFEmpfohlen
Desktop: Aufruf der HilfeF1Empfohlen
Desktop: Aufruf der kontextsensitiven HilfeUMSCHALT+F1Empfohlen
Desktop: Schließen der AnwendungALT+F4Empfohlen

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
149Desktop: BedienungAlle Bedienmöglichkeiten des Elements müssen an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549:
11.5.2.11
150BedienungAlle Bedienmöglichkeiten des Elements müssen mit Assistenztechnologie ausführbar sein (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.14, 11.5.2.16, 11.5.2.17
151Tastenkürzel, SchnelltasteTastaturkürzel und Schnelltasten, die in der Anwendung visuell wahrnehmbar sind, müssen auch an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1
152PositionDas fokussierte Element, sowie der gewählte Eintrag innerhalb eines Elements müssen an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.13
153Desktop: PositionDie Position des Textcursors muss an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 11.5.2.13
154Desktop: PositionDie räumliche Größe und Position der Elemente müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549:
11.5.2.5, 11.5.2.10

Praxistipp Tastaturbedienung in Web- und Desktop-Anwendungen

Benutzerdefinierte Elemente

Die Standardelemente der Auszeichnungs- bzw. Programmiersprache oder des verwendeten Frameworks sind in der Regel vollständig tastaturbedienbar. Diese sollen somit bevorzugt verwendet werden.

Werden benutzerdefinierte Elemente verwendet, so soll bezüglich der Tastaturbedienbarkeit insbesondere auf Folgendes geachtet werden:

Wird ein benutzerdefiniertes Element implementiert, empfiehlt es sich häufig, ein verwandtes Standardelement zu verwenden und entsprechend anzupassen, weil dann die Grundfunktionalität des Standardelements genutzt werden kann.

Drag & Drop

Das Ziehen und Ablegen von Elementen (Drag & Drop) kann nur mit einem Zeigegerät ausgeführt werden. Es wird empfohlen, die Bedienalternative mit der Tastatur so zu gestalten, dass sie effizient und erwartungskonform genutzt werden kann. Mögliche Varianten sind u. a.

Häufig ist eine Kombination der Varianten sinnvoll (z. B. Schalter und Tastaturkürzel).

Da die Bedienalternative mit der Tastatur in der Regel nicht ersichtlich ist, sollte sie in der Anwendung und Hilfe beschrieben werden.

Nicht dauerhaft sichtbare Bedienelemente

Bedienelemente, die bei der Bedienung der Anwendung ein- und ausgeblendet werden, z. B.

sind mit der Tastatur in der Regel nicht zu bedienen.

Es wird empfohlen, Bedienelemente dauerhaft anzuzeigen und z. B. Bedienelemente in Tooltips zu vermeiden.

Alternativ muss eine Bedienalternative mit der Tastatur implementiert und in der Hilfe und Anwendung beschrieben werden. Darüber hinaus muss die Anwendung so gestaltet werden, dass mit Assistenztechnologie wahrnehmbar ist, wann nicht dauerhaft sichtbare Elemente eingeblendet werden. So müssen z. B. blinde Nutzende mit dem Screenreader erkennen können, dass ein Tooltip Bedienelemente enthält, damit sie die dokumentierte Bedienalternative mit der Tastatur nutzen können.

Nutzungspräferenzen

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Synonyme: Benutzereinstellungen, Individualisierung, individuelle Anpassung, Anpassung an Präferenzen, User preferences

Siehe auch: Farben und Kontraste, Schrift, Fokusindikator

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
155NutzungspräferenzenDie Anwendung muss die Plattformeinstellungen für Maßeinheiten, Farbe, Kontrast, Schriftart, Schriftgröße und Fokuszeiger (Maus- und Textcursor sowie Fokusindikator) einhalten, sofern sie nicht von den Benutzenden überschrieben wurden.

Hinweis 1: Davon ausgenommen sind Anwendungen, die von der Plattform isoliert sind und keinen Zugriff auf die Plattformeinstellungen haben.

Hinweis 2: Die Anwendung kann zusätzlich einen alternativen Modus anbieten, bei dem die Plattformeinstellungen nicht übernommen werden.

Hinweis 3: Bei Web-Anwendungen ist der Browser die Plattform, deren Einstellungen zu übernehmen sind. Der Browser kann wiederum Einstellungen vom Betriebssystem übernehmen.

MussEN 301 549:
11.7
156NutzungspräferenzenWenn die Benutzenden die Plattformeinstellungen für Farbe, Kontrast, Schriftart und Schriftgröße ändern, müssen alle Inhalte korrekt angezeigt werden und alle Funktionen bedient werden können.

Hinweis 1: Dies bedeutet z. B., dass nach Anpassung von Schriftart oder Schriftgröße die Textinhalte vollständig und ohne Überlagerung angezeigt werden.

Hinweis 2: Sofern die Benutzenden die Farben oder Kontraste angepasst haben und die gewählten Farben von der Anwendung korrekt übernommen wurden, ist die Anwendung nicht für die Einhaltung der Kontrastverhältnisse verantwortlich (siehe Praxistipp Kontrastanpassung).

MussEN 301 549: 11.7, 9.1.4.3, 11.1.4.3, 9.1.4.4, 11.1.4.4.1, 9.1.4.5, 11.1.4.5.1, 9.1.4.10, 11.1.4.10, 9.1.4.11, 11.1.4.11, 9.1.4.12, 11.1.4.12
157NutzungspräferenzenFür Textblöcke sollen die folgenden Einstellungen vorgenommen werden können:
  • Die Vorder- und Hintergrundfarbe kann an die Nutzungsbedürfnisse angepasst werden, ohne die sonstigen Farben der Anwendung anzupassen.

  • Die Länge einer Textzeile kann auf 80 Zeichen beschränkt werden.

  • Blocksatz kann deaktiviert werden.

  • Der Zeilenabstand kann auf 150% des Standard-Zeilenabstands vergrößert werden.

  • Der Absatzabstand kann auf das 1,5-fache des Zeilenabstands vergrößert werden.

SollWCAG 2.1: 1.4.8 (AAA)

Praxistipp Kontrastanpassung für Desktop-Anwendungen

Unter Windows können Benutzende die Darstellung der Farben an ihre Bedürfnisse anpassen (Einstellungen > Erleichterte Bedienung > Hoher Kontrast). Im Gegensatz zu anderen Betriebssystemen, die lediglich bestimmte Farbänderungen erlauben (wie Einfärben, Abdunkeln oder Invertieren der Farben), kann unter Windows die Vorder- und Hintergrundfarbe frei gewählt werden. Darüber hinaus können für verschiedene Elementtypen bzw. deren Status eigene Farben definiert werden.

Mit der Windows-Kontrastanpassung können die Farben für folgende Elemente und Zustände angepasst werden:

Damit die Windows-Kontrastanpassung in einer Anwendung korrekt funktioniert, muss Folgendes beachtet werden:

Beispiel 1: In den zwei folgenden Abbildungen sind in zwei Zeilen je zwei Textinhalte, zwei Schalter und zwei Links dargestellt – einmal in der Standarddarstellung (linke Abbildung) und einmal bei Verwendung der Windows-Kontrastanpassung (Kontrast Nr. 1).

Abbildung: Text, Schalter und Link in der Standarddarstellung (links) und bei Verwendung der Windows-Kontrastanpassung (rechts).

Beispiel 2: In den zwei folgenden Abbildungen sind ein bedienbarer Schalter („Absenden“) und zwei deaktivierte Schalter („Prüfen“ und „Löschen“) dargestellt – einmal in der Standarddarstellung (linke Abbildung) und einmal bei Verwendung der Windows-Kontrastanpassung (Kontrast Nr. 1).

Abbildung: Ein bedienbarer und zwei deaktivierte Schalter in der Standarddarstellung (links) und bei Verwendung der Windows-Kontrastanpassung (rechts).

Beispiel 3: In den zwei folgenden Abbildungen sind vier Schalter dargestellt, die mit einem schwarzen Icon beschriftet sind – einmal in der Standarddarstellung (linke Abbildung) und einmal bei Verwendung der Windows-Kontrastanpassung (Kontrast Nr. 1).

Abbildung: Vier Icon-Schalter in der Standarddarstellung (links) und bei Verwendung der Windows-Kontrastanpassung (rechts).

Farben und Kontraste

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Synonyme: Farbkodierung, colour, contrast

Siehe auch: Text, Schrift, Grafiken, Kontrastanpassung

Farben sind ein wichtiges visuelles Gestaltungsmittel. Sehbeeinträchtigte Menschen können jedoch Farben oder Farbunterschiede (Kontraste) möglicherweise nicht wahrnehmen.

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
158Kontrast von TextAlle Textinhalte müssen zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen.

Hinweis 1: Bei großer Schrift (ab 24 px bzw. ab 18,7 px bei fettem Schriftschnitt) ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 ausreichend.

Hinweis 2: Die Kontrastanforderungen gelten nicht für

  • deaktivierte Elemente, sofern sie keine Informationen übermitteln,

  • rein dekorative Textinhalte,

  • unsichtbare Textinhalte,

  • nebensächliche Textinhalte in Abbildungen, die nicht relevant zum Verständnis der Abbildung sind,

  • Logos und Markennamen, sofern sie nicht als Bedienelemente dienen.

Hinweis 3: Es wird empfohlen, für Text immer einen einfarbigen Hintergrund und keine Grafiken oder Farbverläufe zu verwerden.

MussEN 301 549: 11.1.4.3
159Kontrast von TextAlle Textinhalte sollen zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 7:1 aufweisen.

Hinweis: Bei großer Schrift (ab 24 px bzw. ab 18,7 px bei fettem Schriftschnitt) ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 ausreichend.

SollWCAG 2.1: 1.4.6 (AAA)
160Kontrast von GrafikenAlle grafischen Inhalte müssen ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Dies gilt für den Kontrast der Grafik zum Hintergrund sowie für die Kontraste innerhalb der Grafik (zwischen benachbarten Flächen), sofern diese für das Verständnis der Grafik relevant sind.

Hinweis 1: Die Kontrastanforderungen gelten nicht für

  • rein dekorative Grafiken,

  • Grafiken, deren Informationen auch in Textform vorhanden sind,

  • bestimmte Fotos (z. B. von Personen und Landschaften),

  • Screenshots,

  • Abbildungen, bei denen die verwendeten Farben vorgegeben sind wie z. B. bei Heatmaps und medizinischen Schautaufeln,

  • Logos und Flaggen, sofern sie nicht als einzige Beschriftung für Bedienelemente dienen.

Hinweis 2: Wenn innerhalb einer Grafik der Kontrast zwischen benachbarten Farben nicht ausreichend ist, kann zur visuellen Unterscheidung z. B.

  • eine Kontur eingefügt oder

  • der Bereich mit einer Schraffur versehen werden,

sofern Kontur bzw. Schraffur ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.

MussEN 301 549: 11.1.4.1, 11.1.4.11
161Kontrast von Informationen zu Status und TypAlle Informationen, die notwendig sind, um den Typ oder den Status eines Bedienelements zu erkennen, müssen zum Hintergrund bzw. zu benachbarten Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.

Hinweis 1: Dies bezieht sich z. B. auf den Rahmen von Formularfeldern, den Fokusindikator und auf ein grafisches Element zu Kennzeichnung einer gewählten Option (innerhalb einer Auswahlliste, einem Menü, einer Tabelle usw.)

Hinweis 2: Die Kontrastanforderungen gelten nicht für

  • deaktivierte Elemente, sofern sie keine Informationen übermitteln,

  • Standardelemente, deren Darstellung nicht verändert wurde.

MussEN 301 549: 11.1.4.11
162KontrastDie Kontrastverhältnisse müssen in jedem Status des Elements eingehalten werden, z. B. bei Fokuserhalt mit der Tastatur, beim Hovern mit einem Zeigeinstrument sowie bei Bedienung bzw. Aktivierung mit Tastatur oder Zeigeinstrument.

Hinweis: Bei Hover oder Bedienung mit einem Zeigeinstrument können aber müssen die Elemente ihr Aussehen (z. B. Text- oder Hintergrundfarbe) nicht ändern. Lediglich bei der Tastaturnavigation ist ein gut sichtbarer Fokusindikator erforderlich.

MussEN 301 549: 11.1.4.3, 11.1.4.11
163KantenglättungDa die Kantenglättung die Darstellung der definierten Farben beeinflusst, soll auf ausreichende Strichstärken bzw. Kontrastverhältnisse geachtet werden (siehe Praxistipp Kantenglättung)Soll
164FarbkodierungWenn über die Verwendung unterschiedlicher Farbe eine Information übermittelt wird, dann müssen alle Farben (jeweils untereinander) ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.

Hinweis: Dies gilt, wenn die Farben an sich keine Bedeutung besitzen, sondern nur der Farbunterschied.

MussEN 301 549: 11.1.4.1
165FarbkodierungWenn über die Verwendung einer bestimmten Farbe eine Information übermittelt wird, muss diese Information zusätzlich auf andere Weise übermittelt werden.

Hinweis: Dies gilt, wenn die Farbe an sich eine Bedeutung besitzt, wie „grün“ für korrekt und „rot“ für falsch oder „schwarz“ für positive Zahl und „rot“ für negative Zahl.

MussEN 301 549: 11.1.4.1
166FarbkodierungFarbkodierung soll vermieden werden.

Hinweis: Auch bei Einhaltung eines Kontrastverhältnisses von mindestens 3:1 ist die farbkodierte Information bei Verwendung der Windows-Kontrastanpassung ggf. nicht mehr sichtbar.

SollEN 301 549: 11.1.3.1
167NutzungspräferenzenFür Textblöcke sollen die Vorder- und Hintergrundfarbe an die Nutzungsbedürfnisse angepasst werden können, ohne die sonstigen Farben der Anwendung anzupassen.SollWCAG 2.1: 1.4.8 (AAA)

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
168FarbkodierungInformationen, die über Farbe oder Farbunterschiede vermittelt werden, müssen in Textform oder programmatisch an die Accessibility API übermittelt werden.

Hinweis: Farbinformationen können z. B. den Status eines Bedienelements darstellen (deaktiviert, fehlerhaft, ausgewählt, siehe Elementstatus und Status bzgl. der Bedienbarkeit) und programmatisch übermittelt werden.
Hingegen können die Farbinformationen in einem Diagramm in Textform (Diagrammdaten als Tabelle) übermittelt werden.

MussEN 301 549:
11.1.3.1, 11.1.4.1

Praxistipp Farbkodierung

Um EN 301 549: 9.1.4.1 bzw. 11.1.4.1 zu erfüllen, muss zwischen zwei verschiedenen Formen von Farbkodierung unterschieden werden:

Farbunterschied vermittelt eine Information

Beispiele:

Sofern die Farben an sich keine Bedeutung besitzen, sondern nur der Unterschied zwischen den Farben, ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 zwischen den Farben ausreichend.

Allerdings ist es empfehlenswert, ein weiteres visuelles Mittel (z. B. Icon, Schriftschnitt, Größe, Lage, Form, Rahmen, Unterstreichung, Text) zu verwenden, um die per Farbunterschied vermittelte Information abzubilden, z. B.

Hinweis: EN 301 549: 9.1.4.1 und 11.1.4.1 formuliert Anforderungen für sehbeeinträchtigte Menschen, welche die Anwendung ohne Assistenztechnologie verwenden. Zusätzliche Anforderungen gelten gemäß EN 301 549: 9.1.3.1 und 11.1.3.1.1 für Nutzende von Assistenztechnologie hinsichtlich von Farbkodierungen, z. B.

Farbe vermittelt eine Information

Beispiele:

In diesen Fällen vermittelt die Farbe an sich eine Information und nicht nur der Unterschied zwischen den Farben. Deswegen ist hier ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 zwischen den Farben nicht ausreichend. In jedem Fall muss ein weiteres visuelles Mittel verwendet werden, um die Information zu vermitteln, z. B.

Hinweis: EN 301 549: 11.1.4.1 formuliert Anforderungen für sehbeeinträchtigte Menschen, welche die Anwendung ohne Assistenztechnologie verwenden. Zusätzliche Anforderungen gelten gemäß EN 301 549: 11.1.3.1.1 für Nutzende von Assistenztechnologie hinsichtlich von Farbkodierungen (siehe oben).

Praxistipp Kantenglättung

Die WCAG geht bei den Kontrastanforderungen davon aus, dass die Kantenglättung deaktiviert wurde. Dies ist jedoch nicht realistisch, da die meisten Benutzenden mit aktiver Kantenglättung arbeiten. Durch die Kantenglättung können bei dünnen Strichstärken die tatsächlichen Kontraste deutlich unter den aus den Farbwerten errechneten Kontrasten liegen. Deswegen sollen entweder die Strichstärke oder die Farben so angepasst werden, dass das Kontrastverhältnis (von mindestens 4,5:1 für Text und 3:1 für grafische Inhalte) auch bei aktivierter Kantenglättung eingehalten werden kann. Da die Kantenglättung unterschiedlich konfiguriert sein kann, ist es nicht möglich, exakte Werte anzugeben. Folgende Richtwerte werden jedoch in den meisten Fällen dazu beitragen, dass die Kontrastverhältnisse eingehalten werden können:

Dabei soll beachtet werden, dass eine Strichstärke von 2 px bei Buchstaben erst ab einer bestimmten Schriftgröße erreicht wird, bei Arial z. B. ab 25 px und bei Times New Roman ab 75 px.

Beispiel: In den folgenden beiden Abbildungen sind drei Mal jeweils der Buchstabe „x“ und ein Schrägstrich („/“) dargestellt, jeweils in der Schriftart „Times New Roman“ und mit der Schriftgröße 16px. Der Kontrast der im CSS definierten grauen bzw. schwarzen Textfarbe zum weißen Hintergrund beträgt rein rechnerisch:

Damit werden für den gesamten Text die erforderlichen Mindestkontraste eingehalten. In der stark vergrößerten Darstellung ist jedoch zu erkennen, dass die errechneten Kontraste beim „x“ aufgrund der Kantenglättung nur teilweise beim dickeren Abstrich (diagonaler Strich von links oben nach rechts unten) und den horizontalen Serifen erreicht werden. Für den dünneren Aufstrich (diagonaler Strich von links unten nach rechts oben) liegt der Kontrast deutlich darunter, z. B. im unteren Bereich maximal bei:

Für den Schrägstrich werden die errechneten Kontraste an keiner Stelle erreicht.

Abbildung: Auswirkung der Kantenglättung auf die Kontraste am Beispiel von „x/“ in Normalgröße.
Abbildung: Auswirkung der Kantenglättung auf die Kontraste am Beispiel von „x/“ mit Vergrößerung.

Schrift

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Synonyme: Buchstaben, Zeichen, Zahlen, font

Siehe auch: Text, Kontrast, Beschriftung, Überschrift

Schrift dient der Darstellung von Textinformationen.

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
169NutzungspräferenzenDie Anwendung muss die Einstellungen hinsichtlich Schriftart, -größe und -farbe von der Plattformsoftware übernehmen bzw. einen Modus anbieten, in dem die Einstellungen übernommen werden.

Hinweis 1: Werden die Einstellungen der Plattformsoftware nicht automatisch übernommen, muss der entsprechende Modus in den Hinweisen zur Barrierefreiheit erläutert werden.

Hinweis 2: Die Anwendung kann zusätzlich einen Modus anbieten, bei dem die Benutzenden ihre Präferenzen für Schriftart, -größe und -farbe und ggf. weitere Schriftattribute direkt in der Anwendung auswählen können.

Hinweis 3: Die Anforderungen an Kontraste gelten nur, solange die Benutzenden die Farben nicht an ihre Bedürfnisse angepasst haben.

MussEN 301 549:
11.7 und 12.1.1

170NutzungspräferenzenFür Textblöcke sollen die folgenden Einstellungen vorgenommen werden können:
  • Die Vorder- und Hintergrundfarbe kann an die Nutzungsbedürfnisse angepasst werden, ohne die sonstigen Farben der Anwendung anzupassen.

  • Die Länge einer Textzeile kann auf 80 Zeichen beschränkt werden.

  • Blocksatz kann deaktiviert werden.

  • Der Zeilenabstand kann auf 150% des Standard-Zeilenabstands vergrößert werden.

  • Der Absatzabstand kann auf das 1,5-fache des Zeilenabstands vergrößert werden.

SollWCAG 2.1: 1.4.8 (AAA)
171KontrastAlle Textinhalte müssen zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen.

Hinweis: Bei großer Schrift (ab 24px bzw. ab 18,7px bei fettem Schriftschnitt) ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 ausreichend.

Siehe Farben und Kontraste.

MussEN 301 549:
9.1.4.3, 11.1.4.3
172FarbeWenn über die Verwendung unterschiedlicher Schriftfarben eine Information übermittelt wird, dann muss der Kontrastabstand zwischen den Farben jeweils mindestens 3:1 betragen (siehe Praxistipp Farbkodierung).

Hinweis: Dies gilt, wenn die Farben an sich keine Bedeutung besitzen, sondern nur der Farbunterschied.

MussEN 301 549:
9.1.4.1, 11.1.4.1
173FarbeWenn über die Verwendung einer bestimmten Schriftfarbe eine Information vermittelt wird, muss die Information zusätzlich auf andere Weise vermittelt werden (siehe Praxistipp Farbkodierung).

Hinweis: Dies gilt, wenn die Farbe an sich eine Bedeutung besitzt, wie „grün“ für korrekt und „rot“ für falsch oder „schwarz“ für positive Zahl und „rot“ für negative Zahl.

MussEN 301 549:
9.1.4.1, 11.1.4.1
174AbstandFalls Benutzende die Abstände zwischen den Zeilen, Absätzen, Buchstaben und Wörtern anpassen können, dürfen dabei keine Inhalte und Funktionen verloren gehen.

Hinweis: Dies gilt für folgende Abstände:

  • Zeilenabstand bis zu 1,5-mal der Schriftgröße,

  • Absatzabstand bis zu 2-mal der Schriftgröße,

  • Zeichenabstand bis zu 0,12-mal der Schriftgröße,

  • Wortabstand bis zu 0,16-mal der Schriftgröße.

MussEN 301 549:
9.1.4.12, 11.1.4.12
175AbstandDer Zeilenabstand von Fließtext soll 1,5-mal so groß sein wie die Schriftgröße.SollWCAG 2.1: 1.4.8 (AAA)
176AbstandDer Absatzabstand von Fließtext soll 1,5-mal so groß sein wie der Zeilenabstand, d. h. 2,25-mal so groß wie die Schriftgröße.SollWCAG 2.1: 1.4.8 (AAA)
177Verweis auf sensorische MerkmaleInformationen, die dem Verständnis oder der Bedienung der Anwendung dienen, dürfen nicht ausschließlich auf die Schriftformatierung der beschriebenen Elemente Bezug nehmen.MussEN 301 549:
9.1.3.3, 11.1.3.3
178ZeilenlängeEine Textzeile im Fließtext soll nicht länger als 80 Zeichen sein.SollWCAG 2.1: 1.4.8 (AAA)
179AusrichtungIm Fließtext soll Blocksatz vermieden werden.

Hinweis: Blocksatz ist die Ausrichtung des Texts am linken und rechten Rand.

SollWCAG 2.1: 1.4.8 (AAA)

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
180ZeichensatzFür die Codierung der Schriftzeichen muss ein Zeichensatz verwendet werden, dessen Zeichen von der Assistenztechnologie für die Sprachausgabe korrekt ausgegeben werden kann.

Hinweis: Derzeit sollen nur Buchstaben verwendet werden, die in der Anwendungssprache vorkommen, weil andere Buchstaben in der Regel nicht unterstützt werden.

MussEN 301 549:
9.1.3.1, 11.1.3.1
181SonderzeichenSonderzeichen dürfen nur verwendet werden, wenn diese von der Assistenztechnologie korrekt ausgegeben werden.

Hinweis: Dies gilt z. B. für Font-Icons und Ligaturen. Alternativ müssen diese Sonderzeichen so ausgezeichnet werden, dass sie von der Assistenztechnologie ignoriert werden. Die über die Zeichen vermittelten Informationen müssen dann in Textform oder programmatisch übermittelt werden (siehe Praxistipp Sonderzeichen).

MussEN 301 549:
9.1.1.1, 11.1.1.1, 9.1.3.1, 11.1.3.1
182SilbentrennungFür die Silbentrennung muss ein Zeichen verwendet werden, welches von der Assistenztechnologie nicht ausgegeben wird. Alternativ muss auf die Silbentrennung verzichtet werden.

Hinweis: Dies gilt nicht, wenn die Silbentrennung wahrnehmbar sein muss, z. B. in einem Wörterbuch, in dem die möglichen Silbentrennungen angegeben sind.

MussEN 301 549:
9.1.3.2, 11.1.3.2
183Leerzeichen, SatzzeichenDie Wortgrenze muss wahrnehmbar sein, z. B. durch Verwendung eines Leerzeichens, Bindestrich oder Satzzeichens.MussEN 301 549:
9.1.3.2, 11.1.3.2
184LeerzeichenEin Wort darf keine Leerzeichen oder Zeilenumbrüche enthalten.MussEN 301 549:
9.1.3.2, 11.1.3.2
185FormatierungWird Schriftformatierung zur Übermittlung von Informationen verwendet, dann muss diese Information auch in Textform oder programmatisch an die Accessibility API übermittelt werden.

Hinweis: Ein wichtiger Textabsatz, der fett markiert ist, kann z. B. zusätzlich mit „Achtung: “ eingeleitet werden oder eine separate Überschrift erhalten.

MussEN 301 549:
9.1.3.1, 11.1.3.1, 9.1.4.1, 11.1.4.1, 11.5.2.10

Praxistipp Sonderzeichen

Bei der Verwendung von Sonderzeichen sind hinsichtlich der Übermittlung der Zeichen an die Accessibility API verschiedene Anwendungsfälle zu unterscheiden:

Dekorative Sonderzeichen

Rein dekorative Sonderzeichen sind so auszeichnen, dass sie nicht an die Accessibility API übermittelt werden. Für sie gelten die gleichen Regeln wie für Layoutgrafiken.

Beispiele:

Zweckentfremdete inhaltstragende Sonderzeichen

Sonderzeichen, die nicht ihrer Bedeutung entsprechend verwendet werden, sind mit einem aussagekräftigen Alternativtext zu versehen. Für sie gelten die gleichen Regeln wie für Grafiken.

Beispiele:

Hinweis: Der Stern („*“) gilt bei Verwendung als Pflichtfeldkennzeichnung nicht als zweckentfremdet.

Zweckbezogene inhaltstragende Sonderzeichen

Sonderzeichen, die entsprechend ihrer Bedeutung verwendet werden, können verwendet werden, sofern das Zeichen durch Assistenztechnologie korrekt ausgegeben wird. Andernfalls soll es mit einem aussagekräftigen Alternativtext versehen werden.

Beispiele:

Abbildung: Das Wort „Gast“ mit einer Ligatur

Die zweckbezogenen Sonderzeichen sollten sparsam verwendet werden. Es wird empfohlen, ein Zeichen zu verwenden, welches von der Assistenztechnologie knapp ausgegeben wird.

Beispiele:

Abbildung: Satz mit Sonderzeichen wird vom Screenreader schwer verständlich ausgegeben

Praxistipp Schriftart und Textformatierung

Damit Texte gut lesbar sind, soll eine gut lesbare Schriftart und Textformatierung gewählt werden. Dabei soll Folgendes beachtet werden:

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.leserlich.info (Externer Link).

Fokusindikator

Online betrachten

Synonyme: Fokus, Fokusrahmen, Focus Indicator, Focus Appearance

Siehe auch: Tastaturbedienung, Textcursor

Der Fokusindikator zeigt an, welches Element derzeit den Tastaturfokus besitzt (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.37).

Der Fokusindikator wird üblicherweise durch einen Rahmen um das fokussierte Element angezeigt. Andere Fokusindikatoren wären ebenfalls zulässig, sofern sie die Anforderungen erfüllen, z. B.

In bestimmten Fällen können mehrere Fokusindikatoren angezeigt werden:

In einigen Fällen kann der Fokusindikator mit der Selektionsmarke (d. h. der Kennzeichnung der ausgewählten Option, siehe Elementstatus) identisch sein, wenn das fokussierte Element mit dem ausgewählten Element identisch ist:

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
186AllgemeinBei jedem Navigationsschritt muss der Fokusindikator sichtbar sein.MussEN 301 549:
9.2.4.7, 11.2.4.7
187KontrastDer Fokusindikator muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549:
11.1.4.11
188KontrastAuch im fokussierten Status müssen die Elemente ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 für Text und mindestens 3:1 für grafische Inhalte aufweisen.MussEN 301 549:
9.1.4.3, 11.1.4.3, 9.1.4.11, 11.1.4.11
189KonsistenzDer Fokusindikator soll dem fokussierten Element eindeutig zuordenbar sein.MussEN 301 549:
9.2.4.7, 11.2.4.7
190SichtbarkeitDas Element muss bei Erhalten des Fokus in den sichtbaren Bereich gescrollt werden, so dass sowohl das Element als auch dessen Fokusindikator sichtbar sind.

Hinweis: Dies gilt z. B. auch bei der Pfeiltastennavigation durch die Listeneinträge einer Auswahlliste.

MussEN 301 549:
11.2.4.7
191GrößeDie Fläche des Fokusindikators soll mindestens so groß sein wie
  • 1px mal Umfang des Elements oder

  • 4px mal Länge der kürzeren Seite.

SollWCAG 2.2

Bedienung

Tastaturbedienung Fokusindikator

Die Änderung des Fokusindikators zwischen den Elementen wird in den Abschnitten Tastaturbedienung und Navigationsreihenfolge beschrieben. Standardmäßig erfolgt die Navigation mit der TAB-Taste.

Die Änderung des Fokusindikators innerhalb eines Elements wird bei den jeweiligen Elementen beschrieben. Häufig erfolgt die Navigation innerhalb von Elementen mit den Pfeiltasten.

Zeigeinstrumentbedienung Fokusindikator

AktionTasteKlassifizierung
Fokus setzenLinksklickErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
192PositionDas fokussierte Element muss an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549:
9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.13, 11.5.2.15
193Desktop: PositionGröße und Position des fokussierten Elements müssen an die Accessibility API übermittelt werden.

Hinweis: Dies ist wichtig, damit z. B. Bildschirmlupen das fokussierte Element im sichtbaren Bereich anzeigen und eine Fokushervorhebung anzeigen können.

MussEN 301 549:
11.5.2.5, 11.5.2.13
194BedienungDer Fokus muss mit Assistenztechnologie gesetzt werden können (siehe Tastaturbedienung).MussEN 301 549:
9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.14, 11.5.2.16

Praxistipp Fokusindikator

Der Fokusindikator muss ausreichende Kontraste aufweisen und sollte gleichzeitig konsistent gestaltet werden. Bei Anwendungen mit unterschiedlichen Hintergrundfarben ist dies zu erreichen, indem ein zweifarbiger Rahmen (z. B. schwarz und weiß) verwendet wird, der vor jedem Hintergrund ausreichende Kontraste besitzt. Ein zweifarbiger Fokusindikator empfiehlt sich auch bei Bedienelementen auf Farbverläufen oder Grafiken.

Beispiel: Zwei Schalter auf einem Farbverlauf von weiß nach schwarz. Der obere Schalter ist aktuell fokussiert. Der Fokusindikator besteht aus einem schwarzen Rahmen (innen) und einen weißen Rahmen (außen) und ist somit unabhängig von der Hintergrundfarbe immer gut zu erkennen. Es handelt sich dabei um den Standard-Fokusrahmen von Google Chrome.

Abbildung: Zweifarbiger Fokusindikator

Textcursor

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Synonyme: Cursor

Siehe auch: Tastaturbedienung, Fokusindikator

Der Textcursor zeigt die Position in einem Eingabefeld an (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.8). Der Textcursor wird üblicherweise durch einen senkrechten Strich an der Stelle, an der Text eingegeben, bearbeitet oder gelöscht wird, angezeigt.

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
195NutzungspräferenzenDie Anwendung muss die Einstellung hinsichtlich des Textcursors von der Plattformsoftware übernehmen bzw. einen Modus anbieten, in dem diese Einstellung übernommen wird.

Hinweis: Wird die Einstellung der Plattformsoftware nicht automatisch übernommen, muss der entsprechende Modus in den Hinweisen zur Barrierefreiheit erläutert werden.

MussEN 301 549:
11.7, 12.1.1

Bedienung

Tastaturbedienung Textcursor

Die Änderung des Fokusindikators zwischen den Elementen wird bei den Elementen Eingabefeld und Mehrzeiliges Eingabefeld beschrieben. Standardmäßig erfolgt die Navigation innerhalb von Eingabefeldern mit den Pfeiltasten.

Zeigeinstrumentbedienung Textcursor

AktionTasteKlassifizierung
Fokus setzenLinksklickErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
196Desktop: PositionDie Position des Textcursors muss an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549:
11.5.2.13
197Desktop: BedienungDer Textcursor muss mit Assistenztechnologie gesetzt werden können (siehe Tastaturbedienung).MussEN 301 549:
11.5.2.14

Pflichtfeldkennzeichnung

Online betrachten

Synonyme: Erforderliche Formularfelder, Pflichteingabe, Required

Siehe auch: Fehlermeldung, Beschriftung, Elementstatus

Eine Pflichtfeldkennzeichnung ist ein visueller Indikator für Formularfelder, die ausgefüllt werden müssen. So kann z. B. mit einem Stern (*) beim Formularfeld darauf hingewiesen werden, dass ein Feld ausgefüllt werden muss.

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
198DarstellungPflichtfelder müssen visuell wahrnehmbar sein.

Hinweis 1: Anstelle der Pflichtfelder können auch die optionalen Felder gekennzeichnet werden.

Hinweis 2: Wenn aus dem Kontext die Pflichtfelder auch ohne Kennzeichnung erkennbar sind (z. B. auf einer Loginseite mit zwei Eingabefeldern für Username und Passwort), dann kann die Pflichtfeldkennzeichnung unterbleiben.

Hinweis 3: Pflichtfelder sollen in der Anwendung konsistent gekennzeichnet sein.

Hinweis 4: Bei Gruppen von Radiobuttons und Checkboxen soll die Pflichtfeldkennzeichnung bei der Beschriftung der Gruppe stehen, sofern ein beliebiges Element der Gruppe ausgewählt werden muss.

MussEN 301 549:
9.3.3.2, 11.3.3.2
199KontrastEine Pflichtfeldkennzeichnung in grafischer Form muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Eine Pflichtfeldkennzeichnung in Textform muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen.MussEN 301 549:
9.1.4.3, 11.1.4.3, 9.1.4.11, 11.1.4.11
200FarbePflichtfelder dürfen nicht ausschließlich über Farbe (z. B. eine abweichende Rahmenfarbe) gekennzeichnet sein.

Hinweis: Farbe kann als zusätzliches Mittel der Pflichtfeldkennzeichnung verwendet werden.

MussEN 301 549:
9.1.4.1, 11.1.4.1

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
201StatusDer Status Pflichtfeld muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).

Hinweis 1: Die programmatische Pflichtfeldkennzeichnung soll über ein dafür vorgesehenes Attribut der Programmiersprache oder über den textlichen Zusatz im Accessible Name des Formularfeldes (z. B. den Stern) erfolgen. Die redundante programmatische Auszeichnung der Pflichtfelder per Attribut und Zusatz im Accessible Name Beschriftung soll vermieden werden.

Hinweis 2: Ist das Ausfüllen einer Formularfeldgruppe als verpflichtend gekennzeichnet, ohne dass jedes Feld der Gruppe ausgefüllt werden muss, soll die programmatische Pflichtfeldkennzeichnung nur bei der Gruppe und nicht bei jedem Feld erfolgen. In diesem Fall ist darauf zu achten, dass die Pflichtfeldkennzeichnung der Gruppe korrekt an die Accessibility API übermittelt.

MussEN 301 549:
9.1.3.1, 11.1.3.1, 9.3.3.2, 11.3.3.2, 9.4.1.2, 11.4.1.2

Praxistipp Pflichtfeldkennzeichnung

Pflichtfelder können mit einem entsprechenden textlichen Zusatz, wie z. B. „Pflichtfeld“ oder „erforderlich“ gekennzeichnet werden. Wenn die Mehrzahl der Felder Pflichtfelder sind, können alternativ auch die Felder, die nicht ausgefüllt werden müssen, gekennzeichnet werden, z. B. mit „optional“.

Die Pflichtfelder können auch mit einem Symbol gekennzeichnet werden. Etabliert hat sich dafür der Stern („*“), bei dem zumindest bei Fachanwendungen davon ausgegangen werden kann, dass er allen Nutzenden bekannt ist. Wird ein anderes Zeichen verwendet, so sollte dessen Bedeutung am Formularbeginn erläutert werden.

Praxistipp programmatische Kennzeichnung von Pflichtfeldern in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe

Hinweis: Ein nicht-ausgefülltes Pflichtfeld, welches mit required ausgezeichnet wurde, befindet sich aufgrund der HTML-Spezifikation im Status fehlerhaft und wird deshalb von den Screenreadern als „ungültiger Eintrag“ bzw. „ungültig“ ausgegeben. Das Problem tritt bei Verwendung von aria-required nicht auf.

HTML

Pflichtfelder können mit dem required-Attribut ausgezeichnet werden.

Deshalb sollte bei Verwendung von required Folgendes beachtet werden:

Hinweis: Im Praxistipp zu Radiobuttons und Checkboxen sind Besonderheiten bezüglich deren Auszeichnung als Pflichtfelder erläutert.

Weitere Informationen 4.10.5.3.4 The required attribute - HTML Standard (whatwg.org)

ARIA

Pflichtfelder können mit dem Attribut aria-required=true ausgezeichnet werden.

Weitere Informationen: aria-required property - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link)

Textelemente

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Inhaltsverzeichnis

Überschrift

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Synonyme: Abschnittsüberschrift, Hauptüberschrift, Heading

Siehe auch: Schrift, Text, Beschriftung, Titel, Gruppe

Überschriften dienen der Gliederung von Textabschnitten. Sie beschreiben den Inhalt des jeweiligen Textabschnitts.

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
202KontrastÜberschriften müssen ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 bzw. 3:1 aufweisen.

Hinweis: Ab einer Schriftgröße von 24 px (bzw. 18,5 px bei fettem Schriftschnitt) ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 ausreichend.

MussEN 301 549:
9.1.4.3, 11.1.4.3
204BeschriftungDie Überschrift muss aussagekräftig sein.

Hinweis: Um das zu erreichen, soll die Überschrift den folgenden Abschnitt knapp und eindeutig beschreiben.

MussEN 301 549:
9.2.4.6, 11.2.4.6
205BeschriftungFür die Überschrift darf keine Schriftgrafik verwendet werden, außer deren Textinhalt ist an Nutzungsbedürfnisse anpassbar (Schriftart, Schriftgröße, Schriftfarbe, Hintergrundfarbe).MussEN 301 549:
9.1.4.5, 11.1.4.5.1
206GliederungTextabschnitte sollen mit Überschriften gegliedert werden.SollWCAG 2.1: 2.4.10 (AAA)
207HierarchieDie Hierarchie der Überschriften muss der logischen Gliederung der Seite entsprechen.

Hinweis: In der Regel sollte die Seite eine Hauptüberschrift mit der höchsten Hierarchie besitzen. Abschnittsüberschriften sollten hierarchisch korrekt gegliedert werden; dabei sollte keine Hierarchie-Ebene übersprungen werden.

MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1.1
208FokussichtbarkeitErhält die Überschrift den Fokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549:
9.2.4.7, 11.2.4.7

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
209TastaturbedienungIn Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen, muss die Überschrift mit Tastatur erreicht und verlassen werden können (siehe Tabelle Tastaturbedienung).

Hinweis: Wenn die Anwendung viele Überschriften enthält, die den Tastaturfokus erhalten, soll es einen Bedienmodus geben, bei dem nur interaktive Elemente den Fokus erhalten, um unnötige Navigationsschritte für sehende Tastaturnutzende zu vermeiden.

MussEN 301 549:
9.1.1.1, 11.1.1.1

Tastaturbedienung Überschrift (in einer Anwendung ohne virtuellen Cursor)

AktionTasteKlassifizierung
Überschrift fokussierenTABErforderlich
Überschrift verlassenTABErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
210RolleDie Rolle „Überschrift“ und deren Hierarchie-Ebene müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549:
9.1.3.1, 11.1.3.1, 11.5.2.5
211HierarchieDie Hierarchie der Überschriften muss der logischen Gliederung der Seite entsprechen.

Hinweis: Dabei sollte die maximale Zahl der Hierarchie-Ebenen beachtet werden (Desktop-Anwendungen: in der Regel 9, Web-Anwendungen: 6).

MussEN 301 549:
9.1.3.1, 11.1.3.1
212Desktop: PositionGröße und Position der Überschrift müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549:
11.5.2.5, 11.5.2.13

Praxistipp Überschriften in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe

HTML

Überschriften werden mit den HTML-Elementen <h1>, <h2>, <h3>, <h4>, <h5> und <h6> ausgezeichnet. Dabei sollte Folgendes beachtet werden:

Überschriften können innerhalb des <hgroup>-Elements zusammen mit Absätzen (<p>-Element) gruppiert werden, um z. B. einen Untertitel oder eine alternative Überschrift anzugeben. Mit keinem der Screenreader für Windows ist diese Gruppierung wahrnehmbar, d. h. der Inhalt des <p>-Elements wird als normaler Text ausgegeben, weil das <hgroup>-Element gemäß den „HTML Accessibility API Mappings“ keine Semantik besitzt.

Weitere Informationen: 4.3.6 The h1, h2, h3, h4, h5, and h6 elements - HTML Standard (whatwg.org) , 4.3.11 Headings and outlines - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link), Headings | Web Accessibility Initiative (WAI) | W3C

ARIA

Wird die Überschrift nicht mit den HTML-Elementen umgesetzt, sollte u. a. Folgendes beachtet werden:

Weitere Informationen: heading role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link)

Beschriftung

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Synonyme: Bezeichnung, Formularfeldbeschriftung, Label, Name, Accessible Name

Siehe auch: Schrift, Text, Grafik, Formular, Gruppe, Beschreibung, Fehlermeldung, Pflichtfeldkennzeichnung

Beschriftungen dienen der Identifikation von Bedienelementen (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.21).

Eine Beschriftung besteht aus einem kurzen, beschreibenden Text oder einer aussagekräftigen Grafik bzw. aus einer Kombination von Text und Grafik. Die Beschriftung kann sich innerhalb des Elements oder neben dem Element befinden, welches beschriftet wird.

Abbildung: Beschriftung vor einem Eingabefeld
Abbildung: Rechts neben Checkboxen angeordnete Beschriftungen und eine Gruppenbeschriftung

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
213KontrastTextbeschriftungen müssen zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen.

Hinweis 1: Bei großer Schrift (ab 24 px bzw. ab 18,7 px bei fettem Schriftschnitt) ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 ausreichend.

Hinweis 2: Die Kontrastanforderungen gelten auch bei Erhalten des Tasturfokus (Tastaturfokusindikator) oder beim Hovern mit einem Zeigeinstrument.

MussEN 301 549:
9.1.4.3, 11.1.4.3
214KontrastTextbeschriftungen sollen zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 7:1 aufweisen.

Hinweis: Bei großer Schrift (ab 24 px bzw. ab 18,7 px bei fettem Schriftschnitt) ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 ausreichend.

SollWCAG 2.1: 1.4.6 (AAA)
215KontrastGrafische Beschriftungen müssen ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Dies gilt für den Kontrast zum Hintergrund sowie für alle inhaltstragenden Bereiche innerhalb der Grafik. Dies gilt auch, wenn das Formularfeld den Fokus besitzt sowie beim Hovern mit einem Zeigeinstrument.

Hinweis: Das gilt nicht für Layoutgrafiken, d. h. wenn zusätzlich zur Grafik eine äquivalente Textbeschriftung vorhanden

MussEN 301 549:
9.1.4.11, 11.1.4.11
216FarbkodierungWird über die Farbe der Beschriftung eine Information vermittelt (z. B. Formularfeld ist ein Pflichtfeld oder fehlerhaft ausgefüllt), so muss diese Information auch auf andere Weise vermittelt werden, z. B. in Textform.MussEN 301 549:
9.1.4.1, 11.1.4.1, 9.3.3.1, 11.3.3.1
217VergrößerungDie Beschriftung muss bis auf 200% skaliert werden können. Bei der Skalierung muss die Beschriftung vollständig sichtbar bleiben und darf nicht andere Seitenbereiche verdecken oder von diesen verdeckt werden.MussEN 301 549:
9.1.4.4, 11.1.4.4.1
218VergrößerungDie Beschriftung muss bei 320px Bildschirmbreite vollständig und ohne horizontales Scrollen angezeigt werden.MussEN 301 549:
9.1.4.10, 11.1.4.10
219GrafikDie Beschriftung darf keine (Schriftgrafiken) enthalten, außer diese sind an die Nutzungsbedürfnisse anpassbar (Schriftart, Schriftgröße, Schriftfarbe, Hintergrundfarbe).MussEN 301 549:
9.1.4.5, 11.1.4.5.1
220GrafikDie Beschriftung soll keine Schriftgrafiken enthalten.SollWCAG 2.1: 1.4.9 (AAA)
221VerständlichkeitDie Beschriftung muss aussagekräftig sein (siehe Praxistipp Sonderzeichen).

Hinweis 1: Um das zu erreichen, soll die Beschriftung knapp und eindeutig sein.

Hinweis 2: Zusätzlich zur knappen Beschriftung können ausführlichere Beschreibungen eingesetzt werden.

Hinweis 3: Besitzt ein Element ausschließlich eine grafische Beschriftung, soll ein Tooltip mit der Textalternative implementiert werden.

MussEN 301 549:
9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.3.3.2, 11.3.3.2
222VerständlichkeitAbkürzungen in Beschriftungen sollen vermieden werden. Alternativ soll ein Mechanismus verfügbar sein, um die nicht abgekürzte Form bzw. die Bedeutung der Abkürzung anzeigen zu lassen.SollWCAG 2.1: 3.1.4 (AAA)
223VerständlichkeitDie Beschriftungen sollen in der Anwendungssprache erfolgen.SollWCAG 2.1: 3.1.3 (AAA), 3.1.5 (AAA)
224KontextBei jedem Formularfeld muss eine visuelle Beschriftung vorhanden sein. Alternativ muss sich der Zweck des Formularfeldes eindeutig aus dem Kontext ergeben (z. B. unbeschriftetes Suchfeld mit Schalter „Suche“; unbeschriftete Formularfelder in einer Tabelle mit aussagekräftigen Spalten- und Zeilenüberschriften).MussEN 301 549:
9.3.3.2, 11.3.3.2
225PositionDie Formularfeldbeschriftung soll sich außer bei Radiobuttons und Checkboxen links oder oberhalb vom Formularfeld befinden.

Hinweis: Die Beschriftung kann das Formularfeld in Ausnahmefällen auch umschließen (z. B. „Erinnerung in [Eingabefeld] Tagen“). Empfohlen wird jedoch, die Beschriftung so zu formulieren, dass sie sich ausschließlich vor dem Formularfeld befinden kann.

SollDIN EN ISO 9241-143: 5.3.4, 5.3.8
DIN EN ISO 9241-125: 5.1.14
226PositionDie Formularfeldbeschriftung von Radiobuttons und Checkboxen soll sich rechts vom Formularfeld befinden.SollDIN EN ISO 9241-143: 5.3.8
DIN EN ISO 9241-125: 5.1.14
227Web: KonsistenzBeschriftungen müssen innerhalb der Anwendung konsistent verwendet werden.MussEN 301 549: 9.3.2.4
228Desktop: KonsistenzBeschriftungen sollen innerhalb der Anwendung konsistent verwendet werden.SollWCAG 2.1: 3.2.4 (AA)
229AnimationDie Beschriftung darf nicht blitzen, blinken oder auf eine andere Art und Weise visuell verändert werden (siehe Animation).MussEN 301 549:
9.2.3.1, 11.2.3.1, 9.2.2.2, 11.2.2.2
230AnimationDie Beschriftung soll dauerhaft angezeigt werden und bei Bedienung nicht animiert werden.

Hinweis: So soll die Beschriftung nicht innerhalb eines Formularfeldes angezeigt werden, um bei Eingabe unsichtbar oder neben dem Feld positioniert zu werden.

SollWCAG 2.1: 2.3.3 (AAA)
231Tastaturkürzel, SchnelltastenBesitzt ein Bedienelement ein Tastaturkürzel oder eine Schnelltaste, dann soll diese visuell bei der Beschriftung sichtbar sein.

Hinweis: Zur Kennzeichnung einer Schnelltaste kann der entsprechende Buchstabe unterstrichen werden. Tastaturkürzel können hinter der Beschriftung oder in einem Tooltip angezeigt werden.

SollDIN EN ISO 9241-171: 9.3.11
232FokussichtbarkeitErhält die Beschriftung den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549:
9.2.4.7, 11.2.4.7

Zeigeinstrumentbedienung Beschriftung

AktionTasteKlassifizierung
Aktivieren des Elements, wenn sich die Beschriftung im Element befindetLinksklick auf die BeschriftungErforderlich
Aktivieren des Elements, wenn sich die Beschriftung neben dem Element befindetLinksklick auf die Beschriftung

Hinweis: Dies gilt insbesondere bei Formularfeldern mit kleinem Klickbereich, wie z. B. bei Radiobuttons und Checkboxen.

Empfohlen

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
233BeschriftungJedes Bedienelement muss einen Accessible Name besitzen, der an die Accessibility API übermittelt wird.

Hinweis 1: Dies kann erreicht werden, indem das Bedienelement eine

  • Textbeschriftung enthält,

  • mit der visuellen Textbeschriftung neben dem Element verknüpft wird oder

  • eine grafische Beschriftung im Element einen Alternativtext erhält.

Hinweis 2: Dies gilt auch, wenn das Element keine visuelle Beschriftung besitzt, weil sich dessen Zweck aus dem Kontext ergibt.

Hinweis 3: Der Accessible Name soll sich nicht während der Bedienung ändern. Ausnahme: Wenn der Wert oder Status eines Bedienelements als Teil des Accessible Name übermittelt wird, weil Wert oder Status nicht programmatisch übermittelt werden können, dann darf sich der Accessible Name ändern. So kann ein Schalter die Beschriftung „Textfarbe Rot“ oder „Textfarbe Grün“ bzw. „Informationen einblenden“ oder „Informationen ausblenden“ besitzen (siehe Praxistipp Accessibility API).

MussEN 301 549:
9.1.4.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
234Desktop: BeschriftungWenn sich die visuelle Beschriftung nicht im Bedienelement befindet, so muss die Beschriftung mit dem Bedienelement programmatisch verknüpft werden.MussEN 301 549:
11.5.2.8
235Desktop: BeschriftungWenn sich die visuelle Beschriftung nicht im Bedienelement befindet, so soll die Beschriftung mit dem Bedienelement programmatisch verknüpft werden.SollDIN EN ISO 9241-143: 5.3.2
236BeschriftungIst der Zweck eines Formularelements nicht eindeutig aus seinem Accessible Name erkennbar, ergibt sich jedoch für sehende Benutzende aus dem visuellen Kontext, dann muss die visuelle Information
  • als Teil des Accessible Names,

  • als (Teil des) Accessible Names einer Gruppe oder

  • als (Teil der) Accessible Description

an die Assistenztechnologie übermittelt werden.
MussEN 301 549:
9.1.3.1, 11.1.3.1
237BeschriftungWird über die visuelle Gestaltung der Beschriftung (wie Farbe, Schriftschnitt, Schriftgröße) eine Information vermittelt (z. B. Formularfeld ist ein Pflichtfeld oder fehlerhaft ausgefüllt), so muss diese Information programmatisch oder in Textform an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549:
9.1.3.1, 11.1.3.1, 9.3.3.1, 11.3.3.1
238GrafikFür eine ausschließlich grafische Beschriftung muss der Accessible Name eine äquivalente Textalternative enthalten, die die Funktion beschreibt.

Hinweis: Als grafische Beschriftung gelten auch Zeichen und Buchstaben mit einer grafischen Bedeutung wie „x“ (für Schließen), „?“ (für Hilfe) oder „>“ (für Weiter).

MussEN 301 549:
9.1.1.1, 11.1.1.1
239GrafikEnthält eine visuelle Beschriftung sowohl Text als auch Grafik, wobei die Grafik keine zusätzlichen Informationen vermittelt, so muss die Grafik als Layoutgrafik ausgezeichnet werden, damit sie von Assistenztechnologie ignoriert wird.MussEN 301 549:
9.1.1.1, 11.1.1.1
240VerständlichkeitDer Accessible Name muss aussagekräftig sein.

Hinweis 1: Um das zu erreichen, soll der Accessible Name knapp und eindeutig sein.

Hinweis 2: Zusätzlich zum knappen Accessible Name können ausführlichere Accessible Descriptions eingesetzt werden.

MussEN 301 549:
9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.3.3.2, 11.3.3.2
241VerständlichkeitAbkürzungen im Accessible Name sollen vermieden werden. Alternativ soll ein Mechanismus verfügbar sein, um die nicht abgekürzte Form bzw. die Bedeutung der Abkürzung von Assistenztechnologie ausgeben zu lassen.SollWCAG 2.1: 3.1.4 (AAA)
242Web: SprachwechselWenn der Accessible Name fremdsprachige Begriffe enthält, so muss der Sprachwechsel ausgezeichnet werden.

Hinweis: Der Accessible Name soll nur Wörter der Anwendungssprache enthalten. Selbst wenn der Sprachwechsel ausgezeichnet wird, wird dies häufig von Assistenztechnologie bei Accessible Names von interaktiven Elementen nicht korrekt ausgegeben.

SollWCAG 2.1: 3.1.4 (AAA)
243Desktop: VerständlichkeitDer Accessible Name soll nur Wörter in der Anwendungssprache enthalten.

Hinweis: In den Anwendungen, in denen die Auszeichnung des Sprachwechsels möglich ist, sollen die Sprache fremdsprachiger Accessible Names entsprechend ausgezeichnet werden.

SollWCAG 2.1: 3.1.2 (AA)
244KonsistenzDie visuelle Beschriftung muss mit dem Accessible Name übereinstimmen oder in diesem enthalten sein.

Hinweis 1: Das gilt nur, wenn es sich bei der sichtbaren Beschriftung um eine textliche Beschriftung oder eine Schriftgrafik handelt.

Hinweis 2: Besitzt ein Element mit einer rein grafischen Beschriftung einen Tooltip, der eine Beschriftung in Textform enthält, dann soll der Tooltip-Text mit dem Accessible Name übereinstimmen oder in diesem enthalten sein.

MussEN 301 549:
11.2.5.3
245Tastaturkürzel, SchnelltastenBesitzt ein Bedienelement ein visuell sichtbares Tastaturkürzel oder eine Schnelltaste, dann muss diese an die Accessibility API übermittelt werden.

Hinweis: Dies soll über die entsprechende Eigenschaft der API erfolgen. Sofern dies nicht möglich ist, kann das Tastaturkürzel oder die Schnelltaste als Teil des Accessible Names oder der Accessible Description übermittelt werden.

MussEN 301 549:
11.1.3.1

Praxistipp Beschriftung in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe

Hinweise:

HTML

In HTML hängt die Beschriftungsmethode vom Elementtyp ab:

Weitere Informationen: 4.10.4 The label element - HTML Standard (whatwg.org), Providing Accessible Names and Descriptions | APG | WAI | W3C, Labeling Controls | Web Accessibility Initiative (WAI) | W3C, 4. Accessible Name and Description Computation - HTML Accessibility API Mappings 1.0 (w3.org)

ARIA

In ARIA können Beschriftungen mit den Attributen aria-labelledby und aria-label übermittelt werden.

Weitere Informationen: aria-label property - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), aria-labelledby property - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), caption role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link)

Allgemeine Hinweise

Beschreibung

Online betrachten

Synonyme: Hinweis, Hilfe, Bedienhinweis, Eingabehinweis, Instruktion, Description, Accessible Description

Siehe auch: Schrift, Text, Beschriftung, Fehlermeldung, Pflichtfeldkennzeichnung, Tooltip, Hilfe und Support

Eine Beschreibung enthält zusätzliche Informationen zur Bedienung der Anwendung (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.19).

Beschreibungen können sich auf ein Bedienelement, einen Bereich, eine Maske oder die gesamte Anwendung beziehen. Eine Beschreibung besteht aus einem erläuternden Text, einer Grafik oder aus einer Kombination von Text und Grafik.

Beschreibungen können

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
246KontrastTextliche Beschreibungen müssen zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen.

Hinweis: Bei großer Schrift (ab 24 px bzw. ab 18,7 px bei fettem Schriftschnitt) ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 ausreichend.

MussEN 301 549:
9.1.4.3, 11.1.4.3
247KontrastTextliche Beschreibungen sollen ein Kontrastverhältnis von mindestens 7:1 aufweisen.

Hinweis: Bei großer Schrift (ab 24 px bzw. ab 18,7 px bei fettem Schriftschnitt) ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 ausreichend.

SollWCAG 2.1: 1.4.6 (AAA)
248KontrastGrafische Beschreibungen müssen ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Dies gilt für den Kontrast zum Hintergrund sowie für alle inhaltstragenden Bereiche innerhalb der Grafik.MussEN 301 549:
9.1.4.11, 11.1.4.11
249VergrößerungDie Beschreibung muss bis auf 200% skaliert werden können. Bei der Skalierung muss die Beschreibung vollständig sichtbar bleiben und darf nicht andere Seitenbereiche verdecken oder von diesen verdeckt werden.MussEN 301 549:
9.1.4.4, 11.1.4.4
250VergrößerungDie Beschreibung muss bei 320px Bildschirmbreite vollständig und ohne horizontales Scrollen angezeigt werden.MussEN 301 549:
9.1.4.10, 11.1.4.10
251VerständlichkeitWenn für das Verständnis der Bedienung zusätzliche Hinweise notwendig sind, dann müssen Beschreibungen mit Bedienhinweisen angezeigt werden.

Hinweis: Beschreibungen sind nicht notwendig, wenn die Beschriftungen der Bedienelemente ausreichend sind. Beschreibungen können notwendig sein, wenn z. B. bei einem Eingabefeld ein bestimmtes Eingabeformat erforderlich ist.

MussEN 301 549:
9.3.3.2, 11.3.3.2
252VerständlichkeitDie Beschreibung soll in der Anwendungssprache formuliert sein.SollEN 301 549: 9.3.1.2
253Verweis auf sensorische MerkmaleInformationen in der Beschreibung, die sich auf Elemente der Anwendung beziehen, dürfen nicht ausschließlich auf deren sensorische Merkmale Bezug nehmen.

Hinweis: So soll z. B. ein Schalter nicht über sein Aussehen oder seine Position beschrieben werden, sondern über seine Beschriftung.

MussEN 301 549:
9.1.3.3, 11.1.3.3
254PositionDie Beschreibungen sollen so positioniert sein, dass sie den Elementen oder Bereichen, auf die sie sich beziehen, eindeutig zuordenbar sind.

Hinweis: Beschreibungen zu einem Formularfeld können z. B. rechts oder unterhalb des Feldes angezeigt werden.

SollDIN EN ISO 9241-125: 5.1.1, 5.1.14
255AnimationDie Beschreibung darf nicht blitzen, blinken oder auf eine andere Art und Weise visuell verändert werden (siehe Animation).MussEN 301 549:
EN 301 549: 9.2.3.1, 11.2.3.1, 9.2.2.2, 11.2.2.2
256FokussichtbarkeitErhält die Beschreibung den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549:
9.2.4.7, 11.2.4.7

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
257TastaturbedienungIn Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen, müssen die Beschreibungen den Tastaturfokus erhalten, sofern die Beschreibung nicht mit einem tastaturfokussierbaren Element verknüpft ist.

Hinweis: Wenn die Anwendung viele Beschreibungen enthält, die den Tastaturfokus erhalten, soll es einen Bedienmodus geben, bei dem nur interaktive Elemente den Fokus erhalten, um unnötige Navigationsschritte für sehende Tastaturnutzende zu vermeiden.

MussEN 301 549:
9.1.3.1, 11.1.3.1
258TastaturbedienungSofern die Beschreibung nicht dauerhaft sichtbar ist, muss sie auch mit der Tastatur eingeblendet werden können.

Hinweis: Das gilt unabhängig davon, wie die Beschreibung eingeblendet wird. Häufige Varianten sind:

  • Schalter zum Einblenden eines Bereichs mit der Beschreibung,

  • Schalter zum Einblenden eines Tooltips mit der Beschreibung,

  • Bereich oder Tooltip, der beim Hovern mit einem Zeigeinstrument oder beim Fokussieren eingeblendet wird,

  • Einblenden per Tastaturkürzel.

MussEN 301 549:
9.2.1.1, 11.2.1.1
259TastaturbedienungEnthält die Beschreibung Bedienelemente, so müssen diese mit der Tastatur bedienbar sein.

Hinweis: Dies gilt auch, wenn die Beschreibung in einem Tooltip angezeigt wird.

MussEN 301 549:
9.2.1.1, 11.2.1.1
260TastaturbedienungWird eine Beschreibung in einem automatisch eingeblendeten Tooltip angezeigt, so muss Folgendes erfüllt sein:
  • Der Tooltip muss mit der Tastatur geschlossen werden können, ohne den Tastaturfokus wegzubewegen (z. B. mit ESC).

  • Der Tooltip muss so lange angezeigt werden, bis er explizit ausgeblendet wird (z. B. durch Wegbewegen des Tastaturfokus).

Hinweis: Davon ausgenommen sind Tooltips, deren Einblenden standardmäßig durch die Plattform-Software erfolgt.

MussEN 301 549:
9.1.4.13, 11.1.4.13
261ZeigeinstrumentbedienungWird eine Beschreibung in einem automatisch eingeblendeten Tooltip angezeigt, so muss Folgendes erfüllt sein:
  • Der Tooltip muss geschlossen werden können, ohne das Zeigeinstrument wegbewegen zu müssen.

  • Der Tooltip muss mit dem Zeigeinstrument überfahren werden können, ohne dabei ausgeblendet zu werden.

  • Der Tooltip muss so lange angezeigt werden, bis er explizit ausgeblendet wird (z. B. durch Wegbewegen des Zeigeinstruments).

Hinweis: Davon ausgenommen sind Tooltips, deren Einblenden standardmäßig durch die Plattform-Software erfolgt.

MussEN 301 549:
9.1.4.13, 11.1.4.13

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
262RolleSofern die Beschreibung den Tastaturfokus erhält, muss eine entsprechende Rolle (z. B. „Text“) an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549:
9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
263Desktop: BeschreibungJede visuell vorhandene Beschreibung, die sich auf ein tastaturfokussierbares Bedienelement bezieht, muss als Accessible Description dieses Elements an die Accessibility API übermittelt werden.

Hinweis: Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Beschreibung dauerhaft sichtbar ist oder lediglich beim Hovern mit einem Zeigeinstrument oder bei Erhalten des Tasturfokuseingeblendet wird.

MussEN 301 549:
9.1.3.1, 11.1.3.1, 11.5.2.5
263Desktop: BeschreibungSofern die Beschreibung lang ist oder strukturierten Inhalt enthält, soll die Beschreibung den Tastaturfokus erhalten und deren Inhalt mit dem virtuellen Cursor gelesen werden können.SollEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1
264GrafikEnthält die Beschreibung eine inhaltstragende Grafik, so muss deren äquivalente Textalternative an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549:
9.1.1.1, 11.1.1.1

Praxistipp Beschreibungen in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe

Hinweise:

HTML

In HTML können die meisten Bedienelemente nur über das title-Attribut mit einer Beschreibung versehen werden. Das title-Attribut ist jedoch aus folgenden Gründen nicht barrierefrei:

In HTML können wenige Elemente zusätzlich zum title-Attribut mit einer weiteren Methode mit einer Beschreibung versehen werden:

Weitere Informationen: 3.2.6.1 The title attribute - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link), Providing Accessible Names and Descriptions | APG | WAI | W3C, 4. Accessible Name and Description Computation - HTML Accessibility API Mappings 1.0 (w3.org)

ARIA

In ARIA können Beschreibungen mit den Attributen aria-describedby und aria-description übermittelt werden.

Mit weiteren ARIA-Attributen können Informationen an die Accessibility API übermittelt werden, die beschreibenden Charakter haben, aber keine Beschreibung (Accessible Description) darstellen:

Achtung: Obwohl das ARIA-Attribut aria-roledescription so bezeichnet ist, als ob mit ihm die Rolle des Elements beschrieben werden könnte, ist dies nicht der Fall. Mit aria-roledescription wird die Rolle des Elements überschrieben, weshalb das Attribut mit Vorsicht zu verwenden ist.

Weitere Informationen: aria-describedby property - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), aria-description property - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.3 (w3c.github.io) (Externer Link)

Allgemeine Hinweise

Text

Online betrachten

Synonyme: Fließtext

Siehe auch: Schrift, Beschriftung, Beschreibung, Fehlermeldung, Grafik

Text dient der Vermittlung von Informationen in Schriftform. Text kann u. a. Überschriften, Links, Listen und Grafiken enthalten.

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
265KontrastText muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen.

Hinweis: Bei großer Schrift (ab 24 px bzw. ab 18,7 px bei fettem Schriftschnitt) ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 ausreichend.

MussEN 301 549:
9.1.4.3, 11.1.4.3
266KontrastText soll zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 7:1 aufweisen.

Hinweis: Bei großer Schrift (ab 24 px bzw. ab 18,7 px bei fettem Schriftschnitt) ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 ausreichend.

SollWCAG 2.1: 1.4.6 (AAA)
267FarbkodierungWird über Farbe im Text Information vermittelt, so muss diese Information auch auf andere Weise vermittelt werden, z. B. in Textform.MussEN 301 549:
9.1.4.1, 11.1.4.1
268VergrößerungDer Text muss bis auf 200% skaliert werden können. Bei der Skalierung muss der Text vollständig sichtbar bleiben und darf nicht andere Seitenbereiche verdecken oder von diesen verdeckt werden.

Hinweis 1: Es ist zulässig, dass Textbereiche nach der Skalierung vertikal gescrollt werden müssen, damit sie vollständig angezeigt werden.

Hinweis 2: Die Anwendung kann eine eigene Zoomfunktion anbieten. Alternativ können die Einstellungen der Plattformsoftware übernommen werden.

MussEN 301 549:
9.1.4.4, 11.1.4.4
269VergrößerungDer Text muss bei 320px Bildschirmbreite vollständig und ohne horizontales Scrollen angezeigt werden.MussEN 301 549:
9.1.4.10, 11.1.4.10
270GrafikDer Text darf keine Schriftgrafiken enthalten, außer diese sind an die Nutzungsbedürfnisse anpassbar (Schriftart, Schriftgröße, Schriftfarbe, Hintergrundfarbe).MussEN 313 549:
9.1.4.5, 11.1.4.5.1
271GrafikDer Text soll keine Schriftgrafiken enthalten.SollWCAG 2.1: 1.4.9 (AAA)
272NutzungspräferenzenKönnen innerhalb der Anwendung die Textabstände angepasst werden, bleibt die Bedienung und Wahrnehmbarkeit der Anwendung erhalten.

Hinweis: Dies gilt für folgende Abstände:

  • Zeilenabstand bis zu 1,5-mal der Schriftgröße,

  • Absatzabstand bis zu 2-mal der Schriftgröße,

  • Zeichenabstand bis zu 0,12-mal der Schriftgröße,

  • Wortabstand bis zu 0,16-mal der Schriftgröße.

MussEN 301 549:
9.1.4.12. 11.1.4.12
273NutzungspräferenzenDie Anwendung muss die Einstellungen hinsichtlich Schriftart, -größe und -farbe von der Plattformsoftware übernehmen bzw. einen Modus anbieten, in dem die Einstellungen übernommen werden.

Hinweis 1: Werden die Einstellungen der Plattformsoftware nicht automatisch übernommen, muss der entsprechende Modus in den Hinweisen zur Barrierefreiheit erläutert werden.

Hinweis 2: Die Anwendung kann zusätzlich einen Modus anbieten, bei dem die Benutzenden ihre Präferenzen für Schriftart, -größe und -farbe und ggf. weitere Schriftattribute direkt in der Anwendung auswählen können.

MussEN 301 549:
11.7, 12.1.1
274VerständlichkeitUngebräuchliche oder nicht eindeutig verständliche Wörter sollen vermieden oder erklärt werden.SollWCAG 2.1: 3.1.3 (AAA)
275VerständlichkeitWörter, deren Bedeutung von der Aussprache abhängt, sollen vermieden werden, wenn die Bedeutung nicht aus dem Kontext ersichtlich ist. Alternativ soll deren Bedeutung oder Aussprache erläutert werden.SollWCAG 2.1: 3.1.6 (AAA)
276VerständlichkeitTextinhalte sollen so einfach formuliert sein, dass sie für Benutzende mit einem Abschluss der Sekundarstufe I verständlich sind. Ist dies nicht möglich, soll zusätzliche eine verständliche Alternative angeboten werden (Sprachversion, Abbildung, Zusammenfassung, Text in einfacher Sprache).SollWCAG 2.1: 3.1.5 (AAA)
277VerständlichkeitAbkürzungen im Text sollen vermieden werden. Alternativ soll ein Mechanismus verfügbar sein, um die nicht abgekürzte Form bzw. die Bedeutung der Abkürzung anzeigen zu lassen.

Hinweis: Dies gilt nicht für allgemein bekannte Abkürzungen, wie „USA“ oder „z. B.“.

SollWCAG 2.1: 3.1.4 (AAA)
278VerständlichkeitDer Text soll in der Anwendungssprache formuliert sein.SollWCAG 2.1: 3.1.3 (AAA), 3.1.5 (AAA)
279LesbarkeitTextblöcke sollen nicht breiter als 80 Zeichen sein oder die Breite kann angepasst werden.SollWCAG 2.1: 1.4.8 (AAA)
279LesbarkeitTextblöcke sollen nicht im Blocksatz ausgerichtet sein oder die Ausrichtung kann angepasst werden.SollWCAG 2.1: 1.4.8 (AAA)
280LesbarkeitDie Abstände zwischen Textzeilen sollen mindestens 1,5-mal größer als die Schriftgröße sein und die Abstände zwischen Textabsätzen sollen mindestens 1,5-mal größer als der Zeilenabstand sein oder die Textabstände können angepasst werden.SollWCAG 2.1: 1.4.8 (AAA)
281AnimationDer Text darf nicht blitzen, blinken oder auf eine andere Art und Weise visuell verändert werden (siehe Animation).MussEN 301 549:
9.2.3.1, 11.2.3.1, 9.2.2.2, 11.2.2.2
282AnimationDer Text soll dauerhaft angezeigt werden und bei Bedienung nicht animiert werden.SollWCAG 2.1: 2.3.3 (AAA)
283FokussichtbarkeitErhält der Text den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549:
9.2.4.7, 11.2.4.7

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
284TastaturbedienungIn Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen, muss der Text den Tastaturfokus erhalten (siehe Praxistipp Text).

Hinweis 1: Das gilt nicht, wenn der Text mit einem tastaturfokussierbaren Element verknüpft ist und somit als Beschriftung oder Beschreibung des Elements dient.

Hinweis 2: Soll in der verwendeten Technologie das Fokussieren von Text nicht möglich sein, müssen für die Darstellung von Text andere Elemente verwendet werden, die den Fokus erhalten können, wie z. B. schreibgeschützte Eingabefelder.

MussEN 301 549:
11.1.3.1
285TastaturbedienungEnthält der Text Bedienelemente, so müssen diese mit der Tastatur bedienbar sein.MussEN 301 549:
9.2.1.1, 11.2.1.1

Tastaturbedienung Text (in einer Anwendung, die den virtuellen Cursor nicht unterstützt)

AktionTasteKlassifizierung
Text fokussierenTABErforderlich
Text verlassenTABErforderlich
Navigation innerhalb des TextsPFEILTASTENEmpfohlen

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
286RolleEine Rolle für „Text“ muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 11.5.2.6
287TextDer Textinhalt muss an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549:
9.1.3.1, 11.1.3.1, 11.5.2.10
288TextEnthält der Text strukturierte Inhalte (wie z. B. Überschriften, Listen oder Tabellen), so müssen diese in strukturierter Form an die Accessibility API übermittelt werden.

Hinweis: Die konkreten Anforderungen an Überschriften, Listen und Tabellen sind im jeweiligen Abschnitt zu finden.

MussEN 301 549:
9.1.3.1, 11.1.3.1, 11.5.2.6
289TextWird über die visuelle Gestaltung des Texts (wie Farbe, Schriftschnitt, Schriftgröße) eine Information vermittelt, so muss diese Information programmatisch oder in Textform an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549:
9.1.3.1, 11.1.3.1, 11.5.2.10
290Web: SprachwechselWenn der Text fremdsprachige Begriffe enthält, so muss der Sprachwechsel ausgezeichnet werden.MussEN 301 549: 9.3.1.2
291Desktop: VerständlichkeitDer Text soll nur Wörter der Anwendungssprache enthalten.

Hinweis: In den Anwendungen, in denen die Auszeichnung des Sprachwechsels möglich ist, sollen die Sprache fremdsprachiger Textabschnitte entsprechend ausgezeichnet werden.

MussEN 301 549:
11.1.1.1
292GrafikInhaltstragende Grafiken im Text müssen einen äquivalenten Alternativtext besitzen.MussEN 301 549:
9.1.1.1, 11.1.1.1
293GrafikEnthält ein Text eine dekorative Grafik, so muss die Grafik als Layoutgrafik ausgezeichnet werden, damit sie von Assistenztechnologie ignoriert wird.MussEN 301 549:
9.1.1.1, 11.1.1.1
294Desktop: Größe und PositionGröße und Position des Texts müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549:
11.5.2.5, 11.5.2.10, 11.5.2.13

Praxistipp Text

Anwendung, die den virtuellen Cursor nicht unterstützt

Längere Texte (Richtwert: 80 bis 400 Zeichen) ohne Textstruktur (d. h. nur Fließtext ohne Listen, Tabellen, Überschriften etc.) sollen Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen,

Lange Texte (ab ca. 400 Zeichen) oder Texte mit Struktur (z. B. Listen, Tabellen, Überschriften) sollen

Anwendungen mit vielen TAB-Schritten auf Texten und sonstigen nicht bedienbaren Elementen sollen einen Modus zum Deaktivieren dieser unnötigen Navigationsschritte für sehende Tastaturnutzende enthalten. Dieser Modus und dessen Aktivierung soll in den Hinweisen zur Barrierefreiheit beschrieben werden.

Anwendung, die den virtuellen Cursor unterstützt

Wenn das Kopieren von einzelnen Textinhalten im Anwendungskontext relevant sein kann, dann soll dies auch mit der Tastatur möglich sein. Folgende Anforderungen sind dann für die Textinhalte zu erfüllen:

Um das zu erreichen, können schreibgeschützte Eingabefelder verwendet werden.

Sofern lediglich der gesamte Inhalt eines Textabschnitts kopierbar sein muss, kann alternativ auch ein Schalter zum Kopieren des Textinhalts implementiert werden. Die Aktivierung des Schalters soll bewirken, dass der zugehörige Text in die Zwischenablage kopiert wird.

Anwendungen mit vielen TAB-Schritten auf kopierbaren Texten sollen einen Modus zum Deaktivieren dieser Navigationsschritte enthalten. Dieser Modus und dessen Aktivierung soll in den Hinweisen zur Barrierefreiheit beschrieben werden.

Grafische Elemente

Online betrachten

Inhaltsverzeichnis

Grafik

Online betrachten

Synonyme: Grafisches Element, Icon, Bild, Abbildung, inhaltstragende Grafik, Pixelgrafik, Vektorgrafik, Graphic, Image

Siehe auch: Layoutgrafik

Grafiken dienen der visuellen, nicht-textlichen Vermittlung von Informationen.

Hinweis: Zusätzliche Anforderungen an Grafiken, die den Status, den Wert, die Rolle oder Beschriftung eines Elements übermitteln, werden beim jeweiligen Element bzw. in den entsprechenden Abschnitten (z. B. Elementstatus, Beschriftung) beschrieben.

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
295KontrastAlle grafischen Inhalte müssen ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Dies gilt für den Kontrast der Grafik zum Hintergrund sowie für die Kontraste innerhalb der Grafik (zwischen benachbarten Flächen), sofern diese für die Vermittlung der Information relevant sind.

Ausnahmen:
  • deaktivierte Elemente,

  • Grafiken, die nicht verändert werden können, ohne sie zu verfälschen, wie z. B. Logos, Fahnen, Screenshots, Heat Maps oder medizinische Schautafeln,

  • Grafiken, die eine sichtbare und äquivalente Textalternative besitzen.

Hinweis: Wenn Grafiken keine ausreichenden Kontraste besitzen und unter eine der Ausnahmen fallen, dürfen sie nicht als Beschriftung von Bedienelementen verwendet werden oder keine relevanten Informationen vermitteln.

MussEN 301 549:
9.1.4.11, 11.1.4.11
296FarbkodierungWenn über die Verwendung unterschiedlicher Farben innerhalb einer Grafik oder zwischen verschiedenen Grafiken eine Information vermittelt wird, dann müssen alle Farben (jeweils untereinander) ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen (siehe Praxistipp Farbkodierung).

Hinweis: Dies gilt, wenn die Farben an sich keine Bedeutung besitzen, sondern nur der Farbunterschied.

SollEN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1
297FarbkodierungWenn über die Verwendung einer bestimmten Farbe innerhalb einer Grafik eine Information vermittelt wird, muss diese Information zusätzlich auf andere Weise vermittelt werden (siehe Praxistipp Farbkodierung).

Hinweis: Dies gilt, wenn die Farbe an sich eine Bedeutung besitzt, wie „grün“ für korrekt und „rot“ für falsch.

SollEN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1
298KontrastGrafiken sollen bei Verwendung der Windows-Kontrastanpassung gut sichtbar sein (siehe Praxistipp Kontrastanpassung).SollEN 301 549:
11.7
299KontrastGrafiken sollen nicht als Hintergrundgrafiken für Text verwendet werden, weil dies die Lesbarkeit beeinträchtigt.

Hinweis: Dies kann besonders dann zu nicht ausreichenden Kontrasten führen, wenn Benutzende die Textfarbe oder Schriftgröße an ihre Bedürfnisse anpassen.

SollEN 301 549:
11.7
300TextSchriftgrafiken dürfen nicht verwendet werden, außer deren Textinhalt ist an Nutzungsbedürfnisse anpassbar (Schriftart, Schriftgröße, Schriftfarbe, Hintergrundfarbe).

Ausnahme: Logos
MussEN 301 549:
9.1.4.5, 11.1.4.5.1.1
301AlternativtextKomplexe Grafiken müssen eine ausführliche Beschreibung in Textform besitzen.

Hinweis 1. Die ausführliche Beschreibung soll bei der Grafik angezeigt werden oder über ein Bedienelement bei der Grafik eingeblendet oder aufgerufen werden können.

Hinweis 2: Die komplexe Grafik selbst müss einen knappen Alternativtext besitzen. Es wird empfohlen, dass dieser auf die ausführliche Beschreibung verweist.

MussEN 301 549:
9.1.1.1, 11.1.1.1
302AnimationDie Grafik darf nicht blitzen, blinken oder auf eine andere Art und Weise visuell verändert werden (siehe Animation).MussEN 301 549:
11.2.3.1, 9.2.2.2, 11.2.2.2
303FokussichtbarkeitErhält die Grafik den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549:
9.2.4.7, 11.2.4.7

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
304TastaturbedienungIn Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen, muss die Grafik mit Tastatur erreicht und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).
Ausnahme: Sofern die Grafik als Beschriftung eines Bedienelements dient oder dessen Rolle, Status oder Wert vermittelt, soll das Bedienelement und nicht die Grafik den Tastaturfokus erhalten.

Hinweis: Wenn die Anwendung viele Grafiken enthält, soll es einen Bedienmodus geben, bei dem nur interaktive Elemente den Fokus erhalten, um unnötige Navigationsschritte für sehende Tastaturnutzende zu vermeiden.

MussEN 301 549:
11.1.1.1

Tastaturbedienung Grafik

Hinweis: Die folgenden Anforderungen gelten nur, wenn die Grafik mit der Tastatur erreichbar sein muss (siehe oben).

AktionTasteKlassifizierung
Grafik fokussierenTABErforderlich
Grafik verlassenTABErforderlich

Zeigeinstrumentbedienung Grafik

AktionTasteKlassifizierung
Einblenden des TooltipsHoverEmpfohlen

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
305RolleDie Rolle „Grafik“ muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 11.5.2.5
306NameDie Grafik muss einen knappen und aussagekräftigen Alternativtext besitzen, der als Accessible Name an die Accessibility API übermittelt wird.MussEN 301 549: 9.1.1.1, 11.1.1.1
307BeschreibungKomplexe Grafiken müssen mit einer ausführlichen Textalternative versehen werden, die alle relevanten grafischen Inhalte vollständig beschreibt.MussEN 301 549: 9.1.1.1, 11.1.1.1
308BedienungIn Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen, muss die Grafik mit Assistenztechnologie erreicht und verlassen werden können.MussEN 301 549: 9.1.1.1, 11.1.1.1
309Desktop: PositionGröße und Position der Grafik müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokussichtbarkeit).MussEN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13

Praxistipp Grafiken in Web-Anwendungen, die Rolle, Status oder Wert übermitteln

HTML

Bei den HTML-Standardelementen muss bezüglich der Grafiken, die Informationen zu Rolle, Status oder Wert übermitteln, nichts beachtet werden, weil die entsprechenden Informationen automatisch vom Browser korrekt an die Accessibility API übermittelt werden.

ARIA

Bei benutzerdefinierten Elementen, die mit ARIA-Rollen und ARIA-Attributen umgesetzt werden, sollten die Grafiken, die Informationen zu Rolle, Status oder Wert übermitteln, als Layoutgrafiken ausgezeichnet werden. Die Informationen sollten stattdessen programmatisch übermittelt werden, z. B. mit folgenden Attributen:

Sofern für die entsprechende Information kein ARIA-Attribut existiert, sollte die Information in Textform als Teil der Beschriftung oder Beschreibung des Elements übermittelt werden.

Weitere Informationen: Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link)

Praxistipp Grafiken in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe

HTML und ARIA

Die Auszeichnung und Beschriftung der Grafiken hängt von der verwendeten Methode zur Darstellung der Grafik ab:

Dabei gelten folgende Ausnahmen:

Weitere Informationen: 4.8.3 The img element - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link), Images Tutorial | Web Accessibility Initiative (WAI) | W3C

Layoutgrafik

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Synonyme: Schmuckgrafik, dekorative Grafik, nicht-inhaltstragende Grafik, ggf. auch Hintergrundgrafik, Decorative Graphic

Siehe auch: Grafik

Layoutgrafiken dienen der visuellen Gestaltung der Anwendung, ohne jedoch Informationen zu übermitteln. Layoutgrafiken können z. B. rein dekorativ sein oder parallel zu einer Information in Textform angezeigt werden, ohne jedoch zusätzlich zum Text eine Information zu übermitteln.

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
310KontrastLayoutgrafiken sollen nicht als Hintergrundgrafiken für Text verwendet werden, weil dies die Lesbarkeit beeinträchtigt.

Hinweis: Dies kann besonders dann zu nicht ausreichenden Kontrasten führen, wenn Benutzende die Textfarbe oder Schriftgröße an ihre Bedürfnisse anpassen.

SollEN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3, 11.7
311AnimationDie Layoutgrafik darf nicht blitzen, blinken oder auf eine andere Art und Weise visuell verändert werden (siehe Animation).MussEN 301 549:
9.2.3.1, 11.2.3.1, 9.2.2.2, 11.2.2.2

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
312RolleLayoutgrafiken dürfen nicht den Fokus erhalten.MussEN 301 549: 9.1.1.1, 11.1.1.1

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
313RolleDie Rolle Layoutgrafik muss an die Accessibility API übermittelt werden. Alternativ soll die Layoutgrafik nicht an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549:
11.5.2.5

Praxistipp Layoutgrafiken in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe

Keine

HTML und ARIA

Die Auszeichnung der Layoutgrafiken hängt von der verwendeten Methode zur Darstellung der Grafik ab:

Layoutgrafiken dürften nicht den Tastaturfokus erhalten, d. h. die Grafik selbst oder deren Nachfahrenelemente dürfen nicht mit tabindex bzw. als Bedienelemente (z. B. <button>) ausgezeichnet sein.

Weitere Informationen: Decorative Images | Web Accessibility Initiative (WAI) | W3C

Fortschrittsanzeige

Online betrachten

Synonyme: Verlaufsanzeige, Fortschrittsbalken, Progressbar

Siehe auch: Schieberegler, Grafik

Eine Fortschrittsanzeige dient der Anzeige, wie weit ein Prozess fortgeschritten ist (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.30). Der Fortschritt kann in Textform, grafisch (z. B. Fortschrittsbalken) oder aus einer Kombination von Grafik und Text angezeigt werden. Die Darstellung der Fortschrittsanzeige ändert sich automatisch, bis der Prozess abgeschlossen ist.

Abbildung: Fortschrittsanzeige

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
314KontrastDie Fortschrittsanzeige muss ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen. Dies gilt für den Kontrast der Fortschrittsanzeige zum Hintergrund sowie für die Kontraste innerhalb der Fortschrittsanzeige (zwischen dem gefüllten und nicht gefüllten Balken).MussEN 301 549:
9.1.4.11, 11.1.4.11
315KontrastText in und bei der Fortschrittsanzeige muss ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen.MussEN 301 549:
9.1.4.3, 11.1.4.3
316FokussichtbarkeitErhält die Fortschrittsanzeige den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549:
9.2.4.7, 11.2.4.7

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
317TastaturbedienungIn Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen, muss die Fortschrittsanzeige mit Tastatur erreicht und verlassen werden können (siehe Tabelle Tastaturbedienung).

Ausnahme: Die Fortschrittsanzeige wird so ausgezeichnet, dass deren Aktualisierungen ohne Fokussierung mit Assistenztechnologie wahrnehmbar sind.

MussEN 301 549:
9.1.1.1, 11.1.1.1
318TastaturbedienungIn Anwendungen, die den virtuellen Cursor unterstützen, soll die Fortschrittsanzeige nicht den Fokus erhalten.SollEN 301 549:
9.4.1.4, 11.2.4.3

Tastaturbedienung Fortschrittsanzeige

Hinweis: Die folgende Tabelle gilt nur, wenn die Fortschrittsanzeige mit der Tastatur erreichbar sein muss (siehe oben).

AktionTasteKlassifizierung
Fortschrittsanzeige fokussierenTABErforderlich
Fortschrittsanzeige verlassenTABErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
319RolleDie Rolle „Fortschrittsanzeige“ muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549:
11.5.2.5
320NameDie Fortschrittsanzeige muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.

Hinweis 1: Der Accessible Name muss visuell nicht sichtbar sein.

Hinweis 2: Text, der den aktuellen Prozessschritt bezeichnet, ist nicht der Accessible Name, sondern der Wert der Fortschrittsanzeige.

MussEN 301 549:
9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8
321WertDer Wert der Fortschrittsanzeige muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).

Hinweis: Der Wert der Fortschrittsanzeige wird meist in Prozent angegeben. Zusätzlich kann der aktuelle Prozessschritt in Textform angegeben werden (z. B. Name der Datei, die aktuell kopiert wird).

MussEN 301 549:
11.4.1.2, 11.5.2.7
322Desktop: WertebereichMinimal- und Maximalwert der Fortschrittsanzeige müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549:
11.5.2.7
323BedienungIn Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen, muss die Fortschrittsanzeige mit Assistenztechnologie erreicht und verlassen werden können (siehe Accessibility API).

Ausnahme: Die Fortschrittsanzeige wird so ausgezeichnet, dass deren Aktualisierungen ohne Fokussierung mit Assistenztechnologie wahrnehmbar sind.

MussEN 301 549:
9.1.1.1, 11.1.1.1
324Desktop: PositionGröße und Position der Fortschrittsanzeige müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549:
11.5.2.5, 11.5.2.13

Praxistipp Fortschrittsanzeige in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe

Fortschrittsanzeige mit Wert:

Fortschrittsanzeige ohne Wert:

Hinweise:

HTML

Die Fortschrittsanzeige sollte mit dem HTML-Element <progress> umgesetzt werden.

Der aktuelle Wert wird mit dem value-Attribut gesetzt. Wird kein value-Attribut angegeben, handelt es sich um eine unbestimmte Fortschrittsanzeige, die lediglich anzeigt, dass ein Fortschritt passiert, ohne angeben zu können, wie weit dieser vorangeschritten ist.

Der maximale Wert wird mit dem max-Attribut gesetzt. Es sollte beachtet werden, dass dieser Wert mit vielen Assistenztechnologien nicht wahrnehmbar ist. Der minimale Wert ist immer 0.

Die Beschriftung sollte mit dem Element <label for=ID> mit der Fortschrittsanzeige verknüpft werden.

Das <progress>-Element kann gemäß HTML-Spezifikation unterschiedliche Kindelemente enthalten. Diese sind jedoch weder visuell wahrnehmbar noch werden sie von den Assistenztechnologien ausgegeben.

Weitere Informationen: 4.10.13 The progress element - HTML Standard (whatwg.org)

ARIA

Wird die Fortschrittsanzeige nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte u. a. Folgendes beachtet werden:

Weitere Informationen: progressbar role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link)

Strukturelle Elemente

Online betrachten

Inhaltsverzeichnis

Desktop: Fenster

Online betrachten

Synonyme: Anwendungsfenster, Window

Siehe auch: Titelzeile, Statuszeile, Modaler Dialog

Ein Fenster enthält alle aktuell sichtbaren Elemente der Anwendung (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.51). Ein Fenster kann folgende Elemente enthalten:

Hinweis: Alle Anforderungen an Fenster beziehen sich ausschließlich auf Desktop-Anwendungen. Bei Web-Anwendungen stellt der Browser das Fenster dar. Die Web-Anwendung selbst enthält keine Fenster.

Beispiele:

Abbildung: Fenster mit Titelzeile, Arbeitsbereich und Statuszeile

Darstellung

Im Folgenden werden nur die Anforderungen beschrieben, die sich direkt auf das Fenster beziehen. Anforderungen an die Elemente innerhalb des Fensters sind beim jeweiligen Element beschrieben.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
323VergrößerungAlle Elemente des Fensters müssen bei einer Schriftgrößenanpassung bis 400% (und einer resultierenden Anzeigebreite von 320 px) wahrnehmbar und bedienbar sein,
  • indem sie umbrechen (d. h. in mehreren Zeilen untereinander angezeigt werden) oder

  • indem die nicht in einer Zeile darstellbaren Elemente über eine Menü-Schaltfläche aufrufbar sind oder

  • indem sie gescrollt werden können.

MussEN 301 549: 9.1.4.10, 11.1.4.10

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
324TastaturbedienungDas Fenster muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).

Hinweis: Dies bezieht sich sowohl auf die Bedienelemente im Fenster als auch auf das Fenster selbst (z. B. Skalieren und Verschieben des Fensters).

MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2

Tastaturbedienung Fenster

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren des Fensters (erstes oder zuletzt fokussiertes Element)ALT+TABErforderlich
Verlassen des FenstersALT+TABErforderlich
Navigation innerhalb des FenstersTABErforderlich
Öffnen des Systemmenüs (mit Funktionen zum Schließen, Verschieben und Skalieren des Fensters)ALT+LEERErforderlich
Schließen des AnwendungsfenstersALT+F4Erforderlich
Vergrößern des Fensters (Minimiert → Normalgröße → Vollbild (sofern vorhanden))WIN+PFEIL AUFErforderlich
Verkleinern des Fensters (Vollbild (sofern vorhanden) → Normalgröße → Minimiert)WIN+PFEIL ABErforderlich
Schnellnavigation zwischen den SeitenbereichenF6Empfohlen

Zeigeinstrumentbedienung Fenster

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren des FenstersKlick in das FensterErforderlich
Verlassen des FenstersKlick außerhalb des FenstersErforderlich
Skalieren des Fensters (sofern möglich)Drag & Drop am FensterrandErforderlich
Aktivierung der Schalter im TitelLinksklickErforderlich
Verschieben des AnwendungsfenstersDrag & Drop bei der Titelzeile Hinweis: Sofern sich die Anwendung im Vollbildmodus befindet, erfolgt ein automatischer Wechsel in die NormalgrößeErforderlich
Wechsel zwischen Normalgröße und Vollbild (sofern vorhanden)Doppelklick bei der TitelzeileErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
325Das Fenster muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.MussMussEN 301 549:
9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5

Tooltip

Online betrachten

Synonyme: Quickinfo, Infotip, Mouse over

Siehe auch: Beschreibung, Tooltip, modaler Dialog

Ein Tooltip dient der dynamischen Anzeige einer zusätzlichen Information, z. B. der Beschriftung (insbesondere bei grafischen Bedienelementen), einer Beschreibung, einem Tastaturkürzel, einer kontextspezifischen Hilfe. (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.50). Tooltips werden bei Fokussierung des zugehörigen UI-Elements eingeblendet. Tooltips enthalten keine interaktiven Elemente.

Abbildung: Tooltip

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
326SichtbarkeitDer Tooltip soll beim zugehörigen Element angezeigt werden.SollDIN EN ISO 9241-161: 8.50
327KontrastDer Text im Tooltip muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen.

Bei großer Schrift (ab 24 px bzw. ab 18,7 px bei fettem Schriftschnitt) ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 ausreichend.
MussEN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3
328VergrößerungAlle Inhalte des Tooltips müssen bei einer Schriftgrößenanpassung bis auf 400% (und einer resultierenden Anzeigebreite von 320px) wahrnehmbar und bedienbar sein, indem sie umbrechen und ggf. vertikal gescrollt werden können.MussEN 301 549:
9.1.4.10, 11.1.4.10

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
329TastaturbedienungDer Tooltip muss mit der Tastatur geöffnet und geschlossen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).MussEN 301 549:
9.2.1.1, 11.2.1.1
330TastaturbedienungDer Tooltip darf keine Bedienelemente enthalten, weil diese nicht tastaturbedienbar wären, außer in der Hilfe und Anwendung ist eine Bedienalternative (z. B. per Tastaturkürzel) dokumentiert.MussEN 301 549:
9.2.1.1, 11.2.1.1
331TastaturbedienungWenn der Tooltip bei der Navigation mit der Tastatur eingeblendet wird, muss der Tooltip wieder mit der Tastatur geschlossen werden können, ohne den Tastaturfokus wegzubewegen (z. B. mit ESC), außer

Hinweis: Davon ausgenommen sind Tooltips, deren Einblenden standardmäßig durch die Plattform-Software erfolgt.

MussEN 301 549:
9.1.4.13, 11.1.4.13
332TastaturbedienungWenn der Tooltip bei der Navigation mit der Tastatur eingeblendet wird, muss der Tooltip so lange angezeigt werden, bis der Tastaturfokus vom auslösenden Element bzw. dem Tooltip wegbewegt wird, außer
  • der Tooltip wurde explizit geschlossen (z. B. mit ESC) oder

  • der Inhalt des Tooltips ist nicht mehr gültig (z. B. eine Fehlermeldung beim Eingabefeld nach Eingabe eines korrekten Werts).

Hinweis: Davon ausgenommen sind Tooltips, deren Einblenden standardmäßig durch die Plattform-Software erfolgt.

MussEN 301 549:
9.1.4.13, 11.1.4.13
333ZeigeinstrumentbedienungWenn der Tooltip beim Hovern mit einem Zeigeinstrument eingeblendet wird, muss der Tooltip wieder ausgeblendet werden können, ohne das Zeigeinstrument wegzubewegen, außer
  • bei dem Inhalt handelt es sich um eine Fehlermeldung oder

  • der Inhalt verdeckt lediglich Weißraum oder dekorative Nicht-Text-Inhalte.

Hinweis 1: Davon ausgenommen sind Tooltips, deren Einblenden standardmäßig durch die Plattform-Software erfolgt.

Hinweis 2: Das Ausblenden des automatisch eingeblendeten Inhalts kann z. B. mit ESC oder Klick auf das auslösende Element erfolgen, sofern dabei keine weiteren Aktionen ausgelöst werden.

MussEN 301 549:
11.1.4.13
334ZeigeinstrumentbedienungWenn der Tooltip beim Hovern mit einem Zeigeinstrument eingeblendet wird, muss der Tooltip so lange angezeigt werden, bis das Zeigeinstrument vom auslösenden Element bzw. dem Tooltip wegbewegt wird, außer
  • der Tooltip wurde explizit geschlossen (z. B. mit ESC) oder

  • der Inhalt des Tooltips ist nicht mehr gültig (z. B. eine Fehlermeldung beim Eingabefeld nach Eingabe eines korrekten Werts).

Hinweis: Davon ausgenommen sind Tooltips, deren Einblenden standardmäßig durch die Plattform-Software erfolgt.

MussEN 301 549:
9.1.4.13, 11.1.4.13
335ZeigeinstrumentbedienungWenn ein Tooltip beim Hovern mit einem Zeigeinstrument eingeblendet wird, muss der Tooltip mit dem Zeigeinstrument überfahren werden können, d. h. der Tooltip darf nicht ausgeblendet werden, sobald sich das Zeigeinstrument nicht mehr über dem auslösenden Element befindet.

Hinweis: Davon ausgenommen sind Tooltips, deren Einblenden standardmäßig durch die Plattform-Software erfolgt.

MussEN 301 549:
11.1.4.13

Tastaturbedienung Tooltip

AktionTasteKlassifizierung
Öffnen des TooltipsNavigation zum ElementErforderlich
Schließen des TooltipsESCErforderlich

Zeigeinstrumentbedienung Tooltip

AktionTasteKlassifizierung
Öffnen des TooltipsHovernErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
336NameWenn der Tooltip eine Beschreibung enthält, muss diese als Accessible Description an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Beschreibung).MussEN 301 549:
9.1.3.1, 11.1.3.1, 11.5.2.5
337NameWenn der Tooltip eine Beschriftung eines grafischen Elements enthält, dann soll diese mit dem Accessible Name übereinstimmen oder in diesem enthalten sein.SollEN 301 549:
9.2.5.3, 11.2.5.3
338NameDer Tooltip soll keine strukturierten oder langen Textinhalte enthalten.

Hinweis: Für strukturierte oder lange Textinhalte sollte ein Anzeigeformat gewählt werden, bei dem der Text mit dem virtuellen Cursor des Screenreaders gelesen werden kann.

SollEN 301 549:
9.1.3.1, 11.1.3.1
339TastaturkürzelWenn der Tooltip ein Tastaturkürzel für das jeweilige Bedienelement enthält, dann muss dieses an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549:
9.1.3.1, 11.1.3.1

Formular

Online betrachten

Synonyme: Formularbereich, Form

Siehe auch: Gruppe, Fehlervermeidung und -korrektur, Pflichtfeldkennzeichnung, Authentifizierung, Bedienelemente

Formulare dienen der Eingabe von Daten. Ein Formular enthält ein oder mehrere Formularelemente.

Abbildung: Formular zur Eingabe der Adresse

Darstellung

Im Folgenden werden nur die Anforderungen beschrieben, die sich direkt auf das Formular beziehen. Anforderungen an die interaktiven Elemente innerhalb des Formulars sind beim jeweiligen Element beschrieben.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
340VergrößerungAlle Elemente des Formulars müssen bei einer Schriftgrößenanpassung bis 400% (und einer resultierenden Anzeigebreite von 320px) wahrnehmbar und bedienbar sein, indem sie umbrechen und nicht horizontal gescrollt werden müssen.MussEN 301 549:
9.1.4.10, 11.1.4.10
341FehlervermeidungDas Formular muss so gestaltet werden, dass Fehler vermieden und korrigiert werden können (siehe auch Fehlervermeidung und -korrektur und Pflichtfeldkennzeichnung).MussEN 301 549:
9.3.3.1 bis 9.3.3.4, 11.3.3.1 bis 11.3.3.4
342KomplexitätDas Formular soll übersichtlich gestaltet werden. Inhalte komplexer Formulare sollen programmatisch und visuell gruppiert oder auf verschiedene Masken aufgeteilt werden.SollDIN EN ISO 9241-125: 5.1.8

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
343TastaturbedienungDie interaktiven Elemente im Formular müssen mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Tabelle Tastaturbedienung).MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2
344TastaturbedienungHäufig benötigte Schalter des Formulars (z. B. der Absenden-Schalter) sollen per Tastaturkürzel erreichbar sein.

Die Tastaturkürzel sollen in der Hilfe und Anwendung dokumentiert werden.
SollDIN EN ISO 9241-171: 9.3.10
345NavigationsreihenfolgeDie Navigationsreihenfolge im Formular muss so gestaltet sein, dass die Inhalte in einer sinnvollen Reihenfolge wahrgenommen werden können und die Bedienelemente gemäß ihrer aufgabenangemessenen Abarbeitungsreihenfolge erreicht werden.

Hinweis: Dies gilt z. B. für den Absenden-Schalter, der am Formularende den Fokus erhalten muss.

MussEN 301 549:
9.2.4.3, 11.2.4.3
346AktualisierungenBei Fokussierung und Bedienung der interaktiven Elemente innerhalb des Formulars darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen.MussEN 301 549:
9.3.2.1, 11.3.2.1, 9.3.2.2, 11.3.2.2
347KlickbereichDer Klickbereich der interaktiven Elemente im Formular soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung).SollWCAG 2.2
Tastaturbedienung Formular
AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren des Formulars (erstes Element)TABErforderlich
Desktop: Schnellnavigation zwischen FormularbereichenF6Empfohlen
Absenden des FormularsEINGABEEmpfohlen

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
348NameWenn das Formular eine visuelle Beschriftung besitzt, so muss diese als Accessible Name übermittelt werden.MussEN 301 549:
9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
349Desktop: ElementhierarchieDie Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb des Formulars müssen an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 11.5.2.9

Werkzeugleiste

Online betrachten

Synonyme: Symbolleiste, Toolbar, Toolbox, Command Bar Tab

Siehe auch: Menü, Gruppe, Menü-Schalter

Werkzeugleisten dienen der Gruppierung von interaktiven Elementen zur Bearbeitung von Inhalten oder Daten (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.49).

Eine Werkzeugleiste enthält interaktive Elemente (meist Schalter oder Umschalter), die visuell gruppiert sind, z. B. mit einem Rahmen. Die Inhalte der Werkzeugleiste sind meist horizontal oberhalb oder unterhalb des Bereichs, dessen Inhalt mit den Elementen der Werkzeugleiste bearbeitet wird, angeordnet. Die Elemente der Werkzeugleiste können mehrzeilig angeordnet sein. Bei Werkzeugleisten mit vielen Schaltern werden aus Platzgründen häufig Icons als Beschriftung der Schalter verwendet.

Abbildung: Werkzeugleiste zum Einstellen von Schriftarteigenschaften

Darstellung

Im Folgenden werden nur die Anforderungen beschrieben, die sich direkt auf die Werkzeugleiste beziehen. Anforderungen an die interaktiven Elemente innerhalb der Werkzeugleiste sind beim jeweiligen Element beschrieben.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
350VergrößerungAlle Elemente der Werkzeugleiste müssen bei einer Schriftgrößenanpassung bis 400% (und einer resultierenden Anzeigebreite von 320px) wahrnehmbar und bedienbar sein,
  • indem sie umbrechen (d. h. in mehreren Zeilen untereinander angezeigt werden) oder

  • indem die nicht in einer Zeile darstellbaren Elemente über eine Menü-Schaltfläche aufrufbar sind oder

  • indem sie gescrollt werden können.

MussEN 301 549:
9.1.4.10, 11.1.4.10
351GruppierungDamit die Tastaturbedienung visuell ersichtlich ist, soll die Werkzeugleiste so gestaltet werden, dass deren Elemente als zusammengehörig identifiziert werden können.

Hinweis: Dies kann z. B. durch einen Rahmen oder Position und Anordnung erfolgen.

SollDIN EN ISO 9241-125: 5.1.8

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
352TastaturbedienungDie interaktiven Elemente in der Werkzeugleiste müssen mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2
353TastaturbedienungDie Werkzeugleiste darf keine Bedienelemente enthalten, die mit den Tasten bedient werden, die zur Navigation durch die Werkzeugleiste dienen.

Hinweis 1: Dies kann z. B. Eingabefelder und Ausklapplisten betreffen, da diese mit den Pfeiltasten bedient werden.

Hinweis 2: Alternativ müssen Tastaturkürzel implementiert und dokumentiert werden, mit denen die Bedienelemente verlassen werden können.

MussEN 301 549: 11.2.1.1
354TastaturbedienungIst die Werkzeugleiste nur per Tastaturkürzel erreichbar, muss dieses Tastaturkürzel in der Anwendung und Hilfe dokumentiert sein.MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1
355TastaturbedienungDie Werkzeugleiste soll per Tastaturkürzel erreichbar sein.

Zusätzlich sollen häufig benötigte interaktive Elemente innerhalb der Werkzeugleiste ein Tastaturkürzel erhalten.

Die Tastaturkürzel sollen in der Hilfe und Anwendung dokumentiert werden.
SollDIN EN ISO 9241-171: 9.3.10
356AktualisierungenBei Fokussierung und Bedienung der interaktiven Elemente innerhalb der Werkzeugleiste darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen.MussEN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1
357AktualisierungenBei Wertänderung der Formularelemente innerhalb der Werkzeugleiste darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen.MussEN 301 549: 9.3.2.2, 11.3.2.2
358AktualisierungenBei Aktivierung der Bedienelemente innerhalb der Werkzeugleiste darf kein Fokusverlust erfolgen.

Hinweis: So muss nach Bedienung eines Schalters der Fokus auf diesem verbleiben oder auf das Element gesetzt werden, welches über den Schalter gesteuert wird (z. B. Eingabefeld eines Rich Text Editors oder modaler Dialog, der geöffnet wird).

MussEN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3
359KlickbereichDer Klickbereich der interaktiven Elemente der Werkzeugleiste soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung).SollWCAG 2.2

Tastaturbedienung Werkzeugleiste

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren der Werkzeugleiste (erstes oder zuletzt fokussiertes Element)TAB

Hinweis: Alternativ können Werkzeugleisten über die Bereichsnavigation oder per Tastaturkürzel erreichbar sein.

Erforderlich
Verlassen der WerkzeugleisteTAB

Hinweis: Alternativ können Werkzeugleisten über die Bereichsnavigation oder eine erwartbare Kontextänderung nach Bedienung eines Elements in der Werkzeugleiste verlassen werden.

Erforderlich

Navigation innerhalb der Werkzeugleiste
  • Horizontale Werkzeugleiste: PFEIL RECHTS/LINKS,

  • Vertikale Werkzeugleiste: PFEIL RECHTS/LINKS/AUF/AB

Erforderlich
Schnellnavigation zum ersten bzw. letzten Element innerhalb der WerkzeugleistePOS1, ENDEEmpfohlen

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
360RolleDie Rolle Werkzeugleiste muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
361Desktop: ElementhierarchieDie Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb der Werkzeugleiste müssen an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 11.5.2.9
362AusrichtungDie Ausrichtung der Werkzeugleiste (vertikal oder horizontal) muss an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8
363NameSofern die Werkzeugleiste eine Beschriftung oder Beschreibung besitzt, müssen diese als Accessible Name bzw. Accessible Description übermittelt werden (siehe Beschriftung und Beschreibung).

Hinweis: Wenn die Seite mehrere Werkzeugleisten enthält, müssen diese einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.

MussEN 301 549:
11.2.4.6, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8
364TastaturkürzelBesitzen die Werkzeugleiste oder Bedienelemente innerhalb der Werkzeugleiste visuell sichtbare Tastaturkürzel, so müssen diese an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549:
9.1.3.1, 11.1.3.1
365BedienungDie Elemente der Werkzeugleiste müssen mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17

Praxistipp Werkzeugleiste in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe

Bei TAB-Navigation:

Mit dem virtuellen Cursor:

HTML

In HTML existiert kein Element für Werkzeugleisten. Stattdessen können Schalter und weitere Bedienelemente in einer Liste (<menu> und <li>), beschrifteten Region (z. B. <section>) oder einer Formularfeldgruppe (<fieldset>, beschriftet mit <legend>) gruppiert werden. Die Navigation zwischen den Elementen erfolgt dann allerdings mit der TAB-Taste und nicht mit den Pfeiltasten. Um die effiziente Tastaturnavigation zu unterstützen, sollte die Region bzw. Formularfeldgruppe übersprungen werden können (siehe Praxistipp Effiziente Navigation).

Weitere Informationen: 4.4.7 The menu element - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link), 4.3.3 The section element - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link) 4.10.15 The fieldset element - HTML Standard (whatwg.org)

ARIA

Bei der Umsetzung von Werkzeugleisten sollte Folgendes beachtet werden:

Weitere Informationen: toolbar role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Toolbar Pattern | APG | WAI | W3C

Gruppe

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Synonyme: Formularfeldgruppe, Gruppenfeld, Gruppierung, Groupbox

Siehe auch: Überschriften, Formular, Werkzeugleiste

Gruppen dienen der Zusammenfassung von inhaltlich zusammengehörigen Elementen (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.15). Die Gruppe besitzt eine Beschriftung, die als Gruppenbeschriftung für die enthaltenen Elemente dient.

Abbildung: Gruppierte Radiobuttons mit einer Gruppenbeschriftung

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
366KontrastDer visuelle Indikator für die Gruppe (z. B. der Rahmen um die Gruppe) muss zum Hintergrund oder benachbarten Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.

Ausnahmen:
  • Der visuelle Indikator wurde nicht farblich, sondern räumlich gestaltet (z. B. mittels geeigneter Abstände zwischen der Gruppe und Inhalten außerhalb der Gruppe).

  • Ein visueller Indikator ist nicht notwendig, weil z. B. die Gruppe die gesamte Maske umfasst.

MussEN 301 549:
9.1.4.11, 11.1.4.11
367KontrastDie Beschriftung der Gruppe muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen.

Hinweis: Bei großer Schrift (ab 24 px bzw. ab 18,7 px bei fettem Schriftschnitt) ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 ausreichend.

MussEN 301 549:
9.1.4.3, 11.1.4.3
368BeschriftungDie Beschriftung der Gruppe muss aussagekräftig sein.

Hinweis: Um das zu erreichen, soll die Beschriftung der Gruppe knapp und eindeutig sein.

MussEN 301 549:
9.2.4.6, 11.2.4.6
369BeschriftungDie Beschriftung der Gruppe soll eindeutig und innerhalb des Kontexts verständlich sein.SollDIN EN ISO 9241-171: 8.1.2, 8.1.3
370BeschriftungInhaltlich zusammengehörige Formularelemente sollen gruppiert und mit einer Beschriftung versehen werden.

Hinweis: Dies gilt insbesondere für Gruppen von [](Radiobuttons) und Checkboxen.

SollDIN EN ISO 9241-125: 5.1.8

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
370RolleDie Rollen „Gruppe“ oder ggf. eine spezifische Rolle für den jeweiligen Gruppentyp muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 11.5.2.5
371Web: GliederungAlle visuell wahrnehmbaren Seitenbereiche müssen auch programmatisch wahrnehmbar sein, z. B. über
  • Überschriften,

  • Regionen,

  • sonstige Gruppierungen.

MussEN 301 549: 9.1.3.1
372NameDie Gruppe muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.MussEN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
373Desktop: ElementhierarchieDie Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb der Gruppe müssen an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 11.5.2.9

Praxistipp Formularfeldgruppen in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe

Hinweise:

HTML

Formularfeldgruppen werden mit dem <fieldset>-Element ausgezeichnet und dienen der Gruppierung von zusammengehörenden Formularfeldern, insbesondere bei Radiobuttons. Die Formularelemente, die zur Gruppe gehören, sind im Quellcode innerhalb des <fieldsets> verschachtelt. Die Beschriftung der Formularfeldgruppe erfolgt mit dem <legend>-Element, welches sich als erstes Kindelement im <fieldset> befinden sollte. Weil die Beschriftung der Gruppe vor der Beschriftung der enthaltenen Formularelemente ausgegeben wird, sollte Folgendes beachtet werden:

Gemäß HTML-Spezifikation kann das <legend>-Element Bedienelemente enthalten. Dies wird jedoch von den Assistenztechnologien teilweise nicht unterstützt, so dass empfohlen wird, im <legend>-Element lediglich die Beschriftung der Formularfeldgruppe in Textform aufzunehmen. Das <fieldset>-Element kann mit disabled als deaktiviert ausgezeichnet werden. Dies bewirkt, dass alle enthaltenen Formularelemente deaktiviert sind (mit Ausnahme von Formularelementen, die sich im <legend>-Element befinden).

Weitere Informationen: 4.10.15 The fieldset element - HTML Standard (whatwg.org), [4].10.16 The legend element - HTML Standard (whatwg.org)](https://html.spec.whatwg.org/multipage/form-elements.html#the-legend-element)

ARIA

Wird die Formularfeldgruppe nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte zusätzlich Folgendes beachtet werden:

Weitere Informationen: group role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), radiogroup role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link)

Liste

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Synonyme: List

Siehe auch: Auswahlliste, Baumstruktur, Tabelle

Eine Liste dient der strukturierten Anzeige von Daten. Eine Liste enthält mehrere Listeneinträge. Listen können sortiert oder unsortiert sein. Listen können ineinander verschachtelt sein. Häufig besitzen Listen einen visuellen Indikator am Beginn jedes Listeneintrags, ein sogenanntes Aufzählungszeichen, z. B.

Listeneinträge können Bedienelemente enthalten.

Abbildung: Unsortierte und sortierte Liste

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
374KontrastDer Textinhalt der Listeneinträge muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen.

Hinweis: Dies gilt bei sortierten Listen auch für die Aufzählungszeichen, sofern diese eine Information vermitteln (z. B. eine Zahl oder einen Buchstaben enthalten).

MussEN 301 549:
9.1.4.3, 11.1.4.11
375KontrastSind die Listeneinträge ausschließlich aufgrund ihrer farblichen Gestaltung als solche zu erkennen, muss diese Farbe zu benachbarten Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.

Hinweis 1: Ein Listeneintrag kann z. B. aufgrund seines Aufzählungszeichens oder seiner Hintergrundfarbe als solcher erkennbar sein.

Hinweis 2: Die Anforderung gilt nicht, wenn die Listeneinträge z. B. aufgrund der Abstände untereinander eindeutig als solche zu erkennen sind.

MussEN 301 549:
9.1.4.11, 11.1.4.11
376KontrastDie grafischen Inhalte der Listeneinträge müssen muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.

Hinweis: Dies gilt bei sortierten Listen auch für die grafischen Aufzählungszeichen, sofern diese eine Information vermitteln.

MussEN 301 549:
9.1.4.11, 11.1.4.11
377VergrößerungKein Listeneintrag darf bei 400% Zoom breiter als 320 px sein, damit deren Inhalte ohne horizontales Scrollen wahrnehmbar sind.MussEN 301 549:
9.1.4.10, 11.1.4.10
378HierarchieWenn die Liste verschachtelte Listen enthält, soll die Hierarchie deutlich sichtbar sein.

Hinweis: Verschachtelte Listen werden meist durch Einrückung dargestellt. Darüber hinaus können je nach Hierarchie-Ebene unterschiedliche Aufzählungszeichen verwendet werden.

SollDIN EN ISO 9241-125: 6.1.2
379FokussichtbarkeitErhält ein Listeneintrag oder ein Element in diesem den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549:
9.2.4.7, 11.2.4.7

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
380TastaturbedienungAlle Bedienelemente innerhalb der Liste müssen mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2
381KlickbereichDer Klickbereich der Bedienelemente innerhalb der Liste soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung).SollWCAG 2.2

Tastaturbedienung Liste (in einer Anwendung, die den virtuellen Cursor unterstützt)

Bei Anwendungen, die den virtuellen Cursor unterstützen, erhalten die Liste und deren Listeneinträge nicht den Tastaturfokus. Lediglich interaktive Elemente innerhalb der Listeneinträge sollen mit der Tastatur erreicht und bedient werden können.

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren interaktiver Elemente in der ListeTABErforderlich
Verlassen interaktiver Elemente in der ListeTABErforderlich
Bedienung interaktiver Elemente in der ListeEntsprechend des jeweiligen ElementsErforderlich

Tastaturbedienung Liste (in einer Anwendung, die den virtuellen Cursor nicht unterstützt)

Bei Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen, muss jeder Listeneintrag den Fokus erhalten können, damit deren Inhalte mit Assistenztechnologie (z. B. Screenreader) wahrnehmbar sind.

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren der Liste (erster bzw. zuletzt fokussierter Listeneintrag)TABErforderlich
Verlassen der ListeTABErforderlich
Zellenweise Navigation innerhalb der Tabelle im NavigationsmodusPFEIL AUF/ABErforderlich
Schnellnavigation (zum ersten bzw. letzten Listeneintrag)POS 1, ENDEEmpfohlen
Schnellnavigation (mit einer fest definierten Schrittweite)BILD AUF/AB

Hinweis: Die Schrittweite soll mit der Anzahl der sichtbaren Listeneinträge übereinstimmen.

Empfohlen

Hinweis: In den Programmiersprachen für Software gibt es häufig kein Element für Listen. Stattdessen werden für unverschachtelte Listen Auswahllisten und für verschachtelte Listen Baumstrukturen verwendet. In diesem Fall soll die Auswahlliste bzw. Baumstruktur in der Beschriftung oder Beschreibung einen Hinweis enthalten, dass sie nur der Darstellung von Inhalten und nicht der Auswahl dient.

Zeigeinstrumentbedienung Liste

AktionTasteKlassifizierung
Bedienung interaktiver ElementeEntsprechend des jeweiligen ElementsErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
382RolleDie Rollen (sortierte bzw. unsortierte) Liste und Listeneintrag müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
383RolleDie Rollen Liste und Listeneintrag dürfen nur für Listen verwendet werden. Layoutlisten, die lediglich der visuellen Gestaltung und nicht der Anzeige strukturierter Daten dienen, dürfen nicht mit diesen Rollen ausgezeichnet werden.MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1
384NameSofern die Liste eine Beschriftung oder Beschreibung besitzt, müssen diese als Accessible Name bzw. Accessible Description übermittelt werden (siehe Beschriftung und Beschreibung).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8
385BedienungDie Liste bzw. die darin enthaltenen interaktiven Elemente müssen mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17
386AktualisierungAktualisierungen hinsichtlich der Listeninhalte müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
387Desktop: PositionGröße und Position der Listeneinträge und der darin befindlichen interaktiven Elemente müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13
388ElementhierarchieDie Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb der Liste müssen an die Accessibility API übermittelt werden.

Hinweis 1: Die Assistenztechnologie benötigt diese Informationen, um u. a. die Anzahl der Listeneinträge, deren Position innerhalb der Liste und die Hierarchie verschachtelter Listen ermitteln zu können.

Hinweis 2: So ist es nicht zulässig, dass eine Liste programmatisch in verschiedene Listen aufgeteilt wird.

MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 11.5.2.9
389AufzählungszeichenDas Aufzählungszeichen muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1

Praxistipp Listen in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe von sortierten und unsortierten Listen

Mit dem virtuellen Cursor:

Hinweis: Die Windows-Sprachausgabe gibt aufgrund des impliziten bzw. expliziten aria-level bei jedem Listeneintrag fälschlicherweise „Überschriftenebene [Zahl]“ aus.

HTML

Unsortierte Listen werden mit <ul> und <li> ausgezeichnet. Für Bedienelemente, die sich in einer Liste befinden, kann anstelle von<ul> auch <menu> verwendet werden. Das <menu>-Element wird mit der Semantik des <ul>-Elements an die Accessibility API übermittelt.

Sortierte Listen werden mit <ol> und <li> ausgezeichnet. Bei sortierten Listen kann der Startwert mit start angegeben, die Richtung mit reversed geändert und der Typ des Aufzählungszeichens mit type festgelegt werden.
Verschachtelte Listen werden umgesetzt, indem eine Liste (<ol> oder <ul>) sich innerhalb eines <li>-Elements der übergeordneten Liste befindet.

Der Unterschied zwischen einer sortierten und unsortierten Liste, d. h. zwischen <ol> und <ul>, ist visuell und mit Assistenztechnologie nur anhand der Aufzählungszeichen zu erkennen. Somit sollten die Aufzählungszeichen mit dem Listentyp übereinstimmen.

Es sollten einfache Aufzählungszeichen wie disc für unsortierte Listen oder decimal bzw. lower-latin für sortierte Listen gewählt werden, um die korrekte Ausgabe zu gewährleisten und nicht unnötig zu verlängern. Die folgenden beispielhaften Werte der CSS-Eigenschaft list-style-type werden von den Screenreadern JAWS (erster Eintrag), NVDA (zweiter Eintrag, sofern abweichend) und der Windows Sprachausgabe (dritter Eintrag, sofern abweichend) wie folgt ausgegeben:

Listenzeichen mit list-style-image werden von JAWS und NVDA nicht und von der Windows Sprachausgabe als „Bild“ (ohne Alternativtext) ausgegeben.

Weitere Informationen: 4.4.5 The ol element - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link), 4.4.6 The ul element - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link), 4.4.7 The menu element - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link), 4.4.8 The li element - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link)

ARIA

Wird die Liste nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte u. a. Folgendes beachtet werden:

Weitere Informationen: list role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link)

Tabelle

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Synonyme: Table

Siehe auch: Liste, Hierarchische Tabelle

Eine Tabelle dient der strukturierten Anzeige von Daten (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.44).

Eine Tabelle besteht aus Zellen, die in Spalten und Zeilen angeordnet sind. Meist befinden sich in der ersten Zeile die Spaltenüberschriften und häufig in der ersten Spalte die Zeilenüberschriften. Darüber hinaus können Tabellen verschiedene Funktionalitäten enthalten, z. B.

Die Anforderungen an die einzelnen Bedienelemente innerhalb der Tabelle werden beim jeweiligen Bedienelement beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen für das gesamte Element beschrieben.

Abbildung: Tabelle mit Spalten- und Zeilenüberschriften.

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
390KontrastDie Textinhalte der Tabellenzellen müssen zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3
391KontrastDie grafischen Inhalte der Tabellenzellen müssen zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
392KontrastGrafisch übermittelte Statusunterschiede zwischen den Tabellenzellen müssen zum Hintergrund bzw. zu den Zellen mit einem anderen Status ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.

Hinweis: Das gilt z. B. für den Status „gewählt“, „sortiert“ oder „bearbeitbar“.

SollEN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1, 9.1.4.11, 11.1.4.11
393KontrastSind die Tabellenzellen ausschließlich aufgrund ihrer farblichen Gestaltung als solche zu erkennen, muss diese Farbe zu benachbarten Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.

Hinweis 1: Eine Zelle kann z. B. aufgrund ihres Rahmens oder ihrer Hintergrundfarbe als solche erkennbar sein.

Hinweis 2: Die Anforderung gilt nicht, wenn die Zellen z. B. aufgrund der Abstände untereinander eindeutig als solche zu erkennen sind.

SollEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
394BeschriftungDie Spalten und Zeilen müssen über Spalten- und Zeilenüberschriften beschriftet werden.

Hinweis: Die gesamte Tabelle kann ebenfalls beschriftet werden.

MussEN 301 549: 11.5.2.6
395WertTabellen sollen keine Zeilen oder Spalten besitzen, die nur leere Zellen besitzen.SollEN 301 549: 11.5.2.7
396VergrößerungKeine Tabellenzelle darf bei 400% Zoom breiter als 320 px sein, damit deren Inhalte ohne horizontales Scrollen wahrnehmbar sind.MussEN 301 549: 9.1.4.10, 11.1.4.10
397FokussichtbarkeitErhält eine Tabellenzelle oder ein Element in dieser den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
398TastaturbedienungAlle Bedienelemente innerhalb der Tabelle müssen mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).

Hinweis 1: Dies gilt auch für Funktionen, die über die Spaltenüberschriften aufgerufen werden können, wie z. B. das Sortieren der Zellinhalte oder das Anpassen der Spaltenbreite über die Bereichstrenner zwischen den Spaltenüberschriften.

Hinweis 2: Alternativ können Bedienelemente außerhalb der Tabelle verwendet werden, um Tabellenfunktionalitäten zu ermöglichen.

Hinweis 3: Werden Tastaturkürzel eingesetzt, um die Tastaturbedienung zu ermöglichen, müssen diese in der Anwendung und Hilfe beschrieben werden.

Hinweis 4: Die Bedienung der Elemente darf nicht in den Konflikt mit der Navigation durch die Tabelle geraten. Wenn z. B. mit den Pfeiltasten durch die Tabelle navigiert werden kann, darf die Tabelle keine Bedienelemente enthalten, die mit den Pfeiltasten bedient werden, außer es kann in den Bearbeitungsmodus gewechselt werden.

MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2
399KlickbereichDer Klickbereich der Bedienelemente innerhalb der Tabelle soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung).SollWCAG 2.2

Tastaturbedienung Tabelle (in einer Anwendung, die den virtuellen Cursor unterstützt)

Bei Anwendungen, die den virtuellen Cursor unterstützen, erhalten die Tabellen und deren Zellen nicht den Tastaturfokus. Lediglich interaktive Elemente innerhalb der Tabellenzellen sollen mit der Tastatur erreicht und bedient werden können. Dies gilt nur, sofern die Tabelle nicht mit role=grid ausgezeichnet ist. Tabellen mit role=grid werden wie Tabellen in Anwendungen ohne virtuellen Cursor bedient (siehe folgenden Abschnitt).

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren interaktiver Elemente in der TabelleTABErforderlich
Verlassen interaktiver Elemente in der TabelleTABErforderlich
Bedienung interaktiver Elemente in der TabelleEntsprechend des jeweiligen ElementsErforderlich

Tastaturbedienung Tabelle (in einer Anwendung, die den virtuellen Cursor nicht unterstützt)

Bei Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen, sowie bei Tabellen, die mit role=grid ausgezeichnet wurden, muss jede Tabellenzelle den Fokus erhalten können, damit deren Inhalte mit Assistenztechnologie (z. B. Screenreader) wahrnehmbar sind. Es ist nicht ausreichend, wenn z. B. nur zeilenweise durch die Tabelle navigiert werden kann. Bei Tabellen in Anwendungen, die den virtuellen Cursor nicht unterstützen, wird zwischen dem Navigations- und Bearbeitungsmodus unterschieden:

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren der TabelleTABErforderlich
Verlassen der TabelleTABErforderlich
Zellenweise Navigation innerhalb der Tabelle im NavigationsmodusPFEIL AUF/AB/LINKS/RECHTSErforderlich
Horizontale Schnellnavigation im Navigationsmodus (Navigation zur ersten bzw. letzten Zelle in der aktuellen Zeile)POS 1, ENDEErforderlich bei vielen Spalten
Vertikale Schnellnavigation im Navigationsmodus (mit einer fest definierten Schrittweite)BILD AUF/AB

Hinweis: Die Schrittweite soll mit der Anzahl der sichtbaren Zeilen übereinstimmen.

Erforderlich bei vielen Zeilen
Schnellnavigation im Navigationsmodus (Navigation zur ersten bzw. letzten Zelle in der aktuellen Zeile)STRG+POS 1, STRG+ENDEErforderlich bei vielen Zeilen und Spalten
Schnellnavigation im Navigationsmodus (Navigation zur ersten bzw. letzten Zelle in der Tabelle)STRG+POS 1, STRG+ENDEEmpfohlen
Wechsel in den BearbeitungsmodusF2, EINGABE, [Texteingabe bei Eingabefeldern]Erforderlich, wenn Bearbeitungsmodus vorhanden
Wechsel in den NavigationsmodusF2, EINGABE, ESC

Hinweis: Bei ESC sollen die vorgenommenen Änderungen in der Tabellenzelle verworfen werden.

Erforderlich, wenn Bearbeitungsmodus vorhanden
Navigation innerhalb der Zelle im BearbeitungsmodusTabErforderlich, wenn Bearbeitungsmodus vorhanden
Bedienung interaktiver Elemente im BearbeitungsmodusEntsprechend des jeweiligen ElementsErforderlich, wenn Bearbeitungsmodus vorhanden
Bedienung eines interaktiven Elements im Navigationsmodus (sofern die Zelle nur dieses Element enthält und das Element nicht mit den Pfeiltasten bedient wird)Entsprechend des jeweiligen Elements (z. B. EINGABE für Links und LEER für Schalter oder Checkboxen)

Hinweis: Elemente, die mit den Pfeiltasten bedient werden, dürfen sich nicht in Tabellen ohne Bearbeitungsmodus befinden, da die Pfeiltasten zur Navigation durch die Tabelle genutzt werden.

Erforderlich, wenn kein Bearbeitungsmodus vorhanden
Bedienung eines interaktiven Elements im Navigationsmodus (sofern die Zelle nur dieses Element enthält und das Element nicht mit den Pfeiltasten bedient wird)Entsprechend des jeweiligen Elements (z. B. EINGABE für Links und LEER für Schalter oder Checkboxen)Empfohlen, wenn Bearbeitungsmodus vorhanden
Auswählen von Tabellenzellen, -zeilen, -spalten
  • Per Checkboxen bzw. Radiobuttons oder

  • LEER

Hinweis: Die Auswahl benachbarter und nicht-benachbarter Zellen, Zeilen oder Spalten erfolgt wie beim Element Mehrfach-Auswahlliste beschrieben.

Erforderlich, wenn Auswählen möglich ist

Tabelle 1: Zeigeinstrumentbedienung Tabelle

AktionTasteKlassifizierung
Bedienung interaktiver ElementeEntsprechend des jeweiligen ElementsErforderlich
Auswählen von Tabellenzellen, -zeilen, -spalten
  • Per Linksklick auf die Checkboxen bzw. Radiobuttons oder

  • Linksklick auf eine Zelle, die kein Bedienelement enthält

Hinweis: Die Auswahl benachbarter und nicht-benachbarter Zellen, Zeilen oder Spalten erfolgt wie beim Element Mehrfach-Auswahlliste beschrieben.

Erforderlich wenn Auswählen möglich ist

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
400RolleDie Rollen Tabelle, Tabellenbeschriftung, Tabellenzeile, Spaltenüberschrift, Zeilenüberschrift und Tabellenzelle müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
401RolleDie einzelnen Rollen für Tabellen dürfen nur für Datentabellen verwendet werden. Layouttabellen, die lediglich der visuellen Gestaltung und nicht der Anzeige tabellarischer Daten dienen, dürfen nicht mit diesen Rollen ausgezeichnet werden.MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1
402RolleInhalte, die mit der Tabelle assoziiert sind, aber keine tabellarischen Daten enthalten (wie z. B. die Paginierung), dürfen sich nicht innerhalb der Tabelle befinden.MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1
403NameDie Tabelle muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.MussEN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
404NameSofern die Tabelle eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
405StatusDer Status der Tabelle muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).

Hinweis: Das gilt z. B. für den Status „bearbeitbar“, „sortierbar“ oder „auswählbar“, sofern diese Funktionen nicht explizit über fokussierbare Bedienelemente wahrnehmbar ist.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
406StatusDer Status der Tabellenzellen muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).

Hinweis: Das gilt z. B. für den Status „gewählt“, „sortiert“ oder „deaktiviert“.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
407WertDer Inhalt der Tabellenzellen muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7
408Spalten- und ZeilenüberschriftenWenn die Tabelle Spalten- und Zeilenüberschriften besitzt, so müssen diese für jede Zelle an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 11.5.2.6
409Desktop: ElementhierarchieDie Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb der Tabelle müssen an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 11.5.2.9
410BedienungDie Tabelle bzw. die darin enthaltenen interaktiven Elemente müssen mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17
411AktualisierungAktualisierungen hinsichtlich der Tabelleninhalte und dem Status der Tabellenzellen müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
412Desktop: PositionGröße und Position der Tabellenzellen und der darin befindlichen interaktiven Elemente müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 11.5.2.5

Praxistipp Tabellen in Desktop-Anwendungen

Tabellen in Listenform

Einige Programmiersprachen für Desktop-Anwendungen ermöglichen nicht die Erstellung von Tabellen, welche die Anforderungen an die Navigation innerhalb der Tabelle (mit den Pfeiltasten) erfüllen. Stattdessen kann durch die Tabelle nur zeilenweise navigiert werden. Somit kann z. B. mit einem Screenreader die Tabelle nicht strukturiert wahrgenommen werden (weil die gesamte Zeile, ggf. ohne die dazugehörigen Spaltenüberschriften) ausgegeben werden. Darüber hinaus können dann meist auch die Bedienelemente in der Tabelle nicht mit der Tastatur bedient werden.
In folgenden Ausnahmefällen ist die Verwendung dieser Tabellen akzeptabel, sofern die verwendete Technologie keine Alternative anbietet:

Sofern diese Anforderungen nicht erfüllt werden können, muss eine andere Darstellungsform für die Daten gewählt werden.

Interaktive Elemente in der Tabelle

Einige Programmiersprachen für Software ermöglichen nicht die Erstellung von Tabellen, welche die hier genannten Anforderungen an die Bedienung interaktiver Elemente innerhalb von Tabellen erfüllen. In diesem Fall sollen interaktive Elemente innerhalb der Tabellen vermieden werden. Stattdessen sollen die Tabellen dann nur zur Anzeige von Daten verwendet werden und die zugehörigen interaktiven Elemente sollen sich außerhalb der Tabelle befinden. Beispiele:

Alternativ können Tastaturkürzel oder Kontextmenüs verwendet werden, um die Tastaturbedienung zu ermöglichen. In diesem Fall muss auf diese Bedienalternative in der Anwendung und Hilfe hingewiesen werden.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, zusätzlich zu den ggf. nicht barrierefreien Bedienelementen in der Tabelle die barrierefreie Bedienung über Bedienelemente außerhalb der Tabelle zu gewährleisten.

Hierarchische Tabelle

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Synonyme: Tabelle mit Baumstruktur, Treegrid, Tree table

Siehe auch: Tabelle, Baumstruktur, Akkordeon

Eine hierarchische Tabelle dient der strukturierten Anzeige von hierarchischen Daten in Spalten und Zeilen, wobei untergeordnete Daten zeilenweise ein- und ausgeblendet werden können. Ein Indikator bei den Zeilen zeigt an, ob die untergeordneten Zeilen ein- oder ausgeblendet sind.

Meist befinden sich in der ersten Zeile die Spaltenüberschriften und häufig in der ersten Spalte die Zeilenüberschriften. Hierarchische Tabellen können interaktive Elemente enthalten, z. B. Schalter zum Ausführen einer Aktion oder Checkboxen zur Auswahl einer Tabellenzeile.

Abbildung: Hierarchische Tabelle

Darstellung

Die Anforderungen an die Tabelle werden im Kapitel „Tabelle“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass in der Tabelle untergeordnete Zeilen ein- und ausgeblendet werden können.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
454KontrastDie Icons, die den Status der Tabellenzeilen anzeigen (ein- oder ausgeblendet), müssen zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549:
9.1.4.11, 11.1.4.11

Bedienung

Die Anforderungen an die Tabelle werden im Kapitel „Tabelle“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass in der Tabelle untergeordnete Zeilen ein- und ausgeblendet werden können.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
455KlickbereichDer Klickbereich der Elemente zum Ein- und Ausblenden untergeordneter Zeilen soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung).SollWCAG 2.2

Tastaturbedienung hierarchische Tabelle

AktionTasteKlassifizierung
Untergeordnete Zeilen ein- und ausblendenNicht standardisiert, d. h. die Bedienung sollte in der Anwendung und Hilfe beschrieben werdenErforderlich
Untergeordnete Zeilen ein- und ausblendenDoppelklick auf übergeordnete ZeileEmpfohlen

Zeigeinstrumentbedienung hierarchische Tabelle

AktionTasteKlassifizierung
Untergeordnete Zeilen ein- und ausblendenLinksklick auf Icon zum Ein- und AusblendenErforderlich
Untergeordnete Zeilen ein- und ausblendenDoppelklick auf übergeordnete ZeileEmpfohlen

Programmierung/Schnittstellen

Die Anforderungen an die Tabelle werden im Kapitel „Tabelle“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass in der Tabelle untergeordnete Zeilen ein- und ausgeblendet werden können.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
413RolleDie Rolle hierarchische Tabelle muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
414StatusDer Status der Tabellenzellen muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).

Hinweis: Dies bezieht sich auch auf den Status „geöffnet“ oder „geschlossen“ (in Bezug auf die untergeordneten Zeilen).

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
415Desktop: ElementhierarchieDie Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb der hierarchischen Tabelle müssen an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 11.5.2.9
416Desktop: ElementhierarchieDie Hierarchie-Ebene der Tabellenzeilen muss an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 11.5.2.9

Titelzeile

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Synonyme: Titel, Title

Siehe auch: Überschrift, Statuszeile

Die Titelzeile ist das oberste Element im Anwendungsfensters und enthält den Titel (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.47).

Der Text in der Titelzeile ist in der Regel einzeilig. Die Titelzeile kann ein Anwendungs-Icon enthalten. Der Titel des Fensters wird auch bei den Icons in der Taskleiste oder beim Wechsel zwischen den Anwendungen mit ALT+TAB angezeigt. Die Titelzeile enthält häufig interaktive Elemente (zum Schließen, Skalieren und Minimieren der Anwendung), die sich nicht im Tab-Kreislauf befinden.

Im Folgenden werden nur die Anforderungen beschrieben, die sich direkt auf die Titelzeile beziehen. Anforderungen an die Elemente innerhalb der Titelzeile sind beim jeweiligen Element beschrieben.

Hinweis: Die meisten Anforderungen an die Titelzeile beziehen sich ausschließlich auf Desktop-Anwendungen. Bei Web-Anwendungen stellt der Browser das Fenster mit der Titelzeile dar. Die Web-Anwendung selbst enthält keine Titelzeile. Allerdings wird über das <title>-Element die Beschriftung der Titelzeile des Browsers definiert.

Abbildung: Titelzeile

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
417BeschriftungDie Beschriftung der Titelzeile muss aussagekräftig sein.

Hinweis: Die Titelzeile soll den Anwendungsnamen und ggf. den Dokumenttitel/ Dateinamen oder den Zweck/die Funktion des Fensters enthalten.

MussEN 301 549: 9.2.4.2 11.2.4.6

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
418Desktop: TastaturbedienungDie Bedienelemente zum Schließen, Skalieren und Minimieren des Anwendungsfensters müssen mit der Tastatur bedient werden können (siehe Fenster).MussEN 301 549: 11.2.1.1
419Desktop: TastaturbedienungAlle sonstigen Bedienelemente innerhalb der Titelzeile müssen mit der Tastatur bedienbar sein. Die Bedienung dieser Elemente wird beim jeweiligen Element beschrieben.MussEN 301 549: 11.2.1.1
420KlickbereichDer Klickbereich der Bedienelemente innerhalb der Titelzeile soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung).SollWCAG 2.2

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
421Desktop: BedienungDie Schalter in der Titelzeile müssen mit Assistenztechnologie bedient werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17

Statuszeile

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Synonyme: Fußzeile, Statusinformation, Footer, Status bar

Siehe auch: Titelzeile

Die Statuszeile dient der Anzeige von Statusinformationen (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.40). Die Statuszeile kann darüber hinaus Bedienelemente enthalten. Die Statuszeile befindet sich in der Regel am unteren Rand des Fensters. Die Verwendung einer Statuszeile innerhalb des Anwendungsfensters ist optional.

Im Folgenden werden nur die Anforderungen beschrieben, die sich direkt auf die Statuszeile beziehen. Anforderungen an die Elemente innerhalb der Statuszeile sind beim jeweiligen Element beschrieben.

Abbildung: Statuszeile

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
422TastaturbedienungDie Bedienelemente der Statuszeile müssen mit der Tastatur bedient werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).MussEN 301 549: 11.2.1.1
423KlickbereichDer Klickbereich der Bedienelemente innerhalb der Statuszeile soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung).SollWCAG 2.2

Tastaturbedienung Statuszeile

AktionTasteKlassifizierung
Navigation zur StatuszeileErforderlich
Navigation aus der Statuszeile
  • Desktop: F6 oder TAB

  • Web: TAB oder dokumentiertes Tastenkürzel

Erforderlich
Navigation innerhalb der StatuszeileTABErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
424RolleDie Rolle Statuszeile muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 11.4.1.2, 11.5.2.5
425AktualisierungWichtige Statusmeldungen müssen so ausgezeichnet werden, dass sie von Assistenztechnologien ausgegeben werden, ohne dass sie den Tastaturfokus erhalten.

Hinweis: Wichtige Statusmeldungen wären z. B. Fehlermeldungen. Unwichtig wäre in einer Textverarbeitung die Statusmeldung über die Anzahl der eingegebenen Zeichen, zumal sich diese nach bei der Eingabe ständig ändern würde.

MussEN 301 549: 11.4.1.3.1

Modaler Dialog

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Synonyme: Dialogfenster, Message, Pop-up, Dialog, Dialogbox

Siehe auch: Fenster, Tooltip, Fehlermeldung

Ein modaler Dialog dient der Anzeige wichtiger Informationen und Bedienelemente in einem separaten Bereich. Ein modaler Dialog blockiert die Bedienung des Anwendungsfensters im Hintergrund (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.10).

Ein modaler Dialog enthält immer einen Text und einen oder mehrere Schalter, mit denen der Dialog geschlossen werden kann. Darüber hinaus kann der modale Dialog eine Titelzeile und Statusleiste sowie weitere Bedienelemente, Grafiken etc. enthalten.

Die Anforderungen an die Inhalte des modalen Dialogs werden beim jeweiligen Element beschrieben. Hier werden nur spezifische Anforderungen für den modalen Dialog beschrieben.

Beispiele:

Abbildung: Modaler Dialog

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
426VergrößerungDer modale Dialog muss bis auf 200% skaliert werden können. Bei der Skalierung darf kein Inhalts- oder Funktionsverlust erfolgen (siehe Vergrößerung).

Hinweis: Fixierte Kopf- und Fußzeilen im modalen Dialog sollen vermieden werden, weil diese dazu führen, dass der vertikal scrollbare Hauptbereich zu klein wird.

MussEN 301 549: 9.1.4.4, 11.1.4.4.1
427VergrößerungDer modale Dialog muss bei 320px Bildschirmbreite vollständig und ohne horizontales Scrollen angezeigt werden. Wenn der modale Dialog notwendig zweidimensionale Inhalte, wie Tabellen, enthält, dürfen diese horizontal scrollbar sein (siehe Vergrößerung).MussEN 301 549: 9.1.4.10, 11.1.4.10
428SichtbarkeitDer Dialog muss sich deutlich vom Hintergrund abheben.

Hinweis 1: Dies kann z. B. durch einen Rahmen beim Dialog oder Ausgrauen des Hintergrunds erfolgen.

Hinweis 2: Das gilt auch bei Verwendung der Windows-Kontrastanpassung.

MussEN 301 549: 11.1.4.11; 9.1.4.11
429Web: BeschriftungWenn der modale Dialog in einem separaten Browser-Fenster angezeigt wird, muss er eine aussagekräftige Beschriftung besitzen.

Hinweis: Für die Beschriftung wird das <title>-Element verwendet.

MussEN 301 549: 9.2.4.2
430BeschriftungDer modale Dialog muss eine aussagekräftige Beschriftung besitzen.

Hinweis: Die Beschriftung kann sich in der Titelzeile befinden.

MussEN 301 549: 9.2.4.5, 11.2.4.6

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
431TastaturbedienungDer modale Dialog muss mit der Tastatur geöffnet, bedient und geschlossen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1
432TastaturbedienungWenn der modale Dialog geöffnet wird, muss der Tastaturfokus in den Dialog gesetzt werden.

Hinweis: In der Regel soll der Tastaturfokus an den Beginn des modalen Dialogs gesetzt werden. Bei einfachen modalen Dialogen kann der Fokus auch auf einen Schalter am Ende (z. B. „Ok“ oder „Abbrechen“) gesetzt werden, sofern sichergestellt wird, dass der Dialogtitel und -text vom Screenreader beim Öffnen des Dialogs automatisch ausgegeben wird.

MussEN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3
433TastaturbedienungSolange der modale Dialog geöffnet ist, muss der Tastaturfokus innerhalb des Dialogs verbleiben.MussEN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3
434TastaturbedienungWenn der modale Dialog geschlossen wird, muss der Tastaturfokus auf das auslösende Element oder auf ein Element, mit dem die Arbeit schlüssig fortgesetzt werden kann, zurückgesetzt werden.

Hinweis: Das Zurücksetzen auf das auslösende Element ist z. B. nicht möglich, wenn dieses durch die Bedienung des Dialogs entfernt wurde. In diesem Fall empfiehlt es sich meist, den Tastaturfokus auf ein Element vor oder nach dem auslösenden Element zu setzen.

MussEN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3

Tastaturbedienung modaler Dialog

AktionTasteKlassifizierung
Navigation innerhalb des modalen DialogsTABErforderlich
Schließen des modalen Dialogs
  • Desktop: ESC, ALT+F4

  • Web: ESC

Erforderlich

Zeigeinstrumentbedienung modaler Dialog

AktionTasteKlassifizierung
Schließen des modalen DialogsLinksklick auf entsprechenden SchalterErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
435RolleDie Rolle modaler Dialog muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
436NameSofern der modale Dialog eine Beschriftung oder Beschreibung besitzt, müssen diese als Accessible Name bzw. Accessible Description übermittelt werden (siehe Beschriftung und Beschreibung).

Hinweis 1: Die Teilzeile oder Hauptüberschrift des Dialogs sollen als Accessible Name verwendet werden.

Hinweis 2: Enthält der modale Dialog nur wenig Textinhalte, so können diese als Accessible Description übermittelt werden.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8
437Desktop: ElementhierarchieDie Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb des Dialogs müssen an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 11.5.2.9
438PositionGröße und Position des modalen Dialogs müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokussichtbarkeit).MussEN 301 549: 11.5.2.5

Bedienelemente

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Inhaltsverzeichnis

Bereichstrenner

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Synonyme: Trenner, Separator, Window Splitter, Splitter

Siehe auch: Griff, Schieberegler, Scrollbalken

Ein Bereichstrenner dient dem Skalieren eines Seitenbereichs oder von zwei benachbarten Seitenbereichen. Bereichstrenner werden auch zum Skalieren von Tabellenspalten und -zeilen verwendet.

Ein Bereichstrenner befindet sich zwischen zwei Seitenbereichen und besteht aus einem Balken und ggf. einem Griff. Bereichstrenner können verschiedene Ausprägungen besitzen:

Abbildung: Bereichstrenner

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
438KontrastDer Balken oder Griff des Bereichstrenners muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
439FokussichtbarkeitErhält der Bereichstrenner den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
440TastaturbedienungDer Bereichstrenner muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).

Alternativ muss der Bereich per Tastatur skaliert werden können, wenn sich der Fokus im skalierbaren Bereich befindet. In diesem Fall muss die Tastaturbedienung des Bereichstrenners in der Anwendung bzw. Hilfe erläutert werden. Darüber hinaus muss dann sichergestellt werden, dass ein per Bedienung des Bereichstrenners ausgeblendeter Bereich auch wieder eingeblendet werden kann.

Ausnahme: Wenn der Bereichstrenner keine relevante Funktion besitzt, muss er nicht tastaturbedienbar sein. Dies gilt z. B., wenn der Bereichstrenner der Skalierung von Seitenbereichen dient, in der Standarddarstellung alle Inhalte vollständig wahrnehmbar sind und die Skalierung keinen Mehrwert bringt.
MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2
441Zeigeinstrument-BedienungDie Zeigeinstrumentbedienung des Bereichstrenners darf nicht komplex sein.

Hinweise: Komplexe Zeigeinstrumentbedienung ist

  • Mehrpunktbedienung (z. B. Wischen mit mehreren Fingern),

  • pfadbasierte Bedienung (bei der nicht nur Anfangs- und Endpunkt der Zeigeinstrumentbedienung relevant sind, sondern mindestens ein Zwischenpunkt).

MussEN 301 549: 9.2.5.1, 11.2.5.1
442Zeigeinstrument-BedienungDer Bereichstrenner soll auch ohne ziehende Zeigeinstrumentbedienung bedient werden können.

Hinweis: Das kann z. B. erreicht werden, indem mit Klick der Bereichstrenner aktiviert und anschließend die Zielposition angeklickt wird.

SollWCAG 2.2
443AktualisierungenBei Fokussierung und Bedienung des Bereichstrenners darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen.MussEN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1, 9.3.2.2, 11.3.2.2
444KlickbereichDer Klickbereich des Bereichstrenners soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung).SollWCAG 2.2: 2.5.8 (AA)

Tastaturbedienung Bereichstrenner

Hinweis: Die folgenden Anforderungen gelten nur, wenn der Bereichstrenner mit der Tastatur den Fokus erhält.

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren des BereichstrennersTABErforderlich
Verlassen des BereichstrennersTABErforderlich
Bedienung der BereichstrennersPFEIL AUF/AB, PFEIL LINKS/RECHTS (je nach Ausrichtung des Bereichstrenners)Erforderlich
Bedienung der Bereichstrenners (minimale und maximale Skalierung)POS1, ENDEEmpfohlen
Wechsel zwischen aktueller, minimaler und maximaler SkalierungEINGABE
LEER
Empfohlen

Zeigeinstrumentbedienung Bereichstrenner

AktionTasteKlassifizierung
Bedienung der BereichstrennersLinksklick und Ziehen des Balkens oder Griffs (Drag & Drop)Erforderlich
Bedienung der BereichstrennersLinksklick zur Aktivierung, Bewegen des Zeigegeräts, Linksklick an der ZielpositionEmpfohlen

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
445RolleDie Rolle des Bereichstrenners muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
446WertDer Wert des Bereichstrenners muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).

Hinweis: Der Wert des Bereichstrenners wird häufig im Bereich von 0% bis 100% angegeben.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7
447Desktop: WertebereichMinimal- und Maximalwert des Bereichstrenners müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 11.5.2.7
448StatusDer Status des Bereichstrenners muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
449AusrichtungDie Ausrichtung des Bereichstrenners (vertikal oder horizontal) muss an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2
450NameDer Bereichstrenner muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.

Hinweis: Ein Bereichstrenner besitzt in der Regel keine sichtbare Beschriftung. Der Name des Bereichstrenners kann den Accessible Name der skalierbaren Bereiche enthalten.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17
451BedienungWenn der Bereichstrenner den Tastaturfokus erhält, muss er mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können. Andernfalls muss die Bedienalternative auch mit Assistenztechnologie bedienbar sein (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17
452AktualisierungAktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names, Werts oder Status des Bereichstrenners müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
453Desktop: PositionGröße und Position des Griffs (sofern vorhanden) bzw. des Bereichstrenners (sofern ohne Griff) müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 11.5.2.5

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Synonyme: Querverweis, Verweis, Verknüpfung, Hypertext-Link, Hyperlink

Siehe auch: Schalter, Menü, Image Map

Links ermöglichen die Navigation zu einer festgelegten Stelle (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.23).

Ein Link besitzt eine textliche oder grafische Beschriftung (z. B. ein Icon). Links besitzen meist einen visuellen Indikator, um den Link als solchen kenntlich zu machen, dies gilt insbesondere für Textlinks. Als visueller Indikator für Textlinks wird in der Regel eine Unterstreichung und eine abweichende Farbe verwendet.

Abbildung: Text in Normalschrift und schwarz, Link in Fettschrift, unterstrichen und farbig
Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
454KontrastWenn der Link eine Textbeschriftung besitzt, muss diese zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3
455KontrastWenn der Link eine grafische Beschriftung besitzt, muss diese zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
456KontrastWenn der Link ausschließlich aufgrund seiner Textfarbe als Link zu erkennen ist, muss das Kontrastverhältnis zwischen der Farbe benachbarter Textinhalte und der Textfarbe des Links mindestens 3:1 betragen.MussEN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1
457KontrastWenn der Link ausschließlich aufgrund eines grafischen Elements (z. B. Unterstreichung oder Icon) als Link zu erkennen ist, muss das Kontrastverhältnis zwischen grafischem Element und Hintergrundfarbe mindestens 3:1 betragen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
458KontrastWenn der Status des Links grafisch übermittelt wird, so muss das Kontrastverhältnis zwischen grafischem Element und Hintergrundfarbe mindestens 3:1 betragen.

Hinweis: Mit Status sind u. a. auch die folgenden Informationen gemeint:

  • verlinktes Dokumentformat (z. B. PDF),

  • Linkziel (z. B. interne oder externe Links),

  • Linktyp (z. B. Link zu einer Telefonnummer oder Email-Adresse),

  • Position in der Anwendung (z. B. Link zur aktuellen Seite).

MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
459BeschriftungDie sichtbare Beschriftung des Links muss mit dem Link-Namen, der an die Accessibility API übermittelt wird, übereinstimmen oder in diesem enthalten sein (siehe Beschriftung).MussEN 301 549 9.2.5.3, 11.2.5.3
460BeschriftungDer Linkzweck muss aus der Linkbeschriftung oder dem programmatisch verknüpften Linkkontext ermittelbar sein.

Hinweis 1: Bei Desktop-Anwendungen gilt z. B. ein Tooltip, eine Beschriftung einer Gruppe oder eine Beschreibung als Linkkontext, sofern sie programmatisch mit dem Link verknüpft sind.

Hinweis 2: Bei Web-Anwendungen gilt z. B. Text im gleichen Absatz oder Satz, im gleichen oder einem übergeordneten Listeneintrag, in der Abschnittsüberschrift, in der gleichen Tabellenzelle oder einer zugeordneten Spalten- oder Zeilenüberschrift als programmatisch ermittelbarer Linkkontext.

MussEN 301 549: 11.2.4.4
461BeschriftungDer Linkzweck soll aus der Linkbeschriftung ermittelbar sein.

Hinweis: Dies ist wichtig, weil der programmatisch ermittelbare Linkkontext mit dem Screenreader häufig nicht oder nur schwer ermittelt werden kann. Dies gilt insbesondere für die Linkübersicht, die der Screenreader anzeigen kann.

SollWCAG 2.1: 2.4.9 (AAA)
462BeschriftungWenn der Link eine grafische Beschriftung besitzt, so soll der Link einen Tooltip mit einer Textbeschriftung besitzen.SollWCAG 2.1: 3.3.5 (AAA); DIN EN ISO 9241-143: 9.6.11
463BeschriftungWenn der Link auf ein Ziel in einem anderen Programm oder Dokumentenformat verweist, soll beim Link darauf hingewiesen werden.SollWCAG 2.1: 3.2.5 (AAA)
464Web: KonsistenzDient eine Liste von Links der Navigation, dann sollen die Links auf jeder Maske in der gleichen relativen Reihenfolge dargestellt werden und den Tastaturfokus erhalten (siehe Konsistenz).MussEN 301 549: 9.3.2.3
465Desktop: KonsistenzDient eine Liste von Links der Navigation, dann sollen die Links auf jeder Maske in der gleichen relativen Reihenfolge dargestellt werden und den Tastaturfokus erhalten (siehe Konsistenz).SollWCAG 2.1: 3.2.3 (AA)
466PositionDient eine Liste von Links der Navigation, dann soll der Link, der auf die aktuelle Seite bzw. auf den Bereich, in dem sich die aktuelle Seite befindet, gekennzeichnet sein.SollWCAG 2.1: 2.4.8 (AAA)
467FokussichtbarkeitErhält der Link den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7
Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
468TastaturbedienungDer Link muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2
469TastaturbedienungBei Aktivierung seiteninterner Links muss das verlinkte Element fokussiert werden. Es ist nicht ausreichend, wenn das verlinkte Element lediglich in den sichtbaren Bereich gescrollt wird.MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.4.3, 11.2.4.3
470Web: TastaturbedienungInhaltsbereiche mit Links, die auf mehreren Seiten vorkommen, müssen mit der Tastatur übersprungen werden können (siehe Praxistipp Effiziente Tastaturnavigation).

Hinweis: Dies betrifft insbesondere die Navigationslinks am Seitenanfang.

MussEN 301 549: 9.2.4.1
471TastaturbedienungEnthält ein Fenster Bereiche mit vielen Links, so soll ein Mechanismus implementiert werden, um diese Seitenbereiche mit der Tastatur zu überspringen (siehe Praxistipp Effiziente Navigation).SollDIN EN ISO 9241-171: 9.3.16, 9.3.17
472TastaturbedienungAufeinanderfolgende Links mit gleichem Linkziel sollen vermieden werden.

Hinweis: Das gilt u. a. für Kacheln, bei denen häufig sowohl die Überschrift und ein Text am Ende (z. B. „Mehr lesen“) verlinkt sind, sowie für Links, die eine Text- und grafische Beschriftung besitzen.

SollWCAG 2.1: 2.4.9 (AAA)
473AktualisierungenBei Fokussierung des Links darf keine Kontextänderung erfolgen.MussEN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1
474KlickbereichWenn sich der Link nicht innerhalb von Fließtext befindet, soll der Klickbereich des Links mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung).SollWCAG 2.2: 2.5.8 (AA)
AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren des LinksTABErforderlich
Verlassen des LinksTABErforderlich
Aktivieren des LinksEINGABEErforderlich
AktionTasteKlassifizierung
Aktivieren des LinksLinksklickErforderlich
Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
475RolleDie Rolle Link muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
476StatusDer Status des Links muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).

Hinweis: Dies bezieht sich auch auf Informationen

  • zum verlinkten Dokumentformat (z. B. PDF),

  • zum Linkziel (z. B. interne oder externe Links),

  • zum Linktyp (z. B. Link zu einer Telefonnummer oder Email-Adresse),

  • zur Position in der Anwendung (z. B. Link zur aktuellen Seite),

sofern diese Information in visueller Form übermittelt wird.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
477NameDer Link muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.

Hinweis: Ist der Accessible Name nicht aussagekräftig, kann auch der programmatisch wahrnehmbare Linkkontext zur Übermittlung des Linkzwecks dienen.

MussEN 301 549: 9.2.4.4, 11.2.4.4, 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
478NameSofern der Link eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.2.4.4, 11.2.4.4, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
479BedienungDer Link muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17
480AktualisierungAktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names oder Status des Links müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
481Desktop: PositionGröße und Position des Links müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13

Hinweis:

Der Link sollte mit dem HTML-Element <a href=URL> umgesetzt werden. Das href-Attribut ist verpflichtend.

Beschriftung:

Status und Typ:

Weitere Informationen: 4.6 Links - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link)

Wird der Link nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte zusätzlich zu den Hinweisen zu HTML-Links Folgendes beachtet werden:

Weitere Informationen: link role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org), Link Pattern | APG | WAI | W3C

Schalter

Online betrachten

Synonyme: Schaltfläche, Befehlsschaltfläche, Button, Push Button

Siehe auch: Menüschaltfläche, Link, Umschalter, Wechselschalter, Registerkarte, Akkordeon

Schalter dienen der Ausführung eines Befehls (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.32).

Ein Schalter besitzt eine textliche oder grafische Beschriftung sowie einen visuellen Indikator, um den Schalter als solchen kenntlich zu machen. Als visueller Indikator für Schalter wird meist ein Rahmen verwendet.

Schalter können innerhalb anderer Elemente verwendet werden, z. B. in Tabellen, Baumstrukturen, Werkzeugleisten, Scrollbalken, Karteireitern von Registerkarten, Akkordeons, Eingabefeldern, Drehfeldern, Ausklapplisten und kombinierten Eingabefeldern. Abweichende Anforderungen an die Schalter werden in den Abschitten zu diesen Elementen beschrieben.

Abbildung: Bestätigen-Schalter

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
482KontrastBesitzt der Schalter eine Textbeschriftung, so muss diese zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisenMussEN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3
483KontrastBesitzt der Schalter eine grafische Beschriftung, so muss diese zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
484KontrastIst der Schalter ausschließlich aufgrund seiner farblichen Gestaltung als solcher zu erkennen, muss diese Farbe zu benachbarten Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.

Hinweis 1: Ein Schalter kann z. B. aufgrund seines Rahmens oder seiner Hintergrundfarbe als interaktives Element erkennbar sein.

Hinweis 2: Die Anforderung gilt nicht, wenn der Schalter z. B. aufgrund seiner Position oder Beschriftung eindeutig als Schalter zu erkennen ist.

MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
485BeschriftungDie sichtbare Beschriftung des Schalters muss mit dem Schalter-Namen, der an die Accessibility API übermittelt wird, übereinstimmen oder in diesem enthalten sein (siehe Beschriftung).MussEN 301 549 9.2.5.3, 11.2.5.3
486BeschriftungBesitzt der Schalter eine grafische Beschriftung, so soll der Schalter einen Tooltip mit einer Textbeschriftung besitzen.SollWCAG 2.1: 3.3.5 (AAA); DIN EN ISO 9241-143: 9.6.11
487FokussichtbarkeitErhält die Schalter den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
488TastaturbedienungDer Schalter muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Tabelle Tastaturbedienung).MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2
489TastaturbedienungHäufig benötigte Schalter sollen ein Tastaturkürzel besitzen, das in der Anwendung und Hilfe dokumentiert wird.SollDIN EN ISO 9241-171: 9.3.10
490Web: TastaturbedienungInhaltsbereiche mit Schaltern, die auf mehreren Seiten vorkommen, müssen mit der Tastatur übersprungen werden können (siehe Praxistipp Effiziente Navigation).MussEN 301 549: 9.2.4.1
491TastaturbedienungEnthält ein Fenster Bereiche mit vielen Schaltern, so soll ein Mechanismus implementiert werden, um diese Seitenbereiche mit der Tastatur zu überspringen (siehe Praxistipp Effiziente Navigation).SollDIN EN ISO 9241-171: 9.3.16, 9.3.17
492ZeigeinstrumentbedienungDie versehentliche Aktivierung des Schalters muss rückgängig gemacht oder abgebrochen werden können. Um das zu erreichen, darf der Schalter erst beim Loslassen aktiviert werden, d. h. erst beim Up-Event und nicht bereits beim Down-Event (siehe Zeigeinstrumentbedienung).MussEN 301 549: 9.2.5.2, 11.2.5.2
493AktualisierungenBei Fokussierung des Schalters darf keine Kontextänderung erfolgen.MussEN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1
494AktualisierungenWird durch Aktivierung des Schalters ein neues Fenster oder ein modales Pop-up geöffnet, muss der Fokus in das Fenster bzw. Pop-up gesetzt werden (siehe Navigationsreihenfolge).MussEN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3
495AktualisierungenWird durch Aktivierung des Schalters innerhalb der aktuellen Programmoberfläche eine nicht angekündigte Kontextänderung durchgeführt, so muss diese nach der aktuellen Position des Tastaturfokus erfolgen oder der Fokus muss an den Beginn des aktualisierten Bereichs gesetzt werden.MussEN 301 549: 11.2.4.3
496AktualisierungenWird durch Aktivierung des Schalters innerhalb der aktuellen Programmoberfläche eine Aktualisierung durchgeführt, die eine Interaktion der Benutzenden erfordert, so soll diese nach der aktuellen Position des Tastaturfokus erfolgen. Der Tastaturfokus soll auf dem Schalter verbleiben oder an den Beginn des aktualisierten Bereichs gesetzt werden (siehe Kontextänderung).

Hinweis: Nutzerinteraktion kann das Lesen einer Information oder das Bedienen von interaktiven Elementen bedeuten.

SollWCAG 2.1: 3.2.5 (AAA)
497AktualisierungenWird durch Aktivierung des Schalters dieser aus der Programmoberfläche entfernt, soll der Fokus auf ein benachbartes Bedienelement oder auf ein Bedienelement gesetzt werden, mit dem die Arbeit schlüssig fortgesetzt werden kann.

Hinweis: Dies betrifft z. B. Löschen-Schalter, die sich auf ein einzelnes Element beziehen.

SollWCAG 2.1: 3.2.5 (AAA)
498KlickbereichDer Klickbereich des Schalters soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung).SollWCAG 2.2

Tastaturbedienung Schalter

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren des SchaltersTABErforderlich
Verlassen des SchaltersTABErforderlich
Aktivieren des SchaltersLEER, EINGABEErforderlich

Zeigeinstrumentbedienung Schalter

AktionTasteKlassifizierung
Aktivieren des SchaltersLinksklickErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
499RolleDie Rolle Schalter muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 1.4.1.2, 11.5.2.5
500StatusDer Status des Schalters muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
501NameDer Schalter muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.MussEN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.
502NameSofern der Schalter eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
503NameSofern sich der Zweck des Schalters aus dem visuellen Kontext ergibt, muss dieser Kontext als Teil des Accessible Names oder der Accessible Description übermittelt werden.

Hinweis: So darf der Accessible Name eines Schalters nicht nur „Schließen“ oder „Löschen“ lauten, wenn sich nur aus dem visuellen Kontext ergibt, welches Element geschlossen oder gelöscht wird. Stattdessen muss der Accessible Name z. B. „Schließe Pop-up“ oder „Lösche Datei [Dateiname]“ lauten. Alternativ muss die Accessible Description einen Verweis auf das zu schließende oder löschende Element enthalten.

MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.3.3.2, 11.3.3.2
504TastaturkürzelBesitzt der Schalter ein visuell sichtbares Tastaturkürzel, so muss dies an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1
505BedienungDer Schalter muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17
506AktualisierungAktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names oder Status des Schalters müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
507Desktop: PositionGröße und Position des Schalters müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: EN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13

Praxistipp Schalter in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe

Hinweise:

HTML

Der Schalter sollte mit den HTML-Elementen <button> oder <input type=button> umgesetzt werden. Für grafische Schalter kann <input type=image> verwendet werden. In Formularen können für die Schalter zum Absenden und Zurücksetzen der Eingaben außerdem <input type=submit> bzw. <input type=reset> verwendet werden.

Beschriftung:

Status und Typ:

Weitere Informationen: 4.10.6 The button element - HTML Standard (whatwg.org), 4.10.5.1.21 Button state (type=button) - HTML Standard (whatwg.org), 4.10.5.1.19 Image Button state (type=image) - HTML Standard (whatwg.org), 4.10.5.1.18 Submit Button state (type=submit) - HTML Standard (whatwg.org), 4.10.5.1.20 Reset Button state (type=reset) - HTML Standard (whatwg.org)

ARIA

Wird der Schalter nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte zusätzlich zu den Hinweisen zu HTML-Schaltern Folgendes beachtet werden:

Weitere Informationen: button role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org), Button Pattern | APG | WAI | W3C

Wechselschalter

Online betrachten

Synonyme: Kippschalter, Umschalter, Switch, Switch Button, Toggle Switch

Siehe auch: Schalter, Checkbox, Menüschalter, Umschalter

Ein Wechselschalter dient der Auswahl der Werte „An“ oder „Aus“. Der Wechselschalter kann auch für andere Werte-Paare verwendet werden, sofern diese Werte in Textform vermittelt werden.

Ein Wechselschalter besitzt einen Rahmen, in dem sich ein visueller Indikator befindet, der aufgrund seiner Position den gewählten Wert anzeigt. Der Indikator ist meist ein Kreis, der sich links (Wert „Aus“) oder rechts (Wert „An“) im Rahmen befindet.

Abbildung: Wechselschalter im Status An und Aus

Darstellung

Die Anforderungen an Schalter werden im Abschitt „Schalter“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um einen Schalter handelt, der zwei Zustände besitzen kann.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
508KontrastDer visuelle Indikator für den Wert muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
509KontrastWird der Wert des Wechselschalters zusätzlich in Textform übermittelt, muss dieser zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3
510WertDer Wert des Wechselschalters soll zusätzlich in Textform übermittelt werden.

Hinweis: Obwohl „An“ mit der rechten Position und „Aus“ mit der linken Position assoziiert ist, kann nicht davon ausgegangen werden, dass dies allen Benutzenden bekannt ist. Darüber hinaus wird der Wert häufig farblich gekennzeichnet („An“ mit grüner oder dunkler Farbe, „Aus“ mit rot oder heller Farbe). Die Farben können jedoch von beeinträchtigten Menschen ggf. nicht wahrgenommen werden.

SollDIN EN ISO 9241-143: 9.6.11

Bedienung

Die Anforderungen an Schalter werden im Abschitt „Schalter“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um einen Schalter handelt, der zwei Zustände besitzen kann.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
511AktualisierungenBei Fokussierung und Bedienung des Wechselschalters darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen.MussEN 301 549: 9.3.2.2, 11.3.2.2

Tastaturbedienung Wechselschalter
AktionTasteKlassifizierung
Bedienung des WechselschaltersLEERErforderlich
Bedienung des WechselschaltersEINGABEEmpfohlen
Zeigeinstrumentbedienung Wechselschalter
AktionTasteKlassifizierung
Bedienung des WechselschaltersLinksklickErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Die Anforderungen an Schalter werden im Abschitt „Schalter“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um einen Schalter handelt, der zwei Zustände besitzen kann.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
512RolleDie Rolle Wechselschalter muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
513WertDer Wert des Wechselschalters muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7
514WertWenn die Werte des Wechselschalters nicht „An“ und „Aus“ repräsentieren, sondern für andere Zustände verwendet werden, die in Textform beim Wechselschalter sichtbar sind, dann müssen diese Werte an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7

Praxistipp Wechselschalter in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe

Hinweis:

HTML

In HTML existiert kein Element für Wechselschalter. Stattdessen können Umschalter oder Checkboxen verwendet werden.

ARIA

Bei Wechselschaltern sollte Folgendes beachtet werden:

Weitere Informationen: switch role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Switch Pattern | APG | WAI | W3C

Umschalter

Online betrachten

Synonyme: Toggle-Schalter, Toggle Button

Siehe auch: Schalter, Checkbox, Menüschalter, Wechselschalter

Umschalter dienen der Auswahl der Zustände „gedrückt“ oder „nicht gedrückt“ (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.48).

Ein Umschalter besitzt eine textliche oder grafische Beschriftung sowie einen visuellen Indikator, um den Umschalter als solchen kenntlich zu machen. Als visueller Indikator für Umschalter wird meist ein Rahmen verwendet. Darüber hinaus besitzt der Umschalter einen visuellen Indikator für den Status, z. B. eine abweichende Hintergrundfarbe.

Abbildung: Umschalter im Status gedrückt und nicht gedrückt

Darstellung

Die Anforderungen an Schalter werden im Abschitt „Schalter“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um einen Schalter handelt, der zwei Zustände besitzen kann.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
515KontrastWird der Status des Umschalters (gedrückt, nicht gedrückt) nur über eine abweichende Farbe übermittelt, muss das Kontrastverhältnis der Farben mindestens 3:1 betragen.

Hinweis: Damit der Status des Umschalters auch bei der Windows-Kontrastanpassung sichtbar ist, soll dieser nicht ausschließlich per Farbe übermittelt werden. Stattdessen kann ein Icon oder ein Rahmeneffekt verwendet werden, um den Status zu übermitteln.

MussEN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1

Bedienung

Die Anforderungen an Schalter werden im Abschitt „Schalter“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um einen Schalter handelt, der zwei Zustände besitzen kann.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
516AktualisierungenBei Fokussierung und Bedienung des Umschalters darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen.MussEN 301 549: 9.3.2.2, 11.3.2.2

Tastaturbedienung Umschalter

AktionTasteKlassifizierung
Bedienung des Umschalters (Statuswechsel zwischen „gedrückt“ und „nicht gedrückt“)LEERErforderlich
Bedienung des Umschalters (Statuswechsel zwischen „gedrückt“ und „nicht gedrückt“)EINGABEEmpfohlen

Zeigeinstrumentbedienung Umschalter

AktionTasteKlassifizierung
Bedienung des Umschalters (Statuswechsel zwischen „gedrückt“ und „nicht gedrückt“)LinksklickErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Die Anforderungen an Schalter werden im Abschitt „Schalter“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um einen Schalter handelt, der zwei Zustände besitzen kann.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
517RolleDie Rolle Umschalter muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
518StatusDer Status des Umschalters muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).

Hinweis: Dies bezieht sich auch auf den Status „gedrückt“ oder „nicht gedrückt“.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5

Praxistipp Umschalter in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe für Umschalter mit aria-pressed

Screenreader-Ausgabe für Umschalter mit aria-expanded

HTML

In HTML existiert kein Element für Umschalter. Stattdessen können Schalter mit alternierender Beschriftung (z. B. „Auswählen“ bzw. „Auswahl aufheben“), Checkboxen oder ARIA-Umschalter verwendet werden. Umschalter, die dem Ein- und Ausblenden von Bereichen dienen, sollten mit <details> und <summary> ausgezeichnet werden ( 4.11.1 The details element - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link), 4.11.2 The summary element - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link)). Gemäß HTML-Spezifikation darf das <summary>-Element z. B. Links, Überschriften, Eingabefelder und viele andere Elemente enthalten – es sollte jedoch beachtet werden, dass alle Elemente, die sich innerhalb von <summary> befinden, mit dem Screenreader nicht wahrnehmbar und bedienbar sind, weil das <summary>-Element an die Accessibility API als Schalter übermittelt wird. Somit sollte das <summary>-Element ausschließlich eine knappe und aussagekräftige Beschriftung in Textform enthalten.

ARIA

Bei Umschaltern sollte Folgendes beachtet werden:

Weitere Informationen: aria-pressed state - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), aria-expanded state - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Button Examples | APG | WAI | W3C, Disclosure (Show/Hide) Pattern | APG | WAI | W3C

Aufteilungsschalter

Online betrachten

Synonyme: Zweigeteilter Schalter, Splitbutton

Siehe auch: Ausklappliste, Menü-Schalter, Kontextmenü, Schalter

Aufteilungsschalter dienen der Ausführung eines Befehls, der über ein Menü, eine Auswahlliste oder ein Dialogfenster konfiguriert werden kann.

Alternativ dienen Aufteilungsschalter zum Gruppieren von verwandten Funktionen, wobei die Primärfunktion direkt über den Schalter und die Sekundärfunktionen über das Menü beim Schalter aufgerufen werden können.

Ein Aufteilungsschalter besitzt eine textliche oder grafische Beschriftung sowie einen visuellen Indikator, um den Schalter als solchen kenntlich zu machen (meist ein Rahmen). Darüber hinaus besitzt der Aufteilungsschalter weiteren Schalter (mit Pfeil-Icon), über den die Sekundärfunktionen ein- und ausgeblendet werden können.

Abbildung: Aufteilungsschalter zur Auswahl einer Farbe

Darstellung

Die Anforderungen an Schalter werden im Abschitt „Schalter“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um einen Schalter mit Primär- und Sekundärfunktionen handelt. Die Anforderungen an die einblendbaren Elemente werden beim jeweiligen Element beschrieben.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
519KontrastDas Pfeil-Icon zum Öffnen und Schließen des Menüs o.ä. muss zur benachbarten Farbe ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
520KontrastSofern sich der gewählte vom nicht gewählten Eintrag im geöffneten Status lediglich durch Farbe unterscheidet (z. B. Vordergrund- oder Hintergrundfarbe), so müssen die Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.

Hinweis: Der gewählte Eintrag muss nicht farblich oder ausschließlich farblich gekennzeichnet werden. Er kann z. B. mit einer Checkbox gekennzeichnet sein. In diesem Fall entfallen die Kontrastanforderungen für Farbkennzeichnung, solange die Checkbox ausreichende Kontraste besitzt.

MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11

Bedienung

Die Anforderungen an Schalter werden im Abschitt „Schalter“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um einen Schalter mit Primär- und Sekundärfunktionen handelt. Die Anforderungen an die einblendbaren Elemente werden beim jeweiligen Element beschrieben

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
521TastaturbedienungDer Aufteilungsschalter muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).

Hinweis: Der Schalter zum Ein- und Ausblenden der Sekundärfunktionen soll nicht separat den Tastaturfokus erhalten.

MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2
522AktualisierungenWenn die Funktion des Aufteilungsschalters konfiguriert werden kann, darf bei oder nach der Konfiguration keine unerwartete Kontextänderung erfolgen.MussEN 301 549: 9.3.2.2, 11.3.2.2

Tastaturbedienung Aufteilungsschalter

AktionTasteKlassifizierung
Aktivieren des Aufteilungsschalters
  • LEER

  • EINGABE

Erforderlich
Öffnen des Menüs o.ä.ALT+PFEIL ABErforderlich
Schließen des Menüs o.ä.
  • ESC

  • ALT+PFEIL AUF

  • [Auswahl eines Menüeintrags o.ä.]

Erforderlich

Zeigeinstrumentbedienung Aufteilungsschalter

AktionTasteKlassifizierung
Aktivieren des AufteilungsschaltersLinksklick auf die Schalter-BeschriftungErforderlich
Öffnen des Menüs o.ä.Linksklick auf das Pfeil-IconErforderlich
Schließen des Menüs o.ä.
  • Linksklick auf das Pfeil-Icon

  • Linksklick auf einen Eintrag im Menü o.ä.

  • Linksklick außerhalb des Aufteilungsschalters

Erforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Die Anforderungen an Schalter werden im Abschitt „Schalter“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um einen Schalter mit Primär- und Sekundärfunktionen handelt. Die Anforderungen an die einblendbaren Elemente werden beim jeweiligen Element beschrieben.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
522RolleDie Rolle Aufteilungsschalter muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
523WertIst im geschlossenen Status die aktuelle Konfiguration des Aufteilungsschalters visuell sichtbar, muss diese als Wert an die Accessibility API übermittelt werden.

Hinweis: Sofern das nicht möglich ist, muss der Wert als Teil der Beschriftung oder Beschreibung übermittelt werden.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5

Praxistipp Aufteilungsschalter in Web-Anwendungen

HTML

In HTML existiert kein Element für Aufteilungsschalter. Stattdessen können zwei Schalter mit aussagekräftiger Beschriftung (z. B. „Textfarbe zuweisen“ bzw. „Textfarbe auswählen“) verwendet werden, die jeweils mit TAB den Fokus erhalten.

ARIA

In ARIA existiert keine Rolle für Aufteilungsschalter. Stattdessen können wie oben beschrieben zwei separate Schalter verwendet werden.

Kontextmenü

Online betrachten

Synonyme: Pop-up-Menü, Tortenmenü, Context menu

Siehe auch: Menü-Schalter, Menü

Kontextmenüs dienen dem Einblenden eines kontextspezifischen Menüs mit Funktion für das aktuell mit der Tastatur fokussierte oder mit dem Zeigeinstrument überfahrene Element (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.29).

Ein Kontextmenü besitzt ein oder mehrere Menüeinträge, die meist vertikal sind. Ein Menüeintrag kann ein Untermenü besitzen. Die Menüeinträge eines Untermenüs sind ebenfalls vertikal angeordnet. Untermenüs können wiederum mehrfach verschachtelt sein, d. h. ein Menüeintrag in einem Untermenü kann ebenfalls ein Untermenü besitzen.

Abbildung: Kontextmenü für die Textbearbeitung

Darstellung

Die Anforderungen an das Menü werden im Abschitt „Menü“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um ein Kontextmenü handelt.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
524KontrastBesitzt das Bedienelement mit Kontextmenü einen visuellen Hinweis auf das Kontextmenü, so muss dieser zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 (Text) bzw. 3:1 (Grafik) aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3, 9.1.4.11, 11.1.4.11

Bedienung

Die Anforderungen an das Menü werden im Kapitel „Menü“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um ein Kontextmenü handelt.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
525TastaturbedienungDas Bedienelement mit Kontextmenü muss mit der  Tastatur erreichbar sein und das Kontextmenü muss mit der Tastatur geöffnet werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2

Tastaturbedienung Kontextmenü

AktionTasteKlassifizierung
Öffnen des KontextmenüsKONTEXTMENÜ, UMSCHALT+F10Erforderlich
Schließen des KontextmenüsESC, UMSCHALT+F10, [Auswahl eines Menüeintrags]Erforderlich

Zeigeinstrumentbedienung Kontextmenü

AktionTasteKlassifizierung
Öffnen des KontextmenüsRechtsklickErforderlich
Schließen des KontextmenüsLinksklick auf einen Menüeintrag, Klick außerhalb des KontextmenüsErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Die Anforderungen an das Menü werden im Kapitel „Menü“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um ein Kontextmenü handelt.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
526RolleDie Rolle Kontextmenü muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
527StatusBesitzt das Bedienelement mit Kontextmenü einen visuellen Hinweis auf das Kontextmenü, so muss dieser Hinweis an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1
528BedienungDas Bedienelement mit Kontextmenü muss mit Assistenztechnologie erreichbar sein und das Kontextmenü muss mit Assistenztechnologie geöffnet werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17

Menü

Online betrachten

Synonyme: Menüleiste, Menu, Menu bar

Siehe auch: Kontextmenü, Menü-Schalter, Werkzeugleiste, Baumstruktur, Registerkartengruppe

Menüs dienen der Auswahl von Funktionen oder der Navigation (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.26).

Ein Menü besitzt mehrere Menüeinträge, die meist horizontal nebeneinander angeordnet sind. Ein Menüeintrag kann ein Untermenü besitzen. Die Menüeinträge eines Untermenüs sind vertikal angeordnet. Untermenüs können mehrfach verschachtelt sein, d. h. ein Menüeintrag in einem Untermenü kann ebenfalls ein Untermenü besitzen. Pro Hierarchieebene kann jeweils nur ein Untermenü angezeigt werden. Ein Menü kann Menüeinträge enthalten, die sich wie Checkboxen oder Radiobuttons auswählen lassen. Die Menüeinträge können gruppiert werden. Die Beschriftung der Gruppen kann nicht ausgewählt werden

Abbildung: Anwendungsmnenü

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
529KontrastBesitzt der Menüeintrag eine Textbeschriftung, so muss diese zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3
530KontrastBesitzt der Menüeintrag eine grafische Beschriftung, so muss diese zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
531KontrastDas Pfeil-Icon, welches auf ein Untermenü hinweist, muss zur benachbarten Farbe ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
532KontrastSofern sich der gewählte vom nicht gewählten Menüeintrag lediglich durch Farbe unterscheiden (z. B. Vordergrund- oder Hintergrundfarbe), so müssen die Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.

Hinweis: Der gewählte Menüeintrag muss nicht farblich oder ausschließlich farblich gekennzeichnet werden. Er kann z. B. mit einer Checkbox oder einem Radiobutton gekennzeichnet sein. In diesem Fall entfallen die Kontrastanforderungen für Farbkennzeichnung, solange die Checkbox oder der Radiobutton ausreichende Kontraste besitzen.

MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
533BeschriftungBesitzt der Menüeintrag eine grafische Beschriftung, so soll er einen Tooltip mit einer Textbeschriftung besitzen.SollWCAG 2.1: 3.3.5 (AAA);DIN EN ISO 9241-143: 9.6.11
534Web: KonsistenzDient das Menü der Navigation, dann müssen die Menüeinträge auf jeder Maske in der gleichen relativen Reihenfolge dargestellt werden und den Tastaturfokus erhalten (siehe Konsistenz).MussEN 301 549: 9.3.2.3
535Desktop: KonsistenzDient das Menü der Navigation, dann sollen die Menüeinträge auf jeder Maske in der gleichen relativen Reihenfolge dargestellt werden und den Tastaturfokus erhalten (siehe Konsistenz).SollWCAG 2.1: 3.2.3 (AA)
536FokussichtbarkeitErhält ein Menüeintrag den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7
537VergrößerungDas Menü muss bei einer Schriftgrößenanpassung bis 400% (und einer resultierenden Anzeigebreite von 320px) wahrnehmbar und bedienbar sein (siehe Zoom).

Hinweis: Die Menüeinträge können z. B.

  • umbrechen (in mehreren Zeilen untereinander angezeigt werden),

  • über einen Menü-Schalter (z. B. mit Hamburger-Icon (Icon mit drei horizontalen Strichen)) aufrufbar sein,

  • horizontal scrollbar gestaltet werden (z. B. per Scrollbalken oder zwei Schalter).

MussEN 301 549: 9.1.4.10, 11.1.4.10

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
538TastaturbedienungDas Menü muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Tabelle Tastaturbedienung).MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2
539TastaturbedienungHäufig benötigte Funktionen sollen ein Tastaturkürzel besitzen.

Hinweis 1: Das Tastaturkürzel soll am entsprechenden Menüeintrag angezeigt werden.

Hinweis 2: Die Tastaturkürzel sollen in der Hilfe dokumentiert werden.

SollDIN EN ISO 9241-171: 9.3.10; DIN EN ISO 9241-171: 9.3.11
540TastaturbedienungAlle Menüeinträge sollen eine Schnelltaste besitzen.

Hinweis: Die Schnelltaste soll durch Unterstreichung des entsprechenden Buchstabens in der Beschriftung gekennzeichnet werden.

SollDIN EN ISO 9241-171: 9.3.10; DIN EN ISO 9241-171: 9.3.11
541AktualisierungenBei Fokussierung und Bedienung des Menüs darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen.MussEN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1
542KlickbereichDer Klickbereich der Menüeinträge soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung).SollWCAG 2.2

Tastaturbedienung Menü

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren des MenüsDesktop:
  • Anwendungsmenü: ALT, F6

  • Bereichsmenü: TAB

Web: TAB
Erforderlich
Verlassen des MenüsDesktop:
  • Anwendungsmenü: F6, ALT, Auswahl eines Menüeintrags, ESC

  • Bereichsmenü: TAB

Web:
  • TAB

  • ggf. Auswahl eines Menüeintrags

Erforderlich
Öffnen eines Untermenüs des Menüs
  • Fokus im Menü: PFEIL AUF/AB, EINGABE

  • Fokus in der Anwendung: ALT+[Schnelltaste]

Erforderlich
Öffnen eines Untermenüs eines Untermenüs
  • PFEIL RECHTS

  • EINGABE

Erforderlich
Schließen eines Untermenüs des MenüsESCErforderlich
Schließen eines Untermenüs eines Untermenüs
  • ESC

  • PFEIL LINKS

Erforderlich
Navigation durch das MenüPFEIL RECHTS/LINKS

Hinweis: Dies muss auch funktionieren, wenn sich der Fokus in einem Untermenü befindet und die Pfeiltastenbedienung aufgrund der aktuellen Fokusposition nicht zum Öffnen oder Schließen eines Untermenüs benötigt wird. In diesem Fall wird automatisch das geöffnete Untermenü geschlossen und das nächste Untermenü geöffnet und der Fokus auf den ersten Untermenüeintrag gesetzt.

Erforderlich
Navigation durch ein UntermenüPFEIL AUF/ABErforderlich
Navigation durch das Menü oder Untermenü[Schnelltaste]Empfohlen
Navigation durch das Menü (zu einem Menüeintrag davor oder danach mit fest definierter Schrittweite)BILD AUF, BILD AB

Hinweis: Die Schrittweite soll mit der Anzahl der sichtbaren Menüeinträge übereinstimmen.

Empfohlen
Auswahl eines MenüeintragsEINGABE, [Schnelltaste]Erforderlich

Zeigeinstrumentbedienung Menü

AktionTasteKlassifizierung
Öffnen eines Untermenüs des Menüs, sofern noch kein Untermenü angezeigt wirdLinksklick auf den übergeordneten MenüeintragErforderlich
Öffnen eines Untermenüs des Menüs, sofern bereits ein Untermenü angezeigt wirdHovern über den übergeordneten MenüeintragErforderlich
Schließen eines Untermenüs des MenüsLinksklick auf den übergeordneten Menüeintrag, Linksklick auf einen Menüeintrag im Untermenü (der kein weiteres Untermenü enthält),
Klick außerhalb des Menüs
Erforderlich
Öffnen eines Untermenüs eines UntermenüsHovern über den übergeordneten MenüeintragErforderlich
Schließen eines Untermenüs eines UntermenüsHovern über einen anderen übergeordneten Menüeintrag, Linksklick auf einen Menüeintrag im Untermenü (der kein weiteres Untermenü enthält),
Klick außerhalb des Menüs
Erforderlich
Auswahl eines MenüeintragsLinksklick auf den MenüeintragErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
543RolleDie Rolle Menü muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549:9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
544RolleDie Rollen Menüeintrag, Menü-Radiobutton oder Menü-Checkbox müssen für die Menüeinträge an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
545StatusDer Status der Menüeinträge muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).

Hinweis: Dies bezieht sich z. B.

  • auf den Status „geöffnet“ oder „geschlossen“ für Menüeinträge mit Untermenü.

  • auf den Status „gewählt“ oder „nicht gewählt“ bei Menü-Radiobuttons und Menü-Checkboxen.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
546AusrichtungDie Ausrichtung des Menüs (vertikal oder horizontal) muss an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2
547NameSofern das Menü eine Beschriftung oder Beschreibung besitzt, müssen diese als Accessible Name bzw. Accessible Description übermittelt werden (siehe Beschriftung und Beschreibung).

Hinweis 1: Wenn die Seite mehrere Menüs enthält, müssen diese einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.

Hinweis 2: Ein Untermenü kann die Beschriftung des übergeordneten Menüeintrags als Accessible Name erhalten.

MussEN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8
548NameJeder Menüeintrag muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.MussEN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
549NameSofern ein Menüeintrag eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
550NameDie Gruppenbeschriftung der Menüeinträge muss (sofern vorhanden) an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1
551BedienungDas Menü muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17
552AktualisierungAktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names oder Status der Menüeinträge müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
553Tastaturkürzel, SchnelltasteBesitzt der Menüeintrag ein Tastaturkürzel oder eine Schnelltaste, so muss dies an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1
554Desktop: PositionGröße und Position des Menüs und der Menüeinträge müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator)MussEN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13
555Desktop: ElementhierarchieDie Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb des Menüs müssen an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 11.5.2.9

Menü-Schalter

Online betrachten

Synonyme: Menü-Button, Schalter mit Menü, Listenschaltfläche, Menüschaltfläche, Menu button

Siehe auch: Aufteilungsschalter, Ausklappliste, Menü, Kontextmenü, Schalter

Menü-Schalter dienen dem Einblenden eines Menüs (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.25).

Ein Menü-Schalter besitzt eine textliche oder grafische Beschriftung sowie einen visuellen Indikator, um den Menü-Schalter als solchen kenntlich zu machen (meist ein Rahmen). Darüber hinaus besitzt der Menü-Schalter einen visuellen Indikator, der auf die Möglichkeit, ein Menü einzublenden hinweist (Pfeil-Icon).

Abbildung: Menü-Schalter - links geschlossen, rechts geöffnet

Darstellung

Die Anforderungen an den Schalter und das Menü werden im Abschitt „Schalter“ bzw. „Menü“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass über den Schalter ein Menü geöffnet werden kann. Die Anforderungen an das Menü und die darin enthaltenen Menüeinträge gelten nur, wenn das Menü geöffnet ist.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
556KontrastDas Pfeil-Icon zum Öffnen und Schließen des Menüs muss zur benachbarten Farbe ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
557KontrastSofern sich der gewählte vom nicht gewählten Menüeintrag im geöffneten Status lediglich durch Farbe unterscheiden (z. B. Vordergrund- oder Hintergrundfarbe), müssen die Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.

Hinweis: Der gewählte Menüeintrag muss nicht farblich oder ausschließlich farblich gekennzeichnet werden. Er kann z. B. mit einer Checkbox gekennzeichnet sein. In diesem Fall entfallen die Kontrastanforderungen für Farbkennzeichnung, solange die Checkbox ausreichende Kontraste besitzt.

MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11

Bedienung

Die Anforderungen an den Schalter und das Menü werden im Abschitt „Schalter“ bzw. „Menü“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass über den Schalter ein Menü geöffnet werden kann. Die Anforderungen an das Menü und die darin enthaltenen Menüeinträge gelten nur, wenn das Menü geöffnet ist.

Tastaturbedienung Menü-Schalter

AktionTasteKlassifizierung
Öffnen des MenüsLEER
EINGABE
ALT+PFEIL AB
Erforderlich
Öffnen des MenüsPFEIL AB
PFEIL AUF
Empfohlen
Schließen des MenüsESC
LEER
EINGABE
Erforderlich

Zeigeinstrumentbedienung Menü-Schalter

AktionTasteKlassifizierung
Öffnen des MenüsLinksklick auf den Menü-Schalter (Beschriftung oder Pfeil)Erforderlich
Schließen des MenüsLinksklick auf den Menü-Schalter (Beschriftung oder Pfeil)Erforderlich
Schließen des MenüsLinksklick auf einen Menüeintrag innerhalb des geöffneten MenüsErforderlich
Schließen des MenüsLinksklick außerhalb des Menü-Schalter und des MenüsErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Die Anforderungen an den Schalter und das Menü werden im Abschitt „Schalter“ bzw. „Menü“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass über den Schalter ein Menü geöffnet werden kann. Die Anforderungen an das Menü und die darin enthaltenen Menüeinträge gelten nur, wenn das Menü geöffnet ist.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
558RolleDie Rolle Menü-Schalter muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe (Accessibility API)).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
559StatusDer Status des Menü-Schalters muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).

Hinweis: Dies bezieht sich auch auf den Status „geöffnet“ oder „geschlossen“.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5

Registerkartengruppe

Online betrachten

Synonyme: Registerkarte, Reiter, Karteireiter, Tab

Siehe auch: Akkordeon, Karussell

Registerkartengruppen dienen der Gruppierung und alternierenden Anzeige von Seitenbereichen (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.43).

Eine Registerkartengruppe besteht aus mehreren Registerkarten, deren Inhalt alternierend angezeigt werden. Jede Registerkarte besitzt einen Karteireiter mit Beschriftung, welcher dauerhaft angezeigt wird. Die Auswahl der einzelnen Registerkarten erfolgt über die Karteireiter. Die Karteireiter sind meist horizontal oberhalb der Registerkarten angeordnet. Karteireiter können interaktive Elemente enthalten, z. B. Schalter zum Entfernen des Karteireiters und der zugehörigen Registerkarte.

Abbildung: Registerkartengruppe

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
560KontrastDie Beschriftung des Karteireiters muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3
561KontrastDie Kennzeichnung des ausgewählten Karteireiters muss zum Hintergrund bzw. zur Darstellung der nicht ausgewählten Karteireiter ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1, 9.1.4.11, 11.1.4.11
562KontrastSind die Karteireiter und die Registerkarten ausschließlich aufgrund ihrer farblichen Gestaltung als solche zu erkennen, müssen diese Farben zu benachbarten Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.

Hinweis 1: Eine Registerkarte kann z. B. aufgrund ihres Rahmens oder ihrer Hintergrundfarbe als interaktives Element erkennbar sein.

Hinweis 2: Die Anforderung gilt nicht, wenn die Registerkarte oder der Karteireiter z. B. aufgrund ihrer Position eindeutig als solche zu erkennen sind.

Muss

EN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
563BeschriftungJeder Karteireiter muss eine sichtbare Beschriftung besitzen (siehe Beschriftung).MussEN 301 549 9.3.3.2, 11.3.3.2
564FokussichtbarkeitErhält ein Karteireiter den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7
565VergrößerungAlle Karteireiter müssen bei einer Schriftgrößenanpassung bis 400% (und einer resultierenden Anzeigebreite von 320px) wahrnehmbar und bedienbar sein (siehe Zoom).

Hinweis: Die Karteireiter können z. B.

  • umbrechen (in mehreren Zeilen untereinander angezeigt werden),

  • über einen Menü-Schalter aufrufbar sein,

  • horizontal scrollbar gestaltet werden (z. B. per Scrollbalken oder zwei Schalter).

MussEN 301 549: 9.1.4.10, 11.1.4.10

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
566TastaturbedienungDie Karteireiter müssen mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2
567TastaturbedienungEnthalten die Karteireiter weitere interaktive Elemente, müssen diese mit der Tastatur bedient werden können.MussEN 301 549: 9.2.1.2, 11.2.1.2
568TastaturbedienungDie ausgeblendeten Registerkarten und deren Inhalte dürfen nicht den Tastaturfokus erhalten.MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1, 9.2.4.3, 11.2.4.3
569AktualisierungenBei Fokussierung der Karteireiter und Navigation durch diese darf keine Kontextänderung erfolgen.

Hinweis: So darf bei Fokussierung des Karteireiters der Fokus nicht automatisch in die Registerkarte gesetzt werden.
Zulässig wäre jedoch, dass bei Fokussierung eines Karteireiters die entsprechende Registerkarte automatisch eingeblendet wird.

MussEN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1
570KlickbereichDer Klickbereich der Karteireiter soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung).SollWCAG 2.2
571KlickbereichEnthalten die Karteireiter weitere interaktive Elemente, soll deren Klickbereich mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung).SollWCAG 2.2

Tastaturbedienung Registerkartengruppe

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren des gewählten KarteireitersTABErforderlich
Verlassen des Karteireiters und Navigation zum ersten Element der ausgewählten RegisterkarteTABErforderlich
Navigation innerhalb der Liste der KarteireiterDesktop:
  • PFEIL AUF/AB/RECHTS/LINKS

  • STRG+TAB


Web:
PFEIL AUF/AB/RECHTS/LINKS
Erforderlich
Schnellnavigation zum ersten bzw. letzten KarteireiterPOS1, ENDEEmpfohlen
Wechsel zwischen den Registerkarten (wenn sich der Fokus in einer Registerkarte befindet)STRG+TABEmpfohlen
Einblenden der gewählten RegisterkarteEINGABE, LEER oder automatisch bei Navigation durch die Liste der KarteireiterErforderlich
Bedienung interaktiver Elemente innerhalb des KarteireitersDie interaktiven Elemente innerhalb Karteireiter erhalten nicht separat den Tastaturfokus. Die Bedienung erfolgt
  • entweder per Kontextmenü, welches mit UMSCHALT+F10 bzw. mit KONTEXTMENÜ aufgerufen werden kann,

  • oder über ein in der Anwendung und Hilfe dokumentiertes Tastaturkürzel, z. B. ENTF für das Entfernen von Karteireiter und zugehöriger Registerkarte.

Erforderlich

Zeigeinstrumentbedienung Registerkartengruppe

AktionTasteKlassifizierung
Einblenden einer RegisterkarteLinksklick auf den entsprechenden KarteireiterErforderlich
Aktivierung interaktiver Elemente innerhalb der KarteireiterLinksklick auf das ElementErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
572RolleDie Rolle Karteireiter und Registerkarte muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
573RolleEnthalten die Karteireiter weitere interaktive Elemente, muss ein Hinweis bezüglich deren Bedienbarkeit (z. B. per Kontextmenü oder Tastaturkürzel) an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
575Desktop: ElementhierarchieDie Eltern-Kind-Beziehungen der Karteireiter innerhalb der Registerkartengruppe müssen an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 11.5.2.9
576StatusDer Status der Karteireiter und Registerkarten muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).

Hinweis: Dies bezieht sich auch auf den Karteireiter-Status „gewählt“ oder „nicht gewählt“, sofern bei Navigation zu einem Karteireiter nicht automatisch die entsprechender Registerkarte eingeblendet wird.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
577NameDie Karteireiter müssen einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.

Hinweis 1: Es wird empfohlen, die Registerkarte mit dem gleichen Accessible Name zu versehen wie den zugehörigen Karteireiter.

Hinweis 2: Sofern die Karteireiter und Registerkarten eine übergeordnete Beschriftung besitzen, muss dies ebenfalls an die Accessibility API übermittelt werden.

MussEN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
578NameSofern der Karteireiter eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
579BedienungDie Karteireiter müssen mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17
580BedienungEnthalten die Karteireiter weitere interaktive Elemente, müssen diese mit Assistenztechnologie bedient werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17
581AktualisierungAktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names oder Status der Karteireiter müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
582Desktop: PositionGröße und Position der Karteireiter und Registerkarten müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13

Praxistipp Registerkartengruppe in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe für Karteireiter

Hinweis: Durch JAWS und NVDA erfolgt zwei Mal die Ausgabe „Registerkarte“, zuerst für die Rolle tablist und dann für die Rolle tab. Lediglich die Windows-Sprachausgabe unterscheidet zwischen den beiden Rollen. Die Ausgabe für die Rolle tab wäre ausreichend.

Screenreader-Ausgabe für Registerkarten

Hinweis: Mit JAWS und NVDA ist Beginn und Ende der Registerkarte nicht wahrnehmbar. Die Registerkarten oder Inhalte nach dieser sollten als Regionen ausgezeichnet werden, damit mit dem Screenreader wahrnehmbar ist, welche Inhalte sich innerhalb und außerhalb der Registerkarten befinden.

HTML

In HTML existiert kein Element für Registerkartengruppen. Stattdessen kann Folgendes verwendet werden:

ARIA

Bei Registerkartengruppen sollte Folgendes beachtet werden:

Weitere Informationen: tab role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), tablist role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), tabpanel role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Tabs Pattern | APG | WAI | W3C

Eingabefeld (einzeilig)

Online betrachten

Synonyme: Textfeld, Edit, Input, Inputfield, Textbox, one line plain text edit control

Siehe auch: Eingabefeld (mehrzeilig), Kennwort-Eingabefeld, Drehfeld, Eingabefeld mit Autocomplete-Funktion, kombiniertes Eingabefeld

Eingabefelder ermöglichen die Eingabe und Bearbeitung von Zeichen (Zahlen, Buchstaben, Sonderzeichen) (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.12).

Ein Eingabefeld ist ein meist rechteckiger Bereich der Seite, der sich z. B. durch einen Rahmen, eine Linie oder eine abweichender Hintergrundfarbe von der Umgebung abhebt. Im Eingabefeld können sich weitere Bedienelemente befinden, die im Bezug zur Werteingabe stehen.

Abbildung: Einzeiliges Eingabefeld mit einer Beschriftung links

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
583KontrastDer Text im Eingabefeld muss einen Kontrast von mindestens 4,5:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3
584KontrastDer Rahmen oder die Linie des Eingabefeldes muss zum Hintergrund der Seite oder des Eingabefeldes ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.

Alternativ muss das Kontrastverhältnis zwischen der Hintergrundfarbe der Seite und des Eingabefeldes mindestens 3:1 betragen.
MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
585BeschriftungDas Eingabefeld muss eine sichtbare Beschriftung besitzen (siehe Beschriftung)

Hinweis: Die Beschriftung kann auch implizit erfolgen, z. B.

  • bei Eingabefeldern in Tabellen über die Spalten- und Zeilenüberschriften,

  • bei einem Suchfeld über den sich dahinter befindlichen Suchen-Schalter.

MussEN 301 549 9.3.3.2, 11.3.3.2
586BeschriftungDie Beschriftung soll sich nicht im Eingabefeld befinden, damit sie dauerhaft sichtbar ist und nicht mit einem Wert verwechselt werden kann.SollDIN EN ISO 9241-125: 5.1.14
587FokussichtbarkeitErhält das Eingabefeld den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7
588FokussichtbarkeitIm Eingabefeld muss der Standard-Textcursor angezeigt werden (siehe Textcursor).MussEN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7, 11.5.2.13
589WertWenn in das Eingabefeld nur bestimmte Zeichen eingegeben werden dürfen oder ein besonderes Eingabeformat erforderlich ist und dies nicht aus der Beschriftung des Feldes ersichtlich ist, so muss ein Eingabehinweis in der Beschreibung oder Beschriftung die zulässigen Zeichen oder erforderlichen Eingabeformate erläutern.MussEN 301 549: 9.3.3.2, 11.3.3.2
590WertDas Eingabefeld soll so lang sein, dass die maximale Zeichenzahl ohne Scrollen angezeigt werden kann.

Hinweis 1: Für lange Texteingaben soll ein mehrzeiliges Eingabefeld verwendet werden.

Hinweis 2: Das gilt nicht bei der Schriftgrößenanpassung bis 400%.

SollDIN EN ISO 9241-143: 6.2.8

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
591TastaturbedienungDas Eingabefeld muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).Muss9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2
592TastaturbedienungEnthält das Eingabefeld weitere interaktive Elemente, wie z. B. Schalter, so müssen diese mit der Tabulatortaste nach dem Eingabefeld den Fokus erhalten.

Hinweis: Davon ausgenommen sind interaktive Elemente, für die eine allgemein bekannte Tastaturbedienung implementiert ist, wie z. B. ein Schalter zum Löschen der Eingaben im Eingabefeld. Davon ausgenommen sind ebenfalls Elemente, für die ein Tastaturkürzel implementiert wurde, sofern dieses Tastaturkürzel beim Eingabefeld visuell und mit Assistenztechnologie wahrnehmbar ist.

MussEN 301 549: 9.2.2.1, 11.2.1.1
593AktualisierungenBei Fokussierung und Bedienung des Eingabefeldes darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen.MussEN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1, 9.3.2.2, 11.3.2.2
594KlickbereichDer Klickbereich des Eingabefeldes soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung).SollWCAG 2.2
595KlickbereichSowohl über Klick auf das Eingabefeld als auch über Klick auf die Beschriftung soll der Fokus in das Eingabefeld gesetzt werden können.Soll

Tastaturbedienung Eingabefeld

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren des EingabefeldesTABErforderlich
Verlassen des EingabefeldesTABErforderlich
Eingabe eines Werts[Eingabe druckbarer Zeichen]

Hinweis: Können bestimmte Zeichen nicht eingegeben werden, muss ein entsprechender impliziter oder expliziter Eingabehinweis beim Eingabefeld vorhanden sein. Ein impliziter Eingabehinweis wäre z. B. die Beschriftung „Telefonnummer“, die anzeigt, dass keine Buchstaben eingegeben werden können.

Erforderlich
Navigation im EingabefeldPFEIL RECHTS/LINKS
POS1, ENDE
Erforderlich
Löschen von Text im EingabefeldENTF, RÜCKSCHRITTErforderlich
Markieren von Text im EingabefeldUMSCHALT+[beliebige Navigationstaste],
STRG+A
Erforderlich
Aufheben der Markierung[beliebige Navigationstaste]Erforderlich
Einfügen von Text aus der ZwischenablageSTRG+VErforderlich
Kopieren oder Ausschneiden von markiertem TextSTRG+C, STRG+XErforderlich

Zeigeinstrumentbedienung Eingabefeld

AktionTasteKlassifizierung
Fokus an eine bestimmte Position ins Eingabefeld setzenLinksklick in das EingabefeldErforderlich
Fokus ins Eingabefeld setzenLinksklick auf die BeschriftungEmpfohlen
Text im Eingabefeld markierenZiehen mit gedrückter linker MaustasteErforderlich
Wort im Eingabefeld markierenDoppelklickEmpfohlen
Gesamten Inhalt im Eingabefeld markierenDreifachklickEmpfohlen

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
596RolleDie Rolle Eingabefeld muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
597RolleWenn die verwendete Technologie den Eingabezweck von Formularfeldern identifizieren kann, dann muss der Zweck der Formularfelder für Daten der jeweiligen Benutzenden (wie z. B. Nachname, Geburtstag, Wohnort) gemäß https://www.w3.org/TR/WCAG21/#input-purposes" ausgezeichnet werden.MussEN 301 549: 9.1.3.5, 11.1.3.5.1
598WertDer Wert des Eingabefeldes muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7
599StatusDer Status des Eingabefeldes muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
600NameDas Eingabefeld muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.MussEN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8
601NameSofern das Eingabefeld eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
602BedienungDas Eingabefeld muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17
603AktualisierungAktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names, Werts oder Status des Eingabefeldes müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
604Desktop: PositionGröße und Position des Eingabefeldes müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13
605Desktop: PositionDie Position des Textcursors im Eingabefeld muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator)MussEN 301 549: 11.5.2.13

Praxistipp einzeiliges Eingabefeld in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe

HTML

Das Eingabefeld sollte mit dem HTML-Element <input type=text> umgesetzt werden. Für ein Eingabefeld, welches zur Eingabe von Suchbegriffen dient, kann <input type=search> verwendet werden. Die Screenreader geben das Suchfeld als normales Eingabefeld aus, d. h. die Beschriftung muss auf den Zweck, die Suche, hinweisen. Der initiale Wert wird über das value-Attribut übermittelt. Die Beschriftung des Eingabefeldes sollte mit dem Element <label for=ID> mit dem Eingabefeld verknüpft werden. Die maximal erlaubte und minimal erforderliche Länge des Werts kann mit maxlength und minlength festgelegt werden. Beide Werte sind weder visuell noch mit Assistenztechnologien wahrnehmbar. Werden sie verwendet, sollte beim Eingabefeld ein entsprechender Hinweis erfolgen. Wird ein besonderes Eingabeformat verlangt, können anstelle von <input type=text> u. a. die folgenden Elemente verwendet werden:

Diese Eingabefelder mit einem vordefinierten Format werden vom Browser automatisch validiert. Die Fehlermeldungen der Browser sind jedoch nicht barrierefrei und sollten somit durch eigene Fehlermeldungen der Anwendung ersetzt oder ergänzt werden (siehe auch: Browser-Validierung des required-Attributs im Praxistipp programmatische Kennzeichnung von Pflichtfeldern in Web-Anwendungen.

Die Eingabefelder für Telefonnummern, Email- und Internet-Adressen sowie Eingabefelder mit dem pattern-Attribut sind weder visuell noch mit Assistenztechnologie als solche zu erkennen – sie werden als normale Eingabefelder angezeigt bzw. vom Screenreader ausgegeben. Deshalb müssen sie aussagekräftig beschriftet werden und sollten zusätzlich Bedienhinweise zum erforderlichen Eingabeformat erhalten.

Mit dem Attribut inputmode kann festgelegt werden, welche virtuelle Tastatur auf Mobilgeräten angezeigt werden soll, weil entsprechende Eingaben erwartet werden (z. B. Eingabe von Zahlen, Text, URLs, Email-Adressen). Die Verwendung von inputmode bewirkt keine automatische Browser-Validierung. Sofern sich die zu verwendende Tastatur nicht bereits aus dem type-Attribut des Eingabefeldes ergibt, wird die Verwendung von inputmode empfohlen, da auch Assistenztechnologien diese Information sinnvoll nutzen können, um z. B. entsprechende virtuelle Tastaturen anzuzeigen. Es sollte jedoch beachtet werden, dass das Attribut inputmode nicht notwendige Eingabehinweise ersetzt.
Für einen Platzhalter kann das Attribut placeholder verwendet werden. Es wird allerdings empfohlen, Eingabehinweise neben dem Feld anzuzeigen und per aria-describedby mit dem Eingabefeld zu verknüpfen. Das placeholder-Attribut hat folgende Nachteile:

Ein Eingabefeld kann als deaktiviert (disabled) und als schreibgeschützt (readonly) ausgezeichnet werden.

Ein Eingabefeld kann mit required als Pflichtfeld ausgezeichnet werden.

Weitere Informationen: 4.10.5 The input element - HTML Standard (whatwg.org)

ARIA

Wird das Eingabefeld nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte u. a. Folgendes beachtet werden:

Weitere Informationen: textbox role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link)

Eingabefeld (mehrzeilig)

Online betrachten

Synonyme: Textfeld, Textarea, multi-line text input, multiline plain text edit control

Siehe auch: Eingabefeld (einzeilig), Rich Text Editor

Mehrzeilige Eingabefelder ermöglichen die Eingabe von langen Textinhalten (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.45).

Ein mehrzeiliges Eingabefeld ist ein meist rechteckiger Bereich der Seite, der sich z. B. durch einen Rahmen vom Hintergrund abhebt. Der Rahmen kann einen Griff zum Skalieren des Eingabefeldes besitzen. Ein mehrzeiliges Eingabefeld kann Scrollbalken besitzen. Die Anforderungen an den Griff und Scrollbalken sind in den entsprechenden Abschnitten beschrieben.

Abbildung: Mehrzeiliges Eingabefeld mit Beschriftung oben

Darstellung

Die Anforderungen an das Eingabefeld werden im Abschitt „Eingabefeld“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um ein Eingabefeld mit mehreren Zeilen handelt.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
606WertBei einer Displaybreite ab 320 px muss das mehrzeilige Eingabefeld so angezeigt werden, dass dessen Textinhalt gelesen werden kann, ohne horizontal scrollen zu müssen.MussEN 301 549: 9.1.4.10, 11.1.4.10

Bedienung

Die Anforderungen an das Eingabefeld werden im Abschitt „Eingabefeld“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um ein Eingabefeld mit mehreren Zeilen handelt.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
607TastaturbedienungWenn das mehrzeilige Eingabefeld nicht mit der TAB-Taste verlassen werden kann (weil mit dieser Tab-Schritte im Text eingefügt werden), dann muss ein Tastaturkürzel zum Verlassen des Feldes implementiert und in der Anwendung dokumentiert werden.MussEN 301 549: 9.2.1.2, 11.2.1.2

Tastaturbedienung mehrzeiliges Eingabefeld

AktionTasteKlassifizierung
Verlassen des mehrzeiligen EingabefeldesTAB oder ein dokumentiertes TastaturkürzelErforderlich
Eingabe eines Werts[Eingabe druckbarer Zeichen sowie EINGABE und ggf. TAB]

Hinweis: Können bestimmte Zeichen nicht eingegeben werden, muss ein entsprechender Eingabehinweis beim Eingabefeld vorhanden sein.

Erforderlich
Navigation im mehrzeiligen EingabefeldPFEIL AUF/AB/RECHTS/LINKSErforderlich
Schnellnavigation im mehrzeiligen EingabefeldPOS1, ENDE, BILD AUF, BILD ABErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Die Anforderungen an das Eingabefeld werden im Abschitt „Eingabefeld“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um ein Eingabefeld mit mehreren Zeilen handelt.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
608RolleDie Rolle mehrzeiliges Eingabefeld muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
609BedienungDas mehrzeilige Eingabefeld muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API).

Hinweis: Sofern das mehrzeilige Eingabefeld nicht mit TAB verlassen werden kann, muss das Tastaturkürzel zum Verlassen an die Accessibility API übermittelt werden.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17
610AktualisierungAktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names, Werts oder Status des mehrzeiligen Eingabefeldes müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).

Hinweis: Dies betrifft z. B. eine sich aktualisierende Beschreibung über die Anzahl der eingegebenen oder verbleibenden zulässigen Zeichen.

Muss9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17

Praxistipp mehrzeiliges Eingabefeld in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe

Hinweise:

HTML

Hinweis: Mehrzeilige Eingabefelder sollten nur verwendet werden, wenn sehr lange Eingaben erwartet werden oder die Eingabe von Absatzumbrüchen (EINGABE-Taste) ermöglicht werden muss. Ansonsten sollte ein einzeiliges Eingabefeld verwendet werden, weil die Zugänglichkeit der mehrzeiligen Eingabefelder für Screenreader-Nutzende schlechter ist.

Das Eingabefeld sollte mit dem HTML-Element <textarea> umgesetzt werden.
Der initiale Wert wird über den Textinhalt des Elements übermittelt.
Die Beschriftung des Eingabefeldes sollte mit dem Element <label for=ID> mit dem Eingabefeld verknüpft werden.
Die maximal erlaubte und minimal erforderliche Länge des Werts kann mit maxlength und minlength festgelegt werden. Beide Werte sind weder visuell noch mit Assistenztechnologien wahrnehmbar. Werden sie verwendet, sollte beim Eingabefeld ein entsprechender Hinweis erfolgen.
Die visuelle Größe des Eingabefeldes kann mit den Attributen cols und rows festgelegt werden. Es wird empfohlen, die Größe stattdessen per CSS zu definieren, damit das mehrzeilige Eingabefeld responsiv gestaltet werden kann, um horizontales Scrollen bei 320 px Bildschirmbreite zu vermeiden. Die initiale Größe des Eingabefeldes sollte ausreichend groß sein, weil Tastaturnutzende die Größe des Feldes nicht ändern können – der vom Browser automatisch angezeigte Griff ist nur mit einem Zeigegerät bedienbar.
Für einen Platzhalter kann das Attribut placeholder verwendet werden. Es wird allerdings empfohlen, Eingabehinweise neben dem Feld anzuzeigen und per aria-describedby mit dem Eingabefeld zu verknüpfen. Das placeholder-Attribut hat folgende Nachteile:

Ein Eingabefeld kann als deaktiviert (disabled) und als schreibgeschützt (readonly) ausgezeichnet werden. Ein Eingabefeld kann mit required als Pflichtfeld ausgezeichnet werden.

Weitere Informationen: 4.10.11 The textarea element - HTML Standard (whatwg.org)

ARIA

Wird das Eingabefeld nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte u. a. Folgendes beachtet werden:

Weitere Informationen: textbox role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link)

Kennwort-Eingabefeld

Online betrachten

Synonyme: Passwort-Eingabefeld, Passwortfeld, Password input field

Siehe auch: Eingabefeld (einzeilig), Authentifizierung

Kennwort-Eingabefelder ermöglichen die Eingabe eines Passworts.

Ein Kennwort-Eingabefeld ist ein meist rechteckiger Bereich der Seite, der sich z. B. durch einen Rahmen, eine Linie oder eine abweichende Hintergrundfarbe von der Umgebung abhebt. Der eingegebene Wert wird nur maskiert angezeigt. Ein Kennwort-Eingabefeld kann einen Schalter enthalten, um die Maskierung des Werts aufzuheben.

Abbildung: Kennwort-Eingabefeld

Darstellung

Die Anforderungen an das Eingabefeld werden im Abschitt „Eingabefeld“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um ein Eingabefeld zur Kennwort-Eingabe handelt.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
611KontrastDer maskierte und unmaskierte Text im Kennwort-Eingabefeld muss einen Kontrast von mindestens 4,5:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3
612WertWenn in das Kennwort-Eingabefeld nur bestimmte Zeichen eingegeben werden dürfen oder ein besonderes Eingabeformat erforderlich ist, so muss dies im Eingabehinweis erläutert werden.

Hinweis: Dies gilt nur bei der Vergabe eines neuen Kennworts, nicht bei der Eingabe des Kennworts zur Authentifizierung oder bei der wiederholten Kennworteingabe.

MussEN 301 549: 9.3.3.2, 11.3.3.2

Bedienung

Die Anforderungen an das Eingabefeld werden im Abschitt „Eingabefeld“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um ein Eingabefeld zur Kennwort-Eingabe handelt.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
613TastaturbedienungEnthält das Kennwort-Eingabefeld weitere interaktive Elemente, wie z. B. einen Schalter zum Entmaskieren der Eingabe, so müssen diese mit der Tabulatortaste nach dem Eingabefeld den Fokus erhalten.

Hinweis: Davon ausgenommen sind Elemente, für die ein Tastaturkürzel implementiert wurde, sofern dieses Tastaturkürzel beim Kennwort-Eingabefeld visuell und mit Assistenztechnologie wahrnehmbar ist.

MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1

Programmierung/Schnittstellen

Die Anforderungen an das Eingabefeld werden im Abschitt „Eingabefeld“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um ein Eingabefeld zur Kennwort-Eingabe handelt.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
614RolleDie Rolle Kennwort-Eingabefeld muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
615WertDer Wert des Kennwort-Eingabefeldes darf nicht an die Accessibility API übermittelt werden, es sei denn die Maskierung der Eingabe wurde aufgehoben. Stattdessen muss eine maskierte Zeichenkette als Wert an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).

Hinweis: Als maskierte Zeichenkette für die Accessibility API wird eine Zeichenkette verwendet, die aus einer der Länge der Eingabe entsprechenden Anzahl von Aufzählungszeichen „schwarzer Kreis“ (•) besteht.

MussEN 301 549: 4.2.11, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7
616StatusDer Status des Kennwort-Eingabefeldes muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).

Hinweis: Dies bezieht sich auch auf den Status „maskiert“ oder „entmaskiert“. So kann das Kennwort-Eingabefeld ohne Maskierung mit der Rolle Eingabefeld an die Accessibility API übermittelt werden.

MussEN 301 549: 9.4.2.1, 11.4.2.1

Praxistipp Kennwort-Eingabefeld in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe

Hinweise:

HTML

Das Kennwort-Eingabefeld muss mit dem HTML-Element <input type=password> umgesetzt werden, damit das eingegebene Passwort von der Assistenztechnologie nicht ausgegeben wird.
Die Beschriftung des Kennwort-Eingabefeldes sollte mit dem Element <label for=ID> mit dem Kennwort-Eingabefeld verknüpft werden.
Ein Kennwort-Eingabefeld kann als deaktiviert (disabled) und als schreibgeschützt (readonly) ausgezeichnet werden. Ein Kennwort-Eingabefeld kann mit required als Pflichtfeld ausgezeichnet werden.
Wenn bei der Vergabe des Kennworts bestimmte Regeln gelten, sollte Folgendes beachtet werden:

Weitere Informationen: 4.10.5.1.6 Password state (type=password) - HTML Standard (whatwg.org)

ARIA

In ARIA existiert keine Rolle für Kennwort-Eingabefelder. Stattdessen muss das entsprechende HTML-Element für Kennwort-Eingabefelder verwendet werden, damit das eingegebene Passwort von der Assistenztechnologie nicht ausgegeben wird.

Eingabefeld mit Autocomplete-Funktion

Online betrachten

Synonyme: Eingabefeld mit Vorschlagsliste, Autovervollständigungssuche, Auto-Suggest Box

Siehe auch: Auswahlliste, Ausklappliste, Menüschaltfläche, Eingabefeld (einzeilig), kombiniertes Eingabefeld

Eingabefelder mit Autocomplete-Funktion ermöglichen die freie Texteingabe und die Auswahl von Optionen aus einer Liste, wobei die Liste erst nach erfolgter Texteingabe geöffnet wird.

Im geschlossenen Status besteht ein Eingabefeld mit Autocomplete-Funktion aus einem Eingabefeld. Im geöffneten Status wird zusätzlich darunter eine Auswahlliste angezeigt (ggf. mit Scrollbalken). Die Optionen der Auswahlliste können gruppiert werden. Die Beschriftung der Gruppen kann nicht ausgewählt werden.

Eingabefelder mit Autocomplete-Funktion können auch automatisch den ersten Treffer in das Eingabefeld eintragen, so dass dieser unmittelbar übernommen werden kann (Inline-Autocomplete). Dabei bleibt der Textcursor jedoch an der Stelle des zuletzt eingegebenen Zeichens.

Abbildung: Eingabefeld mit Autocomplete-Funktion

Darstellung

Die Anforderungen an das Eingabefeld werden im Abschitt „Eingabefeld“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um ein Eingabefeld mit Autocomplete-Funktion handelt.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
617KontrastDie Beschriftung der Optionen in der Auswahlliste der Autocomplete-Funktion müssen einen Kontrast von mindestens 4,5:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3
618KontrastDie gewählte Option in der Auswahlliste der Autocomplete-Funktion muss einen Kontrast von mindestens 3:1 zu benachbarten Optionen aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
619FokussichtbarkeitBei der Tastaturnavigation durch die Listeneinträge, muss die aktuelle Option im sichtbaren Bereich angezeigt werden.MussEN 301 549: 11.2.4.7

Bedienung

Die Anforderungen an das Eingabefeld werden im Abschitt „Eingabefeld“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um ein Eingabefeld mit Autocomplete-Funktion handelt.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
620TastaturbedienungDie Optionen in der Auswahlliste der Autocomplete-Funktion müssen mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2
621AktualisierungenBei Fokussierung und Bedienung des Eingabefeldes mit Autocomplete-Funktion darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen.MussEN 301 549: 11.3.2.1 und 11.3.2.2
622KlickbereichDer Klickbereich der Listeneinträge der Auswahlliste sollen mindestens 24 x 24 px betragen.SollWCAG 2.2: 2.5.8 (AA)

Tastaturbedienung Eingabefeld mit Autocomplete-Funktion

AktionTasteKlassifizierung
Öffnen der AuswahllisteTexteingabeErforderlich
Schließen der AuswahllisteEINGABE
ESC
TAB
Texteingabe, die zu keinen Ergebnissen der Autocomplete-Funktion führt
Erforderlich
Bedienung der Auswahlliste (Auswahl des vorhergehenden oder folgenden Werts)PFEIL AUF, PFEIL ABErforderlich
Bedienung der Auswahlliste (Auswahl eines Werts davor oder danach mit fest definierter Schrittweite)BILD AUF, BILD AB

Hinweis: Die Schrittweite soll mit der Anzahl der sichtbaren Optionen übereinstimmen.

Empfohlen

Zeigeinstrumentbedienung Eingabefeld mit Autocomplete-Funktion

AktionTasteKlassifizierung
Schließen der AuswahllisteLinksklick auf einen Wert innerhalb der geöffneten ListeErforderlich
Schließen der AuswahllisteLinksklick außerhalb des kombinierten Eingabefeldes (bestehend aus dem Eingabefeld und der Auswahlliste)Erforderlich
Wertauswahl innerhalb der AuswahllisteLinksklick auf einen WertErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Die Anforderungen an das Eingabefeld werden im Abschitt „Eingabefeld“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um ein Eingabefeld mit Autocomplete-Funktion handelt.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
623RolleDie Rolle Eingabefeld muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API)

Hinweis: Sofern die verwendete Technologie die Rolle Eingabefeld mit Autocomplete-Funktion nicht kennt, muss die Rolle Eingabefeld verwendet werden. In diesem Fall soll in der Beschreibung auf die Autocomplete-Funktionalität hingewiesen werden.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
624Desktop: ElementhierarchieDie Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb der Liste müssen an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 911.5.2.9
624StatusDer Status der Auswahlliste der Autocomplete-Funktion muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).

Hinweis: Dies bezieht sich z. B. auf den Status „geöffnet“ oder „geschlossen“.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 1.5.2.9
625NameDie Gruppenbeschriftung der Listeneinträge muss (sofern vorhanden) an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1
626BedienungDie Auswahlliste der Autocomplete-Funktion muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17
627AktualisierungAktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names, Werts oder Status des kombinierten Eingabefeldes müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).

Hinweis: Dies betrifft insbesondere das Einblenden der Auswahlliste der Autocomplete-Funktion, weil andernfalls nicht wahrnehmbar ist, dass Werte zur Auswahl zur Verfügung stehen.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
628Desktop: PositionGröße und Position des gewählten Elements in der Auswahlliste müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator))MussEN 301 549: 11.5.2.13

Drehfeld

Online betrachten

Synonyme: Drehschalter, Schaltfläche für die schrittweise Weiterschaltung, Spinbutton, Spinner, Spin Control

Siehe auch: Eingabefeld, Schieberegler, Ausklappliste, kombiniertes Eingabefeld, Schalter

Drehfelder ermöglichen die Auswahl eines Werts aus einem Wertebereich mit kontinuierlichen Daten (z. B. Wochentage, Jahre). Ein Drehfeld besteht aus zwei Schaltern, mit denen der vorhergehende und der folgende Wert ausgewählt werden kann, sowie einem Eingabefeld zur Anzeige des Werts. Das Eingabefeld zur Anzeige des Werts kann schreibgeschützt sein oder die direkte Texteingabe erlauben. Der Wertebereich des Drehfeldes kann beschränkt oder unbeschränkt sein, d. h. es kann einen Minimalwert, Maximalwert oder beides besitzen (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.41).

Abbildung: Drehfeld

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
629KontrastDer Text im Drehfeld muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3
630KontrastDer Rahmen des Drehfeldes muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
631KontrastDie Pfeil-Icons zur Auswahl des vorhergehenden und des folgenden Werts müssen zur benachbarten Farbe ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
632BeschriftungDas Drehfeld muss eine sichtbare Beschriftung besitzen (siehe Beschriftung).MussEN 301 549 9.3.3.2, 11.3.3.2
633FokussichtbarkeitErhält das Drehfeld den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7
634FokussichtbarkeitWenn im Drehfeld die Texteingabe möglich ist, muss der Standard-Textcursor angezeigt werden (siehe Textcursor).MussEN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7, 11.5.2.13

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
635TastaturbedienungDas Drehfeld muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).

Hinweis: Die Schalter zur Auswahl des vorhergehenden und des folgenden Werts sollen nicht separat den Tastaturfokus erhalten.

MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2
636AktualisierungenBei Fokussierung und Bedienung des Drehfeldes darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen.MussEN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1 und 9.3.2.2, 11.3.2.2
637KlickbereichWenn kein Wert eingegeben werden kann, sollen der Klickbereich der Schalter zur Auswahl des vorhergehenden und des folgenden Werts mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung).SollWCAG 2.2

Tastaturbedienung Drehfeld

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren des DrehfeldesTABErforderlich
Verlassen des DrehfeldesTABErforderlich
Eingabe eines Werts im EingabefeldTexteingabeErforderlich (sofern Texteingabe möglich)
Navigation im EingabefeldPFEIL RECHTS/LINKS
POS1, ENDE
Erforderlich (sofern Texteingabe möglich)
Bedienung des Drehfeldes (Auswahl des vorhergehenden oder folgenden Werts)PFEIL AUF, PFEIL ABErforderlich
Bedienung des Drehfeldes (Auswahl eines Werts davor oder danach mit fest definierter Schrittweite)BILD AUF, BILD AB

Hinweis: Die Schrittweite hängt von der Anzahl der möglichen Werte ab. Bei 100 Werten wäre z. B. eine Schrittweite von 10 sinnvoll.

Empfohlen
Bedienung des Drehfeldes (Auswahl des ersten und letzten Werts)POS1, ENDEEmpfohlen (sofern keine Texteingabe möglich ist und ein Wertebereich existiert)

Zeigeinstrumentbedienung Drehfeld

AktionTasteKlassifizierung
Fokus an eine bestimmte Position ins Eingabefeld setzenLinksklick in das EingabefeldErforderlich (sofern Texteingabe möglich)
Vorhergehenden oder folgenden Wert auswählenLinksklick auf den entsprechenden Schalter mit dem Pfeil-IconErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
638RolleDie Rolle Drehfeld muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
639WertDer Wert des Drehfeldes muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7
640Des: WertebereichWenn das Drehfeld einen Minimal- und Maximalwert besitzt, müssen diese an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 11.5.2.7
641StatusDer Status des Drehfeldes muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).

Hinweis: Dies bezieht sich auch auf den Status „Texteingabe möglich“ oder „Texteingabe nicht möglich“.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
642NameDas Drehfeld muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.MussEN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8
643NameSofern das Drehfeld eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
644BedienungDas Drehfeld muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17
645AktualisierungAktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names, Werts oder Status des Drehfeldes müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
646Desktop: PositionGröße und Position des Drehfeldes müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 11.5.2.5
647Desktop: PositionWenn das Eingabefeld nicht schreibgeschützt ist, muss die Position des Textcursors im Eingabefeld an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokussichtbarkeit)MussEN 301 549: 11.5.2.13

Praxistipp Drehfeld in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe

Hinweise:

HTML

Das Drehfeld sollte mit dem HTML-Element <input type=number> umgesetzt werden. Der initiale Wert wird über das value-Attribut übermittelt.
Die Schrittweite sowie der Mindest- und Höchstwert können über die Attribute step, min und max übermittelt werden..
Die Beschriftung des Drehfeldes sollte mit dem Element <label for=ID> mit dem Drehfeld verknüpft werden..
Ein Drehfeld kann als deaktiviert (disabled) und als schreibgeschützt (readonly) ausgezeichnet werden. Ein Drehfeld kann mit required als Pflichtfeld ausgezeichnet werden. .
Weitere Informationen: 4.10.5.1.12 Number state (type=number) - HTML Standard (whatwg.org)

ARIA

Achtung: Auf Mobilgeräten kann ein ARIA-Drehfeld ohne Texteingabe mit Assistenztechnologie ggf. nicht bedient werden, weil keine Gesten zur Bedienung nicht-nativer Drehfelder implementiert wurden. Dies gilt insbesondere, wenn die Schalter zum Erhöhen bzw. Verringern des Werts Kindelemente des Drehfeldes sind.
Darüber hinaus sind mit den meisten Screenreadern die Unterschiede zwischen Drehfeldern mit und ohne Texteingabe nicht wahrnehmbar. Es wird deshalb empfohlen, nur Drehfelder mit der Möglichkeit zur Texteingabe zu implementieren.

Wird das Drehfeld nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte u. a. Folgendes beachtet werden:

Weitere Informationen: spinbutton role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Spinbutton Pattern | APG | WAI | W3C

Auswahlliste

Online betrachten

Synonyme: Listenfeld, Mehrzeilige Auswahlliste, Listbox

Siehe auch: Mehrfach-Auswahlliste, Ausklappliste, Radiobuttongruppe, Baumstruktur

Auswahllisten ermöglichen die Auswahl einer Option aus einer Liste (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.39).

In der Auswahlliste werden alle verfügbaren Optionen angezeigt (ggf. mit Scrollbalken). Der aktuelle Wert ist hervorgehoben. Die Optionen können gruppiert werden. Die Beschriftung der Gruppen kann nicht ausgewählt werden. Die fokussierte Option ist identisch mit der gewählten Option.

Abbildung: Auswahlliste

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
648KontrastDie Beschriftung der Optionen der Auswahlliste muss einen Kontrast von mindestens 4,5:1 aufweisen.

Hinweis 1: Dies gilt für die gewählte und die nicht gewählten Optionen.

Hinweis 2: Sofern die Optionen nicht mit Text, sondern Grafiken beschriftet sind, müssen der Kontrast der Grafiken zum Hintergrund und die inhaltstragenden Bereiche der Grafik untereinander mindestens 3:1 betragen.

MussEN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3, 9.1.4.11, 11.1.4.11
649KontrastSofern sich die gewählte von der nicht gewählten Option lediglich durch Farbe unterscheiden (z. B. Vordergrund- oder Hintergrundfarbe), so muss zwischen den Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 eingehalten werden.

Hinweis: Der gewählte Listeneintrag muss nicht farblich oder ausschließlich farblich gekennzeichnet werden. Er kann z. B. mit einer Checkbox gekennzeichnet sein. In diesem Fall entfallen die Kontrastanforderungen für Farbkennzeichnung, solange die Checkbox ausreichende Kontraste besitzt.

MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
650KontrastDer Rahmen der Auswahlliste muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
651BeschriftungDie Auswahlliste muss eine sichtbare Beschriftung besitzen (siehe Beschriftung).MussEN 301 549 9.3.3.1, 11.3.3.2
652FokussichtbarkeitErhält die Auswahlliste den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7
653FokussichtbarkeitBei der Navigation durch die Optionen, muss die aktuelle Option im sichtbaren Bereich und als fokussiert angezeigt werden.MussEN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7
654Liste der OptionenDie Liste mit den Optionen soll nicht horizontal gescrollt werden müssen, d. h. mindestens so breit sein, wie der längste Eintrag.SollDIN EN ISO 9241-143: 9.3.4
655Liste der OptionenDie Optionen sollen so formuliert werden, dass die relevante, zur Unterscheidung dienende Information am Anfang steht.SollDIN EN ISO 9241-143: 9.3.4

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
656TastaturbedienungDie Auswahlliste muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.25
657AktualisierungenBei Fokussierung und Bedienung der Auswahlliste darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen.

Hinweis: Insbesondere darf die Wertänderung nicht zum Fokusverlust oder zum Öffnen einer neuen Maske führen.

MussEN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1, 9.3.2.2, 11.3.2.2
658KlickbereichDer Klickbereich der Listeneinträge der Auswahlliste sollen mindestens 24 x 24 px betragen.SollWCAG 2.2

Tastaturbedienung Auswahlliste

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren der AuswahllisteTABErforderlich
Verlassen der AuswahllisteTABErforderlich
Bedienung der Auswahlliste (Auswahl des vorhergehenden oder folgenden Werts)PFEIL AUF, PFEIL ABErforderlich
Bedienung der Auswahlliste (Auswahl des ersten und letzten Werts)POS1, ENDEErforderlich
Bedienung der Auswahlliste (Auswahl eines Werts davor oder danach mit fest definierter Schrittweite)BILD AUF, BILD AB

Hinweis: Die Schrittweite soll mit der Anzahl der sichtbaren Optionen übereinstimmen.

Erforderlich bei vielen Listeneinträgen
Bedienung der Auswahlliste (Auswahl eines Werts, der mit einer bestimmten Zeichenkette beginnt)Eingabe eines oder mehrerer Zeichen (innerhalb einer kurzen Zeitspanne)

Hinweis: Fangen zwei Einträge mit der gleichen Zeichenkette an, wird nacheinander zu den Einträgen navigiert.

Erforderlich bei vielen Listeneinträgen

Zeigeinstrumentbedienung Auswahlliste

AktionTasteKlassifizierung
Wertauswahl innerhalb der AuswahllisteLinksklick auf einen WertErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
659RolleDie Rolle Auswahlliste muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
660WertDer Wert der Auswahlliste muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7
661Desktop: ElementhierarchieDie Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb der Auswahlliste müssen an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 11.5.2.9
662StatusDer Status der Auswahlliste muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).MussEN 301 549: 69.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
663NameDie Auswahlliste muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.MussEN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8
664NameSofern die Auswahlliste eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
665NameDie Gruppenbeschriftung der Listeneinträge muss (sofern vorhanden) an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1
666BedienungDie Auswahlliste muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17
667AktualisierungAktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names, Werts oder Status der Auswahlliste müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
668PositionGröße und Position der Auswahlliste müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
669Desktop: PositionGröße und Position des gewählten Elements in der Auswahlliste müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokussichtbarkeit)MussEN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13

Praxistipp Auswahlliste in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe

Beim Fokussieren der Auswahlliste:

Bei der Pfeiltastennavigation durch die Auswahlliste:

Beim Lesen mit dem virtuellen Cursor:

Hinweise:

HTML

Die Auswahlliste sollte mit den HTML-Elementen <select> und <option> mit einem Wert größer 1 bei dem size-Attribut und ohne multiple-Attribut umgesetzt werden.
Die Listeneinträge können mit dem <optgroup>-Element gruppiert werden. Die Gruppierung sollte jedoch vermieden werden, weil viele Screenreader die Gruppenbeschriftung (die mit dem label-Attribut angegeben wird) nicht ausgeben.
Der initiale gewählte Listeneintrag kann mit dem selected-Attribut gesetzt werden. In jeder Auswahlliste sollte initial ein Listeneintrag ausgewählt sein, weil Tastaturnutzer bei der Navigation durch die Auswahlliste automatisch eine Auswahl treffen, die anschließend nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Initial sollte der Listeneintrag gewählt werden, dessen Auswahl entweder am wahrscheinlichsten ist oder der eine neutrale Option (z. B. „Keine Angabe“) enthält.
Die Beschriftung sollte mit dem Element <label for=ID> mit der Auswahlliste verknüpft werden.
Eine Auswahlliste, eine Gruppe von Listeneinträgen sowie die einzelnen Listeneinträge können als deaktiviert (disabled), aber nicht als schreibgeschützt (readonly) ausgezeichnet werden.
Eine Auswahlliste kann mit required als Pflichtfeld ausgezeichnet werden.

Weitere Informationen: 4.10.7 The select element - HTML Standard (whatwg.org)

ARIA

Wird die Auswahlliste nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte u. a. Folgendes beachtet werden:

Weitere Informationen: listbox role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Listbox Pattern | APG | WAI | W3C

Mehrfach-Auswahlliste

Online betrachten

Synonyme: Listenfeld, Mehrzeilige Auswahlliste, Listbox

Siehe auch: Auswahlliste, Ausklappliste, Checkbox-Gruppe, Baumstruktur

Mehrfach-Auswahllisten ermöglichen die Auswahl mehrerer Optionen aus einer Liste (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.39).

In der Mehrfach-Auswahlliste werden alle wählbaren Optionen angezeigt (ggf. mit Scrollbalken). Die gewählten Optionen sind hervorgehoben. Die Optionen können gruppiert werden. Die Beschriftung der Gruppen kann nicht ausgewählt werden. Die fokussierte Option ist nicht automatisch identisch mit der gewählten Option.

Abbildung: Mehrfach-Auswahlliste (Das Häkchen kennzeichnet gewählte Optionen, die blaue Hintergrundfarbe kennzeichnet die aktuell fokussierte Option)

Darstellung

Die Anforderungen an die Auswahlliste werden im Abschitt „Auswahlliste“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um eine Auswahlliste mit Mehrfach-Auswahl handelt.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
670BeschriftungDie Mehrfach-Auswahlliste muss eine sichtbare Beschriftung besitzen (siehe Beschriftung).

Hinweis: Die Benutzenden sollen auf die Möglichkeit der Mehrfachauswahl hingewiesen werden.

MussEN 301 549 9.3.3.2, 11.3.3.2
671BeschreibungSofern die Mehrfachauswahl nicht durch einfache Aktivierung der Listeneinträge möglich ist, soll die Bedienung mit Tastatur und Zeigeinstrument erläutert werden (siehe Praxistipp vereinfachte Bedienung der Mehrfach-Auswahl).SollWCAG 2.1: 3.3.5 (AAA), DIN EN ISO 9241-143: 9.6.11

Bedienung

Die Anforderungen an die Auswahlliste werden im Abschitt „Auswahlliste“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um eine Auswahlliste mit Mehrfach-Auswahl handelt.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
672TastaturbedienungDie Mehrfach-Auswahlliste muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).

Hinweis: Dies gilt für die Auswahl benachbarter und nicht-benachbarter Listeneinträge.

MussEN 301 549: 9.2.1.2, 11.2.1.2

Tastaturbedienung Mehrfach-Auswahlliste

Hinweis: Eine vereinfachte, aber derzeit wenig etablierte Bedienung der Mehrfachauswahl wird im Praxistipp vereinfachte Bedienung der Mehrfach-Auswahl beschrieben. Es wird empfohlen, die implementierte Bedienung für die Mehrfachauswahl unabhängig von der gewählten Methode in der Anwendung oder Hilfe zu beschreiben

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren der Mehrfach-AuswahllisteTABErforderlich
Wertauswahl (alle anderen Werte werden abgewählt)[Navigationstaste]Erforderlich
Auswahl benachbarter WerteUMSCHALT+[Navigationstaste]Erforderlich
Auswahl nicht-benachbarter WerteSTRG+[Navigationstaste], gefolgt von STRG+LEERErforderlich
Abwahl eines gewählten WertsSTRG+LEERErforderlich
Auswahl aller WerteSTRG+AEmpfohlen

Zeigeinstrumentbedienung Mehrfach-Auswahlliste

Hinweis: Eine vereinfachte, aber derzeit wenig etablierte Bedienung der Mehrfachauswahl wird im Praxistipp vereinfachte Bedienung der Mehrfachauswahl beschrieben. Es wird empfohlen, die implementierte Bedienung für die Mehrfachauswahl unabhängig von der gewählten Methode in der Anwendung oder Hilfe zu beschreiben.

AktionTasteKlassifizierung
Wertauswahl (alle anderen Werte werden abgewählt)Linksklick auf einen WertErforderlich
Auswahl benachbarter WerteUMSCHALT+LinksklickErforderlich
Auswahl nicht-benachbarter WerteSTRG+LinksklickErforderlich
Abwahl eines gewählten WertsSTRG+LinksklickErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Die Anforderungen an die Auswahlliste werden im Abschitt „Auswahlliste“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass es sich um eine Auswahlliste mit Mehrfach-Auswahl handelt

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
673RolleDie Rolle Mehrfach-Auswahlliste muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.511.4.1.2, 11.5.2.5
674BedienungDie Mehrfach-Auswahlliste muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17.5.2.17

Praxistipp Alternativen zur Auswahlliste mit Mehrfach-Auswahl

Die Möglichkeit der Mehrfach-Auswahl ist in der Regel nicht zu erkennen, weil sich die Mehrfach-Auswahllisten visuell nicht von Auswahllisten unterscheiden. Darüber ist die Mehrfach-Auswahl (insbesondere die Auswahl nicht-benachbarter Werte) mit der Tastatur und dem Zeigeinstrument erschwert. Mit dem Screenreader sind darüber hinaus häufig die gewählten Elemente nicht wahrnehmbar. Deswegen wird empfohlen, Mehrfach-Auswahllisten durch andere Elemente zu ersetzen, in einer einfachen Form umzusetzen oder deren Funktion und Bedienung zu beschreiben. Alternativen für Mehrfach-Auswahllisten wären u. a.:

Abbildung: Mehrfach-Auswahlliste (WAI-ARIA Authoring Practices 1.2: Listbox > Example Listboxes with Rearrangeable Options)

Eine einfache Bedienung von Mehrfach-Auswahllisten kann wie folgt umgesetzt werden:

Praxistipp vereinfachte Bedienung der Mehrfach-Auswahl

Eine einfache Bedienung von Mehrfach-Auswahllisten kann wie folgt umgesetzt werden:

Praxistipp Mehrfach-Auswahlliste in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe

Achtung: Mit dem Screenreader sind die gewählten Listeneinträge im Formularmodus nicht wahrnehmbar. Auch die Möglichkeit der Mehrfach-Auswahl ist teilweise nicht wahrnehmbar.
Deswegen wird empfohlen, ein alternatives Element zu verwenden (siehe Praxistipp Alternativen zur Auswahlliste mit Mehrfach-Auswahl).

HTML

Achtung: Aus folgenden Gründen ist die Tastaturbedienung erschwert:

Deswegen wird empfohlen, ein alternatives Element zu verwenden (siehe Praxistipp Alternativen zur Auswahlliste mit Mehrfach-Auswahl).

Die Umsetzungshinweise für die HTML-Auswahlliste werden im Abschitt „Auswahlliste“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Hinweise gegeben, die daraus resultieren, dass es sich um eine Auswahlliste mit Mehrfach-Auswahl handelt.

ARIA

Die Umsetzungshinweise für die ARIA-Auswahlliste werden im Abschitt „Auswahlliste“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Hinweise gegeben, die daraus resultieren, dass es sich um eine Auswahlliste mit Mehrfach-Auswahl handelt.

Baumstruktur

Online betrachten

Synonyme: Hierarchische Liste, Baum, Baumansicht, Strukturansicht, Tree, Treeview

Siehe auch: Auswahlliste, Mehrfach-Auswahlliste, Hierarchische Tabelle, Menü

Baumstrukturen ermöglichen die Darstellung und Bedienung hierarchisch strukturierter Listen (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.17). Die verschachtelten Listen können ein- und ausgeblendet werden. Ein Schalter mit Indikator bei den Listeneinträgen zeigt an, ob die untergeordnete Liste ein- oder ausgeblendet ist. Baumstrukturen können zu unterschiedlichen Zwecken verwendet werden, bspw.:

Abbildung: Baumstruktur

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
675KontrastDie Beschriftung der Listeneinträge der Baumstruktur muss einen Kontrast von mindestens 4,5:1 aufweisen.

Hinweis 1: Dies gilt für die gewählten und die nicht gewählten Einträge.

Hinweis 2: Sofern die Listeneinträge nicht mit Text, sondern mit Grafiken beschriftet sind, muss der Kontrast der Grafiken zum Hintergrund und die inhaltstragenden Bereiche der Grafik untereinander mindestens 3:1 betragen.

MussEN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3, 9.1.4.11, 11.1.4.11
676KontrastSofern sich der gewählte vom nicht gewählten Listeneintrag lediglich durch Farbe unterscheidet (z. B. Vordergrund- oder Hintergrundfarbe), so müssen die Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.

Hinweis: Der gewählte Listeneintrag muss nicht farblich oder ausschließlich farblich gekennzeichnet werden. Er kann z. B. mit einer Checkbox gekennzeichnet sein. In diesem Fall entfallen die Kontrastanforderungen für Farbkennzeichnung, solange die Checkbox ausreichende Kontraste besitzt.

MussEN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1, 9.1.4.11, 11.1.4.11
677KontrastDie Icons, die den Status der Listeneinträge anzeigen (ein- oder ausgeblendet), müssen zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
678BeschriftungDie Baumstruktur muss eine sichtbare Beschriftung besitzen, sofern sie als Formularelement dient (siehe Beschriftung).MussEN 301 549 9.3.3.2, 11.3.3.2
679FokussichtbarkeitErhält die Baumstruktur den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7
680FokussichtbarkeitBei der Navigation durch die Listeneinträge, muss der aktuelle Listeneintrag im sichtbaren Bereich angezeigt werden.MussEN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7
681Liste der OptionenDie Baumstruktur darf nicht horizontal gescrollt werden müssen, d. h. mindestens so breit sein, wie der längste Eintrag.MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1
682Liste der OptionenDie Listeneinträge sollen so formuliert werden, dass die relevante, zur Unterscheidung dienende Information am Anfang steht.SollDIN EN ISO 9241-143: 9.3.4

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
683TastaturbedienungDie Baumstruktur muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).

Hinweis: Die Schalter zum Ein- und Ausblenden untergeordneter Listeneinträge sollen nicht separat den Tastaturfokus erhalten.

MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2
684AktualisierungenBei Fokussierung und Bedienung der Baumstruktur darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen.MussEN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1, 9.3.2.2, 11.3.2.
685KlickbereichDie Elemente zum Ein- und Ausblenden untergeordneter Listen sollen mindestens 24 x 24 px groß sein.SollWCAG 2.2
686KlickbereichDer Klickbereich der Listeneinträge der Baumstruktur sollen mindestens 24 x 24 px betragen.SollWCAG 2.2
Tastaturbedienung Baumstruktur
AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren der BaumstrukturTABErforderlich
Verlassen der BaumstrukturTABErforderlich
Navigation zum vorhergehenden oder folgenden WertPFEIL AUF, PFEIL ABErforderlich
Schnellnavigation zum ersten und letzten WertPOS1, ENDEErforderlich
Schnellnavigation zu einem Wert davor oder danach mit fest definierter SchrittweiteBILD AUF, BILD AB

Hinweis: Die Schrittweite soll mit der Anzahl der sichtbaren Listeneinträge übereinstimmen.

Empfohlen
Navigation zum ersten Eintrag der verschachtelten ListePFEIL RECHTSErforderlich
Untergeordnete Liste einblendenPFEIL RECHTSErforderlich
Untergeordnete Liste ausblendenPFEIL LINKSErforderlich
Wertauswahl, Aktivierung des ListeneintragsLEER, EINGABEErforderlich

Hinweis 1: Bei Baumstrukturen mit der Mehrfachauswahl sollen darüber hinaus die Tastaturbedienung für die Mehrfachauswahl implementiert werden, wie sie bei der Mehrfach-Auswahlliste beschrieben ist.
Hinweis 2: Die Tastaturbedienung der Baumstrukturen kann je nach verwendeter Programmiersprache oder Framework vom hier beschriebenen Standard abweichen (z. B. Ein- und Ausblenden der untergeordneten Listen mit PLUS und MINUS). Die abweichende Tastaturbedienung sollte in der Anwendung und Hilfe beschrieben.

Zeigeinstrumentbedienung Baumstruktur
AktionTasteKlassifizierung
Wertauswahl, Aktivierung des ListeneintragsLinksklickErforderlich
Untergeordnete Liste ein- und ausblendenLinksklick auf Icon zum Ein- und AusblendenErforderlich
Untergeordnete Liste ein- und ausblendenDoppelklick auf ListeneintragEmpfohlen

Hinweis: Bei Baumstrukturen mit der Mehrfachauswahl sollen darüber hinaus die Zeigeinstrumentbedienung für die Mehrfachauswahl implementiert werden, wie sie bei der Mehrfach-Auswahlliste beschrieben ist.

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
687RolleDie Rolle Baumstruktur muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
688WertDie Werte der Baumstruktur müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7
689Desktop: ElementhierarchieDie Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb der Baumstruktur müssen an die Accessibility API übermittelt werden.

Hinweis: Wenn das nicht möglich ist, muss die Hierarchie der Listeneinträge in anderer Form an die Accessibility API übermittelt werden, z. B. in Textform.

MussEN 301 549: 11.5.2.9
690StatusDer Status der Baumstruktur und der Listeneinträge muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).

Hinweis: Dies bezieht sich bei den Listeneinträgen auch auf den Status „geöffnet“ oder „geschlossen“.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
691NameDie Baumstruktur muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.MussEN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.
692NameSofern die Baumstruktur eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
693BedienungDie Baumstruktur muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17
694AktualisierungAktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names, Werts oder Status der Baumstruktur müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
695PositionGröße und Position der Baumstruktur und deren Listeneinträge müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13

Praxistipp Baumstrukturen in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe

Beim Fokussieren der Baumstruktur:

Bei der Pfeiltastennavigation durch die Baumstruktur:

Beim Lesen mit dem virtuellen Cursor:

Hinweise:

HTML

In HTML existiert kein Element für Baumstrukturen. Stattdessen kann Folgendes verwendet werden:

ARIA

Bei Baumstrukturen sollte Folgendes beachtet werden:

Weitere Informationen: tree role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), treeitem role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Tree View Pattern | APG | WAI | W3C

Griff

Online betrachten

Synonyme: Anfasser, Handle, Control point

Siehe auch: Bereichstrenner

Ein Griff dient dem räumlichen Bearbeiten eines Elements, wie z. B. einer Grafik, eines Textblocks oder eines Anwendungsfensters (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.16). Über den Griff kann das Element z. B. skaliert, gedreht, verzerrt oder verschoben werden.

Ein Griff besteht oft aus einem kleinen Kreis oder Viereck an den Ecken des bearbeitbaren Elements. Zusätzlich können beim Griff die Bearbeitungsmöglichkeiten angezeigt werden. Griffe werden häufig nur angezeigt, wenn das dazugehörige Element den Fokus besitzt. Bei Anwendungsfenstern kann der Griff auch unsichtbar sein. Ein Griff kann ein Kontextmenü für weitere Funktionen besitzen.

Abbildung: Griff

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
696KontrastDer Griff muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
697FokussichtbarkeitErhält der Griff den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
698TastaturbedienungDer Griff muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).
Alternativ müssen alle Funktionen des Griffs per Tastatur ausgeführt werden können. In diesem Fall muss die Tastaturbedienung des Griffs in der Anwendung und Hilfe erläutert werden. Dies gilt nicht für die Griffe des Anwendungsfensters, sofern für diese die Standardbedienung implementiert wurde.
Ausnahme: Wenn der Griff keine relevante Funktion besitzt, muss er nicht tastaturbedienbar sein. Dies gilt z. B., wenn der Griff der Skalierung eines Anzeigebereichs dient, in der Standarddarstellung alle Inhalte vollständig wahrnehmbar sind und die Skalierung keinen Mehrwert bringt.
MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2
699Zeigeinstrument-BedienungDie Zeigeinstrumentbedienung des Griffs darf nicht komplex sein.

Hinweise: Komplexe Zeigeinstrumentbedienung ist

  • Mehrpunktbedienung (z. B. Wischen mit mehreren Fingern),

  • pfadbasierte Bedienung (bei der nicht nur Anfangs- und Endpunkt der Zeigeinstrumentbedienung relevant sind, sondern mindestens ein Zwischenpunkt).

MussEN 301 549: 9.2.5.1, 11.2.5.1
700Zeigeinstrument-BedienungDer Griff soll auch ohne ziehende Zeigeinstrumentbedienung bedient werden können.

Hinweis: Das kann z. B. erreicht werden, indem mit Klick der Griff aktiviert und anschließend die Zielposition angeklickt wird.

MussWCAG 2.2
701KlickbereichDer Klickbereich des Griffs soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung).SollWCAG 2.2

Tastaturbedienung Griff

Hinweis: Die folgenden Anforderungen gelten nur, wenn der Griff mit der Tastatur den Fokus erhält.

Mögliche Bedienalternativen für Tastaturnutzende können z. B. sein:

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren des GriffsTABErforderlich
Verlassen des GriffsTABErforderlich
Bedienung des GriffsPFEIL AUF/AB/LINKS/RECHTSErforderlich
Bedienung des Griffs mit fest definierter SchrittweiteSTRG+PFEIL AUF/AB/LINKS/RECHTSEmpfohlen
Proportionale SkalierungUMSCHALT+PFEIL AUF/AB/LINKS/RECHTSEmpfohlen

Zeigeinstrumentbedienung Griff

AktionTasteKlassifizierung
Bedienung des GriffsZiehen des Griffs (Drag & Drop)Erforderlich
Bedienung des GriffsLinksklick zur Aktivierung, Bewegen des Zeigegeräts, Linksklick an der ZielpositionEmpfohlen
Proportionale SkalierungUMSCHALT + Ziehen des GriffsEmpfohlen

Programmierung/Schnittstellen

Hinweis: Die folgenden Anforderungen gelten nur, wenn der Griff mit der Tastatur den Fokus erhält.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
702RolleDie Rolle Griff muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
703WertDer Wert des Griffs (z. B. Drehung in Grad) muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7
704Desktop: WertebereichMinimal- und Maximalwert des Griffs müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 11.5.2.7
705StatusDer Status des Griffs muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
706NameDer Griff muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.

Hinweis: Ein Griff besitzt in der Regel keine sichtbare Beschriftung. Der Name des Griffs soll die Funktion beschreiben (z. B. „Untere vertikale Skalierung“).

MussEN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
707NameSofern der Griff eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
708BedienungDer Griff muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17
709AktualisierungAktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names, Werts oder Status des Griffs müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
710Desktop: PositionGröße und Position des Griffs müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 11.5.2.5

Kombiniertes Eingabefeld

Online betrachten

Synonyme: Kombinationsfeld, Combobox

Siehe auch: Auswahlliste, Ausklappliste, Menüschaltfläche, Eingabefeld mit Autocomplete-Funktion

Kombinierte Eingabefelder ermöglichen die Texteingabe und die Auswahl von Optionen aus einer Liste, wobei die Liste geöffnet und geschlossen werden kann (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.7).

Im geschlossenen Status besteht ein kombiniertes Eingabefeld aus einem Eingabefeld und einem Schalter (mit Pfeil-Icon) zum Öffnen der Liste, der sich rechts vom Eingabefeld befindet. Im geöffneten Status wird zusätzlich darunter eine Auswahlliste angezeigt (ggf. mit Scrollbalken). Die Optionen der Auswahlliste können gruppiert werden. Die Beschriftung der Gruppen kann nicht ausgewählt werden.

Kombinierte Eingabefelder können sehr unterschiedlich umgesetzt werden. Umsetzungsvarianten sind u. a.:

Abbildung: Kombiniertes Eingabefeld

Darstellung

Die Anforderungen an das Eingabefeld und die Auswahlliste werden im Abschitt „Eingabefeld“ bzw. „Auswahlliste“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass über das Eingabefeld eine Auswahlliste geöffnet werden kann.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
711KontrastDas Pfeil-Icon zum Öffnen und Schließen der Liste muss zur benachbarten Farbe ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11

Bedienung

Die Anforderungen an das Eingabefeld und die Auswahlliste werden im Abschitt „Eingabefeld“ bzw. „Auswahlliste“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass über das Eingabefeld eine Auswahlliste geöffnet werden kann.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
712TastaturbedienungDas kombinierte Eingabefeld muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).

Hinweis: Der Schalter zum Ein- und Ausblenden der Auswahlliste soll nicht separat den Tastaturfokus erhalten.

MussEN 301 549: 11.2.1.1 und 11.2.1.2; ISO 9241-171: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2
713KlickbereichDer Klickbereich des Pfeils zum Öffnen und Schließen der Auswahlliste soll mindestens 24 x 24 px betragen  (siehe Zeigeinstrumentbedienung).SollWCAG 2.2

Tastaturbedienung kombiniertes Eingabefeld

AktionTasteKlassifizierung
Öffnen der AuswahllisteDesktop:
  • ALT+PFEIL AB

  • PFEIL AUF/AB

  • F4

  • Texteingabe

Web:
  • ALT+PFEIL AB

  • PFEIL AUF/AB

  • Texteingabe

Erforderlich
Schließen der AuswahllisteDesktop:
  • ALT+PFEIL AUF

  • Eingabe

  • F4

  • ESC

  • TAB

Web:
  • ALT+PFEIL AUF

  • Eingabe

  • ESC

  • TAB

Erforderlich

Zeigeinstrumentbedienung kombiniertes Eingabefeld

AktionTasteKlassifizierung
Öffnen der AuswahllisteLinksklick auf den PfeilErforderlich
Schließen der AuswahllisteLinksklick auf den PfeilErforderlich
Schließen der AuswahllisteLinksklick auf einen Wert innerhalb der geöffneten ListeErforderlich
Schließen der AuswahllisteLinksklick außerhalb des kombinierten Eingabefeldes (bestehend aus dem Eingabefeld und der Auswahlliste)Erforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Die Anforderungen an das Eingabefeld und die Auswahlliste werden im Abschitt „Eingabefeld“ bzw. „Auswahlliste“ beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass über das Eingabefeld eine Auswahlliste geöffnet werden kann.

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
714RolleDie Rolle kombiniertes Eingabefeld muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 11.4.1.2, 11.5.2.5
715StatusDer Status des kombinierten Eingabefeldes muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).

Hinweis: Dies bezieht sich auch auf den Status „geöffnet“ oder „geschlossen“.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5

Praxistipp kombiniertes Eingabefeld in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe

HTML

Das kombinierte Eingabefeld sollte mit den HTML-Elementen <input type=… list=ID> sowie <datalist id=ID> und <option> umgesetzt werden.

Der initiale Wert wird über das value-Attribut beim <input>-Element übermittelt.

Die Beschriftung sollte mit dem Element <label for=ID> mit dem kombinierten Eingabefeld verknüpft werden.

Das kombinierte Eingabefeld kann als Pflichtfeld (required), deaktiviert (disabled) bzw. schreibgeschützt (readonly) ausgezeichnet werden.

Die Listeneinträge können nicht als deaktiviert oder schreibgeschützt ausgezeichnet werden. Die Listeneinträge können nicht gruppiert werden.

Weitere Informationen: 4.10.8 The datalist element - HTML Standard (whatwg.org), 4.10.5.3.9 The list attribute - HTML Standard (whatwg.org)

ARIA

Achtung: Da sich die ARIA-Spezifikation hinsichtlich combobox in den letzten Jahren mehrfach grundlegend geändert hat, kann nicht garantiert werden, dass die kombinierten Eingabefelder, die mit ARIA umgesetzt werden, von allen Screenreadern korrekt ausgegeben wird. Es wird empfohlen, stattdessen das native kombinierte Eingabefeld zu verwenden. Alternativ sollte die ARIA-Umsetzung umfassend mit verschiedenen Browsern und Screenreadern getestet werden.
Achtung: Häufig wird für Eingabefelder mit Autocomplete-Funktion oder Ausklapplisten das ARIA-Pattern für kombinierte Eingabefelder verwendet. Diese drei Elemente unterscheiden sich jedoch hinsichtlich ihrer Bedeutung und Bedienung und sollten nicht verwechselt werden.

Wird das kombinierte Eingabefeld nicht mit den HTML-Elementen umgesetzt, sollte u. a. Folgendes beachtet werden:

Weitere Informationen: combobox role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Combobox Pattern | APG | WAI | W3C

Ausklappliste

Online betrachten

Synonyme: Klappliste, Dropdown-Listenfeld, Dropdown, Combobox

Siehe auch: Auswahlliste, Kombiniertes Eingabefeld, Menüschaltfläche, Eingabefeld mit Autocomplete-Funktion

Ausklapplisten ermöglichen die Auswahl einer Option aus einer Liste, wobei die Liste geöffnet und geschlossen werden kann (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.11).

Im geschlossenen Status wird der aktuelle Wert (die gewählte Option in der Liste) angezeigt und rechts daneben ein Schalter (mit Pfeil-Icon) zum Öffnen der Liste. Im geöffneten Status wird zusätzlich eine Auswahlliste mit allen Optionen angezeigt (ggf. mit Scrollbalken). Der aktuelle Wert ist hervorgehoben. Die Optionen können gruppiert werden. Die Beschriftung der Gruppen kann nicht ausgewählt werden.

Abbildung: Ausklappliste

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
716KontrastDie Beschriftung der Optionen der Ausklappliste muss einen Kontrast von mindestens 4,5:1 aufweisen.

Hinweis 1: Dies gilt für den geöffneten und geschlossenen Status der Ausklappliste sowie für die gewählte und die nicht gewählten Optionen.

Hinweis 2: Sofern die Optionen nicht mit Text, sondern Grafiken beschriftet sind, muss der Kontrast der Grafiken zum Hintergrund und die inhaltstragenden Bereiche der Grafik untereinander mindestens 3:1 betragen.

MussEN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3, 9.1.4.11, 11.1.4.11
717KontrastSofern sich der gewählte vom nicht gewählten Listeneintrag im geöffneten Status lediglich durch Farbe unterscheiden (z. B. Vordergrund- oder Hintergrundfarbe), so müssen die Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.

Hinweis: Der gewählte Listeneintrag muss nicht farblich oder ausschließlich farblich gekennzeichnet werden. Er kann z. B. mit einer Checkbox gekennzeichnet sein. In diesem Fall entfallen die Kontrastanforderungen für Farbkennzeichnung, solange die Checkbox ausreichende Kontraste besitzt.

MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
718KontrastIst die Ausklappliste ausschließlich aufgrund ihrer farblichen Gestaltung als solche zu erkennen, muss diese Farbe zu benachbarten Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.

Hinweis 1: Eine Ausklappliste kann z. B. aufgrund ihres Rahmens oder ihrer Hintergrundfarbe als interaktives Element erkennbar sein.

Hinweis 2: Die Anforderung gilt nicht, wenn die Ausklappliste z. B. aufgrund ihrer Position oder Beschriftung eindeutig als solche zu erkennen ist.

MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
719KontrastDas Pfeil-Icon zum Öffnen und Schließen der Liste muss zur benachbarten Farbe ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
720BeschriftungDie Ausklappliste muss eine sichtbare Beschriftung besitzen (siehe Beschriftung).MussEN 301 549 9.3.3.2, 11.3.3.2
721FokussichtbarkeitErhält die Ausklappliste den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7
722FokussichtbarkeitBei der Navigation durch die Listeneinträge, muss die aktuelle Option im sichtbaren Bereich und als fokussiert angezeigt werden.MussEN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7
723Liste der OptionenDie Optionen sollen so formuliert werden, dass die relevante, zur Unterscheidung dienende Information am Anfang steht.SollDIN EN ISO 9241-143: 9.3.4

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
724TastaturbedienungDie Ausklappliste muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2
725AktualisierungenBei Fokussierung und Bedienung der Ausklappliste darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen.

Hinweis: So darf bei oder nach Bedienung der Ausklappliste kein Fokusverlust erfolgen.

MussEN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1 und 9.3.2.2, 11.3.2.2
730KlickbereichDer Klickbereich der Listeneinträge der Auswahlliste sollen mindestens 24 x 24 px betragen.

Hinweis: Die geschlossene Ausklappliste soll sowohl über Klick auf den aktuellen Wert als auch über Klick auf den Pfeil geöffnet werden können (siehe Zeigeinstrumentbedienung).

SollWCAG 2.2.

Tastaturbedienung Ausklappliste

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren der AusklapplisteTABErforderlich
Verlassen der AusklapplisteTABErforderlich
Öffnen der AusklapplisteDesktop:
  • ALT+PFEIL AB

  • PFEIL AUF/AB

  • F4

  • Texteingabe

Web:
  • ALT+PFEIL AB

  • PFEIL AUF/AB

  • Texteingabe

Erforderlich
Schließen der AusklapplisteDesktop:
  • ALT+PFEIL AUF

  • Eingabe

  • F4

  • ESC

  • TAB

Web:
  • ALT+PFEIL AUF

  • Eingabe

  • ESC

  • TAB

Hinweis: Es wird auch in Web-Anwendungen empfohlen, dass die Ausklappliste mit F4 geöffnet werden kann.

Erforderlich
Bedienung der Ausklappliste (Auswahl des vorhergehenden oder folgenden Werts)PFEIL AUF, PFEIL ABErforderlich
Bedienung der Ausklappliste (Auswahl des ersten und letzten Werts)POS1, ENDEErforderlich bei vielen Listeneinträgen
Bedienung der Ausklappliste (Auswahl eines Werts davor oder danach mit fest definierter Schrittweite)BILD AUF, BILD AB

Hinweis: Die Schrittweite soll mit der Anzahl der sichtbaren Optionen übereinstimmen.

Erforderlich bei vielen Listeneinträgen
Bedienung der Ausklappliste (Auswahl eines Werts, der mit einer bestimmten Zeichenkette beginnt)Eingabe eines oder mehrerer Zeichen (innerhalb einer kurzen Zeitspanne)

Hinweis: Fangen zwei Einträge mit der gleichen Zeichenkette an, wird nacheinander zu den Einträgen navigiert.

Erforderlich bei vielen Listeneinträgen
Hinweis: Die Bedienung der Ausklappliste soll im geöffneten und geschlossenen Status gleichermaßen möglich sein.

Zeigeinstrumentbedienung Ausklappliste

AktionTasteKlassifizierung
Öffnen der AusklapplisteLinksklick auf die Ausklappliste (Wert oder Pfeil)Erforderlich
Schließen der AusklapplisteLinksklick auf die Ausklappliste (Wert oder Pfeil)Erforderlich
Schließen der AusklapplisteLinksklick auf einen Wert innerhalb der geöffneten ListeErforderlich
Schließen der AusklapplisteLinksklick außerhalb der AusklapplisteErforderlich
Wertauswahl innerhalb der geöffneten AusklapplisteLinksklick auf einen WertErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
731RolleDie Rolle Ausklappliste muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.1.4.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
732WertDer Wert der Ausklappliste muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.1.4.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7
733Desktop: ElementhierarchieDie Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb der Liste müssen an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 11.5.2.9
734StatusDer Status der Ausklappliste muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).

Hinweis: Dies bezieht sich auch auf den Status „geöffnet“ oder „geschlossen“.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
735NameDie Ausklappliste muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.MussEN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8
736NameSofern die Ausklappliste eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
737NameDie Gruppenbeschriftung der Listeneinträge muss (sofern vorhanden) an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1
738BedienungDie Ausklappliste muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17
739AktualisierungAktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names, Werts oder Status der Ausklappliste müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
740Desktop: PositionGröße und Position der Ausklappliste sowie – sofern geöffnet - der Auswahlliste und deren Listeneinträge müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13

Praxistipp Ausklappliste in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe

HTML

Die Ausklappliste sollte mit den HTML-Elementen <select> und <option> (ohne die Attribute multiple und size) umgesetzt werden.

Die Listeneinträge können mit dem <optgroup>-Element gruppiert werden. Die Gruppierung sollte jedoch vermieden werden, weil viele Screenreader die Gruppenbeschriftung (die mit dem label-Attribut angegeben wird) nicht ausgeben.

Der initiale gewählte Listeneintrag kann mit dem selected-Attribut gesetzt werden.

Die Beschriftung sollte mit dem Element <label for=ID> mit der Ausklappliste verknüpft werden. Eine Ausklappliste, eine Gruppe von Listeneinträgen sowie die einzelnen Listeneinträge können als deaktiviert (disabled), aber nicht als schreibgeschützt (readonly) ausgezeichnet werden.

Eine Ausklappliste kann mit required als Pflichtfeld ausgezeichnet werden. In diesem Fall muss jedoch der erste Listeneintrag leer sein.

Weitere Informationen: 4.10.7 The select element - HTML Standard (whatwg.org)

ARIA

Achtung: Da sich die ARIA-Spezifikation hinsichtlich combobox in den letzten Jahren mehrfach grundlegend geändert hat, kann nicht garantiert werden, dass die ARIA-Ausklappliste von allen Screenreadern korrekt ausgegeben wird. Es wird empfohlen, stattdessen die HTML-Ausklappliste zu verwenden. Alternativ sollte die ARIA-Umsetzung umfassend mit verschiedenen Browsern und Screenreadern getestet werden.

Achtung: Je nach Betriebssystem wird eine HTML-Ausklappliste unterschiedlich an die Accessibility API übermittelt. Unter MacOS ist eine Ausklappliste ein Menü-Schalter, über den ein Menü geöffnet wird. Wird eine ARIA-Ausklappliste verwendet, ist keine plattformübergreifende Lösung möglich, da entweder für Windows die Rolle combobox verwendet werden müsste oder für MacOS die Rolle button mit aria-haspopup=menu. Es wird deswegen empfohlen, HTML-Ausklapplisten zu verwenden.

Wird die Ausklappliste nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte u. a. Folgendes beachtet werden:

Weitere Informationen: combobox role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Select-Only Combobox Example | APG | WAI | W3C

Schieberegler

Online betrachten

Synonyme: Analoges Formularelement, Schieber, Slider, Range slider, Range control

Siehe auch: Drehfeld, Radiobuttons, Ausklappliste, Scrollbalken, Separator, Fortschrittsanzeige

Ein Schieberegler dient der Auswahl eines Wertes aus einem fortlaufenden Wertebereich (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.2). Schieberegler werden vor allem für numerische Werte verwendet.

Ein Schieberegler besteht aus einem Balken, der den gesamten Wertebereich repräsentiert, und einem Anfasser, der den gewählten Wert anzeigt und über den die Wertänderung erfolgt. Schieberegler können zusätzlich beim Balken eine beschriftete oder unbeschriftete Skala mit Werten besitzen. Ein Schieberegler kann vertikal oder horizontal ausgerichtet sein.

Abbildung: Schieberegler

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
741KontrastDer Balken des Schiebereglers muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
742KontrastDer Anfasser des Schiebereglers muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
743KontrastWenn sich der Anfasser nur innerhalb des Balkens befindet, müssen beide zueinander ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.

Hinweis: Das Kontrastverhältnis von Anfasser und Balken kann auch über einen entsprechenden Rahmen um den Anfasser eingehalten werden.

MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
744KontrastAlle Textelemente beim Schieberegler (z. B. Anzeige des aktuellen und der möglichen Werte) müssen ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3
745BeschriftungDer Schieberegler muss eine sichtbare Beschriftung besitzen (siehe Beschriftung).

Hinweis: Sofern sich der Zweck des Schiebereglers eindeutig aus dem visuellen Kontext ergibt, kann auf die Beschriftung verzichtet werden. Dies gilt z. B. für Schieberegler, die der zeitlichen Steuerung von Videos dienen.

MussEN 301 549 9.3.3.2, 11.3.3.2
746FokussichtbarkeitErhält der Schieberegler den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7
747WertDer aktuelle Wert des Schiebereglers soll visuell in Textform wahrnehmbar sein.SollDIN EN ISO 9241-161: 8.2.2

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
748TastaturbedienungDer Schieberegler muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2
749Zeige-InstrumentbedienungDie Zeigeinstrument-Bedienung des Schiebereglers darf nicht komplex sein. d. h. wenn die Wertänderung des Schiebereglers nur durch Ziehen des Anfassers möglich ist, muss die Wertänderung auch möglich sein, wenn sich das Zeigeinstrument nicht mehr auf dem Balken befindet.

Hinweis 1: Komplexe Zeigeinstrumentbedienung ist

  • Mehrpunktbedienung (z. B. Wischen mit mehreren Fingern),

  • pfadbasierte Bedienung (bei der nicht nur Anfangs- und Endpunkt der Zeigeinstrumentbedienung relevant sind, sondern mindestens ein Zwischenpunkt).

Hinweis 2: Der Schieberegler kann mit einem Eingabefeld oder Drehfeld kombiniert werden, um eine alternative Methode zur Wertauswahl anzubieten, die keine komplexe Zeigeinstrument-Bedienung erfordert. In diesem Fall muss der aktuelle Wert bei beiden Formularelementen automatisch synchronisiert werden.

MussEN 301 549: 9.2.5.1, 11.2.5.1
750Zeige-InstrumentbedienungDer Schieberegler soll auch ohne ziehende Zeigeinstrumentbedienung bedient werden können.

Hinweis: Das kann z. B. erreicht werden, indem die Wertauswahl über Klick auf den Balken ermöglicht wird.

SollWCAG 2.2
751AktualisierungenBei Fokussierung und Bedienung des Schiebereglers darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen.MussEN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1, 9.3.2.2, 11.3.2.2
752KlickbereichDer Klickbereich des Anfassers des Schiebereglers soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung).SollWCAG 2.2
753KlickbereichSchieberegler sollen nur verwendet werden, wenn die Eingabe eines exakten Werts nicht erforderlich ist. Alternativ soll der Schieberegler so gestaltet werden, dass die einzelnen auswählbaren Werte einen Abstand von mindestens 24 px besitzen.SollWCAG 2.2

Tastaturbedienung Schieberegler

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren des SchiebereglersTABErforderlich
Verlassen des SchiebereglersTABErforderlich
Bedienung der Schiebereglers (Auswahl des vorhergehenden oder folgenden Werts)PFEIL AB/LINKS, PFEIL AUF/RECHTS

Hinweis: Unabhängig von der Ausrichtung sollen je Richtung jeweils zwei Pfeiltasten funktionieren, weil die Ausrichtung häufig mit AT nicht korrekt wahrnehmbar ist.

Erforderlich
Bedienung der Schiebereglers (Auswahl des ersten und letzten Werts)POS1, ENDEErforderlich
Bedienung der Schiebereglers (Auswahl eines Werts davor oder danach mit fest definierter Schrittweite)BILD AUF, BILD AB

Hinweis: Die Schrittweite hängt von der Anzahl der möglichen Werte ab. Bei 100 Werten wäre z. B. eine Schrittweite von 10 sinnvoll.

Empfohlen

Zeigeinstrumentbedienung Schieberegler

AktionTasteKlassifizierung
WertänderungZiehen des Anfassers (Drag & Drop)Erforderlich
WertänderungLinksklick auf einen Bereich des BalkensEmpfohlen

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
754RolleDie Rolle des Schiebereglers muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
755WertDer Wert des Schiebereglers muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7
756Desktop: WertebereichMinimal- und Maximalwert des Schiebereglers müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 11.5.2.7
757StatusDer Status des Schiebereglers muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
758AusrichtungDie Ausrichtung des Schiebereglers (vertikal oder horizontal) muss an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2
759NameDer Schieberegler muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.MussEN 301 549: EN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8
760NameSofern der Schieberegler eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
761BedienungDer Schieberegler muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17
762AktualisierungAktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names, Werts oder Status des Schiebereglers müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
763Desktop: PositionGröße und Position des Schiebereglers und des Anfassers müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13

Praxistipp Schieberegler in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe

HTML

Ein Schieberegler sollte mit dem HTML-Element <input type=range> umgesetzt werden. Der initiale Wert kann mit dem value-Attribut gesetzt werden.

Minimaler, maximaler Wert und Schrittweite werden mit den Attributen min, max und step gesetzt. Es sollte beachtet werden, dass diese Werte mit vielen Assistenztechnologien nicht wahrnehmbar sind.

Die Beschriftung sollte mit dem Element <label for=ID> mit dem Schieberegler verknüpft werden.

Ein Schieberegler kann als deaktiviert (disabled), aber nicht als schreibgeschützt (readonly) oder als Pflichtfeld (required) ausgezeichnet werden.

Die Ausrichtung des Schiebereglers kann nicht festgelegt werden. Die meisten Browser stellen den Schieberegler horizontal ausgerichtet dar.

Weitere Informationen: 4.10.5.1.13 Range state (type=range) - HTML Standard (whatwg.org)

ARIA

Achtung: Auf Mobilgeräten kann ein ARIA-Schieberegler mit Assistenztechnologie ggf. nicht bedient werden, weil keine Gesten zur Bedienung nicht-nativer Schieberegler implementiert wurden.

Wird der Schieberegler nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte u. a. Folgendes beachtet werden:

In folgenden Punkten unterscheidet sich der ARIA- vom HTML-Schieberegler:

Weitere Informationen: slider role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Slider Pattern | APG | WAI | W3C

Scrollbalken

Online betrachten

Synonyme: Bildlaufleiste, Scrollbar

Siehe auch: Schieberegler, Paginierung, Karussell, Griff

Ein Scrollbalken dient dem Scrollen der gesamten Seite, eines Seitenbereichs oder von Teilen eines Elements (wie z. B. Listeneinträgen einer Ausklappliste) in den sichtbaren Bereich. Darüber hinaus dient der Scrollbalken der Visualisierung der aktuellen Position und der Gesamtgröße der Seite, Seitenbereiche oder Elemente (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.35).

Ein Scrollbalken besteht aus einem Rollbalken und dem Bildlauffeld. Der Rollbalken repräsentiert die Gesamtlänge oder -breite des scrollbaren Bereichs. Das Bildlauffeld zeigt die Position und Größe des sichtbaren Ausschnitts an und dient darüber hinaus dem Verschieben des sichtbaren Ausschnitts.

In der Regel befinden sich am Beginn und Ende des Rollbalkens je ein Schalter mit Pfeil-Icon zum schrittweisen Scrollen.

Vertikale Scrollbalken befinden sich am rechten Rand des scrollbaren Bereichs. Horizontale Scrollbalken befinden sich am unteren Rand des scrollbaren Bereichs.

Abbildung: Vertikaler und horizontaler Scrollbalken

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
764KontrastDie Icons der Schalter am Rand des Scrollbalkens müssen zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
765KontrastDas Bildlauffeld muss zum Rollbalken ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.

Hinweis: Das Kontrastverhältnis von Bildlauffeld und Rollbalken kann auch über einen entsprechenden Rahmen um den Rollbalken eingehalten werden.

MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
766KontrastIst der Rollbalken ausschließlich aufgrund seiner farblichen Gestaltung als solcher zu erkennen, muss diese Farbe zu benachbarten Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.

Hinweis 1: Ein Rollbalken kann z. B. aufgrund seines Rahmens oder seiner Hintergrundfarbe als interaktives Element erkennbar sein.

Hinweis 2: Die Anforderung gilt nicht, wenn der gesamte Scrollbalken z. B. aufgrund seiner Position in Verbindung mit den Schaltern am Beginn und Ende und dem Bildlauffeld eindeutig als solcher zu erkennen ist.

MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
767AnzahlDie Seiteninhalte müssen so umbrechen, dass sie bei einer Displaygröße bis minimal 320 x 256 px nur vertikal oder horizontal gescrollt werden müssen. Ausgenommen sind notwendig zweidimensionale Inhalte (siehe Zoom).MussEN 301 549 9.1.4.10, 11.1.4.10

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
768TastaturbedienungDas Scrollen der Bereiche muss mit der Tastatur möglich sein (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).

Hinweis: Die Scollbalken sollen nicht den Tastaturfokus erhalten, sondern die scrollbaren Bereiche bzw. Elemente innerhalb der scrollbaren Bereiche.

MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2
769Zeigeinstrument-BedienungDie Zeigeinstrumentbedienung des Scrollbalkens darf nicht komplex sein.

Hinweise: Komplexe Zeigeinstrumentbedienung ist

  • Mehrpunktbedienung (z. B. Wischen mit mehreren Fingern),

  • pfadbasierte Bedienung (bei der nicht nur Anfangs- und Endpunkt der Zeigeinstrumentbedienung relevant sind, sondern mindestens ein Zwischenpunkt).

MussEN 301 549: 9.2.5.1, 11.2.5.1
770TastaturbedienungDer Scrollbalken soll auch ohne ziehende Zeigeinstrumentbedienung bedient werden können.

Hinweis: Das kann z. B. erreicht werden, indem das Scrollen über Klick auf den Rollbalken oder die Schalter ermöglicht wird.

SollWCAG 2.2
771AktualisierungenBeim Scrollen soll keine unerwartete Kontextänderung erfolgen.MussWCAG 2.1: 3.2.5 (AAA)
772AnimationenBeim Scrollen sollen außer dem Verschieben des sichtbaren Bereichs keine visuellen Animationen erfolgen.SollWCAG 2.1: 2.3.3 (AAA)
773KlickbereichDie Scrollbalken sollen mindestens 24px breit sein.SollWCAG 2.2
774KlickbereichDer Klickbereich der Schalter und das Bildlauffeldes des Scrollbalken sollen mindestens 24 x 24 px betragen.SollWCAG 2.2

Tastaturbedienung Scrollbalken

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren des scrollbaren Bereichs oder von Elementen innerhalb des scrollbaren BereichsTAB

Hinweis 1: Wenn der scrollbare Bereich keine Elemente enthält, die das Scrollen mit den Pfeiltasten ermöglichen, dann muss der Bereich selbst den Fokus erhalten.

Hinweis 2: Elemente, die selbst mit den Pfeiltasten bedient werden (wie z. B. Eingabefelder, Auswahllisten und Radiobuttons) ermöglichen nicht das Scrollen des Bereichs, in dem sie sich befinden.

Erforderlich
Verlassen des scrollbaren BereichsTABErforderlich
Scrollen eines fokussierten Elements in den sichtbaren BereichBei Erhalten des TasturfokusErforderlich
Vertikales ScrollenPFEIL AUF/ABErforderlich
Horizontales ScrollenPFEIL RECHTS/LINKSErforderlich
Vertikales Scrollen (Schnellnavigation)BILD AUF/BILD AB
(STRG +) POS1/ENDE
Empfohlen

Zeigeinstrumentbedienung Scrollbalken

AktionTasteKlassifizierung
Schrittweises ScrollenLinksklick auf die Schalter am Rand des ScrollbalkensErforderlich
Scrollen (Schnellnavigation)Linksklick auf den Rollbalken außerhalb des BildlauffeldesErforderlich
Scrollen zu einer bestimmten PositionZiehen des Bildlauffeldes (Drag & Drop)Erforderlich

Hinweis: Darüber hinaus sollte die Scrollfunktionen der Zeigegeräte unterstützt werden (z. B. Scrollrad der Maus, Gesten zum Scrollen auf dem Touchpad).

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
775RolleDie Rolle des Scrollbalkens muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
776RolleWenn der scrollbare Bereich den Tastaturfokus erhält und keine Rolle eines Bedienelements besitzt, muss die Rolle scrollbarer Bereich an die Accessibility API übermittelt werden.

Hinweis: Sofern die verwendete Technologie die Rolle scrollbarer Bereich nicht kennt, soll in der Accessible Description darauf hingewiesen werden, dass das Element zum Scrollen den Fokus erhält.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
777WertDie Werte des Scrollbalkens müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).

Hinweis: Der Scrollbalken besitzt folgende Werte:

  • Größe des Bildlauffelds im Verhältnis zur Größe des Rollbalkens (repräsentiert die Größe des sichtbaren Ausschnitts)

  • Position des Bildlauffelds innerhalb des Rollbalkens.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7
778Desktop: WertebereichMinimal- und Maximalwert des Scrollbalkens müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 11.5.2.7
779StatusDer Status des Scrollbalkens muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
780AusrichtungDie Ausrichtung des Scrollbalkens (vertikal oder horizontal) muss an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2
781Desktop: PositionDie neue Position des fokussierten Elements muss nach dem Scrollen des Bereichs an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13, 11.5.2.15

Radiobuttons

Online betrachten

Synonyme: Optionsfelder, Auswahlschalter, Radiobuttongruppe

Siehe auch: Auswahllisten, Ausklapplisten, Checkboxen

Radiobuttons dienen der Auswahl von sich gegenseitig ausschließenden Optionen (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.33).

Ein Radiobutton besteht aus einem Indikator, welcher anzeigt, ob die Option ausgewählt oder nicht ausgewählt wurde. Eine Radiobuttongruppe besteht aus mehreren Radiobuttons mit ihren Beschriftungen und einer Gruppenbeschriftung. Radiobuttons müssen gruppiert werden.

Abbildung: Radiobuttons in einer Gruppe

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
782KontrastDer Rahmen des Radiobuttons muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
783KontrastDas Symbol, das den Status wiedergibt (Kreis), muss zur benachbarten Farbe ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
784BeschriftungDie Radiobuttons müssen eine sichtbare Beschriftung besitzen (siehe Beschriftung).MussEN 301 549 9.3.3.2, 11.3.3.2
785BeschriftungDie Beschriftung des Radiobuttons soll sich rechts des Radiobuttons befinden.SollDIN EN ISO 9241-125: 5.1.15
786BeschriftungDie Beschriftung der Gruppe soll eindeutig und innerhalb des Kontexts verständlich sein (siehe Gruppe).SollDIN EN ISO 9241-171: 8.1.2, 8.1.3
787FokussichtbarkeitErhält der Radiobutton den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
788TastaturbedienungDie Radiobuttons müssen mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe nachfolgende Tabelle Tastaturbedienung).MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.25
789AktualisierungenBei Fokussierung und Bedienung der Radiobuttons darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen.

Hinweis: So darf bei oder nach Bedienung der Radiobuttons kein Fokusverlust erfolgen.

MussEN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1, 9.3.2.2, 11.3.2.2
790KlickbereichDer Klickbereich des Radiobuttons soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung).

Hinweis: Die Radiobuttons sollen sowohl über Klick auf den Radiobutton als auch über Klick auf die jeweilige Beschriftung bedient werden können (siehe Zeigeinstrumentbedienung).

SollWCAG 2.2

Tastaturbedienung Radiobuttons

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren der RadiobuttongruppeTAB

Hinweis: Der gewählte Radiobutton erhält den Fokus. Ist kein Radiobutton gewählt, erhält der erste Radiobutton den Fokus.

Erforderlich
Verlassen der RadiobuttongruppeTABErforderlich
Auswahl eines RadiobuttonsLEERErforderlich
Bedienung der Radiobuttongruppe (Auswahl eines Radiobuttons)PFEIL AUF/AB/ RECHTS/LINKS

Hinweis: Dabei muss die Navigation auf die Radiobuttongruppe beschränkt bleiben.

Erforderlich
Navigation innerhalb der Radiobuttongruppe (ohne die Auswahl zu ändern)STRG + PFEIL AUF/AB/ RECHTS/LINKSEmpfohlen

Zeigeinstrumentbedienung Radiobuttons

AktionTasteKlassifizierung
Auswahl eines RadiobuttonsLinksklickErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
791RolleDie Rolle Radiobutton muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
792WertDer Wert des Radiobuttons (gewählt, nicht gewählt) muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7
793Desktop: ElementhierarchieDie Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb der Radiobuttongruppe müssen an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 11.5.2.9
794StatusDer Status des Radiobuttons muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
795NameDie Radiobuttons müssen einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.MussEN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8
796NameSofern die Radiobuttons eine Beschreibung besitzen, muss diese als Accessible Description übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
797NameWenn die Radiobuttongruppe eine Beschriftung besitzt, muss diese als Accessible Name der Gruppe an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Gruppe).MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1
798BedienungDie Radiobuttongruppe muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17
799AktualisierungAktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names, Werts oder Status der Radiobuttons und der Radiobuttongruppe müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: EN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
800Desktop: PositionGröße und Position des Radiobuttons müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13

Praxistipp Radiobuttons in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe

HTML

Die Radiobuttongruppe sollte mit dem HTML-Element <fieldset> ausgezeichnet und mit dem <legend>-Element beschriftet werden.

Die Radiobuttons sollte mit dem HTML-Element <input type=radio> umgesetzt werden. Radiobuttons, die zur gleichen Gruppe gehören, müssen den gleichen Wert im name-Attribut besitzen und dürfen sich nicht in unterschiedlichen <form>-Elementen befinden.

Der initiale ausgewählt-Status wird mit dem checked-Attribut gesetzt. In jeder Radiobuttongruppe sollte initial ein Radiobutton ausgewählt sein, weil Tastaturnutzer bei der Navigation durch die Radiobuttons automatisch eine Auswahl treffen, die anschließend nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Initial sollte der Radiobutton gewählt werden, dessen Auswahl entweder am wahrscheinlichsten ist oder der eine neutrale Option (z. B. „Keine Angabe“) enthält.

Die Beschriftung sollte mit dem Element <label for=ID> mit dem jeweiligen Radiobutton verknüpft werden, um die Klickfläche des Radiobuttons um seine Beschriftung zu erweitern.

Ein Radiobutton sowie die Radiobuttongruppe können als deaktiviert (disabled), aber nicht als schreibgeschützt (readonly) ausgezeichnet werden.

Wenn ein Radiobutton mit required als Pflichtfeld ausgezeichnet wird, dann gilt das für die gesamte Radiobuttongruppe, d. h. zum Absenden des Formulars ist es ausreichend, wenn irgendein Radiobutton ausgewählt wurde. Damit der Pflichtfeldhinweis mit Assistenztechnologie bei allen Radiobuttons wahrnehmbar ist, wird empfohlen, das required-Attribut bei allen Radiobuttons zu verwenden oder alternativ in der Gruppenbeschriftung (<legend>) einen textlichen Pflichtfeld-Hinweis (z. B. einen Stern) einzufügen. Wird initial mit dem checked-Attribut ein Radiobutton vorausgewählt, ist keine Pflichtfeldkennzeichnung notwendig.

Fehlermeldungen sollten nicht mit jedem einzelnen Radiobutton, sondern mit der Gruppe verknüpft werden.

Weitere Informationen: 4.10.5.1.16 Radio Button state (type=radio) - HTML Standard (whatwg.org)

ARIA

Wird die Radiobuttongruppe nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte u. a. Folgendes beachtet werden:

Weitere Informationen: radio role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), radiogroup role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Radio Group Pattern | APG | WAI | W3C, Checkbox Pattern | APG | WAI | W3C

Checkbox

Online betrachten

Synonyme: Kontrollkästchen, Kontrollfeld, Auswahlkästchen

Siehe auch: Umschalter, Wechselschalter, Radiobuttons, Auswahlliste mit Mehrfachauswahl

Eine Checkbox dient der Auswahl der Optionen „ausgewählt“ oder „nicht ausgewählt“ (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.4). Zusätzlich kann eine Checkbox den Status einer untergeordneten Checkboxgruppe wiedergeben („alle ausgewählt“, „keine ausgewählt“ oder „einige ausgewählt“).

Eine Checkbox besteht aus einem quadratischen Rahmen und einem Indikator (Checkmark), welcher anzeigt, ob die Checkbox ausgewählt wurde, nicht ausgewählt wurde oder ob von der untergeordneten Gruppe einige ausgewählt wurden.

Abbildung: Checkboxen in einer Gruppe

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
801KontrastDer Rahmen der Checkbox muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
802KontrastDas Symbol, das die Zustände „ausgewählt“ und „einige ausgewählt“ wiedergibt (Checkmark), muss zur benachbarten Farbe ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
803BeschriftungDie Checkbox muss eine sichtbare Beschriftung besitzen (siehe Beschriftung).MussEN 301 549 9.3.3.2, 11.3.3.2
804BeschriftungDie Beschriftung der Checkbox soll sich rechts der Checkbox befinden.SollDIN EN ISO 9241-125: 5.1.15
805FokussichtbarkeitErhält die Checkbox den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
806TastaturbedienungDie Checkbox muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Tabelle Tastaturbedienung).MussEN 301 549: 9.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.1, 11.2.1.2
807AktualisierungenBei Fokussierung und Bedienung der Checkbox darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen.

Hinweis: So darf bei oder nach Bedienung der Checkbox kein Fokusverlust erfolgen.

MussEN 301 549: 9.3.2.1, 9.3.2.2, 11.3.2.1, 11.3.2.2
808KlickbereichDer Klickbereich des Checkbox soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung).

Hinweis: Die Checkbox soll sowohl über Klick auf die Checkbox als auch über Klick auf die Beschriftung bedient werden können (siehe Zeigeinstrumentbedienung).

SollWCAG 2.2

Tastaturbedienung Checkbox

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren der CheckboxTABErforderlich
Verlassen der CheckboxTABErforderlich
Bedienung der Checkbox (Wertänderung)LEERErforderlich
Desktop: Navigation innerhalb einer CheckboxgruppePFEIL LINKS/AUF,
PFEIL RECHTS/AB

Hinweis: Die Navigation bewirkt keine Wertänderung.

Empfohlen

Zeigeinstrumentbedienung Checkbox

AktionTasteKlassifizierung
Bedienung der Checkbox (Wertänderung)LinksklickErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
809RolleDie Rolle Checkbox muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2,11.4.1.2, 11.5.2.5
810WertDer Wert der Checkbox (gewählt, teilweise gewählt, nicht gewählt) muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.7
811StatusDer Status der Checkbox muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
812NameDie Checkbox muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.MussEN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8
813NameSofern die Checkbox eine Beschreibung besitzt, muss diese als Accessible Description übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
814BedienungDie Checkbox muss mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17
815AktualisierungAktualisierungen hinsichtlich des Namens, Werts oder Status der Checkbox müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
816Desktop: PositionGröße und Position der Checkbox müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13

Praxistipp Checkbox in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe

HTML

Die Checkbox sollte mit dem HTML-Element <input type=checkbox> umgesetzt werden.

Der initiale ausgewählt-Status wird mit dem checked-Attribut gesetzt. Der Zustand „einige ausgewählt“ kann nur per JavaScript mit der Eigenschaft indeterminate=true gesetzt werden.

Die Beschriftung der Checkbox sollte mit dem Element <label for=ID> mit der Checkbox verknüpft werden, um die Klickfläche der Checkbox um ihre Beschriftung zu erweitern.

Eine Checkbox kann als deaktiviert (disabled), aber nicht als schreibgeschützt (readonly) ausgezeichnet werden.

Eine Checkbox kann mit required als Pflichtfeld ausgezeichnet werden. Dies ist nur in Fällen sinnvoll, in denen die Checkbox im Status „ausgewählt“ (checked) abgesendet werden muss. Wenn hingegen in einer Gruppe von Checkboxen mindestens eine Checkbox ausgewählt werden muss, sollte nicht die Checkbox mit required ausgezeichnet werden, sondern die Pflichtfeldkennzeichnung bei der Gruppe vorgenommen werden. Da die Gruppe nicht mit required ausgezeichnet werden kann, sollte die Pflichtfeldkennzeichnung in Textform erfolgen (z. B. Stern innerhalb der Gruppenbeschriftung).

Zusammengehörende Checkboxen sollten innerhalb einer beschrifteten Formularfeldgruppe positioniert werden. Für die Gruppe wird das Element <fieldset> und für die Gruppenbeschriftung das Element <legend> verwendet.

Fehlermeldungen, die sich nicht auf eine einzelne Checkbox beziehen, sondern auf die Checkbox-Gruppe sollten nicht mit jeder einzelnen Checkbox, sondern mit der Gruppe verknüpft werden.

Weitere Informationen: 4.10.5.1.15 Checkbox state (type=checkbox) - HTML Standard (whatwg.org)

ARIA

Wird die Checkbox nicht mit dem HTML-Element umgesetzt, sollte u. a. Folgendes beachtet werden:

Weitere Informationen: checkbox role - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Checkbox Pattern | APG | WAI | W3C

Zusammengesetzte Bedienelemente

Online betrachten

Inhaltsverzeichnis

Paginierung

Online betrachten

Synonyme: Blätter-Navigation, Seiten-Navigation, Page navigation, pagination

Siehe auch: Scrollbalken

Die Paginierung dient der Navigation durch Seiten oder sequenziellen Elementen (z. B. bei Tabellen).

Die Anforderungen an die einzelnen Bedienelemente werden beim jeweiligen Bedienelement beschrieben.

Abbildung: Paginierung

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
817KontrastDie Markierung für die aktuelle Seite muss zum Hintergrund sowie den sonstigen Seiten ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
818TastaturbedienungDie Seitennavigation muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2
819AktualisierungenBei Fokussierung und Bedienung der Bedienelemente der Seitennavigation darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen.MussEN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1
819AktualisierungenBei Bedienung der Bedienelemente der Paginierung darf kein Fokusverlust erfolgen.

Hinweis: Bei Bedienung muss der Fokus auf den Bedienelementen der Paginierung verbleiben oder an den Anfang des durch die Paginierung gesteuerten Bereichs gesetzt werden.

MussEN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3
820KlickbereichDer Klickbereich der Bedienelemente der Seitennavigation soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung).SollWCAG 2.2

Tastaturbedienung Seitennavigation

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren des ersten Elements der SeitennavigationTABErforderlich
Verlassen der SeitennavigationTABErforderlich
Navigation innerhalb der SeitennavigationTAB oder PFEIL-Tasten (je nach verwendeten Elementen)Erforderlich
Bedienung interaktiver Elemente in der SeitennavigationEntsprechend des jeweiligen ElementsErforderlich
Navigation zur vorhergehenden oder nächsten Seite (wenn sich der Fokus im Element befindet, welches durch die Seitennavigation gesteuert wird)BILD AUF, BILD AB
PFEIL-Tasten
Empfohlen
Navigation zur ersten oder letzten Seite (wenn sich der Fokus im Element befindet, welches durch die Seitennavigation gesteuert wird)POS 1, ENDEEmpfohlen

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
821NameJedes Bedienelement der Paginierung muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.

Hinweis 1: Wenn die Schalter zur Navigation z. B. visuell mit „1“, „2“, „3“ oder „<“ und „>“ beschriftet sind, dann soll der Accessible Name

  • entweder „Seite 1“, „Seite 2“, „Seite 3“ bzw. „Vorhergehende Seite“ und „Nächste Seite“ oder

  • „1“, „2“, „3“ bzw. „Zurück“ und „Weiter“ lauten und die Schalter sollen sich in einer Gruppe befinden, die z. B. mit „Paginierung“ beschriftet wird.

Hinweis 2: Wenn der Kontext der Paginierung visuell eindeutig, aber programmatisch uneindeutig ist (z. B. weil sich die Paginierung auf eine Seite oder auf der Seite befindlichen Tabelle beziehen könnte), dann soll dieser Kontext an die Accessibility API übermittelt werden (z. B. über den Accessible Name, die Accessible Description oder Beschriftung einer Gruppe).

MussEN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8
822Desktop: ElementhierarchieDie Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb der Paginierung müssen an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 11.5.2.9
823StatusDer Status der Bedienelemente der Paginierung muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).

Hinweis: Dies bezieht sich insbesondere auf den Status „aktuelle Seite“ sowie auf den Status „deaktiviert“ (z. B. bei den Schaltern zur ersten und vorhergehenden Seite, wenn die Seite 1 die aktuelle Seite ist).

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5

Zusammengesetzte Formularfelder

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Zusammengesetzte Formularfelder bestehen aus zwei oder mehr Formularfeldern, die visuell eine Beschriftung besitzen.

Die Anforderungen an die einzelnen Formularfelder werden beim jeweiligen Formularfeldtyp beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen beschrieben, die daraus resultieren, dass sich eine Beschriftung auf mehrere Felder bezieht.

Abbildung: Zusammengesetzte Eingabefelder

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
824BeschriftungJedes Formularfeld soll einen Tooltip besitzen, der die konkrete Beschriftung enthält.

Hinweis: Im Adressformular wäre dies z. B. „PLZ“ oder „Ort“. Bei den Formularfeldern für den Zeitraum wäre dies z. B. „Beginn“ und „Ende“.

SollDIN EN ISO 9241-143: 9.6.11

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
825NameJedes Formularfeld muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.

Hinweis: Im Adressformular wäre dies z. B. „PLZ“ oder „Ort“. Bei den Formularfeldern für den Zeitraum wäre dies z. B. „Zeitraum: Beginn“ und „Zeitraum: Ende“.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8
826NameDie sichtbare Beschriftung muss mit dem Accessible Name, übereinstimmen oder in diesem enthalten sein (siehe Praxistipp zusammengesetzte Formularfelder.MussEN 301 549: 9.2.5.3, 11.2.5.3

Praxistipp zusammengesetzte Formularfelder

Bei zusammengesetzten Formularfeldern können folgende Probleme auftreten:

Aus diesen Gründen wird empfohlen, zusammengesetzte Formularfelder zu vermeiden und jedem Feld eine Beschriftung visuell und programmatisch zuzuordnen.

Andernfalls sollten zumindest folgende Hinweise beachtet werden:

Abbildung: Komplexes Formularfeld (Outlook: Neue Elemente > Termin > In Serie umwandeln)

Akkordeon

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Synonyme: Accordion

Siehe auch: Schalter, Registerkarten, Karussell

Ein Akkordeon vereint mehrere, untereinander angeordnete Bereiche, die über Schalter ein- und ausgeblendet werden können. Die Beschriftung der Bereiche ist dabei dauerhaft sichtbar (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.1). Die Beschriftung besitzt meist einen visuellen Indikator, welcher auf den Status des Bereichs (ein- oder ausgeblendet) hinweist.

Für ein Akkordeon sind verschiedene Umsetzungsvarianten bezüglich der minimalen oder maximalen Anzahl der geöffneten Bereiche möglich, z. B.

Abbildung: Akkordeon vollständig geschlossen und Akkordeon mit einem geöffneten Bereich

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
827KontrastDie Beschriftung der Bereiche muss einen Kontrast von mindestens 4,5:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3
828KontrastDer visuelle Indikator in der jeweiligen Beschriftung eines Akkordeons-Bereich, der auf den Status des Bereichs hinweist (geöffnet oder geschlossen) muss zum Hintergrund ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 11.1.4.1; EN 301 549: 11.1.4.11
829KontrastSind die Bereiche und die Bereichsbeschriftungen ausschließlich aufgrund ihrer farblichen Gestaltung als solche zu erkennen, müssen diese Farben zu benachbarten Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.

Hinweis 1: Die Bereiche und Bereichsbeschriftung können z. B. aufgrund ihrer Rahmen oder Hintergrundfarben als solche erkennbar sein.

Hinweis 2: Die Anforderung gilt nicht, wenn die Bereiche und Bereichsbeschriftungen z. B. aufgrund ihrer Position und Abstände eindeutig als solche zu erkennen sind.

SollEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
830BeschriftungDie Beschriftung der Bereiche muss aussagekräftig sein (siehe Beschriftung).MussEN 301 549 9.2.4.6, 11.2.4.6
831FokussichtbarkeitErhält die Bereichs-Beschriftung den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
832TastaturbedienungDas Akkordeon muss mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2
833TastaturbedienungDie ausgeblendeten Bereiche und deren Inhalte dürfen nicht den Tastaturfokus erhalten.MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1
834AktualisierungenBei Fokussierung und Bedienung des Akkordeons darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen.MussEN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1
835AktualisierungenBei Bedienung der Schalter zum Ein- und Ausblenden der Bereiche darf kein Fokusverlust erfolgen.

Hinweis: Der Fokus muss auf dem Schalter verbleiben oder an den Beginn des eingeblendeten Bereichs gesetzt werden.

MussEN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3
836FokusreihenfolgeDie Fokusreihenfolge im Akkordeon muss der visuellen Darstellung entsprechen, d. h. die geöffneten Bereiche erhalten unmittelbar nach der Bereichs-Beschriftung den Tastaturfokus.MussEN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3
837KlickbereichDer Klickbereich der Bereichs-Beschriftungen soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung).SollWCAG 2.2

Tastaturbedienung Akkordeon

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren der Bereichs-BeschriftungenTABErforderlich
Verlassen Bereichs-BeschriftungenTAB

Hinweis: Ist der zugehörige Bereich geschlossen, wird mit der TAB-Taste die nächste Bereichs-Beschriftung fokussiert. Ansonsten wird der Fokus in den Bereich gesetzt.

Erforderlich
Bedienung der Bereichs-Beschriftungen (Öffnen bzw. Schließen des Bereichs)EINGABE, LEERErforderlich
Navigation zwischen den Bereichs-BeschriftungenPFEIL AUF/ABEmpfohlen
Schnellnavigation zwischen Bereichs-BeschriftungenPOS1, ENDEEmpfohlen

Zeigeinstrumentbedienung Akkordeon

AktionTasteKlassifizierung
Bedienung der Bereichs-Beschriftungen (Öffnen bzw. Schließen des Bereichs)LinksklickErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
838RolleDie Rolle Schalter muss für die Bereichs-Beschriftungen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
839Desktop: ElementhierarchieDie Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb des Akkordeons müssen an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 11.5.2.9
840StatusDer Status der Bereichs-Beschriftungen muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).

Hinweis: Dies bezieht sich auch auf den Status „geöffnet“ oder „geschlossen“.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
841NameDie Schalter mit den Bereichs-Beschriftungen muss einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.MussEN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
842NameSofern die Schalter mit den Bereichs-Beschriftungen eine Beschreibung besitzen, muss diese als Accessible Description übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
843BedienungDie Schalter mit den Bereichs-Beschriftungen müssen mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17
844AktualisierungAktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names, Werts oder Status der Bereichs-Beschriftungen müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
845Desktop: PositionGröße und Position der Bereichs-Beschriftungen und der Bereiche müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13

Praxistipp Akkordeon in Web-Anwendungen

Screenreader-Ausgabe für die Akkordeon-Schalter zum Ein- und Ausblenden der Bereiche

Hinweis: Bei Verwendung des <details>-Element ohne Beschriftung sind der Beginn und das Ende des Seitenbereichs mit Assistenztechnologie nicht wahrnehmbar. Wird das <details>-Element explizit beschriftet (z. B. per aria-label oder aria-labelledby) wird der Bereich als „Gruppe“ (JAWS) oder „Gruppierung“ (NVDA) ausgegeben. Die Windows Sprachausgabe gibt auch beschriftete Gruppen nicht aus.

HTML

In HTML existiert kein Element für Akkordeons. Stattdessen können mehrere Bereiche verwendet werden, die über Schalter ein- und ausgeblendet werden. Die Bereiche werden mit <details> und die Schalter mit <summary> ausgezeichnet. Das <summary>-Element befindet sich als erstes Kindelement innerhalb von <details>. Die Beschriftung der Schalter ergibt sich aus dem Textinhalt im <summary>-Element. Der initiale Status des Bereichs (geöffnet oder geschlossen) wird mit dem open-Attribut festgelegt.

Damit die Zusammengehörigkeit der Bereiche und Schalter mit Assistenztechnologie wahrnehmbar ist, können sie in einer beschrifteten Gruppe verschachtelt werden.

Gemäß HTML-Spezifikation darf das <summary>-Element z. B. Links, Überschriften, Eingabefelder und viele andere Elemente enthalten – es sollte jedoch beachtet werden, dass alle Elemente, die sich innerhalb von <summary> befinden, mit dem Screenreader nicht wahrnehmbar und bedienbar sind, weil das <summary>-Element an die Accessibility API als Schalter übermittelt wird. Somit sollte das <summary>-Element ausschließlich eine knappe und aussagekräftige Beschriftung in Textform enthalten.

Weitere Informationen: 4.11.1 The details element - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link), 4.11.2 The summary element - HTML Standard (whatwg.org) (Externer Link)

ARIA

In ARIA existiert keine Rolle für Akkordeons. Stattdessen können mehrere Bereiche verwendet werden, die über Schalter ein- und ausgeblendet werden. Dabei sollte Folgendes beachtet werden:

Alternativ kann anstelle eines Akkordeons eine Registerkartengruppe verwendet werden.

Weitere Informationen: aria-expanded state - Accessible Rich Internet Applications (WAI-ARIA) 1.2 (w3.org) (Externer Link), Accordion Pattern (Sections With Show/Hide Functionality) | APG | WAI | W3C

Datumswähler

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Synonyme: Datepicker, Calendar-Date-Picker, Kalender, Kalenderelement, Kalendersteuerelement, Uhrzeitwähler, Timepicker, Uhr, Datums- und Uhrzeitwähler, Date-Time-Picker

Siehe auch: Kombiniertes Eingabefeld, Farbwähler

Hinweis: Alle folgenden Ausführungen gelten analog für den Uhrzeitwähler oder für Bedienelemente für die Auswahl von Wochen, Monaten oder Jahren.

Ein Datumswähler dient der unterstützten Eingabe eines Datums (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.9 und 8.46).

Datumswähler können unterschiedlich umgesetzt werden, z. B. als

Der Dialog zur Auswahl eines Datums kann folgende Elemente enthalten:

Die Anforderungen an die einzelnen Bedienelemente innerhalb des Datumswählers werden beim jeweiligen Bedienelement beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen für das gesamte Element beschrieben.

Beispiele:

Abbildung: Datumswähler

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
846KontrastDie visuellen Markierungen der Tage und Zeiträume müssen untereinander jeweils ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.

Hinweis: Wenn das nicht möglich ist, muss ein weiteres visuelles Mittel zur Unterscheidung verwendet werden.

MussEN 301 549: 11.1.4.1
847BeschreibungEine Legende oder ein Tooltip soll die Bedeutung der visuellen Markierungen erläutern, sofern sie nicht selbsterklärend sind.

Hinweis: Selbsterklärend ist z. B. die visuelle Markierung von Wochenend- und Feiertagen.

SollDIN EN ISO 9241-143: 9.6.11

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
848TastaturbedienungDer Datumswähler und die darin enthaltenen Elemente müssen mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2
849AktualisierungenBei Fokussierung und Bedienung des Datumswählers darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen.MussEN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1, 9.3.2.2, 11.3.2.2
850FehlermeldungenEin eingegebenes Datum darf nicht ohne Fehlermeldung, die in Textform zu erfolgen hat, automatisch korrigiert werden.

Hinweis: Davon ausgenommen sind Änderungen an der Eingabe, sofern sie nicht das Datum ändern (wie z. B. das automatische Einfügen führender Nullen)

MussEN 301 549: 9.3.3.1, 11.3.3.1
851FokusreihenfolgeDie Fokusreihenfolge im Datumswähler soll der visuellen Darstellung entsprechen.SollDIN EN ISO 9241-171: 9.3.18
852FokusreihenfolgeWenn der Datumswähler außerhalb eines Dialogs viele Bedienelemente enthält, die mit TAB den Fokus erhalten, dann soll der Datumswähler mit der Tastatur übersprungen werden können (siehe Navigationsreihenfolge)SollDIN EN ISO 9241-171: 9.3.17
853KlickbereichDer Klickbereich der Bedienelemente des Datumswählers soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung).SollWCAG 2.2

Tastaturbedienung Datumswähler

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren des DatumswählersTABErforderlich
Verlassen des DatumswählersTAB

Hinweis: Innerhalb des Datumswählers können sich mehrere Bedienelemente befinden, die zuvor mit TAB den Fokus erhalten.

Erforderlich
Navigation innerhalb des DatumswählerTAB oder PFEIL LINKS/RECHTS/AUF/AB (je nach verwendetem Bedienelement)Erforderlich
Schnellnavigation innerhalb der Auswahlelemente für einen Tag, einen Monat oder ein JahrPOS1, ENDE, BILD AUF/ABEmpfohlen
Aktivierung der Bedienelemente im DatumswählerEINGABE oder LEER (je nach verwendetem Bedienelement)Erforderlich

Zeigeinstrumentbedienung Datumswähler

AktionTasteKlassifizierung
Aktivierung der Bedienelemente im DatumswählerLinksklickErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
854RolleDie Rolle des Datumswählers und seiner Bedienelemente muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
854Desktop: ElementhierarchieDie Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb des Datumswählers müssen an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 11.5.2.9
855StatusDer Status des Datumswählers und seiner Bedienelemente muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).

Hinweis 1: Dies bezieht sich z. B. auf den Status „geöffnet“ oder „geschlossen“ in Bezug auf den Dialog und auf den Status „gewählt“ in Bezug auf das gewählte Datum innerhalb eines der Auswahlelemente.

Hinweis 2: Sofern sich der Zweck der visuellen Markierungen (wie z. B. Feiertag, Urlaubstag) nicht als Status übermitteln lässt, soll diese Information als Teil der Beschreibung übermittelt werden.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
856NameDer Datumswähler und seine Bedienelemente müssen einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.MussEN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8
857NameSofern der Datumswähler oder seine Bedienelemente eine Beschreibung besitzen, muss diese als Accessible Description übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
858BedienungDer Datumswähler und seine Bedienelemente müssen mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17
859AktualisierungAktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names oder Status des Datumswählers und seiner Bedienelemente müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
860PositionGröße und Position des Datumswählers und seiner Bedienelemente müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.15

Farbwähler

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Synonyme: Colorpicker

Siehe auch: Schieberegler, Datumswähler

Ein Farbwähler dient der Auswahl einer Farbe (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.6). Farbwähler können unterschiedlich umgesetzt werden, z. B. als

Die Anforderungen an die einzelnen Bedienelemente innerhalb des Farbwählers werden beim jeweiligen Bedienelement beschrieben. Hier werden nur zusätzliche Anforderungen für das gesamte Element beschrieben.

Abbildung: Farbwähler

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
861FarbkodierungDer Farbwähler muss mindestens eine Option enthalten, um eine Farbe über ihren Farbnamen, Farbcode (wie HEX) oder die Werte der Farbkanäle (wie RGB) auszuwählen.MussEN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1
862FarbkodierungWerden die auswählbaren Werte oder der aktuelle Wert visuell per Farbe angezeigt, sollen die Elemente einen Tooltip mit dem Farbnamen oder Farbwert in Textform besitzen.

Hinweis: Die Ausgabe des Farbnamens soll bevorzugt verwendet werden.

SollDIN EN ISO 9241-143: 9.6.11

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
863TastaturbedienungDer Farbwähler und die darin enthaltenen Elemente müssen mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2
864AktualisierungenBei Fokussierung und Bedienung des Farbwählers darf keine unerwartete Kontextänderung erfolgen.MussEN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1 und 9.3.2.2, 11.3.2.2
865FokusreihenfolgeDie Fokusreihenfolge im Farbwähler soll der visuellen Darstellung entsprechen.SollDIN EN ISO 9241-171: 9.3.18
866FokusreihenfolgeWenn der Farbwähler außerhalb eines Dialogs viele Bedienelemente enthält, die mit TAB den Fokus erhalten, dann soll der Farbwähler mit der Tastatur übersprungen werden können (siehe Navigationsreihenfolge)SollDIN EN ISO 9241-171: 9.3.17
867KlickbereichDer Klickbereich der Bedienelemente des Farbwählers soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung).SollWCAG 2.2

Tastaturbedienung Farbwähler

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren des FarbwählersTABErforderlich
Verlassen des FarbwählersTAB

Hinweis: Innerhalb des Farbwählers können sich mehrere Bedienelemente befinden, die zuvor mit TAB den Fokus erhalten.

Erforderlich
Navigation innerhalb des FarbwählersTAB oder PFEIL LINKS/RECHTS/AUF/AB (je nach verwendetem Bedienelement)Erforderlich
Aktivierung der Bedienelemente im FarbwählerEINGABE oder LEER (je nach verwendetem Bedienelement)Erforderlich

Zeigeinstrumentbedienung Farbwähler

AktionTasteKlassifizierung
Aktivierung der Bedienelemente im FarbwählerLinksklickErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
868RolleDie Rolle des Farbwählers und seiner Bedienelemente muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
869Desktop: ElementhierarchieDie Eltern-Kind-Beziehungen der Elemente innerhalb des Farbwählers müssen an die Accessibility API übermittelt werden.MussEN 301 549: 11.5.2.9
870Status, WertDer Wert und Status des Farbwählers und seiner Bedienelemente muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).

Hinweis 1: Status bezieht sich z. B. auf den Status „geöffnet“ oder „geschlossen“ in Bezug auf den Dialog und auf den Status „gewählt“ in Bezug auf die gewählte Farbe innerhalb eines der Auswahlelemente.

Hinweis 2: Wert bezieht sich z. B. auf die gewählte Farbe oder den Wert eines Farbkanals. Farbnamen sind gegenüber Farbwerten zu bevorzugen.

MussEN 301 549: 11.4.1.2, 11.5.2.5
871NameDer Farbwähler und seine Bedienelemente müssen einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.MussEN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8
872NameSofern der Farbwähler oder seine Bedienelemente eine Beschreibung besitzen, muss diese als Accessible Description übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
873BedienungDer Farbwähler und seine Bedienelemente müssen mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17
874AktualisierungAktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names oder Status des Farbwählers und seiner Bedienelemente müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
875Desktop: PositionGröße und Position des Farbwählers und seiner Bedienelemente müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 11.5.2.5, 11.5.2.13

Praxistipp Farbwähler in Web-Anwendungen

HTML

Der Farbwähler kann mit dem HTML-Element <input type=color> umgesetzt werden.

Der initiale Wert wird über das value-Attribut übermittelt. Als Werte sind nur die Hexadezimal-Farbwerte, die mit einer Raute beginnen und von 6 Zeichen gefolgt werden, erlaubt.

Die Beschriftung des Farbwählers sollte mit dem Element <label for=ID> mit dem Farbwähler verknüpft werden.

Der Farbwähler kann als deaktiviert (disabled) ausgezeichnet werden, jedoch nicht als Pflichtfeld (required) oder schreibgeschützt (readonly).

Achtung: Je nach verwendetem Browser und Screenreader ist der HTML-Farbwähler entweder gar nicht (z. B. JAWS mit Chrome und Edge) oder nur eingeschränkt wahrnehmbar und bedienbar (z. B. NVDA mit Chrome, Edge und Firefox). Es wird davon abgeraten, den HTML-Farbwähler zu verwenden, außer die Anwendung soll nur mit einem Browser und bestimmten Assistenztechnologien funktionieren und die Barrierefreiheit in dieser Umgebung kann gewährleistet werden. Ansonsten können je nach Anforderung z. B. ein Schalter, der einen modalen Dialog zur Farbauswahl öffnet, ein oder mehrere Eingabefelder, eine Ausklappliste, Schieberegler oder eine Kombination aus diesen Elementen verwendet werden.

Weitere Informationen: 4.10.5.1.14 Color state (type=color) - HTML Standard (whatwg.org)

ARIA

In ARIA existiert keine Rolle für Farbwähler. Stattdessen können je nach Anforderung z. B. ein Schalter, der einen modalen Dialog zur Farbauswahl öffnet, ein oder mehrere Eingabefelder, eine Ausklappliste, Schieberegler oder eine Kombination aus diesen Elementen verwendet werden.

Karussell

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Synonyme: Slide Show, Diashow, Image Rotator, Carousel, Cover Flow, Element Flow, Slider

Siehe auch: Akkordeon, Registerkarten

Ein Karussell dient der Gruppierung von Inhaltsblöcken, durch die geblättert werden kann (siehe DIN EN ISO 9241-161: 8.3).

Viele Umsetzungsvarianten sind möglich, u. a. folgende:

Beispiele:

Abbildung: Karussell

Darstellung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
876KontrastWenn die Bedienelemente des Karussells mit Text beschriftet sind, dann müssen sie ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.3, 11.1.4.3
877KontrastWenn die Bedienelemente des Karussells mit Grafiken beschriftet sind, dann müssen sie ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.11, 11.1.4.11
878KontrastWenn sich in der Paginierung die aktuelle Seite nur durch Farbe von den restlichen Seiten unterscheidet, dann müssen die Farben ein Kontrastverhältnis von mindestens 3:1 aufweisen.MussEN 301 549: 9.1.4.1, 11.1.4.1
879AnimationWenn die Inhaltsblöcke im Karussell automatisch durchgeblättert werden, dann muss ein Mechanismus implementiert werden, um das automatische Durchblättern zu beenden und anschließend muss es möglich sein, manuell durch die Inhaltsblöcke zu blättern.MussEN 301 549: 9.2.2.1, 11.2.2.1, 9.2.2.2, 11.2.2.2
880AnimationWenn bei der Bedienung des Karussells Bewegungsanimationen angezeigt werden, dann soll es einen Mechanismus geben, um diese zu deaktivieren (siehe Animationen).

Hinweis: Die gilt z. B. für das Blättern durch die Inhaltsblöcke.

SollWCAG 2.1.: 2.3.3 (AAA)
881FokussichtbarkeitErhält ein Element im Karussell den Tastaturfokus, dann muss der Fokusindikator sichtbar sein (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 9.2.4.7, 11.2.4.7

Bedienung

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
882TastaturbedienungDas Karussell und die darin enthaltenen Elemente müssen mit der Tastatur erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe folgende Tabelle Tastaturbedienung).MussEN 301 549: 9.2.1.1, 11.2.1.1, 9.2.1.2, 11.2.1.2
883TastaturbedienungDie ausgeblendeten Inhaltsblöcke und deren Inhalte dürfen nicht den Tastaturfokus erhalten.MussEN 301 549: 9.1.3.1, 11.1.3.1
884AktualisierungenBei Fokussierung der Bedienelemente des Karussells darf keine Kontextänderung erfolgen.MussEN 301 549: 9.3.2.1, 11.3.2.1
884AktualisierungenBei Bedienung des Karussells darf kein Fokusverlust erfolgen.

Hinweis: Der Fokus muss auf dem jeweiligen Bedienelement verbleiben oder an den Beginn des eingeblendeten Bereichs gesetzt werden.

MussEN 301 549: 9.2.4.3, 11.2.4.3
885FokusreihenfolgeDie Fokusreihenfolge im Karussell soll der Arbeitsaufgabe angemessen sein.SollDIN EN ISO 9241-171: 9.3.18
886FokusreihenfolgeWenn das Karussell viele Bedienelemente enthält, die mit TAB den Fokus erhalten, dann soll das Karussell mit der Tastatur übersprungen werden können (siehe Navigationsreihenfolge)SollDIN EN ISO 9241-171: 9.3.17
887KlickbereichDer Klickbereich der Bedienelemente des Karussells soll mindestens 24 x 24 px betragen (siehe Zeigeinstrumentbedienung).SollWCAG 2.2

Tastaturbedienung Karussell

AktionTasteKlassifizierung
Fokussieren des ersten Elements im KarussellsTABErforderlich
Verlassen des KarussellsTAB

Hinweis: Innerhalb des Karussells können sich mehrere Bedienelemente befinden, die zuvor mit TAB den Fokus erhalten.

Erforderlich
Navigation innerhalb des KarussellsTAB oder PFEIL LINKS/RECHTS/AUF/AB (je nach verwendetem Bedienelement)Erforderlich
Schnellnavigation zwischen den InhaltsblöckenPOS1, ENDE, BILD AUF/ABEmpfohlen
Aktivierung der Bedienelemente im KarussellEINGABE oder LEER (je nach verwendetem Bedienelement)Erforderlich

Zeigeinstrumentbedienung Karussell

AktionTasteKlassifizierung
Aktivierung der Bedienelemente im KarussellLinksklickErforderlich

Programmierung/Schnittstellen

Nr.EigenschaftBeschreibungKlassifizierungReferenz
888RolleDie Rolle der Bedienelemente im Karussell muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).

Hinweis: Wenn in der verwendeten Programmiersprache die Rolle Karussell nicht bekannt ist, soll sich das gesamte Karussell in einer beschrifteten Gruppe befinden. Die Beschriftung oder Beschreibung der Gruppe soll einen Hinweis auf den Elementtyp Karussell enthalten.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
889StatusDer Status der Inhaltsblöcke und der Bedienelemente im Karussell muss an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Elementstatus).

Hinweis: Dies bezieht sich auch auf den Status „aktueller Inhaltsblock“ im Karussell oder der Paginierung.

MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
890NameDie Bedienelemente im Karussell müssen einen knappen und aussagekräftigen Accessible Name besitzen.MussEN 301 549: 9.2.4.6, 11.2.4.6, 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5, 11.5.2.8
891NameSofern die Bedienelemente im Karussell eine Beschreibung besitzen, muss diese als Accessible Description übermittelt werden.MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.5
891BedienungDas Karussell und dessen Bedienelemente müssen mit Assistenztechnologie erreicht, bedient und verlassen werden können (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.12, 11.5.2.17
892AktualisierungAktualisierungen hinsichtlich des Accessible Names oder Status der Inhaltsblöcke und der Bedienelemente im Karussell müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Accessibility API).MussEN 301 549: 9.4.1.2, 11.4.1.2, 11.5.2.15
893Desktop: PositionGröße und Position der Inhaltsblöcke und der Bedienelemente im Karussell müssen an die Accessibility API übermittelt werden (siehe Fokusindikator).MussEN 301 549: 11.5.2.5, 11.2.5.13

Anhang

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Inhaltsverzeichnis

Referenzen und Quellen

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Glossar

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Accessible Description

Programmatisch interpretierbare Eigenschaft eines UI-Elements, die der weiterführenden Beschreibung des UI-Elements für Assistenztechnologie dient

Accessible Name

Name; Programmatisch interpretierbare Eigenschaft eines UI-Elements, die der Beschriftung des UI-Elements für Assistenztechnologie dient

Assistenztechnologie

AT, engl.: Assistive Technology

Produkt, System, Hardware oder Software, die genutzt wird, um funktionelle Fertigkeiten von Menschen zu erhöhen, zu erhalten oder zu verbessern (EN 301 549 v3.2.1:2021)

Beispiele: Bildschirmlupe, Screenreader, Text-To-Speach-Software, Spracherkennungssoftware, alternative Tastaturen und Zeigeinstrumente ( assistive technology - Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2 (w3.org) (Externer Link))

Autorenwerkzeug

Software, die zur Erstellung oder Bearbeitung von Inhalten eingesetzt werden kann (EN 301 549 v3.2.1:2021)

Barrierefreiheit

Ausmaß, in dem Produkte, Systeme, Dienstleistungen, Umgebungen und Einrichtungen durch Menschen aus einer Population mit dem weitesten Umfang an Benutzungserfordernissen, Merkmalen und Fertigkeiten genutzt werden können, um identifizierte Ziele in identifizierten Nutzungskontexten zu erreichen (EN 301 549 v3.2.1:2021)

Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Hierbei ist die Nutzung behinderungsbedingt notwendiger Hilfsmittel zulässig (§4 BGG).

Bedienelement

Steuerelement, Steuerungselement;

UI-Element, mit dem die Nutzenden interagieren können, z. B. mit der Tastatur oder einem Zeigeinstrument

Beispiele: Links, Schalter, Formularfelder

Benutzeragent

Software, die Inhalte für die Benutzenden abruft und darstellt (EN 301 549 v3.2.1:2021)

Benutzerdefiniertes Element

engl. Custom Element;

UI-Element, das abweichend zu definierten UI-Elementen der Programmiersprache (Standardelemente) durch Entwicklungsteams mit vollem Funktionsumfang selbst erstellt werden

Benutzungsschnittstelle

engl. user interface, UI

sämtliche Bestandteile eines interaktiven Systems (Software oder Hardware), die den Benutzenden Informationen und Steuerungselemente zur Verfügung stellen, um bestimmte Arbeitsaufgaben mit dem interaktiven System zu erledigen (DIN EN ISO 9241-171:2008)

Bereichsnavigation

Fähigkeit, sich mittels Tastaturnutzung von einer UI-Elementgruppe zu einer anderen zu bewegen

Beschreibung

Weiterführende Beschriftung für ein UI-Element (Eingabefeld, Anzeigefeld, eine Tabelle, ein Steuerungselement oder ein Objekt)

Beschriftung

engl. Label;

kurze, beschreibende Bezeichnung oder Überschrift für ein UI-Element (bspw. Eingabefeld oder Anzeigefeld, eine Tabelle, ein Steuerungselement oder ein Objekt) (siehe auch DIN EN ISO 9241-171:2008)

Bildschirmlupe

Assistenztechnologie zur Individualisierung der optischen Anzeige

Häufige Funktionen sind:

Blitz (flash)

Ein Paar von entgegengesetzten Änderungen in relativer Luminanz. Wenn die Änderungen groß genug sind und in der richtigen Frequenz auftreten, können sie bei manchen Menschen Anfälle hervorrufen. ( general flash and red flash thresholds - Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1 (w3.org) (Externer Link))

Captcha

„Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart“

Programm, das Websites vor Bots schützt, indem es Tests generiert und bewertet, die Menschen bestehen können, aktuelle Computerprogramme jedoch nicht ( Die offizielle CAPTCHA-Seite (Externer Link))

Echtzeitereignis

Ereignis, das a) zur gleichen Zeit wie das Ansehen desselben stattfindet und b) nicht komplett vom Inhalt generiert wird

Beispiel: „Webcast“ einer Live-Aufführung, Online-Auktion

(Echtzeit-Ereignis (real-time event) - Richtlinien für barrierefreie Webinhalte (WCAG) 2.0 (Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.0) (w3.org))

EINGABE-Taste

gemeint sind hier sowohl die RETURN- als auch die ENTER-Taste im Ziffernblock

Expliziter Bezeichner

Code oder Abkürzung für eine Menüoption oder die Beschriftung eines Steuerungselements, (üblicherweise links) neben dem Namen hervorgehoben und bei der Auswahl einzugeben (DIN EN ISO 9241-171:2008)

Beispiel: „Drucken (ALT + D)“

Farbschema

Reihe von Farbzuordnungen zur Darstellung von UI-Elementen (DIN EN ISO 9241-171)

Fließtext

Auch Lauftext oder Textblock;

fortlaufender Text eines Artikels ohne Überschrift, Tabellen o. Ä.;

Text mit mehr als einem Satz (WCAG 2.1, Understanding SC 1.4.8)

Fokusindikator

Positionscursor;

Anzeige, die zeigt, welches UI-Element den Tastaturfokus hat (DIN EN ISO 9241-171:2008)

Beispiel: Tastaturfokus-Indikator: visuelle Anzeige der Stelle, an der die Benutzerinteraktion mittels Tastatur (oder Tastaturemulator) erfolgen wird (DIN EN ISO 9241-171:2008)

Formular

strukturierte Darstellung von Feldern und weiteren UI-Elementen, die Benutzende lesen, ausfüllen, für die sie Einträge auswählen oder verändern (DIN EN ISO 9241-161:2016)

Formularelement

UI-Element, das zur Eingabe oder Auswahl von Werten in Formulardialogen (auch Schalter)

Geschlossene Funktionalität

Funktionalität, die durch bestimmte Merkmale beschränkt ist, welche den Anschluss, die Installation oder die Nutzung von Assistenztechnologie verhindern (EN 301 549 v3.2.1:2021)

Harter Zeilenumbruch

fest vorgegebene Zeilenende-Markierung, die als Absatz interpretiert wird (Absatzmarke, engl. pilcrow, Symbol: ¶) (Automatischer Zeilenumbruch – Wikipedia)

Hover-Bereich

Bereich der Benutzungsschnittstelle, der auf einen darüberliegenden Zeiger reagiert (DIN EN ISO 9241-161:2016)

Hybride Anwendung

Desktop-Anwendung, die Web-Technologien zur Darstellung der Benutzungsoberfläche verwendet

Impliziter Bezeichner

Anteil eines Optionsnamens oder der Beschriftung eines Steuerungselements, der für eine Tastaturauswahl verwendet wird (DIN EN ISO 9241-171:2008)

Beispiel: „Drucken“

Klickbereich

Bereich der Benutzungsschnittstelle, der durch ein Zeigegerät (bspw. Maus) aktiviert wird (DIN EN ISO 9241-161:2016)

Kontextsensitive Hilfe

Hilfetext, der Informationen zu der aktuell ausgeführten Funktion enthält

Anmerkung: Eindeutige Beschriftungen (Labels) können als kontextsensitive Hilfe dienen.

Beispiele:

context-sensitive help - Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1 (w3.org) (Externer Link)

Kontrastverhältnis

Bewertung des Unterschiedes zweier unmittelbar aneinandergrenzenden oder zeitlich aufeinanderfolgenden Gesichtseindrücke (Leuchtdichtekontrast, Helligkeitskontrast, Farbkontrast usw.)

Hier: Messwert, der zur Darstellung der maximalen relativen Helligkeitsunterschiede zwischen zwei Farben dient

Navigation

Fähigkeit, sich innerhalb einer Benutzungsschnittstelle von einem UI-Element zu einem anderen zu bewegen und sich innerhalb eines interaktiven Systems zu bewegen (DIN EN ISO 9241-161:2016)

Nicht-Text-Inhalt

Inhalt, der keine Buchstabenfolge ist, die durch Software bestimmt werden kann, oder bei dem die Abfolge etwas nicht in menschlicher Sprache ausdrückt (EN 301 549 v3.2.1:2021)

Beispiele:

Nutzungspräferenzen

Individualisierung, individuelle Anpassung;

Modifizierung von Interaktion und Informationsdarstellung, um individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen von Benutzenden gerecht zu werden (DIN EN ISO 9241-171:2008)

Offene Funktionalität

Funktionalität, die den Zugang durch Assistenztechnologie unterstützt (EN 301 549 v3.2.1:2021)

Plattform-Software

Sammlung von Softwarekomponenten, die auf einer zugrundeliegenden Software- oder Hardware-Schicht ausgeführt wird und anderen Softwarekomponenten einen Satz von Softwarediensten bereitstellt, durch die diese Anwendungen von der zugrundeliegenden Software- oder Hardware-Schicht isoliert sein können (EN 301 549 v3.2.1)

Beispiele: Ein Betriebssystem, Gerätetreiber, Fenstersysteme und Software-Toolkits (DIN EN ISO 9241-161)

Anmerkung: Ein Browser kann sowohl als eine Anwendung als auch als Plattformsoftware fungieren. (DIN EN ISO 9241-161)

Rolle

UI-Elementtyp für Benutzungsoberflächen;

Eigenschaft, die als bekannter Bezeichner dient, der die Art des UI-Elements angibt;

Clientanwendungen, insbesondere Assistenztechnologien, verwenden die Eigenschaft, um die Funktionen eines Bedienelements zu identifizieren und zu bestimmen, wie mit ihm interagiert werden soll

Schnellnavigation

Tastaturnavigation, bei der Navigationsschritte übersprungen werden, um eine effiziente Bedienung zu ermöglichen

Schnelltaste

Merkhilfe, Mnemonic, menu accelerator, Beschleunigungstaste, Abkürztasten

Tasten und Tastenkombinationen, um eine Menüoption aufzurufen, ohne dass das entsprechende Menü mit der Option oder Zwischenmenüs auf dem Bildschirm angezeigt wird

Beispiel: Speichern (ALT + S)

Schriftgrafik

Text, der in einer Nicht-Textform (z. B. einem Bild) gerendert wurde, um einen bestimmten visuellen Effekt zu erzielen ( image of text - Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1 (w3.org) (Externer Link))

Screenreader

Assistenztechnologie, die es den Benutzenden ermöglicht, Software zu benutzen, ohne die optische Anzeige sehen zu müssen (DIN EN ISO 9241-171:2008)

Die Ausgabe der UI-Elemente erfolgt akustisch über Lautsprecher oder Kopfhörer sowie taktil über eine Braillezeile.

Die Eingabe und Steuerung erfolgt über die Tastatur oder die Braillezeile. Eingaben werden zunächst durch den Screenreader verarbeitet und danach an die Benutzungsschnittstelle weitergeleitet.

Spracherkennungssoftware

Assistenztechnologie für die Eingabe von Text (Diktieren) oder von Steuerbefehlen zur Ausführung von Steuerelementen

Alternatives Eingabemittel für die Maus- oder Tastaturschnittstelle

engl. Skip-Link;

Seiteninterner Link, um Inhaltsbereiche bei der Tastaturnavigation zu überspringen

Standardelement

UI-Elemente, die durch die Programmiersprache standardmäßig definiert sind

Status

Zustand;

dynamische Eigenschaft, die Merkmale eines UI-Elements ausdrückt, die sich als Reaktion auf Aktionen der Benutzenden oder automatisierte Prozesse ändern kann

Der Status beeinflusst nicht die Art des UI-Elements, sondern stellt Daten dar, die der Komponente oder den Möglichkeiten der Benutzerinteraktion zugeordnet sind

Beispiele: fokussiert, gewählt, gedrückt, markiert, bedienbar/deaktiviert, korrekt/fehlerhaft und geöffnet/geschlossen, schreibgeschützt

Statusmeldung

Änderung des Inhalts, die keine Änderung des Kontexts darstellt und den Benutzenden Informationen über den Erfolg oder die Ergebnisse einer Aktion, über den Wartezustand einer Anwendung, über den Fortschritt eines Prozesses oder über das Vorhandensein von Fehlern liefern ( status message - Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2 (w3.org) (Externer Link))

Tastatur

hier: Tastaturschnittstelle;

Schnittstelle, die von der Software verwendet wird, um Tastenanschläge zu erhalten ( keyboard interface - Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1 (w3.org) (Externer Link))

Tastaturfokus

aktuelle Zuordnung der an einer Tastatur oder einem Tastaturäquivalent erfolgenden Eingabe zu einem UI-Element (DIN EN ISO 9241-171:2008)

Tastaturkürzel

Tastenkürzel, Tastenkombination, Tastaturkombination, Tastaturbefehl, Tastaturäquivalente, Tastensequenz, Accesskey, Hotkey, Shortcut

Tasten und Tastenkombinationen, die Zugang zu Funktionen ermöglichen, die üblicherweise mittels Zeigeinstrument, Spracheingabe oder über sonstige Eingabe- oder Steuerungsmechanismen aktiviert werden

Tastaturnavigation

Fähigkeit, sich mittels Tastaturnutzung von einem UI-Element zu einem anderen und innerhalb eines interaktiven Systems zu bewegen

Textcursor

Text-Indikator;

visuelle Anzeige der aktuellen Eingabemarke zur Texteingabe (DIN EN ISO 9241-171:2008)

UI-Element

User Interface Element

Benutzungsschnittstellenelement; elementarer Bestandteil der Benutzungsschnittstelle, der den Benutzenden durch die Software angezeigt oder auf andere Weise präsentiert wird (DIN EN ISO 9241-171:2008)

Unterstützende Dienste

Zu unterstützenden Diensten gehören unter anderem: Helpdesks, Callcenter, technischer Support, Vermittlungsdienste und Schulungen (siehe auch EN 301 549: 12.2.1)

Wert

engl. value;

Formularelemente besitzen einen Wert, der beim Absenden des Formulars übermittelt wird. In einem Eingabefeld ist der Wert der eingetragene Text. In einer Auswahlliste ist der Wert die gewählte Option.

Virtueller Cursor

Der virtuelle Cursor ist ein Modus des Screenreaders. Er wird verwendet, um bspw. Webseiten in einem Webbrowser (sofern sie nicht mit role=application ausgezeichnet sind), PDF-Dokumente in einem PDF-Reader oder Inhalte in einer hybriden Desktop-Software zu lesen. Obwohl er nicht wie der Maus-Cursor sichtbar ist, simuliert der virtuelle Cursor eine Einfügemarke und bietet die gleiche Funktionalität wie beim Lesen eines textbasierten Dokuments.

Zeigeinstrument

Zeigegerät;

Hilfsmittel, das einen Bedienschritt der Benutzenden in einen am Bildschirm dargestellten Bedienschritt umsetzt;

Anmerkung: In Abhängigkeit von der verwendeten Technologie können nicht nur maschinelle Hilfsmittel, sondern auch Teile des menschlichen Körpers (z. B. Finger, Arme) als Zeigeinstrument verwendet werden. (DIN EN ISO 9241-171:2008)

Zeiger

grafisches Symbol, dessen Position auf dem Bildschirm entsprechend der Bewegung eines Zeigeinstrumentes verändert wird und dessen Form in Abhängigkeit des sich darunter befindlichen Bedienelements angepasst werden kann (DIN EN ISO 9241-171:2008)

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Diese Handreichung hat die Version 0.5 und wurde am 28.05.2026 erstellt.

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